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Volume 6, No. 1, Art. 19 – Januar 2005

Ethik in der Lernforschung: Dialektik von Praxis und Praxeologie

SungWon Hwang & Wolff-Michael Roth (Kanada)

Zusammenfassung: Qualitative Sozialforschung ist mit ihrem Anspruch, gelebte menschliche Erfahrung zu verstehen und zu erklären, ein reflexives Unterfangen. Sie ist reflexiv, weil Forschende – indem sie die Untersuchungsteilnehmer(innen) zu verstehen versuchen – auch lernen, sich selbst besser zu verstehen. Infolgedessen ist Forschungsethik selbst ein ethisches Projekt, das Teilnehmende und Forschende gleichermaßen betrifft – beide sind Subjekte. Insbesondere in der Lernforschung entsteht Reflexivität durch die Tatsache, dass Forschung Lernen über das Lernen bedeutet. Inwiefern verhält sich also Ethik in der Lernforschung – innerhalb von Praxis und Praxeologie – reflexiv gegenüber den ständigen Veränderungen menschlichen Lernens? Ausgehend von unseren Erfahrungen mit einem Projekt, das zum Ziel hatte, "Lernen in ungewohnten Umgebungen" zu untersuchen, entwickeln wir ethische Fragestellungen im Rahmen eines dialektischen Prozesses (in dem von G.W.F. HEGEL in der "Phänomenologie des Geistes" verwandten Sinne), der auf unseren Lebenserfahrungen beruht und aus dem drei theoretische Forderungen an eine Praxeologie der Ethik resultieren: Erstens ist Ethik ein fortwährende historische Anstrengung, zweitens basiert Ethik auf der kommunikativen Praxis realer menschlicher Wesen, und drittens beinhaltet Ethik das Schaffen neuer kommunikativer Gefüge. Wir kommen deshalb zu dem Schluss, dass Ethik auf der fundamentalen Verantwortlichkeit, die Menschen für ihre Handlungen tragen, basiert, was wiederum kommunikatives Handeln in einem dialektischen Prozess voraussetzt, in dem Möglichkeiten für ein verantwortungsvolles Handeln aufgezeigt werden (können).

Keywords: Ethik, Lernforschung, Dialektik, Praxis, Praxeologie, Kommunikation, menschlicher Körper, Reflexivität

Dieser Artikel liegt als Volltext nur in englisch vor.


Letzte Änderung: 27.12.2004

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(ISSN 1438-5627)

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