Volume 9, No. 1, Art. 22 – Januar 2008

Rezension:

Ruth Wodak

Siegfried Jäger & Dirk Halm (Hrsg.) (2007). Mediale Barrieren? Rassismus als Integrationshindernis. Münster: Unrast, 259 Seiten, ISBN 978-3-89771-742-8, 24€

Zusammenfassung: Der vorliegende Sammelband ist ein wichtiger Beitrag zu den aktuellen Debatten über die großen Veränderungen in unseren Gesellschaften: über Integration, Multikulturalismus, Sicherheit, Pressefreiheit, usw., anhand einzelner diskursiver Ereignisse wie z.B. dem "Karikaturenstreit". Nicht nur werden die schon verfestigten Stereotypen und frames in den Analysen deutlich aufgezeigt; es wird auch ersichtlich, wie Feindbilder im Einzelnen diskursiv konstruiert werden und wie diese auch die weiteren diskursiven Entwicklungen prägen. Fazit: Alternative Diskurse müssen gefunden werden, die die "binären Reduktionen" aufbrechen lassen. Dafür müssen andere Meinungen, Stimmen und Positionen in den Medien Zugang finden und hörbar werden.

Keywords: "Karikaturenstreit", Diskursanalyse, Stereotypen, Islamophobie, qualitative Textanalyse, "Pressefreiheit"

Inhaltsverzeichnis

1. Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie und die deutschen Medien

2. Analysen der Berichterstattung zum "Karikaturenstreit" (und zu anderen rezenten Ereignissen)

3. Die Suche nach Alternativen

Literatur

Zur Autorin

Zitation

 

1. Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie und die deutschen Medien

JÄGER und HALM greifen in diesem Buch ein sehr aktuelles und wichtiges Thema auf: die Produktion und Reproduktion von Islamophobie durch Medien, v.a. nach dem 11. September 2001 und der Veröffentlichung der hinlänglich bekannten Karikaturen durch das dänische Blatt Jyllands-Posten am 30. September 2005. Die Veröffentlichung dieser Karikaturen führte einerseits zu großen Protesten in der arabischen Welt, andererseits zu vielen Debatten, die sich um den Wert der "Pressefreiheit" drehten. Im Zuge dieser auf vielen Ebenen geführten Debatten (moralisch, ethisch, religiös, rechtlich usw.) wurden die Karikaturen u.a. in einigen französischen, deutschen und britischen Zeitungen wiederabgedruckt (vgl. auch TRIANDAFYLLIDOU, WODAK & KRZYZANOWSKI 2008). [1]

Argumente pro und contra gab es viele: es gäbe auch anti-christliche und antisemitische Karikaturen; man müsse auf religiöse Empfindungen Rücksicht nehmen; in Europa (also im Westen) sei die Pressefreiheit eine sehr wichtige und daher auf jeden Fall zu schützende Errungenschaft u.v.a.m. Aus diskursanalytischer Perspektive muss zu all diesen Argumenten angemerkt werden, dass selbstverständlich jeder Text (schriftlich, mündlich oder Bild) nur im Kontext Bedeutung erhält; und dass daher Texte und damit verbundene Normen und Werte kontextbezogen wirken und interpretiert werden. Je nach RezipientInnen und deren Kontexten gibt es unterschiedliche Lesarten. [2]

Daher musste es den Journalisten der dänischen Zeitung wohl klar gewesen sein, dass die Veröffentlichung der Karikaturen in einem ausländerfeindlichen Kontext, wie er in Dänemark zu beobachten ist, höchst wahrscheinlich von manchen als Provokation und von anderen als Legitimation aufgefasst würde. Wobei das Genre einer Karikatur eben viele Bedeutungen zulässt, da Karikaturen genre-inhärent mit Stereotypen, Vorurteilen, Metaphern und Metonymien arbeiten, um – falls sie tatsächlich "gelingen" – humorvolle Selbstreflexion auslösen können, im anderen Fall auch Vorurteile, Rassismen und Antisemitismen geschickt popularisieren, automatisieren und weiter verbreiten helfen (wie beispielsweise aus der NS-Zeit und dem Stürmer nur allzu gut bekannt; siehe dazu z.B. VAN LEEUWEN 2000). Gerade Gunter KRESS und Theo VAN LEEUWEN (1996) haben ein methodisches Instrumentarium erarbeitet, um semiosis, also die Integration von Wort und Bild, auf systematische Muster und Bedeutungen analysieren zu können. [3]

Der vorliegende Band ist daher sehr verdienstvoll, da den Debatten in der Presse im Einzelnen nachgeforscht wird und die vielen diskursiven und textuellen Mittel in der islamophoben Berichterstattung im Detail aufgezeigt werden. Die theoretischen und methodischen Ansätze sind vielfältig, wobei – dies sei vorweggenommen – es wünschenswert wäre, wenn die Analysemethoden, die Definition der analysierten Untersuchungseinheiten, die Zuordnung von Analysekategorien und auch die zugrunde liegenden Materialien näher illustriert worden wären. Dadurch wären einige Beiträge zwar sicherlich länger geworden; die Nachvollziehbarkeit wäre aber gewährleistet. [4]

Ich führe diesen Wunsch nicht nur aus formalistischen Bedenken an: Kritik an qualitativen Analysen gibt es viel, und es ist mir natürlich durchaus bewusst, dass man immer auch andere Interpretationen in den Raum stellen kann. Zahlen hingegen werden seltener hinterfragt, obwohl selbstverständlich hinter den jeweiligen Zahlen und Prozentangaben ebenfalls qualitative Kategorien und subjektive Zuordnungs-Entscheidungen verborgen sind. Dennoch: anhand einzelner detaillierter und nachvollziehbarer Analysen der abgedruckten Texte lassen sich viele potenzielle Einwände vornweg entkräften (vgl. WIDDOWSON 2004 und die Replik durch WODAK 2006). [5]

2. Analysen der Berichterstattung zum "Karikaturenstreit" (und zu anderen rezenten Ereignissen)

Der umfangreiche Beitrag von HALM, LIAKOVA und YETIK als Einstieg in den Sammelband weist anhand vieler Statistiken deutlich auf, dass Islamfeindlichkeit in Parlamentsprotokollen aus dem Deutschen Bundestag und in der Berichterstattung im Spiegel und WAZ signifikant gestiegen ist. Islamfeindlichkeit wird dabei anhand von Themenblöcken operationalisiert und diese werden in den vielen Parlamentsdebatten und Artikeln ausgezählt. Leider gibt es dazu nur wenige längere Textbeispiele. Dennoch wird deutlich, dass in den Parlamentsdebatten das Cluster "Betonung von Gefahr" 2003-2004 im Vergleich zu 2000-2001 signifikant von 9,4 auf 24,4 Prozent gestiegen ist. Auch das Thema "Muslime als Terroristen" hat sich von 5,8 auf 10,5 Prozent fast verdoppelt. In den Printmedien herrscht das Thema "Muslime als Terroristen" vor und nimmt in allen untersuchten Zeitungen den höchsten Rang ein. Einige Beispiele aus dem Gegendiskurs werden ebenfalls angeführt, in denen das gute Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen hervorgehoben wird. Als wichtigstes Ergebnis verweise ich auf die Tatsache (die VAN DIJK schon 1993 betont hat), dass die Betroffenen, also die Muslime, wenig zu Wort kommen; falls sie zu Wort kommen, dann müssen sie reagieren, d.h. sich mit den vorgegebenen Themen auseinandersetzen (S.45). Abgesehen davon stellen die Autoren fest, dass sich der islamfeindliche Diskurs erhöht hat, v.a. auch die negativen Konnotationen: Islam und Terrorismus werden assoziativ und kausal verknüpft. Weiter wird die Internationalisierung des Konflikts deutlich gemacht, was sich an dem weltweiten Transfer und der Rekontextualisierung der dänischen Karikaturen gut nachweisen lässt. [6]

Siegfried JÄGERs Beitrag knüpft an diese Ergebnisse an und untersucht den "Karikaturenstreit" in der deutschen Medienlandschaft als "diskursives Ereignis", also in seiner Genese, seinem Ablauf und der damit verbundenen Eigendynamik (im FOUCAULTschen Sinne). Dabei fokussiert JÄGER v.a. zwei Perspektiven: wie die Muslime im eigenen Land oder auch in Europa dargestellt werden, und wie die Muslime in ihren Heimatländern repräsentiert werden. JÄGER durchforstet sowohl die linke wie die rechte Medienlandschaft und auch das Internet. Aufgrund der riesigen Datenmenge können nur Kurzzusammenfassungen aus den einzelnen Phasen und Zeitungen geboten werden. Das ist natürlich schade, denn wichtige Textbelege fehlen zum Teil. Die zitierten Schlagzeilen sprechen aber schon für sich und lassen JÄGERs Analyse gut nachvollziehen. Die Kampfmetaphorik dominiert, der Islam wird als bedrohlich, gefährlich, fundamentalistisch, militant, irrational, zornig, usw. charakterisiert. Es wird mit dem Topos der Pressefreiheit argumentiert wie auch gegen den "Multikulturalismus" "ins Feld gezogen" (beispielsweise S.72). Besonders wichtig ist die Analyse der Spiegelberichterstattung (S.74ff.), das abgedruckte Cover (6/6.2.2006) allein spricht Bände: Auf diesem Cover sticht zunächst die große Überschrift "Der heilige Hass" ins Auge. In kleineren Buchstaben wird diese implizite Behauptung eingeleitet durch "Zwölf Mohammed-Karikaturen erschüttern die Welt", als Aussagesatz verpackt, der dadurch Wahrheitsanspruch erhebt. Ein schwarz vermummter islamistischer Kämpfer ist die einzig erkennbare Person auf diesem dunklen Bild, der die Überschrift symbolisieren und erläutern soll. Dieser anonyme, gesichtslose "Krieger" (metonymisch für alle Araber oder Muslime eingesetzt) wirkt natürlich bedrohlich (für "die Welt"?). Unentzifferbare arabische Schriftzeichen unterstreichen die Gefahr durch das quasi Unbekannte. Mithilfe einer systematischen multimodalen Analyse hätte hier noch deutlicher gezeigt werden können, wie vorurteilsbehaftete archetypische Muster persuasiv eingesetzt werden. [7]

JÄGER ist sich natürlich darüber im Klaren, dass mehr Details noch einzelne islamfeindliche Motive hätten ausweisen können; er beschränkt sich auf die "Kollektivsymbolik", die aussagekräftig genug ist:

"Die mediale Abdeckung des Karikaturenstreits reiht sich so zuspitzend ein in die seit Jahrzehnten zu beobachtende rassistische Unterfütterung des Einwanderungsdiskurses und zugleich in die rigidere Konturierung eines Feindbildes Islam. Durch das Konzept binärer Reduktion erzeugt sie eine allgemeine Terror-Angst gegenüber Muslimen und dem Islam insgesamt und legitimiert auf diese Weise Maßnahmen der Gegenwehr, die demokratischen und völkerrechtlichen Errungenschaften Hohn sprechen" (S.100-101). [8]

Damit kommt JÄGER zu einem ähnlichen Schluss wie John RICHARDSON (2004), der ebensolche Tendenzen in den britischen Medien nachweisen konnte. [9]

Der Beitrag von Teun VAN DIJK bewegt sich in einem anderen theoretischen Ansatz: dem sozio-kognitiven Ansatz (vgl. VAN DIJK 2001). Im Gegensatz zu JÄGER (und auch LINK) geht es VAN DIJK nicht so sehr um die "Archäologie" der Diskurse (im FOUCAULTschen Sinn) oder um die eben erwähnte "Kollektivsymbolik", sondern um den Beitrag der Eliten in der Produktion und Reproduktion rassistischer kognitiver Schemata und frames, die über Medien die Meinungen der LeserInnen/SeherInnen/HörerInnen beeinflussen und manipulieren. Auch weist VAN DIJK im Einzelnen nach, wie der Zugang zu Medien kanalisiert wird und welche Stimmen daher ein- bzw. ausgeschlossen bleiben. Insbesondere analysiert VAN DIJK, abgesehen von einigen Vorfällen in Spanien, die afrikanische MigrantInnen betreffen, den Diskurs in EL PAΪS, einer liberalen spanischen Qualitätszeitung zur Pressefreiheit im Kontext des Karikaturenstreits. Es gelingt VAN DIJK (und auch hier wären mehr Beispiele und detailliertere Analysen wünschenswert) die deutliche Heuchelei westlicher Medien aufzuweisen: die Polarisierung von Ost und West wie auch die positive, undifferenzierte Selbstdarstellung und die ebenso undifferenzierte Fremddarstellung. Homogene Bilder werden diskursiv konstruiert; die vielen, auch rassistischen Facetten Spaniens und anderer europäischer Länder bleiben unbenannt. [10]

Das Kapitel von Jürgen LINK besticht durch seine differenzierte, kritische und auch innovative Argumentation. LINK greift den "binären Reduktionismus", den JÄGER in seiner Analyse benennen konnte, auf und dekonstruiert im Einzelnen, was die immer wieder festgestellte und daher schon trivial anmutende Polarisierung ("Wir" und die "Anderen") im Einzelnen bedeutet, sowohl in den untersuchten Karikaturen wie auch für die anschließenden Interpretationen. LINK bezeichnet seinen Ansatz als "WNLIA" ("Weder noch – lieber irgendwie anders"), d.h. er lehnt die vorgegebenen Entscheidungsoptionen ab und versucht, andere, neue Optionen zu eröffnen. Feindbilder beruhen auf solchen diskursiv hergestellten Dichotomien. LINK zeichnet die Genese der "Bombenkopf-Karikatur" nach. Es gelingt ihm schlüssig aufzuweisen, dass die symbolische Extension gewachsen ist: zunächst nur auf CHOMEINI gemünzt, umfasste der Bombenkopf in der dänischen Karikatur den gesamten Islam: "Eine menschliche Figur mit einer Bombe als Kopf … verdinglicht die Figur extrem. Sie wird von der Person zur Sache, es ist eine lebende Waffe, die es zu entschärfen gilt" (S.163). Wenn Karikaturen eindeutig auf Dichotomien, auf Feindbildern beruhen, dann sind sie gefährlich; wenn sie differenziert, ambig, pluralistisch sind, dann kommt Humor zum Tragen, und die inhärente Distanz kann dann auch Feindbilder destruieren. Die differenzierte Analyse von LINK erklärt die unterschiedliche Funktion und Wirkung von Karikaturen (LINK geht als einziger im Detail auf das Genre ein). Zuletzt spricht sich LINK gegen jegliche Verbote in der Berichterstattung aus – Debatten seien eine Sache der Zivilgesellschaft. Leider führt LINK diesen Gedanken nicht weiter aus. [11]

Sabine SCHIFFER analysiert nachvollziehbar und explizit viele in den vorhergegangenen Kapiteln angesprochene Medienbeiträge anhand linguistischer Verfahren. Daher sollte ihr Beitrag im Anschluss an JÄGERs umfangreiche Analyse rezipiert werden, weil möglicherweise offen gebliebene Fragen beantwortet werden. SCHIFFER analysiert die vielfachen Benennungen, die verwendeten Anspielungen, das Layout der Artikel, die Implikaturen, die sich aufgrund von Verneinungen ergeben (vgl. LAKOFF 2004), neue Komposita ("Alpenayatollah"), neue Assoziationsketten, und schließlich die Gesamtstruktur der Cover von Spiegel, Stern und Fokus. SCHIFFER gelingt es gut, die medial konstruierten und entfachten Skandalisierungen und Emotionalisierungen deutlich aufzuzeigen; denn damit würden sich die jeweiligen Zeitungen gut verkaufen. Durch solches Agenda-Setting wird das Leben der muslimischen Minderheit sehr vereinfacht, reduziert und damit falsch dargestellt. Der Beitrag von Carolin KÖDEL schließt gut an SCHIFFER an, durch eine Fallstudie zum Mord an dem niederländischen Filmemacher Theo VAN GOGH (2. November 2004) durch Mohammed BOUYERI. Diese Fallstudie illustriert die vorhergehenden, breiteren Analysen nochmals im Einzelnen, die binäre Reduktion anhand der Berichterstattung zu VAN GOGH wird gut belegt. Wie schon VAN DIJK und JÄGER stellt auch KÖDEL fest, dass kaum muslimische Stimmen zu Wort kommen. [12]

Die letzten beiden Beiträge des Buches von Horst PÖTTKER und Jobst PAUL bewegen sich auf anderen Ebenen. Es geht nicht um eine kritische Diskursanalyse (welcher Art auch immer; siehe beispielsweise WODAK & MEYER 2001; WODAK 2004), sondern um eine Auseinandersetzung mit der journalistischen Berufsethik (PÖTTKER) bzw. um Manifeste und Erklärungen aus diversen religiösen, islamischen oder anderen Gruppierungen/Konferenzen (PAUL). PÖTTKER interessiert die Frage, wie sich JournalistInnen zu verhalten hätten, wenn sie in einem Dilemma zwischen zu Berichtendem und moralischen Werten stehen. Dies ist natürlich kein einfach zu lösendes Dilemma. Leider betrachtet PÖTTKER dieses Dilemma nicht aus internationaler Perspektive, denn das Problem stellt sich in Großbritannien und den USA anders als in Deutschland und Österreich (Verbotsgesetzgebung), noch anders in Frankreich und Skandinavien. Auch die Anti-Diskriminierungsrichtlinien der EU sollten einbezogen werden. Dennoch – so verstehe ich PÖTTKERs Beitrag – müssen JournalistInnen letztlich selbst entscheiden, die momentane Gesetzgebung sei zu undifferenziert und anachronistisch. Als Dokumentation für die große Palette bestehender Diskurse und Standpunkte eignet sich der letzte Beitrag von PAUL. Die abgedruckten Manifeste und Erklärungen legen Zeugnis für die großen Differenzierungen von Standpunkten und Meinungen innerhalb der muslimischen Gruppierungen ab. Damit wird der binäre Reduktionismus erst recht ad absurdum geführt. [13]

3. Die Suche nach Alternativen

Der vorliegende Sammelband – und damit komme ich zum Anfang meiner Ausführungen zurück – ist ein sehr wichtiger Beitrag zu den aktuellen Debatten über große Veränderungen in unseren Gesellschaften; auch zu den oft sehr simplen und undifferenzierten Debatten zu Integration, Sicherheit, Multikulturalismus, Pressefreiheit, usw. Nicht nur werden die schon verfestigten Stereotypen und frames deutlich aufgezeigt; es wird auch ersichtlich, wie Feindbilder im detail diskursiv konstruiert werden und wie diese auch die weiteren diskursiven Entwicklungen prägen (vgl. WODAK, PELIKAN, NOWAK, GRUBER, DE CILLIA & MITTEN 1990; MATOUSCHEK, WODAK & JANUSCHEK 1995). Solche einmal festgefahrenen Diskursdynamiken sind schwer zu ändern; Einhalt zu bieten ist ebenfalls unmöglich. Daher muss über Alternativen nachgedacht werden: Wie können die "Anderen" mehr Zugang zu den Medien bekommen? Wie können andere Stimmen hörbar werden und gehört werden? Es bleibt zu hoffen, dass dieser wichtige Sammelband viele Anregungen zum Denken in Alternativen (vgl. "WNLIA") bieten wird. [14]

Literatur

Kress, Gunter & Van Leeuwen, Theo (1996). Reading images. London: Routledge.

Lakoff, George (2004). "Don’t think of an elephant". Berkeley: Rockridge Institute/Chelsea: Green Publishing Company.

Matouschek, Bernd; Wodak, Ruth & Januschek, Franz (1995). Notwendige Maßnahmen gegen Fremde? Genese und Formen von rassistischen Diskursen der Differenz. Wien: Passagenverlag.

Richardson, John (2004). (Mis)Representing Islam? Amsterdam: Benjamins (DAPSAC Series).

Triandafyllidou, Anna; Wodak, Ruth & Krzyzanowski, Michal (Hrsg.) (2008/in Druck). Europe in/and crisis: The "European public sphere" and the national media in the post-war period. Basingstoke: Palgrave.

Van Dijk, Teun A. (1993). Discourse and elite racism. London: Sage.

Van Dijk, Teun A. (2001). Multidisciplinary CDA: A plea for diversity. In Ruth Wodak & Michael Meyer (Hrsg.), Methods of CDA (S.95-120). London: Sage.

Van Leeuwen, Theo (2000). Visual racism. In Martin Reisigl & Ruth Wodak (Hrsg.), The semiotics of racism (S.333-350). Wien: Passagenverlag.

Widdowson, Henry (2004). Text, context, pretext. Oxford: OUP.

Wodak, Ruth (2004). Critical discourse analysis. In Clive Seale, Giampietro Gobo, Jaber F. Gubrium & David Silverman (Hrsg.), Qualitative research practice (S.197-213). London: Sage.

Wodak, Ruth (2006). Review article: Dilemmas of discourse (analysis). Language in Society, 35, 595-611.

Wodak, Ruth & Meyer, Michael (Hrsg.) (2001). Methods of CDA. London: Sage.

Wodak, Ruth; Pelikan, Johanna; Nowak, Peter; Gruber, Helmut; De Cillia, Rudolf & Mitten, Richard (1990) "Wir sind alle unschuldige Täter". Diskurshistorische Studien zum Nachkriegsantisemitismus. Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Zur Autorin

Ruth WODAK ist Chair in Discourse Studies an der Lancaster University, UK. Neben vielen anderen Auszeichnungen wurde ihr im Oktober 1996 der Wittgenstein Preis für Spitzenforschung verliehen. Ihre Forschungsschwerpunkte betreffen Sprache und Politik, Kommunikation in Institutionen, Diskurstheorien, Vorurteilsforschung, Gender Studies. Ihre derzeitigen Projekte befassen sich mit Identitätspolitik in EU-Organisationen und europäischer Sprachenpolitik. Sie ist Mitherausgeberin von The Journal of Language and Politics und Critical Discourse Studies, und der Buchreihe DAPSAC. Zahlreiche Gastprofessuren, u.a. in Stanford, Georgetown, University of Minnesota, Uppsala, University of East Anglia. Siehe auch Einzelheiten zu Projekten und Publikationen, zudem in FQS das Interview What is critical discourse analysis?, das Gavin KENDALL mit ihr führte.

Kontakt:

Prof. Dr. Ruth Wodak

Chair in Discourse Studies
Department of Linguistics and English Language
Bowland CollegeLancaster University
Lancaster, UK LA1 4YT, England

E-Mail: r.wodak@lancaster.ac.uk
URL: http://www.ling.lancs.ac.uk/staff/wodak/index.htm

Zitation

Wodak, Ruth (2007). Rezension zu: Siegfried Jäger & Dirk Halm (Hrsg.) (2007). Mediale Barrieren? Rassismus als Integrationshindernis [14 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 9(1), Art. 22, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0801224.



Copyright (c) 2008 Ruth Wodak

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License.