Volume 7, No. 2, Art. 32 – März 2006

Rezension:

Katja Koch

Appendix II zu: Norbert Dittmar (2004). Transkription. Ein Leitfaden mit Aufgaben für Studenten, Forscher und Laien (2. Auflage) (Reihe Qualitative Sozialforschung – Band 10). VS Verlag für Sozialwissenschaften, 256 Seiten, ISBN 3-8100-3902-0, EUR 12,90

Die 2004 erschienene zweite Auflage des Buches "Transkription. Ein Leitfaden mit Aufgaben für Studenten, Forscher und Laien" enthält inhaltlich kaum Veränderungen im Vergleich zur ersten Auflage (vgl. KOCH 2003a). Die Erstauflage (DITTMAR 2002) wurde nach massiver Kritik in der Online-Zeitschrift Gesprächsforschung (insbesondere durch BRÜNNER 2002, SCHNEIDER 2002, SELTING 2002) kurz nach ihrem Erscheinen wieder vom Markt genommen (KOCH 2003b). [1]

In der vorliegenden Zweitauflage wurden nun u.a. die groben Fehler verbessert, die bei der Darstellung der Systeme HIAT (Kapitel 5.4) und GAT (Kapitel 5.7) unterlaufen waren, sowie die zahlreichen Rechtschreibfehler, die in der ersten Auflage aufgetreten waren. Inhaltlich erweitert wurde Kapitel 7 ("Die Arbeit mit Transkriptionen und die elektronische Datenverarbeitung"), indem die von SCHNEIDER (2002) formulierten Kritikpunkte, wie z.B. die zu skizzenhafte Darstellung und eine unpräzise Terminologie bei der Beschreibung der computergestützten Aufbereitung von Daten aufgegriffen und zumeist in Form von Fußnoten eingearbeitet wurden. Neu in den ursprünglichen Text integriert wurde zudem ein Kapitel über das System EXMARaLDA, das in der ersten Version lediglich kurze Erwähnung gefunden hatte. Das Besondere bei diesem Transkriptionssystem im Partiturdesign, das im Kontext des Sonderforschungsbereichs "Mehrsprachigkeit" an der Universität Hamburg entwickelt wurde, ist, dass die Daten in eine Reihe von Präsentationsformaten überführt werden können und eine direkte Arbeit mit den meisten gängigen Transkriptionssystemen (wie z.B. HIAT und CHAT) möglich ist (nähere Informationen unter http://www1.uni-hamburg.de/exmaralda/). [2]

Auch wenn sich in der zweiten Auflage inhaltlich wenig Neues findet, macht diese im Vergleich zur ersten Auflage einen solideren Eindruck. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass DITTMAR wie bereits erwähnt die in der ersten Auflage gehäuft auftretenden Rechtschreibfehler korrigiert und bei den Transkriptionsbeispielen eine übersichtlichere Schriftart gewählt hat. Ärgerlich ist jedoch, dass DITTMAR es bei der Überarbeitung des zentralen 5. Kapitels versäumt hat, die Überschriften zu systematisieren und so den Lehrbuchcharakter des Buches deutlicher hervorzuheben (vgl. hierzu KOCH 2003a, Abs. 21). [3]

Dennoch lässt sich meine in der ersten Rezension geäußerte Empfehlung für das Buch in der Zweitauflage aufrechterhalten. Denn insbesondere bleibt zu würdigen, dass

  • die Lesenden einen umfassenden Überblick über unterschiedliche Transkriptionssysteme und deren Vor- und Nachteile erhalten,

  • das Buch dazu anregt, sich mit dem Phänomen Sprache auseinander zusetzen und

  • sich am Ende jedes Kapitels Aufgaben finden, die zum Selbst- und Weiterstudium anregen. [4]

Literatur

Brünner, Gisela (2002). Kritische Stellungnahme zur Darstellung des Systems HIAT in Norbert Dittmars Buch "Transkription". Gesprächsforschung – Online-Zeitschrift zur verbalen Interaktion, 3, 29-32. Verfügbar über: http://www.gespraechsforschung-ozs.de/heft2002/ko-bruenner.pdf [Zugriff: 07.05.2003].

Koch, Katja (2003, Januar). Rezension zu: Norbert Dittmar (2002). Transkription. Ein Leitfaden mit Aufgaben für Studenten, Forscher und Laien [22 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 4(1). Verfügbar über: http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/1-03/1-03review-koch-d.htm [Zugriff: 17.02.2006].

Koch, Katja (2003, Mai). Appendix zur Rezension: Norbert Dittmar (2002). Transkription. Ein Leitfaden mit Aufgaben für Studenten, Forscher und Laien [3 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 4(1). Verfügbar über: http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-03/2-03review-koch-app-d.htm [Zugriff: 17.02.2006]

Schneider, Wolfgang (2002). Kritische Stellungnahme zur Darstellung DV-technischer Aspekte in Norbert Dittmars Buch "Transkription". Gesprächsforschung – Online-Zeitschrift zur verbalen Interaktion, 3, 38-43. Verfügbar über: http://www.gespraechsforschung-ozs.de/heft2002/ko-schneider.pdf [Zugriff: 07.05.2003]

Selting, Margret (2002). Kritische Stellungnahme zur Darstellung des Systems GAT in Norbert Dittmars Buch "Transkription". Gesprächsforschung – Online-Zeitschrift zur verbalen Interaktion, 3, 33-37. Verfügbar über: http://www.gespraechsforschung-ozs.de/heft2002/ko-selting.pdf [Zugriff: 07.05.2003].

Zur Autorin

Katja KOCH, Dr. phil., Promotion 2001 zum Thema "Der Übergang in die Sekundarstufe aus Lehrersicht", anschließend Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt "Familiale Bildungsstrategien als Mehrgenerationenprojekt. Bildungs- und kulturbezogene Austauschprozesse zwischen Großeltern, Eltern und Enkeln in unterschiedlichen Familienkulturen", seit Oktober 2001 Wissenschaftliche Assistentin am Pädagogischen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen, Arbeitschwerpunkte: Empirische Schul- und Bildungsforschung, Schulentwicklung, Methoden der empirischen Sozialforschung. Katja KOCH hat neben der Rezension zu Norbert Dittmar (2002). Transkription und dem dazu gehörigen Appendix 1 in FQS eine Rezension zu Berufserfolg als individuelles Projekt veröffentlicht.

Kontakt:

 Dr. Katja Koch

Pädagogisches Seminar der Georg-August-Universität Göttingen
Baurat-Gerber-Str.4/6
D-37075 Göttingen

Tel. 0551/39-9449

E-Mail: Katja.Koch@so-wiss.uni-goettingen.de

Zitation

Koch, Katja (2006, März). Appendix II zur Rezension: Norbert Dittmar (2002). Transkription. Ein Leitfaden mit Aufgaben für Studenten, Forscher und Laien [4 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 7(2), Art. 33, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0602339.



Copyright (c) 2006 Katja Koch

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