Volume 5, No. 1, Art. 3 – Januar 2004

Möglichkeiten und Grenzen verstehenden Erklärens am Beispiel sprach- und kulturwissenschaftlicher Annäherungen an Auto-/Biographie

Una Dirks

Review Essay:

Rita Franceschini (Hrsg.) (2001). Biographie und Interkulturalität. Diskurs und Lebenspraxis. Tübingen: Stauffenburg, 287 Seiten, ISBN 3-8607-044-7, EUR 33,-

Zusammenfassung: Der von Rita FRANCESCHINI herausgegebene Sammelband vereinigt eine Vielzahl unterschiedlicher Beiträge, die sich v.a. aus linguistischer, literaturwissenschaftlicher und ethnologischer Perspektive mit einem breiten Spektrum auto-/biographischer und interkultureller Phänomene befassen. Das Anliegen der in dem Band versammelten AutorInnen ist, Korrelationen zwischen diesen Phänomenen aufzuzeigen, dabei den Stellenwert individueller und kollektiver Konstruktionen von Wirklichkeit herauszuarbeiten sowie biographische Struktureffekte auf den Umgang mit fremdsprachlichen Anforderungen in bi- oder trilingualen Kontaktsituationen nachzuweisen. – Die Rezension des Sammelbandes erfolgt im wesentlichen mithilfe einer verstehend erklärenden Kulturheuristik (Max WEBER) und in Orientierung an den für sozialwissenschaftliche, sozio-, pragma- und textlinguistische Arbeiten geltenden Standards. Dabei wird den literaturwissenschaftlichen Herangehensweisen eine gewisse – auf eigenwillige Sample-Bildungen und mangelnde methodische Kontrolliertheit zurückzuführende – Wildwüchsigkeit nachgewiesen, während die sprachtheoretischen Abhandlungen v.a. hinsichtlich mikro- und makrotheoretisch relevanter Synthesebildungen diskutiert werden, die am ehesten auch als Beitrag zu einer kulturwissenschaftlichen (Sprach-) Biographieforschung verstanden werden können.

Keywords: sozialwissenschaftliche Standards, Kulturtheorie, cultural turn, Hybridität, verstehendes Erklären, Max Weber, Strukturmodell mittlerer Reichweite, Spracherwerb, inter-/intrakulturelle Kontaktsituationen, Pragmalinguistik, historische Biographieforschung

Inhaltsverzeichnis

1. Entwicklungsgeschichte und Themenaufriss des Sammelbandes

2. Exemplarische Besprechung von Einzelbeiträgen

2.1 "La tentation de la biographie pour l'historien des Annales. Interview de Ruedi Ankli avec l'historien Jacques Le GOFF sur sa biographie de Saint-Louis"

2.2 Erika WERLEN: "Der mentalitätsorientierte Ansatz bei der linguistischen Analyse von intra- und interkulturellen Sprachbrüchen und Sprachübergängen"

2.3 Rita FRANCESCHINI: "Sprachbiographien randständiger Sprecher"

3. Gesamtwürdigung des Sammelbandes

3.1 Wissenschaftstheoretische und methodologische Anmerkungen: Zum Stellenwert der pragmatischen Dimension in einer kulturtheoretischen Heuristik

3.2 Methodische Problemstellungen: Sample-Bildung und Analyseinstrumente

3.3 Kulturkonstrukte: Totalitaristisch oder hybrid?

4. Fazit

Literatur

Zur Autorin

Zitation

 

1. Entwicklungsgeschichte und Themenaufriss des Sammelbandes

Der vorliegende Sammelband ist im Anschluss an ein 1996 durchgeführtes Kolloquium einer interdisziplinären Forschungsgruppe (Mitglieder der oberrheinischen Universitäten Basel, Freiburg i.Br., Strasbourg, Karlsruhe im Verbund EUCOR) entstanden. Der fünfjährige Abstand bis zur Publikation resultiert aus mehreren Überarbeitungsphasen, die – wie die Herausgeberin Rita FRANCESCHINI anmerkt – teilweise den Charakter eines Peer Review zwischen den AutorInnen annahmen. Dennoch will sie den Band nicht als ein Endprodukt dieses Austauschs verstanden wissen, der sich im wesentlichen auto-/biographischen und interkulturellen Phänomenen widmet – zumal der Arbeitszusammenhang der Forschungsgruppe nach wie vor besteht. Angesichts der Vielfalt der im Buch berücksichtigten Disziplinen – v.a. Literaturwissenschaft und Linguistik, aber auch einzelne Beiträge aus der Geschichte, Ethnologie, Philosophie und Soziologie – erstaunt diese Einschätzung keineswegs, da jede der genannten Disziplinen einem eigenen Wissenschaftsverständnis mit einer eigenen Logik folgt, d.h. fachspezifischen Begriffen, Methoden und Theorien, die jeweils andere Perspektiven auf Biographie und Interkulturalität bilden und gerade in den letzten Jahren eine bedeutende kulturtheoretische Entwicklung durchlaufen haben (vgl. dazu z.B. RECKWITZ 2000). Dieser Dynamik ist denn auch eine gewisse Selbstbescheidung der Beiträge geschuldet: Keine/r der AutorInnen beansprucht, einen kultur- und biographietheoretischen state of the art seiner/ihrer Disziplin zu präsentieren. Die Leserin sollte daher die Bereitschaft mitbringen, sich auf ganz unterschiedliche Herangehensweisen und Diskursprodukte einzulassen. [1]

Die verschiedenen Zugänge zeichnen sich – entsprechend der Vereinbarungen der Forschungsgruppe – durch die folgenden thematischen Fokussierungen aus:

  • historische Klärung der Begriffe "Interkulturalität" und "Biographie",

  • sprachtheoretische Betrachtungen, einmal bezüglich der Konstruktion spezifischer Identitäten und Kollektive, zum anderen bezüglich der Diskursführung über Interkulturalität und Biographie, u.a. über Möglichkeiten der wechselseitigen Befruchtung dieser Konzepte und den Nutzen interkultureller Perspektiven auf Sprachformen,

  • Erörterung von Relationspotentialen zwischen kulturräumlichen "Eigenschaften" und biographischen Narrationen,

  • Situierung der Biographie zwischen individuellen und kollektiven Lebenslagen und -verläufen als ein subjektiv konstruierter Umgang mit "Wirklichkeiten",

  • Ausdifferenzierung von Korrelationen zwischen interkulturellen Lebensgeschichten und Geschlecht (S.10f.). [2]

Das breit gefächerte, höchst aktuelle und anspruchsvolle Themenspektrum wird in drei Abschnitten bearbeitet, denen ein Interview mit dem französischen Historiker und Biographieforscher Jacques Le GOFF vorangestellt ist. Der erste Abschnitt ist mit dem Titel "Biographie, Identität und Konstrukte der Kultur" überschrieben, der zweite Abschnitt thematisiert "Biographie und Interkulturalität in sprachwissenschaftlicher Perspektive", während der dritte Teil die "Wirkung in Literatur und Geschichte" untersucht. Dass sich auch die Beiträge des dritten Teils überwiegend mit Biographie, Identität und Konstrukten der Kultur befassen bzw. einzelne Beiträge des ersten Teils ebenso zur Kategorie "Wirkung in Literatur und Geschichte" gepasst hätten, deutet auf eine Schwierigkeit hin, mit der jedes interdisziplinäre Publikationsprojekt zu kämpfen hat: Die Bestimmung disziplinübergreifender Kriterien für thematische Schwerpunkte und Gruppierungen. Nicht zuletzt aus diesem Grunde wäre es für die LeserInnen hilfreich gewesen, über ein dem Sammelband beigefügtes AutorInnenverzeichnis weitere Informationen zu den Beitragenden zu erhalten. [3]

Trotz der Unterschiedlichkeit der einzelnen Abhandlungen eint sie – neben der thematischen Grundausrichtung – doch ein gemeinsames strukturelles Merkmal, das dem Sammelband zugleich sein besonderes Profil verleiht: Die Intertextualität bzw. doppelte Diskursivität, d.h. das Führen wissenschaftlicher Diskurse über bereits vorliegende, mehr oder weniger fiktionale auto-/biographische Diskurse, die meist in irgendeiner Form auch über den Umgang mit interkulturellen Erfahrungen Auskunft geben. Beispielsweise erhält die Leserin in Gestalt der kommunikativen Gattung "Interview" Einblick in den Entstehungsprozess einer von Jacques Le GOFF verfassten Biographie und damit in die Problemstellungen historischer Forschung; Franz WIMMER (Wien) benennt im Rahmen seiner philosophischen Ausführungen biographische Identitätstypen, die er aus einem eher couvert-impliziten bzw. inneren literaturkontrastiven Diskurs unter Außerachtlassung epochenspezifischer Kontextualisierungen gewonnen hat und die er in diesem Diskurs – quasi als Bestätigung seiner Konstrukte – stets auch wieder entdeckt; die EthnologInnen Freddy RAPHAEL und Geneviève HERBERICH-MARX (Strasbourg) beschreiben mit Verweis auf Diskutanten ganz unterschiedlicher Provenienz deren Diskurs über die "ethnographische Autobiographie" bzw. das Tagebuch L'Afrique fantôme von Michel LEIRIS aus dem Jahre 1936 und bewerten es mithilfe ethnologischer Normen; Rebecca EHRET (Basel) verdeutlicht am Beispiel privater und öffentlicher Diskursfragmente (u.a. Briefwechsel, Familienalben, Zeitungsartikel) im Rahmen der Kreolisierungs-Metapher, wie sich die im Jahre 1807 veranlasste Sklavenbefreiung in den britischen Kolonien auf die Selbst- und Fremdzuschreibungen der freed blacks Westafrikas in zwei aufeinander folgenden Generationen auswirkt; Sabine CASSANI (Basel) verknüpft den Diskurs über literarisch-fiktionale Konstruktionen der symbolischen Bedeutung der Hautfarbe mit biographischen Entwicklungs- bzw. Behinderungspotentialen; Erika WERLEN (Bern/Karlsruhe) und Rita FRANCESCHINI (Saarbrücken, zuvor Basel) erläutern, wie sie von empirisch herbeigeführten sprachbiographischen Diskursen zu pragmalinguistischen und kognitiv-konstruktivistischen Diskursen gelangen; die Arbeiten ganz unterschiedlicher Auto-/Biographen – wie ROUSSEAU, CÉLINE, RAMUZ, CHAMOISEAU und CONFIANT; Serge DOUBROVSKY; Karl Eugen GAß und Rolf Dieter BRINKMANN; Rainer Maria RILKE; Ugo FOSCOLO und Guiseppe UNGARETTI sowie Angela KRAUß und Brigitte BURMEISTER – werden in einzelnen Beiträgen zudem hinsichtlich der erlebten Fremdheits- und Alteritätserfahrungen und der Suche nach sich selbst miteinander kontrastiert. [4]

Angesichts der Vielfalt der im Sammelband vereinigten Zugänge, Disziplinen und Themen wäre die Besprechung jedes einzelnen Beitrages reizvoll. Um die für biographie- und kulturtheoretische Forschung bedeutenden Fragen der Sample-Bildung, Analysemethoden und der wissenschaftstheoretischen Rahmung näher zu erörtern, werde ich mich jedoch v.a. auf das Interview mit Jacques Le GOFF und auf die empirischen Studien von Erika WERLEN und Rita FRANCESCHINI beschränken. Im dritten Teil der Rezension finden dann auch die anderen Beiträge soweit wie möglich Berücksichtigung. [5]

2. Exemplarische Besprechung von Einzelbeiträgen

2.1 "La tentation de la biographie pour l'historien des Annales. Interview de Ruedi Ankli avec l'historien Jacques Le GOFF sur sa biographie de Saint-Louis"

Referenzquelle des Interviews ist Le GOFFs Publikation über Saint-Louis, der im 13. Jahrhundert gelebt haben soll. An diesem Beispiel erläutert der Historiker Le GOFF grundlegende Begriffe wie jenen der "Biographie" ("c'est de faire l'histoire d'un individu", "c'est la solution de problèmes", S.13, 17), die stets "entre l'individu et la société" angesiedelt sei (S.13). Um zu verdeutlichen, wie sich der mit diesem Begriffsverständnis verbundene strukturalistische und zugleich individualistische Forschungsanspruch umsetzen ließe, diskutiert Le GOFF die für historische und biographische Forschung bekannten methodologischen Probleme – hier v.a. das Problem der Quellenlage und jenes der "fascination du héros" (S.14). Durch die Faszination gegenüber dem zu untersuchenden "Forschungssubjekt" würde sich allzu leicht eine – der wissenschaftlichen Erkenntnisgenerierung abträgliche – zu enge Beziehung zum Biographieträger entwickeln. Diese emotionale Involviertheit wird bekanntlich mit dem Phänomen des "going native" und der Verunmöglichung doppelt hermeneutischer Analysen (GIDDENS 1995, S.338) assoziiert. Le GOFF appelliert daher an die Wahrung einer wissenschaftlichen Distanz ("il faut ... qu'on sache garder ses distances", S.14). Wer nun wissen möchte, wie der Historiker solch eine Distanz herzustellen versucht, findet einige Hinweise in seinen methodischen Erläuterungen: "en étudiant aussi bien les représentations que les réalités, en étudiant les structures spatio-temporelles dans lesquelles était pris le personnage" ["indem die Repräsentationen genauso gut wie die Wirklichkeiten untersucht werden, indem die Raum-/ Zeitstrukturen untersucht werden, in denen die Persönlichkeit aufgehoben war."] (S.15). Hier wird nochmals sein Bemühen deutlich, den biographischen Forschungsgegenstand strukturtheoretisch zu rahmen, so dass – scheinbar ganz i.S. Max WEBERs (1988/1922) – die für den Biographieträger relevante Situationslogik soweit wie möglich "ursächlich erklärt" wird. Dementsprechend betont Le GOFF seine Bemühungen, die Entstehungsbedingungen aller ihm zugänglichen Quellen und Dokumente zu untersuchen: "Il s'agissait de voir à quel fin et dans quelles conditions les documents de l'époque nous présentaient le roi et dans quelle mesure on pouvait trouver le 'vrai' roi à travers ces documents." ["Es ging im wesentlichen darum, zu klären, für welchen Zweck und unter welchen Bedingungen uns die Dokumente der damaligen Zeit den König präsentierten und inwiefern man in diesen Dokumenten den 'wahren' König finden konnte."] (S.15). Hier erstaunt das Vorhaben, den "wahren" König Saint-Louis finden zu können, was angesichts der Konstruiertheit jeglicher biographischer Vertextung bzw. dokumentierter Selbstentäußerungsformen kaum mehr als eine operationalisierbare Zielsetzung anzusehen ist. Eine alternative oder weitere Lesart der vermeintlichen Wahrheitssuche könnte jedoch auch so verstanden werden, dass Le GOFF nicht dem ontologischen Trugschluss einer scheinbar verobjektivierten Rationalität erliegen will, da diese im Kontext nutzenorientierter Vertextungsstrategien ("à quel fin") zu verstehen sei und keineswegs mit der subjektiven Rationalität und Sinnhaftigkeit des individuellen Handelns von Saint-Louis korrespondieren müsse. Die in dem Interview aufgeworfenen Fragen zur Verknüpfung mikro- und makroanalytischer Perspektiven ebenso wie zur methodischen Kontrolliertheit setzen zu Beginn des Sammelbands wichtige Akzente, die auch für die sprachtheoretischen Beiträge relevant sind. [6]

2.2 Erika WERLEN: "Der mentalitätsorientierte Ansatz bei der linguistischen Analyse von intra- und interkulturellen Sprachbrüchen und Sprachübergängen"

Die Soziolinguistin Erika WERLEN stellt aus einem Forschungsprojekt zu Sprachbrüchen und -übergängen in Migrationsbiographien einige Hauptergebnisse vor. Am Beispiel von DeutschschweizerInnen (die nach Baden-Württemberg gezogen) und von Deutschen (die in die Deutschschweiz übergesiedelt sind) verdeutlicht sie, dass sich erstere in Kontaktsituationen mit der schwäbischen Sprachvarietät als fremd erleben und ihr Unvermögen, diesen Dialekt perfekt zu sprechen, als einen unüberwindlich erscheinenden "Sprachbruch" erfahren. Dieser "interkulturellen" Kommunikationssituation, die auch darauf zurückgeführt wird, beim Sprechen des Schweizer Dialekts nicht verstanden zu werden, stellt WERLEN eine "intrakulturelle" Kommunikationssituation gegenüber, die v.a. auf Bestrebungen der befragten Deutschen zurückgeht, sich über die gezielte Aneignung des fremden Sprachcodes in das jeweilige deutschschweizerische Lebens- und Arbeitsmilieu zu integrieren, sich also eher in einer Situation des Sprachübergangs zu wähnen. Bei der Klärung der Frage, wie es zu solchen prinzipiellen Unterschieden im Sprach-/Handeln kommt, verweist WERLEN auf die Beziehungsorientierung und prosodischen Kommunikationsmerkmale dialektaler Varietäten, die DeutschschweizerInnen erst ein gegenseitiges "konjunktives Erkennen" (MANNHEIM 1980) ermöglichten und im Falle einer Abweichung als Fremdheit und Sprachbruch gewertet würden. Im Gegensatz dazu hätten sich die übergesiedelten Deutschen eher durch eine gewisse Ignoranz der ihnen entgegengebrachten Fremdheitsdefinitionen ausgezeichnet bzw. glaubten sie, diese durch Aneignung der ortsüblichen Sprachvarietät zu überwinden – trotz der im allgemeinen von ihnen favorisierten Inhaltsdominanz (anstelle der Beziehungsdominanz). Zur weiteren makrotheoretischen "ursächlichen" Erklärung dieser sprachlichen Prozessstrukturen greift WERLEN zu Brückenhypothesen, welche eine soziohistorische Einordnung der rekonstruierten Phänomene vornehmen, aber zweifelsohne noch mithilfe anderer Datensätze und Dokumente substantiiert werden müssten: "Die Dominanz der Beziehungspflege [hängt] mit den historischen, politischen, ökonomischen und soziokulturellen Bedingungen der Schweiz als 'Willensnation'" und "'Konkordanzdemokratie'" zusammen (S.106). Für Deutsche sei eine solche Mentalität kaum praktizierbar bzw. nur schwer im Nachhinein erlernbar, da eine "geographisch und sozial weitreichende Solidarität" leicht "Verdächtigungen, falschem Patriotismus und gefährlichem Nationalismus zu verfallen," nach sich ziehen könnte (S.106f.). [7]

Drei kritische Anmerkungen zu dem von Erika WERLEN präsentierten Forschungsdesign und den Ergebnissen:

  • Gemessen an den Standards qualitativer Forschung (z.B. STEINKE 2000), ist es bedauerlich, dass wir nicht erfahren, wie die Wissenschaftlerin den Prozess des theoretical sampling (GLASER & STRAUSS 1968, STRAUSS & CORBIN 1998, vgl. SCHÜTZE 1993, S.210f.) gestaltet hat, welche sozialen und sprachlichen Habitus von Mitgliedern unterschiedlicher Lebenswelten berücksichtigt worden sind und ob bzw. aufgrund welcher Prozessstrukturvarianten das Sampling ausgeschöpft wurde. Vielleicht sind diese Anforderungen an das Datenmaterial (92 Gespräche, 48 Fragebögen, teilnehmende Beobachtung; S.96) aber auch zu hoch gegriffen, da innerhalb des räumlich begrenzten Erhebungsspektrums gar nicht genügend InformantInnen zur Verfügung standen. Zu erwarten wäre dann, dass die Forscherin versucht, etwaige Lücken in ihrem Sample zu definieren und die Reichweite ihrer Ergebnisse entsprechend zu relativieren. Diese Anfragen an die Validität und theoretische Repräsentativität der Ergebnisse bleiben in der vorliegenden Abhandlung jedoch unbeantwortet.

  • Ein weiterer Einwand bezieht sich auf den von WERLEN formulierten Anspruch eines "ursächlichen" Erklärens (S.106). Wenngleich von ihr nicht explizit erwähnt, liegt es nahe, an dieser Stelle Max WEBERs "verstehende Soziologie" (1988/1922) in Erinnerung zu rufen: Demnach erfordert das ursächliche Erklären eine umfassende Analyse der "äußeren Bedingungen" (d.h. der materiellen Opportunitäten, der jeweiligen institutionellen und sozialen Regeln sowie kulturellen frames1)), die für die rekonstruierten Differenzstrukturmerkmale "binnenorientierte Beziehungsdominanz" und "inhaltliche Sachorientierung" relevant sein könnten. Dieses vergleichsweise aufwändige kulturwissenschaftliche Vorgehen hätte aber möglicherweise den von WERLEN angestrebten kontakt- und soziolinguistischen Rahmen gesprengt bzw. die mit jedem Forschungsprojekt verbundenen Selbstbeschränkungen und etablierten Logiken der eigenen Referenz-/Disziplinen überstiegen.

  • Schließlich erscheinen die mehr oder weniger hypothetisch konstruierten Korrelationen zwischen einem bestimmten Nationalcharakter und einer darin begründeten Beziehungs- oder Inhaltsdominanz sehr gewagt und in dieser Monokausalität zu unterkomplex. Erinnert sei nur an die klassisch stereotypen Genderlects einer eher weiblich attribuierten Beziehungspflege und männlich attribuierten Sachautorität (auch) von DeutschsprecherInnen (vgl. z.B. FLAAKE 1989, GÜNTHNER & KOTTHOFF 1992) oder auf eine beziehungsorientierte Alltagskommunikation im allgemeinen (z.B. SCHNEIDER 1987). Angesichts hybrider Praktiken und Mentalitäten im Handeln und Denken einzelner Individuen (s. Abschnitt 3.3) ist ohnehin davon auszugehen, dass die Attribuierung nationaler Identitätsmerkmale zwangsläufig in einen Populationsfehlschluss mündet. Klärungsbedarf besteht also bezüglich der Fragen, für welche konkreten Kontaktsituationen die o.e. Korrelationen ggf. zutreffen, wie sich die Kommunikation in diesen Situationen vollzieht, welche Handlungs-/Struktureffekte dabei entstehen und inwiefern diesbezügliche Erkenntnisse ggf. mit nationalen Identitätszuschreibungen vereinbar sind. [8]

Ungeachtet dessen verdient der Beitrag von WERLEN besondere Beachtung, da hier wichtige Weichenstellungen für eine Neuorientierung der Linguistik vorgenommen werden, die sich dann aber nicht "mentalitätsorientiert" nennen und – trotz der skizzierten Anleihen bei soziologischen Autoritäten (S.102ff.) – mit den Defiziten mentalistischer Ansätze belasten sollten. Wenn sowohl kognitive als auch pragmatische, individuelle und kollektive Dimensionen in ihrer wechselseitigen Verwiesenheit berücksichtigt werden sollen, empfiehlt sich der Rückgriff auf eine praxeologische, sozialkonstruktivistische Kulturheuristik, wie sie bspw. von RECKWITZ (2000, 2001) im Anschluss an neosemiotische, sprachspieltheoretische, pragmatistische und interpretativ-hermeneutische Traditionslinien entwickelt worden ist und u.a. mit dem von ESSER (2001) elaborierten frame-Konzept (siehe auch Anmerkung 1) verknüpft werden könnte. Vor diesem Hintergrund bietet Erika WERLENs Beitrag Einblick in die Art und Weise, wie Sprechakteure aufgrund welcher (soziohistorisch gewachsenen) Bedingungen handeln und dabei ihre biographischen/sprachlichen Ressourcen so nutzen, dass sie eine identitäts- bzw. kommunikations- und orientierungsförderliche "Passung" mit den jeweils relevanten äußeren Bedingungen herstellen. Mit anderen Worten: Es geht letztendlich um einen Aushandlungsprozess zwischen inneren und äußeren kulturellen frames, der insbesondere aus sprachwissenschaftlicher Perspektive bisher kaum bearbeitet worden ist. [9]

2.3 Rita FRANCESCHINI: "Sprachbiographien randständiger Sprecher"

Einen ebensolchen zukunftsweisenden empirischen Beitrag zur sprachtheoretischen Biographieforschung leistet Rita FRANCESCHINI. Auf der Grundlage sprachbiographisch fokussierter narrativer Interviews mit Deutschschweizern, die über "Randkompetenzen" in der italienischen Sprache verfügen, zeigt die Romanistin, wie soziale und italienischsprachliche Praktiken der Akteure interagieren und spracherwerbsförderliche Effekte zu zeitigen scheinen. Die von ihr re-/konstruierten spracherwerbs- und -anwendungsbezogenen Prozessstrukturvarianten beinhalten u.a. die "Einbettung des Erwerbskontextes in persönliche Beziehungen", die "Attribution von Wir-Eigenschaften", das Tätigen von Anleihen bei verwandten Sprachen wie dem Französischen, den sozialen Sprachhabitus mit sprachenübergreifender Relevanz (z.B. "Kommunikationsfreudigkeit") und eine Vielfalt verdeckt generierter, eher naturwüchsig sich herstellender Sprachkompetenzen, die v.a. der bi- oder auch multilingualen Kontaktsituationsvielfalt in der Schweiz geschuldet sind (S.119ff.). Verständigungsroutinen, die konstitutiver Bestandteil eines multilingualen Alltags sind, lassen sich – mit Ausnahme affektiver Erinnerungen – nach FRANCESCHINIs Beobachtung kaum mithilfe narrativer Interviews erfassen (S.121). Diesem Befund ist zuzustimmen: Routinen jeglicher Art müssen überwiegend dem impliziten Wissen zugerechnet werden und sind nur insoweit rekonstruierbar, wie aufgrund der ratifizierten Erzählzugzwänge entsprechende Hinweise in den Narrationen enthalten sind. Daher empfiehlt sich i.d.R. auch, eine Methodentriangulation mithilfe von ethnographischen Beobachtungen durchzuführen oder mit Gruppendiskussionen, die im Zuge der ihnen eigenen Aufschaukelungsprozesse Einblicke in implizite Wissensbestände gewähren (vgl. BOHNSACK 1999, 2000). Welche Triangulationen FRANCESCHINI durchgeführt hat, wird im Beitrag nicht näher erläutert. Umso mehr Aufmerksamkeit widmet die Autorin jedoch einer sprachbiographischen Ausdifferenzierung der von Fritz SCHÜTZE entwickelten Interview- und Narrationsmethodologie. Die aus diesem Ansatz hervorgehenden Erkenntnisse leisten einen zentralen Beitrag zur Biographieforschung im allgemeinen, da Sprache in ihrer Genese und Anwendung stets mit der biographischen Entwicklung unmittelbar verknüpft ist. Darüber hinaus setzt das Forschungsprojekt neue Impulse insbesondere für die Spracherwerbsforschung und Pragmalinguistik. [10]

3. Gesamtwürdigung des Sammelbandes

Im folgenden werde ich wissenschaftstheoretische, methodologische (Abschnitt 3.1) und methodische Problemstellungen (3.2) des Sammelbandes diskutieren sowie abschließend eine Einordnung der benutzten Kulturbegriffe und eine Ausdifferenzierung kulturwissenschaftlicher empirischer Forschungsperspektiven vornehmen (3.3). [11]

3.1 Wissenschaftstheoretische und methodologische Anmerkungen: Zum Stellenwert der pragmatischen Dimension in einer kulturtheoretischen Heuristik

Insbesondere die Forschungszugänge von Erika WERLEN und Rita FRANCESCHINI können einer kulturtheoretischen Heuristik zugeordnet werden, die sich primär analytischer Instrumente bedient und nicht auf ex ante normativ besetzte Wertbegriffe rekurriert. Im Rahmen der Heuristik wird versucht, die für strukturelle und kognitiv-konstruktivistische Wechselwirkungsmechanismen relevanten mikro- und makrotheoretischen Erkenntnisperspektiven soweit wie möglich miteinander zu verknüpfen oder zumindest mithilfe von Brückenhypothesen für kulturtheoretische Fragestellungen zu öffnen. Hier müssten jedoch auch handlungstheoretisch begründete, pragmatische Dimensionen stärker ausgearbeitet und systematisch in den Theoriebildungsprozess integriert werden, wenn die für kulturtheoretische Belange relevanten praxeologischen und sozialkonstruktivistischen Prämissen berücksichtigt werden sollen. Im folgenden seien nur die wesentlichen Prämissen genannt:

  • Der kulturtheoretische Fokus liegt nicht auf Wissensinhalten ("knowing that" nach RYLE 1990/1949) oder wissensbasierten Repräsentationseinheiten, sondern auf kollektiv geteilten, symbolischen Wissensordnungen, die erst die Genese von Wissen, Wahrnehmen, Handeln und Verstehen ermöglichen.

  • Symbolische Wissensordnungen bzw. diesbezügliche frames und scripts werden zusammen mit Sprachpraktiken und Handlungen jeglicher Art als Einheit betrachtet ("Kultur" spielt sich also nicht nur in den Köpfen ab, wie gemeinhin in strukturalistischen, kognitionspsychologischen Kulturkonzepten vorausgesetzt wird.).

  • Akteure und Co-Akteure erfahren mithilfe der frames und scripts das eigene Handeln als bedeutungsvoll bzw. sinnstiftend.

  • Die frames und scripts legen den Akteuren ein bestimmtes sprachliches, soziales und damit auch körperliches und affektiv geprägtes Verhalten gegenüber den jeweiligen Anforderungsstrukturen nahe (RECKWITZ 2000, DIRKS 2003). [12]

In dem Maße, wie Denken und Handeln kulturtheoretisch verstanden wird, besteht die Möglichkeit, die strukturierende, kultur- und sprachbildende Gestaltungskraft von Akteuren als eine Dualität von "structure and agency" zu begreifen, die sich wechselseitig bedingt (zur Strukturationsthese s. GIDDENS 1995, S.335f.). [13]

Werden entsprechende Synthesebildungen außer Acht gelassen, stellen sich allzu leicht psychologistische Mutmaßungen und "ontologische Lücken" ein, wie sich an einigen literaturwissenschaftlichen Ausführungen des Sammelbandes feststellen lässt (z.B. die Interpretation bestimmter, von der Co-Biographin Serge DOUBROVSKYs angeblich herbeigeführter Handlungseffekte: "Sie [Ilse], die von ihm ein Kind will, gibt ihm diese Kindheit zurück." S.200; oder die Ausreizung des Adoptions-Motivs im selben Beitrag). Diese Gefahr wird auch dadurch befördert, dass die für die jeweils analysierten Befindlichkeiten und Handlungsweisen relevanten äußeren Umstände nur begrenzt berücksichtigt werden: Exemplarisch sei auf den – aus interaktionistischer Perspektive – durchaus gelungenen Versuch von Manfred BELLER (Bergamo) verwiesen, die persönliche Situation des Romanisten Karl Eugen GAß und des Pop-Lyrikers Rolf Dieter BRINKMANN anlässlich ihrer Italienfahrt im Jahre 1937/38 bzw. 1972/73 so detailliert wie möglich zu erfassen und hinsichtlich ihrer Motive, Befindlichkeiten und unterschiedlichen Akkulturationsbestrebungen im fremden Land systematisch miteinander zu vergleichen. Während die expressive Sinnebene diesbezüglicher autobiographischer Schriften umfassend beschrieben und selbst Rückbezüge zur immanenten, textarchitektonischen und stilbildenden Sinnebene hergestellt werden, bleibt die sich aufdrängende Frage nach dem Dokumentsinn der Schriften (vgl. MANNHEIM 1964) weitgehend unbeantwortet: Wofür steht eine Reise nach Italien und deren autobiographische Beschreibung? Nicht nur GOETHEs "Italienreise" mag hier eine Rolle spielen, sondern bspw. auch die lange Traditionslinie des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Ein verstehendes Erklären der Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Erfahrungen von GAß und BRINKMANN (dass sie ihre Italienreise so und nicht anders erlebt haben) kommt nicht ohne eine Klärung der äußeren Bedingungen aus. Selbst, wenn die jeweils herangezogenen Dokumente nur bedingt Einblick in die epochentypischen symbolischen Wissensordnungen und Praktiken geben, besteht wahrscheinlich die besondere kulturwissenschaftliche Aufgabe der Literaturwissenschaftlerin darin, die ausgewählten Dokumente zu erweitern bzw. Brückenhypothesen zu formulieren, die den im Selbst befangenen Blick des Autobiographen zu transzendieren suchen und zugleich Perspektiven für zukünftigen Forschungsbedarf aufzeigen. [14]

3.2 Methodische Problemstellungen: Sample-Bildung und Analyseinstrumente

Es versteht sich von selbst, dass die Güte der Erkenntniserträge mit der Qualität der jeweiligen Daten und der gewählten Auswertungsmethoden korreliert. Diesbezügliche Erörterungen werden jedoch lediglich in den bereits oben diskutierten Beiträgen von Le GOFF, WERLEN und FRANCESCHINI vorgenommen ebenso wie ansatzweise von Georges LÜDI (Basel), der die deutsch- bzw. französischsprachigen Präferenzordnungen des um 1800 überregional bekannten Baseler Politikers Peter OCHS mithilfe verschiedener soziolinguistischer Kategorien herausarbeitet (v.a. textimmanente Markierer des Code Switching bzw. Transcodes und deren denominative, referentielle, insistierend-erklärende, zitierende und affektive Funktionen; S.142ff.); LÜDI interpretiert seine Erkenntniserträge hinsichtlich ihrer expressiven Sinnebene (u.a. zu den Vorteilen, die mit der vollen Ausschöpfung zweier Sprachsysteme zusammenhängen, und zu potentiellen Identitätskonflikten, die als immanenter Bestandteil einer Migrationsbiographie betrachtet werden) und begründet sie mit der Herstellung von (bilingualen) Wir-Gruppen im Rahmen einer pluriellen Identitätskonstruktion. [15]

Im großen und ganzen erfahren wir in den anderen Beiträgen des Sammelbandes jedoch überhaupt nicht oder eher beiläufig, aufgrund welcher Kriterien die AutorInnen die von ihnen analysierten Samples gebildet haben (gemeint sind die Regeln und Kriterien, die bei der Zusammenstellung der herangezogenen auto-/biographischen Texte berücksichtigt wurden) und mithilfe welcher methodischen Verfahren die vorgetragenen Ergebnisse erzielt wurden. Selbst zwei literaturwissenschaftliche Beiträge, die eine vorzügliche inhaltlich-thematische Systematik und Stringenz aufweisen und Interpretationen der Autoren gut nachvollziehbar mit Zitaten illustrieren, belassen die jeweils angewandten sample-bildendenden Kriterien und analytischen Instrumente weitgehend im Dunkeln. In welcher Weise die Leserin hier auf Mutmaßungen angewiesen ist, sollen einige Anmerkungen zu den soeben erwähnten beiden Beiträgen verdeutlichen:

  • Ein quasi sample-konstituierendes Merkmal stellen für Joseph JURT (Freiburg i. Br.) anscheinend "die von der dominanten Kultur ... unterdrückten Stimmen" dar (S.177). Bei der Kontrastierung der aus diesem Grunde offensichtlich herangezogenen Autobiographien von ROUSSEAU, CÉLINE, RAMUZ, CHAMOISEAU und CONFIANT entsteht der Eindruck, dass er sich am Vielstimmigkeits-Konzept Mikhail BACHTINs und an diskursanalytischen Vergleichsmerkmalen orientiert, um u.a. Grenzübergänge von autobiographischen zu literarischen Genres aufzuzeigen.

  • Thomas KELLER (Strasbourg) scheint den von Philippe LEJEUNE entworfenen – der unbedingten Wahrheit verpflichteten – Pacte autobiographique v.a. semiotisch zu verstehen (demnach gehe es darum, "die absolute Trennung von Zeichen und Referenz [zu] dementieren", S.180); inwieweit die Analyse des Paktes auf der Grundlage des Oeuvre von Serge DOUBROVSKY semiotischen oder anderen Verfahren folgt, bleibt jedoch unklar. [16]

Ein Bemühen um die Herstellung einer methodischen Kontrolliertheit – so begrenzt sich diese stets auch nur erfüllen lässt – scheint insbesondere in literaturwissenschaftlichen, aber auch in philosophischen Abhandlungen (nicht nur des vorliegenden Sammelbandes) kaum zum bisherigen Selbstverständnis der Disziplinen zu gehören. Stattdessen dominieren deskriptive, inhaltlich-thematisch fokussierte, z.T. collagenartige Sammlungen und Kontrastierungen der jeweils herangezogenen Dokumente und Quellen, also ein eher geisteswissenschaftlich hermeneutisches Vorgehen, das sich von "abduktiven Blitzen" (PEIRCE 1970) inspirieren lässt, diese aber kaum deduktiv und induktiv mithilfe bestimmter methodischer Verfahren an den jeweiligen "Fällen" auch überprüft (vgl. REICHERTZ 2000). Um dem Vorwurf wildwüchsiger Kategorienbildung zu entgehen und die für kulturwissenschaftliche Interessen so wichtige Rückbindung der Forschungsergebnisse an soziale Realitäten i.w.S. zu gewährleisten, sollten zum einen Kriterien für eine systematische Sample-Bildung berücksichtigt und zum anderen kulturell und biographisch relevante Dimensionen weitestgehend methodisch kontrolliert zu einem "Strukturmodell mittlerer Reichweite" (MERTON 1967/1949, ESSER 2002) verdichtet werden: In Abgrenzung zum Methodenstreit zwischen Carl MENGER und Gustav SCHMOLLER wird anstelle großer Theorien oder ausschließlich mikroanalytischer Einzelfallkonstrukte eine größtmögliche Vielfalt von Wechselbeziehungen zwischen mikro- und makrotheoretischen Einsichten diachronisch und synchronisch "deutend verstehend" (in Bezug auf die "inneren Bedingungen" der Akteure in bestimmten Situationen) analysiert und daran anknüpfend "ursächlich erklärt" (vermittels kausalfunktionaler Erklärungen des Sprach-/Handelns und der daraus hervorgehenden Effekte). Aus dieser methodologischen Perspektive ist mit Bezug auf den Sammelband positiv hervorzuheben, dass viele der hier präsentierten kultur-, sprach- und biographiewissenschaftlichen Arbeiten erste Schritte auf dem Weg zu strukturellen Modellierungen mittlerer Reichweite unternehmen. Nur am Rande sei erwähnt, dass allein durch die Bestimmung von Typen bei weitem noch kein "Modell" (S.42) konstruiert worden ist. [17]

3.3 Kulturkonstrukte: Totalitaristisch oder hybrid?

Mit Ausnahme des ethnologischen Beitrags von Rebekka EHRET (Basel), die im Anschluss an einige Fallanalysen (freed blacks einer westafrikanischen Familie aus zwei Generationen) die "autonome Ganzheit von Kultur" sowie jegliche "kulturelle Grenzziehung und damit das 'Zwischen-den-Kulturen-Sein'" für "hinfällig" erklärt (S.72f.), nehmen fast alle anderen Beiträge des Sammelbandes eine deterministische Zuweisung kulturell-kollektiver Zugehörigkeiten aufgrund einer nationalen und sprachlichen Identifikation vor. Das heißt, die AutorInnen rekurrieren auf einen totalitaristischen Kulturbegriff, der sich in der alteuropäischen Tradition auf HERDER (1867) zurückführen lässt. Derartige Homogenitätsannahmen ermöglichen zwar, von einem vergleichsweise weit entfernten tertium comparationis als selbstverständlich gesetzte, da national und sprachlich begrenzte kulturelle Differenzen oder auch Gemeinsamkeiten anzugeben; angesichts des – für die Post-/Moderne charakteristischen – Hybriditätspotentials (PAPASTERGIADIS 1997) kultureller Lebens- und Sprachstile nicht nur innerhalb einzelner Nationen und Gruppen, sondern bereits im Handeln und Denken von Individuen, erweisen sich jegliche, ex ante als homogen gesetzte Implikationen oder Präsuppositionen über kulturell-kollektive Existenzformen und Ausdrucksweisen jedoch als weitgehend obsolet. Vielmehr ist davon auszugehen, dass einzelne Individuen an ganz unterschiedlichen Lebenswelten bzw. kulturellen Praktiken und Wissensordnungen gleichzeitig partizipieren und in hohem Maße gefordert sind, etwaige Interferenzen zwischen den verschiedenen Komplexen sinnvoll auszubalancieren, so dass die eigene Handlungsfähigkeit erhalten bleibt. Aussagen zur kulturellen Homogenität partikularer Gruppen können also nur das Ergebnis empirischer Analysen sein, deren Validität zudem einer steten Überprüfung bedarf. [18]

Die multikulturellen Profile von Individuen ebenso wie ihre multikulturelle Zugehörigkeit zu ggf. ganz unterschiedlichen Gruppen, die daraus erwachsenden Anforderungsstrukturen und enaktierten Handlungsweisen lassen sich unter der Prämisse näher bestimmen, dass die mit den kulturellen Praktiken und Wissensordnungen verbundenen Sinnhorizonte re-/konstruktiv erfasst werden. Um im Forschungsprozess keine Artefakte zu erzeugen, wie sie für hypothesen- und kategoriengeleitete Verfahren typisch sind, weisen die angewandten Forschungsinstrumente und -methoden i.d.R. die folgenden Charakteristika und Funktionen auf:

  • Mithilfe der Instrumente lassen sich pragmatisch begrenzte Beobachtungsräume so detailliert wie möglich ethnographisch aufzeichnen.

  • Die jeweils gewählten Methoden stellen Diskursräume für individuell bzw. kollektiv relevante Erfahrungen bzw. Praktiken sowie Emotionen, Normen und Werte bereit, so dass die für das Akteurshandeln typischen kulturellen Praxis-/Wissenskomplexe rekonstruierbar werden.

  • Kulturtheoretische Forschungsinstrumente ermöglichen einfach und doppelt hermeneutische Erkenntnisse (vgl. GIDDENS 1995, S.338) über symbolische Wissensordnungen und diesbezügliche Praktiken: Die einfache hermeneutische Interpretation richtet ihren Analysefokus auf jene Regelmäßigkeiten, die den AkteurInnen (hier: v.a. Auto-/Biographen) "selber nicht sinnhaft zugänglich sind" (RECKWITZ 1997, S.179f., vgl. S.145ff.) wie "unbewusste psychische Dispositionen", eine handlungs- bzw. sprachförderliche oder -hinderliche Ressourcenverteilung sowie Prozessgesetze und transintentionale Handlungsfolgen, die – über nicht-intendierte oder unerwartete Umwege – auch auf die Ausgangspraxis zurückwirken und sich zu neuen, kollektiv relevanten Regelstrukturen verdichten können (a.a.O., S.183f.). Im Rahmen doppelt hermeneutischer Interpretationen versucht die Forscherin, die Deutungsstrukturen der Akteure zu deuten, wie sie Schreib- und Sprachpraktiken auf der Grundlage ihres habitualisierten Wissens, ihrer bisherigen Praxiserfahrungen und verfügbaren symbolischen Kategorien rekursiv hervorbringen, wie sie ihr Handeln interpretieren und welche Struktureffekte daraus hervorgehen.

  • Das re-/konstruktive Auswertungsverfahren stützt sich v.a. auf sequenzanalytische, hypothesengenerierende bzw. "entdeckende" sowie mikro- und makrotheoretisch relevante Forschungsmethoden. [19]

Insbesondere die von WERLEN und FRANCESCHINI auf Aktualtexte bezogenen Forschungsverfahren sind mit diesen Anforderungen an die Genese kulturtheoretischer Erkenntnispotentiale weitestgehend kompatibel. Und selbst die von Georges LÜDI über den Baseler Politiker Peter OCHS durchgeführten Quellen- und Dokumentanalysen (vgl. Abschnitt 3.2) verdeutlichen, dass man auch anhand biographiehistorischer Datensorten (Tagebücher, Briefwechsel, literarische Werke u.a.) kulturtheoretische Zugänge eröffnen kann. An diesem Beispiel soll kurz erläutert werden, inwiefern das Hauptanliegen kulturtheoretischer Forschung in der systematischen Verknüpfung mikro- und makrotheoretischer Perspektiven, struktur- und handlungstheoretischer Ansätze besteht: Im Rahmen seiner Einzelfallanalyse gelangt LÜDI u.a. zu der Erkenntnis, dass sprachliche Codierungen mit spezifischen funktionalen Ausdrucks- und Lebensweisen lokaler und überregionaler oder -nationaler Art eng verknüpft sind. Ein kulturtheoretisches Anliegen wäre nun, die Sinnhorizonte und zugleich Sinngrenzen der kulturspezifischen (einschließlich sprachlichen) Wissensordnungen und Praktiken des Peter OCHS näher zu bestimmen und in Relation zu seinen, von LÜDI analysierten sprachlich und sozial definierten Teilidentitäten zu setzen. Auf diese Weise ließen sich möglicherweise noch deutlichere Diskrepanzen oder auch Gemeinsamkeiten in der Anwendung der deutschen und französischen Sprache herausarbeiten und zu einem – im Laufe der Biographie sich verändernden – eher multi-, inter- oder monokulturellen Identitätsprofil verdichten. Letztendlich könnte dann der "Fall" Peter OCHS wertvolle Erkenntnisse darüber liefern, welche Orientierungsformate um die Wende zum 19. Jahrhundert mithilfe welcher sprachlichen Codes innerhalb welcher funktionalen Bereiche von welchen Personengruppen ausgeprägt und genutzt wurden. Um das oben skizzierte Erkenntnisspektrum mittlerer Reichweite zu erzielen, wäre zur Klärung solcher Fragen jedoch zweifelsohne die Einbeziehung weiterer Fälle erforderlich. [20]

Im Rahmen einer kulturtheoretischen Biographieforschung, welche die Einzellogiken unterschiedlicher Kulturen und die damit verbundenen biographischen Anforderungen und Friktionen systematisch untersucht, interessieren v.a. die folgenden Fragen: Wie gehen Individuen und Kollektive mit der Hybridität unterschiedlicher kultureller frames um? Wie gelingt es ihnen, in den jeweils aktuellen, einem ständigen Wechsel und Wandel unterliegenden Lebenswelten, kulturelle Orientierungen zu entwickeln, die im wesentlichen auf einer Passung zwischen ihren inneren und den äußeren kulturellen frames beruhen? Welche Sinngrenzen können mit Bezug auf die einzelnen kulturellen Praxis-/Sprach- und Wissenskomplexe bestimmt werden? [21]

Schauen wir uns nochmals die in den literaturwissenschaftlichen Beiträgen des Sammelbandes analysierten Fremdheitserfahrungen an, entsteht der Eindruck, dass diese mehr oder weniger implizit als Synonyme für das Erleben von Interkulturalität, d.h. von anderen, nicht näher definierten kulturellen Praxis-/Wissenskomplexen genutzt werden. Ein zentraler kulturtheoretischer Beitrag der Literaturwissenschaften liegt denn möglicherweise auch in der genauen, kognitiv-konstruktivistischen und pragmatischen Bestimmung der Sinngrenzen des Eigenen und Fremden begründet, um die mit kulturellen und biographischen Brüchen virulent werdenden Identitäts- und Sinnfragen zu untersuchen. [22]

4. Fazit

Der von Rita FRANCESCHINI herausgegebene Sammelband beinhaltet eine große Vielfalt auto-/biographischer Themen, die – wie sich nicht nur in der Einleitung des Sammelbandes, im Interview mit Le GOFF und in den sprachwissenschaftlichen Beiträgen zeigt – stets auch als kulturtheoretische Arbeiten verstanden werden können. Insbesondere die linguistischen Abhandlungen stehen m.E. für empirische Suchbewegungen, die anstelle essentialistischer Kulturattributionen die Hybridität und Interferenzen multikultureller Praxis-/Wissenskomplexe sowie die daraus hervorgehenden sprachbiographischen Struktureffekte zu erfassen versuchen. Während diese Herangehensweisen vorrangig auf das Interesse empirisch arbeitender Linguisten, Historiker und Ethnologen stoßen mögen, finden eher hermeneutisch orientierte LiteraturwissenschaftlerInnen und PhilosophInnen v.a. im dritten Buchteil eine Fülle an Einzelfallanalysen und Kontrastierungen zwischen auto-/biographischen Schriften mehr oder weniger bekannter, v.a. französischer, deutscher und italienischer Autoren aus Vergangenheit und Gegenwart vor. Soll der cultural turn der Literaturwissenschaften und Philosophie jedoch nicht hinter die Realistische (ROTH), Interpretative (GEERTZ, TURNER u.a.) oder Alltagswende zurückfallen, wäre eine unabdingbare Entwicklungsaufgabe dieser Disziplinen, den Anschluss an die Standards qualitativer sozialwissenschaftlicher Forschung herzustellen. Nicht zuletzt aus diesem Grunde kann frau/man darauf gespannt sein, wie sich der Diskurs der hier versammelten Forschungsgruppe fortsetzt und möglicherweise zu einem eigenen kulturtheoretischen Profil gelangt. Dabei würde sich ggf. auch eine Kooperation mit den Medienwissenschaften anbieten, da sich deren kulturtheoretische Bemühungen (vgl. z.B. HÖRNING & WINTER 1999; WINTER, THOMAS & HEPP 2003) in vielen Bereichen mit jenen der Literaturwissenschaften überschneiden. Abschließend kann allen denjenigen die Lektüre des Sammelbandes empfohlen werden, die Anregungen für ihre wissenschaftliche Arbeit mit Auto-/Biographien suchen. [23]

Anmerkung

1) Unter frames sind bestimmte kulturelle Sinnmuster oder mentale Modelle wie "den Dialekt 'richtig' sprechen", "eine Fremdsprache lernen", "zweisprachig erzogen werden" o.ä. zu verstehen, während die den frames eingelagerten scripts – analog zum Drehbuch (aus diesem Kontext wurde der Begriff ja auch entlehnt) – die für eine Situation typischen Handlungssequenzen beinhalten (vgl. GOFFMAN 1974, MINSKY 1980, SCHANK & ABELSON 1977), z.B. die einzelnen Handlungsschritte des Erwerbs einer Fremdsprache. Welcher frame selektiert wird, hängt i.d.R. von den grundlegenden, kognitiv und emotional geprägten Interessen der Akteure ab und von den jeweils geltenden normativen Vorgaben, die für ein Kollektiv relevant sind, d.h. von ihren kulturellen Orientierungen an bestimmten "primären Zwischengütern" bzw. commodities (vgl. ESSER 2001, S.263). <zurück>

Literatur

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Zur Autorin

Una DIRKS, geb. 1961, ist Universitätsprofessorin für Angewandte Sprachwissenschaft (Anglistik/Amerikanistik) mit den Arbeitsschwerpunkten: Kulturwissenschaftliche Bildungs-, Kommunikations- und Konfliktforschung. Studium der Anglistik, Romanistik, Sport- und Erziehungswissenschaft an den Universitäten Kiel, Heidelberg, Montpellier und Marburg. 1. und 2. Staatsexamen, Dissertation (Dr. phil.) zum Rüstungsdiskurs in der internationalen Presse (Philipps-Universität Marburg, 1991), wissenschaftliche Assistentin (Martin-Luther-Universität Halle, 1993-1999), Habilitation im Bereich der Biographie- und Professionsforschung (Otto-v.-Guericke-Universität Magdeburg, 1998), seit 1999 Professorin an der Universität Hildesheim.

Kontakt:

Prof. Dr. Una Dirks

Universität Hildesheim
Abteilung für Englische Sprache und Kultur
Marienburger Platz 22
D-31141 Hildesheim

Tel.: 05121/ 883840

E-Mail: dirks@rz.uni-hildesheim.de
URL: dirks@rz.uni-hildesheim.de

Zitation

Dirks, Una (2003). Möglichkeiten und Grenzen verstehenden Erklärens sprach- und kulturtheoretischer Annäherungen an Auto-/Biographien. Review Essay: Rita Franceschini (Hrsg.) (2001). Biographie und Interkulturalität. Diskurs und Lebenspraxis [23 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 5(1), Art. 3, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs040132.

Revised 6/2008



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