Volume 9, No. 3, Art. 16 – September 2008

Interviews mit Eliten – Interviews mit ExpertInnen: Gibt es Unterschiede?

Beate Littig

Zusammenfassung: Vergleicht man die überwiegend deutschsprachige Literatur zu Experteninterviews mit den internationalen Beiträgen zu Eliteninterviews, fallen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede auf. Thematisiert werden hier wie dort die großen Zugangsprobleme und Spezifika der Interaktionssituation und der Gesprächsführung. Auch bei der jeweiligen Definition der Zielgruppen der Interviews (ExpertInnen und Eliten) gibt es Überschneidungen, wenn auch nicht Deckungsgleichheit. Der Beitrag diskutiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von beiden methodischen Ansätzen und will so zu einer Präzisierung der Methodologie des Experteninterviews beitragen. Er endet mit einem wissenssoziologisch begründeten Plädoyer dafür, (professionelle) Funktionseliten aufgrund ihrer Machtpositionen als eine spezifische Gruppe von ExpertInnen zu betrachten. Methodologisch betrachtet sind ExpertInnen (und somit auch Eliten) aufgrund ihres spezifischen Deutungs- und Handlungswissens für die sozial- und politikwissenschaftlich orientierte Forschung bedeutsam. Konsequenterweise sind dann Interviews mit Eliten, die auf die Generierung expliziten wie impliziten, professionellen oder berufsbezogenen Wissens abzielen, als Experteninterviews anzusehen.

Keywords: Experteninterviews; Eliteninterviews; Expertenwissen; Experte; Elite; Interviewführung; Zugangsprobleme

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eliten und ExpertInnen als InterviewpartnerInnen

3. Besonderheiten des Zugangs und der Gesprächsführung

3.1 Sampling

3.2 Zugangsprobleme

3.3 Interviewführung

4. Resümee und Schlussfolgerungen

Danksagung

Anmerkungen

Literatur

Zur Autorin

Zitation

 

1. Einleitung

Vergleicht man die sozialwissenschaftliche Methodendiskussion im anglo-amerikanischen Sprachraum mit der im deutschsprachigen Raum, so fällt auf, dass in letzterem seit einigen Jahren Experteninterviews als distinkte Interviewform diskutiert werden (FLICK, VON KARDORFF & STEINKE 2003; BOGNER, LITTIG & MENZ 2005; GLÄSER & LAUDEL 2004; MIEG & NÄF 2006). Der Terminus Eliteinterview als Bezeichnung einer eigenständigen Interviewform kommt hier – mit wenigen Ausnahmen (z.B. BRANDL & KLINGER 2006) – so gut wie nicht vor. Für die anglo-amerikanische (und d.h. angesichts der Dominanz englischsprachiger Literatur: internationale) sozialwissenschaftliche Methodendiskussion ist hingegen das Umgekehrte festzustellen (z.B. GUBRIUM & HOLSTEIN 2002 oder DENZIN & LINCOLN 2000): Experteninterviews scheinen hier weitgehend unbekannt zu sein. Gleichzeitig unterscheiden sich die Beiträge sowohl zur einen als auch zur anderen Methode in vielerlei Hinsicht nicht grundlegend, ganz im Gegenteil. Thematisiert werden vielmehr in beiden methodischen Traditionen Zugangsprobleme zu Eliten und (insbesondere hochrangigen) ExpertInnen sowie Spezifika der Interaktionssituation und der Gesprächsführung. Selbst bei der Definition der Zielgruppen der Interviews (ExpertInnen und Eliten) gibt es Überschneidungen, wenn auch nicht Deckungsgleichheit. Im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses stehen zumeist professionelle Eliten (Funktionseliten) und professionelle ExpertInnen. Die Differenzen zwischen Elite- bzw. Experteninterviews dürften vor allem in den unterschiedlichen sozial- und politikwissenschaftlichen Forschungstraditionen und -interessen begründet sein. [1]

Im Folgenden sollen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden methodischen Zugänge dargelegt werden. Diese Diskussion soll neben der Zusammenführung des Wissensstandes vergleichbarer Ansätze zu einer Präzisierung der Methodologie des Experteninterviews beitragen. Der Beitrag endet mit einem wissenssoziologisch begründeten Plädoyer dafür, Eliten im Sinne professioneller Funktionseliten aufgrund ihrer Machtpositionen als eine spezifische Gruppe von ExpertInnen zu betrachten. Methodologisch betrachtet sind ExpertInnen (und somit auch Eliten) aufgrund ihres spezifischen Deutungs- und Handlungswissens, kurz ihres Expertenwissens, für die sozial- und politikwissenschaftlich orientierte Forschung bedeutsam. Konsequenterweise sind dann Interviews mit Eliten, die auf die Generierung expliziten wie impliziten professionellen Wissens abzielen, als Experteninterviews anzusehen. [2]

2. Eliten und ExpertInnen als InterviewpartnerInnen

Die Bezeichnungen Elite- bzw. Experteninterview lassen erwarten, dass die methodologische Begründung des Experten- bzw. Eliteinterviews als eigenständiger Interviewtypus an die Spezifika der jeweiligen Zielgruppe gebunden ist. Was zeichnet also die Elite bzw. ExpertInnen aus? Welche Besonderheiten weisen diese Personengruppen auf, die sie für sozial- und politikwissenschaftliche Interviews so interessant macht? [3]

Auffällig ist bei der Literatur zum Eliteninterview, dass der Elitebegriff zumeist unkommentiert und unproblematisiert vorausgesetzt wird. Ausgangs- und Endpunkt der Überlegungen sind zumeist mehr oder minder vage Arbeitsdefinitionen des Elitebegriffs. So werden Eliten oftmals über ihren vergleichsweise hohen sozialen Status und die damit verbundenen Privilegien definiert:

"However the whole notion of an elite, implies a group of individuals, who hold, or have held, a privileged position in society and, as such, as far as a political scientist is concerned, are likely to have had more influence on political outcomes than general members of the public" (RICHARDS 1996, S.199). [4]

Es sind – wie schon DEXTER in seinem inzwischen klassischen Buch zum Eliteinterview schreibt – "the influential, the prominent, and the well informed" (DEXTER 2006/1969, S.19).1) Seither hat sich die Klärung des Elitenbegriffs in der methodischen Literatur nicht grundlegend geändert.2) Eine klare Begriffsbestimmung sucht man zumeist vergebens (exemplarisch MOYSER & WAGSTAFFE 1987; SELDON 1996; ODENDAHL & SHAW 2002; LILLEKER 2003). [5]

Eine Ausnahme stellt der Artikel von WELCH, MARSCHAN-PIEKKARI, PENTTINEN und TAHVANAINEN (2002) dar, in dem Tiefeninterviews mit Unternehmenseliten methodologisch reflektiert werden. Die Autorinnen definieren die befragten Eliten in Relation zu ihrem Forschungsfeld ("international business research") als

"an informant (usually male) who occupies a senior or middle management position; has functional responsibility in an area which enjoys high status in accordance with corporate values; has considerable industry experience and frequently also long tenure with the company; possesses a broad network of personal relationships; and has considerable international exposure" (WELCH et al. 2002, S.613). [6]

Diese Beschreibung kommt dem ExpertInnenbegriff von M. MEUSER und U. NAGEL nahe, den sie in ihrem Pionierartikel von 1991 vorgestellt haben: 3)

"Der Adressatenkreis von Experteninterviews ist breit gefächert. In der Literatur findet man Führungsspitzen aus Politik, Wirtschaft, Justiz, Verbänden, Wissenschaft, aber auch Lehrer, Sozialarbeiter, Personalräte. Der Großteil kann als Funktionselite gelten, bei anderen dürfte eine solche Zuordnung irreführend sein, etwa bei Personalräten oder bei Sozialarbeitern" (MEUSER & NAGEL 2005, S.73). [7]

Auch MEUSER und NAGEL gehen davon aus, das wer als Experte bzw. Expertin anzusehen ist, relational zum Forschungsinteresse ist. Zum Experten/zur Expertin wird man also gemacht, der ExpertInnenstatus ist ein seitens der Forschenden zugeschriebener. Das sozialwissenschaftliche Interesse an ExpertInnen zielt auf ihr spezifisches Kontextwissen über ein Forschungsfeld oder auf ihr organisationsinternes Betriebswissen über Strukturen, Handlungsabläufe und Ereignisse. ExpertInnen sind also InformantInnen, die über Wissen verfügen, das den ForscherInnen über andere Quellen nicht zugänglich ist. Oftmals sind diese Personen, die auch über Entscheidungsbefugnisse verfügen, also Führungskräfte, die Verantwortung für weiter reichende Entscheidungen tragen. Diese müssen nicht notwendigerweise die hochrangigen Entscheidungsträger an der Spitze einer Organisation sein. Letztlich kann als Experte bzw. Expertin jede Person angesehen werden, die einen privilegierten Zugang zu Wissen über bestimmte Personengruppen oder Entscheidungsprozesse hat und Verantwortung dafür trägt. Entsprechend formulieren BOGNER und MENZ (2005, S.46):

"Der Experte verfügt über technisches, Prozess- und Deutungswissen, das sich auf sein spezifisches professionelles oder berufliches Handlungsfeld bezieht. Insofern besteht das Expertenwissen nicht allein aus systematisiertem, reflexiv zugänglichem Fach- oder Sonderwissen, sondern es weist zu großen Teilen den Charakter von Praxis- oder Handlungswissen auf, in das verschiedene und durchaus disparate Handlungsmaximen und individuelle Entscheidungsregeln, kollektive Orientierungen und soziale Deutungsmuster einfließen. Das Wissen des Experten, seine Handlungsorientierungen, Relevanzen usw. weisen zudem – und das ist entscheidend – die Chance auf, in der Praxis in einem bestimmten organisationalen Funktionskontext hegemonial zu werden, d.h., der Experte besitzt die Möglichkeit zur (zumindest partiellen) Durchsetzung seiner Orientierungen. Indem das Wissen des Experten praxiswirksam wird, strukturiert es die Handlungsbedingungen anderer Akteure in seinem Aktionsfeld in relevanter Weise mit" (kursiv im Original, B.L.). [8]

Die Explikation und Rekonstruktion dieser verschiedenen Wissensinhalte sowie ihrer handlungspraktischen Folgen sind der Fokus der Durchführung und Analyse von Experteninterviews (vgl. die Beiträge in BOGNER et al. 2005). Demgegenüber treten biografische Erfahrungen und persönliche Meinungen der ExpertInnen deutlich in den Hintergrund. [9]

In der Literatur zum Eliteinterview wird das Erkenntnisziel selten so explizit formuliert. Dass es in Eliteinterviews aber nicht einfach um die Gewinnung objektiver Fakten und Wissensbestände gehen kann, hat bereits DEXTER Ende der 1960er Jahre thematisiert. Er legte Ansätze einer "transactional theory of the interview" vor, in der er von einer interaktionistischen Interviewsituation ausgeht:

"What this means is, of course, that whether investigators wish it or not, interviewing is a social relationship and the interviewer is part of the relationship. The interviewee's inarticulate and unexamined conception of the audience guides and determines what he says" (DEXTER 2006/1969, S.115; kursiv im Original, B.L). [10]

Eliteinterviews gelten auch in der Nachfolge DEXTERs nicht als präzises Forschungsinstrument. Das Sampling ist nicht repräsentativ, die Aussagen der Befragten können durch Erinnerungslücken verzerrt sein, verschiedene Interviewte können zum gleichen Sachverhalt unterschiedliche Angaben machen usw. (z.B. RICHARDS 1996, S.200f.). [11]

Im Vergleich zu dieser Position ist die deutschsprachige, insbesondere wissenssoziologisch beeinflusste Diskussion um Experteninterviews differenzierter bezüglich des Status der generierten Daten (BOGNER et al. 2005, HITZLER, HONER & MAEDER 1994). Festzustellen ist allerdings, dass es nicht das Experteninterview gibt. Die Pluralität bezüglich der Auffassung des zugrundeliegenden ExpertInnenbegriffs sowie der Forschungsinteressen beim Einsatz dieses Forschungsinstruments ist beträchtlich.4) [12]

Nach BOGNER und MENZ (2005, S.36ff.) lassen sich drei Formen des Experteninterviews unterscheiden:

  • das explorative Experteninterview, das in einem noch kaum bekannten Forschungsfeld zum Einsatz kommt;

  • das systematisierende Experteninterview, bei dem es um die Rekonstruktion "objektiven" Wissens in einem speziellen Feld geht;

  • das theoriegenerierende Experteninterview, das nicht nur auf das explizite Sonderwissen des Experten bzw. der Expertin zielt, sondern auch auf das implizite Handlungs- und Deutungswissen, das in der (professionellen) Praxis erworben wird. [13]

Das in der anglo-amerikanischen Methodenliteratur vorherrschende Verständnis des Interviewens von Eliten ist nach dieser Differenzierung als exploratives oder systematisierendes zu klassifizieren. Angehörige der Eliten fungieren als InformantInnen über spezielle, sonst nicht zugängliche Wissensgebiete. Entsprechend zielt die vergleichende Analyse verschiedener Interviews je nach konkreter Forschungsfrage auf die möglichst objektive Rekonstruktion von Fakten, Problemlagen, Entscheidungsprozessen, Netzwerken und dergleichen mehr, wie sie seitens verschiedener Interviewter expliziert werden (z.B. WELCH et al. 2002, S.613). Ähnlich sieht dies RICHARDS für die Politikwissenschaft:

"One of the most important functions of an elite interview is to try to assist the political scientist in understanding the theoretical position/s of the interviewee; his/her perceptions, belief and ideologies. Such information can rarely be gleaned from examining books, documents or records. By their very nature, elite interviews provide a subjective account of an event or issue" (RICHARDS 1996, S.199-200). [14]

Auch wenn Interaktionseffekte nicht ignoriert werden, so gilt es doch als wünschenswert, diese zu minimieren, um der wissenschaftlichen Erkenntnis einer positivistisch angenommen, objektiven Realität möglichst nahezukommen (so schon DEXTER 2006/1969, S.115ff.). Dies ist nach meiner Einschätzung auch das vorherrschende Ziel bei der Durchführung von Experteninterviews – die Nutzung von ExpertInnen als InformantInnen – jedenfalls in der angewandten deutschsprachigen Sozialforschung und Policy-Forschung, aber auch in der Politikwissenschaft und in weiten Teilen der Soziologie (GLÄSER & LAUDEL 2004; MIEG & NÄF 2006). [15]

Die Trennungslinie verläuft also nicht zwischen dem Experten- und Eliteinterview und ihren unterschiedlichen AdressatInnen für die Datengenerierung. Sie verläuft vielmehr innerhalb des Experten- oder Eliteinterviews hinsichtlich unterschiedlicher Erkenntnisinteressen und der epistemologischen Auffassung des Status der solchermaßen generierten Daten. Die Differenz besteht in einer positivistischen versus einer sozial-konstruktivistischen, und das heißt immer interpretativ-hermeneutischen Auffassung des Verhältnisses von Wissenschaft und sozialer Wirklichkeit:

"Allerdings ... ist die hermeneutische Argumentation grundsätzlich anticartesianisch. ... Sie geht aus von historisch-gesellschaftlichen Konstruktionen der Wirklichkeit(en). Sie sieht die miteinander agierenden Individuen und deren a priorische Intersubjektivität in der sozial gedeuteten Welt und nicht dieser gegenüber. Sie zielt nicht nur ab auf das Beobachten, Beschreiben, Verstehen und Erklären des Sozialen, sondern ineins damit auf das Soziale der artspezifischen, historisch sich verändernden Wahrnehmungs- und Artikulationsmuster und Zwecke des Beobachtens, Beschreibens, Verstehens und Erklärens ..." (SOEFFNER 1989, S.56f.; kursiv im Original B.L.). [16]

Liegt dem explorativen und systematisierenden Experteninterview eine eher positivistische Haltung und in der Folge ein objektivistisches Erkenntnisideal sowohl hinsichtlich der Datengenerierung als auch der Auswertung zugrunde, so geht das von BOGNER und MENZ (2005) im Anschluss an MEUSER und NAGEL (1991, 2005) sogenannte theoriegenerierende Experteninterview (beide in BOGNER et al. 2005) von der Annahme einer sozial-konstruktivistischen Herstellung von Wirklichkeit aus. Konsequenterweise ist dann auch Forschung als aktiver Prozess der Produktion von Bedeutungen und Relevanzen zu verstehen. Das theoriegenerierende Experteninterview verfolgt neben der Informationsgewinnung hinsichtlich einer Forschungsfrage wissenssoziologische Ziele. Dabei wird die Generierung, das Entstehen, Funktionieren, werden die Praktiken und die Inhalte des expliziten wie impliziten ExpertInnenwissens sowie seine Wirksamkeit zum Gegenstand der Forschung. Das ExpertInnenwissen wird dabei als analytisches Konstrukt begriffen, das sich abhängig von der Interviewstrategie in einer interaktiven Interviewsituation realisiert. Insofern ist das ExpertInnenwissen nicht ein ohnehin schon fertig geschnürtes Paket, das es nur noch abzuholen gilt, sondern eine sich erst im Interview konfigurierende Entäußerung unterschiedlicher Wissensbestände. Gemäß dieser sozial-konstruktivistisch orientierten Auffassung des (Experten-) Interviews handelt es sich nicht um eine "neutrale" Gesprächssituation, von der Interaktionseffekte (durch Geschlecht, Alter, Status usw.) möglichst auszuschließen sind.5) Diese Einflüsse sind nicht nur unvermeidbar, sondern sie sind, wie Erwartungen, Emotionen, Sympathie oder Antipathie u.a. konstituierende Bestandteile des (ExpertInnen-) Interviews (HELFFERICH 2004).6) Wie für alle anderen Interviewformen gilt auch im Experteninterview, dass die Befragten (und Fragenden) ihr Handeln (und Reden) an den jeweiligen situationsspezifischen Relevanzen ausrichten. [17]

3. Besonderheiten des Zugangs und der Gesprächsführung

Im Zentrum der Literatur zu Eliteinterviews wie auch zu Experteninterviews stehen oftmals das Sampling, die spezifischen Zugangsprobleme und Herausforderungen der Interviewführung (exemplarisch DEXTER 2006/1969; MOYSER & WAGSTAFFE 1987; VOGEL 1995; ODENDAHL & SHAW 2002; WELCH et al. 2002; LILLEKER 2003 sowie die Beiträge in BOGNER et al. 2005)7). [18]

3.1 Sampling

Problematisiert wird zunächst das Sampling. Dieses fügt sich keinen quantitativen Repräsentativitätsvorstellungen, da es keinen klar abgegrenzten ExpertInnen- oder Elite-Pool gibt, aus dem gemäß bestimmten Vorgaben auszuwählen wäre. Vielmehr ist der ExpertInnen- oder Elitestatus ein zugeschriebener, der vom jeweiligen Forschungsfeld und -interesse abhängt: "Der Expertenstatus wird in gewisser Weise vom Forscher verliehen, begrenzt auf eine spezifische Fragestellung" (MEUSER & NAGEL 2005, S.73). Geht es also etwa um Personalentscheidungen (z.B. Einstellungs- oder Entlassungspraktiken) in Unternehmen, werden Human Resource Manager, Personalvorstände oder GeschäftsführerInnen, aber evtl. auch VertreterInnen spezifischer Lobbygruppen (etwa Behindertenvertretungen) zu ExpertInnen. Geht es um das Zustandekommen, die Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse von bestimmten Gesetzen, werden die involvierten Beamten, Parteifunktionäre, GutachterInnen, ggf. VertreterInnen von Bürgerinitiativen usw. als ExpertInnen interviewt werden. In ähnlicher Weise, nämlich bezogen auf die jeweilige Forschungsfrage (in diesem Fall International Business), erläutern auch WELCH et al. (2002, S.613) die Zuschreibung des Elitenstatus zu bestimmten Personen. Ihr Interesse gilt vorrangig der langjährigen professionellen Erfahrungen von 90 Interviewten aus dem mittleren Management internationaler Unternehmen. Bemerkenswert an dieser Beschreibung ist die explizite Zuschreibung des Elitebegriffs zum mittleren Management und nicht zum Topmanagement, welches üblicherweise als Elitereservoir angesehen wird. Diese Ausweitung des Elitebegriffs betonen die Autorinnen deshalb, weil ihr Forschungsinteresse dem operationalen Geschäft galt, über das sie sich von den mittleren Führungsebenen mehr Kenntnisse erwarteten als von der oberen. Die Rekrutierung der konkreten InterviewpartnerInnen erfolgt in diesem Fall über Firmenbeschreibungen (inzwischen auf Homepages), Telefonverzeichnisse, mediale Berichterstattung, bereits vorliegende Studien und über das sog. Schneeballverfahren, also Empfehlungen von Befragten. Sie setzt bei der Frage nach der Beteiligung an bestimmten Prozessen (z.B. Gesetzgebung) eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Feld voraus, um keine wichtigen Personen auszulassen. Empfehlungen von Befragten können bei der Einschätzung der Wichtigkeit von bestimmten Personen hilfreich sein.8) In den Fällen, wo es um positionsgebundene Fragestellungen geht (z.B. mittleres Management von Großunternehmen) steht das theoretische Sampling (STRAUSS & CORBIN 1996; GLASER & STRAUSS 1998) als etabliertes Auswahlverfahren zur Verfügung. [19]

3.2 Zugangsprobleme

Es gehört zum Distinktionsrepertoire von Eliten, sich von Nicht-Eliten abzugrenzen, indem sie Zugangsbarrieren zu ihren Lebens- und Arbeitsbereichen errichten (HERTZ & IMBER 1995, S.viii). Hier ließe sich quasi die Regel formulieren, dass je höher der soziale Rang ist, umso schwieriger ist der Zugang.9) Dies gilt auch für hochrangige ExpertInnen, wie sie im vorliegenden Text definiert wurden (s.o.). Diese Zugangsbarrieren können sich in Form von SekretärInnen, persönlichen AssistentInnen und im Fall der wirtschaftlichen und politischen Topeliten in ganzen PR-Abteilungen personifizieren. Diese gilt es als erstes Hindernis gleichsam zu überwinden, indem Forschende sie von der Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit des Interviews mit dem avisierten Vorgesetzten überzeugen. Zugangsbarrieren können sich aber auch in Form von Zeitknappheit manifestieren, die die hochrangigen Personen zu einer strikten Zeitplanung und somit strikten Rangordnung von wichtigen und unwichtigen Terminen und Tätigkeiten nötigen (BRANDL & KLINGER 2006, S.47). Wissenschaftliche Forschung rangiert dabei nicht immer ganz oben, und da sich Interviewtermine für viel gefragte ExpertInnen durchaus häufen können, muss die Selektion noch sorgfältiger durchgeführt werden (IMBUSCH 2003, S.11f.). [20]

Gleichzeitig zu dieser Art von Abgrenzung pflegen Eliten Netzwerkkontakte zu Gleichgestellten. Sie zeichnen sich nach wie vor durch eine starke Tendenz zur sozialen Schließung und Homogenisierung aus, obwohl die Barrieren zu den Elitepositionen inzwischen durchlässiger geworden sind (HORNBOSTEL 2004, S.12; HARTMANN 2007). Gelingt es den Forschenden, erst einmal Zugang zu finden, so können sich die elitären Netzwerke als reichhaltiges wissenschaftliches Forschungsfeld erweisen. [21]

Zur Bewältigung der Zugangsprobleme lassen sich in der Literatur zum Experteninterview wie auch zum Eliteinterview eine Reihe strategischer Ratschläge finden. Sie setzen oftmals bei der Nutzung möglicher Motive der zu Befragenden für die Gesprächsanbahnung an. So verweisen BRANDL und KLINGER (2006) auf instrumentelle Interessen seitens dieser AdressatInnengruppe wie etwa die Hoffnung auf einen Zugewinn an nützlichen oder verwertbaren Informationen im Gespräch. Dieses Motiv kann genutzt werden, indem im Fall der Teilnahme am Interview ein schneller Zugang zu den Ergebnissen in Aussicht gestellt wird. Instrumentell ist auch das Motiv des möglichen Imagegewinns aufgrund der Kooperation mit einer renommierten Forschungseinrichtung. Befragte können aber auch unabhängig vom Projektgegenstand an einer Interviewteilnahme interessiert sein. Psychosoziale Motive wie der Mangel an kompetenten GesprächspartnerInnen oder Einsamkeit können hier zum Tragen kommen. Darüber hinaus kann auch Altruismus ein Motiv zur Interviewteilnahme sein, z.B. mit der Absicht, JungforscherInnen bei ihren wissenschaftlichen Vorhaben zu unterstützen oder generell zum wissenschaftlichen Fortschritt beitragen zu wollen. [22]

Zur Aufwertung des eigenen Status wird insbesondere Studierenden oder rangniedrigen WissenschaftlerInnen der gezielte Verweis auf die hervorragende Bedeutsamkeit des angestammten Forschungsinstituts, der forschungsfördernden Institution oder der supervidierenden ProfessorInnen empfohlen. Auch der Einsatz persönlicher Kontakte wird anempfohlen oder die Bezugnahme auf Gemeinsamkeiten mit den hochrangigen Befragten (z.B. Studium an der gleichen Universität, Herkunft aus der gleichen Stadt, usw.). [23]

3.3 Interviewführung

Experteninterviews wie auch Eliteinterviews zielen auf Wissensgenerierung für wissenschaftliche Zwecke, d.h., die Befragten sollen Auskünfte in Bezug auf ein spezifisches, forschungsrelevantes Thema geben. Das Interview ist offen und nicht-standardisiert, um den Befragten möglichst breiten Raum zur Entfaltung ihrer Sichtweisen zu geben. Entsprechend formulierte schon DEXTER 1969 seine Definition des Eliteinterviews:

"It is an interview with any interviewee – and stress should be placed on the word 'any' – who in terms of the current purposes if the interviewer is given special, nonstandardized treatment. By special, nonstandard treatment I mean:

  • stressing the interviewee' s definition of the situation,

  • encouraging the interviewee to structure an account of the situation,

letting the interviewee introduce to a considerable extent (an extent which will of course vary from project to project and interviewer to interviewer) his notion of what he regards as relevant, instead of relying upon the investigator's notions of relevance" (DEXTER 2006/1969, S.18). [24]

Seitens der Interviewenden wird zumeist ein flexibel zu handhabender Leitfaden benutzt, der die relevanten Fragestellungen auflistet. ExpertInnen und Eliten sind es in der Regel gewohnt, über ihre Fachgebiete zu reden, ihr Wissen – durchaus auch in strategischer Absicht – anderen darzulegen. Führungskräfte lassen sich auch nur ungern Vorschriften machen, eher neigen sie dazu, andere zu testen. Dies verlangt den Interviewenden mehrere Fähigkeiten ab: Hierzu gehört zum einen eine möglichst große Flexibilität gegenüber der Gesprächsführung des Gegenübers, ohne dabei das eigene Informationsinteresse aus den Augen zu verlieren. Zum anderen müssen sich Interviewende als kompetente GesprächspartnerInnen erweisen. Letzteres hat Michaela PFADENHAUER (2005) treffend als "reden auf gleicher Augenhöhe" bezeichnet. D.h., die Interviewenden müssen sich bisweilen schon im Vorgespräch als Quasi-ExpertInnen präsentieren, als kompetente GesprächspartnerInnen, denen das Fachgebiet des Experten/der Expertin vertraut ist. Quasi-Expertentum als anstrebenswertes Interaktionsmodell bedeutet für den Interviewer bzw. die Interviewerin eine intensive Vorbereitung auf das Gespräch, so dass er oder sie Fachkenntnisse und nicht zuletzt das Fachvokabular beherrscht und über Insiderkenntnisse verfügt. Bis zu einem gewissen Grad lassen sich dadurch Statusdifferenzen zwischen Interviewenden und Befragten begegnen, die das Interesse der Interviewten am Gespräch mindern könnten. [25]

BOGNER und MENZ (2005, S.60ff.) haben allerdings darauf hingewiesen, dass die Befragten die Interviewenden unterschiedlich wahrnehmen können und dass vorhandene Statusdifferenzen im Gespräch nicht notwendigerweise von Nachteil sein müssen. So können Befragte InterviewerInnen folgenden Typen zurechnen, indem sie wahrgenommen werden als:

  • "Co-Experte" oder ExpertInnen aus einer anderen Wissenskultur,

  • Laie,

  • Autorität,

  • KomplizInnen,

  • potenzielle KritikerInnen. [26]

Jede Zuordnung hat hinsichtlich der Gesprächsführung Vor- und Nachteile, die durch entsprechende strategische Interventionen verstärkt bzw. verringert werden können.10) Gleiches gilt – obwohl in der methodischen Eliteliteratur nicht so ausgeführt – auch für das Interviewen von professionalisierten Eliten, die – so wird im folgenden Resümee noch ausführlicher argumentiert werden – als hochrangige ExpertInnen angesehen werden können. [27]

4. Resümee und Schlussfolgerungen

Was lässt sich aus den bisherigen Ausführungen nun über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des ExpertInnen- und Eliteinterviews festhalten? [28]

Auf einer methodisch-praktischen Ebene werden in der relevanten Literatur die gleichen Probleme diskutiert. Unter den Gesichtspunkten des Feldzugangs und der Interaktionssituation im Interview lassen sich keine systematischen Unterschiede feststellen. Auch hinsichtlich der AdressatInnengruppe unterscheiden sich ExpertInnen- und Eliteinterviews nicht grundlegend voneinander. Vielmehr überschneiden sich der Expertenbegriff und Elitebegriff hinsichtlich zweier zentraler Kriterien: dem Wissen und der Macht, über die sie verfügen können. Zugleich sind diese beiden Kriterien, wie im Folgenden argumentiert werden soll, aber auch entscheidend für die Abgrenzung von Eliten und ExpertInnen. [29]

BOGNER und MENZ (2005, S.40f.) unterscheiden und diskutieren einen voluntaristischen, konstruktivistischen und wissenssoziologischen Begriff des Experten (vgl. dazu auch HITZLER, HONER & MAEDER 1994). Folgt man der Argumentation von BOGNER und MENZ (2005), so genügt zur Bestimmung des ExpertInnenbegriffs nicht allein ein spezifischer Wissensbestand. Über derartiges Spezial- oder Sonderwissen verfügen in einem wissenssoziologischen Verständnis professionelle oder berufliche ExpertInnen. Walter SPRONDEL (1979) spricht von ExpertInnen, wenn Personen fachliches und berufsbezogenes Sonderwissen haben. Dies formuliert er in Abgrenzung zu spezialisierten Laien, die auch über Sonderwissen, allerdings nicht berufsbezogenes verfügen können (z.B. Hobby-Heimwerker oder Sportamateure). Zur besseren sprachlichen Unterscheidung ist im Falle der berufsbezogenen Expertise von SpezialistInnen zu sprechen (HITZLER 2004, S.21f.). In Abgrenzung dazu verfügen ExpertInnen über ein spezifisches Wissen hinaus wenigstens prinzipiell über die Möglichkeit, dass ihr Wissen auch praktisch wirksam wird und so den Handlungsspielraum anderer Akteure maßgeblich beeinflusst. Zugleich grenzt sich dieses Verständnis von einem voluntaristischen ExpertInnenbegriff ab, nach dem jede/r Expert/in des eigenen Lebens ist. Nach dieser Auffassung, ist prinzipiell jeder Mensch als Experte/in anzusehen (so GLÄSER & LAUDEL 2004). Ein derart weiter ExpertInnenbegriff verwischt aber bestehende Wissensunterschiede und nivelliert soziale Statusdifferenzen. Darüber hinaus wirft dieses weite ExpertInnenverständnis methodische Fragen auf. Wenn konsequenterweise dann jedes Interview ein Experteninterview wäre, worin besteht der Unterschied zum narrativen, biografischen, fokussierten, themenzentrierten usw. Interview? [30]

Für die Unterscheidung von Experten und- Eliteinterviews lassen sich aus diesen Überlegungen folgende Schlussfolgerungen ziehen: Steht das ExpertInnenwissen, verstanden als Deutungs- und Handlungswissen bezogen auf ein spezielles berufliches oder professionelles Handlungsfeld, im Zentrum des Forschungsinteresses, so handelt es sich um ein Experteninterview (BOGNER & MENZ 2005, S.46). Von ExpertInnen soll aber nur dann die Rede sein, wenn sie auch über eine gewisse Macht verfügen. Diese vage Formulierung erlaubt es, den ExpertInnenbegriff nicht nur auf die höchsten EntscheidungsträgerInnen in Wirtschaft, Politik und Verwaltung, also die Eliten zu beschränken (MEUSER & NAGEL 2005). Zugleich ermöglicht er, ExpertInnen gegenüber Spezialisten und (spezialisierten) Laien abzugrenzen. [31]

Zur weiteren Unterscheidung von Eliten und ExpertInnen ist eine Differenzierung des Machtbegriffs notwendig: ExpertInnen können über Gestaltungsmacht und/oder Deutungsmacht verfügen (BOGNER 2005, S.201f.). Folgt man BOGNER, so heißt Gestaltungsmacht, Autorität darüber zu haben, sozial verbindliche Problemdefinitionen und Problemlösungen vorgeben zu können. Dies kann sich sowohl auf individuelle Entscheidungen im unmittelbaren professionellen oder beruflichen Umfeld beziehen (z.B. im Falle ärztlicher Direktiven oder Dienstanweisungen) als auch generell auf gesellschaftliche Steuerungsprobleme (z.B. die Anordnung verpflichtender Massen-Screenings oder allgemein der Erlass gesetzlicher Verordnungen). Deutungsmacht dagegen "bezeichnet die Möglichkeit des Experten, die für die Interpretation von Phänomenen, die Legitimation von Entscheidungen und damit letztlich für die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit bestimmten Phänomenen maßgeblichen Begriffe und Konzepte zu liefern und durchzusetzen" (BOGNER 2005, S.201f.). Beispielhaft bezieht sich der Autor auf die Pränataldiagnostik, bei der medizinisches Fachwissen legitimer Weise als relevant für die Auseinandersetzung mit Behinderung angesehen wird. Darüber hinaus ist dieses Fachwissen etwa in der genetischen Beratung maßgeblich für die Entscheidungsfindung, indem es als die zentrale Orientierungsleitlinie fungiert. Die Ausdifferenzierung verschiedener Formen von Machtausübung ist schließlich, so soll nun argumentiert werden, für die Unterscheidung von ExpertInnen und Eliten relevant. Demnach verfügen Eliten über mehr Gestaltungsmacht, weil sie die höheren Entscheidungspositionen innehaben, die diese Art von Machtausübung legitimiert. Sie verfügen aber nicht notwendigerweise über maßgebliche Deutungsmacht "in dem hier skizzierten Verständnis[,] also die Tatsache, dass die Experten sich die Möglichkeit geschaffen haben, mit ihren Begriffen, Konzepten und Relevanzen für Entscheidungs- und Aushandlungsprozesse sinnstiftend [zu] werden" (BOGNER 2005, S.201f.). Deutungsmacht üben in viel höherem Maß sog. "Wissensarbeiter" aus, die allerdings nicht notwendigerweise über große Gestaltungsmacht verfügen müssen (WILLKE 1998). [32]

Abbildung 1 illustriert die beschriebenen Unterschiede hinsichtlich des Wissens und der Machtkompetenzen zwischen spezialisierten Laien, Spezialisten, ExpertInnen und Eliten.



Abbildung 1: Zur Unterscheidung des ExpertInnen- und Elitebegriffs [33]

Fasst man die vorgestellten Überlegungen unter Beantwortung der Titelfrage zusammen, so lässt sich sagen: Ja, es gibt Unterschiede zwischen Interviews mit Eliten und Interviews mit ExpertInnen, aber … – es gibt auch Gemeinsamkeiten. [34]

Interviews mit Eliten können, müssen aber nicht Experteninterviews sein. ExpertInnen, die durch ihr berufliches oder professionelles Wissen und ihre Entscheidungskompetenz definiert sind, können, müssen aber nicht Angehörige einer Elite sein. Dies hängt vom Ausmaß der Machtbefugnisse (im Sinne von Gestaltungsmacht) ab. Letztlich muss sich die Entscheidung darüber, ob es sich um ein Experteninterview handelt, aber am jeweiligen Erkenntnisinteresse orientieren. Wenn es um die Erforschung von professionellem oder beruflichem, explizitem wie implizitem Deutungs-, Handlungs- und Prozesswissen geht, sind ExpertInnen (auch elitäre) gefragt. Wenn Fragestellungen der Eliteforschung im Zentrum stehen, also solche nach der Zugehörigkeit, der (Re-) Produktion, der Karriereverläufe, der gesellschaftlichen Macht, des Lebensstils, der Denkmuster von Eliten usw. (vgl. WASNER 2004), werden (neben anderen Daten) fokussierte, biografische, themenzentrierte usw. Interviews mit Repräsentanten der Elite zur Anwendung kommen (MEY, CISNEROS & FAUX 2004). Die Eliteforschung ist in vielen Fällen mit ähnlichen methodischen Problemen konfrontiert, wie sie weiter oben auch für das Interviewen von ExpertInnen beschrieben worden sind. Sofern es sich um ExpertInnen aus den elitären Sphären handelt, werden die Zugangsprobleme erheblich sein.11) [35]

Auch bedarf das Interview sorgfältiger Vorbereitung seitens der Interviewenden: der Ausarbeitung eines Leitfadens und der umfangreichen Wissensaneignung über die jeweiligen Fachgebiete, um sich als kompetenter Gesprächspartner/als kompetente Gesprächspartnerin zu erweisen. Für das Gelingen des Interviews ist letzteres vermutlich im Falle von ExpertInnen mit hoher Deutungsmacht besonders wichtig. [36]

Angemerkt sei noch, dass der Frage der Auswertung weder in der Literatur zu Experteninterviews noch zu den Eliteinterviews viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Beim Eliteinterview stehen Fragen der Datengenerierung im Zentrum. MEUSER und NAGEL (1991, 2005) präsentieren sehr knapp für das theoriegenerierende Experteninterview ein sechsschrittiges Auswertungsverfahren. GLÄSER und LAUDEL (2004) beziehen sich hinsichtlich der Auswertung auf die MAYRING'sche Inhaltsanalyse (MAYRING 2000). Die Beiträge im Band von MARTENS und RITTER (2008), die ExpertInnen am Telefon mit Hilfe eines standardisierten, computerunterstützten Erhebungsinstruments (CATI) befragen wollen, konzentrieren sich ebenfalls auf die Generierung von Daten. Die Auswertung von Experteninterviews ist also längst noch nicht umfassend methodologisch und methodisch reflektiert worden. Weitere Arbeiten dazu stehen noch aus. Die oben vorgestellten Unterscheidungen zwischen explorativen, systematisierenden und theoriegenerierenden Interviews mit ExpertInnen sowie die Unterscheidung zwischen einem eher positivistischen und interpretativ-hermeneutischen Zugang könnten dafür grundlegende Leitlinien darstellen. [37]

Danksagung

Ich bedanke mich bei den TeilnehmerInnen des von mir geleiteten Kurses "Interviewing Experts" im Rahmen der methodischen Summerschool des ECPR (European Consortium for Political Research) in Kooperation mit der Universität Ljubljana in den Jahren 2006 und 2007 für die anregenden Diskussionen zum Vergleich von ExpertInnen- und Eliteinterviews.

Anmerkungen

1) Die Neuauflage des Buches "Elite and Specialized Interviewing" des Politikwissenschaftlers L.A. DEXTER, das zuerst 1969 erschienen ist, besorgte das European Consortium for Political Research (ECPR) 2006 in der Reihe ECPR Classics im Eigenverlag. Das essayartige Buch hat die englischsprachige Methodendiskussion zum Eliteinterview maßgeblich beeinflusst. Viele Ausführungen DEXTERs sind trotz der inzwischen größeren Differenziertheit der Methodendiskussion nach wie vor gültig. Insofern ist das Buch zu Recht als Klassiker zu bezeichnen (vgl. LITTIG 2008). <zurück>

2) Eine populäre Definition spricht von Eliten als "group in society considered to be superior because of the power, talent privileges etc. of its members" (HORNBY, COWIE & GIMSON 1983, S.280). In der soziologischen Eliteforschung hingegen ist der Elitebegriff an die gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Einflussnahme sowie an die Position gebunden (HARTMANN 2007, S.18; WASNER 2004). Die Bindung des Elitestatus an ein bestimmtes Amt oder eine Position (und nicht an die Person) sorgt für die Kontinuität der Machtausübung von SpitzenpolitikerInnen oder TopmanagerInnen oder hohen WirtschaftsfunktionärInnen. Insofern sind entgegen der Alltagsauffassung KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, SportlerInnen, Pop- oder Filmstars oder andere Prominente nicht der Elite zurechenbar. BUDE betont (im Gegensatz zu HARTMANN), dass unter der Bedingung einer notwendigen Leistungsqualifikation auch der Elitebegriff weiter zu fassen ist: "Zur deutschen Elite gehören der Vorstandsvorsitzende von Daimler Chrysler genauso wie die Vorsitzende des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages, der Feuilletonherausgeber der FAZ genauso wie der Unterhaltungschef von SAT1, Günter Grass genauso wie Franz Beckenbauer" (BUDE 2004, S.300f.). <zurück>

3) Der Artikel von 1991 mit dem Titel "ExpertInneninterviews – vielfach erprobt, wenig bedacht" ist wiederabgedruckt in BOGNER, LITTIG und MENZ (2005). Erst etwa zehn Jahre später kam diese von MEUSER und NAGEL getroffene Feststellung in Bewegung (vgl. den Sammelband zum Experteninterview von BOGNER et al. 2005, der zuerst 2002 erschien; s.a. GLÄSER & LAUDEL 2004). <zurück>

4) Die Beiträge in dem Sammelband von HITZLER, HONER und MAEDER (1994) diskutieren den Expertenbegriff und dessen Abgrenzungen vom Spezialisten und Laien ausführlich aus einer wissenssoziologischen Perspektive (vgl. auch BOGNER & MENZ 2005, S.40f.). MIEG und BRUNNER (2004) diskutieren darüber hinaus noch verschiedene kognitionspsychologische Expertenbegriffe. <zurück>

5) Zur Bedeutung der Kategorie Geschlecht im Experteninterview vgl. LITTIG (2005) sowie ABELS und BEHRENS (2005). <zurück>

6) Sie können sogar als Ressource für die Interviewführung genutzt werden (vgl. verschiedene Beiträge in BOGNER et al. 2005). Vgl. dazu auch den folgenden Abschnitt. <zurück>

7) Im Fall des Eliteinterviews handelt es sich dabei nicht selten um essayartige Erfahrungsberichte aus der Forschungspraxis, die auch Hinweise darauf beinhalten, wie diesen Schwierigkeiten begegnet werden kann (explizit DEXTER 2006/1969, aber auch LILLELKER 2003; RICHARDS 1996). <zurück>

8) Die Tatsache, dass hochrangige ExpertInnen und Eliten oftmals exponierte Positionen innehaben, erschwert oftmals die Anonymisierung der Interviews. Anonymität und eine vertrauliche Behandlung der Interviewinhalte sollte dennoch zugesichert und nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Befragten aufgehoben werden. So warnte schon DEXTER vor mehr als 30 Jahren vor der nicht autorisierten Benutzung von Interviewmaterial in Lehrveranstaltungen (DEXTER 2006/1969, Kapitel 2). <zurück>

9) Eine fast umgekehrte Regel könnte man für die Nicht-Eliten aufstellen: Je niedriger der soziale Status, um so leichter der Feldzugang, auch wenn Vertrauensherstellung auch dort nicht immer einfach ist. Möglicherweise sind u.a. deshalb die Lebensbedingungen der Armen sozialwissenschaftlich so viel besser erforscht als die der Reichen. <zurück>

10) ABELS und BEHRENS (2005) haben Vergleichbares für geschlechter-differenzierende Interaktionseffekte festgestellt. <zurück>

11) Es ist jedenfalls grundsätzlich hinsichtlich der Forschungsfragen abzuwägen, ob der Aufwand, der getrieben werden muss, um überhaupt einen Interviewtermin zu bekommen, wirklich lohnt. Möglicherweise ist ein Interview mit VertreterInnen der unteren Hierarchieebene ertragreicher. <zurück>

Literatur

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Zur Autorin

Beate LITTIG ist Soziologin. Sie ist Abteilungsleiterin der Soziologie am Institut für Höhere Studien in Wien und Universitätsdozentin an der Universität Wien. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind im Bereich qualitativer Forschungsmethoden, der Gender Studies sowie sozialwissenschaftlicher Umwelt- und Technikforschung anzusiedeln (u.a. Umweltbewusstsein und umweltbewusstes Handeln, Sustainable Development, zukunftsfähige Arbeit, Gender und Ökologie, neue Biotechnologien und Ethik).

Kontakt:

Univ. Doz. Dr. Beate Littig

Institut für Höhere Studien
Abteilung Soziologie
Stumpergasse 56
A-1060 Wien

Tel: ++43-1-59991-215

E-Mail: littig@ihs.ac.at

Zitation

Littig, Beate (2008). Interviews mit Eliten – Interviews mit ExpertInnen: Gibt es Unterschiede? [37 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 9(3), Art. 16, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803161.



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