Volume 1, No. 1, Art. 2 – Januar 2000

Qualitative Sozialforschung in Mexiko

César A. Cisneros Puebla

Zusammenfassung: Für Mexiko ist im letzten Jahrzehnt ein vermehrtes Interesse an interpretativen Methodologien zu verzeichnen. Der Einfluß qualitativer Methodik hat insbesondere in Disziplinen wie Medizin, Soziologie und Sozialpsychologie einen deutlichen Niederschlag gefunden. (Dabei ist anzumerken, daß in Mexiko wie in anderen südamerikanischen Ländern der Grad der Professionalisierung in den [Sozial-] Wissenschaften nach wie vor eher gering ist.) Was konkrete qualitative Forschungsstrategien und -verfahren angeht, zeichnet sich aktuell eine Verschiebung von der Verwendung Teilnehmender Beobachtung und von Aktionsforschung hin zu interpretativer Ethnographie und zur Nutzung der Grounded Theory ab. Gesundheit und Körper, Identität und Lebensraum/Lebenswelten erhalten als empirische Forschungsfelder vermehrt Beachtung, wobei zu ihrer Analyse auch computergestützte Verfahren Anwendung finden.

Keywords: Interpretative Tradition, Subjektivität, Grounded Theory, Ethnographie, Identität, Gesundheit

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Gesundheit

3. Soziale Identität

4. Computer-gestützte Analysen

5. Perspektiven

Literatur

Zum Autor

Zitation

 

1. Einführung

In der Gegenwart ist in Mexiko das Interesse an der qualitativen Forschung gewachsen. Obwohl es weder Berufsvereinigungen gibt, die Forscher zusammenführen, die in dieser Richtung ausgebildet sind, noch spezialisierte Zeitschriften, die sich ausschließlich der Veröffentlichung von Arbeiten widmen, die auf Basis dieses aufstrebenden Paradigmas entwickelt wurden, haben die Sozialwissenschaftler Mexikos ihren Blick diesem Bereich zugewandt. In den letzten Jahrzehnten wurden in den Bereichen der Kulturanthropologie, der urbanistischen Studien, der feministischen Theorie und von Praktikern der kommunitären Arbeit Erfahrungen gesammelt, die heute eine sehr reichhaltige methodologische Reflexion ermöglichen. [1]

Aus verschiedenen Bereichen sind die Forscher dazu gekommen, die alltäglichen Erfahrungen von Menschen mit dem Ziel zu untersuchen, die Kluft zu überwinden, die das konventionelle empiristische Paradigma zwischen der Wissenschaft und dem "gesunden Menschenverstand" aufgebaut hatte: So hat die narrative Form des Denkens die tradierten Formen der Forschung bei Seite gedrängt. In diesem Sinne verstehen wir qualitative Forschung als kritische und interpretative Analyse der Erzählungen von den gewöhnlichen Erfahrungen der gewöhnlichen Menschen. [2]

Mit Sicherheit haben die Sozialwissenschaften in Mexiko verschiedene Entwicklungsprozesse durchlaufen, sowohl auf nationaler wie internationaler Ebene. Jede der sozialwissenschaftlichen Disziplinen verfügt in jedem einzelnen Fall und in jedem Maßstab über eine spezifische Geschichte. Dies gilt für die Sozialpsychologie, die Soziologie, die Anthropologie, die Linguistik genauso wie für jede andere Sozialwissenschaft. Zur Veranschaulichung könnte man sagen, daß die Geschichte der qualitativen Soziologie Mexikos derjenigen Japans ähnlich ist (KATO 1988). In beiden Ländern basiert die qualitative Ausrichtung auf dem gleichen Ursprung, nämlich der Reflexion auf das Soziale mittels der Analyse des reichhaltigen kulturellen Vermächtnisses, das sie seit Jahrhunderten besitzen; auch die Debatten zwischen Soziologie und Marxismus in den 60er Jahren ähneln sich. Gleichwohl ist die aktuelle Situation der Soziologie – in Japan nach der Meiji Revolution (1868) und in Mexiko vor der Revolution (1910) entstanden – in beiden Fälle verschieden: In Japan ist eine qualitative Soziologie nur peripher vertreten, während sie im Gegensatz hierzu in Mexiko diejenige ist, die das institutionelle Panorama bestimmt. [3]

Unsere Sozialpsychologie ist ebenfalls sehr jung. Sie wurde in den 80er Jahren begründet und befindet sich noch immer in einer Phase der Formulierung der Diskussion zwischen objektivistischem und interpretativem Paradigma. Die erste Fakultät für Psychologie wurde in der ersten Hälfte der 70er Jahre durch eine Abspaltung von den Humanwissenschaften gegründet, die in der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) vom Fachbereich Philosophie repräsentiert werden. Hierbei wurde die wissenschaftliche Psychologie im Rahmen des Empirismus definiert, während die Sozialpsychologie zunächst auf die angelsächsische Tradition der Kleingruppenforschung mit eher experimentellem Charakter reduziert wurde. Erst vor kurzem begannen wir als Forscher, die das von phänomenologischen Traditionen, symbolischem Interaktionismus und Konstruktivismus gebildete interpretative Paradigma anwenden, an Terrain zu gewinnen. [4]

Die Anthropologie und die Linguistik haben ebenfalls eine eigene Entwicklung durchlaufen, die zu großen Teilen an mehr oder weniger breite soziale Bewegungen angekoppelt war. In diesem Artikel werde ich mich jedoch – trotz der faszinierenden Geschichte jeder der sozialwissenschaftlichen Disziplinen – mit den aktuellen Fortschritten im Bereich der qualitativen Methoden beschäftigen. Als Bezugsrahmen wird eine ausgewählte Anzahl theoretischer und praktischer Arbeiten dienen, die einige Charakteristika der Arbeitsweise mexikanischer Sozialwissenschaftler verdeutlichen sollen. [5]

Außerdem beschränke ich mich vor allem auf Arbeiten und Projekte aus den letzten zehn Jahren. Dies resultiert aus der Auffassung, daß die relative theoretische Homogenität der 70er Jahre auf bestimmten Interpretationen des Marxismus beruhte, so zum Beispiel in der Entwicklungssoziologie oder in der Dependenztheorie. Dies gab für das nachfolgende Jahrzehnt, die 80er Jahre, den Anstoß zu einem gewissen "theoretischem Pluralismus", der z.B. in der mexikanischen Soziologie (GIROLA & OLVERA 1994) zu einer Krise der alten Theorien und zu einer intensiven Suche nach Möglichkeiten einer mehr auf empirische Belange bezogenen Forschung führte. Die zentrale These der vorliegenden Arbeit ist, daß eine Entwicklungsperspektive, die aus der Ernüchterung den traditionellen Arbeitsweisen gegenüber folgte, genau die qualitative Forschung ist, die in den 90er Jahren an Profil gewonnen hat und die sich, der von CRESWELL (1998) vorgeschlagenen Einordnung folgend, aus den Traditionen der Biographieforschung, der Phänomenologie, der Grounded Theory, der Ethnographie und von Fallstudien zusammensetzt. [6]

Die folgende Darstellung wird sich auf drei Bereiche konzentrieren: Gesundheit, Identität und die Nutzung computergestützter Analysen. [7]

2. Gesundheit

In diesem Bereich hat sich, trotz der Nichtexistenz einer mexikanischen Tradition in der Medizinsoziologie, allmählich und in zunehmendem Maß ein enormes Interesse an qualitativer Forschung gebildet. Unsere Überraschung war groß, als wir – uns in die Grounded Theory vertiefend – die Anfänge in den Arbeiten mit Ärzten und Krankenschwestern entdeckten. Das unmittelbare Erleben von Schmerz, Krankheit und Tod war zuvor kein soziologisch relevantes Objekt gewesen. In der Folge auch dieser Rezeption haben sich für die Forschung im öffentlichen Gesundheitswesen interdisziplinäre Teams aus Ärzten, Psychologen, Soziologen und Anthropologen gebildet. [8]

Das Programm für qualitative Forschung im Gesundheitsbereich ist ein permanentes Seminar, das vom universitären Gesundheitszentrum der Universität Guadalajara aus verschiedene Initiativen mit dem Ziel organisiert, Projekte zu stärken und Verbindungen zwischen Forschern auf nationaler Ebene aufzubauen. Das Programm gehört dem "International Institute for Qualitative Methodology" (http://www.ualberta.ca/~iiqm) der "University of Alberta" in Kanada zu. Im Augenblick werden hier verschiedene Arbeiten realisiert und recht breit veröffentlicht. Die in diesem Zentrum entwickelten Forschungsprojekte umfassen Themen von "Altern", "Soziokulturelle Aspekte der reproduktiven Gesundheit" bis zu "Die Erfahrung chronischen Leidens im täglichen Leben" und "Soziale Repräsentation von Gesundheit". Für dieses schwierige Alltagsfeld sind z.B. Arbeiten zu nennen, die sich mit sozialen Identitäten und Gesundheitspraktiken beschäftigen (MERCADO & ROBLES 1998), sowie Arbeiten, die sich auf spezifische Leidensarten in ihrem familiären, stadtteilbezogenen und sozialen Kontext konzentrieren (MERCADO 1996). [9]

Es gibt jedoch auch andere Projekte, die nicht an das oben genannte Programm für qualitative Forschung im Gesundheitsbereich angebunden sind und die bereits etliche Forschungsresultate in den jeweiligen Institutionen vorweisen können, so vor allem das "Instituto Mexicano de Psiquiatría" und die "Universidad Autónoma Metropolitana" (UAM). Forschungsarbeiten beschäftigen sich hier mit den Problemen spezifischer Bevölkerungsgruppen, so z.B. mit Schwangerschaften von Heranwachsenden (ATKIN 1996, EHRENFELD 1999) und mit Prozessen der sozialen Wahrnehmung, Kategorisierung und Attribuierung in Risikogruppen, z.B. von Jugendlichen, die Lösungsmittel inhalieren (LARA et al. 1998). [10]

Das "Colegio de México", ein im Land angesehenes Zentrum für Sozialforschung, hat das Programm "Reproduktive Gesundheit und Gesellschaft" entwickelt, dessen Forschungsergebnisse eine der solidesten dokumentarischen Quellen der Forschungsarbeit zu diesem Thema bilden (SZASZ & LERNER 1996). Die hier versammelten Forschungsarbeiten sind eng mit qualitativer Forschung verknüpft; Themen sind u.a. die Ethnologie des Körpers, die Bedeutung der Jungfräulichkeit auf der Basis des sozialen Konstruktivismus und, basierend auf der Grounded Theory, der Prozeß von Gesundheit und Krankheit im indigenen Volk der Huichol. Von dieser Institution werden ebenfalls ausgedehnte Analysen zur Gesundheit Heranwachsender durchgeführt, wobei Ergebnisse, die mit Methoden gewonnen werden, die dem konventionellen Paradigmen folgen, mit den aufkommenden qualitativen Strategien kombiniert und verglichen werden (STERN & MEDINA 2000). [11]

Mexiko verfügt also über eine ausgedehnte Forschung im Bereich Gesundheit. Sicherlich ist das nicht ausreichend, aber die oben erwähnten Beispiele betreffen eine Auswahl an Fragestellungen, die von Interesse für qualitativ arbeitende Forscher sind. Dies impliziert nicht, daß es keine Forschung über AIDS und AIDS- Behandlung, über Patienten mit einer terminalen Krebserkrankung oder über andere Leiden gäbe; ebenso existieren epidemiologische Studien und Forschungsarbeiten über die Rehabilitation im Krankenhausbereich. Aber trotz der großen Anzahl solcher Forschungsarbeiten ist deren Untersuchung mithilfe eines qualitativen Interpretationsparadigmas noch unvollständig und ungenügend. Auch wäre es wünschenswert über Forschungsarbeiten zu verfügen, die den von Carolina MATINEZ-SALGADO (1999a) für den Bereich von Intimität und Privatheit durchgeführten ähneln und die die soziale Wahrnehmung von Gesundheitsproblemen in armen Bevölkerungsgruppen behandeln: Die Autorin hält sich nicht länger mit Theorien über die Armen auf, sondern sie beschäftigt sich mit den Theorien der Armen über sich selbst; oder mit anderen Worten: es geht nicht mehr um Studien über die Gesundheit der Armen, sondern über deren eigene Erklärungen in bezug auf ihren Körper, ihre Gesundheit und ihre Krankheit. [12]

3. Soziale Identität

Von der ethnographischen Tradition ausgehend, gibt es eine große Zahl von Forschungsarbeiten über Rituale, Religion, Traditionen, Kulturen und Erinnerungen, welche die heutige mexikanische Anthropologie ausmachen. Hier wird unser analytischer Hintergrund von Forschern wie Oscar LEWIS, Erich FROMM, Guillermo Bonfil BATALLA, Enrique Flores CANO und Nestor García CANCLINI gebildet. Jedoch auch in diesem Bereich möchte ich einige neuere Arbeiten hervorheben. So wurden im Bereich der Globalisierung (VALENZUELA 1998) Studien zu Identität, Multikulturalität, dem symbolischen Weltbild und zu Rassismus durchgeführt. Diese untersuchen mit qualitativen Methoden die mexikanischen Migranten unter der Perspektive kultureller Grenzen (allein in den Staaten Texas und Kalifornien konzentrieren sich 22 Millionen spanischsprachiger Einwohner, von denen die Mehrheit Chicanos sind). Diese Untersuchungen führen die vorhergehenden Arbeiten von José Manuel VALENZUELA (1988) fort, in denen er biographische und ethnographische Betrachtungsweisen in eine Untersuchung kollektiver Identitäten und symbolischer Territorien integrierte. [13]

Einen ähnlichen Weg geht eine weitere Studie über kollektive Identität und Jugendkulturen (REGUILLO 1991) und eine unter sozio-ethnographischer Perspektive brilliante Studie (wenn auch im Bereich der sozialen Kommunikation), welche die kollektive Erfahrung einer durch Gasexplosionen in Guadalajara verursachten Katastrophe aufarbeitet (REGUILLO 1996). Eine renommierter mexikanischer Schriftsteller (MONSIVAIS 1999, S.10) hat sich in bezug auf diese Forscherin folgendermaßen geäußert: "Reguillo spricht, beobachtet, erlaubt zu sprechen und beobachtet zu werden, und der Dialog sowie die Mischung der Erfahrung setzt das frei, was ihr am meisten bedeutet: 'Die einzigartigen Annäherungen an die plurale Realität, die Darstellung einer Gesellschaft, die durch das Leben ihrer Bewohner komplex wird und die die politischen Tatsachen zu vereinfachen und zu banalisieren suchen'." [14]

Ausgehend von einem kritischen Standpunkt gegenüber der zeitgenössischen Forschung in Mexiko hat sich eine Gruppe aus Kommunikationsforschern, Soziologen und Anthropologen gebildet, deren letzte Arbeit (GALINDO 1998) zum Ziel hat, die wichtigsten Aspekte der folgenden Forschungsansätze aufzuzeigen: Umfrage und qualitative Interviews, Diskussionsgruppen, Diskursanalyse, historische Forschung, Oral History und Lebensgeschichte, Ethnographie, partizipative Forschung und ein ethnomethodologischer Ansatz für die Untersuchung visueller Bedeutungen. In Verbindung mit Theorien der Komplexität wurden von dieser Gruppe auch auf der Ethnographie basierende Vorschläge entwickelt, um zu einem Verständnis der Verknüpfung von mikrosozialer und makrosozialer Ebene zu gelangen. [15]

Im Bereich der biographischen Forschung sind nicht nur Anthologien zu Schlüsseltexten (ACEVES 1993) von Paul THOMPSON, Daniel BERTAUX, Regine ROBIN, Françoise MORIN und anderen Autoren entstanden, die sich mit theoretischen, methodologischen und technischen Aspekten und Techniken befassen – so etwa, der "Oral History" zugehörig, Regeln zur Feldarbeit, um Zeugnisse und mündliche Überlieferungen der ländlichen Bevölkerung Mexikos zu beschreiben (ACEVES 1992) –, sondern auch Untersuchungen zur Beziehung und zu Differenzen zwischen Erfahrung und Erzählung (LINDON 1999a): Hier werden die autobiographischen Erzählungen in den Rahmen von kollektiver Erinnerung, ethischer und ästhetischer Motivationen und von den ihnen unterliegenden Sozialisationsprozessen gestellt. Eine der ersten Fragestellungen, die in den Jahren der "theoretischen Vielfalt" Forschungsthemen hervorbrachte, war die Untersuchung der Verbindung zwischen Lebensgeschichte und sozialen Bewegungen (SALTALAMACCHIA et al. 1983). In neueren Forschungsarbeiten wurde, von einer interpretativen Perspektive ausgehend, die Beteiligung von Frauen an urbanen Bewegungen untersucht (MASSOLO 1992). [16]

Darüber hinaus gibt es Studien, die, von der Soziodemographie herkommend, psychoanalytische Deutungen nutzen, um den Alltag von Menschen in bezug auf Fragen der Gesundheitsfürsorge zu untersuchen (MARTINEZ-SALGADO 1996). Andere Studien formulieren, von einer qualitativen Methodik mit mikrosozialer Orientierung ausgehend, Annäherungen an mögliche subjektive, die Beziehung zwischen Bevölkerung und Umwelt prägende Elemente (MARTINEZ-SALGADO 1999b). [17]

Unter dem Aspekt der sozialen Identität ragt ein von Miguel AGUILAR et al. (1998) vorgeschlagenes, analytisches Konzept heraus, das dazu dienen soll, mittels einer strategischen qualitativen Stichprobe die Prozesse der Aneignung von Räumen, Formen der Alltagsstrukturierung sowie der Verbindung zwischen Raum und kollektiver Identität in Wohnsiedlungen ärmerer Bevölkerungsschichten zu untersuchen. In diesem Bereich sind außerdem die in benachteiligten Gebieten der Peripherie von Mexiko-Stadt realisierten, vertiefenden systematischen Studien zum Alltagsleben in einem von sozialer Ungleichheit geprägten Kontext erwähnenswert (LINDON 1999b). [18]

Als letzte seien die – wenn auch noch im Anfangsstadium befindlichen – Forschungen im Bereich der Intervention in Gemeinschaften genannt, die sich mittels qualitativer Forschungsstrategien mit "kognitiven Landkarten" und geographischen Informationssystemen befassen (REID et al. 1998). Hier geht es darum, die Repräsentation sozialer Prozesse als Punkte, Linien und Poligone mittels geographischer Software zu systematisieren. [19]

4. Computer-gestützte Analysen

In Mexiko existiert bisher keine nationale Untersuchung zur Nutzung computergestützter Forschungsmethodik in den Sozialwissenschaften, wie etwa die Studie von RODRIGUEZ (1998), bei der die Teilnahme von argentinischen Forschern in sozialwissenschaftlichen Mailinglisten zur computergestützten Forschung evaluiert wurde. Dennoch ist hier ein wachsendes Interesse sehr deutlich, dies betrifft auch die allmähliche Einbindung von Forschergruppen in die Dynamik der konzeptuellen Kritik, die mit einem qualitativen Forschungsansatz einhergeht. So ist etwa die Teilnahme spanisch sprechender Personen (vor allem aus Argentinien, Venezuela und Mexiko) in diesen Listen gestiegen, und natürlich erleichtert das World Wide Web den Zugang zu Informationen, Forschungsberichten, Büchern etc. Erwähnt sei etwa "The Qualitative Research Web Ring" (http://kerlins.net/bobbi/research/qualresearch/) der, neben anderen, einer der wichtigsten Orte für qualitative Forschung berührende Themen ist. [20]

In einigen der in Mexiko realisierten Studien wird die Verwendung von "Ethnograph" (SEIDEL 1998) berichtet. Ethnograph war seit seinem Erscheinen 1988 die erste Software, die unsere Aufmerksamkeit auf sich lenkte. In der Universidad Autónoma Metropolitana (Campus Iztapalapa) nutzten mehrere Forschungsprojekte über narrative Identitäten, politische Debatten und Ortsidentität NUDIST-4. NUDIST-4 wird zusätzlich in der akademischen Lehre im Fach Sozialpsychologie für Tiefeninterviews, Fokusgruppen, Ethnographien und Fallstudien verwandt. Insbesondere nützlich war, beim Evaluieren der Analysemöglichkeit in "Fuzzy sets" Unsicherheiten in der Umgangssprache zu untersuchen (CISNEROS 1999). Unser Leitfaden für die Auswahl der zu verwendenden Software basiert auf verschiedenen Quellen (ALEXA & ZUELL 1999, BARRY 1998, STRÜBING 1995, KELLE 1995, FIELDING & LEE 1993, MILES, MATTHEW & WEITZMAN 1995). Seit kurzem beginnen wir in Projekten auch mit ATLAS-ti zu arbeiten. Persönlich habe ich in Mailinglisten wie atlas-ti@listserv.gmd.de, qual-software@mailbase.ac.uk, mailing-list@qsr.com.au teilgenommen. [21]

Die qualitative computergestützte Analyse ist in Mexiko ein von einer kleinen Zahl von Sozialwissenschaftlern dominiertes Terrain, und wir versuchen, optimale Methoden zu unterrichten, um dieses Hilfsmittel zu nutzen. Die ergiebigste Kommunikation besteht hier aktuell mit Forschern aus Disziplinen, die sich mit Verwaltung, Planung und Zukunftsanalyse beschäftigen. (In meinem Fall betrifft dies vor allem an den Waldbeständen interessierte Biologen, die bereits andere Typen von Software wie z.B. Expert Choice, Inspiration oder Decision Explorer in ihren Untersuchungen verwendet haben.) [22]

Schlußendlich gibt es ein Feld von Hindernissen, das die mexikanischen Forscher zu überwinden haben. Es speist sich aus in der Natur der Sache liegenden Problemen von Mensch und Computer, dem Mißtrauen den neuen Technologien gegenüber und grundlegenderen Fragen wie: Sind diese Silicium-Chips und diese Software nun diejenigen, die den hermeneutischen Zirkel festlegen, den zu definieren es früher mir zustand? Wie wir alle wissen, die wir in die Benutzung dieser Mittel einbezogen sind, sind dieses Mißtrauen und diese Art von Fragen völlig unangemessen: Die modernen qualitativen Analysemethoden erlauben uns, komplexe Daten aus der Alltagswelt zu handhaben, zu beschreiben und zu erkunden, und gleichzeitig erlauben sie uns, neue Ideen und Theorien zu erproben; letzteres wird unsere vorrangige Aufgabe bleiben. [23]

Nachdem Ethnograph den Weg eröffnet hatte, sind nun für diejenigen mexikanischen Forscher, die ihre epistemologischen Ängste gegenüber der Nutzung von Computern in der qualitativen Analyse überwunden haben, NUDIST-4 und ATLAS-ti die führenden Programme (wenngleich auch über die Unterschiede zwischen WinMax, Anthropac, HyperRESEARCH, Code-A-text, Folio-Views, CATPAC und etlichen anderen diskutiert wird). Und es ist ebenso üblich geworden, den Unterschied zwischen den Programmen im Auge zu haben, die nur zu deskriptiven Zwecken entworfen wurden und denjenigen, die Theorienentwicklung in den Sphären der Hypertexte erlauben. [24]

5. Perspektiven

Mit der Zielsetzung, Kontakte und Kooperationen auszubauen, zeichnet sich für das 21. Jahrhundert eine Vielzahl von Aktivitäten für mexikanische Sozialwissenschaftler ab, die eine qualitative Orientierung bevorzugen: [25]

Politische Aktion:

d.h. die notwendigen Verbindungen zu Gruppen und sozialen Akteuren aufzubauen mit dem Ziel einer Schärfung der Wahrnehmung im Sinne von GLASER (1999, p.840) als Weiterführung der Grounded Theory bis in ihre äußerste Konsequenz. Die Herausforderung besteht darin, uns mit unserem konzeptionellen Gepäck, geformt durch die Beiträge von Barney GLASER und Anselm STRAUSS (1967), Anselm STRAUSS (1987), Anselm STRAUSS und Juliet CORBIN (1990) und Norman DENZIN und Yvonna LINCOLN (1994), einzubringen in die rebellische Kritik und in die Konstruktion der möglichen Welten, welche die soziale Aktion lenken. Es geht auch darum, die zugrundeliegenden Modelle der im alltäglichen Leben der Bevölkerung etablierten Machtstrukturen zu entdecken, unter deren Einfluß sich die narrative Fiktion konstruiert – mit ihren kulturellen Projekten und der zunehmend partizipativeren Zivilgesellschaft, die aus der Misere und dem Schmerz der Straßenkinder, der arbeitenden Mütter, der erziehenden Frauen, der Migranten und der Indigenas erwächst. Es ist wichtig, hier die Anstrengungen der Schaffung eines nützlichen sozialen Wissens über Mexiko-Stadt von Seiten einiger der sozialen Akteure zu erwähnen; sowohl von Bürgerinitiativen als auch durch öffentliche Körperschaften (NOVIB/GDF 1999), wenngleich es auch an der erwähnten Schärfung der Wahrnehmung nach wie vor mangelt. [26]

Zeitschriften:

Es haben sich im Rahmen der gemeinsamen Herausgabe z.B. von Zeitschriften Gruppen gebildet, die sich der qualitativen Forschung im Bereich der Alltagswelt widmen. Unter diesem Aspekt ist die Initiative zu einer Diskussion (FERNANDEZ & CISNEROS 1994) über Theoretische Psychologie herausragend, die als Disziplin verstanden wird, deren Kriterium der Wahrheit sich weder aus Daten noch aus der Anwendung von Wissen konstituiert, sondern aus der Argumentation. Wegen des Fehlens einer Zeitschrift über qualitative Forschung zerstreuen sich die Anstrengungen und wir kennen einander nicht – dies gilt nicht nur für Mexiko, sondern für ganz Lateinamerika. Zum Beispiel wird bei Betrachtung der Artikel, die in der Zeitschrift "Psicologia e Sociedade" (Vol 10, Nr.2) enthalten sind, welche von der brasilianischen Vereinigung für Sozialpsychologie (ABRAPSO) herausgegeben wird, die Notwendigkeit deutlich, nationale und kontinentale Foren aufzubauen. Das bedeutet also programmatisch: Im Lateinamerikanischen Raum ist eine sozialwissenschaftliche Zeitschrift zu qualitativer Forschung notwendig. [27]

Netzwerke:

d.h., professionelle Assoziationen zu bilden, die interdisziplinär organisiert eine gegenseitige Bereicherung verschiedener Forschungsprojekte ermöglichen. In diesem Bereich läßt sich bezüglich der institutionell integrierten Forschergruppen, die in Universitäten und Forschungsinstitute eingebunden sind, diagnostizieren, daß die Zukunft nicht allzu desorganisiert sein wird. Hier sind unterschiedlichste Bemühungen sinnvoll: assoziierte Gruppen, Mailinglisten, Projekte im WWW, virtuelle Gemeinschaften usw. [28]

Bürgerlicher Journalismus:

Hier geht es darum, Berufsprofile zu entwickeln, die unsere qualitativen Forschungsstrategien mit denen realer Akteure des alltäglichen Lebens verbinden. Über die Projekte der Verbreitung wissenschaftlicher Veröffentlichungen hinaus müssen wir von der Unverzichtbarkeit der Aufgabe überzeugt sein, auch "ohne die Spezialisierung der wissenschaftlichen Konzepte" zu schreiben; oder den von DENZIN (1997) formulierten Begriffen folgend: Ethnographie wie bürgerlichen Journalismus machen. Es gibt hierzu bereits Beispiele in der qualitativen mexikanischen Sozialforschung, wir müssen uns allerdings noch mehr der Gesellschaft gegenüber öffnen. Es ist notwendig, daß wir für die gewöhnlichen Menschen über die gewöhnlichen Menschen in alltäglichen Situationen schreiben. [29]

Interdisziplinarität:

Auf dem Gebiet multikultureller Bevölkerung und den in unseren Zeiten so wichtigen multiethnischen Demokratien dürfen wir die Möglichkeiten der ethnographischen Forschung nicht aus den Augen verlieren, die uns die Positionierung zeigt, welche die sozialen Akteure in ihrer Interaktion entwickeln. In diesem Sinne sind die von Enrique HAMEL umgesetzten Arbeiten besonders bedeutsam. Darin entwickelt er seit einiger Zeit eine qualitative Soziolinguistik, die sich u.a. auf die Probleme der Zweisprachigkeit der indigenen Bevölkerung und der Sprachpolitik bezieht (HAMEL 1995). Er hat stets den Kontakt zu Sozialpsychologen, Anthropologen, Ärzten und anderen Berufsgruppen gesucht, die sich ebenfalls mit qualitativer Methodik beschäftigen. [30]

Konzeptionelles Erbe:

Unter dem Gesichtspunkt, daß wir in letzter Zeit beginnen, unser Erbe zu schätzen, ist es wichtig, unter einer kontrastierenden Perspektive zu überlegen, wie z.B. das Verhältnis zwischen Fokusgruppen (MORGAN 1988) und Diskussionsgruppen (IBANEZ 1992) ist; welche Rolle die Gedanken von Alfred SCHÜTZ in unseren Geschichten über Gemeindepsychologie und politischen Psychologie (MONTERO 1994) besonders in Bezug auf die Intersubjektivität spielen. Ebenso wichtig ist es, das Modell von partizipativen Forschungsaktionen im Licht des mit den qualitativen Methoden einhergehenden kritischen Ansatzes neu zu überdenken; und ebenfalls zu überlegen, wie die narrativen Fokussierungen zu behandeln sind (RIESSMAN 1993), wenn im interkulturellen Bereich die in den Konversationsprozessen impliziten Konzepte des Ich nicht erforscht sind. [31]

Sammlung/Archivierung:

Hierzu gehört es Datenbasen zu schaffen, die es erlauben, verschieden Aspekte der Forschung kennenzulernen, seien sie für nationale private Firmen, internationale Organisationen, soziale organisierte Gruppen, Finanzfirmen, Regierungsorganisationen oder politische Parteien erarbeitet. Es gibt ausreichend Erfahrungen in der Forschung, daß sehr ergiebige Arbeiten, wenn sie nicht öffentlich zugänglich gemacht werden, für immer zwischen den Papieren der Auftraggeber liegen bleiben. Im Falle Mexikos wissen wir von Studien, über deren Ergebnisse nicht gesprochen werden kann, da sie zu wenig bekannt sind. In diesen wurden qualitative Herangehensweisen entwickelt. Sie behandeln unter vielen anderen Themen den sozialen Wissenserwerb, die Konstituierung von Bürgerschaft, die Risikowahrnehmung und medizinische Notfallsituationen. [32]

Neue Themen:

Zu guter letzt gilt es Forschungszweige aufzubauen, die als kurzfristige Prioritäten für neue Themen Aspekte wie Kriminalität und Unsicherheit im öffentlichen Raum, neue Technologien im ländlichen Bereich, Stadtplanung und nachhaltige Entwicklung behandeln. Die Arbeiten über Kunst und ihr Publikum werden weiterhin von Bedeutung sein, ebenso Studien über Museumsbesuche. Die multilokalen Ethnographien werden weiter an Interesse gewinnen und mit Sicherheit wird die Qualität der Studien immer besser werden. Die Grounded Theory wird in weiteren Wissensgebieten angewendet werden. Jedoch werden die Themen mit dem Ziel der Überwindung der Armut ebenso wie in anderen Ländern des peripheren Kapitalismus vorrangig bleiben – wenn ich mich hier auch diesbezüglich lediglich auf Gesundheit und soziale Identität konzentriert habe. [33]

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Zum Autor

César A. CISNEROS PUEBLA

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Zitation

Cisneros Puebla, César A. (2000). Qualitative Sozialforschung in Mexiko [33 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 1(1), Art. 2, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs000128.



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