Volume 10, No. 3, Art. 28 – September 2009

Rezension:

Adrian Schmidtke

Günter Mey & Katja Mruck (Hrsg.) (2007). Grounded Theory Reader. Historische Sozialforschung / Historical Social Research (The Official Journal of QUANTUM and INTERQUANT), Supplement No. 19. Köln: Zentrum für Historische Sozialforschung, 344 Seiten, ISSN 0172-6404, 12,- EUR

Zusammenfassung: Der vorliegende Band, der zum vierzigsten Geburtstag der Grounded-Theory-Methodologie (GTM) zusammengestellt wurde, untergliedert sich in zwei Abschnitte. Der erste reflektiert die Genese und Grundpositionen der GTM und bietet Raum für die exemplarische Darstellung zentraler Kontroversen. Der zweite Abschnitt nimmt die Forschungspraxis in den Blick, wobei einzelne Problemstellungen der praktischen Arbeit mit der GTM im Mittelpunkt stehen. In der Summe ist der "Grounded Theory Reader" ein hervorragend zusammengestellter Band, der allerdings weniger für einen ersten Einblick in die GTM geeignet ist, als vielmehr einen Überblick zum gegenwärtigen Stand der Dinge bietet, für den grundlegende Kenntnisse der methodologischen Prämissen und Forschungspraxis vorteilhaft sind.

Keywords: Grounded-Theory-Methodologie; Methodenreflexion; Forschungspraxis

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: 40 Jahre Grounded-Theory-Methodologie

1.1 Genese und Grundhaltungen der GTM

1.2 Brüche und Abgrenzungen

2. Die Beiträge des Bandes

2.1 Positionen und Kontroversen

2.2 Praxisreflexionen

3. Fazit

Anmerkung

Literatur

Zum Autor

Zitation

 

1. Einleitung: 40 Jahre Grounded-Theory-Methodologie

2007 jährte sich "The Discovery of Grounded Theory" (vgl. Glaser & Strauss 1967) zum vierzigsten Mal. Die Entwicklung dieser spezifischen Grundhaltung qualitativer Sozialforschung durch Barney G. GLASER und Anselm L. STRAUSS hat wie kaum eine andere die sozialwissenschaftliche Forschungspraxis der letzten Jahrzehnte geprägt und ist mittlerweile als Forschungsstil in den unterschiedlichsten Wissenschaftsfeldern etabliert. Anlässlich dieses Jubiläums erschien der vorliegende Reader, der es sich zur Aufgabe macht, sowohl die Kontroversen und Auseinandersetzungen innerhalb der Grounded-Theory-Methodologie (GTM) nachzuzeichnen, wie auch dem Praxisbereich angemessenen Raum zu bieten, ohne dabei dem Trugschluss eines definitiven GTM-Leitfadens aufzusitzen. Denn wenn die vierzig Jahre GTM durch eines geprägt worden sind, dann sind es gerade die Kontroversen und Auseinandersetzungen, die zur Ausbildung eines höchst heterogenen und keineswegs bis ins Letzte verbindlichen "Forschungsstils" geführt haben. Bevor die Beträge des Bandes diskutiert werden können, müssen daher zunächst die Genese der GTM und die zahlreichen Kontroversen kurz skizziert werden; vgl. zum Folgenden auch die sehr instruktiven Beiträge von Günter MEY und Katja MRUCK (S.11-39), Udo KELLE (S.133-156) sowie Jörg STRÜBING (S.157-174) im besprochenen Band. [1]

1.1 Genese und Grundhaltungen der GTM

In "The Discovery of Grounded Theory" aus dem Jahr 1967 (dt. 1998), der einzigen gemeinsamen methodologischen Publikation GLASER und STRAUSS', beschrieben die Begründer der GTM ihre in Teilen bis heute gültige Grundkonzeption der Methodologie. Diese wendete sich – mitunter in polemischer Absicht – gegen die Mainstream-Forschung der US-amerikanischen Soziologie der 1960er Jahre. Diese konnte aufgrund der Arbeitsteilung zwischen den sog. "grand theories" und – zumeist – quantitativer empirischer Forschung nicht den Ansprüchen genügen, die GLASER und STRAUSS in ihrer empirischen, praxisnahen Forschung verwirklicht sehen wollten. In der Tradition Ezra PARKs, John DEWEYs oder George Herbert MEADs stehend war ihnen vor allem an einer Sozialforschung gelegen, die neues theoretisches Wissen über und insbesondere durch die Auseinandersetzung mit der empirischen Praxis erschließen und darüber hinaus mittels Leitkonzepten für professionelles Handeln in den untersuchten Praxen wirksam werden konnte. Der letztgenannte Punkt ist in vielen Forschungsarbeiten, die heute mit der GTM arbeiten, nicht (mehr) von Bedeutung, denn die GTM hat sich zu einem Forschungsstil entwickelt, der weit über die Bereiche hinaus verwendet wird, in denen GLASER und STRAUSS tätig waren. Waren dies zunächst vor allem die Medizin und die Pflegewissenschaft, so findet sich die GTM als Forschungsstil mittlerweile z.B. im Kontext der Diskursforschung (vgl. KELLER 2005; KELLER 2007) auch in Bereichen, die weniger an Handlungskonzepten und schon gar nicht an Leitkonzepten für die Praxis interessiert sind. [2]

Was hingegen alle Ansätze der GTM gemein haben, ist ihre grundsätzlich abduktive Forschungslogik (obgleich GLASER und STRAUSS diesen Begriff nicht für ihr Vorgehen verwendet haben), d.h. das gleichsam spiralförmige Hin- und Herpendeln zwischen theoretischem Wissen, welches aus einem quasi unvoreingenommenem Beobachten der Praxis gewonnen wurde und dem gezielten Herantragen theoretischen (Vor-) Wissens an den Untersuchungsgegenstand. Diese auf den Handlungskonzepten des Pragmatismus fußende Grundvorstellung eines Forschungsprozesses, in der Erkenntnis nicht als linearer Prozess, sondern als kontinuierlicher Dialog zwischen Forschenden und Untersuchungsgegenstand gedacht und praktiziert wird, findet ihren sichtbaren Ausdruck auch im Theoretical Sampling, welches zentraler Bestandteil nahezu aller GTM-Schulen ist. Das Prinzip des Theoretical Sampling steuert die Erhebung von neuem Datenmaterial aufgrund der zu einer Zeit verfügbaren Erkenntnisse, Fragen und Konzepte. Wo umgekehrt das bereits vorhandene Material entstehende Fragestellungen und Hypothesen nicht abzudecken vermag, erzwingt das Theoretical Sampling den Einbezug neuen, ggf. erst noch zu erschließenden Materials. Das Theoretical Sampling bestimmt somit keinen genau bestimmbaren Fortschritt der Theoriebildung, sondern kann an jedem Punkt des Forschungsprozesses angewendet werden und ist gleichsam die praktische Umsetzung des dialogischen Grundverständnisses des GTM-Forschungsstils. [3]

Trotz dieser grundsätzlichen Gemeinsamkeiten hinsichtlich der forschungslogischen Prämissen und in Teilbereichen der Forschungspraxis sollte keinesfalls der Eindruck entstehen, bei der GTM handele es sich um ein geschlossenes methodisches Programm. Nicht nur haben sich GLASER und STRAUSS von Beginn an gegen eine derartige Vorstellung gewehrt, sondern die 40 Jahre, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt nach den Prämissen der GTM forschten, sind vielmehr gekennzeichnet durch zum Teil heftige Kontroversen zwischen ihren Anhänger/innen und Schulen, die darüber hinaus stets bemüht waren und sind, die Eigenständigkeit der GTM nach außen zu betonen. Dies hat nicht selten zu deutlichen, teilweise drastischen Abgrenzungsbestrebungen und Grabenkämpfen geführt. [4]

1.2 Brüche und Abgrenzungen

Will man die vielfältigen und zahlreichen Brüche und Abgrenzungen skizzieren, die die Geschichte der GTM sowohl in ihrem Zentrum gezeichnet haben als auch an ihrer Peripherie wirksam waren und sind, so empfiehlt sich ein kurzer systematischer Blick auf zwei elementare Streitpunkte. In ihrem Inneren ist die Geschichte der GTM gekennzeichnet von zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Schulen und methodologischen Grundhaltungen; an ihren Außenrändern lassen sich diese Kontroversen vor allem mit Blick auf das Bemühen beschreiben, gegenüber anderen Methoden qualitativer Datenanalyse (QDA) die grundsätzliche Eigenständigkeit der GTM herauszustellen. [5]

Der wohl prominenteste Streit innerhalb der GTM ist derjenige zwischen ihren beiden Begründern. Streng genommen ist die Bezeichnung "Streit" allerdings unzutreffend, denn Anselm STRAUSS hat auf die in einem zuweilen recht rüden Ton vorgetragenen Vorwürfe Barney GLASERs niemals öffentlich reagiert. GLASER hatte an der Weiterentwicklung der GTM durch STRAUSS und dessen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen (allen voran Juliet CORBIN) kritisiert, STRAUSS habe mit seiner Aneignung der gemeinsam entwickelten Konzeption die Grundprinzipien der GTM in unzulässiger Weise verfälscht (vgl. GLASER 1992, Einleitung). Sein Vorwurf richtete sich vor allem auf die Frage, wie und an welcher Stelle theoretisch fundiertes Vorwissen an das Datenmaterial herangetragen werden dürfe. GLASER unterstellte STRAUSS (und CORBIN), ihre Vorgehensweise würde den erhobenen Daten eine bereits zuvor bestehende, wenigstens implizit gedachte Theorie "aufzwingen". Demgegenüber betont(e) er die Bedeutung der Emergence, d.h. das vermeintlich mühelose, unerzwungene Ableiten einer Theorie aus den Daten selbst (und nur aus diesen), das er als Schlagwort dem angeblichen Forcing des Kodier-Paradigmas Straussscher Prägung gegenüberstellt. GLASER trennt in seinen Kodierprozeduren das gegenstandsbezogene vom theoretischen Kodieren (auch wenn er bei letzterem ein ganzes Bündel theoretischer Vorannahmen an das Datenmaterial heranträgt), während bei STRAUSS (und CORBIN) diese Trennung eher implizit erfolgt. Ob diese Differenzen in der Praxis allerdings ebenso gravierend sind, wie sie in der Diskussion (und insbesondere in der Darstellung GLASERs) wirken, wird weiter unten auch in einigen Beiträgen des vorliegenden Bandes diskutiert. [6]

Jörg STRÜBING, der auch im vorliegenden Band mit einem Beitrag vertreten ist, sieht als wesentliche Ursache für die Differenzen zwischen GLASER und STRAUSS die unterschiedlichen Forschungskontexte, denen die beiden entstammen: Während STRAUSS eher der pragmatisch geprägten interaktionistischen Sozialtheorie verbunden bleibt, ist GLASER eher durch die positivistisch-funktionalistische Columbia School vorgeprägt (vgl. STRÜBING 2002, S.319ff.). Zumindest in der deutschsprachigen GTM-Landschaft war und ist der Ansatz von Anselm STRAUSS der weitaus verbreitetere, auch wenn GLASER sich wiederholt auf einen Quasi-Alleinvertretungsanspruch der GTM berufen hat (vgl. auch die Beiträge GLASERs im besprochenen Band). Darüber hinaus scheint bei vielen Anwender/innen der GTM bis heute nur ein gering ausgeprägtes Bewusstsein um die Koexistenz mehrerer gleichberechtigter Schulen innerhalb der GMT-Tradition vorzuherrschen, die ihren Niederschlag etwa in einer differenzierten methodologischen Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Ansätzen der GTM finden könnte. [7]

Eine andere Tradition der Abgrenzung im Kontext der GTM findet sich an ihrer Peripherie, d.h. nach außen und gegenüber anderen Ansätzen der QDA. Gemeint ist der Anspruch der GTM, einen eigenständigen Forschungsstil anzubieten und nicht, wie es die Darstellungen vieler Übersichtsarbeiten und Lehrbücher zur QDA nahelegen (vgl. u.a. MAYRING 2002, S.103f.), nur ein Auswertungs- und/oder Erhebungsverfahren unter (vielen) anderen zu sein. Und wieder ist es Barney GLASER (gemeinsam mit Judith HOLTON, S.47-68), der vehement auch gegen eine undifferenzierte Inbeschlagnahme der GTM durch andere Verfahren der QDA zu Felde zog: Nur wer alle Verfahrensschritte richtig – d.h.: im Glaserschen Sinne – zur Anwendung bringe und GTM "als Ganzes" nutze, dürfe von sich behaupten, er/sie arbeite mittels der GTM. Aber auch andere, weniger radikale Verfechter/innen werden nicht müde, auf die prinzipielle Eigenständigkeit der GTM zu pochen. [8]

Dass diese Bemühungen nicht ganz ohne Grund sind, zeigt ein Blick auf die Forschungspraxis. Für gewöhnlich finden sich in der deutschsprachigen QDA, die sich der GTM bedient, eher allgemein gehaltene Verweise auf ein Vorgehen "nach der Grounded Theory", ohne dass dabei zwischen den unterschiedlichen Schulen und Grundauffassungen differenziert wird (meist ist von "der Grounded Theory" die Rede, gemeint ist aber Anselm STRAUSS). Sehr viel dramatischer ist jedoch die Häufigkeit, mit der einzelnen Verfahrensschritte der GTM, aus dem Zusammenhang gerissen, in andere Verfahren der QDA integriert werden, ohne dass dabei die in der Tat substanziellen Besonderheiten der GTM – etwa das Theoretical Sampling – überhaupt berücksichtigt werden. [9]

2. Die Beiträge des Bandes

Auch im "Grounded Theory Reader" sind die beiden eben skizzierten Perspektiven von zentraler Bedeutung. Der erste Abschnitt beschäftigt sich vor allem mit den unterschiedlichen Ausprägungen und den Kontroversen innerhalb der GTM und nimmt von dort ausgehend Bezug auf die Besonderheit und Eigenständigkeit dieser Forschungslogik. Die Beiträge des zweiten Abschnitts richten ihren Blick vor allem auf die Forschungspraxis und die mit dem Forschungsstil der GTM verbundenen Chancen und Schwierigkeiten. In gewisser Hinsicht kann der vorliegende Band, der betont, keine Festschrift zu sein (vgl. Vorwort, S.5), selbst als Beitrag umfassender Selbstbehauptungs- und Abgrenzungsstrategien der GTM gelesen werden. Das ist keineswegs polemisch gemeint. Viel wahrscheinlicher sind diese Abgrenzungsbemühungen Ausdruck der prinzipiellen Notwendigkeit, sich von der Beliebigkeit zu distanzieren, mit der aus dem Blickwinkel "harter" empirischer Sozialforschung nach wie vor viele Verfahren der QDA behaftet sind. [10]

2.1 Positionen und Kontroversen

Eröffnet wird der Band mit einer ausführlichen und informativen Einführung durch die Herausgebenden Günter MEY und Katja MRUCK (vgl. S.11-39), in der die wesentlichen Stationen der Entstehung der GTM, die Auseinandersetzung zwischen GLASER und STRAUSS sowie die wichtigsten Kodierverfahren kompakt und anschaulich referiert werden. [11]

Der erste Teil des Bandes (S.43-173) ist den Positionen und Kontroversen innerhalb der GTM gewidmet. Den Anfang macht Barney GLASER, der mit gleich drei Beiträgen im Band vertreten ist. In seinem (gemeinsam mit Judith HOLTON verfassten) Aufsatz "Remodeling Grounded Theory" (vgl. S.47-68) ist er vor allem um die Abgrenzung der GTM gegenüber anderen Verfahren der QDA bemüht, die diese, so GLASER, für ihre Zwecke ausnutzen, einzelne Arbeitsschritte und Verfahren aus dem Zusammenhang reißen und damit die GTM deformieren und verwässern. Dies geschieht insbesondere vor dem Hintergrund der "klassischen" GTM (im Glaserschen Sinn), deren Arbeitsschritte er zusammenfassend referiert. [12]

So konfrontativ und dünnhäutig GLASER argumentiert, so gelassen wirkt und argumentiert STRAUSS im anschließenden Interview mit Heiner LEGEWIE und Barbara SCHERVIER-LEGEWIE (S.69-79). Er referiert stärker aus einer autobiografischen Perspektive heraus seine Variante der GTM, ohne diese jedoch explizit mit der Glaserschen Sichtweise zu kontrastieren. Wo GLASER – wenigstens implizit – um eine deutliche Abgrenzung gegen STRAUSS bemüht ist und dessen Weiterentwicklungen der gemeinsam "entdeckten" Methodologie nicht einmal erwähnt, verweist jener mit beinahe großzügigem Gestus darauf, GLASERs "Theoretical Sensitivity" (GLASER 1978), sei "ein gutes Buch, das ich auch heute noch meinen Studenten empfehle" (S.74), wird allerdings auch nicht müde, den Erfolg seiner GTM-Variante zu betonen: "Es ["Basics of Quality Research"] ist übrigens ein Bestseller beim Sage Verlag" (ebd.). Bezeichnend sind die vielen begrifflichen Widersprüche zwischen GLASER und STRAUSS selbst dort, wo sie sich auf die ehemals gemeinsame Arbeit beziehen. Wo GLASER betont: "Always keep in mind that GT methodology is itself a GT that emerged from doing research on dying patients in 1967. It was discovered, not invented" (S.66, Herv. A.S.) und damit noch einmal das Emergenz-Postulat "seiner" GTM angesichts der Entstehung derselben reformuliert, rekapituliert STRAUSS: "So entwickelten wir im Verlauf der Studie Zug um Zug die Methode der Grounded Theory und unseren Forschungsstil" (S.72, Herv. A.S.). Hier kommt eine grundsätzlich differente Forschungsauffassung zum Ausdruck, die sich auch in den anderen Beiträgen GLASERs widerspiegelt. Abgesehen von teilweise spannender "Nähkästchenplauderei aus der guten alten Zeit", in der man sich gemeinsam anschickte, mit einer Methodologie zu Weltruhm zu gelangen, gehört das Interview mit STRAUSS aber sicherlich zu den weniger ergiebigen Beiträgen des Bandes. [13]

Ein weiteres Interview, diesmal mit Juliet CORBIN, der wichtigsten Mitarbeiterin und wissenschaftlichen Weggefährtin STRAUSS', bildet den dritten Beitrag des Bandes (S.80-92). Nach einer für meinen Geschmack zu ausführlichen und in weiten Teilen auch überflüssigen persönlichen Reflexion der Interviewsituation und des Werdegangs CORBINs durch den Interviewpartner Cesar A. CISNEROS-PUEBLA bestätigt CORBIN im Großen und Ganzen die Positionen von STRAUSS und berichtet ihrerseits von Erfahrungen mit der Forschungspraxis und der Weiterentwicklung und Modifikation der GTM in Workshops. Das zuvor Gesagte gilt auch hier: Auch dieser Beitrag gehört in methodologischer Hinsicht sicherlich zu den weniger herausragenden des Bandes. [14]

In seinem zweiten Beitrag bezieht Barney GLASER Stellung gegenüber der konstruktivistischen Auslegung der GTM durch Kathy CHARMAZ (vgl. CHARMAZ 2000, 2006). Auch hier lautet seine Argumentation im Kern: Alles, was von der ursprünglichen Konzeption der (d.h. seiner) Methodologie abweicht, darf sich nicht GTM nennen. Auch im Falle CHARMAZ stört er sich an der Übernahme bzw. Modifikation einzelner Elemente der GTM, insbesondere an dem konstruktivistisch gewendeten Verhältnis zwischen Forschenden und Forschungsgegenstand, welches seinem zentralen Paradigma "All is data!" (S.93) zuwiderlaufe. Konstruktivistische QDA nutze vielmehr nur einen sehr kleinen Teil des Datenmaterials, welches der GTM im eigentlichen Sinn zur Verfügung stehe. Dies stellt auch Antony BRYANT in seiner Erwiderung (S.106-113) auf den vorherigen Beitrag GLASERs heraus, wenn er das Blatt dahingehend zu wenden sucht, dass es vielmehr GLASER sei, der die GTM objektivistisch verenge und sich taub stelle gegenüber zwangsläufigen Modifikationen und Erweiterungen der "klassischen" GTM. [15]

Auch in seinem dritten Beitrag (S.114-132) verfolgt GLASER die Strategie, "seine" GTM gegen Modifikationen und Eingriff von außen zu schützen, indem er diese als "gewöhnliche QDA" zu diskreditieren sucht. Diesmal geht es um den konstruktivistisch geprägten Zugriff durch GUBA und LINCOLN (vgl. 1985) und ihr Plädoyer für eine Naturalist Inquiry. GUBA und LINCOLN hatten in ihrer Arbeit für eine Modifikation klassischer Gütekriterien qualitativer Sozialforschung plädiert und dabei insbesondere den Anspruch der Falsifizierbarkeit abgelehnt, weil es eine Realität, an der die Gültigkeit von Aussagen geprüft werden könnte, in der konstruktivistischen Sicht nicht gebe. Den Zorn GLASERs zogen sie sich mit dem Anspruch zu, dass die von ihnen entsprechend modifizierten Gütekriterien auch im Zuge der GTM Gültigkeit beanspruchen oder, schärfer (und in der Glaserschen Auslegung) formuliert, die GTM müsse als eine Spielart der QDA unter vielen den Paradigmen der Naturalist Inquiry folgen. Dem widerspricht GLASER erwartungsgemäß vehement. [16]

Udo KELLE arbeitet in seinem Beitrag (S.133-156) die grundsätzlichen Positionen GLASERs und STRAUSS' heraus, die er um das Begriffspaar Emergence vs. Forcing herum anordnet. Er zeigt zugleich aber auch, dass beide Positionen (die auf verschiedenen Positionierungen zum Verhältnis zwischen empirischen Daten und den jeweiligen theoretischen Konzepten sowie auf der Bedeutung theoretischen Vorwissens fußen) bereits in "The Discovery of Grounded Theory" (GLASER & STRAUSS 1967) enthalten sind, und zwar im Konzept des Emergierens theoretischer Konzepte einerseits und im Konzept der theoretischen Sensibilität andererseits. Während GLASER im weiteren Verlauf zunehmend auf vorab festgelegte "Kodierfamilien" (Theoretische Kodes) zurückgriff, präferierte STRAUSS die Verwendung einer eher allgemeinen Handlungstheorie, die der zu bildenden Theorie zugrunde gelegt wird. In Ansätzen stimmt KELLE der von GLASER formulierten Kritik an STRAUSS zu. Keinesfalls aber gehe von den methodologischen Schwächen bei STRAUSS (und CORBIN) eine derartige Gefahr aus, wie GLASER sie formuliert. Vermittelnd stellt er die Stärken und Schwächen der beiden Ansätze heraus, die je nach Forschungsprogramm und Interessen der Forschenden ihre jeweiligen Vorteile zur Geltung bringen können. Dieser sehr spannende Beitrag von KELLE wurde leider auch in FQS nur in englischer Sprache veröffentlicht.1) [17]

Ähnlich wie Udo KELLE argumentiert auch Jörg STRÜBING, wenn er in seinem Beitrag (S.157-174) noch einmal die grundlegenden Differenzen zwischen GLASER und STRAUSS referiert. STRÜBUNG argumentiert jedoch eher aus der Sicht von STRAUSS heraus und nimmt auch stärkeren Bezug auf die unterschiedlichen Forschungskontexte, denen beide entstammen. Anders als KELLE kommt er zu einem deutlich schärferen Urteil über die von GLASER formulierten Vorwürfe. Diese seien vor allem deswegen haltlos, weil das von ihm formulierte Emergenz-Postulat durch den systematischen Einbezug theoretischer Konzepte auf der Ebene der theoretischen Kodes in der Glaserschen GTM-Variante gleichsam neutralisiert werde. Zugleich kritisiert er GLASERs Immunität gegen eine differenzierte Methodendiskussion, die auch die Frage nach der Reichweite und Überprüfbarkeit der gebildeten bzw. "emergierten" Theorien beinhalte. Dieser entziehe sich mit seiner quasi-religiösen "Just-Do-It"-Mentalität jedem ernsthaften Ansinnen nach Verifikation: "Das ist nicht ganz das, was man sich unter einer wohlabgewogenen wissenschaftlichen Methodendiskussion vorstellt. Die Idee vom allein selig machenden Verfahren der Grounded Theory gipfelt bei GLASER in der Metapher des Vertrauens ('trust')" (STRÜBING, S.169); STRAUSS hingegen stehe für ein "wesentlich differenzierteres und forschungslogisch besser begründetes Verfahren" (S.170). Dennoch hätten der seit Beginn der 1990er Jahre ausgetragene Streit bzw. die von GLASER vorgetragenen Vorwürfe ihr Gutes –, haben diese doch vor allem dazu beigetragen, Inkonsistenzen und Widersprüche sichtbar werden zu lassen und eine "pointiertere und in sich jeweils konsistentere Formulierung der jeweiligen methodologischen Positionen" (ebd.) erzwungen. [18]

2.2 Praxisreflexionen

Der zweite Teil des Bandes (S.175-325) ist der Forschungspraxis der GTM gewidmet. Den Anfang machen Charles BERG und Marianne MILMEISTER. Sie stellen in ihrem Beitrag (S.182-210) heraus, dass die Kodierverfahren der GTM mehr seien als nur ein weiteres Textanalyseverfahren qualitativer Sozialforschung. Vielmehr würden im und durch das Kodieren "die Grundfragen der geistes- und sozialwissenschaftlichen Erkenntnis" gestellt (S.203), handele es sich dabei doch um einen kreativen, gleichsam "zügellosen" Prozess, der nur durch die methodische und methodologische (Selbst-) Reflexion begrenzt werden könne. [19]

Petra MUCKEL (S.211-231) stellt die grundlegende Frage: "Was ist eine Kategorie?" ins Zentrum ihres Beitrags. Während eine Kategorie im klassischen Verständnis eher durch ihre an der Mengenlehre orientierten Ein- und Ausschlusskriterien definiert ist, lässt ein Kategorienbegriff ausgehend vom Spielbegriff Ludwig WITTGENSTEINs den Schluss zu, man habe es nicht mit exakten Kriterien der Zugehörigkeit oder Nicht-Zugehörigkeit zu einer Kategorie zu tun, sondern diese werde eher durch die Zusammengehörigkeit der Mitglieder einer Kategorie untereinander, also durch Ähnlichkeit definiert. Von hier ausgehend kontrastiert MUCKEL das Kategorienverständnis der GTM mit dem der qualitativen Inhaltsanalyse nach MAYRING. Nachdem sie die Entwicklung von Kategorien anhand einiger Beispiele aus ihrer Dissertation veranschaulicht hat, kommt MUCKEL zu dem Schluss, dass eine "gute" Kategorie sich vor allem durch "ihren genuin relationalen Charakter" (S.229) auszeichne, mit dem sie der Komplexität der sozialen Realität Rechnung trage. [20]

Inga TRUSCHKAT, Manuela KAISER-BELTZ und Vera REINARTZ geben einen anschaulichen Einblick in ihre jeweiligen Praxiserfahrungen mit der GTM. Aus unterschiedlichen Forschungskontexten – Fragen der Gleichstellung in Mentoring-Programmen (KAISER-BELTZ), der Bedeutung lebensgeschichtlicher Erfahrungen in Professionalisierungskontexten (REINARTZ) und dem Zusammenhang zwischen dem diskursiven Phänomen der Kompetenz und Auswahlentscheidungen in Bewerbungsgesprächen (TRUSCHKAT) – schildern die Autorinnen gut nachvollziehbar einzelne Etappen der praktischen Arbeit mit der GTM. Dazu gehört neben dem Umgang mit Vorwissen, der ersten Datenauswahl, dem Theoretical Sampling und verschiedenen Schritten der Theoriebildung auch die Frage, inwiefern die Verfahren der GTM mit anderen Methodologien trianguliert werden können, wenn sie, wie im Fall von Inga TRUSCHKAT, auf diskursanalytische Fragestellungen angewendet werden. [21]

Die drei abschließenden Beiträge sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich mehr oder weniger zentral für den praktischen Umgang mit der GTM im Kontext von computergestützten Analysewerkzeugen interessieren. Bei Sharon A. BONG (S.258-275) steht darüber hinaus die Frage im Vordergrund, inwiefern überhaupt noch legitim von GTM gesprochen werden kann, wenn, wie in ihrem Fall, Vorwissen und im Vorfeld gebildete Hypothesen gezielt an ein Untersuchungssample herangetragen werden. Sie erläutert darauf aufbauend die Folgen eines solchen Remodelings für die praktische Forschungsarbeit mit computergestützten Auswertungsverfahren und die daraus resultierenden Justierungen der methodologischen Reflexion. [22]

In den beiden abschließenden Beiträgen von Zdeněk KONOPÁSEK (S.276-298) und Miguel S. VALLES (S.299-325) stehen schließlich vorrangig Fragen der GTM-Reflexion bei der Nutzung computergestützter Analyseinstrumente im Vordergrund. KONOPÁSEK reflektiert aus einer stark konstruktivistischen, gleichwohl vorrangig praxisorientierten Sichtweise heraus den Prozess der "Datenzerlegung" und Zusammenführung bei der Kodierarbeit mit dem Datenanalyseprogramm ATLAS.ti. Miguel S. VALLES nutzt einen eher autobiografischen Zugang, wenn er seine eigene Forschungsarbeit einer – theoretischen und methodologischen – Retrospektive unterzieht und sich dabei sehr viel stärker an der Position GLASERs orientiert als es die anderen Beitragenden des zweiten Abschnitts des Bandes tun. Schon rein stilistisch fällt dieser Beitrag ein wenig aus dem Rahmen des Bandes; zugleich zeigt er als ein praxisnahes Beispiel, wie eine GTM-Studie "im Kleinen" aussehen könnte. [23]

3. Fazit

Ohne Zweifel ist der "Grounded Theory Reader" ein spannender und facettenreichen Band mit zahlreichen hochkarätigen Beiträgen, neben denen auch wissenschaftlich weniger ergiebige, dafür aber nicht weniger interessant zu lesende Interviews mit den Vätern (und einer Mutter) der GTM ihren Platz haben. Der Reader ist allerdings keinesfalls ein Lehrbuch und verfolgt diesen Anspruch auch zu keinem Zeitpunkt. Für diejenigen, die mit den Verfahren der GTM bereits vertraut sind, bietet er eine Fülle an Anregungen, sowohl die methodologischen Diskussionen als auch die mannigfaltigen Chancen und Problemstellungen einer GTM-Forschungspraxis wieder stärker in den Blick zu nehmen. Für einen Band, der sich selbst beinahe schon kleinlaut als "Reader" bezeichnet, ist das eine erstaunliche Leistung. Für den GTM-Neuling ist dieser Band insbesondere als Einstiegslektüre eher nicht zu empfehlen, zumal gerade für Anfänger/innen irritierend sein dürfte, dass die zum Teil sehr komplexen methodologischen Differenzierungen der einzelnen GTM-Schulen und -Ansätze, die in den Beiträgen des ersten Abschnitts vorgenommen werden, in den meisten Beiträgen des zweiten Abschnitts allenfalls eine untergeordnete Rolle spielen (der Beitrag von Miguel VALLES stellt hier die Ausnahme dar). [24]

Ein wenig schade ist, dass das Gros der Beiträge sich auf die GTM als eine vor allem von handlungstheoretischen Prämissen angeleitete Forschungspraxis konzentriert, was durchaus im Sinne des Erfinders bzw. der Erfinder ist. Dass einzelne Etappen der GTM, aber auch die GTM in Gänze durchaus auch für andere, etwa diskursanalytische Fragestellungen geeignet sind (vgl. CLARKE 2005, DIAZ-BONE 2005, KELLER 2005), wird leider weitgehend unterschlagen – der kurze Forschungsbericht von Inga TRUSCHKAT bildet hier eine Ausnahme. Diesbezüglich folgt der vorliegende Band (leider) noch dem Mainstream der GTM. [25]

Auf der anderen Seite bietet der Reader mit der starken Fokussierung auf die Kontroversen innerhalb der GTM und die vielfältigen Abgrenzungsbemühungen zu Verfahren "gewöhnlicher" QDA ein starkes Gegengewicht zum Anschein einer vermeintlich geschlossenen und im Inneren homogenen GTM-Familie. Diese Kontroversen könn(t)en in Teilen schließlich auch zu einer legitimen Infragestellung der vorherrschenden handlungstheoretischen Paradigmas führen, die wiederum neuen Forschungsperspektiven erst die Tür öffnen würden – vorausgesetzt, man lässt sich von Barney GLASERs Zähneknirschen angesichts dieser schier unendlichen Vielfalt von Anschlussmöglichkeiten nicht bei der Forschungsarbeit stören. [26]

Dass der "Grounded Theory Reader" im nächsten Jahr – dann allerdings zu einem höheren Preis – in einer überarbeiteten und erweiterten Auflage bei VS – Verlag für Sozialwissenschaften erscheinen wird, ist nur zu begrüßen. [27]

Anmerkung

1) Einige der Beiträge wurden, wie der von Udo KELLE, bereits zuvor in FQS veröffentlicht. <zurück>

Literatur

Charmaz, Kathy (2000). Grounded theory: Objectivist and constructivist methods. In Norman K. Denzin & Yvonna S. Lincoln (Eds.), Handbook of qualitative research (S.509-535). Thousands Oaks: Sage.

Charmaz, Kathy (2006). Constructing grounded theory. A practical guide through qualitative analysis. Thousands Oaks: Sage.

Clarke, Adele E. (2005). Situational analysis. Grounded theory after the postmodern turn. Thousands Oaks: Sage.

Diaz-Bone, Rainer (2005). Zur Methodologisierung der Foucaultschen Diskursanalyse. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 7(1), Art. 6, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs060168 [Datum des Zugriffs: 31.07.2009].

Glaser, Barney G. (1978). Theoretical sensitivity. Advances in the methodology of grounded theory. Mill Valley, Ca.: Sociology Press.

Glaser, Barney G. (1992). Emergence vs. forcing. Basics of grounded theory analyses. Mill Valley, Ca.: Sociology Press.

Glaser, Barney G. & Strauss, Anselm L. (1967). The discovery of grounded theory: Strategies for qualitative research. New York: Aldine.

Guba, Egon & Lincoln, Yvonna (1985). Naturalist inquiry. London: Sage.

Keller, Reiner (2005). Wissenssoziologische Diskursanalyse. Grundlegung eines Forschungsprogramms. Wiesbaden: VS – Verlag für Sozialwissenschaften.

Keller, Reiner (2007). Diskurse und Dispositive analysieren. Die Wissenssoziologische Diskursanalyse als Beitrag zu einer wissensanalytischen Profilierung der Diskursforschung. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 8(2), Art. 19, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0702198 [Datum des Zugriffs: 31.07.2009].

Mayring, Philipp (2002). Einführung in die Qualitative Sozialforschung (5. Aufl.). Weinheim & Basel: Beltz.

Strauss, Anselm L. (1998). Grundlagen qualitativer Sozialforschung. Datenanalyse und Theoriebildung in der empirischen soziologischen Forschung (2. Aufl.). München: Wilhelm Fink Verlag.

Strauss, Anselm L. & Corbin, Juliet M. (1996). Grounded Theory: Grundlagen qualitativer Sozialforschung. Weinheim: Beltz Psychologie Verlags Union.

Strübing, Jörg (2002). "Just do it?" Zum Konzept der Herstellung und Sicherung von Qualität in grounded-theory basierten Forschungsarbeiten. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 54(2), 318-342.

Zum Autor

Dr. Adrian SCHMIDTKE, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Pädagogischen Seminar der Universität Göttingen. Forschungsschwerpunkte: Allgemeine Pädagogik, Historische Bildungsforschung (insb. 20. Jhd.), Pädagogische Anthropologie, qualitative Forschungsmethoden (insb. Bild- und Diskursforschung).

Kontakt:

Dr. Adrian Schmidtke

Allgemeine Pädagogik / Schulpädagogik
Pädagogisches Seminar der Universität Göttingen
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E-Mail: aschmidb@uni-goettingen.de
URL: http://www.uni-goettingen.de/de/34723.html

Zitation

Schmidtke, Adrian (2009). Rezension: Günter Mey & Katja Mruck (Hrsg.) (2007). Grounded Theory Reader [27 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 10(3), Art. 28, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0903286.



Copyright (c) 1970 Adrian Schmidtke

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