Volume 6, No. 1, Art. 49 – Januar 2005

Potenziale und Probleme der Sekundäranalyse. Eine Einführung in die FQS-Schwerpunktausgabe über die Sekundäranalyse qualitativer Daten

Louise Corti, Andreas Witzel & Libby Bishop

Abstract: Archivierte qualitative Daten beinhalten einen reichen und einzigartigen, aber oft ungenutzten Fundus an Forschungsmaterial, das reanalysiert, neu bearbeitet und mit aktuellen Daten verglichen werden kann. Diese FQS-Schwerpunktausgabe möchte einen Beitrag zur Diskussion methodologischer, ethischer und theoretischer Aspekte der Sekundärnutzung qualitativer Daten liefern und einige Anwendungen der Methode vorführen. Viele Arbeiten präsentieren Fallstudien, die sich auf die Wiederverwendung qualitativer Daten stützen, während andere sich mit den Stärken und Schwächen von einzelnen Ansätzen der Sekundäranalyse qualitativer Daten befassen.

Im ersten Abschnitt beziehen sich die Beiträge auf die Bedeutung des Kontextes: wie am Besten der Kontext der Ersterhebung erhalten bleibt und wie mit den Herausforderungen durch dekontextualisierte Archivdaten umgegangen werden kann. Im zweiten Teil der Schwerpunktausgabe berichten die Autoren und Autorinnen über ihre Erfahrungen mit der Sekundärnutzung von Daten in den Themenbereichen Klasse, Medizin, Geschichte und Beruf. Dabei diskutieren sie die Re-Interpretation von Befunden und analytischen Strategien der Primärstudien und Ansätze, die Methode der Sekundäranalyse zu lehren. Im letzten Abschnitt zielen die Beiträge eher auf forschungspraktische Probleme wie Anonymisierungsstrategien und Hilfsmittel, die einige der technischen Defizite beim Umgang mit qualitativen Daten beseitigen sollen.

Obwohl sich neue Möglichkeiten der Unterstützung und Förderung von Sekundäranalysen abzeichnen, besteht weiterhin insbesondere Bedarf an wissenschaftlich anspruchsvollen und Skeptiker überzeugenden Beispielen für die Wiederverwendung qualitativer Daten. Wir hoffen, dass die vorliegende FQS-Schwerpunktausgabe zum Ausfüllen dieser Lücke beiträgt.

Keywords: Sekundäranalyse, qualitative Daten, Datenarchiv, Kontext, Anonymisierung, Lehren und Lernen, sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden

Inhaltsverzeichnis

Literatur

Zu den Autorinnen und zum Autor

Zitation

 

Archivierte qualitative Daten bieten einen reichen und einzigartigen, aber oft ungenutzten Fundus an Forschungsmaterial, das reanalysiert, neu bearbeitet und mit aktuelleren Daten verglichen werden kann. Diese Schwerpunktausgabe hat sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Diskussion methodologischer, ethischer und theoretischer Aspekte der Sekundärnutzung qualitativer Daten zu liefern und einige Anwendungen vorzuführen. Die hier vorgestellten Arbeiten lassen sich unter drei breit gefasste Themenfelder subsumieren: Die ersten drei Beiträge thematisieren die Bedeutung des Kontextes für die Sekundäranalyse qualitativer Daten; die folgenden acht Beiträge behandeln Ansätze der Wiederverwendung qualitativer Daten, insbesondere die Möglichkeit, neue Fragen an "altes" Material zu stellen; und die letzten fünf Beiträge diskutieren Aspekte der Archivierung qualitativen Datenmaterials und Probleme wie den Umgang mit Datenschutz und technische Anforderungen der Datenverwaltung und -zuordnung. [1]

Viele der hier vorgestellten Arbeiten präsentieren Fallstudien, die sich auf die Wiederverwendung qualitativer Daten stützen, während andere sich mit den Stärken und Schwächen der Sekundäranalyse qualitativer Daten befassen. Einige Beiträge sind aus Vorträgen während der 6. International Conference on Social Science Methodology hervorgegangen, die im August 2004 durch das Research Committee on Logic and Methodology (RC33) in Amsterdam organisiert wurde. Das RC33 ist eine Sektion der International Sociological Association (ISA), die sich den Aufbau eines professionellen Netzwerkes und die Förderung von Kooperationen im forschungslogischen und methodologischen Bereich der Soziologie zum Ziel gesetzt hat. Das RC33 veranstaltet seine zentrale Konferenz alle vier Jahre, und die Veranstaltung des Jahres 2004 zum Thema "Recent Developments and Applications in Social Research Methodology" wurde von 350 überwiegend europäischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht. [2]

Louise CORTI organisierte und betreute zwei Sessions zur Sekundäranalyse qualitativer Daten, in denen Vortragende aus Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und Kanada über Fortschritte und Probleme bei der Wiederverwendung qualitativer Daten berichteten und sekundäranalytische Fallstudien präsentierten. Behandelt wurden u.a. die Verfügbarkeit und Organisation der Daten, Anonymisierungsprobleme, Ansätze der Reanalyse und der Einbezug archivierter qualitativer Daten in die Lehre. Die hier vorgelegte Schwerpunktausgabe baut auf der 2000 erschienenen FQS-Schwerpunktausgabe zum Thema Text, Archiv, Re-Analyse auf, die eine erste Sammlung von Veröffentlichungen zum Thema Sekundäranalyse qualitativer Daten enthielt. Vier Jahre später stellen wir nunmehr eine zweite Reihe von Veröffentlichungen vor, die diesem noch relativ neuen methodologischen Ansatz zu einer größeren Bekanntheit und Verbreitung verhelfen soll. CORTI und THOMPSON (2004) weisen darauf hin, dass es nur wenige wissenschaftliche Beiträge gibt, die sich mit der bestehenden Praxis der Sekundäranalyse auseinandersetzen; gleiches gilt für Textsammlungen und Lehrbücher. Während es eine weiterhin wachsende Anzahl von Publikationen gibt, die sich mit unterschiedlichen Interviewmethoden befasst, bleiben diejenigen über die Analyse und Interpretation von Interviewmaterialien in der Minderzahl. Wohin soll sich Forschende, Lernende oder Lehrende wenden, um Anleitungen für die Praxis zu bekommen? Methodologische Handbücher sollten solche Ansätze aufgreifen, um die bereits existierenden Anleitungen für Forschungsdesign und -praxis, Methoden und Werkzeuge für die Analyse und das Veröffentlichen zu ergänzen. Seit 2002 gibt es zwar eine Zunahme solcher, auch in vielen Beiträgen in diesem Band zitierten Reader, die begonnen haben, die Methode der Sekundäranalyse wahrzunehmen. Diese Beiträge greifen diese Literatur in der Hoffnung auf, dass diese Praxis fortgesetzt wird. [3]

Der erste Abschnitt behandelt in drei Beiträgen die Bedeutung des Kontextes. Harry VAN DEN BERG beginnt mit der Präsentation seiner Erfahrungen, als Teammitglied in einem Kooperationsprojekt – gemeinsam mit dreizehn Forschern und Forscherinnen – mit bereits bestehenden Daten zu arbeiten. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Problem der Dekontextualisierung und diskutiert verschiedene theoretische und methodologische Positionen im Zusammenhang .mit der Kontextualisierung des Interviewdialogs. Der zweite Artikel befasst sich mit einem ähnlichen Gegenstand: Val GILLIES und Rosalind EDWARDS beziehen sich bei der Behandlung von Kontextproblemen während der Durchführung einer Sekundäranalyse auf epistemologische, methodologische, forschungspraktische und ethische Herausforderungen, die mit der Wiederverwendung von speziellen historischen Daten verbunden sind. Die Autorinnen verwenden Daten, die Auskunft geben sollen über den Wandel und die Kontinuität im Familienleben, um eine Methode der Erforschung des sozialen Wandels mit Hilfe historischer Vergleichsforschung zu entwickeln, bei der zeitnahe Daten mit Elternberichten aus den 1960er Jahren verglichen werden. Jo-Anne KELDER präsentiert im letzten Beitrag dieses Abschnitts eine Fallstudie zur Auswertung von Daten eines Forschungsprojektes, die eine Grundlage für ein neues Projekt bildet, das sich an der "Distributed Cognition Theory" orientiert und die Methodologie der kognitiven Ethnographie verwendet. Dabei werden sowohl theoretische Herausforderungen durch die Verwendung unterschiedlicher Datenquellen und -typen diskutiert als auch methodologische Betrachtungen ethischer Probleme angestellt, mit denen Forschende typischerweise konfrontiert sind, wenn sie Primärdaten einbeziehen. KELDER demonstriert den Nutzen der Zusammenstellung und die Anwendung ethischer Regeln für die Sekundäranalyse. [4]

Im zweiten Teil von FQS 6(1) berichten die Autoren und Autorinnen über ihre Erfahrungen mit der Sekundärnutzung von Daten für neue Forschungsfragen und stellen einige interessante, forschungspraktische und methodologische Betrachtungen an. Mike SAVAGE und David KYNASTON diskutieren ihre Arbeit mit den an der University of Essex aufbewahrten Primärdaten der klassischen qualitativen soziologischen Studien aus Großbritannien: mit den Daten aus Elizabeth BOTTs Studie über "Family and Social Networks" (1956) und mit John GOLDTHORPEs und David LOCKWOODs "Affluent Worker Studies" (GOLDTHORPE, LOCKWOOD, BECHHOER & PLATT 1968). Mike SAVAGE erläutert analytische Strategien und methodologische Probleme mit besonderer Berücksichtigung ihres "klassischen" Ursprungs und ihres Einflusses auf den Kanon theoretischer und methodologischer Wissenschaftlichkeit. Er plädiert dafür, die Reanalyse der Primärdaten um die publizierte Arbeit selbst zu ergänzen, und dafür, die Daten "gegen den Strich" zu lesen. SAVAGE betont die Komplexität sekundäranalytischer Probleme und wendet sich dann rasch einer "Machbarkeitsstudie" zu. Dabei betont er überzeugend die Notwendigkeit einer erweiterten, kritischen Auseinandersetzung mit "Testfällen". Er verwendet die originalen Feldforschungsnotizen aus "Family and Social Network" (BOTT 1956), um die Entwicklung und die Anwendung einer Analyse des sozialen Netzwerkes in diesem Projekt nachzuzeichnen. In der Folge nutzt er die unausgewerteten Antworten zu offenen Fragen über die Klassenzugehörigkeit, um die Aussagen von Befragten im Rahmen der Studie "Affluent Worker" (GOLDTHORPE et al. 1968) zu entschlüsseln. Der Nutzen einer Sekundäranalyse für neue Erkenntnisse wird hier zweifelsfrei dokumentiert. [5]

Geschichtswissenschaftler(innen) sind gegenüber Sekundäranalysen häufiger offener als Sozialwissenschaftler(innen), weil sie in ihrer Forschung auf die Sekundärnutzung von Materialien angewiesen sind. David KYNASTON führt diese Offenheit in seinem Projekt zur britischen Sozialgeschichte Mitte des 20. Jahrhunderts vor. Er beschreibt, wie eine Reanalyse von unverfälschten, unerklärt gebliebenen und oft aussagekräftigen historischen Belegen aus Primärstudien neue Einblicke in die ursprüngliche Methodologie verschaffen kann und dazu verhilft, einige der Annahmen und Vorurteile aufzudecken, die die Arbeit während der Feldforschungsphase beeinflusst haben mögen. In seinem Beitrag sind viele Beispiele für die bessere "Textur" angeführt, die Originaldaten gegenüber problemloser erscheinenden, geglätteten Aussagen in Veröffentlichungen besitzen. Z.B. enthüllt die Meinung eines Interviewers über den "guten Geschmack" einer Tapete in der Wohnung eines Interviewten, so KYNASTON, einiges über die Wohnung und den Befragten, aber vielleicht noch mehr über den Interviewer. [6]

Joanna BORNAT berichtet über die archivierten Datensätze eines geriatrischen Forschungsprojektes in den 1960er Jahren. Um die ethischen und methodologischen Probleme zu behandeln, die sich aus der Analyse von Daten ergeben, die zu einem anderen Zeitpunkt und von anderen Forschenden produziert wurden, werden zwei unterschiedliche Ansätze – die Rekonstruktion von mündlichen Lebensgeschichten und die Analyse digitalisierter Daten – diskutiert. In ähnlicher Weise berichtet Petra NOTZ über die Herausforderungen, mit denen sie aus einer anwendungsorientierten Perspektive im Laufe der Sekundäranalyse von Interviews über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Führungskräften des mittleren Managements konfrontiert war. [7]

Irena MEDJEDOVIC und Andreas WITZEL verwenden Interviews einer Panelstudie zum Übergang junger Erwachsener in den Arbeitsmarkt, um Möglichkeiten, Beschränkungen und Bedingungen von Sekundäranalysen darzustellen. Sie zeigen, dass Kodes und Kategorienschemata aus der Computer-gestützten Analyse qualitativer Daten einer Primärerhebung auch für Sekundäranalysen nützlich sein können und nicht notwendig Analysemöglichkeiten bzw. ein offeneres Kodieren einschränken. Dass es allerdings nicht einfach ist, die kodierten Daten in einer anderen Weise als in dem verwendeten Textanalyseprogramm abzuspeichern, ist eine Herausforderung für die Archivierung qualitativer Daten. Eine mögliche Lösung für dieses weitgehend technische, aber auch kulturelle Problem bieten LEGEWIE et al. mit ihrem Beitrag (siehe nächster Abschnitt). Mike WEED schlägt eine Methode vor, die er "Meta-Interpretation" nennt: In seinem Artikel bespricht und bewertet er acht Forschungsmethoden oder -ansätze – eingeschlossen Literaturüberblicke, Fallvergleich und interpretative phänomenologische Analysen – mit dem Ziel einer Synthese. Aus seiner Sicht sichert sein von ihm präsentierter Meta-Interpretations-Ansatz bzw. seine -Methode eine interpretative Epistemologie, die deckungsgleich mit Analysen der Primärforschung ist. [8]

Im letzten Beitrag dieses Abschnitts, der Beispiele für die Wiederverwendung von Daten beinhaltet, prüfen Louise CORTI and Libby BISHOP aktuelle Veröffentlichungen und bestehende Kurskonzepte für die Sekundäranalyse qualitativer Daten und beschreiben unterschiedliche Ansätze zur Unterstützung und Ausbildung durch ESDS Qualidata am britischen Datenarchiv in Essex. Sie dokumentieren die Bereitstellung potenziell nützlicher Kursmaterialien, die Lehrenden und Lernenden dazu verhelfen, die Methodologie der Sekundäranalyse in die Forschungskultur und in den Forschungsalltag zu integrieren. [9]

Im letzten Abschnitt dieser Schwerpunktausgabe stellen wir Beiträge vor, die sich mit forschungspraktischen Problemen befassen, wie z.B. Anonymisierungsstrategien oder Werkzeuge, die einige der technischen Defizite beim Umgang mit qualitativen Daten beseitigen sollen. Diane OPITZ und Reiner MAUER präsentieren erste Ergebnisse einer Fragebogenuntersuchung, die als Teil einer Machbarkeitsstudie zum Aufbau einer Infrastruktur für ein Archiv für qualitative Daten (Universität Bremen) und in Kooperation mit dem deutschen Zentralarchiv für empirische Sozialforschung (ZA) an der Universität Köln durchgeführt wird. Der Artikel thematisiert unterschiedliche Aspekte der praktischen Erfahrungen mit der Sekundäranalyse qualitativer Interviewdaten und den Konsequenzen für die Akquisition und Nutzung von sekundäranalytischen Daten. [10]

Im Zusammenhang mit der zentralen Thematik der Einwilligung in den Gebrauch und die Vertraulichkeit von qualitativen Daten im Rahmen einer Sekundäranalyse führen Denise THOMSON et al. eine Fallstudie vor, die sich mit anonymisierten Daten des kanadischen Kooperationsprojektes "Knowledge Utilization and Policy Implementation" befasst. Die Autorinnen entwickeln eine Reihe praktischer Empfehlungen und beleuchten die Stärken und Schwächen des Anonymisierungsprozesses. Henning PÄTZOLD beschreibt dann einige technische Werkzeuge, mit denen Audiodaten so modifiziert werden können, dass die Möglichkeiten einer Re-Identifizierung der Sprechenden reduziert werden. Dabei weist auch er auf die Schranken der Anonymisierung hin. [11]

Der Beitrag von Stefan HAUPTMANN ist ebenfalls technischer Art und zeigt, wie mit der Analysesoftware Atlas.ti aus digitalisiertem Rohmaterial in Form von Audiodaten ein klickbares Inhaltsverzeichnis (C-TOC) erstellt werden kann, das einen schnellen und einfachen Überblick über das Material erlaubt. Mit diesem Werkzeug kann der langwierige Prozess der vollständigen Transkription minimiert werden. Zuletzt führen Heiner LEGEWIE et al. in den Gebrauch eines Prototyps – QUESSY.ti – ein. Es handelt sich hierbei um eine Schnittstelle zwischen einigen der bekanntesten und größten Datenbanken, den gängigsten Datenbankmanagementsystemen und ATLAS.ti. Die Bedeutung von QUESSY.ti ist unmittelbar einsichtig – es erlaubt den direkten Import der in einer Datenbankabfrage abgerufenen Daten in ein qualitatives Datenanalyseprogramm (gegenwärtig: ATLAS.ti). [12]

Wir hoffen, dass die in FQS 6(1) veröffentlichten Beiträge zum Lesen und zu einer neuen, weniger skeptischen Sichtweise der Probleme und Möglichkeiten von Sekundäranalysen anregen. Wir hoffen weiterhin, dass wir den Lesenden, Forschenden, Lehrenden und Lernenden eine größere wissenschaftliche Sicherheit bei der Wiederverwendung qualitativer Daten anderer Forschender verschafft haben. [13]

Literatur

Bott, Elizabeth (1956). Family and social network. London: Tavistock.

Corti, Louise & Thompson, Paul (2004). Secondary analysis of archive data. In Clive Seale, Giampietro Gobo, Jaber F. Gubrium & David Silverman (Hrsg.), Qualitative research practice (S.327-343). London: Sage.

Goldthorpe, John; Lockwood, David; Bechhofer, Frank & Platt, Jennifer (1968). The Affluent worker: Industrial attitudes and behaviour. Cambridge: Cambridge University Press.

Zu den Autorinnen und zum Autor

Louise CORTI ist Associate Director des UKDA der University of Essex und Leiterin des ESDS Qualidata, Bereich Information und Promotion. Sie hat vorher in den Themenfeldern Gesundheit/Erziehung und mit Survey- und Panelmethoden geforscht. Ihre Lehrtätigkeit in unterschiedlichen universitären und beruflichen Ausbildungsstufen umfasst Themen aus der Soziologie, sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden, Statistik, qualitative Softwarepakete, Forschung und Datenverarbeitung. Ihre neueren Veröffentlichungen befassen sich mit der Archivierung und Wiederverwendung qualitativer Daten sowie mit virtuellen Tutorien zu sozialwissenschaftlichen Forschungsmethoden. Ihre gegenwärtigen Fachkompetenzen und Interessen gelten digitalen qualitativen Daten, XML-Anwendungen für qualitative Daten und Datenschutz in der Sozialforschung sowie Datenanfragen, Anwendung und Werbung im Zusammenhang sozialwissenschaftlicher Daten in der Lehre. Hierfür stehen ihr sowohl JISC- als auch ESRC-Forschungsgelder zur Verfügung.

Kontakt:

Louise Corti

ESDS Qualidata
University of Essex
Colchester CO4 3SQ, UK

Tel.: +44 1206 872145

E-Mail: corti@essex.ac.uk
URL: http://www.esds.ac.uk/qualidata/

 

Andreas WITZEL ist Leiter des Archivs für Lebenslaufforschung der Graduate School of Social Sciences (GSSS) und plant den Aufbau eines bundesweiten Archivs für qualitative Interviewdaten. Dabei sollen vorhandene Ressourcen und Kompetenzen der GESIS, weiterer deutschsprachiger Archive und insbesondere der bereits bestehenden engen Kooperationspartner Zentralarchiv für Empirische Sozialforschung (ZA) und qualitative-research.net vernetzt werden. Die Integration der Aufgaben Archivierung und Datenservice mit Schulung und Beratung sowie Information, Multiplikation und Publishing ist dabei eine zentrale Perspektive.

Kontakt:

Dr. Andreas Witzel

Universität Bremen
Graduate School of Social Sciences (GSSS)
Archiv für Lebenslaufforschung
FVG-West, Wiener Straße/Ecke Celsiusstraße
Postfach 330 440
D-28334 Bremen

Tel.: +49 421 218 4141

E-Mail: awitzel@gsss.uni-bremen.de
URL: http://www.gsss.uni-bremen.de/

 

Libby BISHOP plant, betreut und koordiniert die Alltagsarbeit in ESDS Qualidata. Sie betreut darüber hinaus ESDS Qualidata Online, speziell die Auswahl von Materialien für den weiteren Aufbau und die Herstellung von Werbematerialien für die Wiederverwendung von Daten und Sekundäranalysen. Sie arbeitet darüber hinaus mit an der Entwicklung eines Framework (DTD) sowie an der Methodologie und Werkzeugen, um einen Online-Zugang zu erweiterten Quellen archivierter qualitativer Daten zur Verfügung zu stellen. Sie hat über diese Problemfelder Workshops und Konferenzen organisiert. Sie hat über 15 Jahre Erfahrungen in qualitativer Forschung und Forschungsmanagement in akademischen und nicht-akademischen Organisationen. Sie hat Soziologie einschließlich der Einführung in qualitative Methodologie gelehrt. In ihrem gegenwärtigen Forschungsprojekt befasst sich mit der Sekundäranalyse von einigen Qualidata-Datensätzen über gegenwärtige Entwicklungen im Gebrauch und Stellenwert von verarbeiteten Lebensmitteln.

Kontakt:

Libby Bishop

ESDS Qualidata
University of Essex
Colchester CO4 3SQ, UK

Tel.: +44 1206 872664

E-Mail: ebishop@essex.ac.uk
URL: http://www.esds.ac.uk/qualidata/

Zitation

Corti, Louise; Witzel, Andreas & Bishop, Libby (2005). Potenziale und Probleme der Sekundäranalyse. Eine Einführung in die FQS-Schwerpunktausgabe über die Sekundäranalyse qualitativer Daten [13 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 6(1), Art. 49, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0501495.

Revised 6/2008



Copyright (c) 2005 Louise Corti, Andreas Witzel, Libby Bishop

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