Volume 7, No. 2, Art. 1 – März 2006

Rezension:

Heiner Legewie

Jörg Strübing (2004). Grounded Theory. Zur sozialtheoretischen und epistemologischen Fundierung des Verfahrens der empirisch begründeten Theoriebildung (Reihe: Qualitative Sozialforschung Bd. 15). VS Verlag für Sozialwissenschaften, 106 Seiten, 5 Abbildungen, ISBN 3-8100-3963-2, EUR 12,90

Zusammenfassung: Das von STRÜBING vorgelegte Textbuch bietet eine gut lesbare Einführung in den vom amerikanischen Pragmatismus geprägten wissenschaftstheoretischen Hintergrund der Grounded Theory in der Ausformulierung von STRAUSS bzw. STRAUSS und CORBIN, wobei es STRÜBING vor allem um das pragmatistische Realitäts- und Theorieverständnis und um eine Diskussion des Zusammenwirkens von Abduktion, Induktion und Deduktion in der inkrementell-iterativen Theorieentwicklung geht. In eigenen Kapiteln diskutiert STRÜBING den unterschiedlichen wissenschaftstheoretischen Hintergrund der Grounded-Theory-Versionen von GLASER und die Grundlagen der Qualitätssicherung von Grounded-Theory-Studien.

Keywords: Grounded Theory, Wissenschaftstheorie, Pragmatismus, Glasers Kritik an Strauss und Corbin, Gütekriterien

Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkung

2. Zielsetzung

3. Was ist Grounded Theory?

4. Pragmatistische Grundlagen

5. Der Theoriebegriff der Grounded Theory

7. Was ist "gute" Grounded Theory?

8. Fazit

Literatur

Zum Autor

Zitation

 

1. Vorbemerkung

In der Einleitung zu seinem neuen Buch schreibt STRÜBING (2004, S.11f.): "Harry Herrmanns, Heine [?] Legewie und Bernd Schnettler … haben sich unermüdlich durch Rohversionen des vorliegenden Textes gekämpft und mich auf alle seine Unzulänglichkeiten hingewiesen – doch ich fürchte, es ist mir nicht gelungen, sie alle zu beseitigen". Als Rezensent eben dieses Buches möchte ich vorab klarstellen, dass ich das Manuskript in einer "vorletzten" Version zunächst nur selektiv gelesen und dem Autor lediglich ein paar unbedeutende Anregungen gegeben habe. Ich fühle mich deshalb in Bezug auf den Inhalt sowohl "unschuldig" als auch unparteilich. [1]

2. Zielsetzung

Einleitend begründet STRÜBING sein Anliegen einer wissenschaftstheoretischen – oder wie es im etwas sperrigen Untertitel heißt: "sozialtheoretischen und epistemologischen" – Fundierung der Grounded Theory. Es geht dem Autor jedoch nicht um eine ambitionierte Monographie zum wissenschaftstheoretischen Hintergrund der STRAUSSschen Grounded Theory (die hat STRÜBING 2005 ebenfalls vorgelegt), sondern um einen lehrbuchartigen Einführungstext, der an seiner Nützlichkeit für Einsteiger zu messen sein wird. [2]

Die Grounded Theory ist in den letzten Jahrzehnten nicht nur zu einem der am weitesten verbreiteten Verfahren qualitativer Sozialforschung geworden, sondern die Zahl der sich auf dieses Verfahren mit zweifelhafter Berechtigung berufenden Studien dürfte die Zahl "seriöser" Grounded-Theory-Studien bei weitem übertreffen. Hinzu kommt, dass das Verfahren seit der Erstveröffentlichung von "The Discovery of Grounded Theory" (GLASER & STRAUSS 1967, deutsch 1998) von den beiden Autoren in unterschiedlicher Weise weiter entwickelt wurde: STRÜBING unterscheidet

"zwei Varianten dieses Verfahrens, eine pragmatistisch inspirierte von Anselm Strauss, die er teilweise allein, teilweise mit Juliet Corbin in ihren praktischen Dimensionen ausgearbeitet hat, sowie eine – wie [STRÜBING] es nennen würde – empiristische Variante von Barney Glaser, die dieser nach 'Theoretical Sensitivity' vor allem in dem sehr polemischen und Strauss-kritischen Buch Emergence vs. Forcing (1992) und dann aktuell in Doing grounded theory (1998) postuliert hat" (S.8). [3]

Nachdem es in deutscher Sprache an praktischen Einführungen in die Grounded Theory STRAUSSscher Prägung nicht fehlt (s. STRAUSS 1991, STRAUSS & CORBIN 1990, deutsch 1996, BREUER 1996, BRÜSEMEISTER 2000), hat sich STRÜBING das Ziel gesetzt, deren erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Grundlagen darzustellen und aus dieser Fundierung angemessene Qualitätskriterien für Grounded-Theory-Studien abzuleiten. [4]

3. Was ist Grounded Theory?

Grounded Theory bezeichnet eine Methode oder besser einen Forschungsstil zur Entdeckung von in Daten gegründeten Theorien. Nach STRÜBING bezieht der Name Grounded Theory "seine Doppeldeutigkeit daraus …, dass es die zentrale Qualität der mit dem Verfahren zu erarbeitenden Theorien zugleich zum Namen für das Verfahren selbst erhebt" (S.13). Im 1. Kapitel gibt STRÜBING eine Übersicht über die wichtigsten Charakteristika der Grounded Theory, die ich im Folgenden kurz zusammenfasse. [5]

Als Soziologe, der sich Zeit seines Lebens mit Arbeitsprozessen beschäftigt hat, charakterisiert STRAUSS auch die Forschungstätigkeit als Arbeit, deren Ergebnisse nicht nur vom Befolgen von Regeln, sondern auch von der Kreativität und Kompetenz, d.h. von der Kunstfertigkeit der Forschenden abhängen. Im Gegensatz zur traditionellen Auffassung eines sequenziellen Vorgehens, in dem Planung, Datenerhebung, Datenanalyse und Theoriebildung getrennte Arbeitsphasen darstellen, betont die Grounded Theory die zeitliche Parallelität und funktionale Abhängigkeit von Datenerhebung, -analyse und Theoriebildung als ständiger Wechsel zwischen Handeln (Datenerhebung) und Reflexion (Datenanalyse und Theoriebildung): Die Analyse und Theoriebildung beginnt mit den ersten erhobenen Daten, vorläufige Ergebnisse dienen der fortlaufenden Präzisierung der Fragestellung und steuern über das Theoretical Sampling auch die Auswahl der weiteren zu erhebenden Daten und deren Analyse. Wissenschaftliche Theorien sind danach keine statischen Modelle der untersuchten Wirklichkeit, sondern Arbeitsprodukte, die aus der Wechselbeziehung zwischen dem Forschungsteam und dem jeweiligen Forschungsgegenstand konstruiert werden und damit immer auch subjektiv geprägt sind. [6]

Forschende beginnen nicht mit theoretisch abgeleiteten Hypothesen über ihren Gegenstand, sondern sie nutzen ihre Annahmen und Vorkenntnisse in Form sensibilisierender Konzepte, die helfen sollen, die Wahrnehmung und die Datenauswahl und -analyse zu strukturieren. Wichtiges Erkenntnismittel ist die Methode des ständigen Vergleichens von kontrastierenden Phänomenen. Durch sukzessive gezielte Datenerhebung im Verlauf des Prozesses werden vorläufige Konzepte entwickelt und schrittweise präzisiert. Das erfordert in allen Stadien ein Pendeln zwischen Datenerhebung und Datenanalyse, bis schließlich eine "datengegründete Theorie" (Gounded Theory) Gestalt annimmt. [7]

Kernstück der Methode bildet das theoretische Kodieren, eine zugleich systematische und kreative Methode der Textinterpretation durch Sinnverstehen. Die zu untersuchenden Phänomene werden in den Daten als Indikatoren "eingefangen" (z.B. Interviewpassagen, Feldnotizen, Dokumente oder auch Statistiken, die sich auf ein bestimmtes soziales Ereignis beziehen) und mit Hilfe des theoretischen Kodierens "auf den Begriff gebracht" (Indikator-Konzept-Modell). Theoretisches Kodieren erschöpft sich nicht in der simplen Verschlagwortung von Textpassagen. Es ist wichtig, nicht auf deskriptiver Ebene stehen zu bleiben: Der vordergründige Inhalt wird vielmehr durch theoriegenerierende Fragen zum untersuchten Phänomen (was, wer, wie, weswegen, wozu?) "aufgebrochen". Die Arbeit beginnt mit offenem Kodieren, durch das neue theoretische Konzepte entdeckt und benannt werden. Später wird das Kodieren zunehmend gezielter, wobei es um die Beziehungen zwischen den Konzepten (axiales Kodieren) und die Zentrierung auf eine Kernkategorie geht (selektives Kodieren). [8]

Während des Kodierens halten die Interpret(inn)en ihre Einfälle und Überlegungen zu den Kodes und zur sich entwickelnden Theorie fortlaufend in theoretischen Memos fest. Das Schreiben der Memos dient nicht nur der fortlaufenden Aufstellung und Überprüfung von Ad-hoc-Hypothesen, sondern unterstützt auch den für die Intersubjektivität der Interpretation erforderlichen Diskurs im Forschungsteam. [9]

Mit Hilfe der Methode des Theoretical Sampling werden aus der sich entwickelnden Theorie Ad-hoc-Hypothesen für die gezielte Erhebung und Analyse weiterer Daten abgeleitet. Das Prinzip der Zufallsstichprobe wird somit ersetzt durch die hypothesengeleitete Erfassung möglichst unterschiedlicher Phänomene. Damit wird sichergestellt, dass die untersuchten Phänomene in ihrer ganzen Vielfalt – einschließlich atypischer Fälle – in den Daten repräsentiert sind. [10]

Nach dem Sättigungsprinzip werden Datenerhebung und -analyse so lange fortgesetzt, bis keine neuen theorierelevanten Gesichtspunkte mehr auftauchen. Es handelt sich hierbei um ein pragmatisches Abbruchkriterium: Die angestrebte Präzision muss von der Fragestellung und vom jeweils vertretbaren Forschungsaufwand abhängig gemacht werden. [11]

STRÜBING gibt hier auf 20 Seiten eine gute Einführung in die wichtigsten Konzepte der Grounded Theory, wobei er zu Recht betont, dass diese Einführung als konkrete Handlungsanleitung unzureichend ist. [12]

4. Pragmatistische Grundlagen

Ein wesentliches Anliegen von STRÜBING ist es, die wissenschaftstheoretischen Wurzen der Grounded Theory in der Philosophie des Pragmatismus herauszuarbeiten, wobei den Arbeiten von John DEWEY (1938) und Charles S. PEIRCE (1991) eine entscheidende Bedeutung zukommt. [13]

Ausgangspunkte von STRÜBINGs Darstellung sind das Verständnis von Realität und die Beziehung zwischen Realität und Erkenntnis bzw. Theorie. Anders als im kritischen Rationalismus wird Realität nicht einfach als außerhalb der Erkenntnis ("out there") vorgegeben angesehen. Nach der pragmatistischen Auffassung "entsteht 'unsere Realität' in der tätigen Auseinandersetzung mit Elementen der sozialen wie der stofflichen Natur, die damit zu Objekten für uns werden und Bedeutung erlangen, die wir uns über Prozesse der Symbolisation wechselseitig anzeigen können" (S.38). Danach haben wir es in der Forschung nicht mit einer vorgegebenen Realität zu tun, sondern es existiert eine Vielzahl möglicher Perspektiven auf eine sich ständig wandelnde, d.h. multiperspektivische und prozessuale Realität. Theorien sind nicht unabhängig von der Realität, sondern Teil der Auseinandersetzung mit der stofflichen und sozialen Natur. Eine Theorie, die der multiperspektivischen und prozessualen Realität angemessen ist, muss dem Wandel der Realität Rechnung tragen. [14]

DEWEY sieht laut STRÜBING im alltagspraktischen Handeln zugleich das Vorbild für wissenschaftliche Untersuchungen. In der Routine handeln wir aufgrund unserer Vor-Urteile und Verhaltensgewohnheiten. Ausgangspunkt für neue praktische wie auch wissenschaftliche Erkenntnis ist der "praktische Zweifel", der immer dann auftritt, wenn unsere Verhaltensgewohnheiten durch Routinebrüche und Widerstände der Realität problematisch werden. Der Zweifel löst einen Problemlöseprozess in Form einer mehr oder weniger systematischen Untersuchung der Realität ("inquiry") aus, für die DEWEY fünf Schritte unterscheidet: [15]

Den Ausgangspunkt jeder Untersuchung bildet eine wie auch immer problematische Situation der Ungewissheit (Zweifel). Im zweiten Schritt führt der Zweifel zu einer vorläufigen Problemstellung, die dazu dient, die Suchrichtung für die Untersuchung zu strukturieren. Im dritten Schritt werden zunächst "Fakten" gesammelt, die zur Analyse des Problems hilfreich sein können, wobei es sich um einen aktiven Schritt des Selektierens und Interpretierens entsprechend der Problemstellung handelt. Gleichzeitig werden anhand der Fakten Ad-hoc-Hypothesen ("suggestions" und "ideas") zur möglichen Problemlösung entwickelt. Im vierten Schritt, der Beweisführung ("reasoning"), werden die Ideen und Fakten zueinander in Beziehung gesetzt und es wird gefragt, welche praktischen Konsequenzen die Lösungsideen für das untersuchte Problem haben können. Im fünften Schritt, dem "Experiment", werden die Hypothesen zur Problemlösung darauf hin überprüft, ob sie sich in der Praxis bewähren. Dem Experiment, d.h. der Bewährung der Ergebnisse einer inquiry in der Praxis, kommt hierbei eine entscheidende Bedeutung zu: Nach dem pragmatistischen Wahrheitsbegriff gelten Erkenntnisse als wahr, sofern und so lange sie sich in der Praxis bewähren. [16]

Das gesamte Vorgehen der inquiry ist ein iterativer Prozess, der so lange durchlaufen wird, bis der Zweifel beseitigt und das Problem gelöst ist und sich damit die Erkenntnisse aus der inquiry als richtig oder wahr herausgestellt haben. Wissenschaftliche Erkenntnisse unterscheiden sich hierbei nicht grundsätzlich, sondern nur graduell von alltagspraktischen Erkenntnissen durch ihre größere Systematik und durch explizite Regeln und Standards für die inquiry. [17]

Neben der Deduktion als Schluss von einer allgemeinen Regel auf den Einzelfall und der Induktion als Schluss von Einzelfällen auf eine allgemeine Regel beruft sich qualitative Sozialforschung laut STRÜBING gern auf die Abduktion als "dritte logische Schlussform". [18]

In Anlehnung an PEIRCE, auf den das Konzept der Abduktion zurückgeht, diskutiert STRÜBING zwei Formen von Abduktion. Entsprechend dem Frühwerk von PEIRCE führen abduktive oder hypothetische Schlüsse von einer Regel und einem Resultat auf den Fall, wie sie u.a. aus der Kriminalistik geläufig sind: Wer jemandem ein Messer in die Brust stößt, begeht einen Mord (Regel). Die Leiche einer Frau mit einem Messer in der Brust (Resultat) legt danach den Schluss nahe, dass ein Fall von Mord vorliegt. Hier handelt es sich nicht um einen logischen, sondern um einen probabilistischen Schluss: Die Frau könnte auch einen tödlichen Herzinfarkt erlitten haben, bevor ein erschreckter Einbrecher ihr das Messer in die Brust gestoßen hat. [19]

Der hypothetische Schluss greift laut STRÜBING zurück auf Regeln, die aus der Erfahrung abgeleitet sind, er kann damit kein wirklich neues Wissen erzeugen. In seinem Spätwerk bezeichnet PEIRCE diese Schlussform als "qualitative Induktion", von der er die Abduktion zur Generierung neuen Wissens ausdrücklich abgrenzt. PEIRCE greift hier auf den Erkenntnisprozess der Wahrnehmung zurück: Wenn wir etwas wahrnehmen, ordnen wir gewöhnlich unsere Sinneseindrücke in einem vorsprachlichen Schluss einem aus der Erfahrung bekannten Schema ("Tisch", "Gesicht") zu. Falls unsere Erfahrung uns jedoch kein den Sinneseindrücken entsprechendes Schema oder Deutungsmuster zur Verfügung stellt, müssen wir durch einen "abduktiven Blitz" ein neues Schema erfinden – ein ebenfalls unbewusster Prozess. Erst das Ergebnis eines solchen abduktiven Blitzes ist dann der rationalen Kritik und Überprüfung zugänglich. Wir haben es hier – im Gegensatz zur qualitativen Induktion – mit einem kreativen Schluss zu tun. [20]

STRÜBING stellt sich die Frage nach dem Stellenwert kreativer Schlüsse: "Wenn wir einerseits auf Abduktionen angewiesen sind, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und sich andererseits dieser Teil des Prozesses der intersubjektiven Überprüfbarkeit entzieht, wie sollen wir dann zu objektiven Ergebnissen gelangen" (S.46)? [21]

Aus meiner Sicht begegnen wir hier einem Dilemma, aus dem der kritischen Rationalismus die strikte Trennung von Entdeckungs- und Begründungszusammenhang ableitet: Das "Erfinden" von Theorien wird als "kreativer Akt" der Zuständigkeit der Psychologie überlassen, während deren Überprüfung den Kriterien wissenschaftlicher Beweisführung unterworfen wird. Der von DEWEY beschriebene Prozess des inquiry betont im Gegensatz zur Trennung zwischen Entdeckungs- und Begründungszusammenhang, dass kreative Schlüsse in allen Phasen des inquiry erforderlich sind, jedoch der iterativen experimentellen Überprüfung unterliegen. Für den Forscher und die Forscherin ist es deshalb wichtig, günstige Bedingungen für das Auftreten "abduktiver Blitze" zu schaffen. STRÜBING verweist in diesem Zusammenhang einerseits auf den Erwerb einer "abduktiven Haltung" und andererseits auf in der Praxis der Grounded Theory entwickelte "Techniken zur Erhöhung der theoretischen Senibilität", wie sie etwa von STRAUSS und CORBIN (1990) in einem eignen Kapitel vorgestellt werden. Als Psychologe kann ich mich hier nur wundern, dass in der entsprechenden Literatur die Erkenntnisse der psychologischen Kreativitätsforschung nicht zur Kenntnis genommen werden. Schon Sigmund FREUD beschrieb mit seinem Konzept der "gleichschwebenden Aufmerksamkeit" eine Technik "abduktiver Haltung". [22]

In diesem Argumentationszusammenhang spricht STRÜBING in Anlehnung an KELLE (1994, S.274) vom "induktivistischen Selbstmissverständnis" der Grounded Theory: Abduktive Schlüsse sind zwar für die Praxis der Grounded Theory unverzichtbar, in den Schriften von STRAUSS werde die Abduktion jedoch kaum erwähnt – vielmehr werde die Entdeckung neuer Erkenntnisse implizit unter der Schlussform der Induktion subsumiert. Auch die Redeweise von der "Emergenz" der theoretischen Konzepte aus den Daten vernachlässige die aktive und kreative Konstruktionsleistung der Forschenden in der Auseinandersetzung mit den Daten. [23]

5. Der Theoriebegriff der Grounded Theory

Nach Auffassung des Pragmatismus besteht kein kategorialer Unterschied, sondern ein Kontinuum zwischen alltagspraktischem und theoretischem Wissen. [24]

STRÜBING weist darauf hin, dass hier nur scheinbar ein Widerspruch zur Auffassung von Alfred SCHÜTZ (2004, S.159) besteht, wonach sozialwissenschaftliche Theorien "Konstruktionen zweiten Grades", nämlich Deutungen einer immer schon alltagsweltlich gedeuteten Wirklichkeit darstellen. Nach pragmatistischer Auffassung gehört die Deutung einer bereits vorab gedeuteten Wirklichkeit nicht erst zur wissenschaftlichen, sondern schon zur Alltagspraxis. [25]

Empirische Sozialforschung im Sinne der Grounded Theory setzt laut STRÜBING ein, wenn unser alltagspraktisches und theoretisches Wissen sich als unzureichend erweist, in einem Wirklichkeitsbereich kompetent zu handeln bzw. diesen schlüssig zu erklären. Entsprechend dem permanenten Wandel der sozialen Wirklichkeit müssen die auf diese Wirklichkeit bezogenen Wissensbestände und Theorien dieser Wirklichkeit permanent angepasst werden. [26]

Die Ableitung von Alternativhypothesen aus einer bestehenden Theorie und deren anschließende empirische Überprüfung erscheint STRÜBING angesichts des permanenten Wandels der sozialen Wirklichkeit eine wenig sinnvolle Strategie. Statt dessen greift die Grounded Theory zurück auf einen Vorschlag von Herbert BLUMER, anstelle deduktiv aus einer bestehenden Theorie abgeleiteter Prüfhypothesen sensibilisierende Konzepte zu nutzen, die sowohl aus praktischem wie theoretischem Vorwissen über den jeweiligen Wirklichkeitsbereich abgeleitet sind und die den Prozess der Datenerhebung und Dateninterpretation in kreativer Weise zu strukturieren helfen. Sensibilisierende Konzepte unterscheiden sich durch ihre Offenheit von den Alternativhypothesen in quantitativen Untersuchungen, sie haben aber insofern eine ähnliche Funktion, als sie die Untersuchung sowohl bei der Datenerhebung als auch bei der Analyse strukturieren und die Aufmerksamkeit der Forschenden auf das lenken, was wichtig ist. [27]

Allerdings arbeitet die Grounded Theory nach STRÜBING in einem vom kritischen Rationalismus abweichenden Verständnis mit der permanenten Überprüfung von Ad-hoc-Hypothesen bezüglich der im Forschungsprozess entwickelten Konzepte:

"Wissenschaftliche Theorien müssen zuerst entworfen, dann ausgearbeitet, dann überprüft werden. … Die Begriffe, die wir bevorzugen, sind Induktion, Deduktion und Verifikation. Mit Induktion [nach STRÜBINGs Ausführungen besser: Abduktion. H.L.] sind Handlungen gemeint, die zur Entwicklung einer Hypothese führen … Hypothesen sind sowohl vorläufig als auch konditional. Deduktion heißt, dass der Forscher Implikationen aus Hypothesen oder Hypothesensystemen ableitet, um die Verifikation vorzubereiten. Die Verifikation bezieht sich auf Verfahren, mit denen Hypothesen auf ihre Richtigkeit überprüft werden, d.h. ob sie sich ganz oder teilweise bestätigen lassen oder verworfen werden müssen. Mit Induktion, Deduktion und Verifikation arbeitet der Forscher über die gesamte Dauer des Projektes (Strauss 1991, S.37)" (S.58; Zitate in dieser Rezension stammen – sofern nicht anders ausgewiesen – aus dem rezensierten Band von STRÜBING). [28]

STRÜBING betont, dass sozialwissenschaftliche Theorien entsprechend der sich ständig wandelnden sozialen Wirklichkeit nach Auffassung von STRAUSS stets provisorischen Charakter haben: Ihre Fixierung in einem Forschungsbericht stellt deshalb immer nur einen vorläufigen und "künstlichen" Endpunkt dar und enthebt Sozialwissenschaftler(innen) nicht der ständigen Weiterentwicklung ihrer Theorie. [29]

Die von STRAUSS geforderte kontinuierliche Verifikation der im Forschungsprozess aufgestellten Ad-hoc-Hypothesen steht nach STRÜBING nicht im Widerspruch zu der von POPPER (1994) herausgearbeiteten logischen Unmöglichkeit einer endgültigen Verifikation von Hypothesen und Theorien. Im Verständnis von STRAUSS ziele "Verifikation als ein Schritt im wiederholt zu durchlaufenden erkenntnislogischen Zyklus von vorne herein auf eine nur vorläufige Bestätigung der ohnehin als prozesshaft verstandenen Theorie" (S.77). STRÜBING spricht hier von einem "iterativ-zyklischen Prozess experimenteller Erprobung, in dem aus qualitativen Induktionen ebenso wie aus Abduktionen Ad-hoc-Hypothesen erarbeitet werden, die dann in einem nächsten Prozessschritt in einer deduktiven Bewegung wiederum auf Daten bezogen werden" (S.46). [30]

Der dargestellte Theoriebegriff ist für STRÜBING die Grundlage seiner im letzten (fünften) Kapitel diskutierten Entwicklung von Qualitäts- oder Gütekriterien für die Grounded Theory. Vorweg behandelt er aber noch in einem eigenen (vierten) Kapitel die Kritik von Barney GLASER an der Version der Grounded Theory von STRAUSS und CORBIN. [31]

 6. GLASERs Angriff auf STRAUSS und CORBIN

STRÜBING gibt folgende Darstellung von GLASERs Kritik an STRAUSS und CORBIN, die ich hier nachzeichne: 1992 veröffentlichte Barney GLASER im Selbstverlag das Buch "Emergence vs. Forcing. Basics of Grounded Theory Analyses" (GLASER 1992). Der Erstautor von "The Discovery of Grounded Theory: Strategies for Qualitative Research" (GLASER & STRAUSS 1967) führt darin eine ungewöhnlich scharfe fachliche und persönliche Polemik gegen STRAUSS und CORBIN und ihr einführendes Lehrbuch "Basics of Qualitative Research: Grounded Theory Procedures and Techniques" (STRAUSS & CORBIN 1990). GLASERs Kritik an dem Einführungstext gipfelt in der Forderung "I request that you pull the book. It distorts and misconceives grounded theory, while engaging in a gross neglect of 90 % of its important ideas (Glaser 1992: 2)" (zit. n. STRÜBING, S.63). [32]

Für mich kam diese Polemik um so überraschender, als GLASER noch ein Jahr zuvor in einer Festschrift für Anselm STRAUSS geschrieben hatte:

"I have known and collaborated with Anselm Strauss for about thirty years, and I would like to summarize the collaboration by citing its most important properties. In doing this, I hope to evoke in the reader a feeling for the meaning, the appreciation, and the love of what it has meant for me to work with and be associated with Anselm for these years" (GLASER 1991, S.11). [33]

STRAUSS hat sich zu der Kontroverse mit GLASER und zu dessen persönlichen Angriffen nie öffentlich geäußert. Im Gegensatz zu GLASER stand er der Weiterentwicklung und Modifikation der Grounded Theory aufgeschlossen gegenüber (s. das in FQS veröffentlichte Interview mit STRAUSS von LEGEWIE & SCHERVIER-LEGEWIE 2004, Abs. 57-64). Im Gegensatz zu STRAUSS' liberaler Haltung versucht GLASER nach dem Tod von STRAUSS (1996) durch Publikationen und ein privates "Institute for Grounded Theory" seine Version einer "klassischen" Grounded Theory als alleingültig durchzusetzen. STRÜBING ist sich der Schwierigkeit eines Vergleichs der beiden Positionen bewusst:

"[O]bwohl es deutlich gegensätzliche Positionen gibt, fehlt hier ein typisches Merkmal einer wissenschaftlichen Kontroverse: Weil Strauss nie auf Glasers Polemiken geantwortet hat, ist es in der Folge nie zu einem Schlagabtausch von Argumenten gekommen. Stattdessen haben sich zwei ko-existierende Richtungen der grounded theory etabliert, die beide das gleiche Label für sich beanspruchen" (S.64). [34]

Als Ausweg aus diesem Dilemma versucht STRÜBING, die wissenschaftstheoretische Position GLASERs und seine auf ihr beruhende Kritik an der STRAUSSschen Variante der Grounded Theory zu rekonstruieren. Als hauptsächliche Basis dient ihm das vor dem Bruch mit STRAUSS erschienene Buch "Theoretical Sensivity. Advances in the Methodology of Grounded Theory" (GLASER 1978), weil nach STRÜBINGs Auffassung in dieser frühen Publikation die theoretischen Divergenzen zwischen beiden Versionen der Grounded Theory am klarsten zum Ausdruck kommen. [35]

STRÜBING arbeitet zunächst die unterschiedlichen wissenschaftlichen Traditionen beider Forscher heraus: Während STRAUSS als führender Vertreter eines pragmatistisch orientierten Interaktionismus in der Tradition der Chicagoer Schule der soziologischen Feldforschung steht, erhielt GLASER seine Ausbildung an der von Paul LAZARSFELD geprägten "Columbia School" mit kritisch-rationalistischer Orientierung und methodischem Schwerpunkt in der quantitativen Meinungsforschung (opinion polls). In dem gemeinsamen Buch "The Discovery of Grounded Theory" werden diese Unterschiede noch verdeckt, während sich beide Autoren in ihren Veröffentlichungen später auf ihre jeweilige wissenschaftstheoretische Orientierung berufen. So schreibt GLASER (1992, S.7): "… [T]he fundamentals of Grounded Theory, the underlying analytic methodology, are in very large measure drawn from the analytic methodology and procedures laboriously discovered by researchers and students … at Columbia University in the 50's and 60's". [36]

Der Titel "Emergence versus Forcing" (GLASER 1992) der Polemik gegen STRAUSS und CORBIN thematisiert die erkenntnistheoretischen Differenzen: GLASER nimmt für seine Version der "klassischen Grounded Theory" in Anspruch, eine Theorieentdeckung aus den Daten zu liefern (emergence), während er STRAUSS und CORBIN unterstellt, den Daten durch vorgefertigte Konzepte Gewalt anzutun (forcing). [37]

Das Buch "Discovery of Grounded Theory" wendete sich gegen die positivistisch-funktionalistisch orientierte Sozialforschung der 1960er Jahre, die sich im Testen von Alternativhypothesen schon bestehender Theorien erschöpfte. Statt dessen sollten sich Forschende so weit wie möglich von Vorab-Hypothesen frei machen und "die Daten sprechen lassen". Mit Hilfe der "Methode der ständigen Vergleiche" sollte in einem Emergenz-Prozess eine datengegründete Theorie (grounded theory) durch Induktion entstehen. Dies ist vielfach als Tabula-rasa-Position missverstanden worden. [38]

STRAUSS hat die Tabula-rasa-Position in späteren Veröffentlichungen als polemische Überspitzung bezeichnet (auch wenn er weiterhin gelegentlich von Emergenz der Theorie spricht) und in Übereinstimmung mit der pragmatistischen Wirklichkeitsauffassung gefordert, Alltagserfahrung und wissenschaftliche Erkenntnisse in Form "sensibilisierender Konzepte" für den Theorieentwicklungsprozess systematisch zu nutzen (s.o.). GLASER beharrt dagegen weitgehend auf "einer 'tabula rasa'-Position rein induktiver Erkenntnis ..., die (notwendig) auf der Vorstellung einer schon existierenden, absoluten Realität beruht" (S.65). STRÜBING kritisiert diese Position als "naiven Induktivismus":

"Die Selektivität unserer Wahrnehmung beim analytischen Zugriff auf die Daten, die sprachlichen Mittel zur vergleichenden Darstellung als relevant erachteter Eigenschaften der zu vergleichenden Indikatoren: All dies kommt ohne ein gewisses Maß an theoretischer Vorprägung nicht aus und steht somit der Idee reiner Emergenz von Konzepten aus Indikatoren-Vergleichen und von Theorie aus Empirie entgegen" (S.67). [39]

GLASERs Beharren auf reiner Induktion und Emergenz von Theorien aus den Daten steht allerdings – so STRÜBINGs kritische Anmerkung – im Widerspruch zu seinem Vorschlag einer Liste von 18 so genannten Kodierfamilien: u.a. rein formale Relationen wie die "6 C's": "Causes, contexts, contingencies, consequences, covariance, conditions" (GLASER 1978, S.74), weiter formale Allgemeinbegriffe wie "Limit, range, intensity, extent" (S.75), schließlich soziologische Konzepte wie "Social control ..., recruitment, ..., socialisation ...,stratification ..., status passage ..." (S.77). Mit Hilfe dieser Kodierfamilien sollen die aus den Daten entwickelten Konzepte untereinander in Beziehung gesetzt werden. [40]

Die "6 C's" entsprechen weitgehend dem von GLASER (1992) besonders attackierten so genannten Kodierparadigma in STRAUSS und CORBIN (1990), wonach die in den Daten isolierten Phänomene zu befragen sind nach Ursachen, Kontext, Bedingungen, Strategien und Konsequenzen. Einen Unterschied sieht STRÜBING hier im Anspruch: "Wo das Kodierparadigma bei Strauss und Corbin nur den Charakter einer pragmatischen Heuristik hat, zielt Glaser allerdings auf die Rahmung der Kodierperspektive durch die Vorgabe einer als weitgehend vollständig verstandenen Liste soziologischer Basiskonzepte" (S.68). [41]

Abschließend geht STRÜBING auf die unterschiedlichen Auffassungen von GLASER und STRAUSS bezüglich der Gültigkeitsprüfung von Ergebnissen der Grounded Theory ein. In ihrem gemeinsamen Buch bezeichnen GLASER und STRAUSS (1967) "fit", "relevance", "work"" und "modifiability" als Kriterien einer guten Grounded-Theory-Studie, wobei sie die Anwendbarkeit der Theorie für die Lösung praktischer Probleme in den Vordergrund stellen. Unter "fit" versteht GLASER die Passung der entwickelten Konzepte zu den Daten: "Fit is another word for validity which means does the concept represent the pattern of data it purports to denote" (GLASER 1998, S.236). Aus dem "fit" ergibt sich für GLASER die Relevanz ("it is automatic"), weil die Grounded Theory aus den Daten eine Theorie darüber entwickle, "what is really going on". Das Gleiche gilt nach GLASERs Vorstellung für die Kriterien "work" und "modifiability" als weitere Ergebnisse der Methode des ständigen Vergleichs. [42]

Im Gegensatz zu STRAUSS lehnt GLASER die Notwendigkeit einer systematischen Überprüfung der Ergebnisse vehement ab. STRÜBING schreibt dazu:

"Was Glaser statt dessen anbietet ist etwas, das man am ehesten in religiösen Kategorien zu beschreiben geneigt ist. So leitet er sein Buch von 1998, 'Doing Grounded Theory: Issues and Discussions' mit dem emphatischen Ausruf ein: 'How are you doing? I'm doing. Just do it. Let’s do it. Do it because it is meant to be. Do it because it is there to be done. Do it because it WORKS: Grounded theory works and many people are doing it' (Glaser 1998: 1). Wie Ernst es ihm mit diesem Überschwang ist, zeigt sich in der gebetsmühlenartigen Wiederholung der Phrase vom 'just do it', die auch den Schluss des Buches bildet: 'In closing I admonish the reader again: trust grounded theory, it works! Just do it, use it and publish!' (Glaser 1998: 254)" (S.71). [43]

STRÜBING fasst seinen Vergleich des wissenschaftstheoretischen Hintergrundes der "beiden Versionen" von Grounded Theory folgendermaßen zusammen:

"Glasers Ansatz hat Udo Kelle nicht ganz zu Unrecht als einen dem frühen englischen Empirismus gleichenden 'dogmatischen Rechtfertigungsinduktivismus' bezeichnet (Kelle 1996). Strauss hingegen steht für ein wesentlich differenzierteres und forschungslogisch besser begründetes Verfahren, das insbesondere in der Frage des Umgangs mit theoretischem Vorwissen sowie im Hinblick auf die Verifikationsproblematik sorgfältiger ausgearbeitet ist. ... Wo Glaser... in Emergenzmetaphern verfällt, entwickelt Strauss ein dialektisches Verhältnis von Theorie und Empirie und kann damit die Existenz und den notwendigen Gebrauch von theoretischem Vorwissen schlüssig in sein Verfahren integrieren, statt es – wie Glaser– durch die Hintertür theoretischer Kodes an die Daten herantragen zu müssen" (S.72f.) [44]

7. Was ist "gute" Grounded Theory?

Im letzten Kapitel diskutiert STRÜBING Fragen der Qualitätssicherung und Gütekriterien der Grounded Theory vor dem Hintergrund der entwickelten wissenschaftstheoretischen Konzepte: "Während Gütekriterien Anhaltspunkte für die Überprüfung der erreichten Qualität von Forschungsprozess und -ergebnis liefern sollen, stellen Maßnahmen der Qualitätssicherung das Arsenal der Mittel zur Erzielung qualitativ hochwertiger Ergebnisse dar" (S.76). [45]

STRÜBING greift in seiner Argumentation zurück auf den Beitrag "Grounded Theory Research: Procedures, Canons and Evaluative Criteria" (CORBIN & STRAUSS 1990). Zielsetzung von Forschung im Stil der Grounded Theory ist die Entwicklung einer Theorie, die "soziale Prozesse erklären und insofern mit Einschränkungen ... auch vorhersagen kann" (S.81). Dieses Ziel erfordert eine in den Daten gegründete, konzeptionell dichte und für die Praxis relevante Theorie. Letzte Bewährung ist nicht eine abstrakte Wahrheit oder Richtigkeit, sondern praktische Anwendbarkeit: "Die Praxis bringt also in gewisser Weise den Test und die Validierung der Theorie" (GLASER & STRAUSS 1998, S.233). [46]

STRÜBING setzt sich zunächst mit den klassischen Gütekriterien der Reliabilität, Repräsentativität und Validität nach CORBIN und STRAUSS (1990) auseinander, die sich primär auf die Datenerhebung beziehen. Das für die Prüfung der Reliabilität herangezogene Kriterium der Wiederholbarkeit ist entsprechend dem prozesshaften Realitäts- und Theorieverständnis nur sehr eingeschränkt gegeben und wäre im strikten testtheoretischen Sinne verstanden angesichts der sich wandelnden sozialen Wirklichkeit unangemessen. STRAUSS und CORBIN (1990) sprechen dagegen von Reliabilität der Ergebnisse im Sinne einer (immer nur vorläufigen) Verifizierbarkeit, die durch den iterativ durchlaufenen Überprüfungsprozess während der gesamten Theorieentwicklung erreicht werden soll. [47]

Repräsentativität bezieht sich in der Grounded Theory nach STRÜBING nicht in erster Linie auf Populationen und Stichproben von Personen, sondern auf die "konzeptionelle Repräsentativität“ (S.78) der untersuchten Phänomene und ihrer Relationen in möglichst unterschiedlichen Kontexten. Diese Art der Repräsentativität wird durch das Theoretical Sampling erreicht: Entsprechend den Ad-hoc-Hypothesen der sich entwickelnden Theorie werden gezielt Daten erhoben, die über das untersuchte Phänomen, seine Dimensionen und Ausprägungen, Ursachen, Bewältigungsstrategien und Konsequenzen in möglichst unterschiedlichen sozialen Kontexten Erkenntnisse erlauben. [48]

Auch in der Grounded Theory geht es letzten Endes um die Validität der Theorie, d.h. um innere Widerspruchsfreiheit und adäquate Repräsentation der sozialen Wirklichkeit. Erreicht wird die interne Validität durch den schon genannten, für die Grounded Theory charakteristischen iterativen Überprüfungsprozess. Zur Sicherstellung der externen Validität dient zum einen das Theoretical Sampling. Darüber hinaus führt STRÜBING an, dass die "externe Güteprüfung ... eine möglichst detaillierte Dokumentation der im Verlauf der Mikrozyklen getroffenen Entscheidungen (sampling, ad hoc-Hypothesen, induktive/abduktive Schlüsse) zur Voraussetzung" hat (S.79). [49]

Das klassische Gütekriterium der Objektivität, d.h. die Unabhängigkeit der Ergebnisse von den Personen, welche die Datenerhebung und -interpretation durchführen, wird von CORBIN und STRAUSS (1990) nicht thematisiert. STRÜBING führt hier an, dass es in der qualitativen Forschung nicht um eine objektivierende, d.h. messende Datenerhebung gehe:

"Der integrierte Prozess der immer schon interpretativen Datengewinnung stellt mit seinem induktiv/abduktiven Grundmuster den Kern jener Kunstlehre dar, bei der weder damit zu rechnen, noch gar zu wünschen ist, dass alle Interpreten zu gleichen Schlüssen kommen. Gerade die in der grounded theory systematisch variierte Vielzahl möglicher Lesarten bildet das Ausgangsmaterial für diskursiv zu entwickelnde und wiederum empirisch zu überprüfende Theorieentwürfe. ... Es ist ... das Wechselspiel von Objektkonstitution und sozialem Handeln mit diesen Objekten, das im sozialen Prozess des Forschens typischerweise (bekanntlich nicht immer) zu einer Schließung in Form einer weitgehend einheitlichen, im Meadschen Sinne 'objektiven' Perspektive führt ..." (S.79f.). [50]

Nach STRÜBINGs Auffassung adaptieren STRAUSS und CORBIN die klassischen Gütekriterien nicht zuletzt in strategisch-legitimatorischer Absicht – sie sind in der sozialwissenschaftlichen Scientific Community so verbreitet, dass für die Durchsetzung der Grounded Theory der Nachweis erforderlich erschien, diese Kriterien würden (wenn auch in abgewandelter Weise) berücksichtigt. STRAUSS und CORBIN führen für ihre implizite Berücksichtigung eine Vielzahl von qualitätssichernden Arbeitsschritten im gesamten Forschungsprozess an, u.a. die Methode des ständigen Vergleichens, die Arbeit mit "generativen Fragen", das theoretische Sampling, das Schreiben theoretischer Memos, verbunden mit Austausch und Diskussion im Team und die kommunikative Validierung der Zwischenergebnisse durch den fortlaufenden Wechsel zwischen Datenerhebung, Datenanalyse und erneuter Datenerhebung. [51]

Für die nachträgliche Beurteilung der Theorieentwicklung formulieren STRAUSS und CORBIN (1990) je sieben Evaluationskriterien bezogen auf die Güte des Forschungsprozesses und auf die Güte der empirischen Verankerung der entwickelten Theorie. STRÜBING fasst diese Einzelkriterien prägnant zusammen: "Praktische Relevanz, konzeptuelle Dichte, Reichweite und empirische Verankerung sind diejenigen .. Kriterien, die der Struktur des Verfahrensmodells und dessen epistemologischem Hintergrund besonders angemessen sind" (S.86). Die von STRAUSS und CORBIN (1990) genannten Kriterien sind in Frageform formuliert: Wir haben es nach meiner Auffassung nicht mit Kriterien im Sinne von Anforderungen bzw. Standards zu tun, die bei einer "guten" Grounded-Theory-Studie erfüllt sein müssten. Die Kriterien haben vielmehr den Charakter von Leitlinien, die deutlich machen sollen, worauf bei der Beurteilung einer Studie zu achten ist. Der Kritik fehlender Standards hält STRÜBING entgegen, es sei "vermessen, wollten die Schöpfer eines Verfahrens selbst festlegen, bis zu welchem Punkt mit ihrem Verfahren erzielte Ergebnisse als gültig zu bewerten sind" (S.85). Diese Position STRÜBINGs ist für mich nicht nachvollziehbar: Wenn überhaupt Gütestandards als sinnvoll angesehen werden, sollte der Schöpfer eines Verfahrens diese auch benennen! STRÜBING hält die vorgelegten Leitlinien aber zumindest für geeignet, verschiedene Studien bezüglich ihrer Qualität in eine Rangreihe zu bringen. Voraussetzung für eine solche Evaluation ist in jedem Fall "die Offenlegung aller relevanten Informationen zum Forschungsprozess in der resultierenden Forschungspublikation" (S.85). [52]

Zum Abschluss dieses Kapitels streift STRÜBING die Bedeutung forschungsorganisatorischer Rahmenbedingungen für die Forschungsqualität. Die übliche Vergabepraxis für Forschungsprojekte verträgt sich schlecht mit zwei Besonderheiten des Forschungsstils der Grounded Theory: Offenheit des Forschungsprozesses und Diskursivität der Interpretationen. Bei der Antragstellung eines Forschungsprojektes wird gewöhnlich entsprechend dem implizit kritisch-rationalistischen Wissenschaftsverständnis die Formulierung einer präzisen Fragestellung und eines im Vorhinein festgelegten Arbeitsplans erwartet. Nach der Vorgehensweise der Grounded Theory dagegen soll die Ausgangsfragestellung erst im Prozessverlauf zunehmend präzisiert und die Datenerhebung und -analyse soll nach dem Prinzip des Theoretical Sampling von prozessabhängigen Ad-hoc-Hypothesen gesteuert werden. Die Diskursivität der Analyse setzt darüber hinaus Teamarbeit bei der aufwändigen Dateninterpretation voraus. Demgegenüber führen Zeit- und Personalmangel dazu, dass für die Dateninterpretation entweder nur ein Forscher oder eine Forscherin allein zuständig ist oder dass sie (in größeren Projekten) arbeitsteilig von mehreren Personen übernommen wird. [53]

Zusammenfassend betont STRÜBING, dass auf der einen Seite einheitliche Gütekriterien dem Forschungsstil der Grounded Theory insofern widersprechen, als "die Forschenden das vorgeschlagene Verfahren situativ an Gegenstand, Forschungsfrage und eigene Kompetenzen anpassen können und sollen" (S.87). Umso wichtiger sei die Identifizierung einiger unverzichtbarer Elemente des Verfahrens:

"Im Lichte der in diesem Buch diskutierten methodologischen Argumente sind eine iterativ-zyklische Vorgehensweise, das theoretical sampling mit dem Kriterium de[r] theoretischen Sättigung und nicht zuletzt die Methode des ständigen Vergleichens unter Verwendung generativer Fragen ebenso unverzichtbar wie Kodieren und Memos schreiben" (S.88). [54]

In seinem Ausblick prophezeit STRÜBING der Grounded Theory, dass sie selber dem Wandel unterworfen ist, den sie thematisiert:

"Wenn ein methodisches Verfahren die Prozesshaftigkeit und mithin den fortgesetzten Wandel des Sozialen wie der Theorien darüber in den Mittelpunkt seiner methodologischen Überlegungen stellt, dann ist es unweigerlich auch dem Selbstanwendungsproblem unterworfen: Auch Methoden unterliegen einem permanenten Wandel und – hoffentlich – einer Weiterentwicklung" (S.92) [55]

8. Fazit

Die von STRÜBING vorgelegte wissenschaftstheoretische Fundierung der Grounded Theory als Einführungstext findet sich in dieser Stringenz nicht in den Schriften von STRAUSS oder STRAUSS und CORBIN, sie stellt vielmehr – ganz im Sinne des letzten Zitats – eine begrüßenswerte eigenständige Weiterentwicklung dar, die nach meiner Einschätzung allerdings für sich beanspruchen kann, in der Tradition von STRAUSS zu stehen. Der Weiterentwicklungsaspekt wird besonders deutlich, wenn STRÜBING auf konzeptionelle Inkonsequenzen in der bisherigen theoretischen Begründung des Verfahrens hinweist, z.B. in seiner Kritik an der Vernachlässigung des abduktiven Schließens und der gelegentlichen Verwendung der Emergenzmetapher in den Schriften von STRAUSS zur Grounded Theory. [56]

Qualitative Forschung im Stil der Grounded Theory ist heute weit über die klassischen Sozialwissenschaften Soziologie, Psychologie, Pädagogik und Politikwissenschaften hinaus vor allem in der angewandten Sozial-, Umwelt-, Technik- und Gesundheitsforschung verbreitet. Die Standards für "Wissenschaftlichkeit" sind jedoch durch die dominierende Methodenausbildung auch bei qualitativ Forschenden häufig vom Paradigma des Kritischen Rationalismus geprägt. In der Konsequenz arbeiten insbesondere Anfänger(innen) und wissenschaftstheoretisch wenig Bewanderte schlechten Gewissens mit qualitativen Methoden und halten paradoxerweise eine Qualitätssicherung für überflüssig, da für qualitative Methoden grundsätzlich nicht leistbar. Hier kann die vorliegende Einführung eine Entlastungs- und Rechtfertigungsfunktion für den Ansatz der Grounded Theory liefern und zugleich den angemessenen Einsatz von Qualitätskontrollen fördern helfen. [57]

STRÜBING wendet sich meiner Ansicht nach zu Recht gegen die verbreitete Unsitte, sich in qualitativen Studien auf die Grounded Theory als Methode zu berufen, ohne deren "unverzichtbare Elemente" zu berücksichtigen. Mir fehlt allerdings in diesem Zusammenhang eine Diskussion der Frage, wieweit es sinnvoll sein kann, einzelne heuristische oder methodische Elemente der Grounded Theory herauszugreifen und mit anderen Methoden zu kombinieren. Für die Praxis erscheint es mir sinnvoll, zwischen Untersuchungen nach der Grounded Theory und Untersuchungen in Anlehnung an Einzelelemente der Grounded Theory zu unterscheiden. [58]

Verdienstvoll ist auch STRÜBINGs Auseinandersetzung mit GLASERs Kritik an STRAUSS und CORBIN und mit GLASERs Alleinvertretungsanspruch auf die "klassische" Grounded Theory. Als Rezensent bin ich zu wenig mit den Schriften von GLASER vertraut, um beurteilen zu können, ob STRÜBINGs Charakterisierung des Ansatzes – die sich streckenweise wie die Karikatur einer wissenschaftlichen Methode liest – GLASER in allen Punkten gerecht wird. Unvereinbar mit einer wissenschaftlich zu nennenden Einstellung ist allerdings auch nach meiner Erfahrung die in Grounded-Theory-Studien GLASERscher Prägung zu findende Gewissheit, in der eigenen Untersuchung die einzig richtige Analyse dessen zu liefern "what is really going on". [59]

Eben erschien zum gleichen Thema ein Diskussionsbeitrag von KELLE (2005). KELLE stimmt in seiner Kritik an GLASERs "dogmatischem Induktivismus" mit STRÜBING überein, sieht aber im Gegensatz zu STRÜBING (2004) Vorteile in den von GLASER vorgeschlagenen "Kodierfamilien" gegenüber dem "Kodierparadigma" bei STRAUSS und CORBIN. Leider setzt sich KELLE diesbezüglich nicht mit den Argumenten von STRÜBING auseinander. [60]

Zur weiteren Klärung der wissenschaftstheoretischen Positionen wäre es wünschenswert, dass die Kontroverse bezüglich der Grounded Theory auch unter Beteiligung der internationalen STRAUSS- und GLASER-Communities in FQS international zur Diskussion gestellt wird. [61]

STRÜBING hat sich mit seinem Buch das Ziel gesetzt, eine Einführung in die "sozialtheoretische und epistemologische Fundierung" des Forschungsstils der Grounded Theory in der Tradition von STRAUSS vorzulegen. Das Ergebnis ist ein überwiegend gut lesbarer Text, dessen Lektüre allen an Forschungsarbeiten mit der Grounded Theory Interessierten als Ergänzung zu den schon vorliegenden methodisch-technischen How-To-Do-Einführungen zu empfehlen ist. [62]

Kritisch ist anzumerken, dass die verwendeten soziologischen und wissenschaftstheoretischen Begriffe nicht immer allgemeinverständlich erläutert werden. Für die zweite Auflage sind außerdem eine Durchsicht auf Druckfehler, eine Überarbeitung der nicht immer korrekten Literaturliste und einheitlich deutsche Zitate zu wünschen. [63]

Literatur

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Peirce, Charles S. (1991). Deduktion, Induktion und Hypothese. In Charles S. Peirce & Karl-Otto Apel (Hrsg.), Schriften zum Pragmatismus und Pragmatizismus (S.229-250). Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Popper, Karl Raimund (1994). Logik der Forschung. Tübingen: Mohr.

Schütz, Alfred (2004/1953). Common-Sense und wissenschaftliche Interpretation menschlichen Handelns. In Jörg Strübing & Bernt Schnettler (Hrsg.), Methodologie Interpretativer Sozialforschung. Klassische Grundlagentexte (S.155-197). Konstanz: Universitätsverlag Konstanz/UTB.

Strauss, Anselm (1991). Grundlagen qualitativer Sozialforschung. München: Fink Verlag. (Orig. 1987)

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Strübing, Jörg (2005). Pragmatistische Wissenschafts- und Technikforschung. Theorie und Methode. Frankfurt/New York: Campus.

Zum Autor

Heiner LEGEWIE, geb. 1937, Studium der Medizin und Psychologie. Forschungstätigkeiten an der Psychiatrischen Universitätsklinik Hamburg, dem Psychologischen Institut der Universität Düsseldorf und am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München. 1977-2002 Lehrstuhl für Klinische Psychologie an der Technischen Universität Berlin. Seit der Emeritierung 2002 Forschungstätigkeit am Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin.

Kontakt:

Prof. em. Dr. Dr. Heiner Legewie

Zentrum Technik und Gesellschaft
Hardenbergstr. 36 A (Sek. P2-2)
D-10623 Berlin

E-Mail: Legewie@ztg.tu-berlin.de
URL: http://www.tu-berlin.de/fak8/ifg/psychologie/legewie/

Zitation

Legewie, Heiner (2005). Rezension: Jörg Strübing (2004). Grounded Theory. Zur sozialtheoretischen und epistemologischen Fundierung des Verfahrens der empirisch begründeten Theoriebildung [63 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 7(2), Art. 1, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs060210.



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