Volume 15, No. 1, Art. 1 – Januar 2014

Tagungsbericht:

Laura Kemmer, Philip Adebahr, Malte Bergmann, Kornelia Ehrlich, Mira Freiermuth, Hendrik Jansen, René Kreichauf, Sandy Kühnel, Frank Müller, Tobias Nitsche, Knut Petzold, Johanna Vogel & Marian Günzel

NWNW8 – Diversität und Vielfalt. Theorien und empirische Befunde innerhalb der Stadt-, Raum- und Architekturforschung. Goethe Universität Frankfurt am Main, 9. und 10. November 2012

Zusammenfassung: Zum Themenfeld "Diversität und Vielfalt" diskutierten im Rahmen des 8. Treffens des Nachwuchsnetzwerkes "Stadt, Raum, Architektur" Wissenschaftler_innen aus den Sozial-, Geistes- und Raumwissenschaften an den Instituten für Humangeographie, Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main am 9. und 10. November 2012. Vor dem Hintergrund aktueller Debatten um die Konzeptualisierung von sowie den praktischen Umgang mit soziokultureller Vielfalt fand ein produktiver Austausch aus den Perspektiven der Stadtplanung, der Architekturwissenschaft sowie der sozial- und kulturwissenschaftlichen Stadt- und Raumforschung statt. Die Ergebnisse dieser interdisziplinären Auseinandersetzung hinsichtlich einer globalen Diskursverschiebung von "Multikulturalismus" zu "Diversität" und der Adaption entsprechender Strategien in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft werden in diesem Tagungsbericht anhand theoretischer Ansätze zu "Super-Diversity", Kosmopolitismus und Transnationalismus diskutiert. Empirisch werden insbesondere Fragen zu Standortmarketing, Integrationspolitiken und der Verräumlichung von Diversität sowie konkreter Praktiken der Segregation, Marginalisierung und Aushandlung von Differenz aufgegriffen. Abschließend wird die Frage nach Konflikten und Potenzialen einer "neuen Diversität" aus stadtplanerischer, dekolonialer und poststrukturalistischer Perspektive diskutiert.

Keywords: Urbanität; Diversität; Stadtforschung; Raumforschung; Architekturforschung; Super-Diversity; Kosmopolitismus; Standortmarketing; Integration; Segregation

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Diversität und Vielfalt – Debatten zu Theorie und Empirie neuer Konfliktkulturen

2. "Super-Diversity" und Kosmopolitismus? Konzeptionelle und methodologische Überlegungen

3. Ethnische und sozio-ökonomische Segregation zwischen politischem Diskurs und urbanem Raum

4. Vielfalt von Engagement und Widerstand: Motive stadtbezogenen Engagements und Widerstandspraktiken zu neoliberalen Stadtentwürfen

5. Zum Umgang mit "neuer Diversität" aus stadtplanerischer, dekolonialer und poststrukturalistischer Perspektive

6. Fazit: Diversität als Methode in der Stadt- und Raumforschung?

Anmerkungen

Literatur

Zu den Autorinnen und Autoren

Zitation

 

1. Einleitung: Diversität und Vielfalt – Debatten zu Theorie und Empirie neuer Konfliktkulturen

"Diversity is a powerful, and yet abstract, ideal for urban development and planning. [...] Urban policies may promote physical (a mix of building types, land uses and architectural styles), cultural (ethnic and racial residential mixing) or social diversity (social class and housing tenure mix)" (ARAPOGLOU 2012, S.223).

In Reaktion auf die im obigen Zitat erwähnte (Wieder-) Entdeckung von Vielfalt widmete sich das 8. Treffen des Nachwuchsnetzwerks "Stadt Raum Architektur" im November 2012 der Auseinandersetzung mit Diversität als Konzept, welches über eine gesellschaftliche Zustandsbeschreibung von "multikulturell" im Sinne der Ausdifferenzierung soziokultureller Praktiken zu Lebensstilen oder Milieuräumen hinausgeht. Die Beobachtung, dass sich gesellschaftliche und räumliche Vielfalt im globalen Wettbewerb der Städte zu einem "machtvollen Ideal" urbaner Erneuerungsprozesse entwickelt hat, bildete die Motivationsgrundlage der Veranstaltung. Die Vortragenden diskutierten diese aktuelle Entwicklung zum einen unter Bezugnahme auf die Nutzung von Diversität als ökonomische Ressource in Standortmarketing und Stadtplanung oder zur Legitimierung "innovativer" Integrationspolitiken. Zum anderen konnte das "abstrakte" Diversitätsideal, das ARAPOGLOU im vorangestellten Zitat erwähnt, aus den Perspektiven von Stadtplanung, Architekturwissenschaft sowie der sozial- und kulturwissenschaftlichen Stadt- und Raumforschung konkretisiert werden. Mit dem Ziel, Diversität als theoretisches Konstrukt und als empirischen Untersuchungsgegenstand fruchtbar zu machen, führten die Teilnehmer_innen eine äußerst produktive und im besten Sinne interdisziplinäre Debatte. [1]

Einem Zelebrieren der als positiv wahrgenommenen Effekte von Vielfalt für Gesellschaft und urbane Umwelt setzten die Nachwuchswissenschaftler_innen differenzierte Perspektiven entgegen. Die Konkretisierung des Diversitätskonzeptes konnte im Rahmen der Tagung letztlich über die wiederkehrende Frage nach Praktiken und Formen der "Aushandlung von Differenz" erreicht werden. So wurden nicht nur die Toleranz steigernden sowie Kreativität und (ökonomische) Entwicklung fördernden Wirkungen vielfältiger Ko-Existenz diskutiert, sondern auch Praktiken der Segregation, Marginalisierung und des Widerstands zu dominanten Stadtentwürfen analysiert. Diversität wurde in den Vorträgen als verräumlichte Vielfalt im urbanen Raum, als diskursive Kategorie oder als Einstellungssyndrom behandelt. Die Stadt als Ort vielfältiger Kontakt- und Konfliktzonen bildete den Ausgangspunkt einer zweitägigen erkenntnisreichen Debatte. Der vorliegende Bericht fasst die Ergebnisse der konzeptionellen und methodologischen Diskussionen sowie die anhand der empirischen Beispiele gewonnenen Erkenntnisse der Tagung zusammen, um mit einem Ausblick zu Konflikten und Potenzialen der "Entdeckung von Diversität" im urbanen Raum zu schließen. [2]

2. "Super-Diversity" und Kosmopolitismus? Konzeptionelle und methodologische Überlegungen

Malte BERGMANN untersucht mithilfe von ethnografischen Feldstudien, qualitativen Interviews und Expert_innenengesprächen räumliche Verortungspraktiken von migrantischen Gewerbetreibenden an der Sonnenallee in Berlin. Zusätzlich wertet er Melderegisterdaten aus, um eine räumliche Fallrekonstruktion vorzunehmen. Sein Ziel ist es, eine sinnverstehende Perspektive des Untersuchungsraumes anzubieten. [3]

Entsprechend begann BERGMANN seinen Vortrag mit einem Bericht seiner Feldforschung. Das äußere Bild der Sonnenallee ist über einige Straßenblocks in erheblichem Maß durch die ansässigen migrantischen Gewerbetreibenden gekennzeichnet. Besonders auffällig dabei ist die Selbstethnisierung vieler Geschäfte, Imbisse und Treffpunkte als "arabische" Gewerbe. In seiner Feldforschung zeigte sich, dass Anwohner_innen die Straße immer wieder "Gaza-Streifen" oder auch "Arab-Town" nennen. An der Straße waren bis in die 1980er Jahre viele traditionelle Gewerbe angesiedelt. Mit dem für Berlin typischen nachgeholten postindustriellen Strukturwandel der Wendejahre löste sich die gewachsene und kleinteilige Gewerbestruktur auf. Investitionen wurden zurückgehalten, öffentlicher Raum und Baustruktur verfielen. Stück für Stück waren es Migrant_innen, welche den Leerstand füllten und die Straße wiederbelebten. Im Gegensatz zu der problematisierenden und zum Teil stigmatisierenden Beschreibung der Straße in etablierten Milieus ist die Narration der Gewerbetreibenden voller Stolz für "ihre Entwicklung" der Straße. Die vor Ort Interviewten berichteten sehr detailliert von der stufenweisen Aneignung des Straßenraums. [4]

BERGMANN wies darauf hin, dass die sichtbare ethnische Verdichtung auf den ersten Blick das Bild einer ethnischen Nische (ethnic niche) wachrufen könnte, welches aus der Stadtforschung insbesondere über ethnische Ökonomien wohlbekannt sei. Im Verlauf der Forschung stellte sich das Bild der "arabischen Enklave" aber bald als Trugbild heraus. In der Rekonstruktion der unternehmerischen Verortungen aus offenen, leitfaden-gestützten Interviews und nicht-standardisierten Gesprächen im Feld zeigte sich, dass dichte lokale und ethnische Einbettungen nur für einen kleinen Teil der befragten Gewerbetreibenden wichtig sind. Ganz im Gegenteil: Die meisten Strategien der Unternehmer_innen weisen "platzierende Synthetisierungen" (LÖW 2001) von entfernten räumlichen Bezügen auf. In ihrem ökonomischen Handeln finden sozio-ökonomische Transferleisten zwischen "Hier" und "Dort" statt. Die statistische Auswertung der Einwohner_innendaten zeigte, dass die Sonnenallee keineswegs von einer homogenen Gruppe von Migrant_innen bewohnt wird. BERGMANN legte nahe, dass die Vielzahl der Nationalitäten und die hohe Zahl von Menschen mit Migrationshintergrund etwa dem entspreche, was in Großbritannien unter dem Begriff "Super-Diversity" diskutiert wird (vgl. VERTOVEC 2007). Gemeint ist damit zunächst eine Diagnose, nach der sich "Diversität immer mehr diversifiziert" (S.1024, unsere Übersetzung), dass sich also neben der Vielzahl an Migrations-Provenienzen auch eine wachsende Differenzierung nach Dimensionen wie Migrationsgeschichte, Rechts- und Aufenthaltsstatus, Bildungshintergrund sowie ökonomischem Habitus und Lebensstil finden lässt. [5]

Der Referent machte darauf aufmerksam, dass das Spezifische des Großstadtlebens seit Beginn der Stadtforschung, etwa bei Georg SIMMEL oder der Chicago School, gerade als die räumliche Verdichtung von Diversität verstanden werde. "Großstadtleben findet unter Fremden statt", fasst es Zygmunt BAUMANN (2007, S.205f.) zusammen. BERGMANN führte weiter aus, dass sich die Diagnose von einer zunehmenden Diversifizierung von migrantischen Lebenswirklichkeiten in das Bild aktueller Diagnosen von "komplexer" oder "fragmentarischer" Urbanität einfüge. Städtisches Alltagsleben wird in dieser Sichtweise durch zunehmende Überlagerung von räumlichen Strukturen und zeitlichen Dynamiken sowie durch soziale und funktionale Differenzierungen beschrieben. Dieser Wandel werde vielfach als Krise wahrgenommen, tief sitze die Vorstellung von der westlichen Stadt als "Ganzheit" (vgl. SENNETT 1997, S.456ff.). In der Migrationsforschung werde diese "Ganzheit" oft in das Bild einer "Mehrheitsgesellschaft" projiziert, einer quasi natürlichen Gruppe, welche von den jeweils zu problematisierenden Anderen – "Ausländer_innen", "Gastarbeiter_innen", "Zugewanderten" oder zuletzt "Bürger_innen mit Migrationshintergrund" – abgegrenzt werde. BERGMANN wies darauf hin, dass die Perspektive von "Super-Diversity" einen Gegensatz zu dieser Form des binären Denkens von Minder- und Mehrheiten darstelle. [6]

Er verdeutlichte, dass es an der Sonnenallee den Versuch der Gründung eines "Arabischen Unternehmernetzwerkes" gegeben habe. Dieser Versuch scheiterte nach Aussage eines Initiators bereits nach kurzer Zeit aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen praktischen Interessen und Zugehörigkeitsgefühlen der angesprochenen Unternehmer_innen. BERGMANN sah darin ein symptomatisches Beispiel für einen gescheiterten Versuch von ethnisierender Top-down-Beteiligung. Er legte nahe, dass in seinem Fallbeispiel Selbstethnisierung zwar eine wirkungsvolle Ressource der Selbstdarstellung für die untersuchten Unternehmer_innen darstelle, ethnische Zugehörigkeit aber eben nur ein schwacher Fokus der Vergemeinschaftung sei. Er verwies in diesem Kontext auf selbstorganisierte Zusammenschlüsse wie die Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migrant_innen (ASM), welche herkunftsübergreifend die Interessen von migrantischen Unternehmer_innen gegenüber relevanten Instanzen wie der Handelskammer vertrete. [7]

Abschließend diskutierte BERGMANN mögliche Entwicklungsszenarien für die Straße unter Beteiligung der ansässigen Gewerbetreibenden. Auch wenn die porträtierten Gewerbe auf geringe Kaufkraft spezialisiert seien und dem "ästhetischen Ideal" bürgerlichen Einzelhandels nicht genügen mögen, so solle doch deren unternehmerischer Erfolg und deren sozialräumliche "Pionierarbeit" gewürdigt werden: Sie beseitigten den Leerstand und schafften neue sozialräumliche Heterogenität. Aus seiner Sicht müsse eine ehrliche Entwicklungsperspektive die spezifische Qualität des Ortes anerkennen, also die Straße in ihrer Eigenschaft als Transit-, Verteilungs- und Bewegungsraum verstehen. Aus der Feldforschung ließe sich die "Sonnenallee der Gewerbetreibenden" eben nicht als dichter Ort der Vergemeinschaftung, sondern eher als flüchtige Kontaktzone über Milieugrenzen hinweg verstehen, an der sich translokale Verbindungen bündeln. Die Offenheit des Raumes und die Möglichkeit der selbstbewussten Verortungen, etwa in Form der Selbstethnisierung, sollten als weitere Qualität des Raums verstanden werden. Nach BERGMANN sollte diese Verortungspraxis als Einladung für eine kontroverse Auseinandersetzung über die weitere Entwicklung der Straße, des Bezirks und der Stadt verstanden werden. [8]

Die Feststellung, dass vor dem Hintergrund von Globalisierungsprozessen neben dem Begriff "Diversity" auch der Begriff "Kosmopolitismus" zunehmende Verwendung erfahre, setzte Knut PETZOLD an den Beginn seiner Überlegungen. Oft seien Definition und Verwendung des Begriffs unklar bzw. uneinheitlich, und entsprechende Studien beinhalteten selten empirische Evidenzen. Kosmopolitismus, so PETZOLD, werde häufig einer hochmobilen Globalisierungselite zugeschrieben, die gleichzeitig lokal entbettet werde. Im Vortrag werde daher die Verwendung des Konzeptes problematisiert und eine empirische Fruchtbarmachung vorgeschlagen. [9]

PETZOLD leistete zunächst eine Einführung in die theoretische Debatte um die sozialwissenschaftliche Verwendung des Begriffs. Diese gehe maßgeblich auf MERTON (1968) zurück, der zwischen Lokalist_innen und Kosmopolit_innen nach den Quellen ihrer lokalen Einflussmuster unterschieden habe. Während sich die Macht der Lokalist_innen eher über starke lokale soziale Netzwerke speise, basiere sie bei den Kosmopolit_innen eher auf spezifischen Fähigkeiten, die in einer mobileren Berufsbiografie erlangt worden seien. GOULDNER (1957) habe diese Gedanken auf latente Rollen in Organisationen übertragen und Kosmopolitismus damit weder auf den Nationalstaat noch auf Mobilität bezogen. Eine neue Debatte sei vor allem durch einen Aufsatz von HANNERZ (1996) angestoßen worden, der Kosmopolit_innen nicht nur eine kulturelle Offenheit, sondern auch die aktive Suche nach der Auseinandersetzung mit fremden Kulturen zuschreibe. Hier werde anders als bei MERTON (1968) die globale Ebene als theoretischer Referenzrahmen hervorgehoben. CASTELLS (1997) sehe im Anschluss daran Kosmopolit_innen auch als gesellschaftliche Elite. Umgekehrt werde Lokalismus durch ROUDOMETOF (2005) auch mit Protektionismus in Verbindung gebracht. Ulrich BECK legte eine Reihe von Beiträgen vor (z.B. 2004, 2010), in denen er zwischen einem philosophisch-normativen, einem empirisch-realen und einem soziologisch-methodologischen Kosmopolitismus unterscheide. Hier sei Kosmopolitismus im Gegensatz zur Vergangenheit nicht nur eine empirische Tatsache, die eine veränderte Methodologie erfordere, sondern ebenso ein politisches Projekt. [10]

In seinem Vortrag machte PETZOLD insbesondere auf die Konzeptualisierung von VERTOVEC und COHEN aufmerksam, welche die unterschiedlichen Begriffsverwendungen treffend zusammenfassten. Ein zentrales Problem liege jedoch darin, dass häufig zwischen diesen Bedeutungen und Perspektiven gewechselt werde:

"[...] we argue that cosmopolitanism can be viewed or invoked as: (a) a socio-cultural condition; (b) a kind of philosophy or world-view; (c) a political project towards building transnational institutions; (d) a political project for recognizing multiple identities; (e) an attitudinal or dispositional orientation; and/or (f) a mode of practice or competence" (2002, S.9). [11]

Für die Debatte sei kennzeichnend, dass meist Mobilität als unmittelbare Ursache von Kosmopolitismus betrachtet werde. Während schon bei MERTON (1968) Kosmopolit_innen typischerweise "Zugezogene" seien, so werde eine grenzüberschreitende Mobilität bei HANNERZ als zwingend notwendig, aber noch nicht hinreichend beschrieben, da auch die Fähigkeit zum kulturellen "Mastering", einer hohen internen Kontrollüberzeugung, vorliegen müsse. Entsprechend werde häufig Transnationalität als bedeutsame Bedingung für Kosmopolitismus angeführt (MAU, MEWES & ZIMMERMANN 2008; RÖMHILD 2010). Darüber hinaus werde seit einiger Zeit auch eine virtuelle bzw. imaginierte Mobilität mit Kosmopolitismus in Zusammenhang gebracht (SZERSZYNSKI & URRY 2006). [12]

Weiterhin machte PETZOLD darauf aufmerksam, dass unterschiedliche Auffassungen zum Verhältnis von Kosmopolitismus und Lokalismus beständen. Während eine Reihe von Autor_innen hier einen Gegensatz sehe (OSSEWAARDE 2007; ROUDOMETOF 2005), betonten andere die wechselseitige Abhängigkeit oder hielten diesen Binarismus geradezu für falsch (HANNERZ 1996; SENNETT 2002). Wieder andere Autor_innen charakterisierten die kulturelle Offenheit als eigenständige Dimension und prägten die Begriffe "local cosmopolitans" oder "cosmopolitan locals" (OLOFSSON & ÖHMANN 2007; RHOADES, MARQUEZ, McCORMICK & QUIROZ 2008). Gerade empirische Studien zeigten jedoch, dass Kosmopolit_innen meist auch lokal eingebunden seien (GUSTAFSON 2009). [13]

Darauf basierend diskutierte PETZOLD den Vorschlag, Kosmopolitismus im Sinne eines individuellen Einstellungssyndroms für die empirische Forschung fruchtbar zu machen. Hiernach könne Kosmopolitismus im Sinne einer realweltlichen Orientierung als kognitiv-emotionale Bindung an bzw. Identifikation mit Kontinenten oder der Welt aufgefasst werden, die mit kultureller Offenheit und "Mastering" positiv, mit einer negativen Stereotypisierung Fremder und lokalen Identifikationen negativ zusammenhängen müsse. Diese Annahme wurde von PETZOLD auf der Basis eines Online-Surveys unter mobilen Akteur_innen, die auf einer Plattform zur Organisation von Mitfahrgelegenheiten rekrutiert worden waren, mittels explorativer und konfirmatorischer Faktoranalysen überprüft (vgl. PETZOLD 2013). Es habe sich gezeigt, dass nur die kulturelle Offenheit und die überlokale Orientierung miteinander korrelierten, während die anderen Merkmale empirisch andere Dimensionen abzubilden schienen. Dabei stelle sich die Identifikationsstruktur mit der lokalen, regionalen, europäischen und globalen Ebene als hochkomplex dar. Eine prinzipielle Abwertung lokaler Bezüge durch die Fokussierung globaler Bezüge erscheine demnach verkürzt. Weiterhin wurde in der Untersuchung geprüft, ob sich mobile und "ortsfeste" Akteur_innen hinsichtlich ihrer kosmopolitischen Einstellungen unterschieden. Dabei sei deutlich geworden, dass eine mobile Lebensweise allein keineswegs notwendig für einen erhöhten Kosmopolitismus noch hinreichend für die Loslösung aus lokalen Kontexten sei, und dass Kosmopolitismus vermutlich auch über medialen Konsum (virtuelle Mobilität) erworben werden könne. PETZOLD machte darauf aufmerksam, dass diese Ergebnisse allerdings einer methodisch bedingten Limitierung unterlägen, da die Stichprobe hochselektiv sei. [14]

In der anschließenden Diskussion wurden vor allem methodologische Fragen der paradigmenspezifischen Begriffsverwendung aufgeworfen. So sei es durchaus möglich, Kosmopolitismus auch induktiv in seiner alltagsweltlichen Verwendung zu untersuchen. Ferner solle das Konzept verstärkt im Zusammenhang mit Macht, struktureller Ungleichheit oder sozialer Distinktion diskutiert werden, wofür sich u.a. postkoloniale Ansätze eigneten. [15]

Die Diskussion machte insgesamt deutlich, dass Begriffe wie Diversität und Kosmopolitismus im Forschungsdialog höchst ambivalent gedeutet werden. Auf der einen Seite können sie helfen, auf aktuelle Phänomene der Entgrenzung sowie De- und Reterritorialisierung aufmerksam zu machen und damit als Heuristiken Prozesse lokaler und sozialer Exklusion, Inklusion, Separation und Integration jenseits nationaler und administrativer Grenzen auch empirisch einzufangen. Auf der anderen Seite neigen sie zum Leerformelcharakter und stellen damit eine Projektionsfläche für eine Fülle theoretischer und methodischer Ansätze dar, sodass sie mit ausgesprochen unterschiedlichen Bedeutungen aufgeladen sein können und in empirischen Untersuchungen auf verschiedene Art und Weise modelliert werden. Für eine produktive Verwendung erscheint es daher sinnvoll, stets entlang der spezifischen Forschungsfrage(n) transparent über die eigene Begriffsvorstellung zu reflektieren und die jeweilige Bedeutung zu explizieren. Eine umfassende Vergegenwärtigung der eigenen Begriffsverwendung stellt dann auch die Grundlage für eine angemessene Operationalisierung der Begriffe im jeweiligen Forschungskontext dar. [16]

3. Ethnische und sozio-ökonomische Segregation zwischen politischem Diskurs und urbanem Raum

In den beiden Vorträgen von Jennifer PLAUL und René KREICHAUF stand die Auseinandersetzung mit ethnischer und residentieller Segregation als Gegenstand politischer Diskurse und als Form verräumlichter Diversität im Mittelpunkt. [17]

Jennifer PLAUL zeigte anhand der Untersuchungsstadt Halle (Saale) die politische und soziale Konstruktion sozioökonomischer Segregation. Dabei erläuterte sie die Entstehung und Wirkungsweisen politischer Segregationsdiskurse vor allem hinsichtlich des politischen und stadtplanerischen Umgangs mit sozioökonomischer Benachteiligung auf der räumlichen Ebene. [18]

PLAUL stellte "Vielfalt" als politisches Programm verschiedener Städte vor, welches oft als Label im ökonomischen Standortwettbewerb genutzt werde. Sie machte deutlich, dass in der deutschen Stadtpolitik hinter dem Begriff Vielfalt oftmals eine normative und inklusive Haltung gegenüber kulturellen Unterschieden stehe: Vielfalt richte sich hier auf die positiven Aspekte der Unterschiede verschiedener Kulturgruppen. Der Begriff beschreibe daher eine normative Vorstellung friedlichen Zusammenlebens, des nicht-diskriminierenden, wertschätzenden Umgangs mit Unterschieden. In den Programmen von Städten und Initiativen werden laut PLAUL im Wesentlichen drei Ziele deutlich: Zum einen werde Vielfalt als Label zur diskursiven Prävention gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung genutzt. Zum anderen sei sie oftmals Basis und rhetorisches Mittel für Dialoge rund um Migration und Integration sowie für die Erstellung von städtischen Integrationskonzepten. Ferner werde der Begriff Vielfalt verwendet, um Standort- und Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt zu unterstreichen. Vielfalt und Diversität seien daher auch Synonyme für die wirtschaftliche Attraktivität einer Stadt. [19]

Laut PLAUL konzentriert sich der normative Begriff der Vielfalt allerdings zu sehr auf kulturelle Unterschiede. Der politische Integrationsdiskurs versuche, das negative und vorurteilsbehaftete Bild von Migrant_innen in ein positives, aber weiterhin normiertes Bild des "ausländischen Mitbürgers" bzw. der "ausländischen Mitbürgerin" zu wandeln. Sozioökonomische Probleme und Unterschiede würden aufgrund des Fokus auf kulturelle Andersartigkeit nicht thematisiert, obwohl Benachteiligung und Armut sowie deren räumliche Auswirkungen alle Kulturgruppen beträfen. PLAUL kritisierte daher in ihrem Vortrag, dass Vielfalt als normatives Leitmotiv der Politik Gefahr laufen könne, tatsächliche Konflikte im interkulturellen Geflecht zu übersehen. Weiterhin fragte sie, inwieweit Segregation als Diskurs dienlich sein könnte, um die Auseinandersetzung um soziale Ungleichheit und Vielfalt zu verstehen. Segregation, vor allem die Wohnsegregation von Migrant_innen, sei in der politischen Debatte oft negativ konnotiert und werde mit der Benachteiligung von Bewohner_innen gleichgesetzt. [20]

Im empirischen Teil ihres Vortrags stellte PLAUL erste Ideen für die diskursanalytische Untersuchung der Segregation anhand der Quartiere Neustadt und Silberhöhe in Halle (Saale) vor. Beide Stadtteile würden als Problemquartiere wahrgenommen. PLAUL will daher untersuchen, wie der Diskurs zur sozio-ökonomischen Segregation seit der deutschen Wiedervereinigung in Halle (Saale) verläuft und inwiefern der Diskurs mit den tatsächlichen räumlichen und sozialen Entwicklungen der Untersuchungsquartiere verglichen werden kann. Sie orientiert sich hierbei an FOUCAULT (1981, 2003), der den Diskurs als bedeutungsgebende Übersetzung in der Wechselwirkung von Sprechen und Denken betrachtet. Daraus ergäben sich wiederum gesellschaftliche Wissensvorräte, die ein Unterscheidungssystem von "wahr" und "falsch" etablierten (vgl. RUOFF 2009). Der genaue Feldzugang sowie spezifische Methoden der Diskursforschung für die Untersuchung würden noch erarbeitet. [21]

Anhand der Diskursstränge "Armut", "Segregation" und "Stadtentwicklung" habe sie ihm Rahmen ihrer weiteren Forschungsarbeit vor, die Rolle der Politikebenen im Segregationsdiskurs, die Entwicklung des Diskurses seit 1990 sowie die Konstruktion von Machtverhältnissen in der Stadtentwicklung von Halle (Saale) in Bezug auf Armut und Benachteiligung zu untersuchen. Ihre Annahme ist, dass der politische Diskurs über Segregation die Ursachen des Segregationsprozesses ignoriert und lediglich nach Lösungen auf Quartiersebene, aber nicht auf Ebene der Gesamtstadt sucht. [22]

René KREICHAUF erläuterte in seinem Vortrag den Prozess und die Wahrnehmung sozialräumlicher Integrationsprozesse in Kleinstädten. Die Kleinstadt sei ein nur schwer greifbarer Begriff für eine siedlungstypologische Einordnung. In der einschlägigen Fachliteratur finde sich aus diesem Grund ein breites Portfolio an Zuschreibungen und Definitionsversuchen, z.B. über die Einwohner_innenzahl, die zentralörtlichen Funktionen oder die räumliche Verflechtung. Eine allgemein verbindliche Definition sei bisher jedoch nicht vorhanden; die Kleinstadt als Untersuchungsgegenstand sei zudem in der Stadt- und Segregationsforschung kaum präsent. In seiner Analyse orientierte sich KREICHAUF vor allem an den von HANNEMANN (2004) benannten Charakteristika, wonach Kleinstädte eine Einwohner_innenzahl von 5.000 bis 20.000 haben, von nichtlandwirtschaftlicher Tätigkeit bestimmt und durch den ortsansässigen gewerblichen Mittelstand geprägt seien. Ferner seien sie gekennzeichnet durch die Dominanz geschlossener, mehrgeschossiger Bebauungsformen zumindest im Ortskern, die Ausprägung eines Ortszentrums und einen hohen Anteil an Mehrfamilienhäusern. Weiterhin könnten Kleinstädte nach ihrer Entstehung im Mittelalter, in der frühen Neuzeit und in der Industrialisierung unterschieden werden; sie erfüllten zudem zentralörtliche Funktionen1) (S.18ff.). [23]

KREICHAUF erweiterte diese Merkmalszuschreibungen um weitere, "qualitative" Attribute: Die Kleinstadt als Sozialraum zeichne sich vor allem durch enge sozialräumliche Beziehungen, soziale Kontrolle, Nähe und spezifische soziale Ordnungen aus. Zusammenfassend verdeutlichte er jedoch, dass es zwar Bestimmungsgrößen für "die Kleinstadt" gebe, der Stadttypus allerdings im Rahmen von Epochen, von gesellschaftlichen Entwicklungen und vor dem Hintergrund des jeweiligen Forschungsinteresses und der Forschungsdisziplin betrachtet und regional differenziert werden müsse. [24]

KREICHAUF erläuterte, dass auch Kleinstädte Orte der Zuwanderung seien. Jedoch mache der überschaubare Bestand aktueller Studien deutlich, dass sich das Zuwanderungsgeschehen, die Integration und auch das Siedlungsverhalten von Migrant_innen in kleineren Städten durch andere Rahmenbedingungen und Voraussetzungen anders als in Großstädten gestalteten. So würden Zuwanderung und Integration aufgrund der höheren sozialen und räumlichen Überschaubarkeit in Kleinstädten stärker wahrgenommen. [25]

Anhand der Kleinstadt Genthin in Sachsen-Anhalt untersuchte KREICHAUF lokale Segregationstendenzen sowie deren Ursachen, Ausprägung und Wahrnehmung durch unterschiedliche Personengruppen. Er hielt in seinem Beitrag fest, dass es ethnische Segregation auch in kleinen Städten gebe. Die Entstehung des segregierten Quartiers in Genthin sei dabei keineswegs nur durch makroökonomische Faktoren bedingt. Die Zuweisungspraxis sowie die lokale Integrationspolitik der Kommune und der Wohnungsgesellschaften hätten entscheidend zur Segregation von "Zugewanderten" in einem Plattenbauquartier von Genthin beigetragen. [26]

KREICHAUF hat sich dem Forschungsgegenstand mittels qualitativer Methoden genähert, da statistische Daten nicht in ausreichender Präzision vorlägen und eine Analyse des Segregationsprozesses in der Untersuchungsstadt nicht zuließen. Anhand von umfangreichen Expert_inneninterviews (mit Akteur_innen der öffentlichen Verwaltung, von öffentlichen und sozialen Einrichtungen, Integrationsverantwortlichen), einer Fokusgruppendiskussion (mit "Zugewanderten" und Einheimischen) sowie von Interviews (mit "Zugewanderten") und teilnehmenden Beobachtungen kam KREICHAUF zu dem Ergebnis, dass sich die Qualität der Segregation in Kleinstädten von der in Großstädten durchaus unterscheide. Kleinstädtische Segregationsprozesse würden in der Stadtbevölkerung intensiver wahrgenommen und damit einer stärkeren Stigmatisierung ausgesetzt. Die Konsequenzen für einen qualitativ angepassten Segregationsbegriff fasste er folgendermaßen zusammenfassen: Eine stärkere Präsenz und Unausweichlichkeit der Begegnung mit "Fremden" bedinge Zuschreibungen und Stigmatisierungen. Um Segregationsprozesse in kleinen Städten zu erforschen, sei demnach eine neue Herangehensweise notwendig. Eine Möglichkeit bestehe, so KREICHAUF, in der Durchführung kleinräumiger qualitativer Studien, die die kleinstädtischen Beziehungsgefüge und die in wechselseitigen Beziehungen zueinander stehenden Einflussfaktoren der Konzentrationsursachen, des Ausmaßes und die subjektive Wahrnehmung der Stadtgesellschaft auf sozialräumliche Konzentrationen von "Zugewanderten" extrahieren. [27]

Die anschließende Diskussion fokussierte die "Realität" der Segregation sowie die Konflikte und Stimmungen im Untersuchungsquartier. Dabei machte KREICHAUF deutlich, dass die Zahl der in das Quartier "Zugewanderten" sehr gering sei. Somit sei die Herausbildung einer ethnischen Enklave mit eigenen Infrastrukturen kaum erkennbar. Das Quartier werde vor allem von außen als "Migrant_innengetto" stigmatisiert und kriminalisiert. Die Bewohner_innen des Quartiers hingegen beschrieben das Zusammenleben als harmonisch und positiv. Weiterhin wurde die methodische Übertragbarkeit der Ergebnisse auf Großstädte diskutiert. Die Teilnehmer_innen sahen vor allem hinsichtlich der Untersuchung der Wirkung von Stigmatisierungsprozessen auf segregierte Quartiere durch kleinräumige, qualitative Studien Möglichkeiten für die Analyse großstädtischer Segregationsprozesse. KREICHAUFs methodischer Vorschlag kann daher als Erweiterung der bisher vornehmlich großstadtzentrierten Segregationsforschung gesehen werden. Dennoch ist nach KREICHAUF festzuhalten, dass für die Erforschung kleiner Städte andere Prämissen gesetzt werden sollten. Aufgrund der besonderen Settings der Kleinstadt (stärkere soziale Kontrolle durch engere sozialräumliche Beziehungsgefüge, soziale Ordnung und spezifische Wertvorstellungen) ist sein methodischer Ansatz nicht eins zu eins auf Großstädte übertragbar. [28]

Die beiden Vorträge machten den Widerspruch zwischen dem positiv konnotierten Begriff Diversität und der als negativ wahrgenommenen verräumlichten Diversität in Form ethnischer und sozioökonomischer Segregation im städtischen Raum deutlich. Während Diversität im politisch-ökonomischen Diskurs als wünschenswert gelte und von Städten als positives Label inkorporiert werde, bleibe die tatsächliche sozialräumliche Konzentration von "Zugewanderten" und sozial schwachen Milieus vielfach stigmatisiert, ohne die jeweiligen Wirkungen der Segregation zu thematisieren. Segregation könne die soziale und ethnisch-kulturelle Vielfalt einer Stadt räumlich widerspiegeln. Sie könne als Diskurs dazu beitragen, die sozialräumliche Einheit einer Stadt zu verstehen. Gleichwohl offenbare das Phänomen auch die sozioökonomischen Ungleichheiten zwischen den Einwohner_innen einer Stadt sowie die Diskriminierungspraktiken und Stigmatisierungen des "Fremden" – Problemfelder, die im politisch-ökonomischen Diskurs um Diversität und Vielfalt oft ignoriert würden. [29]

4. Vielfalt von Engagement und Widerstand: Motive stadtbezogenen Engagements und Widerstandspraktiken zu neoliberalen Stadtentwürfen

In den beiden Vorträgen zu den Akteur_innen im Kontext von Diversität und Vielfalt ging es zum einen um mentale Stadtbilder und die Motive von zivilgesellschaftlich Engagierten (am Beispiel Chemnitz) und zum anderen um die Motive zivilgesellschaftlichen Engagements von Künstler_innen, welche sich aktiv an der Gestaltung "ihrer" Städte beteiligten (am Beispiel Ljubljana/Slowenien). Ein weiterer Beitrag befasste sich zusätzlich mit der Frage, inwiefern Diversität in einer Stadt im globalen Süden als Herangehensweise dienen könne, um über Aushandlung von Differenz neue Perspektiven auf urbane Ungleichheiten zu gewinnen: [30]

Philip ADEBAHR, Mira FREIERMUTH, Sandy KÜHNEL und Tobias NITSCHE knüpften mit ihrem Vortrag an die Stadtbild- und Motivationsforschung an. Sie griffen Jens KASTNERs Einwände an Martina LÖWs Stadtbildforschung auf, da die "mentale Konstruktion" (LÖW 2008, S.146), d.h. die individuelle und subjektive Wahrnehmung einer Stadt bei ihr weitestgehend außen vor bleibe (vgl. KASTNER 2009, S.352). In diesem Sinne wandten sich die Vortragenden vom baulich orientierten eher makrosoziologischen Stadtbildbegriff ab und hin zu einem akteur_innenbezogenen, wahrnehmungsorientierten Begriff "mentaler Stadtbilder", bei welchem das intrasubjektive Konstrukt von einer und über eine Stadt erfasst werde. Das Forschungsziel bestand darin, einerseits die mentalen Stadtbilder auf der Akteur_innenebene zu rekonstruieren sowie andererseits die dahinter stehenden Arbeitsmotivationen gemeinnützig Engagierter zu beleuchten. In dem Vortrag wurde insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern die vorgefundenen mentalen Stadtbilder und Arbeitsmotive Ausdruck oder Ursache von Diversität seien. [31]

Auf der Grundlage qualitativer Interviews mit gemeinnützig Engagierten der Stadt Chemnitz sind Typologien mentaler Stadtbilder sowie der Arbeitsmotivationen entwickelt und anschließend zusammengeführt worden.2) Beide Typologien ergaben sich aus der Konstruktion empirisch begründeter Typen nach KELLE und KLUGE (2010). Die Typologie mentaler Stadtbilder (Abb. 1) definierten ADEBAHR et al. anhand zweier Dimensionen. So konstatierten sie auf der Formdimension, dass ein Teil der Befragten die Stadt eher unter rationaler Perspektive betrachte und entsprechend handele. Für andere sei der emotionale Stadtbezug entscheidender für die Ausformung des je individuellen mentalen Stadtbildes. Auf der Gegenstandsdimension rückten die einen das bauliche Substrat in den Fokus, wohingegen andere das soziale Gefüge "Stadt" in den Blick nähmen. Anhand dieser Ausprägungen entstanden vier Idealtypen mentaler Stadtbilder. Auch für die Arbeitsmotivationstypologie (Abb. 2) stellten die Referent_innen zwei Dimensionen mit je drei Ausprägungen fest: Auf der Dimension "Motivationshorizont" wurde zwischen dem "Willen zu gesellschaftlicher Veränderung", dem "Lösen lokaler Probleme" und der "Suche nach Selbstverwirklichung" unterschieden. Die andere Dimension "Praxisintensität" unterteilte sich in "sehr hohe", "hohe" und "weniger hohe" Arbeitsintensität.



Abbildung 1: Typologie mentaler Stadtbilder



Abbildung 2: Typologie der Arbeitsmotivationen [32]

Mit den Typologien könne gezeigt werden, dass die mentalen Stadtbilder und Arbeitsmotive gemeinnützig Engagierter Ausdruck von deren Identitäten3) seien. Diese Identitäten strukturierten die Handlungen der Engagierten maßgeblich und erzeugten durch ihre Unterschiedlichkeit lokale Diversität. So verwies dieser Beitrag am Beispiel gemeinnützig Engagierter auf die Notwendigkeit der Berücksichtigung von Diversität mentaler Stadtbilder und Arbeitsmotivationen in der Stadtbildforschung. [33]

Die anschließende Diskussion bezog sich vor allem auf methodologische Fragen der Typenbildung. Hierbei verwiesen die Referent_innen darauf, Idealtypen im Sinne Max WEBERs entwickelt zu haben. Potenzielle Mischformen seien in der Realität denk- und erfahrbar. Die Studie sei als ein Angebot zu verstehen, die Vielfalt sowohl von Motiven stadtbezogenen Engagements als auch von mentalen Stadtbildern anhand mehrdimensionaler Typologien zu strukturieren. [34]

Kornelia EHRLICH machte am Beispiel der slowenischen Hauptstadt Ljubljana anschaulich, wie verschiedene Künstler_innen und politische Aktivist_innen auf der einen und die offizielle Stadtpolitik auf der anderen Seite stadträumliche Entwicklungen und Diskurse mithilfe von Kunst und Kultur gestalteten. Die Beforschung diskursiver und nicht-diskursiver Praktiken der verschiedenen Akteur_innengruppen erfolgte mithilfe verschiedener qualitativer Forschungsmethoden: Zum einen wurden mehr als 40 qualitative, halb-standardisierte Leitfadeninterviews mit Akteur_innen der unterschiedlichen Ebenen geführt, um mehr über die Praktiken zu erfahren, mit denen sie jeweils Stadt, Raum und Öffentlichkeit verhandelten. Da ein Teil des Forschungsinteresses nicht-diskursiven Praktiken galt, wurden die Interviews zum anderen durch teilnehmende Beobachtungen ergänzt. Zu diesem Zweck besuchte EHRLICH verschiedene Kunst- und Kulturveranstaltungen wie etwa Ausstellungen, Konzerte und Performances sowie umkämpfte Orte in der Stadt, so z.B. eine alte, derzeit von politischen Aktivist_innen und Künstler_innen besetzte Fahrradfabrik, auf deren Gelände die Stadt ein "Centre of Contemporary Arts" errichten möchte. Um Zugang zu den subjektiven Erfahrungen und Interpretationen hinsichtlich der Herstellung von Stadt, Raum und Öffentlichkeit zu erhalten, führte EHRLICH zudem so genannte "Go-Alongs" (KUSENBACH 2003) oder Wahrnehmungsspaziergänge mit einzelnen Forschungspartner_innen durch. Dazu begleitete sie diese durch Ljubljana und ließ sich von ihnen Orte zeigen, an denen sich die Verhandlungspraktiken und deren Folgen gut zeigen ließen. Ergänzt wurden diese Forschungsmethoden durch eine Diskursanalyse diverser kulturpolitischer Dokumente der städtischen, regionalen, nationalen und europäischen Ebenen. Die Ergebnisse aus der empirischen Forschung machten deutlich, dass die einzelnen Akteur_innengruppen ganz unterschiedliche Interessen verfolgten und verschiedene Strategien zur Verhandlung von Stadt, Raum und Öffentlichkeit entwickelten. Mit dem Beitritt Sloweniens zur EU hat sich die Stadtpolitik Ljubljanas nach Aussage EHRLICHs neoliberalen Regierungspolitiken verschrieben, was sich in der impliziten Forderung nach einer creative city zeige. So führe die Stadt zunehmend Bauvorhaben durch – meist organisiert als öffentlich-private Partnerschaften – mit welchen unter anderem Unternehmen der Kultur- und Kreativindustrien angesiedelt werden sollten (vgl. FLORIDA 2006) bzw. versucht werde, sich durch die Teilnahme an EU-Projekten in den Diskurs zur kreativen Stadtentwicklung einzuschreiben. [35]

Wie EHRLICH in ihrem Beitrag deutlich machte, rief die Instrumentalisierung von Kunst und Kreativität die Kritik zahlreicher ansässiger Künstler_innen und politischer Aktivist_innen hervor, die mithilfe sozial-räumlicher und künstlerischer Praktiken Widerstand gegen diese Politiken entwickelten. Dies zeige sich etwa in der Thematisierung der Konsequenzen von Globalisierung und neoliberalen Politiken in Ausstellungen, Symposien und Festivals oder in der Besetzung leer stehender Räume für nicht-kommerzielle Kunstproduktionen. Dieser Widerstand sei jedoch nicht lokal beschränkt, sondern zum Teil auch transnational organisiert. Auf Nachfrage ging die Referentin in der anschließenden Diskussion näher auf die Aushandlungsprozesse innerhalb der antagonistisch erscheinenden Interessengruppen ein. So gebe es unter den Künstler_innen neben Formen des Widerstands auch Tendenzen der Selbstkulturalisierung (RECKWITZ 2009). Die kreative "Inwertsetzung" von Städten, so zeigte der Vortrag, hat nicht nur "westliche" Städte und Regionen erfasst, sondern ist zu einer globalen Strategie im internationalen Standortwettbewerb geworden. [36]

Auch im parallel stattfindenden Panel "Verräumlichte Diversität" griff die Referentin Johanna VOGEL das Thema der Verhandlung von sozialem (Stadt-) Raum am Beispiel verschiedener sozio-ökonomischer Gruppen auf. In Chennai (Indien) ging sie der Frage nach, inwiefern das Zusammentreffen verschiedener gesellschaftlicher Klassen aufgrund von Arbeitsbeziehungen in eine höhere Akzeptanz und Anerkennung "unterer" Klassen und Kasten münden könne. Denn auf der einen Seite führe die rasch fortschreitende Modernisierung und Entwicklung der indischen Gesellschaft zu einer Pluralisierung der Lebensstile und zur Diversifizierung städtischer Lebenswelten. Andererseits sei die indische Gesellschaft von einer stark hierarchischen Struktur gekennzeichnet, die eine Jahrhunderte währende Prägung und Reproduktion durch das Kastensystem durchlaufen habe. Diese vertikale Stratigrafie sei in einem Klassensystem von Privilegierung und Marginalisierung nachkolonial fortgeschrieben. Die gesellschaftliche Ungleichheit zeige sich in Indiens Städten in paradoxer Weise: Einer physisch-räumlichen Nähe von Arm und Reich stehe die sozialräumliche Distanz der Klassen gegenüber. [37]

Insbesondere in der Lebenswelt der Mittel- und Oberschicht scheine diese soziale Distanz durch das Heer von Hausangestellten aus der Unterklasse einen "Raum der Begegnung" (vgl. AMIN 2002 und VALENTINE 2008) zu ermöglichen, worin eine alltagspraktische Aushandlung neuer Lebensformen entstehen könnte (vgl. LEFEBVRE 1977). Oder würden im Gegenteil – dies wäre empirisch zu prüfen – die traditionellen und persistenten Klassen- und Kastenunterschiede durch die feinen oder auch groben Unterschiede (BOURDIEU 1987) stetig produziert und reproduziert? Weiter wäre zu fragen, wie diese "Geographien der Begegnung" (VALENTINE 2008) die Interaktionsstrukturen zwischen Klassen beeinflussen und zukünftig neue Formen der Urbanität in Indiens Städten ermöglichen. Zur Beantwortung dieser Fragen unterzog VOGEL die Arbeitsbeziehung zwischen Hausangestellten und Arbeitgeber_innen in Chennai (Indien) einer empirischen Untersuchung. Ziel war es herauszufiltern, welche Differenzkategorien für die Produktion und Reproduktion von Ungleichheiten vorherrschend sind und welche Rückschlüsse sich somit auf gesellschaftliche Klassen und Kastenstrukturen ziehen ließen. Darauf aufbauend sollten die feinen und subalternen Taktiken im Alltagsleben der Schwachen aufgedeckt werden, mittels derer diese ihre eigenen Geografien "produzierten" und dadurch Möglichkeiten für Wandel entstünden (vgl. LEFEBVRE 1977). [38]

Da es bei Identitätskonstruktionen und symbolischen Repräsentationen von Klasse, Kaste und Gender vornehmlich um "unreflektierte Praktiken" gehe, wurde ein ethnografisch-qualitativer Zugang zum Forschungsfeld gewählt. Zum einen wurden offene, semi-strukturierte sowie narrative Interviews mit beiden Zielgruppen geführt, zum anderen am Alltagsleben der Mittelschicht teilgenommen, um im Haushalt, der den "Raum der Begegnung" (vgl. AMIN 2002 und VALENTINE 2008) von Hausangestellten und ihren Arbeitgeber_innen darstellt, eben diese unreflektierten Praktiken beobachten zu können. Aussagen aus den Interviews wurden zur Auswertung mit beobachteten Alltagspraktiken kontrastiert, um so zu einem vollständigeren Blick zu gelangen. [39]

Im Kontext "Leben mit Diversität" – führt VOGEL aus – stelle sich die Frage, inwiefern dies in Chennai möglich sei, wenn sich Diversität auf ein Zusammentreffen von unterschiedlichen sozio-ökonomischen Bedingungen sowie Kasten beziehe. Könnte die Arbeitsbeziehung zwischen "Maids" und "Madams" als Ort der Aushandlung von Unterschieden betrachtet werden, der in positiver Konsequenz in einer höheren Akzeptanz und Anerkennung der "unteren" Kasten/Klassen münden könnte? [40]

Die verbindenden Linien zwischen den Vorträgen der Panels "Akteur_innen" bzw. "Verräumlichte Diversität" können an drei Stellen gezogen werden: Zum einen wurde Stadt als Ort verdichteter Aushandlungsprozesse insbesondere anhand der Frage untersucht, wie sich eben jene Aushandlungsprozesse auf die Entwicklung mentaler Stadtbilder und -wahrnehmungen auswirkten. So ist Johanna VOGELs Forschung zwar im privaten Raum, im Haushalt, angesiedelt. Die hier verhandelten Arbeitsbeziehungen spiegeln aber gleichsam die sozialen Stellungen der Akteur_innen im öffentlichen Raum wider. Dieser ist geprägt von einem Aufeinandertreffen unterschiedlicher sozialer Schichten bzw. Kasten. Zum anderen beschäftigten sich die genannten Tagungsbeiträge mit der Entstehung und Aushandlung neuer städtischer Lebenswelten und -räume durch heterogene Akteur_innengruppen mit unterschiedlichen Ansprüchen und Wahrnehmungen von urbanem Leben, Lebensstilen sowie dem urbanen Raum an sich. [41]

Im Hinblick auf Diversität zeigten sich die speziellen Herausforderungen an das methodologische "Sichtbarmachen" von Lebensstilen, Wahrnehmungen, Verhandlungen und sozialen Beziehungen als Realitäten einer globalen, verflochtenen und transnationalen Welt. Dabei wurden Unterschiede in den einzelnen Konzeptionen deutlich, die je nach Sprecher_inposition im Einzelfall stark kontrastierend wirken, gleichzeitig aber das Potenzial bergen, neue Urbanitätsdiskurse zu prägen. Der folgende Abschnitt greift schließlich die Frage nach den jeweiligen Implikationen für die Stadtplanung und -gestaltung auf und danach, wie der sozialen und physisch-baulichen Diversität präskriptiv Rechnung getragen werden kann. [42]

5. Zum Umgang mit "neuer Diversität" aus stadtplanerischer, dekolonialer und poststrukturalistischer Perspektive

Der Beitrag von Hendrik JANSEN befasste sich mit Möglichkeiten, das typisch "Städtische" im heutigen urbanen Kontext zu identifizieren und neu zu definieren, um daraus Rückschlüsse für die städtebauliche Planung und Gestaltung zu gewinnen. Ferner sollte der Planungsprozess städtebaulicher Entwicklungen untersucht werden, der – so die Hypothese – als wichtiger Baustein für die Schaffung diversifizierter urbaner Räume notwendig sei. Die Forschungen in diesem Bereich, insbesondere von WIRTH (1938), JACOBS (1960), SIEVERTS (1997) oder OSWALD und BACCINI (2003) zeigten, dass hierbei der Diversitätsbegriff eine zentrale Rolle spiele. [43]

Die demografische Entwicklung, die Tendenzen einer Re-Urbanisierung/"Urban Renaissance" und die Folgen der Globalisierung resultierten in einer besonderen Aktualität sowohl des Urbanitätsbegriffs als auch der Aushandlung von Diversität. Zwar sei die urbane Stadt als städtebauliches Leitbild keine Innovation und werde nach Edgar SALINs (1960) Aufgreifen auf dem Deutschen Städtetag 1960 lediglich erneut diskutiert, jedoch rücke dieses Ideal vor dem Hintergrund einer Ökonomisierung der Städte, sozialer Entmischung und zunehmender Gentrifizierungstendenzen erkennbar in den Hintergrund. Es ist nach JANSEN daher eine Definition dessen sinnvoll, was das spezifisch "Städtische" im Kern ausmacht. Weiterhin sei die Erkundung von Diversitätsaspekten im historischen und aktuellen Urbanitätsdiskurs anzustreben. Hierzu betrachtete er den Diversitätsbegriff aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven, um seine Relevanz besonders im Hinblick auf die Stadt- und Raumgestaltung zu identifizieren und historische Überlegungen (vgl. u.a. FISCHER 1975; JACOBS 1960) mit neueren Ansätzen (vgl. u.a. CHRISTIAANSE 2009; OSWALD & BACCINI 2003) in Verbindung zu bringen. Im Fokus der meisten Untersuchungen stünden die physisch-materiellen Dimensionen städtischer Diversität, welche durch Stadtplaner_innen und Architekt_innen augenscheinlich am effektivsten zu beeinflussen seien. Hierbei führte JANSEN besonders die Mischung städtischer Nutzungen in kleinräumigem Maßstab als wichtiges Kriterium an. Die unterschiedlichen Nutzungen differenzierten sich dabei im Idealfall durch ihre Art, die Größe der Einheiten und die Intensitäten der Nutzungen. Bei der Mischung müsse jedoch eine Balance zwischen etablierten Nutzungen und Nischennutzungen gefunden werden. So entstünde die Basis für Kommunikation und Austausch im Alltag der Nutzer_innen und es würden "Räume mit Erlebnisqualitäten" (HASSENPFLUG 2006) erzeugt. Der öffentliche Raum werde hierdurch Teil des Alltags und vermittle auf diese Weise Sicherheit und Vertrauen. Ebenso könnten durch diese physisch-materielle Funktionsmischung Tätigkeiten im Alltag effektiv verknüpft werden. [44]

Es müsse jedoch zugleich akzeptiert werden, dass in einer pluralistisch-freiheitlichen Gesellschaft auch soziale Diversitäten die urbane Nutzungsmischung bestimmten. Zudem könnten Nutzungen bei aller Unterschiedlichkeit zusätzlich temporär beschaffen sein. Ein breiter Raumpluralismus als Basis planerisch-normativer Stadtentwicklung schaffe dabei funktionsdiffuse Räume, die per se nicht oder nicht mehr einer spezifischen Nutzung zugeordnet seien, sondern vielfältige Möglichkeitsräume eröffneten. [45]

Der konzeptionelle Teil des Beitrages widmete sich darauf basierend dem Stadthafen in Münster, in dem beispielhaft eine Gestaltung nach dezidierten "Urbanitätsprinzipien" in Form eines städtebaulichen Entwurfs durchgeführt wurde. Dabei wurden insbesondere die Aspekte der konsequenten Nutzungsmischung, der baustrukturellen Diversität und der Schaffung von Freiräumen verfolgt. Der städtebauliche Entwurf habe die Aufgabe, das neue Hafengebiet baulich zu strukturieren, dabei jedoch keinen alternativlosen Bebauungsplan vorzugeben. Die neuen Parzellierungs- und Erschließungsstrukturen ermöglichten einen Orientierungsrahmen, der den späteren Nutzer_innen in den Baufeldern weitgehende Freiheiten überlasse. Das Ziel lasse sich mit dem Begriff "dynamisch-stabiler" Strukturen beschreiben, die stabil genug seien, eine städtebauliche Ordnung zu gewährleisten ohne die Eigendynamik der städtischen Entwicklungen und ihrer jeweilige Akteur_innen zu behindern. [46]

In der anschließenden Diskussion wurde besonders der Umsetzungsaspekt von baulicher, baustruktureller und sozialer Diversität in Stadtplanung und Städtebau kritisch besprochen. JANSEN betonte hierbei die zwar vorhandenen, jedoch oftmals unzureichend eingesetzten rechtlichen Instrumente des Baurechts und der Baunutzungsverordnung. Nur in wenigen Fällen seien die Kommunen bereit, planungsrechtliche Risiken einzugehen, um insbesondere soziale Diversität und Urbanität über bauliche Arrangements dezidiert zu fördern oder zu ermöglichen. Einigkeit herrschte darüber, dass das städtebauliche Leitbild der nutzungsgemischten, dichten Stadt zwar weithin akzeptiert und gewollt sei, es aber immer weniger den wahrgenommenen Realitäten in unseren Städten entspreche. Es wurde betont, dass auch bei den städtischen Bewohner_innen oftmals ein spezifisches Bewusstsein für Diversität und Urbanität in der Stadt kaum vorhanden sei. [47]

Besonders aufgrund der konkreten städtebaulichen Vorschläge des Beitrages von JANSEN wurde zusätzlich über die Rolle von städtischer und räumlicher Planung generell diskutiert. Die Frage, welche technokratisch-hoheitlichen Aspekte die Planung als Prozess benötige, stelle auch das traditionelle Selbstverständnis von ausgebildeten Stadtplaner_innen zunehmend infrage. Konsens bestand darüber, dass Planungsinstrumente, -methoden und -strategien ständig erneuert und dynamisch angepasst werden sollten. Städteplaner_innen hätten sich bereits jetzt und müssten sich auch in Zukunft noch stärker von normativ-inhaltlichen Konzepten lösen und ihre Rolle als Moderator_innen und Vermittler_innen erkennen und stärker nutzen. So könnten sie z.B. "Stadt-Arenen" und "Stadt-Labore" schaffen, in denen neue Arten der Planung auszuhandeln und zu erproben wären. [48]

An den Ausgangspunkt ihrer mit Frank MÜLLER durchgeführten kritischen Untersuchung zu "Diversity als Label" (KEMMER & MÜLLER 2013) in den urbanen Erneuerungsprojekten von Berlin-Neukölln und Mexiko-Stadt stellte Laura KEMMER4) die im Rahmen der Konferenz wiederholt diskutierte Entdeckung von Diversität als Ideal der Stadtplanung. Dass die transnationale Verbreitung dieses Labels nicht machtneutral analysiert werden könne, zeige seine Konzeptualisierung als strategisches Instrument zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Metropolen im globalen Kontext (UN-HABITAT 2012). [49]

Als emblematisch für eine lokale Übersetzung des Diversitätsideals schilderte die Vortragende eine inflationäre Bewerbung der "urbanen Vielfalt" Neuköllns durch die Stadtteilmarketingkampagne "Aktion! Karl-Marx-Straße" (A!KMS). Mit dem Ziel einer handlungsorientierten Kritik des Standortmarketings der A!KMS und der hiermit verwobenen Stadtpolitik präsentierte KEMMER zunächst Forschungsergebnisse eigener qualitativer Untersuchungen zu drei Fragebereichen: Welches Verständnis von Vielfalt liegt den Marketingstrategien zugrunde? Mit welcher politischen Intentionalität wird Vielfalt operationalisiert? Welche räumlichen und sozialen Effekte im "Interventionsraum" Karl-Marx Straße (KMS) lassen sich ableiten? [50]

Analog zu der von Steven VERTOVEC (2007) geforderten Konzeptualisierung von "Super-Diversity" biete die im August 2012 von KEMMER durchgeführte Fallstudie den Mehrwert der kritischen Auseinandersetzung mit einem Diversitätsverständnis, welches homogenisierende Kategorien ohne Berücksichtigung ihrer vielfältigen Überschneidungen produziere. Aus der Analyse des Verständnisses von "urbaner Vielfalt", welches in Interviews mit Vertreter_innen der A!KMS erfragt wurde, leiteten KEMMER und MÜLLER zwei zentrale Effekte sozialräumlicher Intervention ab: die (In)Visibilisierung und die Kommodifizierung von Diversität, welche sowohl durch nationale Integrationsdiskurse als auch transnational – wie im Rahmen des Vortrags am Beispiel eines Programmes der Europäischen Union (EU) gezeigt – beeinflusst würden. [51]

Unter der Annahme, dass politische Praktiken im Zusammenhang mit dem "place marketing" (COLOMB 2011) von Diversität als intentionale Konstruktionsprozesse zu interpretieren seien, problematisierte KEMMER zunächst insbesondere die Einteilung der KMS in Abschnitte. Diese Abschnittsnutzung könne als sozialräumliche Ordnungspolitik untersucht werden, welche im national dominanten Integrationsparadigma verankert sei. Tatsächlich werde Neukölln im medialen und akademischen Diskurs vornehmlich als Positiv- oder Negativbeispiel für Integrationspolitiken präsentiert. Im Jahr 2008 erhielt der Stadtteil den von der Bundesregierung verliehenen Titel "Ort der Vielfalt" und wurde als eine von elf teilnehmenden europäischen Städten Pilotpartner des "Intercultural Cities Programm" (ICP, o.J.) der EU. Aus der Evaluation dieser Best-Practice-Beispiele wurde im Rahmen des ICP ein Leitfaden für das Management von Diversität entwickelt. Analog zu den von Richard FLORIDA (2005) aufgestellten Thesen solle im ICP der "diversity advantage" darin bestehen, so KEMMER und MÜLLER, über die Förderung kultureller Vielfalt Kreativität und somit ökonomische Wettbewerbsfähigkeit zu fördern (ICP, o.J.). [52]

Entsprechend dieser kompetitiven Logik werde "urbane Vielfalt" durch die Einteilung der KMS in Abschnitte räumlich umgesetzt: KEMMER veranschaulichte diese Feststellung anhand der Aussagen ihrer Interviewpartner_innen über den "multikulturellen" Teil, den Bereich von "Kunst/Kultur und Handel" und den sogenannten "Entwicklungsbereich" der KMS. Der regulative Eingriff der A!KMS über kategorisierte Nutzungsvorgaben folge insofern der von VERTOVEC kritisierten Multikulturalismus-Logik (VERTOVEC in CHANTZI 2009), als er ein Nebeneinander bestimmter Aspekte kultureller Diversität fördere, ohne deren Komplexität im Sinne der Überschneidungen differenter Lebensstile und -praktiken zuzulassen. Anhand des empirischen Materials problematisierten KEMMER und MÜLLER letztlich die sozialräumliche Strategie der "Kommodifizierung" (GOONEWARDENA & KIPFER 2005) von Diversität mit dem Effekt der Invisibilisierung des "Anderen": Während die Vermarktung bestimmter Abschnitte der KMS als "multikulturell" die Re-Inskription exotisierender Stereotype fördere, schaffe eine Impulssetzung im Bereich Kunst und Kultur wirkmächtige Differenzkategorien mit dem Effekt der Marginalisierung und Exklusion "unerwünschter" Branchen. [53]

Die Erkenntnisse aus diesem ersten Analyseschritt wurden im Vortrag mit urbanen Entwicklungsstrategien in Mexiko-Stadt verglichen: Inwiefern wiederholt sich auch für das Beispiel Mexiko-Stadt die Vermarktung von Diversität als Label in einer entsprechenden Konzeptualisierung und politischen Steuerung von Vielfalt? Unter der Zielsetzung, sozialräumliche Effekte und Alternativen des "Diversity-Labels" aufzuzeigen, gingen MÜLLER und KEMMER von einem relationalen Raumbegriff als zentralem Analysekonzept aus. Eine komparative Untersuchung beider Fälle konzipierten sie entsprechend unter der Annahme, dass global zirkulierende Aufwertungsstrategien transnationale politische Räume der Intervention mit lokalen verflechten. Mit Christof PARNREITER (2011) könnten solche Aufwertungsstrategien als transnational identifiziert werden, welche lokale Räume über die Kanäle von "Policy-Tourismus, Stadt-Netzwerken und multilateralen Institutionen" verknüpften (S.417). Für die Fallauswahl Mexiko-Stadt sei die Teilnahme als einzige nicht-westliche Stadt im ICP von zentraler Bedeutung gewesen, da ein transnationaler Bezug, sowohl über die einleitend vorgestellte Kompetitivitätslogik als auch über das "Wandern" von Personen und Ideen im Rahmen der ICP-Konferenzen, hergestellt werden könne. [54]

Als beispielhaft für diese Logiken zitierten MÜLLER und KEMMER die Bewerbung von Mexiko-Stadt als kulturell vielfältigem und toleranten Raum in einem aktuellen Strategiepapier der Regierung unter dem Titel "Mexiko: Global City" (EBRARD CASAUBON, RAMOS MORGAN, ROBLES, MORALES CAMPOS & ZICCARDI CONTIGIANI 2011). Ähnlich dem Neuköllner Beispiel werde hier explizit Bezug auf die Teilnahme im ICP genommen, der Fokus liege jedoch – analog zu der in Mexiko dominanten Ideologie des "Mestizaje"5) – auf der historisch-indigenen Dimension von Diversität als Besonderheit gegenüber der "Entdeckung" migrantischer Vielfalt im europäischen Kontext. Die Analyse der Autor_innen fokussierte sich dementsprechend auf Aushandlungen von Diversität im historischen Zentrum der mexikanischen Megastadt. Analog zum Beispiel der Neuköllner A!KMS beschrieben KEMMER und MÜLLER die Ordnungsstrategien der dortigen "Fideicomiso"6) (ITURRIAGA 2012) zunächst anhand zweier sozialräumlicher Effekte: 1. der Musealisierung/Festivalisierung von Diversität und 2. der "Reconquista"7) des öffentlichen Raumes bzw. der "Modernisierung" von Wohnraum. Zusammengefasst beschrieben MÜLLER und KEMMER diese Effekte als "Formalisierung von Lebensstilen". Unter Bezugnahme auf stadtpolitische Best-Practice-Modelle des "Intercultural Cities"-Programmes der Europäischen Union werde in Mexiko Stadt ein Ablösen der "informellen" Handelspraktiken bzw. der im Wohnraum ausgedrückten differenten Lebensstile durch das Konstrukt des "urbanen Mestizen" beworben. [55]

Während diese Darstellung zunächst auf Parallelen zu den für das Berliner Beispiel identifizierten Strategien der (In)Visibilisierung und Kommodifizierung schließen lasse, stellten MÜLLER und KEMMER als zentrales Ergebnis ihrer Forschungen in Mexiko-Stadt heraus, dass die unter dem Diversitäts-Label stattfindenden Aufwertungsstrategien keineswegs sozialräumliche Homogenität schafften: Sowohl der "Ambulantaje" [Straßenhandel] als größter Arbeitsmarkt der Stadtbewohner_innen als auch die selbstorganisierte Verwaltung von Wohnraum prägten weiterhin das historische Zentrum. Dies zeige, wie einer Verengung des Diversitätsbegriffes auf kommerzielle Raumnutzungen unter Ausblendung alltäglicher Praktiken entgegengewirkt werden könne. Über eine dekoloniale Umkehrung der gewohnten Übertragung von Entwicklungskonzepten von Städten des globalen Nordens in solche des Südens (vgl. SOUSA SANTOS 2007) könnten anhand der politisch verflochtenen und heterogenen Aushandlungs- und Umstrukturierungsprozesse in Mexiko-Stadt Alternativen induziert werden. Eine Dekolonialisierung des transnational zirkulierenden Diversitätskonzeptes sowie seiner scheinbar konzertierten, räumlich begrenzenden Umsetzungsstrategien kann nach Ansicht von KEMMER und MÜLLER in der Anerkennung von (historisch verwurzelten) Raumnutzungspraktiken liegen. Aus dekolonialer Perspektive zeige dies, wie Differenz jenseits ihrer räumlichen Regulierung heutige Konzepte des Urbanen bereichern könne, wenn globalen Asymmetrien der Wissenszirkulation durch die eigene Forschungspraxis entgegengewirkt werde (vgl. ESCOBAR 2007). Auch wenn Raumnutzungsrechte vor dem Hintergrund von Aufwertungspolitiken Verhandlungssache und damit eine Machtfrage blieben, so seien die Beispiele Grund für eine Umorientierung von an Homogenitätsidealen ausgerichteten Diversitätsverständnissen hin zur Anerkennung von differenten Lebensweisen als Grundlage für Stadterneuerung. [56]

6. Fazit: Diversität als Methode in der Stadt- und Raumforschung?

Der Begriff der Diversität wird aktuell neben dem der Vielfalt häufig in politischen und gesellschaftlichen Debatten verhandelt. Dabei zeigt sich eine weitgehend kulturalistisch-landeskundliche Verwendung des Begriffes, dessen Analyse wiederum die Stadt-, Raum- und Sozialforschung seit einiger Zeit erhöhte Aufmerksamkeit widmet. Wie die 8. Tagung des Nachwuchsnetzwerkes Stadt, Raum, Architektur zeigte, stehen hier insbesondere Fragen nach der Verortung (und der Verräumlichung), der Qualität, der Ethnisierung und der Klassifizierung von Diversität im Fokus des Interesses. Im Verlauf der zweitägigen Veranstaltung wurde die enorme Bandbreite von Konzeptionen deutlich, die sich im Begriff der Diversität kristallisieren. Daran schließen sich methodologische Probleme der Begriffsmodellierung an, wobei in empirischen Untersuchungen überwiegend das weite Feld der empirischen Sozialforschung mit all seinen methodologischen Ansätzen genutzt wird, um Diversität und Vielfalt in konkreten Fallbeispielen fassbar zu machen. [57]

Im Ergebnis bleibt festzustellen, dass auch in naher Zukunft für die Sozial- und Raumforschung die Frage im Vordergrund stehen sollte, welche spezifischen Konzepte hinsichtlich des Diversitätsbegriffes angestrengt werden: Handelt es sich dabei um die Beschreibung eines empirischen Gegenstandes, einer Methode, einer Methodologie oder einer Ideologie? Definiert "Diversität" einen Prozess oder eine Struktur, wirkt sie als Denotation oder als Konnotation, und in welchem Verhältnis stehen progressiv-prozessuale Elemente des Überwindens mit strukturellen Phänomenen der Verflechtung und Verortung? Diversität ist in der aktuellen Stadt- und Raumforschung nicht als ein weiteres Instrument von (Stadt-) Planung zu sehen, sondern als Paradigma und ggf. Leitbild, um ein Zusammenleben zu ermöglichen, das von gegenseitiger Anerkennung bestimmt ist. Dies sollte laut SENNETT (2006) das Wesen einer jeden demokratischen Aushandlung um das "Städtische" sein. In der empirischen Forschung bleibt die Frage danach, "was" untersucht werden soll, handlungsleitend (vgl. HACKING 1999). Diversität stellt dabei keine spezifische Methode zur Feldforschung dar. Vielmehr wird ein Bereich möglicher Begriffsfassungen entlang der genannten Eckpunkte aufgespannt, die entweder in dekonstruierender Zielstellung zum Untersuchungsobjekt erhoben werden können oder aber im Forschungsdesign spezifisch definiert werden sollten. Als wichtig erachten wir, dass sich die Forscher_innen dessen stets bei der Operationalisierung bewusst sind, um den Begriff nicht der (methodischen) Beliebigkeit auszusetzen oder (un)wissentlich den Dogmen normativer (Stadt-) Planung zu folgen und diese unhinterfragt zu reproduzieren. [58]

Die 8. Tagung des Nachwuchsnetzwerkes Stadt, Raum, Architektur bot für diese Diskussionen einen sehr niedrigschwelligen Rahmen, der es den teilnehmenden Wissenschaftler_innen aus den unterschiedlichen raum- und sozialwissenschaftlichen Kontexten ermöglichte, bestehende Paradigmen und Definitionen kritisch zu hinterfragen und aufgeworfene Forschungsbedarfe insbesondere in methodologischer Hinsicht zu diskutieren. Sowohl die Organisation als auch die Moderation luden ein, die weitere Vernetzung voranzutreiben und die Ergebnisse in Form des vorliegenden Tagungsberichtes einer interessierten Fachöffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Weitere Treffen des Netzwerkes griffen und greifen folgerichtig viele der genannten Fragen auf und führen die Diskussionsstränge in unterschiedlichen thematischen Fokussierungen fort, wie u.a. das 9. Treffen im April 2013 zum Thema "Räumliche Mobilität" zeigte. [59]

Anmerkungen

1) Darunter sind infrastrukturelle und ökonomische Versorgungsfunktionen in ihrer hierarchischen Untergliederung nach Reichweiten und Bedarfsintervallen zu verstehen (vgl. CHRISTALLER 1933). <zurück>

2) An dieser Stelle wurden als Analyseinstrument Idealtypen im Sinne Max WEBERs entwickelt als "reine Typen von Gebilden [, welche] in ihrer absolut idealen reinen Form [kaum] je in der Realität auftreten" (1988 [1922], S.10). <zurück>

3) Zu Identität und Raumbezug siehe z.B. DUCKI (2003) sowie WEICHHART, WEISKE und WERLEN (2006). <zurück>

4) Im Folgenden wird der Inhalt des Konferenzvortrages von KEMMER wiedergegeben, welcher gemeinsam mit Frank MÜLLER konzipiert und stellvertretend für diesen präsentiert wurde. <zurück>

5) Mestizaje ist ein wissenschaftlich und politisch stark umkämpfter Begriff. In aller Kürze bezeichnet er die kulturelle Hybridisierung zwischen europäischen und indigenen Kulturen, welche von Vertreter_innen der Mestizaje-Ideologie – wie dem Schriftsteller und Politiker José Vasconcelos CALDERÓN – in Mexiko als Grundlage einer spezifischen Nationalkultur identifiziert wird (vgl. IZQUIERDO & SÁNCHEZ DÍAZ De RIVIERA 2011). <zurück>

6) Die Fideicomiso del Centro Histórico war zur Zeit ihrer Gründung Anfang der 1990er Jahre eine privat finanzierte Organisation, deren Ziel die Restauration der Gebäude und Plätze des historischen Zentrums von Mexiko-Stadt war. Seit Anfang 2001 ist sie teils privat, teils öffentlich finanziert. Sie plant die Aufwertung von Straßenzügen vorgeblich in Absprache mit den Anwohner_innen und Gewerbetreibenden. <zurück>

7) Der Ausdruck Reconquista nimmt in der Rhetorik der die Aufwertung durchführenden privaten und öffentlichen Akteur_innen einen ambivalenten Stellenwert ein. Zum einen bezieht er sich auf die Zeit der Kolonisierung des heutigen Amerika durch die spanische Krone; zum anderen drückt er die Absicht aus, das historische Zentrum vor dem architektonischen, aber auch "sozialen Verfall" zu retten: Anstelle der fliegenden Händler_innen und der keine oder nur eine geringe Miete zahlenden Nutzer_innen soll durch Immobilien-, Konsum- und Kulturangebote gezielt die Mittelschicht zurück ins Zentrum geholt werden. <zurück>

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Zu den Autorinnen und Autoren

Laura KEMMER studierte Politikwissenschaft an der Universität Hamburg und der Universidad Complutense de Madrid sowie im Kooperationsstudiengang Internationale Beziehungen (M.A.) an der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Potsdam. Sie arbeitet für das Forschungsnetzwerk desiguALdades.net zu interdependenten Ungleichheiten in Lateinamerika und ist Mitherausgeberin der Rezensionszeitschrift für kritische Lateinamerikaforschung CroLAr. Sie engagiert sich für das Netzwerk decoloniality Europe und arbeitet seit 2010 verstärkt zu Themen ihres Wohnortes Neukölln, welche sie in Bezug zu urbanen Räumen und Theorien Lateinamerikas setzt. Ausgehend von der zentralen Einkaufsstraße des Bezirkes strebt sie eine Ergänzung dekolonialer Ansätze um räumliche Perspektiven an. Diese analytische Verbindung ermöglicht eine kritische Auseinandersetzung mit der "Erfindung von Diversität" in internationaler Stadtpolitik, so die These. Nach Forschungsaufenthalten in Santiago de Chile und Mexiko-Stadt wird sie im Jahr 2014 im lateinamerikanischen Regionalbüro der UN-Habitat in Rio de Janeiro arbeiten.

Kontakt:

Laura Kemmer

Karl-Marx Straße 158
12043 Berlin

E-Mail: laura.kemmer@fu-berlin.de

 

Philip ADEBAHR studiert Soziologie im Bachelor und Master an der Technischen Universität Chemnitz mit den Schwerpunkten Arbeits- und Industriesoziologie sowie Soziologie des Raumes. Die vorgestellten Forschungsaktivitäten zu mentalen Stadtbildern entstanden im Rahmen des Studiums am Vertiefungsgebiet "Arbeiten und Leben in urbanen Räumen" unter Betreuung von Prof. Dr. Christine WEISKE und Prof. Dr. Gerd-Günter VOß.

Kontakt:

Philip Adebahr

Institut für Soziologie, Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften,
Technische Universität Chemnitz
Thüringer Weg 9
09126 Chemnitz

E-Mail: philip.adebahr@hsw.tu-chemnitz.de

 

Malte BERGMANN ist Stadtsoziologe mit den Interessenschwerpunkten Migration, Diversität, soziale Innovationen und Urban Design. Seit 2007 lehrt er an unterschiedlichen Berliner Universitäten und arbeitet als freier Autor und Berater zu Fragen von Bottom-up-Stadtentwicklung und sozialen Innovationen. Aktuell arbeitet er an seiner Promotion und ist Teil der Forschungsgruppe "Community Infrastructuring" an der UdK Berlin. Er leitet die Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Design Theorie und -forschung (DGTF) und betreibt das Online-Magazin 99% URBAN.

Kontakt:

Malte Bergmann

Sonnenallee 71
12045 Berlin

E-Mail: mail@maltebergmann.com

 

Kornelia EHRLICH studierte von 2002 bis 2008 Kulturwissenschaften und Hispanistik an der Universität Leipzig sowie an der Universidad de Salamanca (Spanien). Seit März 2008 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig, in der Abteilung Regionale Geographie Europas. Hier beschäftigt sie sich mit Themen der Stadt- und Raumentwicklung in Mittel- und Osteuropa. Parallel verfasste sie ihre Dissertation am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin, in der sie sich mit Diskursen und Praktiken der Stadtentwicklung in Ljubljana beschäftigte.

Kontakt:

Kornelia Ehrlich

Leibniz-Institut für Länderkunde
Schongauerstr. 9
04328 Leipzig

Tel.: + 49 (0)341 600 55 169

E-Mail: k_ehrlich@ifl-leipzig.de

 

Mira FREIERMUTH studiert Soziologie im Bachelor und Master an der Technischen Universität Chemnitz mit den Schwerpunkten Arbeits- und Industriesoziologie sowie Soziologie des Raumes. Die vorgestellten Forschungsaktivitäten zu mentalen Stadtbildern entstanden im Rahmen des Studiums am Vertiefungsgebiet "Arbeiten und Leben in urbanen Räumen" unter Betreuung von Prof. Dr. Christine WEISKE und Prof. Dr. Gerd-Günter VOß.

Kontakt:

Mira Freiermuth

Institut für Soziologie, Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften,
Technische Universität Chemnitz
Thüringer Weg 9
09126 Chemnitz

E-Mail: mira.freiermuth@hsw.tu-chemnitz.de

 

Hendrik JANSEN studierte von 2006 bis 2012 Raum- und Stadtplanung sowie Urbanistik an der Technischen Universität Dortmund und der San Diego State University mit dem Schwerpunkt Städtebau. Derzeit ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Stadtplanung & Städtebau der Universität Duisburg-Essen und als Mitarbeiter im Kölner Architektur- und Planungsbüro ASTOC Architects & Planners beschäftigt. 2012 gründete er das Planungs- und Städtebaubüro BJP - Bläser Jansen Partner. Die Forschungen zum Thema Urbanität, Diversität und städtebaulicher Planung entstanden im Rahmen der 2012 abgeschlossenen Diplomarbeit am Fachgebiet Städtebau & Stadtgestaltung der TU Dortmund.

Kontakt:

Dipl.-Ing. Hendrik Jansen

Institut für Stadtplanung & Städtebau
Universität Duisburg-Essen
Universitätsstr. 15
45141 Essen

Tel.: +49 (0)201 183 47 41
Mobile: +49 (0)176 31 37 17 37

E-Mail: hendrik.jansen@uni-due.de
URL: http://www.uni-due.de/staedtebau

 

René KREICHAUF hat Stadt- und Regionalplanung und Stadtsoziologie an der TU Berlin studiert. Nach Studienaufenthalten in Chicago und Detroit studiert er seit 2012 in dem internationalen Master "Urban Studies" in Brüssel, Wien, Kopenhagen und Madrid. Er arbeitete unter anderem am Fachgebiet Stadt- und Regionalsoziologie der TU Berlin, bei der Heinrich-Böll-Stiftung European Union in Brüssel, am Fachbereich Soziologie der TU Wien sowie am Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung. Innerhalb dessen hat er sich mit städtischen Schrumpfungs- und Transformationsprozessen, Migration und Europäischer Stadtentwicklung auseinandergesetzt. 2012 wurde er mit dem ersten Preis des Wissenschaftlichen Balg-Mächler-Preises für Stadtforschung ausgezeichnet.

Kontakt:

René Kreichauf

Adresse ist der Redaktion bekannt

E-Mail: rene.kreichauf@googlemail.com

 

Sandy KÜHNEL studiert Soziologie im Bachelor und Master an der Technischen Universität Chemnitz mit den Schwerpunkten Arbeits- und Industriesoziologie sowie Soziologie des Raumes. Die vorgestellten Forschungsaktivitäten zu mentalen Stadtbildern entstanden im Rahmen des Studiums am Vertiefungsgebiet "Arbeiten und Leben in urbanen Räumen" unter Betreuung von Prof. Dr. Christine WEISKE und Prof. Dr. Gerd-Günter VOß.

Kontakt:

Sandy Kühnel

Institut für Soziologie, Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften,
Technische Universität Chemnitz
Thüringer Weg 9
09126 Chemnitz

 E-Mail: sandy.kuehnel@s2007.tu-chemnitz.de

 

Frank MÜLLER studierte bis 2008 Philosophie, Politikwissenschaft und Lateinamerikanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin. Er ist seit 2010 Doktorand in Politikwissenschaft an der FU Berlin und Stipendiat im internationalen Forschungsnetzwerk desiguALdades.net. In seiner Dissertation beschäftigt er sich mit urbaner Informalität, Diversität und Stadtplanung in Mexiko-Stadt.

Kontakt:

Frank Müller c/o desiguALdades.net

Boltzmannstr. 1
14195 Berlin

E-Mail: Frank.Mueller@fu-berlin.de

 

Tobias NITSCHE studiert Soziologie im Bachelor und Master an der Technischen Universität Chemnitz mit den Schwerpunkten Arbeits- und Industriesoziologie sowie Soziologie des Raumes. Die vorgestellten Forschungsaktivitäten zu mentalen Stadtbildern entstanden im Rahmen des Studiums am Vertiefungsgebiet "Arbeiten und Leben in urbanen Räumen" unter Betreuung von Prof. Dr. Christine WEISKE und Prof. Dr. Gerd-Günter VOß.

Kontakt:

Tobias Nitsche

Institut für Soziologie, Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften,
Technische Universität Chemnitz
Thüringer Weg 9
09126 Chemnitz

E-Mail: tobias.nitsche@s2007.tu-chemnitz.de

 

Knut PETZOLD studierte von 2000 bis 2005 Soziologie, Psychologie sowie Ur- und Frühgeschichte in Leipzig und promovierte 2011 zu lokalen Einstellungs- und Handlungskonstellationen bei Multilokalität. Nach der Durchführung von Forschungsprojekten zu den Bedingungen und Auswirkungen berufsbezogener Mobilität an der Technischen Universität Chemnitz (2006-2008), an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder (2008-2011) und an der Universität Siegen (2011-2013) ist er derzeit Akademischer Rat a.Z. am Fachbereich für Soziologie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der analytischen Soziologie, der empirischen Sozialforschung und der sozialwissenschaftlichen Raum- und Mobilitätsforschung.

Kontakt:

Dr. Knut Petzold

Lehrstuhl für Soziologie und empirische Sozialforschung
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Ostenstraße 26
85072 Eichstätt

Tel.: +49 (0)8421 93 1743

E-Mail: knut.petzold@ku.de
URL: http://www.knut-petzold.de/

 

Johanna VOGEL studierte von 2004 bis 2010 Sprachen, Wirtschafts- und Kulturwissenschaften an der Universität Passau und der Universidade Federal da Bahia in Salvador (Brasilien) mit dem Schwerpunkt Sozialgeografie. Bis Ende 2012 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bonn. Seit 2011 ist sie assoziierte Wissenschaftlerin im EU-IRSES Projekt UrbanSelf und widmet sich im Rahmen ihrer Dissertation gesellschaftlichen Ungleichheiten im urbanen Raum in der Stadt Chennai (Indien).

Kontakt:

Johanna Vogel

Lehrstuhl für Anthropogeographie, Philosophische Fakultät,
Universität Passau
Innstraße 40
94032 Passau

E-Mail: johanna.vogel@gmx.net

 

Marian GÜNZEL studierte von 2001 bis 2009 Geografie an der Technischen Universität Dresden und der Lunds Universitet in Lund/Schweden mit den Schwerpunkten Wirtschafts- und Sozialgeografie und räumliche Planung. Derzeit ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Raumordnung und Planungstheorie der Technischen Universität Dortmund beschäftigt und widmet sich dort im Rahmen seiner Dissertation der Wirkung von Diskursen im Konfliktverlauf um raumrelevante Planungen.

Kontakt:

Dipl.-Geogr. Marian Günzel

Fachgebiet Raumordnung und Planungstheorie, Fakultät Raumplanung
Technische Universität Dortmund
August-Schmidt-Straße 6
44227 Dortmund

E-Mail: marian.guenzel@tu-dortmund.de
URL: http://www.rop.tu-dortmund.de/

Zitation

Kemmer, Laura; Adebahr, Philip; Bergmann, Malte; Ehrlich, Kornelia; Freiermuth, Mira; Jansen, Hendrik; Kreichauf, René; Kühnel, Sandy; Müller, Frank; Nitsche, Tobias; Petzold, Knut; Vogel, Johanna & Günzel, Marian (2014). Tagungsbericht: NWNW8 – Diversität und Vielfalt. Theorien und empirische Befunde innerhalb der Stadt-, Raum- und Architekturforschung [59 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 15(1), Art. 1,
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs140113.



Copyright (c) 2014 Laura Kemmer, Philip Adebar, Malte Bergmann, Kornelia Ehrlich, Mira Freiermuth, Hendrik Jansen, René Kreichauf, Sandy Kühnel, Frank Müller, Tobias Nitsche, Knut Petzold, Johanna Vogel, Marian Günzel

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