Volume 4, No. 3, Art. 10 – September 2003

"Auf den Leib gekommen." Fortschritte in der phänomenologisch-soziologisch fundierten Identitätstheorie

Thorsten Berndt

Review Essay:

Robert Gugutzer (2002). Leib, Körper und Identität. Eine phänomenologisch-soziologische Untersuchung zur personalen Identität. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 325 Seiten, ISBN 3-531-13719-0, Euro 29,00

Zusammenfassung: Ausgehend von einer Kritik an der herkömmlichen Identitätsforschung, dass der Körperbezug, und insbesondere der Leibbezug, eine vernachlässigte Basisgröße der Identität darstellt, entwickelt GUGUTZER einen theoretischen Rahmen aus den Arbeiten von PLESSNER, MERLEAU-PONTY, SCHMITZ und BOURDIEU. Diese Vorarbeit nutzend, wurde eine empirische Untersuchung der Verbindung von Identität einerseits und Körper/Leib (die grundlegend verwendete Unterscheidung von PLESSNER) andererseits durchgeführt. In der Studie, die der Forschungslogik der Grounded Theory folgt, wurden TänzerInnen und Ordensangehörige interviewt, ergänzt und gestützt durch Beobachtungen. Die aus der gesamten Arbeit hervorgehenden Ergebnisse rücken den Körper/Leib und das leibliche Spüren in eine zentrale Beziehung zur Identität, in der der Umgang mit dem Körper unter dem Gesichtspunkt der Selbstbewertung, Erinnerungsleistung, Kontrolle und Grenzerfahrung gesehen wird. "Leib, Körper und Identität" von GUGUTZER ist als wichtiger Beitrag zur phänomenologisch-soziologischen Identitätstheorie zu verstehen.

Keywords: personale Identität, Körper, Leib, phänomenologische Soziologie, Grounded Theory

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Buch

2.1 Leib, Spüren und Habitus

2.2 Tanzen und Beten "mit Leib und Identität"

2.3 Schlussfolgerungen

3. Kritische Anmerkungen

3.1 Markstein für die Identitätstheorie?

3.2 Der holprige Weg zum eindrücklichen Bild übers Tanzen und Beten

3.3 Zur Gesamtanlage

Literatur

Zum Autor

Zitation

 

1. Einleitung

Die sozialwissenschaftliche Erforschung personaler Identität ist ein in vielen Disziplinen verzweigter Bereich, der nicht zuletzt auch auf ein eigentümliches Ursprungsverhältnis zwischen Soziologie und Psychologie verweist. Man denke dabei an G. H. MEAD und an die durch ihn populär gewordene, noch heute für beide Disziplinen grundlegende Unterscheidung von "I" und "Me" und ihrer Verbindung zum "Self". Mit letzterem Begriff gelangt man auch schon in das Wespennest der Definitionen und Übersetzungen, die je nach vertretener Linie unterschiedlich ausfallen können. Bisher ist es nicht gelungen, eine einheitliche Definition zu gestalten, was unter anderem auch daran liegen könnte, dass der Phänomenbereich selbst so unterschiedlich abgesteckt wird, dass man sich zumeist nur noch mit neuen Begriffsschöpfungen zu helfen weiß (siehe dazu auch den Rezensionsaufsatz von ROST 2000 zu dem Buch von NIETHAMMER). So wird etwa versucht, aus der "ontologischen Falle" herauszutreten und durch den Begriff einer "Identitätsarbeit" den Prozess- und aktiven Erschaffungscharakter von Identität zu markieren (vgl. KEUPP 1997). Ähnlich gestaltet es sich z.B. mit der "narrativen Identität", die auf dem methodischen Zugang (insbesondere narratives Interview) einerseits, und der diesen Zugang begründenden Annahme fußt, dass Identität sprachlich vermittelt entsteht (siehe LUCIUS-HOENE & DEPPERMANN 2002, die Arbeit würdigend siehe die Rezension von SCHWABE 2003; siehe auch KRAUS 1996 und die Rezension dazu von MEY 2001). An dieser Stelle soll kein umfassender Überblick über das gesamte Forschungsgebiet gegeben werden. Zusammenführungen und -stellungen wichtiger Literatur und Linien in der Forschung finden sich u. a. bei den Arbeiten von STRAUB (1998), KEUPP u.a. (1999), WILLEMS und A. HAHN (1999) und HETTLAGE und VOGT (2000). Dass das Thema nach wie vor virulent ist, lässt sich auch daran sehen, dass das schon fast als Klassiker zu nennende Buch "Soziologische Dimensionen der Identität" von KRAPPMANN aus dem Jahre 1969 kürzlich in neunter Auflage erschienen ist. Während sich die Identitätsthematik nicht von sich aus dadurch auszeichnet, eine a priori Hinwendung zur Körperthematik in den Sozialwissenschaften zu haben, ist das Verhältnis andersherum dadurch geprägt, die Verbindung zum Sozialen und auf dem Weg dorthin auch zur Identität zu suchen. Als neuere Arbeit ist auf diesem Gebiet K. HAHN und MEUSER (2002) zu nennen. Oder – als Beispiel für eine Institutionalisierung – sei auf den an der FU Berlin seit 1997 bestehenden Graduiertenkolleg mit der Thematik Körper-Inszenierungen hingewiesen. [1]

Der Autor des hier besprochenen Buches, Robert GUGUTZER, war vom Oktober 1996 bis September 1999 Promotionsstipendiat am Graduiertenkolleg "Identitätsforschung" an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg. 2001 promovierte er dort bei Prof. Reinhard KRECKEL über das Thema "Zur Bedeutung von Leib und Körper für die personale Identität", aus dem diese Veröffentlichung hervorging. In der Nachfolge arbeitete er u. a. im SFB "Reflexive Modernisierung". Heute ist GUGUTZER im Bereich der systemischen Therapie und Beratung sowie als Dozent an der TU München tätig. (Revised, FQS, Oct. 2003) [2]

2. Das Buch

GUGUTZER teilt sein Buch in vier Teile: Zunächst gibt er im ersten Teil einen Überblick über die Identitätstheorien mit Hinsicht auf die Bedeutung von Körper und Leib. In dem zweiten Teil wird die theoretische Fundierung aus Phänomenologie, Philosophie und Soziologie gelegt, von der aus im dritten Teil die qualitativ empirische Untersuchung von TänzerInnen und Ordensleuten inspiriert ist. Ein vierter Teil fasst zusammen und wendet die Ergebnisse auf die fortgeschrittene Moderne zu einem Begriff der reflexiven Leiblichkeit. [3]

Der Autor geht von der Annahme aus, dass Identität deshalb zu einem Thema unserer Zeit geworden ist, weil sie nicht mehr unhinterfragt existiert, sondern aktiv erschaffen und verändert werden kann. Trotz der Weite und Vielbeachtung der Identitätsthematik im Allgemeinen versucht sich GUGUTZER an dem speziellen Zusammenhang zwischen "Leib, Körper und Identität", der seiner Meinung nach einen entscheidenden Grundpfeiler menschlicher Identität darstellt. Dass gerade dieser Aspekt in der bisherigen Forschung mitnichten durchdrungen zu sein scheint, ist einer seiner Hauptkritikpunkte und gleichzeitig Legitimation seiner Arbeit. Da sich der "Körper als Objekt der Identitätskonstruktion absichtsvoll einsetzen" (S.14) lässt, und dies in modernen Gesellschaften verstärkt zu beobachten ist, wird es für die Identitätsforschung notwendig, Leib und Körper systematisch zu berücksichtigen. GUGUTZERs hier vorliegende Dissertation stellt einen Beitrag für diese Verbindung dar. [4]

2.1 Leib, Spüren und Habitus

Mit Helmuth PLESSNERs Unterscheidung des Körperlichen in Leib-Sein und Körper-Haben wird der Grundstein gelegt, der Vernachlässigung des Leibes zugunsten des Körpers in der Tradition von DECARTES entgegenzutreten. Letztere wird verantwortlich gemacht für die Randständigkeit Körper/Leib-orientierter Identitätstheorien. In DECARTES' Sinne kann ein Körper nicht auf die Identität Einfluss nehmen, weil die dem Geist zugesprochenen Attribute wie Denken, Sprache und Vernunft dafür zuständig sind und der Geist die Kontrolle über den Körper hat. Zu der philosophisch-anthropologischen Grundlage durch PLESSNER treten als zweites die leibphänomenologischen Ansätze von MERLEAU-PONTY und Hermann SCHMITZ hinzu. Mit dem phänomenologischen Zugang wird die Perspektive über den dinglichen Körper hinaus zum eigenleiblichen Spüren erweitert, zumal die "Erfahrungen immer leibliche Erfahrungen sind" (S.15) und jene in selbstreflexiver stimmiger Sinnzuschreibung die personale Identität fundieren. Das zu einer spürbaren Selbstgewissheit führende Zusammenspiel von Selbstempfinden und Selbstdistanzierung mündet nach SCHMITZ in personaler Identität (S.103). Für die Wendung hin zu den gesellschaftlichen und kulturellen Einflüssen auf Leib und Körper, und damit auf die Identität, wird die Habitus-Theorie BOURDIEUs ins Spiel gebracht. Hier wären auch andere Anknüpfungen (ELIAS, GOFFMAN, FOUCAULT) möglich gewesen, worauf der Autor hinweist (S.109), was wiederum aufzeigt, dass die körperlich/leibliche Dimension in diesem Bereich doch nicht gänzlich vernachlässigt zu sein scheint. Bei BOURDIEU hebt GUGUTZER die körperlichen und leiblichen Anteile des Habitus-Konzeptes auf eine Stufe mit den Kognitiven: Der Habitus ist einverleibte Geschichte, der Leib fungiert als Gedächtnis (S.112f.), die soziale Ordnung findet "im körperlichen Habitus ihren sichtbaren Niederschlag" (S.115). Zusammengenommen ergibt sich ein theoretischer Bezugsrahmen, ein Leib-Körper fundiertes Identitätsmodell, von den drei Aspekten (a) Denken/Sprache, (b) Andere und (c) Gesellschaft/Kultur ergänzt, das dem empirischen Teil der Arbeit und den daraus hervorgehenden Ergebnissen als Ausgangspunkt dient. Zentral ist dabei das Verhältnis von Leib zu Denken/Sprache, in deren Wechselspiel es dem Individuum überhaupt erst möglich ist, eine Identität auszubilden. [5]

2.2 Tanzen und Beten "mit Leib und Identität"

In den methodologischen Vorbemerkungen zum empirischen Teil der Arbeit wird die Leib/Körper-Fundierung von Identität weiterverfolgt. In Anlehnung an JOHNSONs Konzept der image schemata, die zeigen sollen, wie körperliche Erfahrung und gestalthafte Wahrnehmung die Denkprozesse und Sprache organisieren, geht der Autor von folgender These aus: "Leibliche Erfahrungen bilden die vorbegriffliche Grundlage von Sprache und Denken" (S.139). Damit wird gleichzeitig die dominierende Identitäts- (und auch Körper-) Forschung kritisiert, die das Wirkungsverhältnis in entgegengesetzter Richtung beschreibt. Dadurch wird eine körperliche Grundlegung der kognitiven Identitätsmerkmale Narration und Reflexion angestrebt. Somit kann eine Person in Verbindung mit image schemata nur leiblich begründet (über) Identität sprechen. Der methodische Zugang findet über Sprache, in Form von Interviews, statt, wobei für das kulturell bedingte metaphorische Reden über den Körper die Metaphernanalyse als Ergänzung hinzugezogen wird. [6]

Der empirische Teil konzentriert sich auf die "subjektiven Einstellungen zum und Umgangsweisen mit Leib und Körper" (S.16). Es werden zwei Personengruppen betrachtet, die sich – vorangenommen – hinsichtlich ihrer Praxis mit und ihrer Einstellung zum Körper und Leib stark unterscheiden sollten: Ordensschwestern und Ordensbrüder, sowie Ballett-Tänzerinnen und -Tänzer. Im Verfahren der Grounded Theory (G.T.), auf Basis von problemzentrierten Interviews, wurden so empirisch begründete, formale Kategorien ausgearbeitet. [7]

Ein "offenes, leitfadengestütztes und problemzentriertes Interview" (S.148) diente als methodisches Hauptinstrument. Beobachtungsprotokolle während des Feldaufenthaltes, der im Kloster darin bestand einige Tage mit zu leben und bei den Ballett-TänzerInnen darin, am Training, den Proben und Aufführungen teilzunehmen, ergänzten das Datenmaterial. In diesem Sinne gab es eine Methodenkombination, wobei das Gewicht stärker auf dem Interview lag. Insbesondere für die anschließende Analyse war das Interviewdatenmaterial zentral, welches in einer (Analyse-) Triangulation von Kategorien- und Metaphernanalyse verwendet wurde. Letztere wird als ein neueres methodisches Instrument eingeführt. GUGUTZER orientiert sich dabei an den von R. SCHMITT vorgeschlagenen Analyseschritten. Die Kategorienanalyse lehnt sich an der Qualitativen Inhaltsanalyse von MAYRING und dem Thematischen Codieren von FLICK an und erweitert oder konkretisiert die Analyse im hier eher generell verstandenen G.T.-Verfahren. [8]

Die Metaphernanalyse ist nachvollziehbar und kommt zu einer zentralen Aussage: "Die Struktur des jeweiligen sozialen Feldes [... hat] einen prägenden Einfluss auf die individuellen Einstellungen zum Körper" (S.194). Die Ballett-Tänzerinnen und -Tänzer verwenden Metaphern, die ihren Körper als technisches Ding (etwa im Sinne einer Maschine, die ein- und ausgeschaltet werden kann, repariert werden muss etc.) und wenig wertgeschätzte Person darstellen (etwa gegen den Körper kämpfen oder ihn überlisten müssen). Der Körper wird zu beherrschen versucht, und dennoch fallen sie durch die Schmerzen offenbar immer wieder in die Verschränkung von Körper und Leib im Hier-Jetzt, nur um den Kampf erneut zu beginnen. Die Identitätsgewinne aus ihrem Körperkapital, in Form sozialer Anerkennung, sind dabei aber durchaus gegeben. Diesem eher negativen Verständnis stehen die verwendeten Metaphern der Ordensangehörigen gegenüber: Körper ist Geschenk Gottes (im Sinne eines anvertrauten wertvollen Gutes) und Körper ist Leben. Das Leibsein ist die Möglichkeit, das Leben zu spüren und mit Gott in Verbindung zu treten. Die Metaphernanalyse dreht die eingangs vermuteten Grundbedingungen der Gruppen um: "Die Ordensangehörigen haben ihrem Körper gegenüber eher die Einstellung eines freundschaftlichen Partners, während Ballett-TänzerInnen ihren Körper tendenziell als feindlichen Partner ansehen" (S.195). [9]

Die Kategorienanalyse bringt schließlich vier zentrale Kategorien hervor: Körperbild, leiblich-körperliche Grenzerfahrung, Leib-Körper-Kontrolle und Körpergeschichte.

  • Mit dem Körperbild wird versucht, aus den sprachlichen Äußerungen der Befragten die Ich-Leib-Einheit darzustellen. Verkürzt kann hier formuliert werden, dass Sätze wie "Ich bin zu dick!" anstelle von "Mein Körper ist zu dick." als Körperbild zum Selbstbild werden und somit die These der Ich-Leib-Einheit begründen (S.199). Bei dem Körperbild wird also deutlich, wie die Wendung fort von den allgemeinsprachlichen Metaphern der ersten Analyse hin zu den mit sich selbst identifizierenden Äußerungen der Kategorienanalyse stattfindet. Hinzu kommen in einer gewissen Mittlerposition die milieuspezifischen Körperbilder der Tänzerinnen/Tänzer und Ordensangehörigen.

  • Die Grenzerfahrung als Selbsterfahrung basiert auf leiblich affektiver Betroffenheit (S.215). Bei den Zeichen, die ein Körper geben kann, wie etwa auch Schmerzen oder Älterwerden, steht insbesondere die Geschlechtlichkeit im Vordergrund der Kategorie Grenzerfahrung. Die Geschlechtsidentität weist sich als eine Differenzerfahrung aus.

  • Die Leib-Körper-Kontrolle, als weitere Kategorie, wird u. a. als Selbstkontrolle verstanden. Die hohen Anforderungen an beide untersuchten Gruppen bzgl. der Körperkontrolle führen zu einer identischen Wahrnehmung von Kontrolle über sich und über den eigenen Körper. Diese Kontrolle hat auch einen stark auf das Soziale gerichteten Bezug für die Selbstdarstellung, letztere "bedarf in sozialen Interaktionen der Kontrolle des Körpers" (S.248).

  • Die Körperbiographie, als letzte der vier durch die Kategorienanalyse gewonnenen Kategorien, nimmt nun explizit die zeitliche Dimension für die Identität mit auf. Hierzu wird die These entwickelt, dass das "lebensgeschichtliche Werden und Gewordensein des Körpers [zusammenfällt] mit dem lebensgeschichtlichen Werden und Gewordensein des eigenen Selbst" (S.250). Körperbiographie ist Selbstbiographie, besonders deutlich wird das in den hinlänglich bekannten identitätstransformierenden Phasen, die mit körperlichen Entwicklungen einhergehen, wie etwa der Pubertät oder das Altern. Hinzu kommt das bewusst gemachte Körpermanagement, was die Körperbiographie als gestalt- und machbares Projekt auszeichnet. [10]

2.3 Schlussfolgerungen

In der im vierten Teil geleisteten Zusammenfassung stellt GUGUTZER den eben genannten Kategorien aus der empirischen Phase weitere vier Kategorien aus dem theoretischen Teil gewonnen voran:

  • Die Leibliche Disposition ist die basale leiblich-affektive Anlage einer Person die die Verarbeitung der Erfahrung und damit die personale Identität prägt. Auf der sozialen Ebene findet sie ihren Ausdruck in gewohnheitsmäßigen Verhaltensweisen, dem Habitus.

  • Die Leibliche Erinnerung kennzeichnet die Tatsache, dass ein Individuum einerseits in früheren Situationen leiblich-affektiv betroffen war, andererseits aber auch im Moment des Erinnerns leiblich-affektiv betroffen ist. Beide Erinnerungen sind leiblich gebunden und sichern ein Kontinuitätsempfinden zur Ausbildung einer biographischen Identität.

  • Der Spürsinn als eine Art leibliches Wissen leitet situationsangemessenes Handeln spontan und vorreflexiv an und ist sozial strukturiert.

  • Die Spürbare Selbstgewissheit ist die Übereinstimmung der narrativ konstruierten Lebensgeschichte mit einer leiblich spürbaren Stützung derselben zu einer authentischen Selbstidentifikation. [11]

Diese acht Kategorien sollen zusammengenommen ein alternatives Modell personaler Identität darstellen, welches die sozial-kognitive Verengung sozialwissenschaftlicher Identitätstheorien zu korrigieren sucht (S.275). Im Folgenden grenzt GUGUTZER dann sein Modell von biologistischen Ansätzen ab. Obwohl, so wird fortgefahren, die entwickelten Kategorien universelle Identitätsdimensionen bezeichnen sollen, sind sie außerdem nicht ahistorisch zu verstehen, weil an ihnen der jeweilige Ausdruck der spezifischen Zeit, für jetzt die fortgeschrittene Moderne, ersichtlich wird. Die Frage nach dem Zusammenhang von Leibsein/Körperhaben mit Natur und Kultur, Anthropologie und Soziologie kann wie folgt beantwortet werden: "Leib bezeichnet die Natur, die man selbst ist, Körper deren soziale Konstruktion, und da Leib und Körper ineinander verschränkt sind, sind auch Natur und Kultur ineinander verschränkt, wobei dieses ineinander Verschränktsein dialektischer Art ist." (S.280) [12]

Mit dem zentralen Begriff einer "reflexiven Leiblichkeit" soll die Identität im 21. Jahrhundert unter modernisierungssoziologischer Perspektive ge- und erfasst werden: "Der Ausdruck reflexive Leiblichkeit soll verdeutlichen, dass sich die Entwicklung und Aufrechterhaltung einer Identität [...] im Wechselspiel von (leiblicher) Erfahrung und (kognitiver) Reflexion, von narrativer Konstruktion und spürbarer Stützung vollzieht" (S.296). Die personale Identität, die sich im Leben als Sicherheit, Orientierung und Halt äußert, setzt voraus, dass sich das Individuum unter den heutigen sozio-kulturellen Bedingungen gerade auf körperliche und leibliche Fähigkeiten und Fertigkeiten nebst der reflexiven Kompetenz verlassen können muss (S.309). [13]

3. Kritische Anmerkungen

3.1 Markstein für die Identitätstheorie?

GUGUTZERs Kritik an dem völlig vernachlässigten Körperbezug von Identitätstheorien ist in dieser Stärke des Argumentes nicht auf die von ihm dann ja auch selbst als Basis verwendete Richtung der anthropologisch fundierten Theorien von PLESSNER (1961, 1981), LUCKMANN (1979), SOEFFNER (1983, 1989) und HITZLER (1992, 1997, 2002) zu beziehen, sondern eher auf die sozialpsychologischen Richtungen (z.B. KEUPP und HÖFER 1997; KEUPP et al. 1999) und den psychoanalytischen aus der Entstehung durch ERIKSON (1973). Die als postmodern zusammengefassten Beiträge zur Identität, etwa von GIDDENS (1991), BECK (1986) und BECK und BECK-GERNSHEIM (1994) oder BAUMAN (1999), greifen das Thema zwar nicht zentral, aber immerhin auch auf. Von den "Interaktionisten" MEAD (1968), GOFFMAN (1975) und KRAPPMANN (2000) sind zumindest die Arbeiten von GOFFMAN alles andere als Körper/Leib-fremd. GUGUTZER merkt hier aber zutreffend an, dass die Unterscheidung in Körper und Leib dort nicht getroffen wird. Diese Differenzierung in Leib und Körper wird insgesamt in den sozialwissenschaftlichen Identitätstheorien im Allgemeinen nicht nachvollzogen, und in der Hinwendung und Pointierung liegt sicherlich ein großer Verdienst dieser Arbeit. Es ist auch richtig, dass, von dieser Unterscheidung her betrachtet, der Leib und vor allem das eigenleibliche Spüren eine sehr geringe Rolle spielen. Mit dem Gewicht auf der Relation von Leib zu Denken/Sprache (S.128f.) setzt GUGUTZER somit Maßstäbe in der Fundierung von Identitätskonzepten. Auf der anderen Seite stellt sich aber die Frage, ob eine nicht phänomenologisch fundierte Soziologie eine solche Differenzierung überhaupt benötigt. MEADs Konzeption von Identität kann als leibabwesend und sogar körperfremd bezeichnet werden. Der Ansatz dieses Klassikers der sozialwissenschaftlichen Identitätstheorien geht davon aus, dass das Wesen der Identität kognitiv ist, "eine nach innen verlegte Übermittlung von Gesten, die das Denken ausmacht oder in deren Rahmen Denken oder Reflexion abläuft" (MEAD, zitiert nach GUGUTZER S.38). Siehe zu solcher kognitiven Verengung der MEADschen Theorie kritisch MEUSER (2002, S.25), der die nichttrennende Einheit von Geist und Körper bei ihm aufzeigt. Da MEAD aber den Ausgangspunkt der Identität an anderer Stelle setzt, ist das eigenleibliche Spüren kein eigenständiges Kriterium:

"Unsere Körper sind Teil unserer Umwelt. Es ist für den Einzelnen möglich, die Realität seines Körpers und körperlicher Empfindungen zu erfahren und sich ihrer bewußt zu werden, ohne sich seiner selbst bewußt zu werden – in anderen Worten, ohne die Haltung der anderen sich selbst gegenüber einzunehmen." (MEAD 1968, S.214) [14]

Man könnte somit fast im Gegenteil sagen, dass MEAD sogar davor warnt, die "Gefühls- oder Bewusstseinsinhalte" des Körpers in psychologisierender Art als isolierte selbständige Identität zu betrachten (MEAD 1968, S.207). Mit dieser Einschätzung durch MEAD, der ja keine Leiblichkeit unterscheidet, kann also gesagt werden, dass die leiblichen Erfahrungen und Wahrnehmungen nicht zwangsläufig mit Identität in Verbindung zu bringen sind. Was hiermit deutlich werden sollte, ist lediglich, dass die Reichweite der Konzeption von GUGUTZER eine genaue Betrachtung erfordert. Sie macht in einigen Linien der sozialwissenschaftlichen Identitätstheorien Sinn, erweitert und ergänzt sie, in anderen ist ein Ertrag wahrscheinlich weniger zu proklamieren. [15]

3.2 Der holprige Weg zum eindrücklichen Bild übers Tanzen und Beten

Dadurch, dass die Kontrastgruppen für die gesamte Untersuchung feststanden, konnte im Laufe der Forschung nicht mehr auf die Veränderungen der vorangenommenen Fundamente (Berufs- oder Tätigkeitsgruppen, Körperferne vs. Körpernähe sowie ein enger räumlicher Kontext) eingegangen werden, was aus dem Sinne einer idealen Forschung mit unbegrenzten Ressourcen sicherlich wünschenswert gewesen wäre. So hätte nach der Entdeckung, dass die Ordensangehörigen keineswegs so körperfremd waren, wie zunächst angenommen, nach einer weiteren Gruppe Ausschau gehalten werden müssen. Unter der Gefahr, das gleiche Problem zu reproduzieren, hätten z.B. Mathematiker oder Richter gewählt werden können. Unter Umständen hätte sich auch innerhalb der gewählten Gruppe ein anderes Kloster finden lassen können, z.B. eines in dem weniger getanzt wird. Es war in der Tat eines der seltsamsten Momente bei der Lektüre: Die Fallbeschreibungen der Ordensangehörigen fangen mit der Befriedigung beim Tanzen an (S.158). Letztendlich lässt sich bei jeder Personengruppe ein Bezug zum Körper/Leib herstellen, insbesondere bei einer wie durch GUGUTZER grundgelegten Annahme, dass das Körperliche das Denken und die Sprache und letztere wiederum die Identität bedingen. In einer Fußnote räumt er auch ein, dass "manche der Vorannahmen widerlegt" (S.145) wurden. Die von ihm verwendete G.T. sichert solche Vorkommnisse, die ja zum Forschungsprozess gehören, ab und kann sie flexibel auffangen, was hier allerdings nicht geleistet wurde. [16]

Zu der im Laufe der Forschung revidierten These der Körper-Leibnähe der beiden Gruppen lässt sich noch folgendes anmerken, was in Ansätzen in dem Kapitel zu leiblich-körperlichen Grenzerfahrungen auftaucht: Die Ordensangehörigen sind zwar ihrem Körper und ihrer Bewegung mit dem Körper selbst durchaus positiv zugewandt, diese positive Bewertung bezieht sich aber auf eine individuell-isolierte Körpererfahrung. Eine interaktive Körpererfahrung ist von dieser positiven Besetzung eher ausgenommen (siehe S.227f.). Diesbezüglich ist die geschlechtsspezifische Ausprägung des Körpers (S.229ff) immanent, bleibt aber durch GUGUTZERs Untersuchung zumeist in der Abgrenzung zu feministischen Geschlechtstheorien stehen, obwohl es einen systematisch zunächst sinnvollen Platz erhält, nämlich als leiblich-körperliche Grenzerfahrung. Wenn aber der Leib/Körper auch (oder mit MEAD gerade) im Zusammenhang mit Identitätsentwicklung gesetzt werden soll, gewinnt die Interaktion, also gerade die im Verhältnis zum anderen entstehende Handlung, einen hohen Stellenwert. So wird leider nur weniger stark dieses interaktive Element z.B. unter der Selbstdarstellung vertieft (S.248f.). Überspitzt könnte man formulieren, dass aus einer interaktionistischen Sicht eine individuelle Selbstgenügsamkeit mit dem Körper nicht ausreicht, um die Entwicklung des Identitätsprozesses bzgl. des Leibes/Körpers extensiv darzulegen. [17]

Überraschend und auch überraschend fruchtbar erscheint die Metaphernanalyse für das Verständnis des Feldes. Ansätze dieser Ergebnisse hätten sicherlich auch in der Kategorienanalyse durch die G.T. gewonnen werden können, doch erscheint der Aufwand insofern gerechtfertigt, als dass insbesondere die Schärfe der Ergebnisse bzgl. der Vorannahmen über Körperfremdheit der Ordensleute überzeugend war. Die analytische Verbindung in Form einer anvisierten Triangulation beider Analysen war hingegen nicht expliziert. Die auf die Metaphernanalyse folgende Kategorienanalyse ist zwar inspiriert von der ersteren, der Leser vermisst jedoch einen eigenständigen Analyseabschnitt dafür. Die empirisch gewonnenen Kategorien sind anschaulich am Material präsentiert und liefern einen dichten Einblick in die Körper-Leib-Identitätsthematik der untersuchten Gruppen. Trotz aller Schwierigkeiten, die nicht zuletzt auch auf die Ressourcenknappheit der Forschung zurückzuführen sind, ist ein eindrückliches Bild des Feldes bzgl. der Forschungsfrage entstanden. [18]

3.3 Zur Gesamtanlage

Auf der einen Seite ist die Präsentation der Ergebnisse im Schlussteil in gewissem Maße nicht ganz kohärent mit der davor geleisteten Arbeit, oder anders ausgedrückt: sie wird der selbstgestellten Anforderung nicht ganz gerecht. Die Verbindung zwischen der theoretischen und empirischen Phase der Arbeit ist im Grunde genommen nicht in einem eigenen Analyseabschnitt durchgeführt worden. Der empirische Teil ist zwar inspiriert durch die theoretische Grundlegung, was ja auch sehr sinnvoll ist, doch sind die zum Schluss genannten acht Kategorien als Endergebnis zwei monolithisch nebeneinander stehende Blöcke aus je vier Kategorien, die einen theoretisch (siehe Absatz 11), und die anderen empirisch gewonnen (siehe Absatz 10). Zudem erscheinen die vier theoretischen Kategorien nicht ohne weiteres nachvollziehbar aus dem theoretischen Teil selbst hervorzugehen. Hier hätten noch verbindende Analysen für mehr Kohärenz gesorgt. [19]

Auf der anderen Seite schafft GUGUTZER durch seine Arbeit einen wichtigen und nicht zu vernachlässigenden Fortschritt für eine phänomenologisch-soziologisch fundierte Identitätstheorie. Durch den Einbezug des körperlichen Aspektes – insbesondere die PLESSNERsche Unterscheidung von Körper (haben) und Leib (sein) – in die Identitätsthematik und die darauf bezogene empirisch fundierte Analyse, werden bedeutende Impulse gegeben. Schon heute sind dazu positive Rezeptionen zu vermelden. So schreibt z.B. HITZLER (2002, S.78) über jene Darstellung des Verhältnisses von Leib und Körper bei GUGUTZER, welches sich wie ein Leitthema durch die Arbeit zieht: "ausgesprochen profund". Dieser Würdigung ist für diesen Teil der Arbeit nichts hinzuzufügen. [20]

Insgesamt betrachtet leistet GUGUTZER sowohl eine richtungsweisende theoretische, als auch eine differenzierte und interessante empirische Arbeit, obwohl letztere bzgl. der theoretischen Auswahl der Gruppen bzw. der Reaktion auf erste Ergebnisse in Teilen unflexibel erscheint. Die jeweiligen Anschlüsse aufeinander im Sinne eines kohärenten Ganzen sind zuweilen lückenhaft oder für den Leser schwerer nachvollziehbar. Das täuscht aber grundsätzlich nicht hinweg über den mit Pioniercharakter versehenen Ansatz der theoretischen und empirischen Betrachtung des Körpers und insbesondere des Leibes bezüglich der personalen Identität. Das Buch ist zugleich ein Anstoß zu weiterer Vertiefung, damit für die sozialwissenschaftliche Identitätsforschung gelten kann: "Auf den Leib gekommen!" [21]

Literatur

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Straub, Jürgen (1998). Personale und kollektive Identität. Zur Analyse eines theoretischen Begriffs. In Aleida Assmann & Heidrun Friese (Hrsg.) (1998), Identitäten (Erinnerung, Geschichte, Identität Bd.3) (S.73-104). Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Willems, Herbert & Hahn, Alois (Hrsg.) (1999). Identität und Moderne. Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Zum Autor

Thorsten BERNDT ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Düsseldorf und arbeitet in dem DFG-Projekt "Recht als soziale Praxis" unter der Leitung von Prof. Dr. Martin MORLOK. Neben der Rechtssoziologie liegen seine Schwerpunkte in der Methodologie und den Methoden qualitativer Sozialforschung, insbesondere der hermeneutischen Wissenssoziologie und der Grounded Theory sowie in der sozialwissenschaftlichen Forschung zu den Themen der Gemeinschaft und Identität.

Kontakt:

Thorsten Berndt M. A.

Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Rechtstheorie und Rechtssoziologie
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
DFG-Projekt "Recht als soziale Praxis"
Universitätsstraße 1, Geb. 24.91
D-40225 Düsseldorf

E-Mail: Thorsten-Berndt@gmx.de

Zitation

Berndt, Thorsten (2003). "Auf den Leib gekommen." Fortschritte in der phänomenologisch-soziologisch fundierten Identitätstheorie. Review Essay: Robert Gugutzer (2002). Leib, Körper und Identität. Eine phänomenologisch-soziologische Untersuchung zur personalen Identität [21 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 4(3), Art. 10, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0303101.



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