Volumen 9, No. 3, Art. 8 – September 2008

Rezension:

Jeannette Bischkopf

Udo Kelle (2007). Die Integration qualitativer und quantitativer Methoden in der empirischen Sozialforschung. Theoretische Grundlagen und methodologische Konzepte. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 331 Seiten, ISBN: 9783531153124 (Paperback) EUR 34,90 

Zusammenfassung: Die Debatte über die Integration qualitativer und quantitativer Methoden wird von Udo KELLE sowohl aus einer einseitig epistemologischen als auch einer einseitig pragmatischen Betrachtung herausgeführt und stärker inhaltlich, d.h. bezogen auf das jeweilige Gegenstandsverständnis weiterentwickelt. Strukturen begrenzter Reichweite als Gegenstand der empirischen Sozialforschung führen zu jeweils spezifischen Methodenproblemen für beide Forschungstraditionen und erfordern daher ihre Kombination. Das entwickelte methodenintegrative methodologische Programm ermöglicht die Einschätzung der jeweiligen Stärken und Schwächen qualitativer und quantitativer Verfahren und die Entscheidung darüber, in welchen Gegenstandsbereichen und zur Beantwortung welcher Fragestellungen welche Methoden am besten geeignet sind. Das Buch bietet eine Fülle an Argumenten für eine theoretisch-methodologische Integration beider Forschungstraditionen, zusätzliche Beispiele aus der konkreten Anwendung in der Forschungspraxis hätten diese jedoch leichter zugänglich gemacht.

Keywords: Methodenintegration; Methodenkombination; qualitativ; quantitativ

Inhaltsverzeichnis

1. Der Ausgangspunkt: Integration statt Pragmatismus

2. Die Struktur des Buches: Ein methodologischer Wegweiser

3. Die Hauptposition von KELLE: Eine akteursorientierte handlungstheoretische Perspektive

4. Ist der Methodenstreit aufgehoben? – Offene Fragen

Literatur

Zur Autorin

Zitation

 

1. Der Ausgangspunkt: Integration statt Pragmatismus

Die Debatte um eine Kombination qualitativer und quantitativer Methoden ist in einer Sackgasse. Der historische Streit zwischen den beiden Forschungstraditionen stagniert. Altbekannte Argumente und Kritiken an der jeweils anderen Forschungskultur werden wiederholt, ohne dass ihr Potenzial zur jeweiligen Problemanalyse oder gar -lösung genutzt werden kann (FIELDING & SCHREIER 2001). Ungeachtet dessen bedienen sich Forschende, v.a. der in den letzten zehn Jahren im angloamerikanischen Raum entstandenen Mixed-Method-Bewegung (TASHAKKORI & TEDDLIE 1998), zunehmend mit von Udo KELLE konstatierter "pragmatischer Hemdsärmeligkeit" und ohne theoretische Reflexion methodischer Zugänge aus beiden Traditionen. [1]

In diesen Spannungsbogen ordnet sich die vorliegende Arbeit ein. Ziel ist es, theoretische Grundlagen für eine Kombination von qualitativer und quantitativer Forschung zu erarbeiten und somit gleichzeitig die "potentiell innovativen Elemente des Methodenstreits" herauszuarbeiten und zu nutzen. Anliegen ist es dabei gar, den Methodenstreit im Sinne der klassischen Dialektik ganz aufzuheben: konstruktive Anteile zu bewahren, unproduktive zu überwinden und die "sozialwissenschaftliche Methodologie insgesamt" (S.10) weiterzuentwickeln. [2]

Als Ausgangspunkt für die Analyse formuliert der Autor folgende Fragen:

"Für welche sozialwissenschaftlichen Untersuchungsgegenstände sind eher qualitative, für welche Forschungsfragen eher quantitative Verfahren geeignet? Welche Methodenprobleme qualitativer und quantitativer Forschung werden durch bestimmte Untersuchungsgegenstände erzeugt? Wie können Stärken beider Methodentraditionen genutzt werden, um diese Methodenprobleme zu lösen?" (S.15). [3]

Eine Kombination von qualitativen und quantitativen Methoden erfolge oftmals mit dem Hinweis darauf, dass sich ihre jeweiligen Stärken und Schwächen ergänzen. Weitgehend unklar sei jedoch, "bei welchen Fragen die verschiedenen Traditionen welche Schwächen und Stärken aufweisen" (S.15). Mit der Analyse von Udo KELLE werden diese Fragen – wie ich in der Besprechung zeigen werde – systematisch auf eine solide theoretische Basis gestellt und neuen Antworten zugeführt. [4]

2. Die Struktur des Buches: Ein methodologischer Wegweiser

Die Entwicklung des Methodendualismus, grundsätzliche Argumente und methodische Probleme monomethodischer Programme werden zunächst wissenschaftshistorisch nachgezeichnet (Kap. 2). Aus dem Gegenstandsverständnis empirischer Forschung – den "Strukturen begrenzter Reichweite" – werden dann die zentralen methodologischen Probleme beider Forschungstraditionen abgeleitet (Kap. 3). Nachfolgend unterzieht Udo KELLE die methodologischen Probleme z.B. des deduktiv-nomologischen Modells und des sozialwissenschaftlichen Sinnverstehens einer detaillierten Analyse (Kap. 4 und 5). Nach allgemeinen erkenntnistheoretischen Überlegungen zum Kausalitätsbegriff (Kap. 6) werden komparative Methoden und Probleme des Sampling am Beispiel der "Qualitativen Komparativen Analyse" erörtert (Kap. 7). Schließlich wird auf Probleme komplexer statistischer Verfahren der Kausalitätsprüfung (Kap. 8 und 9) unter akteurstheoretischer Perspektive eingegangen. Es folgt eine Diskussion von fünf Beispielen aus der empirischen Sozialforschung, die die Aufhebung der jeweiligen Methodenprobleme durch Methodenkombination illustrieren sollen (Kap. 10). Abschließend wird das methodenintegrative Programm vorgestellt (Kap. 11) und zentrale Thesen werden zusammengefasst (Kap. 12). [5]

Udo KELLE bereitet sein methodenintegratives Programm sehr sorgfältig auf ca. 250 Seiten vor, sodass das Programm selbst eher eine Zusammenfassung zuvor eingeführter Argumente ist. Der Text ist sehr klar strukturiert, enthält jedoch eine Reihe von Vor- und Rückverweisen, die dazu führen, dass Argumente wiederholt werden. Illustrierende Beispiele werden in einem Kapitel gesammelt, hätten jedoch auch die jeweiligen bereits genannten Argumente gut an der jeweiligen Stelle im Text unterstreichen können und damit den Text insgesamt zugänglicher und leichter lesbar gemacht. [6]

Unklar bleibt, auf welchen Lesendenkreis der Autor sich bezieht, welches "Publikum" er im Blick hatte. Zum Teil haben Einzelkapitel Handbuchcharakter und können gut zum Nachschlagen verwendet werden, z.B. für zentrale Methodenfragen wie Fallzahlen oder das Problem der Kausalität. Praktische Fragen oder Anregungen sind – bis auf die Beispiele in Kap. 10 – wenig aufgenommen, obwohl der Autor ankündigt zu zeigen, "in welchen Gegenstandsbereichen und zur Beantwortung welcher Fragestellungen welche Methoden am besten geeignet sind" (S.262). Insgesamt handelt es sich eher um einen methodologischen Wegweiser, der eine Fülle an Argumenten bietet und auf beide Forschungstraditionen sehr ausführlich eingeht. [7]

3. Die Hauptposition von KELLE: Eine akteursorientierte handlungstheoretische Perspektive

Udo KELLE beginnt seine Argumentation mit einer kritischen Betrachtung des fehlenden Austauschs beider Traditionen, Kulturen, Lager oder Camps, den er in häufig gebrauchten Begriffen wie Streit, Paradigmenkrieg oder Burgfrieden beschreibt. "Methodologische Sprachspiele" und ein Diskurs gegenseitiger Abgrenzungen verhindert – so KELLE – eine konstruktive Streitkultur, wie sie noch im Positivismusstreit existierte. [8]

Drei zentrale aktuelle Diskurse der Methodenintegration werden vorgestellt und einer kritischen Bilanz unterzogen: erstens die vermeintliche Unvereinbarkeit unterschiedlicher Paradigmen qualitativer und quantitativer Tradition, zweitens v.a. technisch-pragmatische Fragen von Forschungsdesigns in der "Mixed-Methods-Bewegung" und drittens der eher als Metapher denn als Konzept von ihm gekennzeichnete Begriff der Triangulation. In der aktuellen Diskussion würden folglich entweder zu stark erkenntnistheoretische Aspekte ohne forschungspraktischen Bezug oder zu stark technische und formale Aspekte von Designs (z.B. die Abfolge von qualitativen und quantitativen Anteilen in Untersuchungen oder deren Gewichtung) thematisiert. Unterschiedliche Konzeptualisierungen ohne theoretische Reflexion führten schließlich zu Konfusion und mangelnder Präzision. [9]

Die Hauptthese von KELLE ist nun, dass der Methodendualismus auf spezifischen Anforderungen des Gegenstandsbereichs der Sozialwissenschaften beruhe und daher auch nur in Bezug auf das Gegenstandsverständnis aufgehoben werden könne. Die Debatte um Methodenintegration müsse folglich stärker inhaltlich denn epistemologisch oder methodologisch eingebunden werden. Ausgangspunkt ist die Frage, welche Gegenstandsbereiche jeweils am besten untersucht werden können. Als zentrale Argumentationsfigur führt der Autor Strukturen begrenzter Reichweite als Gegenstand empirischer Forschung ein, die beide Forschungstraditionen vor spezifische Probleme stellen. Struktur wird hierbei verstanden als "Grad der Ordnung des untersuchten Gegenstandsbereichs" (S.294), d.h. es ist ein Kontinuum vorstellbar von vollständiger (ahistorischer) Strukturiertheit bis zur (subjektiven) Situativität sozialen Handelns. Exemplarisch werden aus der soziologischen Theoriebildung Strukturen des Lebenslaufs vorgestellt als Strukturen begrenzter Reichweite, d.h. sie können lange Zeit stabil sein, unterliegen jedoch mitunter raschem sozialem Wandel und sind innerhalb einer bestehenden Gesellschaft durchaus heterogen. Das Konzept der Strukturen begrenzter Reichweite verdeutliche damit die Verschränkung und gegenseitige Beeinflussung von Makro- und Mikroebene, d.h. beispielsweise von sozialen Strukturen und sozialem Handeln im Lebenslauf. Gleichzeitig erlaube es Anschluss an handlungstheoretische akteursorientierte Ansätze (agency). Das bedeutet für den Lebenslauf z.B., dass bislang irrelevante Bedingungen relevant werden für das konkrete Handeln oder die Zieldefinition der jeweiligen Akteure. Zentrale Schlussfolgerung von KELLE ist, dass die bekannten Methodenprobleme "daraus resultieren, dass grundlegende Konzepte dieser Methodentraditionen für sich genommen nicht ausreichen, um Strukturen begrenzter Reichweite angemessen zu beschreiben und zu analysieren" (S.79). Für das Beispiel Lebenslauf bedeutet das KELLE zufolge, dass quantitative Ansätze allein die Pluralität der Handlungsmuster und die Rolle der Akteure hierbei nicht erfassen können. Qualitative Ansätze hingegen würden Veränderungen im Zeitverlauf oder die Gesamtheit der Strukturen nicht ausreichend beschreiben können, für die jeweils größere Datenmengen analysiert werden müssten. Erst die Kombination beider Ansätze führe zu einer angemessenen Annäherung an die sozialen Phänomene. [10]

Zu den diskutierten Methodenproblemen zählen die Grenzen des Hempel-Oppenheim-Schemas der wissenschaftlichen Erklärung bzw. des deduktiv-nomologischen Modells – im Band von KELLE aufgezeigt u.a. an den Arbeiten von Emile DURKHEIM (sozialer Suizid) und Max WEBER (Protestantismusthese). Die meisten Beispiele für das Hempel-Oppenheim-Schema in den Sozialwissenschaften erwiesen sich als hypothetische Schlussfolgerungen, d.h. es lassen sich jeweils eine Reihe von Alternativerklärungen finden; "die Verbindung zwischen Explanans und Explanandum [ist] zu einer Plausibilitätsbeziehung gelockert" (S.96). Diese "Brückentheorien" seien vielfach gespeist aus "Gewohnheitsheuristiken des Alltagswissens" (S.104) und kaum transparent. Zentrales Problem des deduktiv-nomologischen Modells sei folglich, dass sozialwissenschaftliche Handlungserklärungen zusammengesetzt sind aus allgemeinen heuristischen Theorieaussagen und (weitgehend verborgenen) Brückenhypothesen. [11]

Neben diesen entscheidungstheoretischen Überlegungen wird im Folgenden die traditionelle (und von KELLE als überholt angesehene) Unterscheidung zwischen "Erklären" und "Verstehen" und das sozialwissenschaftliche Sinnverstehen problematisiert. Beispielhaft wird die Methode der "Objektiven Hermeneutik" detailliert beschrieben, wobei erneut das Problem der "Gewohnheitsheuristiken des Alltagswissens" (Brückenhypothesen) deutlich wird. Das bedeutet u.a., dass Lesarten und Hypothesen in der Methode der Objektiven Hermeneutik nicht allein aus dem zu analysierenden Material heraus entstehen, sondern vielmehr aus einer Reihe von z.T. nicht transparenten Quellen des Alltags- und milieuspezifischen Wissens gespeist seien. Weiterhin stelle sich die Frage, ob es sich um idiosynkratische oder randständige Muster handelt und wie die Geltungsreichweite der untersuchten Strukturen geprüft werden kann. Dieses zentrale Problem einzelfallbezogener (verstehender) Analyse könne im Prinzip nur unter Einbezug von prüfenden Verfahren und damit unter Einbezug quantitativer Verfahren gelöst werden (sowohl für den Geltungsbereich der Ergebnisse als auch für das Vorliegen von Mustern, aus denen ausgewählt wird). Schließlich wird das Konzept der Kausalität in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt, für das qualitative und quantitative Methoden jeweils spezifische Umgangsweisen hätten. [12]

Nach diesen umfangreichen theoretischen Betrachtungen, die den Hauptteil des Buches ausmachen, stellt KELLE fünf Beispiele aus der Forschungspraxis vor, die hauptsächlich aus Projekten des Sonderforschungsbereichs 186 "Statuspassagen und Risikolagen im Lebenslauf" der Universität Bremen stammen. Sie illustrieren einerseits die diskutierten Methodenprobleme und zeigen andererseits auf, wie mit ihnen in konkreten Projekten umgegangen wurde. Methodenkombination wurde hierbei eingesetzt z.B. zur Erklärung überraschender statistischer Befunde; zur Identifikation von Variablen, die zuvor unerklärte Varianz aufklärten; zur Beschreibung der Geltungsreichweite von qualitativ entwickelten Kategorien und Typologien; zur Auswahl von Fällen und zur Fallkontrastierung; zur Aufdeckung von Methodenartefakten in sowohl quantitativen als auch qualitativen Studien. [13]

Sei es die zentrale Aufgabe empirischer Sozialforschung, "valide Kausalerklärungen sozialen Handelns empirisch begründet zu konstruieren und zu überprüfen", dann müssten "Theoriearbeit und qualitative und quantitative Forschung Hand in Hand gehen" (S.290). KELLE unterscheidet hierbei methodenintegrative Forschung im weiteren Sinne (Kenntnisnahme und Einbezug von Wissensbeständen aus beiden Traditionen) und im engeren Sinne (Kombinationsmöglichkeiten z.B. in einem Projekt, denen er verschiedene Designtypen zuordnet). [14]

4. Ist der Methodenstreit aufgehoben? – Offene Fragen

Das Verdienst von KELLE ist es, die Debatte über die Integration qualitativer und quantitativer Methoden sowohl aus der einseitig epistemologischen als auch der einseitig pragmatischen Sackgasse herausgeführt und sie wieder in inhaltliche Bahnen – bezogen auf das jeweilige Gegenstandsverständnis – gelenkt zu haben. Der Aufschwung der pragmatischen Mixed-Methods-Bewegung wird damit merklich gedämpft, obwohl der Pragmatismus hier bereits als neues Paradigma der Methodenkombination diskutiert wird (MORGAN 2007). Auch KELLE stellt fest: "Methodenintegration lässt sich deshalb pragmatisch gut begründen, bislang existiert hierzu jedoch kein ausformuliertes methodologisches Programm in der Art, wie es etwa der hypothetiko-deduktive Ansatz für die quantitative Sozialforschung darstellt" (S.228). Mit dem Rückgriff auf die Strukturen begrenzter Reichweite als Gegenstand der empirischen Sozialforschung gelingt es ihm, einen einigenden Rahmen für die je spezifischen Probleme in beiden Traditionen zu definieren. Er überbrückt damit die Kluft zwischen beiden Traditionen, indem sich beide ähnlichen Anforderungen stellen müssen, was sie wiederum mit ihren je spezifischen Schwächen und Stärken tun. Interessant ist in dieser Argumentation v.a., dass die übliche Zuordnung von Konzepten zu Paradigmen und Forschungstraditionen aufgehoben wird und z.B. Begriffe wie Erklären, Verstehen, Kausalität quer zu beiden diskutiert werden. [15]

Obwohl das Argument des Ausgleichs von Stärken und Schwächen der jeweiligen Tradition relativ früh im Text abgelehnt wird, da in den Debatten häufig unklar bleibe, welche jeweils gemeint sei, ist genau dies auch sein zentrales Argument: "Methodenkombination zum Ausgleich von Schwächen monomethodischer Forschung" (S.260). Dieses häufig gebrauchte Argument (BISCHKOPF et al. 2007; KRAUS 2000; PACHECO & BLANCO 2007) wird hier (erneut) so klar hergeleitet, dass zu fragen bleibt, in welchen Bereichen monomethodische Forschung ihre Berechtigung sowie ihre spezifische Stärke hat, d.h. wo Kombination selbst begrenzt ist. Auch sind alternative Argumente denkbar dafür, innerhalb der jeweiligen Tradition zu verbleiben (vgl. RENNIE 1995; WITT 2001). Die Binnenperspektive der Akteure muss z.B. nicht notwendigerweise als Begrenzung angesehen werden, wenn ein anderer erkenntnistheoretischer Zugang gewählt wird – z.B. Hermeneutik als Hintergrundfolie für die Grounded-Theory-Methodologie (RENNIE 2000). [16]

Die Begriffe der Integration und Kombination werden nicht deutlich voneinander abgegrenzt. So werden im Abschnitt zu methodenintegrativen Designs auch Möglichkeiten der Kombinationen (vgl. auch TASHAKKORI & TEDDLIE 1998) vorgestellt. Auf die Unterscheidung von MAYRING (2007), für den Integration z.B. in der Qualitativen Inhaltsanalyse (MAYRING 2000) durch Einbezug qualitativer und quantitativer Elemente innerhalb einer Methode vorliegt, oder die Diskussion der "Hybrids" bei FIELDING und SCHREIER (2001) wird nicht Bezug genommen. Das kann allerdings auch daran liegen, dass der Schwerpunkt des Buches auf der Ebene der theoretischen Integration liegt, nicht unbedingt auf forschungspraktischen bzw. Anwendungsfragen (vgl. MAYRING 2001). [17]

Udo KELLE zeigt überzeugend, was beide Forschungstraditionen aus dem Methodenstreit lernen könnten und betont damit das beide Verbindende; dass sie prinzipiell vor ähnliche methodologische Probleme gestellt sind, die sie auf ihre je spezifische Weise lösen und wie sie ihre daraus resultierenden jeweiligen Stärken und Schwächen gezielt durch Kombination ausgleichen könnten. Insgesamt sind dem Buch viele Leserinnen und Leser zu wünschen, da zu erwarten ist, dass es die Debatte zur Methodenintegration nachhaltig beeinflussen wird. [18]

Literatur

Bischkopf, Jeannette; Stiglmayr, Christian; Scheuer, Stephan; Albrecht, Victoria; Porzig, Nancy & Auckenthaler, Anna (2007). Combining qualitative and quantitative research strategies for analysing the experience of aversive tension in different patient groups. In Philipp Mayring, Günter L. Huber, Leo Gürtler & Mechthild Kiegelmann (Hrsg.), Mixed methodology in psychological research (S.37-46). Rotterdam: Sense.

Fielding, Nigel & Schreier, Margrit (2001). Introduction: On the compatibility between qualitative and quantitative research methods [54 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 2(1), Art. 4, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/1-01/1-01hrsg-e.htm [Datum des Zugriffs: 05.06.2008].

Kraus, Wolfgang (2000). Making identities talk. On qualitative methods in a longitudinal study [33 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 1(2), Art. 15, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-00/2-00kraus-e.htm [Datum des Zugriffs: 05.06.2008].

Mayring, Philipp (2000). Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken (7. Auflage). Weinheim: Deutscher Studien Verlag.

Mayring, Philipp (2001). Kombination und Integration qualitativer und quantitativer Analyse [31 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum Qualitative Social Research, 2(1), Art. 6, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/1-01/1-01mayring-d.htm [Datum des Zugriffs: 05.06.2008].

Mayring, Philipp (2007). Mixing qualitative and quantitative methods. In Philipp Mayring, Günter. L. Huber, Leo Gürtler & Mechthild Kiegelmann (Hrsg.), Mixed methodology in psychological research (S.27-36). Rotterdam: Sense.

Morgan, David L. (2007). Paradigms lost and pragmatism regained: Methodological implications of combining qualitative and quantitative methods. Journal of Mixed Methods Research, 1(1), 48-76, http://mmr.sagepub.com/cgi/content/abstract/1/1/48 [Datum des Zugriffs: 20.05.2008].

Pacheco, Edith & Blanco, Mercedes (2007). Work and family: An exercise in mixed methodology [32 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 9(1), Art. 28, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0801281 [Datum des Zugriffs: 05.06.2008].

Rennie, David L. (1995). On the rhetorics of social science: Let's not conflate natural science and human science. The Humanistic Psychologist, 23(3), 321-333.

Rennie, David L. (2000). Grounded theory methodology as methodical hermeneutics. Reconciling realism and relativism. Theory and Psychology, 10(4), 481-502.

Tashakkori, Abbas & Teddlie, Charles (1998). Mixed methodology. Combining qualitative and quantitative approaches. Thousand Oaks, CA: Sage Publications.

Witt, Harald (2001). Forschungsstrategien bei quantitativer und qualitativer Sozialforschung [36 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum Qualitative Social Research, 2(1), Art. 8, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/1-01/1-01witt-d.htm [Datum des Zugriffs: 05.06.2008].

Zur Autorin

Jeannette BISCHKOPF, Dr. phil., Diplom-Psychologin, wissenschaftliche Assistentin im Arbeitsbereich Klinische Psychologie und Psychotherapie der Freien Universität Berlin, Arbeitsschwerpunkte und Interessen: Psychotherapieprozessforschung, Emotionsfokussierte Therapie, Angehörigenberatung bei Depression, Versorgungsforschung, Kombination qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden

Kontakt:

Dr. Jeannette Bischkopf

Freie Universität Berlin
Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie
Arbeitsbereich Klinische Psychologie und Psychotherapie
Habelschwerdter Allee 45
D-14195 Berlin

Tel.: 030-8385 4672
Fax: 030-8385 49 45

E-Mail: j.bischkopf@fu-berlin.de
URL: http://web.fu-berlin.de/psychologie/klinische/auckenthaler/index.htm

Zitation

Bischkopf, Jeannette (2008). Rezension zu: Udo Kelle (2007). Die Integration qualitativer und quantitativer Methoden in der empirischen Sozialforschung. Theoretische Grundlagen und methodologische Konzepte [18 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 9(3), Art. 8, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs080386.



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