Volume 8, No. 2 – Mai 2007

Projektbericht: Gegen den Strich: Das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS)

Jens Zimmermann

Das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung, kurz DISS, widmet sich der diskursanalytischen Aufarbeitung gesellschaftspolitischer Themen und der Weiterentwicklung der Kritischen Diskursanalyse im Anschluss an Michel FOUCAULT. Im Folgenden soll die Methodik dieses Ansatzes skizziert und in seiner Entwicklung konturiert werden. Daran anschließend will der Projektbericht einen Einblick in den Entstehungskontext sowie die Institutsgeschichte des DISS geben und abgeschlossene als auch aktuelle Projekte vorstellen. [1]

1. Geschichte des DISS

Seit nunmehr 20 Jahren ist das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS)1) dem Diskurs auf der Spur. Die Gründerinnen und Gründer schauen auf eine turbulente Zeit zurück. 1987 gründete der Duisburger Siegfried JÄGER zusammen mit Studierenden und einigen jungen Akademiker(inne)n, Lehrer(inne)n und Assistent(inn)en dieses außeruniversitäre Institut, zu dem einige universitäre und zivilgesellschaftliche Arbeitskreise zusammengefasst wurden, als gemeinnützigen Verein und schaffte so eine lokale und materielle Basis für die Projektarbeit der kommenden Jahre. Mitte der 1980er "verpflichteten" Studierende Siegfried JÄGER in einem Germanistik-Seminar zu den Texten aus der "braunen Zeit" und auch dazu, aktuelle Postwurfsendungen und periodisch erscheinende Publikationen aus dem rechtsextremen Spektrum zu analysieren. Im Verlauf der ersten Materialsichtung wurde dann das ganze Ausmaß der Verbreitung solcher Schriften deutlich: fast vierzig regelmäßig erscheinende Druckerzeugnisse konnten zum damaligen Zeitpunkt binnen kurzem aufgespürt werden. Gleichzeitig legte diese Sammlung den Grundstein für das umfangreiche DISS-Archiv, in dem zahlreiche Publikationen der extremen Rechten archiviert und erfasst sind und das von Umfang und Inhalt eines der größten innerhalb Deutschlands ist. Es umfasst inzwischen den Zeitraum von den 1960er Jahren bis heute, da die 1985 begonnene Sammlung durch eine umfangreiche Schenkung des Frankfurter Instituts für Sozialforschung ergänzt werden konnte.2) [2]

In der Gründungsphase entstanden mehrere weitere Arbeitskreise, die speziell Themen unter dem Gesichtspunkt feministischer Theorie, Pädagogik und neue Technologien bearbeiteten. Die erste größere Publikation, die aus der kollektiven Arbeit von Lehrer(innen), Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiter(innen) der Universität hervorging, war der Titel "Rechtsdruck. Die Presse der neuen Rechten" (JÄGER 1988), in deren Gefolge auch die Entwicklung der Kritischen Diskursanalyse entstand. [3]

Die zweite große Studie widmete sich dem Diskurs der Einwanderung, der auch in aktuellen Untersuchungen immer wieder Berücksichtigung findet. Motiviert waren die Studien durch den verstärkt fremdenfeindlich konnotierten Alltagsdiskurs, der seine Auswirkungen bis in die Mitte der Gesellschaft zeigte und dort auch zunehmend Ressentiments produzierte und aktivierte. Unter Mitarbeit von Student(inn)en wurde in dieser Pilotstudie insgesamt 25 Tiefen-Interviews mit deutschen Bürger(inne)n erhoben und analysiert. Daraus resultierte das Buch "BrandSätze. Rassismus im Alltag", das Anfang 1992 erschien (JÄGER 1996a).3) [4]

Heute sind vor allem der AK Rechts und die Diskurswerkstatt die zentralen Diskussionsforen der DISS-Mitarbeiter(innen), in denen die Planung und Durchführung von Projekten besprochen wird. Gleichzeitig dienen sie auf methodischer Ebene der Weiterführung und Entwicklung der Kritischen Diskursanalyse und ihrer Anwendungsgebiete. In der Diskurswerkstatt werden zudem aktuelle philosophisch und gesellschaftstheoretisch relevante Themen diskutiert und an die Institutsarbeit anschließbar gemacht. Die Analysen zur rechts-konservativen und rechtsextremen Presse und Publikationslandschaft sowie von deren organisatorischen Verbindungslinien finden im AK Rechts ihre institutionelle Form. Eines der prominentesten neueren Arbeitsergebnisse war die Langzeitstudie "Nation statt Demokratie. Sein und Design der 'Jungen Freiheit'" (DIETZSCH, JÄGER, KELLERSHOHN & SCHOBERT 2004), die sich mit der völkisch-nationalen Ausrichtung und Denkweise dieser Wochenzeitung auseinandersetzt.4) [5]

Seit 1987 veranstaltet das DISS in Verbindung mit anderen Institutionen wie etwa der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Diskurswerkstatt Bochum jährlich ein wissenschaftliches Kolloquium unter Beteiligung auswärtiger Wissenschaftler(innen) sowie einen oder mehrere Workshops. Diese Veranstaltungen zeichnen sich vor allem durch ihre interdisziplinäre Ausrichtung aus: Politolog(inn)en diskutieren beispielsweise mit Sprachwissenschaftler(inne)n und Soziolog(inn)en mit Religionswissenschaftler(inne)n. Auf institutioneller Ebene wirkt das Institut im Wissenschaftsforum Ruhr mit, einem Zusammenschluss von 24 außeruniversitären Instituten in NRW. Diese die Fächergrenzen übergreifende Orientierung spiegelt sich auch in der Zusammensetzung der Mitarbeiter(innen) wider, was einer der wichtigsten Faktoren für die methodische und theoretische Weiterentwicklung ist. [6]

Die Projektberichte und Bücher von DISS-Mitarbeiter(innen) erscheinen mittlerweile in einer eigenen Reihe, der edition DISS, die vom Münsteraner Unrast-Verlag herausgegeben wird. Das DISS finanziert sich über Drittmittel, einen Förderkreis und private Spenden. [7]

2. Die "Werkzeugkiste" des DISS – Theoretische und methodische Grundlagen

Im Jahr 1993 erschien die erste Auflage der "Kritischen Diskursanalyse" (JÄGER 2004), welche den Versuch machte, eine Grundlage für systematisch-kritische Analysen von Diskursen im Anschluss an Michel FOUCAULT zu schaffen. "Kritischen Diskursanalyse" (KDA) ist zugleich die Grundlage der diskursanalytischen Studien des DISS. Bis zur aktuellen Auflage war es allerdings ein langer Weg. Auf der Suche nach einer systematischen Herangehensweise an Texte und deren gesellschaftliche Wirkungsweise stieß das Forschungsteam um Siegfried JÄGER Mitte der 1980er Jahre auf die Zeitschrift kultuRRevolution des Dortmunder Diskursforschers Jürgen LINK. Zu diesem Zeitpunkt waren die Wissenschaftler(innen) um Siegfried JÄGER in Sachen Diskurs allerdings kein unbeschriebenes Blatt. Die ersten Schritte in Richtung einer Analysemethode war die Grundlegung "Text und Diskursanalyse. Eine Anleitung zur Analyse politischer Texte" (JÄGER 1996b). Die Lektüre der LINKschen Publikationen, insbesondere der zeitschrift für angewandte Diskurstheorie kultuRRevolution sowie die fortlaufende weitere FOUCAULT-Rezeption erwiesen sich als äußerst fruchtbar für die spätere Formulierung des Theoriegebäudes und beschleunigten diesen Prozess maßgeblich. Durch konsequente Exegese relevanter Texte und daran anschließende Diskussionen entstand so die Ausarbeitung FOUCAULTscher Gedanken und die Umsetzung und Konturierung der aktuellen KDA. [8]

Ihren kritischen Impuls bekommt die Diskurstheorie Duisburger Prägung, vielfach auch als "Duisburger Ansatz" bezeichnet, vor allem durch die Auseinandersetzung mit gesellschaftstheoretischen Ansätzen und ihrer Verortung innerhalb der KDA. Dabei bemüht sich die KDA um die Begründung und die Präzisierung des Aufweises der Wirkmächtigkeit von Diskursen. Mit Jürgen LINK und im Anschluss an FOUCAULT wird dabei gefolgert: "Diskurse sind […] vollgültige Materialitäten ersten Grades unter den anderen" (LINK 1992, S.40). Zur gesellschaftstheoretischen Anbindung treten weiter Elemente der Text-, Psycho- und Soziolinguistik hinzu, so dass das Konzept KDA einen Brückenschlag zwischen sprachwissenschaftlicher Fundierung und gesellschaftstheoretischer Erweiterung ernst nimmt und damit ausbricht aus den disziplinären Schranken eines orthodoxen Methodenverständnisses. Dies äußert sich auch im Kritikverständnis und einem erweiterten Diskursbegriff, der sich an FOUCAULT anlehnt und diesen zu plausibilisieren sucht. Das Abstecken von Sagbarkeitsfeldern und Benennen von Macht-Wissens-Komplexen in Alltags- sowie Spezialdiskursen und den sich daran anschließenden Ausschließungs- und Diskriminierungspraxen impliziert einen Standpunkt, von dem aus – in Anlehnung an FOUCAULT – aus dem Diskurs Kritik am Diskurs geübt wird: also ein dezidiert normativer Ansatz, der sich einem emanzipativen Begriff von Wissenschaft verpflichtet sieht. Dies beinhaltet auch die Annahme, dass Diskurse auf individuelle und kollektive Subjekte "wirken", in dem sie Menschen "Wahrheiten" auferlegen, welche die "Individualität" und Subjektformierung wesentlich beeinflussen. Das Aufdecken jener "Wahrheiten" sowie die Anbindung an Machtmechanismen und Institutionen, welche die "Wahrheiten" produzieren und reproduzieren, ist eines der wesentlichen Elemente der KDA. Damit ermöglicht die Diskursanalyse Duisburger Prägung das Aufzeichnen von Macht-Wissens-Komplexen und deren Anbindung an gesellschaftliche Praxis. Dem Anspruch nach will die KDA jene Transformationen von Macht-Wissens-Komplexen und "Wahrheiten" beschreiben und in ihrer Wirkung erfassen. [9]

Ganz im Sinne FOUCAULTs verstehen die Duisburger Diskursforscher(innen) die KDA auch als "Werkzeugkiste", die ein Instrumentarium für systematisch-kritische Analysen bereithalten soll und die so ständig neu bestückt werden muss. Dies zeigt sich auch in der Forschungspraxis und den theoretischen Problemen, die aus der Arbeit am Forschungsgegenstand resultieren. Im Rahmen eines Projektes zur jüdischen Publizistik des 19. Jahrhunderts wagten sich die Wissenschaftler(innen) zum ersten Mal an eine historische Diskursanalyse, was eine erneute theoretische Reflexion auf das analytische Instrumentarium nötig machte. Neben der Erschließung spezifisch historischer Kontexte wurde versucht, auch den religionswissenschaftlichen Spezialdiskurs analytisch zu erfassen. [10]

Den letzten Stand des Duisburger Analysekonzeptes bietet die Publikation "Deutungskämpfe. Theorie und Praxis Kritischer Diskursanalyse" (JÄGER & JÄGER 2007), die auch Einblick in das "Handwerkszeug" der Diskurswissenschaft gibt. [11]

3. "Wissenschaft gegen den Strich" – Arbeitsgebiete

Die vor allem diskursanalytisch und ideologiekritisch angelegten Studien beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Ausschließungspraktiken. Wie vergangene und aktuelle Arbeitsthemen zeigen, konzentrieren sich die Analysen auf antisemitische und rassistische Tendenzen sowie deren gesellschaftliche Produktion und Reproduktion. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der kontinuierlichen Durchsicht und Analyse von Publikationen, die den Alltagsdiskurs bestimmen (Tages- und Wochenzeitungen). Allerdings bleibt es nicht immer bei der Schreibtischarbeit. Auch im sogenannten Feld forschen die Mitarbeiter(innen) des DISS, wie das Projekt zur Sicht von Einwanderer(inne)n und Flüchtlingen im Alltagsdiskurs zeigt. [12]

"Wir beziehen uns also vorwiegend, aber nicht nur, auf aktuelle politische Themen", berichtet Siegfried JÄGER aus dem Institutsleben und umreißt die Komplexe Einwanderung/Flucht/Asyl, Biopolitik, Macht-Religion-Politik und Rechtsextremismus als weitere Forschungsgebiete (DIAZ-BONE 2006). [13]

Die Arbeit des Instituts dreht sich nicht allein um die Analyse des rechtsextremen Gedankenguts, sondern auch um die Ausarbeitung von Präventivkonzepten, so z.B. in der Studie "Rechtsextreme Verhaltensmuster. Erarbeitung von Argumentationsweisen als Grundlage für die Entwicklung von Gegenstrategien in Jugendbildungsarbeit und Politik". Diese und ähnliche Handreichungen sollen politisch aktiven Gruppen helfen, gegen das Einsickern rechtsextremer Ideologeme in die Mitte der Gesellschaft anzugehen. [14]

Wie weit rassistische und antisemitische Stereotype verbreitet sind, haben zahlreiche Studien des DISS empirisch zeigen können. Verbreitung und Produktion solcher Stereotype erweisen sich allerdings nicht nur als Phänomen in der extremen Rechten, sondern scheinen oftmals von einem breiten Konsens der Gesellschaft mitgetragen, wobei der medialen Berichterstattung eine tragende Rolle zukommt. So konnte das DISS-Projekt "Medienbild Israel. Zwischen Solidarität und Antisemitismus" (JÄGER & JÄGER 2003) nachweisen, in welchem Maß die Berichterstattung über die zweite Intifada von antisemitischen und rassistischen Ressentiments geprägt war. [15]

Dem Selbstverständnis nach geht es also um eine Wissenschaft, die sich als emanzipativ und aufklärend definiert, wie zum Beispiel die Studien zum Alltagsrassismus ("Brandsätze") oder die Analysen zur rechtskonservativen Wochenzeitung "Junge Freiheit" zeigen. [16]

Durch die interdisziplinäre Arbeit mit dem Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte ist nun eine weitere Perspektive der Diskursforschung erprobt worden. So unternahmen beide Institute zwischen Juni 2005 und Dezember 2006 eine größere historisch orientierte Diskursanalyse. Unter dem Titel "Staat, Nation, Gesellschaft. Das jüdische Projekt der integrativen Gesellschaft im 19. Jahrhundert und seine Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft" wurden über dreihundert, teils sehr umfangreiche Publikationen deutsch-jüdischer Autor(inn)en aus dem Zeitraum zwischen 1848 bis 1871 analysiert. Ziel war es, ihre gesellschaftspolitischen und sozialethischen Konzepte und Anschauungen empirisch aufzuarbeiten. Mit ihnen wollten die Autor(inn)en der Emanzipation der Gesamtgesellschaft aus obrigkeitlicher und klerikaler Knebelung zuarbeiten. Ihre Beiträge wurden aber gleichwohl von der Mehrheitsgesellschaft zumeist ignoriert oder aber erbittert bekämpft. [17]

Als Kern des rekonstruierten Diskurses kann das Bestreben genannt werden, eine ausdifferenzierte Sozialethik innerhalb der Grundwerte von Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit zu entwerfen, die sich zugleich in demokratischen Strukturen und in einem kulturell breit verankerten Rechtsethos des Staates niederschlagen müssen (PAUL 2006, S.8). Aus allen Druckschriften wählte das Projekt-Team nach dem Konzept qualitativer inhaltlicher Vollständigkeit schließlich 55 Titel, aus denen eine detaillierte Aussagenanalyse zur Thematik Staat, Gesellschaft, Nation erarbeitet wurde. Viele dieser Quellen gelten als schwer zugänglich, so das ihre Volltext-Übertragung im OCR-Verfahren (Optical Character Recognition) eine Bewahrung eines fast vergessenen politischen und kulturellen Erbes darstellt. Diese schwer zu beschaffenden, raren und wertvollen Beiträge konnten von den Instituten im Volltext online zugänglich gemacht werden.5) [18]

4. Laufende Projekte

An das Projekt zur jüdischen Publizistik schließt nun ein weiteres Vorhaben an. Auf der Basis der Projekt-Bibliografie wird eine Edition wichtiger Schriften jüdischer Autor(inn)en aus dem 19. Jahrhundert als kritische Leseausgabe vorbereitet, die gebunden oder in einer Online-Fassung verfügbar sein werden. [19]

In Planung ist eine Studie zum "Judenbild" in den Publikationen rechts-christlicher Organisationen und Publikationen und der extremen Rechten in Deutschland und Polen. Dabei soll herausgearbeitet werden, inwieweit Schnittstellen zwischen diesen Gruppen bestehen. Der Fokus liegt auf den verwendeten Motiven unter Berücksichtung der analytischen Aufteilung in religiösen Antijudaismus und sogenannten modernen Antisemitismus sowie auf den organisatorischen Verflechtungen des protestantischen Fundamentalismus, des rechts-christlichen Katholizismus und der extremen Rechten. Diese Diskursanalyse betritt ebenfalls wissenschaftliches Neuland, da eine solche komparativ-diskursanalytische umfassende Studie zu diesem Thema bisher fehlt, allerdings dringend notwendig ist, da, wie erste Sichtungen ergeben, auf diesem Gebiet ein erheblicher ideologischer Austausch und zahlreiche Vernetzungsaktivitäten stattfinden. [20]

Seit den 1990er Jahren hat das DISS in regelmäßigen Abständen Erhebungen durchgeführt und diskursanalytisch ausgewertet, die die Entwicklung des Einwanderungsdiskurses im Alltag transparent machen. Zutage gefördert wurden dabei rassistische Argumentationsweisen und Elemente, die tief in der "Mitte der Gesellschaft" verankert waren und dort tradiert und produziert wurden. Angesichts der steigenden Zahl von Gewalttaten mit rechtsextremen Hintergrund gewinnt die laufende Studie "Einwanderung im deutschen Alltagsdiskurs – eine diskursanalytische Untersuchung" traurige Aktualität.6) An die älteren Untersuchungen schließt die Analyse der aktuellen Situation an. Zu klären ist, welche Kontinuitäten und Veränderungen sich im Alltagsdiskurs festhalten lassen und inwieweit diskursive Ereignisse wie die Debatten um das Holocaust-Mahnmahl, die Zwangsarbeiterentschädigung und der Nahost-Konflikt dort ihren Widerhall finden. [21]

Fortlaufend werden am DISS Medienanalysen zu aktuellen Themen durchgeführt wie zum Beispiel die Medienberichterstattung zum "Karikaturenstreit" des vergangenen Jahres. [22]

Anmerkungen

1) Unter der Adresse http://www.diss-duisburg.de/ gibt es weitere Information zum DISS. <zurück>

2) Eine ausführliche Entstehungsgeschichte des DISS-Archivs und Nutzungshinweise finden sich unter http://www.diss-duisburg.de/Arbeitsbereiche/Archiv/20_jahre_diss.htm. <zurück>

3) Im Volltext unter http://www.diss-duisburg.de/Internetbibliothek/Buecher/Brandsaetze/Brandsaetze.htm. <zurück>

4) Bereits 1994 war dieser Untersuchung das von Helmut KELLERSHOHN herausgegebene Buch "Das Plagiat. Der völkische Nationalismus der Jungen Freiheit" vorangegangen. <zurück>

5) Die Online-Versionen der Texte sind unter http://www.steinheim-institut.de/quellen_online/integrative_gesellschaft/textcorpus2.xml einsehbar. <zurück>

6) Vgl. dazu die Darstellung erster Ergebnisse bei M. JÄGER (2007). <zurück>

Literatur

Diaz-Bone, Rainer (2006). Kritische Diskursanalyse: Zur Ausarbeitung einer problembezogenen Diskursanalyse im Anschluss an Foucault. Siegfried Jäger im Gespräch mit Rainer Diaz-Bone [89 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 7(3), Art. 21, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/3-06/06-3-21-d.htm [Zugriff: 2. April 2007].

Dietzsch, Martin; Jäger, Siegfried; Kellershohn, Helmut & Schobert, Alfred (2004). Nation statt Demokratie. Sein und Design der "Jungen Freiheit". Münster: Unrast.

Jäger, Margarete (2007). "Wir hatten einen Schwarzen ...". Konstanz und Konjunkturen des alltäglichen Rassismus seit Beginn der 90er Jahre. In Margret Jäger & Siegfried Jäger (Hrsg.), Deutungskämpfe. Theorie und Praxis Kritischer Diskursanalyse (S.161-182). Wiesbaden: VS.

Jäger, Siegfried (Hrsg.) (1988). Rechtsdruck. Die Presse der Neuen Rechten. Bonn: Dietz.

Jäger, Siegfried (1996a). BrandSätze. Rassismus im Alltag (4. Aufl.). Duisburg: DISS [Original 1992], http://www.diss-duisburg.de/Internetbibliothek/Buecher/Brandsaetze/Brandsaetze_web.pdf [Zugriff: 12. Mai 2007].

Jäger, Siegfried (1996b). Text- und Diskursanalyse. Eine Einleitung zur Analyse politischer Texte (5. Aufl.). Duisburg: DISS. [Original 1989]

Jäger, Siegfried (2004). Kritische Diskursanalyse. Eine Einführung (4.Aufl.). Münster: Unrast. [Original 1993]

Jäger, Margarete & Jäger, Siegfried (2003). Medienbild Israel. Zwischen Solidarität und Antisemitismus. Münster: Lit.

Jäger, Margret & Jäger, Siegfried (2007). Deutungskämpfe. Theorie und Praxis Kritischer Diskursanalyse. Wiesbaden: VS.

Kellershohn, Helmut (1994). Das Plagiat. Der völkische Nationalismus der Jungen Freiheit. Duisburg: DISS.

Link, Jürgen (1992). Die Analyse der symbolischen Komponenten realer Ereignisse. Ein Beitrag der Diskurstheorie zur Analyse neorassistischer Äußerungen. OBST, 46, 37-54.

Paul, Jobst (2006). Diskurs der Gegensätze. Erfolg dank Zusammenarbeit. Kalonymos. Beiträge zur deutsch-jüdischen Geschichte aus dem Salomon Ludwig Steinheim-Institut, 9(4), 7-8.

Zum Autor

Jens ZIMMERMANN, geb. 1982, studiert Politikwissenschaft, Soziologie und Geschichte an der Universität Duisburg-Essen.

E-Mail: jenszimmermann1@gmx.de

Zitation

Zimmermann, Jens (2007). Projektbericht: Gegen den Strich: Das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS). Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 8(2), http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0702P23.



Copyright (c) 2007 Jens Zimmermann

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