Volume 5, No. 1, Art. 18 – Januar 2004

Geschichte und Psychologie – Oral History und Psychoanalyse. Problemaufriss und Literaturüberblick1)

Alexander von Plato

Zusammenfassung: Der Aufsatz dreht sich zunächst um die Geschichte des Verhältnisses der beiden Disziplinen Geschichte und Psychologie, um die wichtigsten Felder dieser Beziehungen in den letzten anderthalb Jahrhunderten und um die Bedeutung des subjektiven Elements in der Geschichte und in der Historiographie überhaupt. Vertieft werden solche Grundsatzfragen an den kooperativen Möglichkeiten zwischen Psychoanalyse und Oral History und ihren Problemen, vor allem in den Fragen der Wirkung des Unbewussten in der Geschichte, der Wahrnehmung und Verarbeitung von Geschichte sowie des individuellen und des kollektiven Gedächtnisses.

Keywords: Geschichte und Hermeneutik, Biographieforschung und Historiographie, die Rolle der Persönlichkeit in der Geschichte, Historismus, Kulturgeschichte, Nationalsozialismus, DDR-Geschichte, Biographik, Gedächtnis, Kollektives Gedächtnis, Kulturelles Gedächtnis, Kommunikatives Gedächtnis, Massenpsychologie, Oral History, Das Unbewusste in der Geschichte, Lamprecht-Debatte, Zeitzeugenberichte als Quelle in der Geschichtswissenschaft

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundfragen

3. Psychoanalyse und Oral History

3.1 Aufgaben

3.2 Probleme

Anmerkungen

Literatur

Zum Autor

Zitation

 

1. Einleitung

Geschichte und Psychologie – das ist ein großes Thema mit einer langen Geschichte, das beide Disziplinen implizit oder explizit seit ihren Anfängen beschäftigte. Dieser Text soll und kann nur Schneisen schlagen in die Verzweigungen dieser Thematik: zunächst mit einem einführenden, kursorischen Überblick über die Geschichte dieses Stoffs und mit einer Erinnerung an entsprechende grundlegende historische Literatur, in deren Traditionen wir eingebunden sind. Außerdem soll der Text Möglichkeiten und Probleme der Zusammenarbeit dieser Disziplinen, speziell der Oral History und der Psychoanalyse, anhand ausgewählter Beispiele vorführen. [1]

Zuerst der kursorische Abriss der Vorgeschichte. [2]

2. Grundfragen

Es sind Grundprobleme der Geschichtswissenschaft, die Historiker auf psychologische Fragestellungen2) stoßen: Die "biographische Dimension der Geschichte" war und ist die mit den deutlichsten psychologischen Implikationen, besonders wenn es um "bedeutende Persönlichkeiten" in der Geschichte geht, um deren Charaktere oder gar um deren "Genie". Die geschichtsphilosophischen Debatten des letzten Jahrhunderts drehten sich seit dem deutschen Idealismus in besonderer Weise um das Verhältnis von individuellen Möglichkeiten und historischen Rahmenbedingungen, um die "äußeren" und "inneren" Kräfte, die in ihrer Widersprüchlichkeit die Geschichte vorantreiben, um "Freiheit und Notwendigkeit". Seitdem stritt man um die Bedeutung "objektiver" Bedingungen oder "subjektiver Faktoren" bzw. um den Einfluss großer historischer Persönlichkeiten, die einer ganzen Epoche ihren Stempel aufzudrücken in der Lage waren oder von eben diesen Bedingungen hervorgebracht wurden.3) [3]

Die Rolle der Persönlichkeit in der Geschichte4), die Motive von handelnden Personen in öffentlichen Positionen und ihre Biographien sind jedoch nur die offensichtlichen historischen Themen mit psychologischen Fragestellungen. Seit dem Historismus ging es insgesamt um das Verhältnis von Verstehen und Rekonstruieren, von Ablagerung des Vergangenen und um die (Re-) Konstruktion von Geschichte für die Gegenwart. Hermeneutische Methoden verlangten nach individuellen und kollektiven psychologischen Erklärungen sowohl der historischen Akteure als auch der Tradeure und Interpretierenden.5) Entgegen der Kritik am Historismus und seiner angeblich vom Leben abgetrennten "Blutleere" waren es letztlich die Repräsentanten dieser Schule, die die Historiographie als empirische Wissenschaft6) etablierten und dabei auch hermeneutische Methoden entwickelten: Hermeneutik wurde begriffen als Lehre vom Verstehen, sogar als die Lehre vom Hineinversetzen der Heutigen in die "Vergangenheiten", um dabei "forschend zu verstehen", wie es einer der Hauptvertreter dieser Schule, Johann Gustav DROYSEN (1974, S.22), fasste. Dies setze die Reflexion, die Erkenntnis voraus, dass "der Inhalt unseres Ich" historisch geworden sei, geworden und vermittelt. In diesem Prozess schaffe die Erinnerung die "erkannte Tatsache der Vermittlung". So weit entfernt ist diese Anschauung nicht von der heutigen Begrifflichkeit der "Erfahrung" als psychische und kognitive Verarbeitung von Eindrücken und Erlebnissen (STEINBACH 1995, S.96). Jedenfalls ist das scheinbar so moderne Begriffsquartett von "Erinnern – Verarbeiten – Deuten – Verstehen" tief verwurzelt im Historismus des letzten Jahrhunderts. [4]

Max WEBER entfaltete in dieser Vermittlung – von der jeweils gegenwärtigen Wirklichkeit und ihren Wissenschaftsrepräsentanten ausgehend – die Theorien vom Interesse der Forschenden und ihren Wertvorstellungen (WEBER 1982, auch 1996). Durch sie wurden die Selbstreflexion, die Kritik und die "Veraltung" von Wissenschaft und ihren Vertretern zum essentiellen Teil "kulturwissenschaftlicher Erkenntnis", überhaupt jedweder wissenschaftlichen Forschung als Prozess. Damit geriet eben auch die Sozialisationsgeschichte der Historiker mit ihren eigenen, zeitlich eingebundenen Prägungen, Wertvorstellungen und Interessen in den Blick der Wissenschaftskritik. Auch hier hatte DROYSEN durchaus das Terrain vorbereitet. Der Mensch sei "hineingeboren in das ganze Gewordensein, in die historischen Gegebenheiten seines Volkes, seiner Sprache, seiner Religion, seines Staates, seiner schon fertigen Register und Zeichensysteme, in denen aufgefaßt, gedacht und gesprochen wird" (DROYSEN 1974, S.15). [5]

Die Hoffnung historistischer Schulen, die Vergangenheit verstehen zu können, setze – so viele Kritiker seit der Jahrhundertwende – zumindest ein gewisses Einverständnis mit früheren Anschauungen voraus, vor allem im nationalen Denken, in der Auffassung von der immerwährenden Wirkung anthropologischer Konstanten usw. TROELTSCH (1977) kritisierte den Historismus vor allem deshalb, weil dieser die Tendenz zum Identitäts- und Wertverlust in den Jahrzehnten zuvor nicht berücksichtigt habe. Hier setzte auch spätere Kritik an. So schrieb WEHLER (1974) in seiner Arbeit über "Geschichte und Psychoanalyse", ausgerechnet der Historismus hätte die Historizität der Verhaltensweisen und Kategorien menschlichen Denkens unterschätzt.7) [6]

Jedenfalls verlangte der Verstehensbegriff, der im Historismus entstand und dann auch in anderen hermeneutischen Schulen8) weiter entwickelt wurde, psychologische Instrumentarien für die Historiographie. Wilhelm DILTHEY war es, der hier früh entscheidende Akzente setzte und den Verstehensbegriff aus der historischen Wissenschaft (und darüber hinaus den "Erlebnis"-Begriff) weiterentwickelte und als allgemeine Methode in den Geisteswissenschaften, besonders in der Psychologie, behauptete – gegen Versuche, dort naturwissenschaftliche Methoden anwenden zu wollen.9) Das Verhältnis von Geschichtswissenschaft und Psychologie, von Gesellschaft und Individuum in ihren jeweiligen Entwicklungen, wurde auch von frühen Psychoanalytikern, wie FREUD selbst und – anders – C.G. JUNG oder auch von Alfred ADLER thematisiert.10) [7]

Vor allem ein neues Element der historischen Entwicklung machte eine Veränderung auch im Verstehensbegriff notwendig und schließlich eine Veränderung des Verhältnisses von Historiographie und Psychologie, nämlich die wachsende Artikulationsfähigkeit nicht allein von "großen Persönlichkeiten", sondern von Bevölkerungsgruppen bzw. Massenbewegungen und Parteien. "Massenphänomene", große soziale und politische Bewegungen entwickelten Kräfte, die eine theoretische oder empirische Reduktion auf objektive Bewegungen und prägende Persönlichkeiten fragwürdig machten.11) [8]

Hinzu kam, dass seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts historische Darstellungen in Europa nicht allein den Universitätslehrern und ihrem akademischen Auditorium überlassen blieben. Ein wachsendes Publikum, das mehr und mehr dem Analphabetismus entwuchs, verlangte in Museen und Ausstellungen nach populären Geschichtspräsentationen, nach Themen, die sich nicht auf die Überlieferung zentraler Staatsapparate beschränkten, sondern "Volkskulturen", "Sitten und Gebräuche", Wohn- und Lebensformen, Arbeitsweisen und ihre Instrumente usw. in die Museen und Ausstellungen aufnahmen. Geschichtsbilder wurden geschaffen, die wesentlich eine breite, zumeist nationale Rezeption und Identifikation erlaubten. Umgekehrt verlangte ein solches Massenpublikum jedoch auch Präsentationen, die seinen Bedürfnissen, seinem Geschmack und Bildungsstand entsprachen. Wie weit solche populistischen Präsentationen Bedeutung erhalten können, zeigen beispielsweise die Entwicklung der Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts mit ihrem Millionenpublikum12) und schließlich die rasant zunehmende Bedeutung der Massenmedien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die weltweit ihre Zuschauer gewinnen konnten. [9]

Gegen die Dominanz der politischen Geschichtsschreibung und deren Bearbeitung der Machtapparate und ihrer archivalischen Überlieferung in den Verwaltungen forderten um die Wende zum 20. Jahrhundert verschiedene historische Schulen in Europa eine "integrative Kultur-, Sozial- und Mentalitätsgeschichte". In Deutschland tat dies vor allem Karl LAMPRECHT13), der in Auseinandersetzung mit der Politik- und Ideengeschichte ("LAMPRECHT-Streit") eine "Kulturgeschichte" forderte, die er letztlich als "Geschichte der Psyche im Wechsel der Generationen einer gegebenen Gesellschaft" verstand (LAMPRECHT 1900). Wesentlich erfolgreicher als LAMPRECHT in Deutschland waren in Frankreich die Historiker und Sozialwissenschaftler, die sich um die Zeitschriften "Revue de Synthèse historique" und besonders die "Annales" gruppierten.14) [10]

Die Jugendbewegungen seit Anfang des 20. Jahrhunderts, wie überhaupt "die" Jugend als Generation, schufen in diesen Wissenschaften ein Bewusstsein von der Bedeutung generationeller Fragestellungen, die sich sowohl in zahlreichen Einzelforschungen wie auch in theoretischen Überlegungen zur Entwicklung prägender Erfahrungen – von Familien, Gruppen und Generationen bzw. umgekehrt auch durch sie – niederschlugen. Karl MANNHEIMs Arbeit zur Entstehung von Generationszusammenhängen oder Generationen aus den zwanziger Jahren übt bis heute einen tiefen Einfluss auf die Historiographie, Sozial- und Kulturwissenschaft aus (MANNHEIM 1964). Das 20. Jahrhundert mit seiner Fülle an generationellen Konflikten und ihren Nutzungen auch in der Politik15) zeigte insgesamt, wie bedeutsam "Generationenlagerungen" in der Geschichte geworden sind. Gegenwärtig kann man von einer Renaissance generationeller Fragestellungen, Theorien und empirischer Untersuchungen sprechen.16) [11]

Die Bedrohungen durch den Faschismus bzw. den deutschen Nationalsozialismus führten zu weiteren Untersuchungen von Massenphänomenen sowohl durch Historiker und Psychologen wie durch Soziologen und Politikwissenschaftler. Die "Massenpsychologie des Faschismus”17) hat nicht nur die Hochschulen beschäftigt, sondern auch politische Parteien, besonders der Arbeiterbewegung. Selbst in politischen Zeitschriften, die dem Kommunismus nahe standen, wurde das Verhältnis von Marxismus und Psychoanalyse in den zwanziger Jahren diskutiert, Diskussionen, an denen sich sogar ein Parteivorsitzender beteiligte.18) Auch in anderen damaligen und späteren Debatten um "Marx und Freud" ging es zumeist um das Verhältnis von Geschichte und Psychologie bzw. Psychoanalyse.19) [12]

Die Faschismus-Analysen beförderten eine weitere Forschungsrichtung, die interdisziplinär zwischen Soziologie und Psychologie bzw. Sozialpsychologie und Geschichte changierte: Untersuchungen zum politischen Bewusstsein20) bzw. zu politischen Haltungen, zu Vorurteilen bzw. Rassismus/Antisemitismus und zu charakterlichen Typologien21) oder gar gesellschaftlichen Charakteren22). Besonders einflussreich waren hier die Vertreter der "Frankfurter Schule", die zumeist selbst historisches, soziologisches, psychologisches oder psychoanalytisches Rüstzeug mitbrachten. Die Untersuchung über die autoritäre Persönlichkeit23) von ADORNO (während seiner Emigration24)) und anderen war hier richtungweisend, obwohl ADORNO sie später "relativierte". Diese Arbeit wurde kontrovers aufgenommen, zum Teil mit äußerster Schärfe in den USA kritisiert, vor allem deshalb, weil der autoritäre Charakter als Voraussetzung für extrem konservative bis faschistoide Bewegungen auch außerhalb Deutschlands oder Italiens "entdeckt" bzw. untersucht wurde. [13]

In den 1920er Jahren erlebte auch die Diskussion um eine Grundfrage von Historikern an (Sozial-) Psychologen einen Höhepunkt, nämlich die Frage nach Gedächtnis und Erinnerung. Gemeint war sowohl das Gedächtnis von einzelnen als auch von Gruppen oder Nationen; denn die Bedeutung kollektiver Erinnerungen und nationaler Mythen für die Politik bzw. politische Instrumentalisierungen war offenbar geworden. Eines der einflussreichsten Werke über individuelles und kollektives Gedächtnis entstand bereits in jenen Jahren, nämlich die Arbeit von Maurice HALBWACHS (1966) über die sozialen Bedingungen des Gedächtnisses. Fragen nach dem Gedächtnis25) waren nicht neu in der Geschichtswissenschaft und zu Beginn auch (noch) nicht verdächtig. Die Geschichtsschreibung war sich gerade in ihrer Frühzeit bewusst, dass Geschichte etwas mit Erinnerung und Gedächtnis zu tun hat, dass Erinnern ein schöpferischer Akt ist und dass die (schriftliche oder rhetorische) Vergegenwärtigung des Vergangenen "Übung, Intuition und Erfahrung" verlangt. Das Gedächtnis wurde – nach dem Zitat aus dem Ad Herennium aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert – als "Schatzkammer der Erfindungen" (!) bezeichnet.26) Und es waren auch nicht erst die historistischen Schulen, die Biographien und Erinnerungen als historische Quelle nutzten. Ein bekanntes Beispiel dafür lieferte die Zeitzeugenbefragungen eines der Ahnväter der modernen französischen Historiographie, Jules MICHELET, der im Rahmen seines Anspruchs auf universelle Geschichtsschreibung persönliche Berichte als Quellen nutzte, die "Erzählungen der Greise", so MICHELET (1848) im Vorwort seiner "Geschichte der Französischen Revolution". [14]

Die scharfe Trennung jedenfalls zwischen individuellen ("psychologischen") und überindividellen ("historisch-politisch-gesellschaftlichen") Feldern wurde immer fragwürdiger. Individuen verhielten sich im Kollektiv, und Kollektive schienen individuellen Mustern zu folgen, die "ungleichzeitig" zur unmittelbaren Politik, z.B. je nach individueller oder generationenspezifischer Vorerfahrung, verliefen.27) Auch Historiker und Historikerinnen fielen in ihrer individuellen, geschlechts- oder schichtenspezifischen Prägung unter solche Problemstellung – und damit die Bedingtheit der Geschichtswissenschaft selbst. [15]

Eigentlich hätte gerade in Deutschland nach den beiden Weltkriegen und besonders nach den Verbrechen des Nationalsozialismus, nach den Kriegserfahrungen und nach den Zwängen zur Neuorientierung in der "Entnazifizierung" oder später der "Entstalinisierung" mit ihren autobiographischen Schreib- und Erklärungszwängen "Subjektivität" als Gegenstand der Historiographie die historische Zunft stark beschäftigen müssen. Das war jedoch kaum der Fall, obwohl mit den häufigen politischen Systemwechseln Geschichte jeweils neu geschrieben, bewertet oder präsentiert worden war. Daher muss man sich auch am Beispiel dieser Thematik fragen, ob die historische Prägung (oder die generationelle Zugehörigkeit) von Historikern, ihre historisch eingebundene Erfahrung, ihre eigenen Verarbeitungs- und Denkmuster als "objektiv" verschleiert, anstatt zum Objekt historischer Forschung gemacht zu werden. Wird Geschichte gar – wie Lucien FEBVRE bereits 1923 (nach HONEGGER 1977, S.8) fragte – nur "rekonstruiert" oder gar konstruiert (siehe unten), und zwar von Historikern und entlang ihrer historischen Bezugssysteme? Einer der Begründer der "Annales", Marc BLOCH, selber ein Verfechter von Verstehensversuchen, hat gefordert, dass "man sich nahezu seines eigenen Ichs entledigen" müsse, um in ein fremdes Bewusstsein einzudringen (BLOCH 1992). Im Deutschland der Nachkriegszeit wollten viele aus den nachfolgenden Akademiker-Generationen vermutlich nicht in dieses fremde Bewusstsein ihrer Elterngeneration eindringen. An dieser Stelle wird ein weiteres Grundproblem historischer Verstehensversuche sichtbar: Eine Entledigung des eigenen Ichs erscheint nahezu unmöglich, wenn zugleich von einem "kreativen Schöpfungsakt" der Erinnerung, des Gedächtnisses und der Geschichtsschreibung ausgegangen wird. Hier bestehen Ambivalenzen zwischen Erinnern, Verstehen und Rekonstruieren, die in jeder historischen Untersuchung berücksichtigt werden müssen – insbesondere dann, wenn zu dieser Selbstentledigung generationelle Befangenheiten gehören. [16]

Märchen, Literatur, nationale Mythen in der jeweils spezifischen Sprach- und Erzählform liefern die Gussformen für die Erinnerung und deren erzählte oder geschriebene Vermittlung.28) Auch die deutsche Geschichte bietet eine Fülle von Beispielen für die Bedeutung kollektiv-nationaler Mythenbildung und deren massenwirksame Inszenierungen für politisch-soziale Bewegungen. Man denke nur an die "Dolchstoßlegende" und die Selbstgewissheit, "Opfer" internationaler Unterdrückung durch den Versailler Vertrag geworden zu sein in den zwanziger und dreißiger Jahren. Wie in jedem Land scheinen die Helden- und die Opfermythen aus dem nationalen Historienschatz abrufbar zu sein – ganz im Gegensatz zu den Leiden, die die eigenen "Heldentaten" anderen Nationen oder Nationalitäten zugefügt hatten. Die deutsche Geschichte nach 1945 ist voll von diesen Wahrnehmungsbeschränkungen: Der Holocaust an den europäischen Juden schien den meisten Deutschen zunächst nahezu wie eine Fortsetzung der feindlichen Kriegspropaganda. Es brauchte fast eine Generation, ehe sich Kenntnisse über die Schoah oder auch über die Sinti, die Zwangsarbeiter oder Kriegsgefangenen in Deutschland entwickeln und in der Öffentlichkeit durchsetzen konnten; und dann waren die Vorwürfe über Schuld und Verdrängung scharf gegenüber der älteren Generation. In den folgenden unzähligen Debatten um "Schuld", "Verdrängung" oder "Schamabwehr" wird die Nähe zur Psychologie bzw. zur Psychoanalyse besonders sinnfällig, denn diese Begriffe entstammen dem genuinen psychoanalytischen Kategoriensystem.29) [17]

Ein anderes Beispiel: Was den Russen als brutaler deutscher Vormarsch entgegenschlug, erschien in den deutschen Kriegserzählungen als "Bewährung" oder gar "Heldentat". Umgekehrt sind für russische Kriegsteilnehmer bis heute der "Große vaterländische Krieg" und seine Opfer auch dann durch die antifaschistische Sinngebung geweiht, wenn es um die Gräuel der Roten Armee an Polen oder anderen Nationen geht. Oder genauer: Diese Seiten des sowjetischen Vormarsches blieben Marginalien und fanden nur selten Eingang in die sowjetischen und sogar in die russischen Kriegsgeschichten. [18]

Deutsche Leidenserzählungen aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft zählen Legion, während die sowjetischen Soldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft, insbesondere die ungeheure Zahl der Toten unter ihnen30), nahezu unbekannt blieben und erst spät wissenschaftlich belegt wurden. Ähnlich war es mit den Zahlen zu den Zwangsarbeitern31), so dass es Anlässe zur Genüge gab, weshalb psychoanalytische Kategorien, besonders die der "Verdrängung", in der Nachkriegszeit nicht nur auf Individuen angewandt wurden, sondern auf große Teile der Gesellschaft. [19]

Die Untersuchungen von Traumatisierungen durch KZ-Haft führten zu einer eigenen Traumaforschung, die verwandt wurde auch im Bereich von Kriegsfolgen, Genoziden und Folter. Diese Traumaforschung nutzte – das liegt auf der Hand – psychologische, auch psychoanalytische Theorien.32) [20]

"Kollektive Mentalitäten", Erinnerungen und "kollektives Gedächtnis”33), Mythen, Opfergeschichten und Heldenerzählungen haben also in ihrer gesellschaftlichen Bedeutung psychologische Implikationen und gehören fundamental zu der Geschichtsbetrachtung, die sich als Mentalitäts- und Erfahrungsgeschichte (v. PLATO 1992, 1998a) erst in jüngerer Zeit in Deutschland behaupten konnte. Während in anderen Ländern, besonders in Frankreich und in den anglo-amerikanischen Staaten, in den 1930er Jahren und in der Nachkriegszeit mentalitätsgeschichtliche oder alltagsgeschichtliche Untersuchungen ihren Platz in der Historiographie fanden, war dies in den Nachkriegs-Deutschlands anders. Im Osten war der "Subjektivismus" in der Dogmatisierung des Marxismus ohnehin verpönt, im Westen herrschte zunächst – auch und besonders in der Erforschung des Nationalsozialismus – eine politikgeschichtliche Dominanz, in der Mentalitäten kaum vorkamen. Dabei war der "Hauptkontinuitätsfaktor" nach 1945 – so Lutz NIETHAMMER (1983a) – "das Volk" mit seinen Vorerfahrungen. Nach den Involvierungen in den Nationalsozialismus und den anschließenden Legitimationen und Exkulpationen waren für den Hauptstrom in der Geschichtswissenschaft die Subjekte verdächtig geworden, Akten und andere schriftliche Berichte wurden mit geringerem Misstrauen betrachtet. Die Erfahrungen großer Bevölkerungsteile aus der "schweigenden Mehrheit", aber auch aus den den Nationalsozialismus tragenden Eliten (ZAPF 1965) blieben außerhalb der Wahrnehmung oder wurden mit dem Verdikt der Unterschätzung des Nationalsozialismus versehen. Aber erfahrungsgeschichtlichen Forschungen ging es eben auch um die Untersuchung der Elemente der Attraktion, des "sozialen Kitts" im Nationalsozialismus und damit um eine tiefere Erkenntnis seiner Wirksamkeiten. Auf diese Weise sollten u.a. Differenzierungen entstehen zwischen denen, die Verantwortung getragen haben, und jenen, die Objekte der Politik wurden oder sich durch die Zeiten "gemogelt" hatten ohne dieses Maß an Verantwortung. [21]

Es waren gerade die Forschungen über den Nationalsozialismus, die die politikgeschichtliche Dominanz seit den 1960er Jahren zumindest aufbrachen, zunächst durch sozial-, ideologie- und kulturgeschichtliche Studien34), schließlich auch durch erfahrungs- oder mentalitätsgeschichtliche Untersuchungen.35) Beteiligte Eliten und ihre Repräsentanten, Opfer und Widerstandskämpfer, wurden untersucht, Anfang der 1980er Jahre kamen Forschungen über die Erfahrung des Nationalsozialismus, auch seiner Anziehungskraft bei verschiedenen Bevölkerungsgruppen, hinzu36) schließlich über Personen, die als Täter eingestuft wurden und über Kinder bzw. Kindeskinder von Opfern und Tätern.37) [22]

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gab es eine explosionsartige Zunahme von erfahrungsgeschichtlicher und biographischer Literatur. Sie forcierte alle Fragen nach individuellen und kollektiven Erinnerungen, nach Identitäten, nach verschiedenen Erinnerungskulturen, nach dem Einfluss von politischen Systemen auf das Leben und das Bewusstsein von Individuen und Gruppen, Fragen von Erinnerung und Legitimation des persönlichen Verhaltens in Diktatur und Demokratie usw.38) [23]

Alle diese Beispiele zeigen, dass es in Deutschland nicht so einfach ist, von einer kollektiven Erinnerung oder einem kollektiven Gedächtnis zu sprechen – zu offensichtlich sind die Widersprüche zwischen verschiedenen Kollektiven mit unterschiedlichen Erinnerungskulturen. Am deutlichsten sind die zwischen den staatlich geförderten oder offiziösen Erinnerungsangeboten in den beiden Nachkriegsdeutschlands in Ost und West, aber auch zwischen verschiedenen Gruppierungen, Bewegungen oder Parteien im Verhältnis zu den Verbrechen des Nationalsozialismus oder in der Erinnerung an Flucht und Vertreibung nach 1945, um nur zwei der bedeutsamsten und jahrzehntelang am heftigsten diskutierten zu nennen. Solange sich nicht eine Sicht, eine kollektive Erinnerung und Gedenkkultur epochal durchgesetzt hat, macht es fast mehr Sinn, in Deutschland von zerrissenen Erinnerungskulturen oder einem zerrissenen kollektiven Gedächtnis zu sprechen.39) [24]

Aleida ASSMANN führte folgerichtig die Unterscheidung zwischen dem "kulturellen Gedächtnis" – ein "epochenübergreifendes Gedächtnis, das durch normative Texte gestützt ist" – und dem "kommunikativen Gedächtnis" ein; letzteres sei als "in der Regel [nur – AvP] drei Generationen verbindende[s] Gedächtnis der mündlich weitergegebenen Erinnerungen" zu beschreiben (ASSMANN 1999, S.13). [25]

Verbunden mit dieser Frage nach der Unterscheidung von kulturellem und kollektivem Gedächtnis ist die Frage des Übergangs von der Zeitgeschichte zur Geschichte, von der erfahrungsgesättigten, gegenwärtigen Vergangenheit, in der Erinnerungen, Legitimationen, Anerkennungskämpfe, moralische Betroffenheiten und Schuldvorwürfe usw. eine Rolle spielen, zur reinen Vergangenheit, in der nur noch Akten und Memoiren sprechen (nach KOSELLECK 1994). Ein solcher Wechsel könnte anders aussehen als hier von KOSELLECK konzipiert, wenn die Übergänge selbst stärker als bisher zum Gegenstand historischer Untersuchungen gemacht und wenn dabei die Erfahrungsdimension einer Generation oder einer Epoche nicht mit dem Wegsterben der Zeugen dieser Zeit aus der Historiographie verschwinden würde. Und dass dies nicht geschieht – dazu kann eine "Erfahrungsgeschichte" oder eine Mentalitätsgeschichte, die die subjektive Dimension und ihre Quellen einbezieht, einiges beitragen.40) [26]

Eine besondere Problematik im Verhältnis von Geschichtswissenschaft und Psychologie stellte sich in der "historischen Biographik", die hierzulande im 18. Jahrhundert entstand und seit dem Historismus mindestens zeitweilig zur Geschichtswissenschaft gezählt wurde. Sie wurde zum Kristallisationspunkt erbitterter Auseinandersetzung um die besondere Leistung dieser Gattung, die entweder als historischer Verstehensversuch oder als "Subjektivismus" oder gar als "schöne Literatur in der Historiographie" betrachtet wurde. DILTHEY machte sich zum Verfechter dieser historischen Biographik: Die Biographie stelle – so schrieb er bereits 1883 – die "fundamentale geschichtliche Tatsache rein, ganz in ihrer Wirklichkeit dar" (DILTHEY 1979, S.72). In den 1920er Jahren gab es einen Höhepunkt der Debatte um die historische Biographik in Deutschland.41) [27]

In den letzten Jahrzehnten hat sich ein eigenständiger Zweig vor allem in der Soziologie, der Geschichtswissenschaft und der Pädagogik etabliert, nämlich die Lebenslauf- und – davon abgesetzt – die Biographieforschung, der es weniger um die einzelne Biographie oder Autobiographie geht als um die Beschäftigung mit Biographien und Lebensverläufen in sehr unterschiedlicher Weise. In den deutschen Gesellschaften für Soziologie und für Pädagogik haben sich Sektionen gebildet, die sich auf diese Ansätze beziehen; zahlreiche Arbeiten sind hier entstanden.42) [28]

Die erfahrungs- und lebensgeschichtlichen Ansätze haben in Deutschland in den letzten Jahrzehnten viele außeruniversitäre Anschübe erhalten: von dem "Schülerwettbewerb Deutsche Geschichte um den Preis des Bundespräsidenten”43), von Gewerkschaftsgruppen (SCHARRER 1988), von der Frauenforschung44), vom Schriftsteller Walter KEMPOWSKI, der ein eigenes Archiv unveröffentlichter Biographien aufbaute, von den Geschichtswerkstätten, von Gedenkstätten und Gemeinden, die zu entsprechenden Jahrestagen kommunale Forschungen oder Ausstellungen machen ließen – zumeist zu "Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus". Inzwischen gibt es kaum ein Thema des 20. Jahrhunderts, auch der Nachkriegszeit, das nicht unter erfahrungsgeschichtlicher Perspektive bearbeitet wurde. Diese Ansätze nutzten psychologische Felder und Zugriffe, die den Erfahrungsbegriff geschlechtsspezifisch, sozial oder generationell aufzuschlüsseln unternahmen. Dabei zeigte sich eine doppelte Gefahr: zum einen die Gefahr eines historischen Dilettantismus, unter dem vergessen wird, dass die mündlichen oder die subjektiven Quellen – wie andere Quellen auch – einer besonderen Quellenkritik bedürfen; zum anderen die Gefahr einer mangelnden psychologischen Professionalität in der Anwendung psychologischer Kategorien für die Geschichtswissenschaft. Vielfach wurde je nach politischem Standort moralisiert und ideologisiert. [29]

Trotz solcher Risiken: Die Skizze der Entwicklung der historischen mentalitätsgeschichtlichen Forschungen deutet an, wie weit deren Verzweigungen inzwischen gehen. Sie zeigt auch, wie notwendig, anregend und fruchtbar eine Zusammenarbeit zwischen Historiographie und Psychologie sein könnte, nicht allein für die Historiker und Historikerinnen, die sich mit Biographien, Mentalitäten oder kollektiven Erinnerungen und allgemein mit subjektiven Erinnerungszeugnissen befassen.45) In diesen Feldern ist die Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen nur besonders sinnfällig – und dennoch herrschen auch in diesen Bereichen der Geschichtswissenschaft bei uns Historikern nach wie vor Wahrnehmungsbeschränkungen; wir nutzen zumeist populär gewordene FREUDianische Leerformeln und mühen uns nur selten mit den Untersuchungen der psychologischen Wissenschaften ab46), nicht nur der Psychoanalyse, sondern der verschiedenen psychologischen Teildisziplinen von der Sozialisationsforschung bis zur Gedächtnisuntersuchung, von der Entwicklungs- bis zur Sozialpsychologie. Nicht erst dann, wenn dialogische Befragungsmethoden z.B. in lebensgeschichtlichen Untersuchungen genutzt werden, sondern prinzipiell müssten die Rekonstruktionen der Vergangenheit, die Wechsel in der Geschichtsschreibung und ihre Repräsentanten Gegenstand historisch-psychologischer Kritik werden. [30]

3. Psychoanalyse und Oral History

Obwohl nach FREUD eine Reihe von anderen Schulen und psychologischen Teildisziplinen entstand, spielt die Psychoanalyse – wie angedeutet – gerade bei den Historikern, die hermeneutische Methoden nutzen, eine bedeutsame Rolle. Das könnte daran liegen, dass sich keine andere psychologische Schule in der Gesellschaft in popularisierter Form so durchgesetzt hat wie die Psychoanalyse, so eben auch bei Historikern. Es könnte jedoch auch tiefer liegende Ursachen haben, vor allem bei mentalitätsgeschichtlich interessierten Wissenschaftlern, nämlich auf den immanent historischen, zumindest lebensgeschichtlichen Ansatz der Psychoanalyse zurückzuführen sein. Beide – Psychoanalyse und erfahrungsgeschichtliche Arbeiten in der Historiographie – müssen sich mit Erinnerungen, mit den Bedingungen für Wahrnehmung, Abspeicherung, Abrufung des Gedächtnisses befassen, häufig mit verschütteten Erinnerungen und (Selbst-) Interpretationen.47) [31]

Es ist eine Generation her, dass Hans-Ulrich WEHLER seine Schrift "Geschichte und Psychoanalyse" veröffentlichte48) und in seiner Einleitung die Diskussion aus den sechziger Jahren zusammenfasste, in der die Psychoanalyse für die deutsche Historiographie und die Gesellschaftswissenschaften "wiederentdeckt" worden war. Er betonte in seinem einleitenden Aufsatz die immanenten Ähnlichkeiten zwischen Psychoanalyse und Geschichtswissenschaft:

"Die Psychoanalyse war und ist selber eine historische Wissenschaft in dem Sinn, daß sie aus der Lebensgeschichte der Individuen die Grundlagen ihrer Diagnose und Therapie gewinnt. Historikern und Psychoanalytikern ist gemeinsam, daß sie selber gewissermaßen das Instrument des Verstehens – sei es eines historischen Individuums oder eines Patienten – darstellen. Der Verstehensbegriff der Psychoanalyse ist mit dem auf Erfassung intentionalen Handelns gerichteten 'Verstehen' des Historismus aufs engste verwandt." (WEHLER 1974, S.16) [32]

In diesen Gemeinsamkeiten liegen die Stärken, aber meines Erachtens auch die Probleme psychoanalytischer Deutungen in der Historiographie (s.u.). Solche Verwandtschaften könnten auch für andere psychologische Schulen, so z.B. für die Entwicklungspsychologie, die Sozialpsychologie oder für die Sozialisationstheorien geltend gemacht werden – nicht nur für die Psychoanalyse. [33]

Das Thema "Geschichte und Psychoanalyse" ist zwar nie ganz – weder vor noch nach WEHLERs Veröffentlichung – aus dem wissenschaftlichen Diskurs verschwunden, aber im Prinzip ist nach dieser Wiederentdeckung der Psychoanalyse in den 1960er Jahren und seit der Zusammenfassung Hans-Ulrich WEHLERs wenig Einflussreiches dazu in Deutschland entstanden.49) Auch in dieser Frage verlief die Entwicklung in Frankreich, England oder in den USA anders, wo bereits in den 1970er Jahren zwei Zeitschriften gegründet wurden, die sich explizit die Erforschung einer "Psychohistory" auf die Fahnen geschrieben haben bei durchaus unterschiedlicher Gewichtung in der Anwendung psychoanalytischer Kategorien.50) [34]

3.1 Aufgaben

Der Einfluss der Psychoanalyse auf die Geschichtswissenschaft ist besonders dort spürbar, wo die Psychoanalyse theoretische Hilfen gibt für Fragen der Wahrnehmung, der Erfahrung, Verarbeitung und Verdrängung, der bewussten und unbewussten Motive unseres Handelns, für Untersuchungen des Gedächtnisses in veränderten Zeiten mit unterschiedlichen Maßstäben des Erinnernwollens und -könnens. Psychoanalytiker sehen die theoretische Bedeutung der Psychoanalyse für die Historiographie hauptsächlich in der Untersuchung der Wirkung des Unbewussten in der Geschichte, und zwar in der Untersuchung der Erinnerung wie der Handlungsmotive sowohl einzelner wie ganzer Gruppen oder Gesellschaften. [35]

Angesichts des immer noch grassierenden Dilettantismus bei Historikern hinsichtlich psychoanalytischer Kenntnisse und Verfahren ist der Stellenwert psychoanalytischer Fragestellungen und Methoden für die Geschichtswissenschaft in den verschiedenen genannten Feldern durchaus hervorzuheben. Bereits WEHLER sah die Bedeutung der Psychoanalyse nicht nur in Untersuchungen von Individuen, sondern auch in der Erforschung von Kollektivmentalitäten und Sozialcharakteren, von Sozialprofilen bestimmter Gruppen und Eliten sowie in der Biographik, wobei er eine "historisch-sozialpsychologisch orientierte Psychoanalyse" meinte und weniger die "individualistische Psychoanalyse" (WEHLER 1974, Vorwort, S.5f.). [36]

Eines der historischen Felder, in der die Psychoanalyse relevant wurde, besteht – das liegt auf der Hand – in historischen Biographien, in denen die Protagonisten in ihrer historischen Umwelt beschrieben wurden. Am bekanntesten wurden die Arbeiten von ERIKSON über den jungen LUTHER oder von GAY über FREUD, die geradezu beispielhaft für eine Reihe anderer wurden.51) Dagegen hat die Psychoanalyse eher implizit als explizit Eingang in die Autobiographie- bzw. Biographieforschung52) gefunden. Hier stehen Analysen im Vordergrund, die über die Interpretation von einzelnen Personen hinausgehen. [37]

Weitere Felder liegen in den Beschreibungen ganzer Gruppen, Professionen, Generationen usw.53), ihren Orientierungen, Stil-, Gefühls- oder Geschmacksentwicklungen54), sowie kollektiver Mentalitäten, eines kulturellen Gedächtnisses55) und deren Veränderungen. Hier stellt sich die grundsätzliche Frage: Wie entstehen kollektive Erinnerungen oder gar kollektive Erinnerungs- und Gedenkkulturen56)? Unter anderem wegen der Beschäftigung mit Nationalsozialismus und Wiedervereinigung haben in der zeithistorischen Forschung die Debatten Konjunktur, in denen es um unterschiedliche Erinnerungskulturen, um kollektive Mentalitäten, um Identitäten ganzer Bevölkerungen, hier also der DDR und der Bundesrepublik als Nachkriegsgesellschaften, geht (siehe Paragraphen 23ff). Umso erstaunlicher ist es, dass die Diskussion um die Methoden zur Erfassung solcher Kollektivmentalitäten und um die Einbeziehung psychologischer Ansätze in die Geschichtswissenschaft so wenig an Raum gewonnen hat. [38]

Eine wesentliche Aufgabe der Kooperation zwischen Geschichtswissenschaftlern und Analytikern liegt in der Untersuchung des Verhältnisses von Geschichtsschreibern zu ihrem Thema bzw. ihren Interviewpartnern in lebensgeschichtlichen Interviews, in der Analyse ihrer Konstruktion von Vergangenheiten57), ihrer Sicht auf die Geschichte, die eben abhängt von ihren Motiven, von politischen Orientierungen, vom "Geschmack", von den Werten und Interessen der später Geborenen. Das Maß ihrer "Projektionen" und "Übertragungen" bzw. "Gegenübertragungen" gilt es zu bestimmen – wiederum häufig bewusst oder unbewusst benutzte Begriffe aus der Psychoanalyse, die zum Allgemeingut in den verschiedenen einschlägigen Wissenschaften geworden sind. Diese Aufforderung richtet sich besonders an Untersuchungen, die Zeitzeugen befragen58), In solchen Untersuchungen sind "Übertragungen" bzw. "Gegenübertragungen" nicht nur Gefahren, sondern Teil der Quelle, Teil der Forschung selbst und verlangen nach professioneller Interpretation59), wie auch in anderen "kommunikativen Tradierungen" von Werten oder politischen Haltungen, z.B. zwischen den Wissenschafts-Generationen60). [39]

Hier liegt einer der Gründe für die Mindestanforderung einer Kooperation zwischen Historikern und Psychologen bzw. Psychoanalytikern, nämlich die nach Supervision. Damit ist Beobachtung, Prüfung und Beratung durch psychologisch bzw. psychoanalytisch erfahrene Personen gemeint vor allem in jenen historischen Forschungsprojekten, die Befragungen durchführen. Die Hauptaufgaben einer Supervision wären: Beratung der Wissenschaftler im Verhältnis zu Zeitzeugen und der Wissenschaftler untereinander, bei der Entwicklung der Fragelisten/Leitfäden, den Auswahlbegründungen und bei der Interpretation der Interviews. Eine solche Supervision würde das Bewusstsein der spezifischen Probleme u.a. zwischen den Generationen in den von Übertragungen und Gegenübertragungen in besonderer Weise beeinflussten Befragungen schärfen, wie bei der Erforschung des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen.61) Inzwischen gibt es eine Reihe historischer Forschungsprojekte, die Supervisionen versucht haben, wie das Projekt über die "Jahrhundertgeneration" der freideutschen Jugend62) oder über das "Erbe der Napola”63) (s.u.). [40]

Eine Kooperation zwischen Psychoanalytikern bzw. Psychiatern und Historikern hat sich – wie angedeutet – bewährt in der Erforschung der Verarbeitung und der Nachwirkung von Traumata in Individuen und in Gesellschaften. In den USA erlebte diese Forschung in der Nachfolge des Vietnam-Krieges einen Höhepunkt, in Deutschland war diese Forschung eng verknüpft mit den Opfern des Nationalsozialismus, ging aber weiter in der Erforschung von Kriegs- oder von Fluchttraumata, inzwischen auch von Nachwirkungen bei den Kindern und Enkeln der Traumatisierten und bei Verfolgten durch die Staatssicherheit der DDR.64) [41]

3.2 Probleme

In der historischen Arbeit mit psychoanalytischen Ansätzen stellen sich Probleme auf unterschiedlichen Ebenen.65) Eines der Grundprobleme liegt in der Verallgemeinerungsfähigkeit der getroffenen Aussagen über einzelne Individuen oder kleinere Gruppen hinaus. Dies ist ein neuralgischer Punkt für die qualitative sozialwissenschaftliche Forschung überhaupt.66) Dennoch gibt es besondere Probleme, wenn es um Mentalitäten, um Verarbeitungen von Erfahrungen, speziell von traumatischen Erlebnissen usw. geht. Daher bemüht man sich in solchen historischen Arbeiten zumeist um Methodenvielfalt oder um spezielle Methoden, die verallgemeinernde Aussagen wenigstens plausibel erscheinen lassen. [42]

Schon WEHLER erhoffte sich aus einer Kooperation mit Psychologen bzw. Psychoanalytikern – wie erwähnt – eine Herausarbeitung von Kollektivmentalitäten und Sozialcharakteren, von Sozialprofilen bestimmter Gruppen und Eliten: "Kurzum, die historische Forschung sollte auf die gesellschaftlichen, überindividuellen Motive und Einflüsse, nicht jedoch auf die so genannten individuellen Motive abzielen." (WEHLER 1974, S.22) [43]

Diese Unterscheidung ist – wie ich zu zeigen versuchte – im 20. Jahrhundert immer fragwürdiger geworden und von WEHLER auch nicht in kantiger Schärfe gemeint. Dennoch kann es kaum erstaunen, dass hier einige Kritiker ansetzen. Mit diesem Postulat habe WEHLER – so sind gerade psychoanalytisch orientierte Forscher empört – einen Diskurs eröffnet und ihn sofort wieder geschlossen, ehe er überhaupt die Perspektiven der einzelnen Disziplinen wirklich sichtbar gemacht und vor allem ehe er die Grenzen der Disziplinen in ihren Beschränkungen in Frage gestellt habe. Bei WEHLER sei die Psychoanalyse – so Christian SCHNEIDER (1997, S.84f.) oder auch Jürgen STRAUB (1989) in ihren lesenswerten Beiträgen67) – nur Hilfswissenschaft für eine in ihrer Analyse eigentlich auf Sozialökonomie, politische Herrschaft und auf die sozialpsychischen Auswirkungen "des gesellschaftlichen und politischen Systems" ausgerichteten Geschichtswissenschaft. In diesem Set habe die Erfahrung nur einen begrenzten Platz und die Psychoanalyse nur einen geringen Wert. Die Geschichtswissenschaft bleibe höherwertig.68) [44]

Diese Kritik scheint mir in diesem konkreten Fall zunächst einmal überzogen, da WEHLER jeder Disziplin ihre Hauptintentionen und Felder zuordnet, bei der Geschichtswissenschaft lägen sie nun einmal überwiegend in der vergleichenden Analyse von Wirtschaft, Gesellschaft und Herrschaft, damit bedürfe sie der Ökonomie, Soziologie und Politikwissenschaft. Davon abgesehen sei die historisch-sozialpsychologisch orientierte Psychoanalyse, die es erst in Ansätzen gäbe, "erwünscht" (WEHLER 1974, S.5); zumeist ziele sie jedoch auf individuelle Konfliktlösungen ab. Überdies sieht er ihren Wert in bestimmten, den eben genannten, durchaus überindividuellen Feldern historischer Forschung und Interpretation. Anstatt sich nur auf die singulären Figuren der Geschichte zu beschränken, solle – und das scheint mir eher kritisierbar – die "weit mehr versprechende Möglichkeit" gesucht werden, "eine gewissermaßen durchschnittliche Persönlichkeit, die 'Modal Personality' zu analysieren, das für ihre Zeit Typische, Repräsentative herauszuarbeiten und durch intensive vergleichende Studien allmählich auf das Gebiet der analytischen Sozialpsychologie hinüberzutreten, mithin der Erklärung kollektiver psychischer Phänomene nachzuspüren" (WEHLER 1974, S.19). [45]

Das Problem scheint mir nur darin zu liegen, wie man von einer Aneinanderreihung von Einzelbiographien oder Interviewinterpretationen zu einer Verallgemeinerung, zum überindividuell Typischen kommt. Und wie kann man dies insbesondere bei den Erfahrungen von Kollektiven oder gar ganzen Generationen? Hier hat sich inzwischen zwar ein kritisch überprüfbares Instrumentarium in der lebensgeschichtlichen Forschung entwickelt, das den Anspruch WEHLERs aufnimmt, aber über seine problematischen Bemerkungen zur "durchschnittlichen Persönlichkeit", der "Modal Personality", hinausweist. Das betrifft insbesondere die Auswahl von Zeitzeugen, die in ihren Merkmalen ein möglichst breites und widersprüchliches oder gar polares Feld abdecken sollen (v. PLATO 2000, zu einer Systematisierung der Fallauswahl im Sinne eines "Theoretical Sampling" siehe GLASER & STRAUSS 1967). Erst dadurch wird die Bildung von Typologien und damit von plausiblen Generalisierungen der Verarbeitungen von Erfahrungen möglich. Aber eine Repräsentativität wird sich auch durch methodische Verfeinerungen nicht herstellen – zu viele Menschen sind inzwischen gestorben, gefallen oder umgebracht worden, zu gering ist die Zahl der Befragten, die in historisch-sozialwissenschaftlichen qualitativen Forschungen möglich ist. Überdies wird es immer Ablehnungen solcher Befragungen durch Zeitzeugen selbst geben. [46]

Dennoch gibt es entgegen den soziologischen Theorien über die Gewinnung von Repräsentativität die Annahme, dass es bei der qualitativen Untersuchung bestimmter Gruppen nach einer gewissen Menge von befragten Personen einen "Sättigungsgrad" gäbe: Danach scheint es nur noch einzelne Vertiefungen und Erweiterungen zu geben, aber kaum neue grundlegende Verarbeitungsmuster in dieser Gruppe. Eine solche "Sättigungstheorie" entspricht der Erfahrung verschiedener Mentalitätshistoriker unter der Voraussetzung, dass möglichst widersprüchliche Merkmale bei der Auswahl berücksichtigt wurden.69) Das mag an den Möglichkeiten unserer Hirne liegen oder an unseren Wahrnehmungsbeschränkungen bzw. Projektionen, aber es könnte auch sein, dass sich in bestimmten Kollektiven überschaubare Grundweisen oder Muster der Verarbeitungen von Erfahrungen ausgebildet haben. Daher stellt sich die Frage, ob es unterschiedliche Weisen der Herstellung von Repräsentativität in qualitativen und quantitativen Forschungen gibt.70) [47]

Unter Einbeziehung psychoanalytischer Methoden und Kategorien verschärft sich dieses Problem, Typisches oder gar Repräsentatives herauszuarbeiten. Psychoanalyse ist ursprünglich bekanntermaßen keine Gesellschaftstheorie, sondern eine Theorie, die aus Therapien einzelner Kranker und zur Fundierung dieser Therapie unter spezifischen historischen Bedingungen entwickelt wurde. Daraus ergeben sich mehrere Fragen: zunächst die grundsätzliche Frage nach dem Verhältnis von Diagnose bzw. Therapie von einzelnen Patienten zur Gesellschaftstheorie. Der Sprung von der Therapie einzelner zur Theorie einer transitorischen Gesellschaft ist für sich bereits problematisch und setzt voraus, dass die Bedingungen, innerhalb derer diese Theorie entstanden ist, noch der gesellschaftlich-historischen Entwicklung entsprechen. Die historischen Bezugssysteme haben sich im letzten Jahrhundert jedoch so stark verändert, dass die Historizität von Therapien und der ihnen zugrunde liegenden Theorien ständig zur Diskussion stehen müsste. Dabei kann man zunächst an die bekannten historischen Relativierungen FREUDs erinnern, so an die Wiener Gesellschaft, an die spezifischen bürgerlichen Familienverhältnisse am Ausgang des 19. Jahrhunderts, an die Dominanz der "männlichen Dimension" in diesen Bezügen und in FREUDs Theorien; Familien hätten sich überhaupt gewandelt, frühkindliche Prägungen sind in ihrer Dominanz in Frage gestellt, andere Sozialisationsinstanzen in ihrer Bedeutung gewachsen, die Erfahrungszusammenhänge von Generationen haben eine raschere Abfolge erfahren usw. [48]

Werden diese Änderungen nicht berücksichtigt, besteht hier in besonderer Weise die Gefahr, dass aus einem eigentlich vom Einzelfall ausgehenden Ansatz ein deduktionistischer wird, der dazu neigen könnte, das eigene Kategoriengebäude zu bestätigen; damit könnte dieser Ansatz zu einer ahistorischen Gesellschaftstheorie werden. Um dieser Gefahr zu entgehen, muss hier wie bei anderen methodischen Zugängen auch die Analyse des Einzelfalls und jede Generalisierung auch nach der Konfrontation mit anderen Ansätzen zumindest plausibel erscheinen. [49]

WEHLER sah dieses konservative Element in den psychoanalytisch orientierten historischen Versuchen als Gefahr, denn: "Wiederholung, nicht neue Entwicklung stand mithin im Mittelpunkt." (WEHLER 1974, S.17) Allerdings waren es psychoanalytisch orientierte oder informierte Wissenschaftler, die eine Historisierung der FREUDschen Kategorien versuchten und solche Gefahren vermieden, insbesondere in den Arbeiten von ERIKSON (1971, 1987), GAY (1986b, 1994) oder auch in den empirischen Untersuchungen von FROMM (1990) oder ADORNO et al. (1950) und ADORNO (1997).71) [50]

Aus dieser allgemeinen Frage nach der Plausibilität einer Gesellschaftstheorie, die aus der Diagnose und Therapie von Einzelfällen entstanden ist, ergibt sich eine besondere: nämlich die Frage nach dem Pathologischen und dem "Unpathologischen", nach dem "Normalen" und dem "Kranken" in einer Gesellschaft. Solche Unterscheidungen sind problematisch, dennoch bleibt die Frage, ob die Psychoanalyse als eine Gesellschaftstheorie, die sich aus der Therapie ausgebildet hat, nicht das pathologische Element in einer Gesellschaft betont, Krankheitsbilder zur Grundlage der Gesellschaftstheorie macht und den Blick für die "Unpathologien" verliert.72) Kann man, wäre also die grobe Frage, Patienten und "weniger pathologische" historische Individuen mit den gleichen Kategorien interpretieren? [51]

Ich möchte dieses Thema noch von einer anderen Seite aus beleuchten: Christian SCHNEIDER machte die Frage zum Ausgangspunkt seiner Überlegungen, wie denn überhaupt Verstehensversuche aussehen könnten, wenn es um das Verständnis einer Generation gehe, die die Verbrechen des Nationalsozialismus getragen oder geduldet habe. Er zitiert in diesem Zusammenhang Marc BLOCH, der kritisierte, dass wir Historikerinnen und Historiker wegen der Differenzen zu früheren Generationen zu schnell zu deren Verurteilung kämen. [52]

"Sind wir denn unserer selbst und unserer Zeit so sicher, daß wir unsere Väter in Gerechte und Verdammte zu scheiden vermögen?" Dies schrieb Marc BLOCH (nach SCHNEIDER 1997, S.45) kurz vor seiner Verhaftung durch die Gestapo in Lyon und seiner Erschießung 1944. Er wurde, meint Christian SCHNEIDER,

"erschossen von Deutschen der Generation unserer Väter. Was bedeutete das für die Sicherheit unseres Urteils über diese? Sind wir wirklich unserer selbst und unserer Zeit so sicher, daß wir sie in Gerechte und Verdammte zu scheiden vermögen? 'Wir verurteilen', sagt Bloch, 'viel zu viel, selbst in unserem Handeln. Es ist so einfach, 'An den Pranger!' zu rufen. Wir verstehen niemals genug.'"

"Verstehen wir" – "fragt SCHNEIDER (a.a.O.) im Anschluss an dieses BLOCH-Zitat – "genug von unseren Vätern? Gelingt es uns, in ihr Bewußtsein 'einzudringen'? Und ist dieses Bewußtsein tatsächlich ein fremdes?”73) [53]

Hier werden Kernpunkte der Debatte um Geschichte und Psychoanalyse offenbar: Wie bestimmen Werturteile unsere Verstehensversuche – wobei die Verstehensversuche von Mitlebenden und Trägern des Nationalsozialismus durch die nachfolgende Generation74) nur ein Sonderfall des allgemeinen Problems sind. Ich begreife dieses BLOCH-Zitat eher als einen Aufruf zu einer Empirie, die sich selbst kritisch in Frage stellt, die von den ersten Interpretationen abweichende oder dazu gegensätzliche Thesen versuchen sollte. Dazu gehört der Gedanke, sich des eigenen Ichs in diesem Prozess möglichst weitgehend zu entkleiden, als kaum einlösbarer, aber dennoch notwendiger Anspruch, die Motive und Intentionen, die Entscheidungen und Weichenstellungen in den Berichten von Zeitzeugen fast induktiv zum Ausgangspunkt unserer Interpretation zu machen. [54]

Ich verstehe diese Zeilen auch als leise Selbstkritik SCHNEIDERs, da das Buch "Das Erbe der Napola", an dem er wesentlich beteiligt war, Elemente von Vorverurteilung der Befragten durch Angehörige der nachfolgenden Generationen enthält, zum Teil ohne die Selbstinterpretation der Interviewten zunächst deutlich für sich zu Wort kommen zu lassen, ehe sie zum Gegenstand psychoanalytischer Interpretation von Angehörigen der nächsten Generation wird. [55]

Es besteht immer in solchen Sets und ihren Interpretationen die Gefahr, sich quasi objektiv außerhalb dieses generationellen Konfliktzusammenhangs zu beschreiben, sich zur moralischen Instanz gegenüber der vorherigen Generation zu machen – zum Beispiel jedem Zeitzeugen Täterschaft im Nationalsozialismus zu unterstellen und damit "die" Deutschen auf zwei Gruppen zu reduzieren, die "Täter" und die "Opfer". Zeitzeugen hätten dann nur geringe Chancen, sich selbst anders zu erklären: Jede von dieser Interpretation abweichende eigene Erklärung wäre psychoanalytisch leicht als Exkulpation oder Legitimation, Verdrängung oder Abwehr nach narzisstischer Kränkung interpretierbar. Damit würde die Kritik an solcher Art Verallgemeinerungen als Bestätigung der Theorie eingebaut werden können. Das Plädoyer für Differenzierung durch andere Wissenschaftler könnte psychoanalytisch als Ausdruck der Haltung eines Mitglieds der Kindergeneration gedeutet werden, das die eigenen Eltern schützen will, oder als Abwehr unbewusster Identifikationen mit dem Aggressor, also mit dem "Tätervater". Durch diese oder ähnliche Zurückweisungen von Kritik, die die eigene Theorie bestätigt, würde aus einer hermeneutischen Methode eine hermetische werden. Hier müsste u.a. eine Supervision ansetzen, die sich eben auch und gerade auf das Verhältnis von Zeitzeugen und ihre Interpreten bezieht. [56]

Zwei Schlussbemerkungen: Meine Bedenken richten sich zwar gegen voreilige Generalisierungen durch Psychoanalytiker, aber nicht gegen die Möglichkeiten der Psychoanalyse als heuristisches Instrument in mentalitätsgeschichtlichen oder biographischen bzw. autobiographischen Untersuchungen, als Theorie über Erinnerungen und das Gedächtnis oder über die Wirkung von unbewussten Motiven in der Geschichte. Überdies helfen Erfahrungen aus der Psychoanalyse, das Bewusstsein für unsere eigene Rolle in diesem Set von "Erfahrungsgeschichte" zu schärfen. Aber die Psychoanalyse als Therapie ist ein langer dialogischer Prozess, unsere Befragungen zumeist kurz und im Vergleich wenig dialogisch, psychoanalytische Deutungen werden erst im Nachhinein angeboten, zumeist nicht – anders als in der Therapie – im Gespräch mit den Befragten selbst. In diesen Interpretationszusammenhängen besteht die Gefahr, dass das Unbewusste wenig kontrolliert gegen die bewussten Motive gestellt oder gar als schwer überprüfbares Interpretationsinstrument ins Feld geführt wird und Raum lässt für Projektionen von Historikern.75) [57]

Umso mehr müssen vorsichtige Haltungen in der psychoanalytisch verallgemeinernden Deutung entwickelt werden. Es sollte immer geprüft werden, inwieweit diese Instrumentarien plausible Erklärungen in den Generalisierungen anbieten, ob anders fundierte Interpretationen ebenfalls schlüssig wären, ob Untersuchungen mit anderem Ansatz widersprechende Ergebnisse vorlegen, ob nur eine Tendenz unter den Befragten mit einer bestimmten Deutung "erfasst" wird usw.76) Gerade in der qualitativen historischen Forschung muss eine Empirie entwickelt werden, die Kontrollierbarkeit mit einem Höchstmaß an Offenheit für die Widersprüche, Ambivalenzen und Vielschichtigkeiten der Erfahrungen und Verarbeitungen von Geschichte verbindet, anstatt ein dogmatisiertes Ideengerüst deduktionistisch an Individuen heranzutragen – welcher Provenienz auch immer. [58]

In deduktionistischen Vorgehensweisen steht überdies die "hermeneutische Falle" weit offen: Vertreter eines solchen Vorgehens nehmen entweder die Aussagen der Befragten als "die" Wirklichkeit, oder sie striegeln die Subjekte entsprechend ihrer Vorannahmen so glatt, dass sie nur als Illustrationen für anderswo gewonnene Thesen dienen oder dass von ihnen nur knöcherne Gerippen des Zeitgeistes oder die Prototypen der "Modal Personality" der Historiker übrigbleiben. [59]

Die zweite Schlussbemerkung: Ebenso wenig wie Geschichte auf Erfahrungsgeschichte reduzierbar ist, ebenso wenig verlangt jede historische Fragestellung nach psychologischen Methoden, und nicht jedes historisch-psychologische Problem benötigt die Psychoanalyse. Es ist sehr genau zu prüfen, welche historischen Umstände mit Hilfe psychologischer Ansätze plausibel erklärt werden können und welche psychologischen Theorien dafür heranzuziehen sind, die Psychoanalyse, die Sozialpsychologie, Sozialisations- oder entwicklungspsychologische Theorien. Den erkenntnistheoretischen Grundsatz, dass jedes Objekt spezielle Methoden zu seiner Untersuchung verlangt, gilt es auch hier anzuwenden – nicht weniger und nicht mehr. [60]

Anmerkungen

1) Dieser Text ist eine überarbeitete und ergänzte Fassung eines Beitrages, der aus dem einleitenden Vortrag auf der Tagung des Instituts für Geschichte und Biographie zu dem Thema "Geschichte und Psychologie – Oral History und Psychoanalyse" hervorgegangen ist und zuerst in BIOS, Jg. 11 (1998), Heft 2 veröffentlicht wurde. <zurück>

2) Vgl. u.a. BRÜCKNER (1982). <zurück>

3) Vgl. GÜNTHER (1947) oder das geschichtsphilosophische Werk "Über die Rolle der Persönlichkeit in der Geschichte" von PLECHANOW (1945). Daraus ein Beispiel für die Art der Fragestellung: "Vielleicht wäre Napoleon (vor dem 18. Brumaire – Pl.) nach Rußland gegangen, wohin er ganz wenige Jahre vor der Revolution reisen wollte. Hier hätte er sich wahrscheinlich in den Schlachten gegen die Türken oder gegen die kaukasischen Bergvölker ausgezeichnet, aber niemand wäre auf den Gedanken gekommen, daß dieser arme, aber begabte Offizier unter günstigen Verhältnissen zum Beherrscher der Welt hätte werden können." (PLECHANOW 1945, S.35, Fußnote*). <zurück>

4) Zum Thema Persönlichkeit und Geschichte lieferte BOSCH eine Zusammenfassung in didaktischer Form (1977). <zurück>

5) Vgl. vor allem DROYSEN (1972, 1974), SPET (1993). Auch Verlage haben sich um "Persönlichkeiten der Geschichte" verdient gemacht, indem sie umfangreiche biographische Archive schufen, in Deutschland ist dies vor allem der Saur-Verlag (FABIAN 1986, GORZNY 1997). <zurück>

6) Für DROYSEN selbst war "reelle Wissenschaft" auch der Historiographie durch "Empirie" ausgezeichnet. Vgl. dazu auch STEINBACH (1995), RÜSEN (1993). <zurück>

7) WEHLER (1974, S.11f). Zum Verstehensbegriff schrieb WEHLER (1974, S.9f.): "Das 'Verstehen' ist aus dem aristotelischen Intuitionsbegriff erwachsen, von der theologischen Hermeneutik erstmals systematisch behandelt worden – man denke hier an Schleiermachers Theorie der Auslegung – und fortab meistens mit einem nicht ganz erklärbaren Einfühlungsvermögen verbunden worden. Es ist mithin in hohem Maße Ausfluß sensibler Begabung und menschlicher Reife und beruhte überdies in Deutschland stillschweigend auf einigen zunehmend der Kritik ausgesetzten Voraussetzungen, von denen hier nur einige erwähnt seien: Wenn Johann Gustav Droysen, der vielleicht mit dem schärfsten analytischen Verstand über die Probleme des historischen Kerngedankens: 'forschend zu verstehen' reflektiert hat, zu der Behauptung vorstoßen konnte, daß 'nichts, was den menschlichen Geist bewegt und sinnlichen Ausdruck gefunden hat, ... nicht verstanden werden könnte', dann darf man das heute unter anderem auch als Ausdruck der optimistischen, relativ statischen Anthropologie des Historismus bewerten." <zurück>

8) Zu den jüngeren Debatten um hermeneutische Methoden vgl. u.a. die Arbeiten von ALBERT (1994), BERG (1997) und BÜHL (1972; mit Aufsätzen von SIMMEL), DREYFUSS und RABINOW (1994; mit FOUCAULT), GADAMER (1993), HEINZE-PRAUSE (1996), HITZLER und HONER (1997), HUSCHKE-RHEIN (1993), OEVERMANN, ALLERT, KONAU & KRAMBECK (1979), PÖGGELER (1972; mit Aufsätzen von DILTHEY), SEIFFERT (1992), SOEFFNER (1979, 1984), SPIES (1992), SUTTER (1997), TEICHERT (1991). <zurück>

9) Vgl. vor allem Wilhelm DILTHEY (1883/1979, 1900, 1905/1991). Siehe dazu STEINBACH (1995). Auch die Akzente, die Georg SIMMEL setzte, sind von großer Bedeutung in diesem Zusammenhang (1892/1907, 1922/1998). <zurück>

10) Man denke nur an einige Arbeiten von FREUD selbst wie "Massenpsychologie und Ich-Analyse" (1984) oder seinen "Abriß der Psychoanalyse. Das Unbehagen an der Kultur" (1974). Zur hier einschlägigen Theorie des Todestriebs bei FREUD, der wesentlich aus den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs rührte, vgl. u.a. SCHMIDT-HEELERAU (1995) oder EISSLER (1992). Selbst Alfred ADLERs Individualpsychologie beschränkte sich keineswegs auf das Individuum als vereinzeltes Subjekt (ANSBACHER & ANSBACHER 1995). Carl Gustav JUNG ging mit seinen kollektiven (Arche-) Typen und Mythen, mit seinen Arbeiten über Religion oder seinen Zivilisationsbeschreibungen einen anderen Weg (1980, 1989, 1996). Vgl. auch GOUX (1975). <zurück>

11) Am bekanntesten wurde LeBONs "Psychologie der Massen", erstmals 1889 in Paris (LeBON 1982). Unzählige deutsche Leser gewann von geschichtsphilosophischer Seite ORTEGA Y GASSETs "Der Aufstand der Massen" (1974 bereits 234.-238. Tausend). Vgl. auch STIELER zu "Person und Masse" mit dem bezeichnenden Untertitel "Untersuchungen zur Grundlegung einer Massenpsychologie" (1929) oder BASCHWITZ (1938), REIWALD (1946) und VÄRTING (1928). Siehe auch HOFSTÄTTER (1975), MÖDE (1920). <zurück>

12) Alice v. PLATO (2001) betont als Ursachen dieser Entwicklung neben der Bedeutung des Massenpublikums auch die ethnologischen und anthropologischen "Umwege" der Geschichtswissenschaft. <zurück>

13) Karl (Gottfried) LAMPRECHT war einer der ersten Historiker, der eine systematische Theorie über psychologische Faktoren in der Geschichtswissenschaft entwickelte und einen wesentlichen Beitrag zur Schule der Kulturgeschichte leistete, besonders mit seinem Hauptwerk "Deutsche Geschichte" (1891-1901) – so die Encyclopaedia Britannica (2003). <zurück>

14) 1900 gründete der Philosoph Henri BERR die Zeitschrift "Revue de Synthèse historique". Ihr erklärtes Ziel: die Geschichte aus dem "metaphysischen" in das wissenschaftliche Stadium zu überführen, die verschiedenen Spezialgebiete zu koordinieren und letztlich – ähnlich wie LAMPRECHT – eine historische Sozialpsychologie als Gipfel dieser Entwicklung auszuarbeiten. In Auseinandersetzung mit der politischen Geschichtsschreibung in Frankreich und mit der "Revue" wurde 1929 von Lucien FEBVRE und Marc BLOCH die Zeitschrift "Annales d'histoire économique et sociale" begründet, die sich eine integrierende Kultur-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte auf die Fahnen geschrieben hatte, und an der Lucien FEBVRE seit 1910 und kurz danach auch Marc BLOCH gearbeitet hatten. (Vgl. Marc BLOCH, Fernand BRAUDEL & Lucien FEBVRE 1977; darin die informative Einleitung von Claudia HONEGGER, S.7ff., oder auch IGGERS 1971.) <zurück>

15) Man denke nur – neben der "bündischen Jugendgeneration" – an die "HJ-Generation" (v. PLATO 1995a) oder die "68er Generation", die als eigenständige Begriffe nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in Massenmedien Bedeutung bekamen. Vgl. auch BAACKE (1998) oder für die Nachkriegszeit u.a. KERSTING (1998), KENKMANN (1996), MÄHLERT und STEPHAN (1996). <zurück>

16) Vgl. u.a. das Buch "Generationalität und Lebensgeschichte im 20. Jahrhundert", hrsg. von REULECKE (2003), oder BEYER (1997), BECKER (1997), DEPPE (1982), EHRENBERG (1912), GILLIS, HERRMANN und ROTH (1985), JAIDE (1988), MANSEL, ROSENTHAL und TÖLKE (1997), MEAD (1972), SCHULZ und GREBNER (2003), REULECKE (1997), WELZER, MONTAU und PLAß (1997), STIKSRUD (1994), SCHNEIDER (1997), BUDE (1987). Ich betone über die im allgemeinen zu der "Generationenlagerung" aufgeführten Faktoren auch die nachträgliche Verarbeitung von Geschichte als ein Element der Generationenbildung, vgl. v. PLATO (2004/in Vorb.). <zurück>

17) Am bekanntesten wurde die gleichnamige Arbeit von Wilhelm REICH (1974). Insgesamt wurden die Arbeiten aus der "Frankfurter Schule" bedeutsam. Vgl. auch HÜGLI und LÜBCKE (1992). Allgemein zur Wissenschaft im Nationalsozialismus vgl. u.a. LEPENIES (1986). <zurück>

18) Z.B. August THALHEIMER (KPD) in "Unter dem Banner des Marxismus" (1926). <zurück>

19) Vgl. u.a. BERNFELD (1971), WYSS (1969), WIESER (1981), FROMM (1985), LEPENIES und NOLTE (1971). <zurück>

20) Erich FROMMs sozialpsychologische Untersuchung über die Arbeiter und Angestellten am Ende der Weimarer Republik (1980). Vgl. allgemein zum politischen Bewusstsein v. BORRIES, RÜSEN et al. (1994). <zurück>

21) HORKHEIMER (1963) über das Vorurteil. Vgl. auch CRAMER (1979), MÖDING und v. PLATO (1986, 1989) oder SCHÜTZE, Ivonne (1997). <zurück>

22) Beispielsweise Erich FROMMs Studien zum Gesellschaftscharakter (1981). <zurück>

23) ADORNO, FRENKEL-BRUNSWICK, LEVINSON und SANFORD (1950); allgemein: HORKHEIMER und ADORNO (1996), ADORNO (1997). <zurück>

24) Zu den deutschen Historikern in der Emigration vgl. immer noch IGGERS (1974). <zurück>

25) Vgl. dazu auch NORA (1990), PLATT und DABAG (1995). <zurück>

26) Nach Francis YATES (1966, S.5). <zurück>

27) Besonders einflussreich wurden Ernst BLOCHs Beschreibungen in "Erbschaft dieser Zeit", beispielsweise in dem Kapitel zur Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen (BLOCH 1973). <zurück>

28) Vgl. FROMM (1984), für die jüngere Diskussion vor allem LEHMANN (1978, 1983) oder für den hier dargestellten Zusammenhang STRAUB (1989). <zurück>

29) Und das Buch, das mit diesen Theorien den "Nerv der Zeit" traf, war von Psychoanalytikern geschrieben worden, nämlich von den MITSCHERLICHs über die Unfähigkeit zu trauern (MITSCHERLICH & MITSCHERLICH 1967). Vgl. für die gegenwärtige Debatte das Heft "57/9-10" der Zeitschrift "PSYCHE" und SYRING (1988). <zurück>

30) Den meisten Deutschen war unbekannt, dass von den 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen bis zum Kriegsende 3,3 Millionen in deutscher Gefangenschaft umgekommenen sind (STREIT 1978, Einleitung, oder auch KELLER & OTTO 1998). <zurück>

31) Belegte Schätzungen gehen von ca. 12 Millionen Zwangsarbeitern aus; noch bei Kriegsende waren ca. 10 Millionen ehemalige Zwangsarbeiter in Deutschland (HERBERT 1985, SPOERER 2001). <zurück>

32) So arbeitet(e) eine "International Study Group for Trauma, Violence and Genocide", angegliedert dem Hamburger Institut für Sozialforschung, mit Archiven, die in Jerusalem oder an der Harvard-Universität Zeugnisse von Holocaust-Überlebenden sammeln, zusammen. Überwiegend sind dies Forschungen über Traumatisierungen in deutschen KZs (z.B. GÄSSLER 1993, BOLL 1997), aber zum Beispiel auch über den Genozid an Armeniern und die traumatischen Erfahrungen der Überlebenden (ABELS 1991, DABAG & PLATT 1993). <zurück>

33) Die Bedeutung und der Zusammenhang dieser Themen zeigt beispielsweise die Reihe des Suhrkamp-Verlages mit dem Titel "Erinnerung, Geschichte, Identität" oder HAVERKAMP und LACHMANN (1991). <zurück>

34) Vgl. vor allem WEHLERs einschlägige Arbeiten von 1976 und 1998 oder die frühen Untersuchungen von Ernst NOLTE (1967 und 1968) zu den faschistischen Bewegungen und ihren Ideologien oder zu den Theorien über den Faschismus. <zurück>

35) Vgl. u.a. die Arbeiten von ALHEIT, FISCHER-ROSENTHAL und HOERNING (1990), LEH (1997, 1998), LEHMANN (1978, 1983), MÖDING (1985), NIETHAMMER (1980, 1983a, 1983b, 1990), v. PLATO (1984, 1995a, 1998a, 1998b), v. PLATO und LEH (1997), ROSENTHAL (1993, 1994, 1995a, 1995b, 1997), SCHRÖDER (1992), WIERLING und BRÜGGEMEIER (1986), ZIMMERMANN (1989, 1991, 1993). <zurück>

36) Zum Beispiel HARTEWIG (1993), MÖDING (1985), NIETHAMMER (1983a, 1983b), NIETHAMMER und v. PLATO (1985) und v. PLATO (2002). <zurück>

37) Beispielhaft für eine "Täter-Untersuchung" wurde die Arbeit von Ulrich HERBERT (1996) über den führenden "SS-Technokraten" Best. Zu den Kindern vgl. u.a.: Universität Wuppertal (1988), ROSENTHAL (1997); jüngst: WILDT (2002). <zurück>

38) Die Literatur ist zahlreich, daher nur eine kleine Auswahl: DOMANSKY (1992, 1993, 1997), KOCKA (1995, 1998), KOCKA und MAYNTZ (1998), NIETHAMMER (1990), NIETHAMMER, v. PLATO und WIERLING (1991), HOFFMANN und RINK (1993), v. PLATO (1991, 1995b), VESTER (1995), v. WENSIERSKI (1993, 1994). Die Zeitschrift BIOS hat mehrfach zu verschiedenen Problemen der Entwicklung nach der Vereinigung Aufsätze abgedruckt, so von WENSIERSKI (1993) zur Stasi, SIMON (1993) zu Psychotherapeuten, BOIS-REYMOND (1993) zur Kindheit. <zurück>

39) Zu diesem und dem folgenden siehe v. PLATO (1998a). Vgl. auch RÜSEN und STRAUB (1998), v. BORRIES et al. (1994). <zurück>

40) Vgl. vor allem Aleida ASSMANN (1999), Aleida ASSMANN und Heidrun FRIESE (1998), Jan ASSMANN (1991). <zurück>

41) Vgl. GRADMANN (1990, 1993) oder SCHUBERT (1986), SCHUCHARDT (1993). <zurück>

42) Vgl. u.a. ALHEIT, FISCHER-ROSENTHAL und HOERNING (1990), FUCHS (1979, 1984), HEINRITZ (1988a, 1988b), HOERNING (1995), KOHLI und ROBERT (1984), OHLY und LEGNARO (1987), KRÜGER und MAROTZKI (1996), ROSENTHAL (1995a), SCHÜTZE, Fritz (1976, 1984, 1987, 1989), BEHRENS-COBET (1993) sowie BLOSSFELD und HUININK (2001) für die eher quantitativ ausgerichtete Schule der Lebensverlaufsanalysen. <zurück>

43) SIEGFRIED (1995), DITTMER und SIEGFRIED (1996, 1997). <zurück>

44) Für diesen Zusammenhang vgl. u.a. MEYER und SCHULZE (1989), DÖRR (1998). <zurück>

45) Dazu gehören Themen wie die Entstehung und (generationelle) Tradierung von Rollen, Erziehungsstilen und Werten, von Geschichtsbildern und ihren Präsentationen oder Konsens- und Dissenselementen, oder auch allgemein Vorurteile in einer Gesellschaft, Traumatisierungen und ihre individuelle wie kollektive Verarbeitung, Opfergeschichten oder umgekehrt Schuldabwehren und Legitimationen vergangener persönlicher Aktivität und Politik u.ä. mehr. <zurück>

46) Selten sind umgekehrt historische Untersuchungen von Psychoanalytikern. Ein Beispiel für eine solche Arbeit ist "Das Erbe der Napola" (SCHNEIDER, STILLKE & LEINEWEBER 1997). Siehe auch BOHLEBER (1991, 1992). <zurück>

47) Allgemein zur Entwicklung der Oral History und ihrer Methode in Deutschland: NIETHAMMER (1980, 1985, 1994), v. PLATO (1985, 1992, 1998a, 2000), SPUHLER (1994); kritisch: SCHNEIDER (1995), WELZER (2000); frühe Bibliographien SYGUSCH, ENGEL, PETER und STRACK (1985) oder OHLY und LEGNARO (1987). <zurück>

48) WEHLER (1971; ich zitiere nach 1974). Vgl. auch WEHLER (1972). <zurück>

49) Allerdings ist jüngst die Arbeit von RÜSEN und STRAUB (1998) erschienen, die die neuerliche Diskussionen um die Bedeutung der Psychoanalyse für die Geschichtswissenschaft wiedergibt. In der DDR gab es eine Arbeit, die sich fundamental und kritisch mit der Psychoanalyse auseinandersetzte, nämlich KÄTZEL (1987). <zurück>

50) The Journal of Psychohistory und The Psychohistory Review. Siehe außerdem die Arbeiten von LOEWENBERG (1995, 1996) oder von Thomas A. KOHUT (1983, 1991), die explizit und programmatisch diesen Begriff verwenden. <zurück>

51) ERIKSON (1989) oder auch zu GANDHI bzw. den Ursprüngen der Gewaltlosigkeit (1978), GAY (1986a, 1994) oder zu VOLTAIRE (GAY 1988). Vgl. auch BERNFELD (1981), CREMERIUS (1971) und das Mammutwerk im K.G. Saur Verlag: "Deutsches Biographisches Archiv (1982 – 1985)" (FABIAN 1986), bzw. "Deutsches Biographisches Archiv. Neue Folge (1989 – 1993) (GORZNY 1997); siehe das Gesamtprogramm. Vgl. auch WOLF (1998). <zurück>

52) Vgl. vor allem die Bibliographie von Charlotte HEINRITZ (1988a, 1988b); ALHEIT, FISCHER-ROSENTHAL und HOERNING (1990), FISCHER-ROSENTHAL (1995), HOERNING (1991, 1995) oder KRÜGER und MAROTZKI (1996); methodologisch: u.a. NASSEHI (1994), ROSENTHAL (1995a). <zurück>

53) Vgl. die Angaben in Fußnote 16. Den anderen Weg, bestimmte Berufsgruppen ohne Zuhilfenahme der Psychoanalyse zu untersuchen, gingen z.B. DURTH (1972), JARAUSCH (1990), NAGEL (1997) und – ganz anders für Wissenschaftler nach der Wiedervereinigung – KOCKA und MAYNTZ (1998) bzw. KOCKA (1998) zu Universitäten und Eliten im Osten nach 1945. Vgl. auch WEHLER (1990) zu Medizinern im "Dritten Reich". <zurück>

54) Psychoanalytisch orientiert: Peter GAYs Bourgois Experience (1986b, 1987), zumindest psychoanalytisch informiert: SCHIVELBUSCH (1980). <zurück>

55) Vgl. vor allem Aleida ASSMANN (1999), Aleida ASSMANN und Dietrich HARTH (1991), und Jan ASSMANN und Tonio HÖLSCHER (1988). <zurück>

56) Vgl. u.a. HOFFMANN und MAY (1995). <zurück>

57) LOEWENBERG (1995, 1996), am schärfsten pointiert in den frühen Schriften von Hayden WHITE (1990, 1991, 1994). <zurück>

58) Die therapeutischen Hilfen jedoch, die manchmal von Zeitzeugen nach ihren Berichten über traumatische Erlebnisse an Historiker und Historikerinnen herangetragen werden, überfordern sie zumeist. <zurück>

59) Vgl. dazu z.B. JUREIT (1998, 1999). <zurück>

60) So der Titel einer Konferenz, die im Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen 1998 abgehalten wurde und deren Ergebnisse von Elisabeth DOMANSKY und Harald WELZER (1999) veröffentlicht. Vgl. auch WELZER et al. (1997). <zurück>

61) Diese Forschung wurde zu einem nicht unerheblichen Teil seit den siebziger Jahren von Kindern jener Eltern gemacht, die den Nationalsozialismus erlebt und in ihm agiert hatten. <zurück>

62) AUTSCH, LOBINGER, REULECKE und SEIDEL (1998) mit Thomas A. KOHUT als Supervisor. <zurück>

63) SCHNEIDER, STILLKE und LEINEWEBER (1997) mit Werner BOHLEBER und Ilany KOGAN als Supervisoren. <zurück>

64) Zu den Traumata bei Naziopfern siehe MÜLLER-HOHAGEN (1988), bei den Nachkommen von Naziopfern und Flüchtlingen: Universität Wuppertal (1988) bzw. HERZKA, von SCHUMACHER und TYRANGIEL (1989). Zu den Stasi-Verfolgten vgl. zum Beispiel MORAWE (1999), STARK (1991). Vgl. auch RÜSEN, GOTTLOB und MITTAG ( 1998), v. PLATO und MEINICKE (1991). <zurück>

65) Vgl. allgemein dazu aus psychologischer Sicht BRAUN (1985). <zurück>

66) Vgl. die FQS-Debatte zu den Qualitätsstandards qualitativer Sozialforschung. Merkwürdigerweise wird eine "Repräsentativität" häufig dann von Historikern angemahnt, wenn es sich um die Verallgemeinerung von subjektiven Quellen handelt – in Verkennung der Tatsache, dass wir uns bei nahezu jeder Quelle um die Interpretation der "subjektiven Anteile" und um den Kontext dieser Quelle zu bemühen haben (siehe für eine ausführliche Diskussion im Kontext qualitativer Sozialforschung die hierzu veröffentlichten FQS-Schwerpunktausgaben, hrsg. von MRUCK, ROTH & BREUER 2002 bzw. ROTH, BREUER & MRUCK 2003). Und bei vielen historischen Arbeiten, die mit klassischen Quellen wie Verwaltungsakten arbeiten, besteht das Problem der Verallgemeinerungsfähigkeit auch. Vgl. die zugespitzte Gegenposition bei BRIESEN und GANS (1993). <zurück>

67) Ähnlich Jürgen STRAUB (1998a, S.13f. oder 1989, 1998b). <zurück>

68) In der Tat erklärt WEHLER die Psychoanalyse zur Hilfswissenschaft für historische Arbeiten, außerdem hält er in der Historiographie entwicklungs- und sozialpsychologische Schulen für entscheidender. Allerdings wendet WEHLER manchmal den Trick an, mit der Kritik an der Psychoanalyse die Psychologie insgesamt treffen zu wollen. <zurück>

69) Vgl. hierzu für die qualitative Sozialforschung das Konzept des "Theoretical Sampling" und der "Theoretical Saturation" im Rahmen der Grounded Theory Methodologie (GLASER & STRAUSS 1967, STRAUSS & CORBIN 1996). <zurück>

70) Vgl. z.B. LEGEWIE (1987) und dessen Vorschlag einer kommunikationstheoretischen Rekonzeptualisierung der Gütekriterien für die qualitative Forschung und allgemeiner die seit 2000 in FQS geführte Debatte zu Qualitätsstandards qualitativer Sozialforschung. <zurück>

71) Eine Arbeit FROMMs befasst sich explizit mit ähnlichen Fragen: Die Entdeckung des gesellschaftlichen Unbewussten. Zur Neubestimmung der Psychoanalyse (1990). <zurück>

72) So lauteten die Fragen in Diskussionen, die der Kölner Psychoanalytiker Klaus RÖCKERATH, den solche Zweifel ebenfalls plagten, und ich 1998 in Vorbereitung der erwähnten Essener Konferenz (DOMANSKY & WELZER; siehe Anmerkung 60)über "kommunikative Tradierungen" führten (private Aufzeichnungen). <zurück>

73) Die letzte Frage weist in umgekehrte Richtung: "Sind wir unseren Vätern wirklich fremd?" scheint den Vorwurf so umzuwenden, dass auch die nachfolgende Generation Gegenstand eben der Vorwürfe werden kann, die an die Eltern gerichtet waren. <zurück>

74) Vgl. u.a. SELLSCHOP und VOGEL (1994) oder WELZER et al. (1997). <zurück>

75) Dadurch kann die nachträgliche Deutung unbewusster Haltungen und Motive leicht verletzend wirken und zu Rückzügen der Befragten führen. <zurück>

76) So scheint mir bei einem Projekt des Sozialpsychologen Harald WELZER und anderer über "Tradierung von Geschichtsbewusstsein" (2001) eine vorschnelle Verallgemeinerung einer Tendenz vorgenommen worden zu sein. Dem Projekt folgend wäre in Familien mit kommunikativer Tradierung eine "kumulative Heroisierung" zu beobachten, also "eine Tendenz in den Nachfolgegenerationen zu erkennen, ihren Eltern und Großeltern anti-nationalsozialistische Grundhaltungen und Widerstandshandlungen zuzuschreiben" (WELZER et al. 1997, WELZER, MÖLLER & TSCHUGGNALL 2002; hier nach v. PLATO 2001, S.64). Das war in Familien zu beobachten, die noch miteinander über das Thema Nationalsozialismus kommunizierten, während es in der Mehrheit Interviews zum Abbruch der Kommunikation aus sehr unterschiedlichen Gründen zwischen den Generationen gekommen war. Die mittlere Generation wollte nicht mehr mit ihren Eltern über den Nationalsozialismus und seine Verbrechen sprechen. Hierin spiegelt sich dasselbe Problem wider, das SCHNEIDER anhand des Marc-BLOCH-Zitats diskutierte (vgl. Paragraphen 53f) – und auch hier betrifft es sowohl vorherige wie die (verschiedenen) beiden nachfolgenden, nun die Eltern bzw. Großeltern interpretierenden Generationen (vgl. dazu WELZER 2001, WELZER et al. 2002, v. PLATO 2001). <zurück>

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Zimmermann, Michael (1993). Jüdisches Leben in Essen 1800 – 1933. Essen: Klartext.

Zum Autor

Alexander von PLATO, Jg. 1942, ist Leiter des Instituts für Geschichte und Biographie der Fernuniversität Hagen, Mitherausgeber und Redakteur von "BIOS. Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen", zahlreiche Veröffentlichungen und Filme zur Zeitgeschichte, insbesondere zur Mentalitätsgeschichte, jüngst zu den internationalen Aspekten der Wiedervereinigung Deutschlands (2002).

Kontakt:

Alexander von PLATO

Institut für Geschichte und Biographie der Fernuniversität Hagen
Liebigstr. 11
D-58511 Luedenscheid

E-Mail: alexander.vonplato@fernuni-hagen.de
URL: http://www.fernuni-hagen.de/INST_GESCHUBIOG/

Zitation

Plato, Alexander von (2003). Geschichte und Psychologie – Oral History und Psychoanalyse. Problemaufriss und Literaturüberblick [60 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 5(1), Art. 18, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0401181.

Revised 6/2008



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