Volume 5, No. 3, Art. 38 – September 2004

Tagungsbericht:

Willy Viehöver

Workshop "Diskurs – Wissen – Kultur". 26. 10. 2003, Universität Augsburg, organisiert vom Arbeitskreis Diskursanalyse / Sektion Wissenssoziologie der DGS

Praxis-Workshop "Diskursanalyse". 17. / 18. 6. 2004, Haus St. Ulrich (Akademie und Tagungszentrum der Diözese Augsburg), organisiert vom Arbeitskreis Diskursanalyse / Sektion Wissenssoziologie der DGS

Zusammenfassung: Der – analog zu zwei vorangegangenen Tagungen in den Jahren 1999 und 2000 – vom Augsburger/Münchener Arbeitskreis Diskursanalyse und der DGS-Sektion Wissenssoziologie veranstaltete Workshop "Diskurs – Wissen – Kultur" verfolgte in theoretischer und methodischer Hinsicht die Frage nach dem Zusammenhang von Diskursen, der gesellschaftlichen (Re-) Produktion von Wissen und der Bedeutung von Kultur. Insbesondere ging es dabei um die Auseinandersetzung mit Ansätzen und Entwicklungen, die für oder gegen eine Vermittlung zwischen der französischen Tradition von Diskursanalyse (entlang und in Fortführung der FOUCAULTschen Perspektive) und aktueller Beiträge zur Wissenssoziologie in Deutschland sprechen. Der zweite Themenschwerpunkt der Veranstaltung richtete sich auf die Möglichkeiten und Grenzen angewandter Diskursforschung, wobei verschiedene Beiträge der Teilnehmer/innen insbesondere auch praktische Probleme bei der Durchführung und Ergebnispräsentation von Diskursanalysen ins Zentrum rückten. Dem entsprechend bot der zweite Workshop im Juni 2004 die Möglichkeit zur gemeinsamen Diskussion von laufenden Forschungsprojekten der Teilnehmer/innen, um so die eigenen theoretischen Positionen, methodologischen Fundamente und methodischen Herangehensweisen prüfen und absichern zu können.

Keywords: Diskursanalyse, Diskurstheorie, Kultur, Macht, Wissen, Diskurs, Wissenssoziologie

Inhaltsverzeichnis

1. Ziele des Workshops "Diskurs – Wissen – Kultur"

2. Theoretische Reflexionen und empirische Antworten zum Verhältnis "Diskurs – Wissen – Kultur"

2.1 Grundlagentheoretische Reflexionen

2.2 Diskurstheoretische Anwendungen: Perspektiven, Chancen und Risiken

3. Ausblick

Anmerkungen

Zum Autor

Zitation

 

1. Ziele des Workshops "Diskurs – Wissen – Kultur"

Der vom Arbeitskreis Diskursanalyse (Andreas HIRSELAND, Reiner KELLER, Alexandra OBERMEIER, Werner SCHNEIDER und Willy VIEHÖVER) und der Sektion Wissenssoziologie veranstaltete zweitägige Workshop "Diskurs – Wissen – Kultur" war bereits der dritte seiner Art und stieß mit ca. 60 Teilnehmenden aus verschiedenen Fachdisziplinen erneut auf ein reges Interesse. Die Veranstaltung, die mit insgesamt 10 Referaten u.a. der Frage nach dem Zusammenhang von Diskurs, Wissen und Kultur" nachging, gliederte sich in zwei thematische Blöcke:

  • Theoretische Grundlagen und Konzepte der Diskursanalyse bildeten den Fokus des ersten Themenspektrums. Das Ziel der Veranstalter war einerseits, die wissenssoziologischen Implikationen der französischen Tradition der Diskursanalysen (z.B. FOUCAULT; MOUFFE und LACLAU) zu diskutieren und andererseits zu fragen, welche Ansätze und Entwicklungen für oder gegen eine Vermittlung zwischen Diskursanalyse und Wissenssoziologie sprechen.

  • Der zweite Themenschwerpunkt richtete sich auf die Möglichkeiten und Grenzen angewandter Diskursforschung. Unter anderem wurden unterschiedliche Formen praktischer Anwendungsbezüge der Diskursforschung diskutiert sowie Chancen und Hindernisse der Diskursforschung ausgeleuchtet, wie sie sich beispielsweise anhand der Erfahrungen mit der Anwendung der "Kritischen Diskursanalyse" (Andrea BÜHRMANN; Universität Münster) zeigen lassen. [1]

Schließlich wurden verschiedene Alternativen der Einspeisung diskurstheoretischer Erkenntnisinteressen, Forschungen und Forschungsergebnisse in die Praxis von Kommunikationstrainings und Beratungspraktiken eruiert. [2]

2. Theoretische Reflexionen und empirische Antworten zum Verhältnis "Diskurs – Wissen – Kultur"

2.1 Grundlagentheoretische Reflexionen

Eröffnet wurde der Workshop mit einem poststrukturalistisch inspirierten theorierekonstruktiven Referat zum Thema "Diskurs – Äquivalenz – Differenz: Zur Bedeutung des Diskursbegriffs in der Hegemonietheorie von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe" von Stephan MOEBIUS (Universität Freiburg), der die Funktionslogik diskursiver Bedeutungserzeugung als einen Prozess doppelter Differenzsetzung – sowohl innerhalb eines Diskurses als auch zu einem konstitutiven Außen – und deren Fixierungen thematisierte. Seinen Ausgang nahmen MOEBIUS' Überlegungen von FOUCAULTs früher Bestimmung des Diskurses als einer Menge von Aussagen, die dem gleichen Formationssystem zuzurechnen sind – und dem gemäß Wissen und Wahrheiten produziert werden. Aus dieser Perspektive untersuchen Diskursanalysen entsprechend zunächst das Ensemble von Regeln, das die verstreuten Aussagen hervorbringt und transformiert. Anders als im späteren Verlauf des Workshops, wird bei MOEBIUS ein relationaler Diskursbegriff – bezogen auf ein Ensemble differentieller Positionen und Aussagen – von HABERMAS' argumentationstheoretischem Diskursverständnis klar abgesetzt. Laut MOEBIUS arbeiten LACLAU und MOUFFE den von FOUCAULT herkommenden Diskursbegriff präziser aus, u.a. in dem sie darauf verweisen, dass Bedeutungen nur in diskursiven Verweisungszusammenhängen und durch eine Beziehung zum konstitutiven Außen erzeugt werden können. In dieser Erweiterung, basiert der Diskursbegriff LACLAUs und MOUFFEs auf zwei Differenzformen. Zum einen ist damit die Differenz der Elemente innerhalb eines Diskurses gemeint, zum anderen die Differenz zu dem, was der Diskurs ausschließen muss, um sich überhaupt als Einheit repräsentieren zu können. Ihr Diskursbegriff setzt sich von FOUCAULT ab, da dieser auf inkonsistente Weise zwischen diskursiven und nicht-diskursiven Praxen unterscheide. LACLAU und MOUFFE meinen hingegen, dass auch vermeintlich nicht-diskursive Praktiken "in ihren Bedeutungen notwendigerweise mittels einer Beziehung zu anderen Objekten diskursiv bestimmt und diskursiv ausgedrückt werden müssen" (MOEBIUS).1) Demnach ist das Diskursive nicht nur auf Sprache reduzierbar, vielmehr stellen alle sozialen Relationen Bedeutung her. MOEBIUS möchte diesen materialistischen Diskursbegriff für die Wissenssoziologie fruchtbar machen. Wichtig, im Hinblick auf die Realisierung dieses Programms, erscheint ihm dabei insbesondere die von ALTHUSSER herkommende Vorstellung der Überdeterminierung, wonach alle Elemente eines Diskurses Spuren in anderen Elementen haben und sich gegenseitig konstituieren. Zunächst etwas apokryph hieß es dann bei MOEBIUS weiter, dass soziale Elemente ihre Identität durch ihre relationale Positionierung in und durch artikulatorische Praktiken erhalten. Sie blieben dadurch in eigentümlicher Weise offen und erhalten verhandelbaren Charakter. Etwas weniger dunkel erschien mir die Praxis der Artikulation, als MOEBIUS sich als semantischer Spitzenklöppler betätigte und erklärte, dass im Rahmen der artikulatorischen Praxis z.B. Signifikanten "neu gebündelt" und zu "neuen Knotenpunkten vernäht" werden. In den Knotenpunkten artikulatorischer Praxis scheinen sich die partiellen Fixierungen zu konstituieren, die notwendig sind, um überhaupt noch von Identitäten – wie unabgeschlossen auch immer diese sein mögen – sprechen zu können. Konstitutiv scheint aber auch das Außen der Diskurse, der Ausschluss des Anderen ermöglicht die "innere Reinheit" des Diskurses erst. Hegemoniale Blöcke verdanken sich demnach, nicht nur der Durchsetzung des eigenen Diskurses (durch Wiederholungen, Reaktivierungen), sondern auch der Verschleierung und des diskursiven Ausschlusses von Alternativen – dies wurde anhand FUKUJAMAs These vom Ende der Geschichte kurz illustriert. Solche hegemonialen Deutungen können aber durch subversive Aneignungen problematisiert werden, deutet MOEBIUS, im Rekurs auf Judith BUTLERs Rede von der Politik des Performativen, an. Während die diskursive Logik der Äquivalenz dabei die Bedingungen der Bildung neuer Knotenpunke und Identitäten konstituiert, wirkt ihr die Logik der Differenz entgegen. Sie verhindert die Schließung der Identitäten. Hier deutete sich bei MOEBIUS bereits das Spannungsverhältnis zwischen einem Diskursbegriff an, der Subjektpositionen lediglich als Effekte diskursiven Strukturen begreift und einem Diskursverständnis, dass den Augenblick des Subjektes nicht vollständig verneinen möchte.2) [3]

Johannes ANGERMÜLLER (Universität Magdeburg) knüpfte an MOEBIUS' Deutung, nie gänzlich, aber partiell fixierter Identitäten, an. Sein Beitrag "Hegemoniale Praxis und transnationaler Diskurs: Das Beispiel des G8 Gegengipfels von Evian" verdeutlichte anhand von reichhaltigem (Bild-) Material – und im Rekurs auf FOUCAULTs Archäologie des Wissens, LACLAU und MOUFFEs Hegemonietheorie und LACANs Subjektivitätstheorie –, wie die Entstehung der transnationalen globalisierungskritischen Bewegung als unabgeschlossene Prozesse der Artikulation zu untersuchen sei. Das Erscheinen und die Formation dieser (und anderer) sozialer Bewegungen als kollektiver Akteure, ist vor diesem Hintergrund vom Auftreten diskursiver Ereignisse her, mithin als (kontingenter) Diskurseffekt zu verstehen. Im Mittelpunkt der Analyse standen insbesondere die diskursiven Ereignisse, durch die für die Bewegung spezifischen Systeme von Differenzen artikuliert wurden. Ob diese Ereignisse aber wirklich ausreichten, um die disparaten Ereignisse des relevanten politischen Diskurses zu einer neuen globalisierungskritischen Hegemonie zu verknüpfen, mag man bezweifeln. [4]

Der im Hinblick auf die Themensetzung des Workshops vielleicht ambitionierteste Beitrag verbarg sich hinter Joachim RENNs (Universität Erlangen-Nürnberg) Frage "Wie ist das Bewusstsein an Diskursen beteiligt?", die in bestechender, bisweilen aber ein wenig selbstverliebter und für die Zuhörer kaum leicht zugänglicher Rede daherkam. RENN bemühte sich darum, sowohl den FOUCAULTschen Diskursbegriff seiner transsubjektiven Autorität zu entkleiden, als auch HABERMAS' regulative Idee des Diskurses als herrschaftsfreien Austausch von Argumenten zu entzaubern. Er lenkte – ausgehend von Praxistheorie, einem Schuss Wissenssoziologie und Pragmatismus – die Aufmerksamkeit auf die Performativität des Diskursiven. Das Bewusstsein ist, so RENN, weder die von den anonymen Mächten (Dispositiven) gesteuerte Instanz, die das Subjekt als "Träumer seiner Verantwortung" inszeniert, noch das an Diskursen teilnehmende intentional handelnde und (durch den Modus von Argumentationen) intersubjektive Verständigung anstrebende autonome Subjekt. Im Anschluss an BOURDIEU (inkorporierte Habitus; Spielsinn), DE CERTEAU (inkorporierte Strategien) und BUTLER (das Problem der Wiederholung, wonach die Kraft des Sprechaktes sich nicht aus der Konvention ableitet, sondern aus dem Bruch mit jedem früheren Gebrauch) diskutiert RENN Konzeptionen einer postsouveränen Subjektivität, die sich aufdrängen, wenn man die performative Dimension von Diskursen stärker betont als dies bei FOUCAULT und HABERMAS der Fall ist. Aus diesem Blickwinkel erscheint der in diskursanalytischen Debatten vielfach betonte Gegensatz zwischen poststrukturalistischen und HABERMASschen Diskurskonzeptionen keineswegs als unüberbrückbar. Man muss allerdings auch sehen, dass es sich hier keineswegs um einen Versöhnungsversuch von HABERMAS und FOUCAULT handelt. Die Praxistheorie und ihre "Weiterentwicklungen" nehmen vielmehr deren theoriepolitischen Stellungen ein und entwickeln das Bild einer sich durch die Handlungen lückenhaft reproduzierenden Ordnung. Derartige Lücken lassen sich allerdings auch in der argumentierenden oder diskursiven Rede feststellen, denn, so RENN, anders als HABERMAS glaubt, schon die Verständlichkeit von Äußerungen "ist im Sinne einer fundamentaleren Performativität das Ergebnis einer kommunikativen Erschließung der konkreten Bedeutungen einer Handlungssequenz" (RENN). Die Determinanten des Diskurses können demnach die wirklichen Züge nicht präskribieren, behauptete RENN. Der Handelnde erscheint so weder als souveränes Subjekt, noch als geleitete Marionette. "Das Subjekt und das Bewusstsein entfalten Handlungsmacht im Modus der praktischen Anwendung des impliziten Wissens [...]", so RENN. Sein Fazit lautete, weder Episteme, noch rationale Argumentationen, determinieren, als verborgene Regularien (d.h. als strukturierende und ausschließende Instanzen und als emergente und irreduzible Ordnungen), die einzelne Handlung. Immer muss das nicht-souveräne, durch Episteme und die regulativen Diskursideen instruierte Bewusstsein, die einschränkenden und ermöglichenden Schemata und generalisierte Ordnungen in die jeweiligen Situationen übersetzen. Im diesem Moment der Übersetzung tut sich die "praktische Lücke" auf, die Raum und Augenblick der Umdeutung schafft. Diese, sich aus praxistheoretischer Perspektive zeigende Lücke, erscheint bei RENN gleichwohl nicht als der grandiose Augenblick des souverän reflektierende Subjekts, vielmehr bietet sie dem Subjekt des leiblich inkorporierten Wissens, jeweils Augenblicke für kleine Fluchten. Nur allmählich mögen sich dann, deren oft unerkannten Resultate in den Verschiebungen der Gebrauchsdeutungen der zentralen Schemata, Regeln und Kategorien zeigen. [5]

Christine BISCHOF (Berlin) setzt sich in ihrem Referat "Foucaults Räume: Möglichkeiten und Grenzen als Instrument für die sozialwissenschaftliche Diskursanalyse" mit der Frage auseinander, inwieweit das von FOUCAULT in seiner Vorlesung "Des Espaces Autres" von 1967 enthaltene Raumkonzept für ein diskursanalytisches Verständnis raumsoziologischer Fragen fruchtbar gemacht werden kann. Sie erinnerte in ihrem noch recht programmatisch bleibenden Beitrag an FOUCAULTs Raumtypen. Utopien werden danach als unwirkliche Räume und Heterotopien als wirkliche Räume betrachtet. Der Spiegel schließlich fungiert dabei als dritte hybride Form, die die beiden anderen Formen zugleich darstellt. [6]

2.2 Diskurstheoretische Anwendungen: Perspektiven, Chancen und Risiken

Nach diesen unterschiedlichen grundlagentheoretischen Einstiegen setzte sich der Vortrag des Politikwissenschaftlers Rainer HÜLSSE (TU München) für eine "Metaphernanalyse als diskursanalytische Methode" ein. Er rekonstruierte die EU-Erweiterung auf der Basis der Verwendung zentraler Metaphern des Diskurses. Zwar lieferte HÜLSSEs Beitrag eine umfassende Beschreibung, des politikfeldspezifischen metaphorischen Sprachgebrauchs, offen blieb aber, ob und inwieweit Metaphern im Bereich der internationalen und transnationalen Beziehungen wirklich zählen und entsprechende politische und institutionelle Konsequenzen haben. Wenn man behauptet, dass nicht nur discourse matters, sondern spezifischer, dass Metaphern eine tragende Bedeutung im Prozess der EU-Erweiterung zukommt, dann reicht es nicht aus, diese als ein diskursives Phänomen zu bezeichnen. Schon Paul RICŒUR hat vor über 30 Jahren auf die pragmatische, soziale Beziehungen und Wissenshorizonte transformierende Kraft hingewiesen und eben nicht nur auf die kognitive Bedeutung von Metaphern. Erfreulich ist allerdings das von HÜLSSE gesetzte Zeichen, dass die diskursanalytische Perspektive auch in der Politikwissenschaft stärker Raum greifen sollte. Ihre verstärkte Rezeption könnte in der Tat sowohl für die Teildisziplin der Internationalen Beziehungen als auch für die Diskursanalyse eine Chance darstellen. Ähnliches gilt auch für den Beitrag des Politikwissenschaftlers Benedikt KÖHLER (TU München), der in seinem Vortrag "Nicht nur im eigenen Land (...), sondern auch im Land des Aggressors. Über die Verwendung von Unterscheidungen, Formen und blinden Flecken in der Möllemann-Kontroverse 2002" aus differenztheoretischer Sicht die Verwendung von Unterscheidungen, Formen und blinden Flecken in den öffentlichen Debatten des Jahres 2002 beleuchtete sowie für Cristina BESIO und Alessandra CORTI (Universität Luzern), die sich in ihrem Beitrag "Wissenschaftlicher Fortschritt und Risikodiskurs – Ethikkommissionen zwischen Wissenschaft und Politik" der Funktion von Ethikkommission in komplexen, funktional differenzierten Gesellschaften widmeten. [7]

Während sich HÜLSSEs Vortrag an der Metapherntheorie abarbeitete, stellten sowohl KÖHLER als auch BESIO und CORTI auf die Differenztheorie systemtheoretischer Ausprägung ab. Dass durch die Einführung von Unterscheidungen (KÖHLER; BESIO/CORTI) ebenso wie durch den Gebrauch von Metaphern Deutungsuniversen geschaffen werden, ist auch aus diskursanalytischer Perspektive nicht ganz neu. Gleichwohl lieferten auch die Beiträge von KÖHLER sowie von BESIO und CORTI interessante Anregungen zu einer differenz- und systemtheoretisch angeleiteten Soziologie des Wissens. Sie ließen aber offen, weshalb sie einen substanziellen Beitrag zur Diskursanalyse liefern könn(t)en und worin dieser genau bestünde. Nicht zufällig wurde der Begriff des Diskurses in BESIO und CORTIs Beitrag zur Rolle der Ethikkommissionen zwischen Wissenschaft und Politik, außer im Titel und einer Zwischenüberschrift, weder erwähnt noch definiert. Statt einer erwartbaren exemplarischen Analyse von Risikodiskursen in Ethikkommissionen, wurden Sträuße LUHMANNscher Unterscheidungen gebunden und auf theoretische Interpretationsfolien drapiert (Risiko/Gewissheit; Risiko/Gefahr; Entscheider/Betroffene). Ausgehend von LUHMANNs Soziologie des Risikos wurde die These vertreten, dass Ethikkommissionen aufgrund der Logik von Risikodiskursen, die an sie gerichteten Erwartung, durch Formulierung eindeutiger ethischer Direktiven zu einer Eindämmung von Risiken beizutragen, nicht gerecht werden können. Als beobachtende Einrichtungen erfüllen sie aber, so BESIO und CORTI, angesichts steigender Komplexität, eine wichtige Funktion hinsichtlich der reibungslosen Anpassung von Wissenschaft und Recht. Die Chance diskursanalytisch und mithin auch empirisch zu zeigen, ob und wie die Ethikkommissionen, ihre, ihnen von der Systemtheorie zugedachten, Funktionen auch tatsächlich erfüllen, vergab der Beitrag m.E. [8]

Ganz anders sahen der Literaturwissenschaftler Michael NIEHAUS und der Kommunikationswissenschaftler Norbert SCHRÖER (Universität Duisburg-Essen) in ihrem Vortrag über "Geständnismotivierung in Beschuldigtenvernehmungen. Zur hermeneutischen und diskursanalytischen Rekonstruktion von Wissen" die Chancen der Diskursanalyse darin, die Aussagekraft hermeneutischer Analysen zu erweitern. In ihrem Bericht aus einem laufenden Forschungsprojekt, das sich mit der Wirksamkeit des Geständnisdispositivs seit 1780 beschäftigt, gehen sie davon aus, die Kompatibilität der beiden Herangehensweisen zeige sich darin, dass wissenssoziologisch-hermeneutische Verfahren einen Zugang zur unmittelbar situativen Kommunikationspraxis eröffnen, während die diskursanalytische Rekonstruktion, die historisch entstandene Rahmung von Verhörsituationen erschließe. Hermeneutische und diskursanalytische Perspektiven gehen hier nicht ineinander über, vielmehr ergänzen sie einander. Wie schon in einigen programmatischen Beiträgen zu Beginn des Workshops taucht auch hier das Konzept des nicht voll souveränen Subjektes auf, diesmal aus hermeneutisch-wissenssoziologischer Perspektive. "Subjekte" werden in historischen und kulturspezifischen Deutungsrahmen verankert. "Der Wissenskern ist in die verinnerlichten und gelebten Orientierungsroutinen der Subjekte eingelassen, ohne dass er von den Handlungssubjekten ohne weiteres thematisierbar wäre", erklärten NIEHAUS und SCHRÖER. Weil die Subjekte zwar aktiv, pragmatisch aber "halbblind" sind, wird es notwendig, nicht nur den "subjektiven Sinn aus zurechenbaren subjektiv intentionalen Motivierungen verstehend nachzuvollziehen", sondern ebenfalls zu rekonstruieren, aus welchen Wissensformationen sich diese subjektiven Motivationen der Möglichkeit nach bilden können. NIEHAUS und SCHRÖER illustrieren ihre Version einer hermeneutisch wissenssoziologischen Diskursanalyse am Beispiel der Geständnismotivierungen, indem sie zunächst exemplarisch den Fall eines situativen Geständnisaushandlungsprozesses nachzeichnen, um dann, in einem zweiten Schritt, die historischen Voraussetzungen des modernen Modus der Geständnismotivierung zu rekonstruieren (diskursive Geständnismotivierungsregeln). Sie zeigten, dass sich seit dem 18. Jahrhundert eine Diskursivierung und Pädagogisierung des Strafverfahrens einwickelt, die seither die Struktur der Verhörpraxis zunehmend prägte. [9]

In einem weiteren Forschungsbericht "Stadtkultur und städtische Identität als kommunikative Konstruktion. Ein wissenssoziologisch-diskursanalytischer Beitrag zur Stadtsoziologie am Beispiel von Dresden" beschrieb Gabriela B. CHRISTMANN (TU Dresden) ein weiteres Feld diskursanalytischer Anwendungen. Auf höchst interessante Weise verband sie die Tagungs-Elemente Wissen, Kultur und Diskurs. CHRISTMANN untersuchte den Einfluss lokaler Medien und öffentlicher Veranstaltungen, als Agenturen der städtischen Wissensproduktion, auf die kommunikativ-diskursive Vermittlung von Stadtkultur und lokaler Identität. Sie sieht die Chance der Diskursanalyse – Diskurse wurden dabei als Ensemble kommunikativer Handlungen definiert – in einer Verbindung von sozialphänomenologischer Wissenssoziologie (BERGER und LUCKMANN, KNOBLAUCH, KELLER), Stadtsoziologie und Mediensoziologie. Stadtkultur wird dabei als Produkt kommunikativen Handelns verstanden, dass sich aber auch in den materiellen Objektivierungen der Stadtkultur niederschlägt (Bauwerke, Straßen, Denkmäler, Landschaftsgestaltung etc.). Stadtbezogene Wirklichkeitsdeutungen sind, so CHRISTMANN, die Grundlage städtischer Identität, die tradiert, stabilisiert und teilweise transformiert wird. Bei der kommunikativen Konstruktion der immateriellen Stadtkultur spielt, so vermutete CHRISTMANN, der stadtbezogene Diskurs (Lokalmedien; öffentliche Veranstaltungen) innerhalb der Lokalkommunikation als Agentur der Wissensproduktion die entscheidende Rolle. Entsprechend standen in der Analyse insbesondere das kommunikative Gedächtnis (KNOBLAUCH) und die Topoi3) der medialen Darstellungen, als thematische Kerne von Diskursen, im Zentrum. CHRISTMANN stellte fest, dass die Dresdener Lokalmedien den Stadtbürgern ein facettenreiches Reservoir für die Entwicklung eines Stadtwissens und damit gleichzeitig "Identifikationsangebote" bieten. Da städtische Erinnerungskulturen über kommunikative Prozesse (in den öffentlichen Diskursen) auch die Bürger sozialisieren, war zu erwarten, dass sich Diskurse auch im individuellen Gedächtnis der Bürger manifestieren. Entsprechend, so die Ergebnisse CHRISTMANNs, fänden sich die "Dresden-Topoi" auch im kulturellen Selbstverständnis der Dresdener Bürger wieder, gleichwohl die "Tiefendimension" (Detailaspekte über die Stadt) der unterschiedlichen Topoi nur in schwacher Form erscheinen. [10]

Andrea D. BÜHRMANN (Münster) widmete ihren Vortrag "Chancen und Risiken angewandter Diskursforschung" den (möglicherweise nicht intendierten) Effekten einer Diskursforschung mit kritischem Anspruch. Aus ihrer Sicht bietet eine kritische diskursanalytische und diskurstheoretische Forschung nicht nur die Möglichkeit, große Datenmengen ereignisnah zu bearbeiten, sondern auch die Chance systematisch zu erforschen, "wie weshalb, welche Diskurse in welchen gesellschaftlichen Bereichen hervorgebracht" und entsprechende, historisch kontingente Wahrheiten produziert werden, sofern es gelingt die Ergebnisse angemessen zu kontextualisieren (BÜHRMANN). Der Versuch, kritische Diskursanalyse zu betreiben, kann allerdings, so BÜHRMANN, leicht scheitern, wenn a) die Diskurse nicht im Kontext konkreter Herrschaftsverhältnisse lokalisiert werden, wenn b) die Motive4) der konkreten Individuen, die sich an Diskurse beteiligen oder von ihnen ausgeschlossen blieben, unberücksichtigt bleiben oder wenn c) die eigenen Forschungsbemühungen nicht als Elemente eines konkreten Macht-Wissens-Komplexes reflektiert werden. Letzteres bedeutet, dass sich Diskursforschung immer als Moment des Eingreifens in aktuelle gesellschaftliche Diskurskonstellationen verstehen muss. BÜHRMANN verdeutlichte die Risiken der Diskursforschung am Beispiel der Studie "Die Nahost-Berichterstattung zur Zweiten Intifada in deutschen Printmedien, unter besonderer Berücksichtigung des Israel-Bildes" des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS), die Gegenstand zum Teil heftiger öffentlicher Kritik war. Die Studie des DISS wurde im Auftrag des American Jewish Commitee (Berlin) durchgeführt. Sie war zuerst am 31. Mai 2002 in einer Kurzfassung der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Die harsche Kritik5), die die Ergebnisse der Kurzfassung der DISS-Studie durch die deutschen Printmedien traf, unterstreicht, so BÜHRMANN, inwieweit gesellschaftstheoretisch ungenügend kontextualisierte und reflektierte Diskursstudien Gefahr laufen können, einem linguistischen Idealismus zu verfallen, obgleich eben dieser von vielen Diskursanalytikern explizit vermieden werden will. So habe die Kritische Diskursanalyse der Forscherinnen und Forscher um Siegfried und Margarete JÄGER versucht, die pragmatische Diskursanalyse mit der poststrukturalistischen Diskurstheorie zu verknüpfen und diese wiederum durch FOUCAULTs Dispositivanalyse zu unterstützen. Diskurse werden, etwas metaphorisch, als Fluss des Wissens durch die Zeit verstanden und insbesondere im Hinblick auf ihre Machtwirkungen analysiert. Als institutionalisiertes Wissen werden dabei diskursive Äußerungen bezeichnet, wenn, so BÜHRMANN, dieses Wissen bestimmten Regeln unterliegt. BÜHRMANN illustrierte, wie diese diskursanalytische und diskurstheoretische Vorgehensweise des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS), u.a. das Sagbarkeitsfeld untersuchte, das die Berichterstattung zu Israel, den Israelis und des Nahen Ostens im Deutschen Printmediendiskurses während der 2. Intifada bis August 2001 strukturierte. Die Studie beanspruchte dabei jedoch, so BÜHRMANN, nicht nur das Sagbarkeitsfeld zu beschreiben, sondern auch die Machteffekte und Wirkungen der Berichterstattung6) auf das Bewusstsein der Subjekte der deutschen Bevölkerung zu analysieren. Dies betrifft mithin jene Politiken der Wahrheit, die den Transport von Wissen von einem Diskurs in einen anderen strukturieren. Das zentrale Problem der Studie liegt nun, so BÜHRMANN, genau darin, dass von der Medienwirkung der Berichterstattung (z.B. Aktivierung antisemitischer Diskurselemente im deutschen Printmediendiskurs) auf das kollektive und individuelle Bewusstsein der Rezipierenden des Mediendiskurses geschlossen wurde, ohne dass dieses Verhältnis wirklich untersucht, oder wenigstens die Ergebnisse der Medienwirkungsforschung angemessen berücksichtigt wurden. Über die Motive der Individuen und deren Rezeptionsweise der "antisemitischen Applikationsvorlagen" hätte die Studie entsprechend keine Aussagen machen dürfen. Zweitens konstatierte BÜHRMANN in diesem Zusammenhang, dass diskurstheoretische und diskursanalytische Studien nicht dabei stehen bleiben dürften, Diskurse und diskursive Ereignisse zu betrachten; vielmehr müssten diese auch angemessen kontextualisiert werden. Damit wird auch ein dritter Punkt berührt, nämlich die Frage, "von wo aus" Kritik geübt werden kann, sofern davon auszugehen ist, dass auch der analysierende Wissenschaftler keine absolute Objektivität für seine Forschungsergebnisse beanspruchen darf. So kritisiert BÜHRMANN, anhand der DISS-Studie, dass deren Autoren es versäumt hätten, ihre eigene Diskursposition zu präzisieren (d.h. das Verhältnis der eigenen Forschung zu rassistischen und antisemitischen Praxen näher zu bestimmen). Am Ende ihres Vortrags stand ein Plädoyer für einen reflektierten Kritikbegriff im Sinne FOUCAULTs, der Erkenntnis "als historische Grenzen aktuellen geschichtlichen Seins" ausweist (BÜHRMANN). Der Anspruch kritische Diskursforschung in einer Weise zu betreiben, die jegliches Wissen als Moment der Macht begreift, muss konsequenterweise auch die eigenen Erkenntnisse als Machtmomente verstehen und mit kritischen Einwänden zwangsläufig rechnen, insbesondere dann, wenn sie zu einem brisanten Zeitpunkt publiziert werden (d.h. hier während der fortdauernden Debatten um Möllemann-Äußerung zur möglichen Mitverantwortung der Juden am Antisemitismus; Diskussion um Walsers "Tod eines Kritikers"). BÜHRMANNs hochinteressanten Beitrag zur methodologischen und methodischen Selbstreflexion im Feld der Diskursanalyse, könnte einen wichtigen Anstoß für eine künftige intensivere Debatte über Methodologie und Methoden des Forschungsprogramms Diskursanalyse bieten. [11]

3. Ausblick

Den Abschluss des Workshops bildete eine Diskussion, die sich mit der Frage der Verwendbarkeit von Diskursanalyse in der Praxis beschäftigte. Der Sozialwissenschaftler Rainer DIAZ-BONE (FU Berlin) und der Pädagoge Thomas HÖHNE (Universität Gießen) lieferten dazu zwei kurze Input-Referate für die sich anschließende kontroverse Diskussion, die sich um die Frage drehte, wie sich die Diskursanalyse zur Schnittstelle von Theorie und Praxis verhalten soll. So wurde beispielsweise angeregt, diskursanalytisches Wissen und entsprechende Erkenntnisse für die Beratungspraxis fruchtbar zu machen (Politikberatung, pädagogische und psychologische Beratung etc.). Ebenso wurde beklagt, dass Diskursanalyse bislang noch kaum zu organisationssoziologischen Forschungen herangezogen würde, wobei sich doch auch hier praktische Anwendungsmöglichkeiten (Organisationsberatung) ergeben könnten. Ein letztes Desiderat der Teilnehmer bestand in dem Wunsch nach einem Workshop, der sich explizit der Praxis der Diskursanalyse selbst widmete. Es wurde angeregt, Diskursanalysen in ihrer Gesamtkonzeption zu diskutieren (angefangen von der Fragestellung über die Datenerhebung, -auswertung bis hin zur Ergebnisdarstellung). Diesem vielfachen Wunsch wurde inzwischen durch einen "Praxis-Workshop: Diskursanalyse" des AK Diskursanalyse und Sektion Wissenssoziologie der DGS entsprochen. Er fand am 17.-18. Juni 2004 im Haus St. Ulrich (Akademie und Tagungszentrum der Diözese Augsburg) statt. Wegen der Vielzahl von eingegangen Vorschlägen hat sich der Arbeitskreis Diskursanalyse dazu entschlossen, jeweils stellvertretend ausgewählte Inputs in 5 thematisch unterschiedenen Diskussionsblöcken zu bündeln und so dem großen Diskussionsinteresse Rechnung zu tragen:

  • Zur Methodik der Einzeltextanalyse in diskurstheoretischer Perspektive

  • Methodische Konzeption – Interpretation – Ergebnisdarstellung

  • Text- und Bildanalyse

  • Analyse von Subjektivierungsprozessen/Subjektpositionen

  • Zur Kombination quantitativer und qualitativer Analysestrategien. [12]

Die TeilnehmerInnen stellten in etwa zehnminütigen Kurzreferaten, in Bezug auf das jeweilige Rahmenthema, die für sie zentralen Fragen (und die von ihnen anvisierten Lösungswege) aus ihren Forschungsprojekten vor. Die Fragestellungen, Analyseprobleme, Lösungswege und Interpretationen wurden anschließend im Plenum diskutiert. Der Praxis-Workshop fand allgemein große Zustimmung, wenngleich sich im Verlauf der Tagung immer stärker herauskristallisierte, dass der eineinhalb-tägige Zeitrahmen für eine Veranstaltung dieses Zuschnitts kaum ausreichend ist. Eine vertiefte und intensive Diskussion von aktuellen Forschungsproblemen erfordert, so die allgemein geteilte Erfahrung, ein weit höheres Maß an Zeit und sicherlich größeren organisatorischen Aufwand. Wer sich für künftige Aktivitäten des Arbeitkreises Diskursanalyse interessiert, der sei auch auf die aktuelle Webpage verwiesen. [13]

Anmerkungen

1) Die Zitate basieren auf Mitschriften oder z.T. auf den von den Autorinnen und Autoren überlassenen Vortragsmanuskripten; handelt es sich um Zitationen aus den Vortragsmanuskripten, dann wird der Name der Autorin/des Autoren angegeben, im Falle der Mitschrift findet sich kein eigens herausgehobener Verweis. <zurück>

2) Das Spannungsverhältnis von Äquivalenz- und Differenzlogik wurde von Joachim RENN (Universität Erlangen-Nürnberg) explizit thematisiert. <zurück>

3) Die Entwicklung der Dresdentopoi wurde ausgehend vom 17. Jahrhundert katalogisiert. Die Felder "Bauwerke", "Sammlungen", "Umgebung" und "Kulturangebot" waren dabei die häufigsten Topoispender. <zurück>

4) Diese Motive werden dann allerdings selbst wieder als Produkte historischer spezifischer diskursiver und nicht-diskursiver Praktiken begriffen. <zurück>

5) Zu den Vorwürfen zählten u.a. Fehlen objektiver wissenschaftlicher Methoden, rasantes Assoziieren, Vorurteile statt wissenschaftliche Urteile, Zuarbeit für linke Projekte. <zurück>

6) Die Wirkungen sollen, so die Vermutung der Wissenschaftler, die durch Printmedienberichterstattung reproduzierten rassistischen und antisemitistischen Tendenzen betreffen. <zurück>

Zum Autor

Willy VIEHÖVER ist Dr. der Politik- und Gesellschaftswissenschaften, geb. 1958 in Düsseldorf/Heerdt, Studium der Soziologie, Sozialpsychologie und Pädagogik an der Heinrich-Heine-Universität zu Düsseldorf. Von 1990-1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Universität Düsseldorf. Von Oktober 1992 bis 1996 Studium am Europäischen Hochschulinstitut Florenz als Stipendiat der Deutschen Forschungsgesellschaft mit Abschluss eines Phd. Von 1997 bis 1999 wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Münchner Projektgruppe für Sozialforschung e.V. im Rahmen eines von der Volkswagenstiftung finanzierten interdisziplinären Projekts über "Nachhaltigkeit und abfallpolitische Steuerung am Beispiel des Umgangs mit Kunststoffabfällen aus dem Verpackungsbereich". Seit 1999 ist Willy VIEHÖVER wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Augsburg im DFG-Projekt "Vergesellschaftung der Natur und Naturalisierung der Gesellschaft" – unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph LAU – im Rahmen des SFB 536 "Reflexive Modernisierung"; Arbeitsschwerpunkte: Kultur- und Umweltsoziologie, Policy-Analyse, Diskursanalyse, Qualitative Methoden, Soziologische Theoriebildung.

Kontakt:

Dr. Willy Viehöver

Universität Augsburg
Lehrstuhl für Soziologie
Universitätstrasse 6
D-86135 Augsburg

Tel: 0821/598-4074
Fax: 0821/598-4218

E-Mail: wilhelm.viehoever@phil.uni-augsburg.de

Zitation

Viehöver, Willy (2004). Tagungsbericht: Workshop "Diskurs – Wissen – Kultur" / Praxis-Workshop "Diskursanalyse" [13 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 5(3), Art. 38, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0403388.