Volume 17, No. 2, Art. 14 – Mai 2016



Tagungsbericht:

Alexander Antony, Michael Hubrich, Basil Wiesse & Yasemin Yilmaz

Atmosphären und Stimmungen – Zur Hintergrundaffektivität des Sozialen. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; 11.-12. Februar 2015;Prof. Dr. Frank Adloff (Erlangen), Larissa Pfaller (Erlangen), Prof. Dr. Rainer Schützeichel (Bielefeld), Prof. Dr. Robert Schmidt (Eichstätt)

Zusammenfassung: Im Rahmen des zweitägigen Workshops "Atmosphären und Stimmungen – Zur Hintergrundaffektivität des Sozialen", der im Februar 2015 in Erlangen stattgefunden hat, widmeten sich die Teilnehmenden aus interdisziplinärer Perspektive der Frage nach der Bedeutung von eher schwach konturierten affektiven Lagen wie Atmosphären und Stimmungen für Sozialität. Neben der Begründung und Diskussion der sozial- und kulturwissenschaftlichen Relevanz dieser affektiven Phänomene beschäftigten sich die Vorträge und die daran anschließenden Diskussionen vor allem mit theoretisch-konzeptuellen Fragestellungen sowie mit Problemen der methodischen Erfassung derartiger "Hintergrundaffektivitäten". Wir zeichnen im vorliegenden Tagungsbericht die diskutierten Problemstellungen nach und wagen einen Ausblick auf (potenzielle) zukünftige Diskussionen.

Keywords: Atmosphäre; Affekt; Emotion; Körper; Leib; qualitative Methoden; Sozialtheorie; Stimmung

Inhaltsverzeichnis

1. Hintergrundaffektivität(en) als Thema das Workshops

2. Die Wirkmacht der Affekte

3. Begriffsarbeit in der Affektforschung

4. Podiumsdiskussion

5. Empirische Zugänge und empirische Felder

6. Die Sozialität der Affekte

7. Abschlussdiskussion und Ausblick

7.1 Die Suche nach einem Klassifikationsschema

7.2 Methodologische Implikationen: analytische Grundlagentheorie oder Ethnotheorie?

7.3 Methodische Herausforderungen

Anmerkungen

Literatur

Zu den Autorinnen und Autoren

Zitation

 

1. Hintergrundaffektivität(en) als Thema das Workshops

In den Kultur- und Sozialwissenschaften lässt sich seit einigen Jahren eine intensivierte Beschäftigung mit Körper- bzw. Leiblichkeit und Affektivität beobachten. Als Ausgangspunkt dieser vielfältigen Bemühungen erweist sich oft eine Kritik an jenen Handlungsmodellen, die sich als (weitgehend) körperlos und affektvergessen beschreiben lassen und zu kognitivistischen bzw. intellektualistischen Engführungen neigen. Neben der inzwischen weitgehend etablierten Auseinandersetzung mit Körperlichkeit ist im Hinblick auf Affektivität vorrangig eine Konzentration auf kurzlebige, gerichtete affektive Phänomene – das heißt: diskrete Emotionen – festzustellen. [1]

Vor diesem Hintergrund fand an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ein zweitägiger Workshop zum Thema "Atmosphären und Stimmungen – Zur Hintergrundaffektivität des Sozialen" statt. Die zentrale Absicht der Veranstalter/innen bestand darin, eher schwach konturierte affektive Lagen wie Atmosphären oder geteilte und individuelle Stimmungen und deren grundlegende Bedeutung für die Konstitution von Sozialität zum Thema zu machen. Wie Frank ADLOFF (Erlangen) bereits in seinem einführenden Statement hervorhob, handle es sich dabei um affektive Phänomene, die von den Handelnden oftmals weniger deutlich bemerkt und auch hinsichtlich ihrer empirischen Beobachtbarkeit eine Herausforderung darstellen würden. Gleichwohl weise jegliche Form des Handelns eine irreduzible und implizite "affektive Hintergrundfärbung" auf, die es aus kultur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive ernst zu nehmen gelte. [2]

Die aus unterschiedlichen Disziplinen stammenden Vortragenden widmeten sich aus verschiedenen theoretischen Perspektiven der Frage, ob und auf welche Art und Weise soziale Phänomene mit dem Begriff der "Hintergrundaffektivität" beschrieben werden können. Kern der Beiträge und Diskussionen war, inwieweit diese sowohl theoretisch als auch forschungspraktisch einholbar seien und welche praktischen Relevanzen derartigen Phänomenen – etwa im Hinblick auf die Herstellung und Aufrechterhaltung sozialer Ordnung – zukommen könne. [3]

2. Die Wirkmacht der Affekte

Den Auftakt des Workshops bildeten drei Vorträge, die sich affektiven Phänomenen jenseits der Begrenzung auf Emotionen aus gegenstandstheoretischer Perspektive näherten. [4]

Die Philosoph/innen Angelika KREBS (Basel) und Aaron BEN-ZE'EV (Haifa) beschäftigten sich im Eröffnungsvortrag mit der Frage, inwiefern bei Liebe von einer "Langzeitemotion" gesprochen werden könne und positionierten sich kritisch gegenüber einschlägigen emotionstheoretischen Angeboten. Die Idee lang anhaltender romantischer Liebe widerspreche gängigen Emotionstheorien, in denen Emotionen als kurzlebig und abhängig von externen Veränderungen konzipiert würden. Wenn man Liebe, so KREBS und BEN-ZE'EV, derart emotionstheoretisch erklären wolle, sei eine langfristige romantische Bindung an dieselben Partner/innen nur schwer denkbar. Vielmehr sei davon auszugehen, dass sich Liebe über die Zeit hinweg aus sich heraus qualitativ wandeln könne: von anfänglicher Leidenschaftlichkeit hin zu einer Tiefgründigkeit, die das romantische Interesse am Partner bzw. an der Partnerin wachhalte. Dementsprechend sei es notwendig, Liebe dialogisch – aber nicht zwangsläufig dyadisch (man denke an polyamore Beziehungskonstellationen) – zu konzipieren: Geprägt von wechselseitiger Fürsorge und einem Teilhaben-Lassen des Partners/der Partnerin an den eigenen Emotionen und Aktivitäten sei es möglich, dass beide ihren Status als autonome Subjekte behielten, aber Liebe sich gleichwohl verstetigen könne. [5]

Ausgehend von neuartigen Verfahren der Weltraum-Bildgebung beschäftigte sich Alexandra GRIESER (Dublin) im zweiten Vortrag des Tages aus religionswissenschaftlicher Perspektive mit dem Wechselspiel von Ästhetik und Wissenschaft. Die Kombination aus Wirkmächtigkeit und medialer Zugänglichkeit der Weltraumbilder ermögliche weitreichende Bildzitate, die laut GRIESER zu einem affektiven Hintergrundrauschen bzw. atmosphärischem Rahmen für die moderne Popkultur geworden seien. Die Referentin zeichnete den im Rahmen wissenschaftlicher Praktiken stattfindenden, aufwendigen ästhetischen Prozess der Einfärbung und der Bildkombination bei der Bearbeitung von Weltraumbildern nach. Derartige Techniken dienten nicht nur – pragmatisch – einer Verbesserung der Wahrnehmbarkeit, sondern entfalteten darüber hinaus in den Bildern eine spezifische ästhetische Wirkung. GRIESER vertrat die These, dass sich dieses Affizierungsvermögen einerseits aus seiner starken Diskrepanz zum Alltäglichen speise. Andererseits zeigten sich starke Parallelen zwischen zeitgenössischen Weltraumbildern und der romantischen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts: In beiden Fällen regten die Zentralität des Lichts, Unschärfen und Formlosigkeit die Imagination der Betrachter/innen dergestalt an, dass die affektive Qualität der Bilderfahrung sakrale Züge annehme. Diese Parallelen führten GRIESER zu der Überlegung, dass damals wie heute mit ähnlichen Stilmitteln eine Sehnsucht nach Wiederverzauberung der Welt und erfahrungsbasierter Religiosität ausgedrückt würden. [6]

Den Abschluss des ersten Teils des Workshops bildete Anne KOCHs (München) Vortrag zur "Ökonomie der Affekte" (im Sinne von AHMED 2004) sowie der damit häufig verbundenen medialen Inszenierung im Rahmen einer Affektpolitik. KOCH stellte ihre Betrachtungen zur Hintergrundaffektivität einerseits in den Kontext globaler Praktiken und zielte andererseits auf eine kritische Analyse gegenwärtiger "institutionalisierter" Affekte in der Politik. An den Beispielen der 2012 stattgefundenen Yoga Aid World Challenge1) und den öffentlichen Protesten gegen die beschlossenen Änderungen des Wahlrechtes in Hong Kong 2014 zeigte die Referentin, wie politische Affekte in Kombination mit einer Performanz des Protests zu einer Gestaltungsmacht führen können, die sich im Widerstand des neoliberalen Subjekts manifestiere. Hintergrundaffektivität wurde von KOCH als ein Phänomen gefasst, das zwischen den Körpern und Zeichen – und damit "hintergründig" und "zwischenräumig" – zirkuliere und zugleich auch bedeutungsgenerierende Zeichen bzw. Symbole hervorbringe. [7]

3. Begriffsarbeit in der Affektforschung

Die zweite Session des Workshops ("Begriffsarbeit in der Affektforschung") zielte auf eine Diskussion basaler handlungs- und sozialtheoretischer Grundannahmen affekttheoretischer Ansätze. [8]

Hella DIETZ (Göttingen) nahm in ihrem Beitrag den Affektbegriff in den Blick und problematisierte die Annahme, dass Affekte uns stets als objektive, gleichsam autonome Tatbestände gegenüberstünden, die sich einer kognitiven Einschätzung von Situationen entzögen. DIETZ bezog sich dabei primär auf den Philosophen und Sozialtheoretiker Brian MASSUMI (1995), der Affekte als eine körperlich-autonome Reaktion verstehe, die jedweder emotionalen Kognition vorgelagert sei. Zur Veranschaulichung und Problematisierung von MASSUMIs Postulat eines "Bruches" zwischen Affektion und Kognition referierte DIETZ eine experimentelle Stummfilmstudie, die in den 1980er Jahren von Hertha STURM (1984) durchgeführt wurde. Während MASSUMI die Ergebnisse der Studie als Beleg für seine These der Autonomie der Affekte las, kritisierte DIETZ demgegenüber an einer derartigen Vorgehensweise die unzulässige generalisierende Applikation der Konzeption automatisiert-motorischer Handlungen auf Handlungsweisen, die eigentlich kognitiven Intentionen unterlägen. Dies führe dazu, dass intentionale Aspekte der Situation bzw. der Deutungsaspekt übersehen würden. Um diesen Missstand zu beheben, plädierte DIETZ dafür, den immer schon mitlaufenden narrativen Kontext emotionaler Situationsdeutungen in die Analyse von Affektivität – etwa bei der Nachrichtenrezeption – zu berücksichtigen. Es sei deshalb weniger von einer Trennung als vielmehr von einem Kontinuum zwischen Affektion und Kognition auszugehen. [9]

Robert SEYFERT (Konstanz) nutzte seinen anschließenden Vortrag dazu, kursorisch die Vielfalt von Atmosphärentheorien (darunter Gernot BÖHME [2013 (1995)]; Hermann SCHMITZ [2007] oder auch Peter SLOTERDIJK [2004]) daraufhin zu untersuchen, welche Gemeinsamkeiten und welche generellen Problemlagen sich identifizieren lassen, um einen theoretischen Neuvorschlag zur Untersuchung von Atmosphären zu unterbreiten. SEYFERT wies zu diesem Zweck zunächst darauf hin, dass der Atmosphärenbegriff theoretisch keine schwachen Affektlagen, sondern umfassender ein zentrales Vergesellschaftungsmedium meine, das prinzipiell nicht individualistisch, sondern prä-personell zu verstehen sei. Allerdings sei dem Gros der gängigen Atmosphärentheorien ein "Durchdringungsargument" gemein, dass darauf abziele, die besondere Vereinnahmungskraft von Atmosphären hervorzuheben. Da es allerdings nicht plausibel erscheine, dass Atmosphären stets eine mitreißende Kraft entwickeln, der man sich nicht entziehen könne, sei eine solch bedingungslose Affizierung durch Atmosphären problematisierungsbedürftig. Gleichzeitig sei aber auch die Gegenposition, die die Möglichkeiten zur Distanznahme eines "autonomen Subjekts" (über-) betone, kritisch zu hinterfragen. Aus diesen Problemlagen heraus schlug SEYFERT vor, eine soziologisch differenzierte Position einzunehmen, die betont, dass es insbesondere auf die Einbettung in Institutionen und Milieus ankomme, welche erst für bestimmte Atmosphären sensibilisieren bzw. empfänglich machten. Institutionen rekrutierten ihre Anhänger/innen affektiv, so die abschließende Erklärung SEYFERTs, weshalb soziologisch in Anlehnung an FOUCAULTs Begriff des dispositif (FOUCAULT 1978) von einem je institutionsspezifischen "Affektif" auszugehen sei, welches empirisch erforscht werden könne. [10]

4. Podiumsdiskussion

Den Abschluss des ersten Tages bildete eine Podiumsdiskussion, in der wir, die Verfasser/innen des vorliegenden Tagungsberichts, auf der Grundlage kurzer Inputs verschiedene Perspektiven auf das Phänomen der Hintergrundaffektivität entwickelten und diese anschließend untereinander sowie mit dem Publikum diskutierten. Dabei ging es erstens um die Möglichkeiten wechselseitiger Bezugnahme soziologischer Interaktionstheorie und philosophischer Reflexionen zur Hintergrundaffektivität (Michael HUBRICH). Das Ziel des zweiten Beitrags war es, dem Phänomen der Hintergrundaffektivität im Kontext von Sakralisierungsprozessen im Sinne DURKHEIMs (1986 [1898], 2007 [1912]; JOAS 2011) auf den Grund zu gehen (Yasemin YILMAZ). Drittens wurde die Frage aufgeworfen, in welcher Art und Weise (Hintergrund-) Affektivität handlungstheoretisch gefasst werden könne und welche methodologischen Konsequenzen dies hätte (Alexander ANTONY). Schließlich wurde ein Vorschlag zur begrifflichen Differenzierung zwischen Atmosphären und Stimmungen als unterschiedlichen Formen von Hintergrundaffektivität diskutiert (Basil WIESSE). Insgesamt kristallisierte sich der Begriff des Leibes bzw. der leiblichen Praxis als relevantes theoretisches Brückenkonzept heraus, das sich nicht nur für eine Theorie der Hintergrundaffektivität als relevant erweisen könne, sondern das gleichsam auch spezifische forschungspraktische Herausforderungen mit sich bringe. [11]

5. Empirische Zugänge und empirische Felder

Der zweite Tag des Workshops wurde mit vier Vorträgen eröffnet, die unterschiedliche empirische Zugänge zu Atmosphären und Stimmungen bzw. zu Affektivität im Allgemeinen vorstellten. Dabei spielten, wie bereits am Vortag, nicht nur forschungspraktische und methodologische Fragestellungen eine Rolle, sondern ebenso konzeptuelle Problemstellungen. [12]

Nicole J. SAAM (Erlangen) beschäftigte sich im ersten Vortrag mit Phänomenen der Hintergrundaffektivität, die während Großgruppenverfahren2) auftreten. Anhand von Leitfadeninterviews mit Teilnehmer/innen und Organisator/innen ging SAAM in ihrer empirischen Forschung der Frage nach, welche Rolle dem emotionalen Erleben während der Teilnahme an diesen Verfahren zukommen könne. Die Referentin fokussierte in ihrem Vortrag auf die Frage, wie die durch Partizipation in Großgruppenverfahren evozierten Emotionen konzeptuell gefasst werden könnten. Ausgehend von einem Emotionsbegriff der kognitiven Emotionstheorie, welcher Emotionen als Bewertungsreaktionen definiert (vgl. REISENZEIN 2000) und Sighard NECKELs Deutung von Emotionen als kulturellen leiblichen Deutungsmustern (NECKEL 2006) schlug SAAM vor, zwischen emotionalen und kognitiven Stimmungslagen zu unterscheiden. Allerdings sei zu diskutieren, ob bei der zuletzt genannten Kategorie eine Charakterisierung als Stimmung überhaupt plausibel sei. Die Analyse des empirischen Materials zeige nämlich, dass die Partizipation an Großgruppenverfahren insbesondere mit Erwartungsemotionen wie Hoffnung oder Furcht einhergehe und sich derart die grundlegende konzeptuelle Frage stelle, ob diese überhaupt als Emotion oder Stimmung gefasst werden könnten. Erwartungsemotionen sei aufgrund ihrer Orientierung an Zukünftigem gewissermaßen ein hybrider Charakter immanent, der sich nicht gänzlich auflösen lasse. SAAM plädierte demgemäß dafür, derartige affektive Phänomene als Emotionen mit Stimmungscharakter zu fassen, was nicht zuletzt auch spezifische forschungspraktische Probleme des methodischen Erfassens derartiger Phänomene impliziere. [13]

Christian MEYER (damals Duisburg-Essen, jetzt Würzburg) widmete sich im Folgevortrag aus einer empirisch-videografischen Perspektive der Frage, auf welche Art und Weise es Sportler/innen gelingt, sich vor dem eigentlichen Wettkampf interaktiv in spezifische Stimmungen zu "manövrieren", die, so seine These, herausragende Teamleistungen ermöglichten. Die Sinnprovinz Sport mit ihren spezifischen Realitätsakzenten könne nur dann hinreichend verstanden werden, so MEYER, wenn derartige Praktiken des Einstimmens nicht mentalistisch verkürzt würden. Es sei vielmehr notwendig, die konkreten interaktiven Methoden des "Ein- und Zurichtens" der Sportler/innen-Körper in den Blick zu nehmen. Eine derartige Vorgehensweise veranschaulichte MEYER anhand exemplarischer Analysen von Einstimmungspraktiken wie etwa motivierenden Ansprachen, Berührungsritualen, dem Gebrauch spezifischer Materialitäten, dem Einspüren in und der praktischen Aneignung der Räumlichkeiten. Die kollektive Koordination zwischen Trainer/innen und Athlet/innen bzw. zwischen Mannschaftskolleg/innen und die damit einhergehende Ausbildung eines kollektiv koordinierten "Teamkörpers", der sich nicht mehr auf die Einzelakteur/innen rückverrechnen lasse, hänge wesentlich von derartigen Praktiken und Körpertechniken ab, die es eingehender zu untersuchen gelte. [14]

Andreas RAUH (Würzburg) widmete sich dem Thema Atmosphäre sowohl aus einer theoretischen wie aus einer methodologischen Perspektive. Im Anschluss an Gernot BÖHME (2013 [1995]) stellte RAUH das Atmosphärische als situative Erfahrbarkeit heraus, in der Umgebungsqualitäten und Befinden – jenseits der analytischen Trennung zwischen Subjekt und Objekt – aufeinander bezogen seien. Die Wahrnehmbarkeit von Atmosphären sei an Anwesenheit gebunden und folglich müsse neben den räumlichen Arrangements dem leiblichen Betroffensein bzw. dem Spüren der Akteur/innen die analytische Aufmerksamkeit gelten. Dies führe zu der forschungspraktischen Herausforderung, Atmosphären empirisch analysierbar zu machen, die RAUH ob der damit verbundenen forschungspragmatischen Herausforderungen mit dem Versuch verglich, "einen Pudding an die Wand zu nageln". Er machte sich in seinem Vortrag für eine ethnografische Vorgehensweise stark, die er als "aisthetische Feldforschung" bezeichnete, und die auf eine starke Involviertheit der Forschenden "in" Atmosphären zielt. Ein derartiger methodischer Zugriff, der sich auf die Einheit von Erhebungs- und Forschungsperson stütze – das heißt: auf leiblich anwesende und spürende, aber gleichsam auch mit theoretischen Konzepten vertraute Forscher/innen –, erlaube ein produktives "Ping-Pong-Spiel zwischen Theorie und Praxis", das es ermögliche, die theoretischen Heuristiken anhand konkreter (erfahrener) "Fälle" auf die Probe zu stellen. [15]

Ein eher pädagogisch-praktischer Blick fand sich abschließend bei Barbara WOLF (Heidelberg), die sich in ihrem Vortrag der Frage zuwandte, ob und auf welche Art und Weise die empirische Kindheitsforschung von der Berücksichtigung atmosphärischer Aspekte profitieren könne. Ausgehend von der Diagnose, dass in der Kindheitsforschung vornehmlich quantifizierbare Faktoren für die empirische Untersuchung von Prozessen des Aufwachsens herangezogen würden, plädierte WOLF dafür, sich auf der Grundlage eines phänomenologisch informierten Konzepts der Atmosphäre im Anschluss an BÖHME (2013 [1995]), BOLLNOW (1964) und SCHMITZ (2007) den "erfahrbaren Faktoren kindlichen Aufwachsens" (wie z.B. Enge, Kälte, Unruhe, Gemütlichkeit oder aber Aspekten wie Stimmlage, Hektik, Schwermut) zuzuwenden. WOLF veranschaulichte diese Zugangsweise exemplarisch anhand eines Filmausschnitts (aus Roberto BENIGNIs Das Leben ist schön) und einer literarischen Schilderung. Im Anschluss an Max SCHELERs Begriff des "Lebensgefühls" (1916, 351ff.) vertrat die Referentin die These, dass sich innerhalb von pädagogischen Institutionen je eigene atmosphärische Grundstimmungen ausmachen ließen, die – vermittelt über die in concreto stattfindenden Interaktionen zwischen Pädagog/innen und Kindern – zu einer spezifischen "Prägung" leiblicher Dispositionen führten. In einem Ausblick verwies WOLF sowohl auf die methodische Herausforderung, die mit einer empirischen Untersuchung von Atmosphären des Aufwachsens einhergingen sowie auf die Möglichkeit, Atmosphären – zumindest partiell – pädagogisch zu arrangieren und zu reflektieren. [16]

6. Die Sozialität der Affekte

In der letzten Session des Workshops "Die Sozialität der Affekte" wurde in zwei Vorträgen die Frage nach dem Zusammenhang von Sozialität und Affektivität diskutiert. [17]

Christian JULMI (Hagen) beschäftigte sich damit, wie sich soziale Situationen und ihre jeweiligen Atmosphären in der zeitlichen Entfaltung einer Situation gegenseitig konstituierten. Hierfür widmete er sich zunächst den konkreten situativen Bedingungen für das leibliche Spüren einer Atmosphäre; diese liegen für JULMI in milieu- und kulturspezifischen Habitus im Sinne BOURDIEUs (1998 [1980]). Darauf folgerte der Referent, dass Atmosphären und der Zugang zu einer Gemeinschaft in Wechselwirkung zueinander stünden: Einerseits sei die Möglichkeit der Wahrnehmung bestimmter Atmosphären an gruppenspezifische implizite Wissensbestände gebunden. Um andererseits von einer Gruppe als vollwertiges Mitglied anerkannt zu werden, müsse man den performativen Anforderungen ihrer Atmosphären situativ-handelnd gerecht werden. Daran anknüpfend argumentierte JULMI, dass sich Atmosphären im Rahmen gemeinschaftlicher Konventionen festigten und eine bestimmte affektive Erwartungshaltung innerhalb von Situationen bedingten. Sobald eine Situation hinreichend übereinstimmend von den Situationsteilnehmer/innen definiert worden sei, präformiere die hierdurch entstehende Atmosphäre die affektiven Erwartungen der Teilnehmer/innen an die Situation. In einer rekursiven Schleife trage wiederum die Erfüllung dieser Erwartungen zur Aufrechterhaltung der situativen Ordnung bei. Dabei bleibt für JULMI durchaus Raum für situative und damit atmosphärische Veränderungen, beispielsweise durch unerwartete Ereignisse oder ungeplante spontane leibliche Regungen. [18]

Anja KAUPPERTs (Hildesheim) Beitrag bildete schließlich den Schlussakkord der Workshop-Vorträge. Sie nutzte diese Position für eine – phänomenologisch und systemtheoretisch informierte – Rückblende auf die Tagung selbst, deren Ziel darin bestand, konzeptuelle Heuristiken für die Analyse von Stimmungen vorzustellen. Die Teilnehmer/innen des Workshops begriff sie als "passive Oszillatoren", die in der Lage seien, gleichsam als "Resonanzkörper" auf soziale Schwingungen und Gestimmtheiten des sozialen Raums und ihrer Umwelt zu reagieren. Es ging ihr darum aufzuzeigen, dass sich Kommunikationsprozesse in unterschiedlichen Spektren und Medien (wie zum Beispiel einem Kontinuum von Sympathie und Antipathie) sowie visuellen und akustischen Stilen ankündigten und realisierten. Blicke, Stimmen, aber auch der Gebrauch von Gegenständen, wie etwa das Läuten einer Handglocke als Pausensignal, seien als Produzenten und Träger spezifischer Stimmungen zu verstehen, die zudem funktionale Differenzen von Kommunikationsprozessen (Pause/Vortrag oder Organisation/Wissenschaftssystem) markierten. Daran anknüpfend eröffnete KAUPPERT eine mögliche Systematisierung der Analyse von Stimmungen, die sich entlang eines Kontinuums von Flachheit, Diffusität und Intensität bewegen könne. Soziologisch von Interesse seien Situationsdynamiken, die sich einer klaren Grenzziehung zwischen Oszillatoren und Umwelt entzögen. Empirisch ließen sich solche etwa als Auftreten von Synchronizität oder auch von Interferenzen sowie im Auf- und Abbau von Widerständen erkennen. KAUPPERT plädierte deshalb abschließend dafür, ein Selbstgefühl sozialer Konstellationen und eine Einheitsstiftung jenseits binärer Unterscheidungen zu identifizieren und damit der Systemtheorie eine phänomenologische Sensibilität zur Seite zu stellen. [19]

7. Abschlussdiskussion und Ausblick

In der Abschlussdiskussion wurden einige der bereits während des Workshops diskutierten Fragen nochmals aufgegriffen und aus verschiedenen Blickwinkeln erörtert. Wir wollen hierbei insbesondere drei Aspekte herausgreifen, die uns zentral erscheinen und überdies auf methodologische und forschungspraktische Implikationen der Auseinandersetzung mit Atmosphären und Stimmungen hinweisen. [20]

7.1 Die Suche nach einem Klassifikationsschema

Wie Frank ADLOFF bereits in seinen einleitenden Ausführungen zu Beginn des Workshops bemerkte, stellt die Auseinandersetzung mit Atmosphären und Stimmungen (auch) einen Versuch dar, affektive Phänomene theoretisch greifbar zu machen, die unter gängigen Emotionskonzepten nur bedingt gefasst werden können (siehe hierzu etwa auch die bereits besprochenen Vorträge von KREBS und BEN-ZE'EV sowie SAAM). KREBS legte zu Beginn der Abschlussdiskussion einen Klassifikationsvorschlag vor, in dem zwischen Emotionen, Stimmungen und Atmosphären unterschieden wurde. Anhand der Diskussion dieses Ordnungsschemas wurden zwei Dinge erkennbar: Es konnte kein vollständiger Konsens darüber erzielt werden, auf welcher Grundlage und anhand welcher Kriterien zwischen unterschiedlichen affektiven Phänomenen unterschieden werden soll. Weitgehend Einigkeit herrschte jedoch darüber, dass (wofür auch SCHÜTZEICHEL in seinem Diskussionsbeitrag votierte) Affektivität die basale grundlagentheoretische Kategorie darstellt, von der ausgehend unterschiedliche Ausprägungen, Dimensionen und Typen von affektiven Phänomenen unterschieden werden können. SCHÜTZEICHEL schlug vor, das Konzept der Affektivität insbesondere für die "phänomenalen Qualitäten" von Handlungen zu reservieren, warnte dabei aber auch vor der unreflektierten Benutzung dieses Terminus. So stelle etwa die Rede von "affektiven Erfahrungen" eine Verdoppelung dar, insofern letztlich jede Erfahrung immer schon eine affektive Dimension aufweise. [21]

Festzuhalten bleibt an dieser Stelle demgemäß, dass eine theoretisch reflektierte Diskussion um die formale Bestimmung affektiver Phänomene nicht darum herumkommen wird, ihre Grundbegriffe zu reflektieren und offenzulegen, bevor mit der Klassifikation unterschiedlicher affektiver Phänomene ein nächster (notwendiger?) Schritt folgt. Allerdings bleibt abzuwarten, ob sich Modelle finden lassen, auf die sich die an der Diskussion Beteiligten verständigen können und ob ein derartiges Vorgehen überhaupt gewünscht ist. Dabei ist nicht nur an eine – gegebenenfalls wünschenswerte – Pluralität von Klassifikationsschemata zu denken, sondern darüber hinaus ist – wie die Diskussionsbeiträge im nächsten Abschnitt (7.2) zeigen – die Notwendigkeit derartiger grundlagentheoretisch orientierter Schemata keineswegs unstrittig. [22]

7.2 Methodologische Implikationen: analytische Grundlagentheorie oder Ethnotheorie?

So zeigten sich SCHMIDT und MEYER hinsichtlich der analytischen Verwendung von Atmosphären- und Stimmungskonzepten skeptisch.3) Ihr Vorschlag zielte letztlich darauf, Atmosphären- und Stimmungen-Konzepte nicht als theoretische Grundbegriffe zu verwenden, sondern sie vielmehr als Akteurs- bzw. Ethno-Begriffe zu begreifen. Impliziert ist dabei einerseits auf Theorieebene, dass die Arbeit an Klassifikationsschemata nicht (ausschließlich) als Arbeit an analytischen Begriffsapparaten (wie z.B. bei KREBS' Vorschlag), sondern vielmehr gegenstandstheoretisch zu verstehen wäre; vorliegende offene Affektivitäts- bzw. Emotionskonzepte wie das von den Veranstalter/innen vorgeschlagene Konzept der Hintergrundaffektivität seien, so MEYER, als theoretischer Ausgangspunkt ausreichend.4) Andererseits hat ein derartiger Zugriff methodologische Konsequenzen: Man interessiert sich weniger für affektive Phänomene bzw. Phänomene der Hintergrundaffektivität "an sich" als vielmehr dafür, wie SCHMIDT ausführte, was die Teilnehmer/innen im jeweiligen Forschungsfeld selbst unter Stimmungen und Atmosphären verstehen und wie sie dieses Verständnis performieren und kommunizieren bzw. accountable machen (vgl. auch TEN HAVE 2005, §7f.). Nimmt man den von MEYER und SCHMIDT vertretenen ethnomethodologisch bzw. praxeologisch informierten Zugriff ernst, dann ist jedes "soziale Tun" – einschließlich affektiver Phänomene wie Atmosphären und Stimmungen – "identisch mit dem verkörpert-reflexiven Interpretierbarmachen dieses Tuns" (MEYER 2015, S.94; unsere Hervorh.). [23]

Im Anschluss an die Diskussion lassen sich zumindest zwei Fragen aufwerfen, die für die (zukünftige) Auseinandersetzung mit affektiven Phänomenen im Allgemeinen von Interesse sein könnten. Erstens stellt sich die Frage, anhand welcher Kriterien darüber entschieden werden soll, unter welchen Bedingungen eine theoretische Kategorie (Affektivität, Emotion, Atmosphäre, Stimmung etc.) als analytische Kategorie oder als Ethno-Konzept fungieren sollte. Zweitens scheint die Auseinandersetzung mit Atmosphären und Stimmungen – unabhängig davon, welchen theoretischen Status diese Konzepte nun einnehmen – methodologisch unterschiedliche Vorgehensweisen nach sich zu ziehen: einerseits eine Position, die insbesondere auf die Kommunizierbarkeit dieser Phänomene abzielt (MEYER, SCHMIDT) und andererseits Perspektiven, die auf die Erfahrbarkeit (das Fühlen, leibliche Spüren etc.) abstellen (siehe z.B. die Vorträge von JULMI, RAUH, SEYFERT, WOLF). Wir denken nicht, dass es sich hierbei um zwei sich gegenseitig ausschließende Positionen handelt bzw. handeln muss. Denn gerade im theoretischen und forschungspraktischen Zusammendenken dieser beiden Perspektiven könnte sich ein produktiver Zugriff für an affektiven Phänomenen interessierte Kultur- und Sozialwissenschaften ergeben. [24]

7.3 Methodische Herausforderungen

Allerdings ist davon auszugehen, dass die empirische Beschäftigung mit Atmosphären und Stimmungen auch spezifische methodische Herausforderungen mit sich bringt. So flammten bereits während des Workshops – und zwar nicht nur bei den (im engeren Sinne) empirischen Beiträgen – immer wieder forschungspraktische Diskussionen auf. Mitunter wurde moniert, dass die Arbeit an den Begriffen und die Möglichkeiten eines empirischen Einholens der anvisierten Phänomene auseinanderklafften. Ebenso wurde auf die Grenzen bestimmter Methoden verwiesen, die auf "rekonstruierende Konservierung[en]" (BERGMANN 1985, S.305) – wie etwa bei Interviews der Fall – setzen. MEYER und RAUH plädierten demgegenüber in ihren Vorträgen für videografische und ethnografische Zugriffe und KAUPPERT absolvierte gar den ersten Workshop-Tag als (im methodischen Sinne) teilnehmende Beobachterin und machte diesen am zweiten Tag zum Gegenstand ihrer Analyse.5) In der Abschlussdiskussion dominierte die Frage danach, inwieweit – ähnlich wie dies auch RAUH vorgeschlagen hatte – der eigene Körper als "Resonanzkörper" (SEYFERT) fungieren könne und inwiefern sich gegebenenfalls Feldforschungsstrategien eignen würden, bei denen Wissenschaftler/innen "lernen [könnten], wie die Teilnehmer affiziert sind" (SCHMIDT). [25]

Es bleibt abzuwarten, ob und inwiefern die Diskussion um affektive Phänomene und Atmosphären und Stimmungen gegebenenfalls auch dazu angetan ist, methodische Innovationen zu stimulieren. Der im Anschluss an den Workshop geplante Tagungsband6) bietet vielleicht die Möglichkeit, sich anhand konkreter empirischer Unternehmungen eine Meinung zu bilden und zu sehen, ob der Pudding an die Wand genagelt werden kann. [26]

Anmerkungen

1) Der Yoga Aid World Challenge war eine 2012 abgehaltene globale Veranstaltung, die standort- und zeitzonenbedingt stattfindende Yoga-Übungen mit einem freiwilligen Spendenaufruf an gemeinnützige Organisationen verbunden hat. <zurück>

2) Großgruppenverfahren werden von Organisationen als interne Partizipationsmöglichkeit eingesetzt, bei der eine große Anzahl an Mitgliedern (mindestens 30, es können aber auch mehrere hundert sein) für ein oder mehrere Tage versammelt werden, um miteinander ein bestimmtes, die Organisation betreffendes Thema zu diskutieren, ein Konzept zu entwickeln oder ein spezifisches Problem zu lösen (SAAM 2002, S.163). <zurück>

3) MEYER wies überdies auf die Notwendigkeit hin, eine kulturvergleichende und historische Perspektive einzunehmen, den Wandel von Ausdrucksformen zu thematisieren und ebenso möglicherweise relevante alternative Begrifflichkeiten zur Kenntnis zu nehmen: So ließe sich etwa der "Atmosphäre", die sich auf Situationen insgesamt bezieht, die "Laune" gegenüberstellen, um individuelle Befindlichkeiten stärker miteinzubeziehen. <zurück>

4) Zur Unterscheidung zwischen Theorien als beobachtungsleitenden Annahmen und aus empirischem Material entwickelte Theorien bzw. gegenstandsbezogene Theorien vgl. KALTHOFF (2008, S.12f.). <zurück>

5) Ein derartiges Vorgehen ließe sich auch unter forschungsethischen Gesichtspunkten diskutieren, insofern einige der Workshop-Teilnehmer/innen – in deren Beisein und in Anwesenheit aller anderen Teilnehmer/innen – in KAUPPERTs Vortrag zu "Objekten" der Analyse wurden; eine "Strategie", die selbst (ob nun intendiert oder nicht) zweifelsohne so manche Emotionen und Stimmungen bei den Anwesenden evozierte. <zurück>

6) Dieser erscheint 2017 bei Springer VS und wird von Larissa PFALLER und Basil WIESSE herausgegeben. <zurück>

Literatur

Ahmed, Sara (2004). Affective economies. Social Text, 22(2), 117-139.

Bergmann, Jörg (1985). Flüchtigkeit und methodische Fixierung sozialer Wirklichkeit. Aufzeichnungen als Daten der interpretativen Soziologie. In Wolfgang Bonß & Heinz Hartmann (Hrsg.), Entzauberte Wissenschaft. Zur Relativität und Geltung soziologischer Forschung (Soziale Welt, Sonderband 3, S.299-320). Göttingen: Schwartz, https://pub.uni-bielefeld.de/download/1773371/2311235 [Datum des Zugriffs: 19. Oktober 2015].

Böhme, Gernot (2013 [1995]). Atmosphäre. Essays zur neuen Ästhetik. Berlin: Suhrkamp.

Bollnow, Otto Friedrich (1964). Die pädagogische Atmosphäre. Untersuchung über die gefühlsmäßigen zwischenmenschlichen Voraussetzungen der Erziehung. Heidelberg: Quelle & Meyer.

Bourdieu, Pierre (1998 [1980]). Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft. Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Durkheim, Émile (1986 [1898]). Der Individualismus und die Intellektuellen. In Hans Bertram (Hrsg.), Gesellschaftlicher Zwang und moralische Autonomie (S.54-70). Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Durkheim, Émile (2007 [1912]). Die elementaren Formen des religiösen Lebens. Frankfurt/M.: Verlag der Weltreligionen.

Foucault, Michel (1978). Dispositive der Macht. Über Sexualität, Wissen und Wahrheit. Berlin: Merve.

Have, Paul ten (2002). The notion of member is the heart of the matter: On the role of membership knowledge in ethnomethodological inquiry. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 3(3), Art. 21, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0203217 [Datum des Zugriffs: 19. Oktober 2015].

Joas, Hans (2011). Die Sakralität der Person. Eine neue Genealogie der Menschenrechte. Berlin: Suhrkamp.

Kalthoff, Herbert (2008). Einleitung: Zur Dialektik von qualitativer Forschung und soziologischer Theoriebildung. In Herbert Kalthoff, Stefan Hirschauer & Gesa Lindemann (Hrsg.), Theoretische Empirie. Zur Relevanz qualitativer Forschung (S.8-32). Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Massumi, Brian (1995). The autonomy of affect. Cultural Critique, 31, 83-109.

Meyer, Christian (2015). Neopraxiology. Ethnographische und konversationsanalytische Praxisforschung in ethnomethodologischer Einstellung. In Franka Schäfer, Anna Daniel & Frank Hillebrandt (Hrsg.), Methoden einer Soziologie der Praxis (S.91-119). Bielefeld: transcript.

Neckel, Sighard (2006). Kultursoziologie der Gefühle. In Rainer Schützeichel (Hrsg.), Emotionen und Sozialtheorie. Disziplinäre Ansätze (S.124-139). Frankfurt/M.: Campus.

Reisenzein, Rainer (2000). Einschätzungstheoretische Ansätze in der Emotionspsychologie. In Jürgen H. Otto, Harald A. Euler & Heinz Mandl (Hrsg.), Handbuch der Emotionspsychologie (S.117-138). Weinheim: Psychologie Verlags Union.

Scheler, Max (1916). Der Formalismus in der Ethik und die materiale Wertethik. Halle/S.: Niemeyer.

Schmitz, Hermann (2007). Der Leib, der Raum und die Gefühle. Bielefeld: Aisthesis.

Sloterdijk, Peter (2004). Sphären III. Schäume. Plurale Sphärologie. Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Sturm, Hertha (1984). Wahrnehmung und Fernsehen. Die fehlende Halbsekunde. Media Perspektiven, 1, 58-65.

Zu den Autorinnen und Autoren

Alexander ANTONY ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte und -interessen liegen in den Bereichen Handlungs- und Praxistheorien, Wissenssoziologie, Körper- und Emotionssoziologie sowie Methodologie und Methoden qualitativer Sozialforschung.

Kontakt:

Alexander Antony

Universität Wien
Institut für Soziologie
Rooseveltplatz 2, A-1090 Wien

E-Mail: alexander.antony@univie.ac.at
URL: http://www.soz.univie.ac.at/alexander-antony

 

Michael HUBRICH ist Doktorand und Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Soziologie der FAU Erlangen-Nürnberg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Praxistheorie, Leibphänomenologie sowie Interaktionstheorie. Seine Dissertation beschäftigt sich mit der Formulierung einer soziologischen Theorie der Anwesenheit bzw. mit sozialtheoretischen Zugängen zur Kopräsenz.

Kontakt:

Michael Hubrich

FAU Erlangen-Nürnberg
Institut für Soziologie
Kochstraße 4, D-91054 Erlangen

E-Mail: michael.hubrich@fau.de
URL: http://www.soziologie.phil.uni-erlangen.de/team/hubrich

 

Basil WIESSE ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der KU Eichstätt-Ingolstadt. Zurzeit promoviert er über die theoretischen und methodologischen Implikationen interdisziplinärer affekttheoretischer Positionen für die Soziologie.

Kontakt:

Basil Wiesse

KU Eichstätt-Ingolstadt
Soziologie III
Kapuzinergasse 2, D-85072 Eichstätt

E-Mail: basil.wiesse@ku.de
URL: http://www.ku.de/ggf/soziologie/soziologie3/ueberblick/

 

Yasemin YILMAZ ist Stipendiatin im DFG-Graduiertenkolleg "Präsenz und implizites Wissen" an der FAU Erlangen-Nürnberg. Sie promoviert über Sakralisierungsprozesse in gegenwärtigen Arbeitsgesellschaften.

Kontakt:

Yasemin Yilmaz

FAU Erlangen-Nürnberg
DFG-Graduiertenkolleg 1718 "Präsenz und implizites Wissen"
Henkestraße 9-11, D-91054 Erlangen

E-Mail: yasemin.i.yilmaz@fau.de
URL: http://www.praesenz.uni-erlangen.de/mitglieder/yasemin-yilmaz-ma/

Zitation

Antony, Alexander; Hubrich, Michael; Wiesse, Basil & Yilmaz, Yasemin (2016). Tagungsbericht: Atmosphären und Stimmungen – Zur Hintergrundaffektivität des Sozialen [26 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 17(2), Art. 14,
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1602143.



Copyright (c) 2016 Alexander Antony, Michael Hubrich, Basil Wiesse, Yasemin Yilmaz

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License.