Volume 1, No. 2, Art. 37 – Juni 2000

Rezension:

Kai J. Jonas

Bernard Batinic (Hrsg.) (2000). Internet für Psychologen (2. überarbeitete und erweiterte Auflage). Göttingen: Hogrefe, 675 Seiten, DM 79.- / sFr.69.- / öS 577.-, ISBN 3-8017-1226-5

Inhaltsverzeichnis

Literatur

Zum Autor

Zitation

 

Der Herausgeber Bernad BATINIC trägt mit der zweiten überarbeiteten und erweiterten Auflage des erfolgreichen Buches "Internet für Psychologen" (Erstauflage von 1997) der technologischen Entwicklung, insbesondere aber der fortgeschrittenen Rezeption und des Einsatzes des Internet in der Psychologie Rechnung. Lag in der ersten Auflage der Schwerpunkt noch auf dem "Bekanntmachen" und den verschiedenen Perspektiven der Psychologie auf die neue Technik, ist nun ein erster Rückblick geworfen worden. Dafür wurde der Kreis der beteiligten AutorInnen vergrößert und zusätzliche Kapitel aufgenommen. [1]

Die ersten sieben Kapitel sind als Vermittlung von Grundlageninformation konzipiert und dienen der Orientierung für diejenigen, für die das Internet noch nicht zur zweiten Heimat geworden ist. Die Inhalte beschreiben u.a. technische Hintergründe um "drin", d.h. online zu sein, geben eine historische Entwicklung des Internets und dann einen Überblick über Teilaspekte des Internet, z. B. die verschiedenen Dienste, den Schwerpunkt Informationssuche und die Charakteristika von Hypertexten. Ebenfalls findet sich, im Gegensatz zur ersten Auflage, nun auch ein Beitrag zu dem Entwicklungspotential des Internets im Bereich der Psychologie. [2]

An diesen informativen Einstieg schließen sich 12 Kapitel an, die einzelne Perspektiven der Psychologie auf das Thema Internet darstellen. Grob lassen sich die Kapitel in Theorieorientierung, Forschungsmethoden, Lehren und Lernen und Anwendungsnutzung gliedern. In den beiden Theoriekapiteln werden einmal kommunikationstheoretische Ansätze und weiterhin relevante sozialpsychologische Konstrukte zu Identitätsbildung, sozialen Beziehungen und Gemeinschaften im Internet dargestellt. Forschungsmethoden zur Modellierung von Informationsverarbeitung finden sich in Kapitel 8, zur Nutzung des Internet für Fragebogenstudien in Kapitel 11, und Kapitel 12 beschäftigt sich mit Methoden der experimentalpsychologischen Arbeit im Netz. Die Kapitel 16 und 17 haben den Bereich Lernen und Lehre per Internet zum Thema. Auf die Anwendung bezogene Kapitel sind in zwei Gruppen zu unterteilen. Zum einen wird der Transfer von psychologischen Leistungen, z.B. Beratung per Internet, berichtet (Kapitel 18 und 19), zum anderen finden sich Aspekte der Internetnutzung für Psychologen. So wird in Kapitel 9 das Thema der Außendarstellung per WWW aufgegriffen. In Kapitel 10 folgt eine Einführung zum wissenschaftlichen Publizieren im Netz, Kapitel 15 beschreibt die computervermittelte Kommunikation in der deutschen Wissenschaft. [3]

Die letzten drei Kapitel liefern einem Ausblick in die Praxis. Zunächst wird dargestellt, wie das Anforderungsprofil "Internetkompetenz" für PsychologInnen beschrieben werden kann und wo sich Quellen für die Arbeitsplatzsuche finden. Daran schließen sich die zwei Abschlusskapitel an, die die Konzipierung eines Internet-Auftritts und die Erstellung von WWW-Dokumenten überblicksartig beschreiben. [4]

Insgesamt hat die Erweiterung das Herausgeberwerk abgerundet. Für die Überarbeitung, die von einzelnen aktualisierten Daten über Umstellungen zur Verbesserung der Verständlichkeit und Leserführung bis hin zu weitgehenden Neuformulierungen reicht, hätten man sich als Ergebnis nun eine durchgängige Tiefe in der Bearbeitung der Themen gewünscht. Dies wurde insgesamt nicht erreicht, da in dem Herausgeberwerk Überblicks- und Spezialkapitel stark wechseln. [5]

Dennoch ist die zweite Auflage für EinsteigerInnen in das Thema und als Nachschlagewerk über den Bereich Internet in der Psychologie gelungen, so dass das Buch auch weiterhin ein aktuelles Standardwerk bleibt. Sinnvoll für diese LeserInnengruppe ist auch das umfangreiche Glossar der verwendeten Fachtermini; leider fehlt ein Schlagwortverzeichnis. Für in der Nutzung des Internet geübte PsychologInnen stehen mittlerweile eine ganze Reihe spezialisierter thematischer Aufbereitungen zur Verfügung, die dieses Buch nicht leisten kann und will. Zu nennen sind andere Bucherscheinungen aus der Reihe: Internet und Psychologie – Neue Medien in der Psychologie des Hogrefe-Verlags, in der auch dieses Werk erschienen ist, mit Titeln zur Online-Forschung oder organisationalen Anwendung oder das Buch zur Datenerhebung in Netzumgebungen "Statistische Anwendungen im Internet" von Dietmar JANETZKO (1999). Dennoch werden auch diese LeserInnen in der Neuauflage von Internet für Psychologen sinnvolle Hinweise über spezialisierte Themen- und Anwendungsgebiete finden können. [6]

Unter http://www.hogrefe.de/ sind ausführliche Leseproben bzw. ganze Kapitel (3, 5, 8, 15, 20) abgelegt, und zusätzlich wurde ein Diskussionsforum zu dem Buchtitel eingerichtet. [7]

Literatur

Janetzko, Dietmar (1999). Statistische Anwendungen im Internet. München: Addison-Wesley.

Zum Autor

Kai J. JONAS

Kontakt:

Kai J. Jonas

Georg-Elias-Müller Institut für Psychologie
Georg-August Universität Göttingen
Gosslerstr. 14
D - 37073 Göttingen

E-Mail: kjonas@gwdg.de

Zitation

Jonas, Kai J. (2000). Rezension zu: Bernard Batinic (Hrsg.) (2000). Internet für Psychologen (2. Auflage). Göttingen: Hogrefe. [7 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 1(2), Art. 37, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0002377.

Revised 7/2008



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