Volume 8, No. 2, Art. 16 – Mai 2007

Rezension:

Delia Schindler

Brigitte Kerchner & Silke Schneider (Hrsg.) (2006). Foucault: Diskursanalyse der Politik. Eine Einführung. Wiesbaden: VS Verlag, 363 Seiten, ISBN 10 3-531-15240-8; 29,90 €

Zusammenfassung: Obgleich FOUCAULT vehement auf den Zusammenhang zwischen Wissenschaft, Macht und Politik hingewiesen hat steht seine Rezeption in der (deutschen) Politikwissenschaft noch am Anfang. Dies kann mit seiner Sperrigkeit gegenüber den gängigen politikwissenschaftlichen Kategorien und dem lange Zeit vorherrschenden Institutionalismus in der Disziplin begründet werden. KERCHNER und SCHNEIDER wollen mit ihrem Sammelband aufzeigen, dass FOUCAULT zu Unrecht vernachlässigt wurde. In diesem Beitrag wird der Versuch unternommen, die umfangreiche und qualitativ auf hohem Niveau stattfindende Diskussion in dem Band auf zwei Ebenen zu durchleuchten. Erstens wird herausgearbeitet, welche Potenziale FOUCAULTscher Perspektiven für die Untersuchung spezifisch politikwissenschaftlicher Phänomene zu verzeichnen sind. Dabei wird zum einen die (nicht nur) politikwissenschaftlich bedeutsame Frage nach der Verantwortlichkeit bei der wissenschaftlichen Erkenntnisproduktion und des politischen Handelns kritisch in den Vordergrund gestellt. Zum anderen wird die "genealogische Taktik" FOUCAULTs als wertvoll für die Politikwissenschaft hervorgehoben. Zweitens wird der Frage nachgegangen, welche Regeln der empirischen Anwendung seiner Konzepte erkennbar werden. Diesbezüglich können, so das Fazit, wichtige Überlegungen festgehalten werden, die empirisches Arbeiten mit FOUCAULT möglicherweise künftig erleichtern können. Jedoch ist auch in diesem Buch keine Formalisierung des methodischen Vorgehens zu finden.

Keywords: Foucault, Diskurse, Diskurstheorie, Subjektivierung, Gouvernementalität, Sprache, Praxis, Politik, Genealogie

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Diskursanalyse in der Politikwissenschaft

2. Zum Sammelband: Politikanalyse mit FOUCAULT?

2.1 Potenziale und Probleme diskurstheoretisch begründeter Politik-Analyse

2.2 Empirische Diskursanalyse: Auf der Suche nach dem (Un-) Sagbaren

3. FOUCAULT für Fortgeschrittene: Warum nicht?

Anmerkungen

Literatur

Zur Autorin

Zitation

 

1. Einleitung: Diskursanalyse in der Politikwissenschaft

Die politikwissenschaftliche Aufmerksamkeit für FOUCAULTsche Diskursanalyse ist verglichen mit der in der deutschsprachigen Soziologie erst seit kurzer Zeit zu bemerken. Sprache als politische Praxis zu begreifen ist hier eine neue Perspektive. Zwar gehört die Betonung der großen Bedeutung der Rede und der Sprache für den politischen Prozess zum Allgemeinplatz. Jedoch findet eine systematisch vorgehende Debatte theoretischer und methodischer Potenziale von Diskursanalysen erst in jüngster Zeit statt. Für die deutsche Debatte ist zu verzeichnen, dass diskursanalytische Verfahren erstmals beim letzten Kongress der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft 2006 in einem gesonderten Panel z.B. entlang der Themen Klimawandel und Konfliktforschung diskutiert wurden. [1]

Zurückgegriffen wird für die Untersuchung politischer Phänomene mit FOUCAULT z.B. auf die von Reiner KELLER und Willy VIEHÖVER (2006, S.105f.) getroffene Unterscheidung zwischen vier Strängen der Diskursanalyse:

  • In der angelsächsischen Tradition konversationsanalytischer und linguistisch-pragmatischer Perspektiven steht der unmittelbare konkrete Sprachgebrauch im Vordergrund.

  • Bei den im Anschluss an Jürgen HABERMAS und seiner Entwicklung einer Diskursethik ansetzenden Analysen bezeichnet der Begriff "Diskurs" regelgeleitete argumentative Verfahren, mit denen gesellschaftliche (Interessen-) Konflikte gelöst werden sollen. Diese Denkrichtung hat es inzwischen zu einiger Prominenz gebracht und ist Begründungszusammenhang beispielsweise des großen Bereichs der Mediationsforschung.

  • Die "kulturalistische Diskursanalyse" stellt öffentliche Symbole und gesellschaftliche Praktiken in den Vordergrund und verknüpft diese mit handlungstheoretischen und hermeneutisch-interpretativen Grundlegungen. In einer sozialkonstruktivistischen Wendung steht die gesellschaftliche (politische) Konstruktion von Bedeutungen im Vordergrund, etwa wenn es in der Wissenspolitologie um die Konstruktion von Wissensmärkten geht (MAIER, HURRELMANN, NULLMEIER & PRITZLAFF 2003)

  • In "diskurstheoretischer" Perspektive sind Bedeutungen, Zeichen und die konkrete Sprachpraxis die Grundlage für Wissensordnungen. Im Vordergrund steht der Zusammenhang zwischen kollektiven Wissensordnungen und diskursiven Praktiken. Michel FOUCAULTs "Archäologie des Wissens" und "Die Ordnung der Diskurse" sind Fixpunkte dieser Perspektive, um die es im Folgenden gehen wird. [2]

FOUCAULTs Werk stellt mit Nachdruck die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Wissen und Macht. Er ist dennoch bis vor kurzem von der Politikwissenschaft weitgehend ignoriert worden. Dies kann damit erklärt werden, dass sich die deutschsprachige Politikwissenschaft lange Zeit durch einen (Neo-) Institutionalismus auszeichnete, der die konkreten politischen Institutionen (und die sie bildenden individuellen oder kollektiven Akteure) für die Stabilität oder den Wandel von politischen Systemen verantwortlich machte und in den Vordergrund der Analysen stellte. Der politische Raum ist dabei oft in vermeintlich klaren Grenzen und an konkreten Orten gedacht, nämlich in der so genannten öffentlichen (staatlichen) Sphäre. Überindividuelle Faktoren werden erst seit Mitte der 1990er Jahre verstärkt beachtet. Sie haben dann vor allem in Form von Deutungsmustern oder geronnenen Wissensbeständen in Gestalt impliziter und expliziter Regeln oder Organisationskultur Platz in den Analysen. Das Begriffsuniversum von FOUCAULT blieb dabei oft ungenutzt. Darüber hinaus fehlte jegliche Problematisierung des Identitätsbegriffs; vielmehr ist der Politikbegriff zumeist mit der Vorstellung eines in sich geschlossenen Subjekts verknüpft, das auf Basis von Interessen und Orientierungen Entscheidungen trifft und Macht über jemanden ausübt. Politische Identitäten als Resultat komplexer diskursiver Praktiken zu begreifen, liegt einer solchen Perspektive nicht eben nahe, ebenso wenig wie die FOUCAULTsche Vorstellung, nach der das Subjekt zugleich in repressiven und produktiven Machtbeziehungen verortet ist (FOUCAULT 1978, S.92). [3]

Mit einem auf konkrete Institutionen orientierten Politikbegriff definierte politische Akteure werden durch ihre Tätigkeit und Einflussnahme in Institutionen und Organisationen gekennzeichnet, die sich durch ihre herausgehobene Position für gesellschaftspolitische Entscheidungen und Ausstattung mit verschiedensten Ressourcen auszeichnen. Dass die getroffenen Entscheidungen verantwortlich zuschreibbar sind, ist für die repräsentative Demokratie zentral; theoretische Anschlüsse für überindividuelle Instanzen wie den Diskurs müssen hier erst noch geschaffen werden. Zwar wird neuerdings betont, dass von einer Entgrenzung des Politischen in Zeiten der (ökonomischen) Globalisierung auszugehen sei – mit weitreichenden Folgen für eben genannte Vorstellungen. Dies hat aber bisher nur in Ansätzen zu einer Rezeption post- bzw. neostrukturalistischer Positionen geführt. Erst jüngst wurde FOUCAULT auf einer Zwischenbilanz-Konferenz zu seiner Rezeption als bedeutender Machttheoretiker auch für die politische Theoriebildung wertgeschätzt (HONNETH 2003). [4]

Für eine Diskursanalyse im politikwissenschaftlichen Teilbereich "Internationale Beziehungen" (IB) setzt Jennifer MILLIKEN zum Ziel zu illustrieren, wie Sprache und Praxis in ihrem Inneren miteinander verbunden sind und welche Implikationen diese Verbindung für spezifische Denkweisen hat. Das Duo Sprache/Praxis wird hier als Wissen/Macht-Nexus übersetzt, um eine kritische Theoriebildung zu ermöglichen. Ziel ist dann, vermeintliche "real causes" als politische Repräsentationen zu entlarven. Diskursanalyse wird in diesem Zusammenhang als Argumente-Repertoire gegen die in den Internationalen Beziehungen prominenten neo-positivistischen Analyseansätze ins Feld geführt. [5]

Insbesondere der Gouvernementalitätsbegriff hat es in den IB zu einiger Prominenz gebracht. FOUCAULTs Begriff der "Denkweise", in der über etwas reflektiert wird, und die Verflochtenheit der Denkweise mit "Regierungsweisen" als Techniken der Führung und Selbstführung haben hier zu neuen Perspektiven auf Internationale Politikregime geführt. So wird beispielsweise im Themenfeld der globalen Klimapolitik für die 1980er Jahre von einem naturwissenschaftlich begründeten Diskurs ausgegangen. Dieser habe die Vorstellung eines globalen Problemlösungsmanagements gestützt. Dieser Diskurs machte den Analysen zufolge inzwischen einem (neoliberalen) ökonomischen Diskurs Platz, der den Klimawandel durch ökonomische Konzepte wie beispielsweise den Emissionshandel beherrschbar erscheinen lässt (OELS 2005; HAJER & VERSTEEG 2005; FEINDT & OELS 2005). [6]

Die feministische Politikwissenschaft, für die seit ihren Anfängen in den Frauenbewegungen die Unterscheidung zwischen Macht und Herrschaft ein Dauerbrenner der theoretischen und empirischen Debatte war und ist, griff vergleichsweise früh auf FOUCAULT zurück. Andrea BÜHRMANN (2005) macht dafür seine Überlegungen zu den modernen Subjektivierungsweisen verantwortlich. Diese wurden in den US-amerikanischen feministischen Debatten als vergeschlechtlichte Subjektivierungsweisen thematisiert und gelangten über den Umweg der governmentality studies in den deutschsprachigen Raum. Zwar blende FOUCAULT, so BÜHRMANNs Kritik, die Geschlechterverhältnisse vollkommen aus, jedoch sei es mit seinem Vokabular möglich, männliche und weibliche Subjektivierungsweisen als Produkt historisch spezifischer Dispositive sichtbar und verstehbar zu machen. Als Beispiel für eine stärker gesellschaftstheoretisch orientierte Anwendung FOUCAULTscher Begriffe ist Barbara HOLLAND-CUNZ (2005) zu nennen, die in ihren Analysen zum Verhältnis zwischen Wissenschaft, Politik und Geschlecht seine Gouvernementalitätsstudien fruchtbar macht. [7]

Unabhängig von der Frage, welche Forschungsfelder sich mit FOUCAULT im Einzelnen gewinnbringend erschließen lassen, wird jüngst auch darüber diskutiert, wie er methodisch umzusetzen sein könnte. Nach KELLER und VIEHÖVER gibt es kein generalisierbares methodisches Standardmodell für eine politologische Diskursanalyse. Sie resümieren: "Das Programm der Diskursanalyse befindet sich in der Politikwissenschaft immer noch in der Konstituierungsphase. Der größte Klärungsbedarf bezüglich des diskursanalytischen Programms scheint derzeit im Hinblick auf die Nachvollziehbarkeit der forschungspraktischen Umsetzung von Diskursanalysen zu bestehen." (KELLER & VIEHÖVER 2006, S.109) [8]

Als offene Fragen können im Anschluss an die Autoren jene nach der Bestimmung der Textkorpora konstatiert werden, nach den angemessenen Verfahren und der methodischen Kontrolle von Datenerhebung und -analyse, der Umgang mit großen Textmengen, die Verbindung mit quantitativen Verfahren, die Interpretation und der Stellenwert der jeweiligen Ergebnisse sowie fehlende methodologische Überlegungen (vgl. dazu DIAZ-BONE 2003). [9]

Darüber hinaus fehlt bislang eine Auseinandersetzung darüber, ob eigentlich politikwissenschaftliche Fragestellungen besondere Erfordernisse an diskursanalytische Verfahren stellen. Weithin ungeklärt ist, welche Konsequenzen die Verwendungen eines FOUCAULTschen Macht-, Herrschafts- und Politikbegriffs für den Kernbereich der Politikwissenschaft und ihre disziplinären Grenzziehungen etwa gegenüber den Kulturwissenschaften hat. Als Schwachpunkt der Debatte werden fehlende Qualitätskriterien und Methodologie der Diskursanalyse sowie die Selbstbezüglichkeit und Abschottung der Debatte durch ihre Protagonisten und Protagonistinnen gegenüber anderen Fachdiskursen beschrieben (MILLIKEN 1999, S.226f.; KEOHANE 1988). [10]

2. Zum Sammelband: Politikanalyse mit FOUCAULT?

Die Fragestellung lautet nun, inwiefern der von Brigitte KERCHNER und Silke SCHNEIDER herausgegebene Band Antworten oder Vorschläge zu den eben skizzierten Forschungsproblemen in konzeptioneller und methodisch-praktischer Hinsicht bietet. Der Band ist in fünf Abschnitte eingeteilt. Im ersten Teil wird unter der Überschrift "Wissen und Politik" der erkenntnistheoretisch bedeutsame Textkorpus FOUCAULTs zugrunde gelegt. Im zweiten bis vierten Teil werden in empirischen Anwendungen zentrale Begrifflichkeiten seiner Studien aufgenommen. Der letzte Teil mit der Überschrift "Foucault – Warum nicht?" führt eine metatheoretische Debatte zum Nutzen seines Gesamtwerks. Die Fragen, die anleitend für mein Lesen waren, lauteten: Was also bietet eine an FOUCAULT anschließende Analyse für die Politikwissenschaft? (Abschnitt 2.1) Und: Was ist bei Diskursanalysen in methodischer Hinsicht zu beachten? (Abschnitt 2.2) [11]

2.1 Potenziale und Probleme diskurstheoretisch begründeter Politik-Analyse

Mit dem von ihnen herausgegebenen Band wollen KERCHNER und SCHNEIDER "endlich Ordnung in der Werkzeugkiste" von Michel FOUCAULT für die Politikwissenschaft schaffen. Hierfür grenzen sie sich in Kapitel 1 zunächst von den Überlegungen von HABERMAS und sozialkonstruktivistischen Überlegungen ab (s.o.), die auf die Sinnproduktion im politischen Prozess fokussieren, und sortieren Diskursbegriffe und Analysestrategien in einem ausführlichen Forschungsüberblick (Kapitel 2). In dem Bemühen, in einem unübersichtlichen und verwirrenden Feld (vgl. den Beitrag von REISIGL) Pflöcke einzuschlagen, an denen sich Forschende bei ihren Diskursanalysen festhalten können, definieren sie als Grundkonsens:

"Nimmt man die hier vertretenen Lesarten zusammen, dann gilt es ... mit einer Diskursanalyse herauszufinden, wie bestimmte Arten des Redens und Denkens über die Wirklichkeit spezifische Optionen des Handelns in der Welt und damit spezifische 'Versionen von der Welt' verunmöglichen oder zulassen." (KERCHNER & SCHNEIDER, S.18) [12]

Es gelte also, den Evidenzen in den Kontingenzen auf die Spur zu kommen. Als Gegenstand der Analyse wird, FOUCAULT zitierend, "ganz positivistisch die Menge aller Aussagen, die tatsächlich gesagt wurden", definiert (KERCHNER & SCHNEIDER, S. 22). [13]

Die Begründung der Relevanz von FOUCAULT für die Politikwissenschaft liest sich paradox:

"Wenn ... Foucault etwa die in der Politikwissenschaft vorrangigen Fragen nach den Ideen, Intentionen und Interessen von Akteuren oder nach den Motiven ihrer Koalitionen 'zurückstellt', so bedeutet dies nicht, dass diese Aspekte irrelevant wären. Vielmehr handelt es sich um den experimentellen Versuch, im Bewusstsein, dass es ein größeres Ganzes gibt, das zu untersuchende Feld dennoch so zu definieren, zuzuschneiden und von seiner Umgebung zu isolieren, dass durch das bewusste Weglassen von einigem ein sehr spezieller Zusammenhang, etwas Unerwartetes zum Vorschein gebracht werden kann." (KERCHNER & SCHNEIDER, S.19) [14]

Mit anderen Worten: Weil FOUCAULT scheinbar wenig Passendes zu derzeit zentralen Kategorien der Politikwissenschaft sagt, besteht die Hoffnung, dass mit ihm Dinge sichtbar werden, die durch die Konzentration auf handlungs- und systemtheoretische Perspektiven unsichtbar waren. FOUCAULTs Denken böte dann eine Heuristik mit der Funktion, "die Konstitution der eigenen soziokulturellen Wirklichkeit besser zu verstehen" (LANDWEHR, S.109). Dies kann an der Studie von SCHNEIDER über das NS-Regime nachvollzogen werden: In FOUCAULTscher Perspektive lasse sich die NS-Zeit als "dunkle Seite der Moderne" (SCHNEIDER, S.138) analysieren, statt sie als Rückfall in die Barbarei ungewollt zu mythologisieren. [15]

Auffällig ist, dass bei allen Erläuterungen dazu, was die Diskursanalyse ist oder sein kann, die Frage nach einem "Warum" dessen, was beobachtet wird, und der Verdacht, Kausalitäten zu konstruieren, sorgsam vermieden wird: Es geht vor allem um das "Wie"; es soll beschrieben werden, statt Erklärungen, welcher Art auch immer, anzubieten. Die Position des/der Forschenden selbst taucht nur in der Figur des/der Querdenkenden auf, die/der "nichts für eine flotte Politikberatung" zu bieten habe (KERCHNER & SCHNEIDER, S.25). Ziele der Forschung, sei es zur Beratung, zur Aufklärung, zur Erhellung, zur Information oder was auch immer für Ziele gehalten werden können, scheinen Diskursanalyst(inn)en fremd zu sein, oder besser: Es stellt sich bei den meisten empirischen Arbeiten der Eindruck ein, der Leser oder die Leserin möge möglichst keine Konsequenzen, schon gar nicht handlungsleitender Art, aus den gewonnenen Erkenntnissen ziehen. [16]

Diese Position ist theoretisch konsequent, praktisch aber problematisch, denn es stellt sich z.B. die Frage, wer bei einer Diskursanalyse welche der oben genannten Aussagen mit welchem Ohr aus welchem Grund gehört hat: Es sind ja ganz konkrete Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die in ihrer Forschung mit einem bestimmten Ziel auf ganz bestimmte Quellen zurückgreifen und darüber (mit-) bestimmen, welche Aussagen in der Menge aller Aussagen durch die Forschung nicht zuletzt politisches Gewicht erhalten. Einen herrschaftsfreien Rückzugsraum, in dem Aussagen über die Welt gleichsam verhallen und sich zerstreuen, gibt es nicht – Politik und Wissenschaft sind ja gerade nicht zu trennen, wie FOUCAULT lehrt. So stellen die beiden Herausgeberinnen (mit Rekurs auf NARR) selbst die Frage, ob die Diskursforschung möglicherweise die illusionäre Tendenz habe, die eigene Erfahrung – und ich möchte hinzufügen: die eigene Verstricktheit mit der Welt – auszuklammern (KERCHNER & SCHNEIDER, S.22). Auch die Vorstellung, dass eine Aussage "auftaucht" und dann den Status wahrer Geltung erhält (KERCHNER, S.160), lichtet den Nebel, warum etwas (für) wahrgenommen wird, nicht unbedingt. [17]

Silke SCHNEIDER reflektiert diesen Problembereich im Zusammenhang mit der NS-Forschung, bei der weniger die Position der Forschenden als vielmehr das Forschungsgelände selbst strittig wurde. Hier kumulierten die zum Teil schmerzhaften Debatten unter Historikern und Historikerinnen bezüglich des "lingustic turn" in der polemischen Überschrift "Auschwitz war kein Diskurs" (SCHNEIDER, S.124f.). Diese Zuspitzung wurde von der Sorge getragen, dass die NS-Verbrechen entpersonalisiert und damit der Verantwortlichkeit entzogen würden. Auch die Herausgeberinnen räumen selbstkritisch ein, dass die Gefahr bestehe, Gesellschaften zu einem "Obersubjekt" zu machen.1) [18]

Als ein noch weitgehend brach liegendes Potenzial FOUCAULTscher Analysen identifizieren sie seine "genealogische Taktik" (KERCHNER & SCHNEIDER, S.20). Diese ist die m.E. sehr produktive Seite des Abtauchens als Wissenschaftler(in) bzw. des "eigenartigen Rumpelstilzchen"-Spiels von FOUCAULT (NARR, S.349): Wissen, Wahrheit und Wirklichkeit können mit ihm als historisch Gewordenes ausgewiesen werden. Insbesondere Wissen wird in dieser Sicht in seiner strategischen Bedeutung für die Machtausübung erkennbar und damit kritisierbar und fragwürdig. Wissenspolitologische Konzepte saugen hier den Honig aus FOUCAULTschem Denken und kommen dabei aber mit einer überschaubaren Theoriesprache aus. [19]

Auch Achim LANDWEHR begründet den Stellenwert der Diskursanalyse für die Politikwissenschaft vor allem aus historischer Sicht. Da Diskurse Ordnungsfunktion hätten, indem sie definieren, was in einem bestimmten Wissensfeld als Wahrheit gilt und auch anerkannt wird, so das Argument, sei jede diskurshistorische Arbeit in "zwingender" Weise Geschichtsschreibung des Politischen (LANDWEHR, S.112): Das Politische wird hier in Anlehnung an Pierre BOURDIEU als Machtkampf zur Veränderung oder Erhaltung der herrschenden Kategorien zur Wahrnehmung der Welt, den Formationsregeln des Diskurses, konzipiert: "Wenn Diskurse weder aus dem Boden wachsen noch vom Himmel fallen, sondern als Ergebnisse gesellschaftlichen Mit- und Gegeneinanders ernst genommen werden, dann sind sie unweigerlich mit Fragen der Politik verknüpft", so LANDWEHR (S.118).2) [20]

In ähnlicher Diktion beschreibt und begründet KERCHNER in ihrem sehr instruktiven Aufsatz, dass die Suche nach einem konsistenten Begriff von Politik in eine Analytik seines je spezifischen Auftretens überführt werden müsse (KERCHNER, S.154). KERCHNER ist die einzige, die ansatzweise systematisierend Anschlüsse an die zentralen politikwissenschaftlichen Kategorien und Diskussionen herstellt und aufzeigt, wie diachrones Gegendenken die Zeitvergessenheit mancher Debatten informieren kann. [21]

Angelika MAGIROS und Wolf-Dieter NARR schließlich emanzipieren sich von FOUCAULT vollständig, debattieren mit und gegen ihn und setzen ihn in Wert als Denker, der zum Denken auffordert. Sie tun dies, in dem sie ihren eigenen, sehr persönlichen Prozess der Auseinandersetzung mit ihm reflektieren. MAGIROS etwa brachte die Kritische Theorie mit der Diskurstheorie ins Gespräch, um sich das Phänomen des Rassismus zu erklären, und kommt zu dem Schluss: "Auch ich bin offenbar ... in den Hafen des 'Foucault – Warum nicht?' eingelaufen und beginne, nach aller Fiebrigkeit, seine Werkzeuge gelassen als die eines Klassikers zu betrachten." (MAGIROS, S.340) NARR macht in seinem manchmal abschreckend eckig geschriebenen Aufsatz eine tour de force durch die aktuelle Begriffslandschaft der politischen Ideengeschichte und Theoriebildung und gibt diverse Hinweise auf aktuelle Verknüpfungsmöglichkeiten mit FOUCAULT. Wer auch immer angesichts des Begriffsapparats von FOUCAULT in Verzweiflung geraten ist, für den hat NARR einen der tröstlichsten Gedanken formuliert, der so simpel wie einsichtig ist. Es sei doch so: "Das fest-Gestellte erweist sich ... sogleich als historisch erheblich formen- und variationenreich." (NARR, S.359) Herrschaft etwa "muss, in dem, was sie bedeutet, in ihren Mitteln, im Prozess ihrer andauernden Herstellung neu und neu zu verstehen gesucht werden". Einen Schlusspunkt des Denkens, so kann unumstößlich gelernt werden, gibt es auch mit FOUCAULT nicht. Aber der war ja auch nicht zu erwarten. [22]

2.2 Empirische Diskursanalyse: Auf der Suche nach dem (Un-) Sagbaren

Empirisch Arbeiten mit FOUCAULT? Er selbst hat keine konsistente Methodik hinterlassen. Dies wird, wie oben bereits beschrieben, häufig beklagt und läuft dann doch auf höchst ideenreiche und mutige Weiterentwicklungen hinaus, wie KERCHNER in ihrem Forschungsüberblick beschreibt (auch WALDSCHMIDT, KLEIN, KÖRTE & DALMAN).

"Zum diskursanalytisch arbeitenden Politikwissenschaftler werden wir, indem wir in der Flut von Äußerungen, die uns in jedem Textmaterial überschwemmt, das wir zur Basis unserer Analyse machen, systematisch nach übergreifenden Regeln suchen, die das Zusammenspiel von Reden und Schweigen, von spontaner Äußerung und langfristig geltenden Aussagen strukturieren." (KERCHNER, S.161) [23]

DIAZ-BONE destilliert eine "interpretative Analytik" aus dem FOUCAULTschen Werk und beschreibt sie als methodologische Praxis, die den diskursanalytischen Forschungsprozess organisieren und reflektieren helfen soll. Er schließt damit ansatzweise eine oft konstatierte Lücke. Sechs Festlegungen zeichnen diese Analytik seiner Ansicht nach aus:

  • Am Anfang steht ein epistemologischer Bruch mit den Alltagskonzepten, d.h. die Loslösung von Alltagserfahrung und Hinwendung zur bewussten Reflexion von Diskursen in Diskursen, mit der kontinuierlich eine Außen-Position angestrebt werden soll. Die Frage, inwiefern dies überhaupt möglich sein kann oder wünschbar ist, ist bereits oben im Zusammenhang mit der Frage nach der Verantwortung der Forschenden für seine Forschung kurz angeklungen.

  • Subjektiver Sinn wird verabschiedet. Stattdessen wird davon ausgegangen, dass Diskurse eine eigene "(inter)diskursive (und nicht: psychische) Materialität" haben. Schlussfolgerungen auf Interessen und Intentionen von Individuen sind nicht zugelassen. Hier schlägt sich die schon angesprochene konsequente Verweigerung gegenüber politikwissenschaftlichem Vokabular nieder.

  • Die Forschungsinstrumente werden als untrennbar mit ihrem Entstehungskontext und der ihr zugrunde liegenden Methodologie verknüpft gedacht.

  • In einer Diskursanalyse soll dekonstruiert und rekonstruiert werden: Dekonstruiert wird die Selbstevidenz von Wissenseinheiten, um die darunter liegende diskursive Praxis freizulegen, die diese Evidenz ermöglicht. In der Rekonstruktion werden dann die dabei geltenden Regeln herausgearbeitet.

  • Die interpretative Analytik der Diskursanalyse wird als offen und notwendigerweise zirkulär konzipiert, weil der provisorische diskursanalytische Erkenntnisstand durch die Empirie ständig korrigiert werde. Ziel einer solcherart begründeten Diskursanalyse wäre demnach, den empirischen Nachweis zu erbringen, "dass und wie (!) diskursive Praktiken als wirkmächtige soziale Praxisformen das movens sozialer Konstruktionen sind" (DIAZ-BONE, S.81; Herv. i.O.).

  • Der Weg zur Erkenntnis wird über die Abduktion (statt Induktion oder Deduktion) gelegt, d.h. es wird von einer "(theoriegeleitet zusammengestellten) Materialmenge auf eine latente und sozio-historische, systematische Wissenspraxis" geschlossen (DIAZ-BONE, S.77). [24]

Wie valide kann eigentlich Quer- und Gegendenken sein? Empirisches Arbeiten nach FOUCAULT scheint das Schicksal der meisten überwiegend "qualitativ" vorgehenden Analysestrategien zu teilen: Validität und Reliabilität können nur über die akribische Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte nachgewiesen werden. Diese fällt in dem Sammelband weitgehend aus (s. aber den Beitrag von PALFNER, der hier eine "rühmliche" Ausnahme darstellt). [25]

Wie empirisches Arbeiten mit FOUCAULT fruchtbar möglich sein kann, wird in dem Band in zwei ermutigenden Abschnitten zur "Politik der Moleküle" (mit den Themen Bioethik und Gentechnologie) und zur "Politik der Identitäten" (mit den Themen Männerbünde im Kaiserreich und Bezeichnungspraxen in den Medien) demonstriert. Eine der leitenden Fragen einer empirischen Analyse mit FOUCAULT lautet demnach: Was sind die Bedingungen der Möglichkeit des Gesagten, und was sind die Regeln seiner Geltung? [26]

Weitgehende Einigkeit herrscht unter den Autoren und Autorinnen hinsichtlich der sinnvollen Sortierung des empirischen Materials: Es wird nach der Konstituierung von Gegenständen, nach den Strategien ihres Erscheinens, nach Subjektpositionen und institutionellen Orten befragt (z.B. in den Beiträgen von SCHNEIDER, GEHRING oder WALDSCHMIDT et. al.), um Aussagen zu identifizieren, die zusammen den Diskurs formieren, der Teil eines größeren ist. [27]

Der empirische Teil zur "Politik der Sicherheiten" (mit den Themen Feindstrafrecht und Soziale Sicherheit) fällt aus dem Buch heraus, weil er die schöne Ordnung, die zum Beispiel DIAZ-BONE mit klarem Bezug auf FOUCAULT hergestellt hat, ad absurdum führt. Zwar arbeiten beide Autorinnen, Susanne KRASMANN und Julia LEPPERHOFF, erklärtermaßen diskursanalytisch, knüpfen dabei aber an FOUCAULT nur rudimentär sichtbar bzw. gar nicht an, was in einem Buch, das "Foucault: Diskursanalyse der Politik" heißt, etwas befremdlich wirkt. Stattdessen wird in einem Fall der so genannte "discursive turn" der Policy-Analyse stark gemacht, der sich entsprechend der oben genannten und auch dem Buch zugrunde liegenden Systematik in der Hauptsache eher den wissenspolitologischen bzw. -soziologischen Zugängen zuordnen ließe. Dieses Befremden auszulösen gehört offenbar zur bewussten Strategie der Herausgeberinnen und hätte FOUCAULT vermutlich gefallen, weil es den sicher geglaubten Boden unter den Füßen wieder zerschlägt. Beiden Beiträgen ist ein Kommentar von Marianne PIEPER zur Seite gestellt, der sich vor diesem Hintergrund noch einmal der disparaten Verwendung des Diskursbegriffs und seiner theoretischen Bezüge zuwendet und zu dem Schluss kommt: "Der Diskursbegriff ist somit eine schillernde Figur. Sein Theorieinventar stammt aus ganz unterschiedlichen Werkzeugkisten und entspringt ganz disparaten Traditionslinien." (PIEPER, S.269) Diese Feststellung stand bereits am Beginn des Buches und hinterlässt Ratlosigkeit, nachdem man sich mehr als 250 Seiten lang nur mit FOUCAULT und seinem Vokabular beschäftigt hat und gerade einen besseren Eindruck gewonnen hatte. PIEPER vergleicht im Anschluss unter Rückgriff auf FOUCAULT das Vorgehen der beiden Autorinnen und den Entstehungskontext der angewandten Ansätze und sucht nach Interferenzen, Leerstellen und Desiderata, um dann eine Verknüpfung beider Verfahren zur gegenseitigen Ergänzung vorzuschlagen. Das macht zwar Mut, selbstbewusst mit Werkzeugen umzugehen, ironisiert den sonst üblichen Aufbau von Sammelbänden und bietet spannendes Denkfutter – unklar bleibt indes, inwiefern das zum besseren Verständnis von FOUCAULT beiträgt. [28]

3. FOUCAULT für Fortgeschrittene: Warum nicht?

Das Werk, das Michel FOUCAULT hinterlassen hat, entzieht sich einer vereinheitlichenden Kanonisierung: "Er ist nicht der Analytiker der Gegenwart, der sich in ein starres Korsett kodifizierter Methoden und stillgelegter theoretischer Konzepte zwängen ließe", resümiert PIEPER (S.270) zu Recht. Da steht FOUCAULT nicht allein; Theorie- und Gesellschaftsentwicklung sind miteinander verknüpft, und ihr Verhältnis ist ständig in Bewegung; das macht das Nachdenken darüber aufregend und herausfordernd. Der Sammelband von KERCHNER und SCHNEIDER macht Lust auf FOUCAULT und spinnt ein dichtes Netz durch sein Werk, an dessen Strängen sich entlangzuhangeln einige Erkenntnisse und Befremdungen erbringt. Mit großer Genauigkeit und Sorgfalt wird in dem Band nach kritischen Aspekten in seinem Werk geforscht. Das Buch ist daher für FOUCAULT-Neulinge nicht geeignet. Ob ein "Wuchern der Diskurse" (BUBLITZ, BÜHRMANN, HANKE & SEIER 1999) in der Politikwissenschaft mit dem Band zu verhindern ist, bleibt aber fraglich. Letztlich kann das Buch die Spannung zwischen der dafür nötigen ansatzweisen Kanonisierung einerseits und dem freien Spiel mit der "Werkzeugkiste" andererseits nicht gut zu einer Seite hin auflösen. Das würde FOUCAULT wohl auch nicht gerecht werden. Er bleibt sperrig und wollte das anscheinend ja auch sein. [29]

Die von KELLER und VIEHÖVER in Abschnitt 1 geforderten Klarstellungen hinsichtlich methodischer Probleme können in dem aus Aufsätzen bestehenden Sammelband nicht en detail erfolgen. Es wird auch hier keine Formalisierung geleistet, sondern nur in Ansätzen versucht, intersubjektive Nachvollziehbarkeit herzustellen. [30]

Politikanalyse mit FOUCAULT, so wird deutlich, ist zwangsläufig mit einer Historisierung des Gegenstandes verbunden, die politikwissenschaftlichen Analysen zweifelsohne gut zu Gesicht steht und häufig fehlt. Berührungsängste mit anderen Disziplinen spielen keine Rolle. Das könnte man als Schritt nach vorn werten, wenn denn der politikwissenschaftliche Ausgangspunkt klar gestellt wäre. Die wichtigen Trends in der politikwissenschaftlichen Diskussion, die sich um die ökonomische Globalisierung, die Zukunft des Regierens und seiner demokratietheoretischen Legitimation oder die Europäische Integration (Stichworte Öffentlichkeit und Identitätenbildung!) ranken, bleiben unberücksichtigt. Dies lässt sich möglicherweise mit der Zusammensetzung der überwiegend nicht-politologisch arbeitenden Autor(inn)enschaft erklären. Ins Zentrum der Politikwissenschaft, etwa in der Theoriebildung, dringt die Auseinandersetzung mit FOUCAULT in dem Band nicht vor. [31]

Es wird jedoch deutlich, dass seine Inanspruchnahme zu weitreichenden Verunsicherungen in der Forschungshaltung führt, die produktiv gewendet werden können, aber dennoch immer die Gefahr auch für "Fortgeschrittene" beinhalten, erkenntnistheoretisch auf schwankendem Boden nur mühsam stehen zu bleiben. Ob und inwiefern er jeden erkenntnistheoretischen Boden torpediert, so resümiert KERCHNER (S.159), müssten künftige empirische Untersuchungen zeigen. In jedem Fall verlangt FOUCAULT die unbedingte Kenntnisnahme des Zusammenhangs zwischen Wissenschaft und Politik. Er fordert damit nachdrücklich zur Kritik noch so objektiv daher kommender Zahlenbatterien, etwa in der Debatte um die Globalisierung oder in der Umweltschutzpolitik, auf. [32]

Anmerkungen

1) Dies drückt sich sprachlich immer darin aus, wenn z.B. geschrieben wird "die diskursive Praxis formuliert ... Dinge" (DIAZ-BONE, S.73), "Diskurse ... [können] definieren ..." (LANDWEHR, S.112) etc. <zurück>

2) Er hat, anders als einige seiner Koautor(inn)en, keine Scheu davor, konkrete Individuen in Institutionen und Organisationen als auf den Diskurs Einfluss ausübende Einheiten in die Analyse einzubeziehen. <zurück>

Literatur

Bublitz, Hannelore; Bührmann, Andrea D.; Hanke, Christine & Seier, Andrea (Hrsg.) (1999). Das Wuchern der Diskurse. Perspektiven der Diskursanalyse Foucaults. Frankfurt/M.: Campus.

Bührmann, Andrea (2005). Die Politik des Selbst. Rezeptionssperren und produktive Aneignungen der Foucault’schen Studien zur Governementalität. In Cilja Harders, Heike Kahlert & Delia Schindler (Hrsg.), Forschungsfeld Politik. Geschlechtskategoriale Einführung in die Sozialwissenschaften (S.175-192). Wiesbaden: VS Verlag.

Diaz-Bone, Rainer (2003, Juni). Entwicklungen im Feld der foucaultschen Diskursanalyse. Sammelbesprechung zu: Glyn Williams (1999). French discourse analysis. The method of post-structuralism / Johannes Angermüller, Katharina Bunzmann & Martin Nonhoff (Hrsg.) (2001). Diskursanalyse. Theorien, Methoden, Anwendungen / Reiner Keller, Andreas Hirseland, Werner Schneider & Willy Viehöfer (Hrsg.) (2001). Handbuch Sozialwissenschaftliche Diskursanalyse. Band 1: Theorien und Methoden / Patrick Charaudeau & Dominique Maingueneau (Hrsg.) (2002). Dictionaire d'analyse du discours / Reiner Keller (2003). Diskursforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen [66 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 4(3), Art. 1, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/3-03/3-03review-diazbone-d.htm [25.2.2007].

Feindt, Peter & Oels, Angela (2005). Does discourse matter? Discourse analysis in environmental policy making. Journal of Environmental Policy and Planning, 7(3), 161-174.

Foucault, Michel (1978). Dispositive der Macht. Über Sexualität, Wissen und Wahrheit. Berlin: Merve.

Hajer, Maarten & Versteeg, Wytske (2005). A decade of discourse analysis of environmental politics: Achievements, challenges, perspectives. Journal of Environmental Policy and Planning, (7)3, 175-184.

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Zur Autorin

Delia SCHINDLER, Dipl. Pol., begann nach langjähriger Erwerbstätigkeit als Journalistin für diverse Tageszeitungen ihr Studium der Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Hamburg. Ihre Diplomarbeit von 1999 trägt den Titel "Institutionenvertrauen in den Transformationsprozessen Ostdeutschlands 1991 bis 1995. Eine empirische Sekundäranalyse". Nach ihrem Abschluss war sie Mitglied im Evaluationsbeirat der "Internationalen Frauenuniversität Technik und Kultur" (ifu) im Rahmen der Expo 2000 und befasste sich im Rahmen der Begleitforschung mit der Organisationsentwicklung und Akzeptanz des Service Centers der ifu. Sie arbeitet derzeit in einer vom BMBF finanzierten interdisziplinären Nachwuchsgruppe im Förderschwerpunkt Sozial-Ökologische Forschung (SÖF) in dem Projekt "NEDS – Nachhaltige Entwicklung zwischen Durchsatz und Symbolik. Leitbilder der ökonomischen Konstruktion ökologischer Wirklichkeit in europäischen Regionen". In diesem Rahmen arbeitet sie an ihrer Dissertation zu Urban Governance in Hamburg und Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind außerdem Methoden der empirischen Sozialforschung sowie Frauen- und Geschlechterforschung.

Kontakt:

Delia Schindler

Universität Hamburg
Institut für Geographie
Bundesstraße 55
D-20146 Hamburg

Tel.: 04040-42838-5217

E-Mail: deliaschindler@gmx.de
URL: http://www.neds-projekt.de/

Zitation

Schindler, Delia (2007). Rezension zu: Brigitte Kerchner & Silke Schneider (Hrsg.) (2006). Foucault: Diskursanalyse der Politik. Eine Einführung [32 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 8(2), Art. 16, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0702161.



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