Volume 3, No. 4, Art. 40 – November 2002

Rezension:

Helmut Bremer

Anja Weiß (2001). Rassismus wider Willen. Ein anderer Blick auf eine Struktur sozialer Ungleichheit. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 377 Seiten, ISBN 3-531-13621-6, EUR 32,90

Zusammenfassung: Die Arbeit liefert einen Beitrag zur Debatte um Rassismus und Interkulturalität sowie zur Anwendung qualitativer Forschungsverfahren im Rahmen der Theorie BOURDIEUs. Rassismus und Anti-Rassismus werden nicht isoliert betrachtet, sondern als eine Dimension sozialer Ungleichheit, die in eine umfassende Theorie sozialer Ungleichheit eingebunden werden muss. Vorgeschlagen wird BOURDIEUs Konzept von Habitus, Feld und Kapital. Das ermöglicht einen anderen Blick auf das Phänomen. Rassismus reproduziert sich nach diesem Ansatz nicht nur auf der Ebene inhaltlich-ideologischer und normativer Diskurse, sondern über die alltäglichen Praktiken, die im Habitus angelegt sind. Untersucht wird das am Beispiel von anti-rassistisch engagierten Gruppen, wobei gefragt wird, inwiefern diese rassistische Effekte auslösen können, ohne das intendiert zu haben. Als Untersuchungsinstrumente werden das Gruppendiskussionsverfahren und das "Improvisierende Rollenspiel" eingesetzt, die in neuartiger Weise miteinander verknüpft werden. Dadurch gelingt es, Habitusmuster umfassender aufzudecken und der empirischen Analyse zugänglich zu machen.

Keywords: Qualitative Sozialforschung, Rollenspiel, Gruppendiskussion, Bourdieu, Habitusanalyse, Anti-Rassismus, Rassismus, Interkulturalität

Inhaltsverzeichnis

1. Forschungsfrage und Aufbau des Buches

2. Theoretische Auseinandersetzungen

3. Methodische Überlegungen

4. Ergebnisse und Interpretationen

5. Fazit

Anmerkungen

Literatur

Zum Autor

Zitation

 

1. Forschungsfrage und Aufbau des Buches

Können Menschen, die sich anti-rassistisch engagieren, gegen ihre Intention rassistische Effekte auslösen und sogar zur Reproduktion dessen beitragen, gegen das sie sich wenden? Und wenn ja, auf welche Weise geschieht das? – Das ist die Ausgangsfrage, der Anja WEISS in ihrer Arbeit anhand der Analyse von verschiedenen Gruppen anti-rassistisch Engagierter nachgeht. Sie verfolgt damit das Ziel, einen anderen Blick auf das Phänomen von Rassismus und Anti-Rassismus zu ermöglichen. An den bekannten Ansätzen zu diesem Forschungsfeld wird kritisiert, dass die gängigen, zumeist auf moralische, ideologische, kulturelle oder andere Dimensionen fokussierenden Argumentationen keine umfassende Erklärung liefern, sondern immer nur über Teilausschnitte Aufschluss geben. Wenn Anja WEISS in der Einleitung ihre These formuliert, dass "Rassismus auch nicht-intentional reproduziert werden kann" und dass sich Rassismus nicht nur auf einer offen-sichtlichen Ebene des inhaltlich-ideologisch Eindeutigen und Explizierten zeigt, sondern implizit auch "in den Strukturen, Routinen und Diskursen" (S.15) der gewöhnlichen alltäglichen Praxis stecken, dann knüpft sie an dieses theoretische Defizit vieler Rassismuskonzepte an. Ihr Ansatz erfordert zweierlei: Zum einen eine elaborierte Theorie, die in der Lage ist, ein solches erweitertes Verständnis von Rassismus angemessen zu erklären und zu erfassen. Sie findet diese in BOURDIEUs Theorie von Habitus, Feld und Kapital, mit der sie Rassismus als "symbolische Dimension" (S.62) in ein umfassenderes Konzept sozialer Ungleichheit einordnen kann. Zum zweiten bedarf es eines methodologischen Zugangs, mit dem sich solche alltäglichen, nicht explizit gewollten Praktiken empirisch aufdecken lassen. Sie greift dazu auf das Gruppendiskussionsverfahren zurück, das sie aber in innovativer Weise mit einer Variante des Rollenspiels – dem "Improvisierenden Rollenspiel" – verbindet. [1]

WEISS geht dieser Frage in sehr gründlicher Weise in sechs Kapiteln nach. In den ersten beiden Abschnitten entwickelt sie ihr theoretisches und methodologisches Konzept. Sie setzt sich kritisch mit etablierten Rassismusansätzen auseinander und prüft die Möglichkeit der Übertragung von BOURDIEUs Konzept der "symbolischen Gewalt" auf diesen Bereich (Abschnitt 1). Dabei spielt die Kategorie des "Habitus", auf die sich WEISS empirisch fokussiert, insofern eine zentrale Rolle, weil darin die soziale Welt als "vergessene Geschichte" (BOURDIEU) in der Person verinnerlicht ist. In mikrosozialen interaktiven Prozessen stecken demnach nicht nur subjektive Intentionen, sondern es aktualisieren und reproduzieren sich gesellschaftliche (makrosoziale) Strukturen und Verhältnisse. Davon ausgehend werden die methodischen Instrumente (Gruppendiskussion und Improvisierendes Rollenspiel) vorgestellt, mit der solche interaktiven Prozesse analysiert werden sollen (Abschnitt 2). [2]

Bei der Darstellung der empirischen Ergebnissen ihrer Studie unterscheidet WEISS zunächst zwischen kurzfristigen (Abschnitt 3) und eher langfristigen (Abschnitt 4) rassistischen Effekten, die sich aus anti-rassistischem Engagement ergeben können. Im fünften Abschnitt wendet sie sich einem häufig ausgeblendeten Aspekt zu, nämlich den auf unterschiedlichen Milieu- bzw. Klassenzugehörigkeiten beruhenden Machtstrukturen im interkulturellen Konflikt. Der sechste Abschnitt reflektiert unter Einbeziehung der makro-soziologischen Ebene, warum sich gerade Menschen der "gebildeten Mittelschicht" häufig anti-rassistisch engagieren und in welchen Dilemmata sie sich häufig sehen. Schließlich resümiert WEISS ihre Arbeit und entwickelt Vorschläge für eine Umsetzung in anti-rassistische Arbeit. [3]

2. Theoretische Auseinandersetzungen

Anja WEISS beginnt die Entfaltung ihres theoretischen Konzeptes mit einer Auseinandersetzung mit bekannten Rassismuskonzepten. Dabei wird bereits ein Dilemma deutlich, nämlich das Problem, den Gegenstand überhaupt begrifflich trennscharf zu bestimmen. WEISS geht es auch nicht darum, diesen Knoten durch das Entwickeln einer eigenen "hieb- und stichfesten" Definition zu durchschlagen; dies erscheint, wie sie feststellt, "aus inhaltlichen Gründen aussichtslos" (S.21). So versagen Ansätze, die Rassismus unter Bezug auf bestimmte substanzielle Eigenschaften bestimmen (Inhalte, biologistische Kriterien, Ethnie usw.) deshalb häufig, weil sie in ihren jeweiligen Substanzbegriffen "gefangen" sind und rassistische Phänomene, die außerhalb derselben liegen, nicht berücksichtigen können. Auch lässt sich Rassismus nicht auf einen ideologisch orientierten Diskurs reduzieren. Zentral ist für WEISS vielmehr in Anlehnung an BOURDIEU das Wechselspiel von symbolischer Gewalt (die das stillschweigende Anerkennen der Ordnung beinhaltet) und von symbolischen Kämpfen. Rassismus ist insofern eng verflochten mit einer vielschichtigen sozialen Wahrnehmung und kann kaum universell bestimmt werden. Dieses Zusammenspiel mit seinen Akteuren und Strukturen gilt es zu analysieren, um Rassismus in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen aufzudecken. Es geht also um eine relationale Betrachtung, die die unterschiedlichen Perspektiven auf das Phänomen berücksichtigt. [4]

Bestimmte Kategorien1) sind, so WEISS, dennoch aus heuristischen Gründen sinnvoll, nicht zuletzt, um nicht Gefahr zu laufen, durch solche erweiterten Definitionen, die beispielsweise die Ebene askriptiver Merkmale nahezu ausklammern, Rassismus von anderen diskriminierenden Praktiken (wie Sexismus) abgrenzen zu können. Weiterhin ist wichtig, und hierin sieht sie ein Defizit in vielen Ansätzen, die interaktive und die gesellschaftliche Dimension – also die mikro- und makrosoziale Ebene – verknüpfen zu können. Mikrosoziale Ansätze neigen dazu, dass Problem in die Individuen zu verlagern; sie können also den "objektiven Sinn" individuellen Handelns nicht erklären (S.18). Makrosoziale Modelle stützen sich meist auf Sozialstrukturmodelle, die aufgrund pauschalisierender Annahmen über gesellschaftliche Ressourcenverteilungen die Feinheiten der interaktiven Prozesse nicht in den Blick bekommen, in denen sich Rassismus "inhaltlich implizit" (S.38) reproduziert, also ohne sich in offenen, leicht dechiffrierbaren Formen und Ideologien zu zeigen. Durch diese "Verkürzungen" laufen sie oft Gefahr, die Interessen derjenigen zu bedienen, "die über die Verteilung von Ressourcen verfügen", sich also z.B. aufgrund ihres kulturellen Kapitals besonders gewählt und "korrekt" ausdrücken können, und die deshalb "rassistische Effekte reproduzieren" können, "ohne dass sie rassistische Ideologien vertreten" (S.39). Dieser Aspekt wird von WEISS vor allem im eindrucksvollen sechsten Kapitel beleuchtet. [5]

Alle Ansätze haben, so WEISS, ihre spezifischen Blindheiten (mit Ausnahme vielleicht der englischen "Cultural Studies" von Stuart HALL u.a.). Ein anderer Blick ergibt sich dagegen, wenn man Rassismus nicht mehr isoliert betrachtet und zu Grunde legt, dass Rassismus immer in Zusammenhang steht mit der ganzen sozialen Konstellation und den gesellschaftlichen Kämpfen um die symbolische Ordnung der Gesellschaft. Ein differenzierter Rassismusbegriff, der auch die verdeckten und gerade deshalb so wirksamen diskriminierenden Praktiken mit aufdecken will, erfordert eine differenzierte Theorie. Rassismus, so resümiert WEISS, soll deshalb "als eine Dimension sozialer Ungleichheit angesehen werden, die nur im Zusammenhang mit einer allgemeinen Theorie sozialer Ungleichheit verstanden werden kann, die sich aber dennoch durch spezifische Charakteristika kennzeichnen lässt" (S.62). [6]

Zwar hat BOURDIEU kein ausgearbeitetes Rassismuskonzept entwickelt. Dessen Theorie der symbolischen Gewalt ist aber anschlussfähig für dieses Problem. Rassismus kann hier als Teil des Kampfes um die symbolische Ordnung verstanden werden, in dem es auch darum geht, bestimmte, zu konstruierende Gruppen von der gesellschaftlichen Teilhabe und Teilnahme auszuschließen und ihre Ansprüche zu delegitimieren. In diesem Kampf wird aus spezifischen Gründen auch auf askriptive und rassistische Kategorien zurückgegriffen. Die Handlungsstrategien der Akteure sind dabei mit der gesamten Haltung der Akteure, ihrem Habitus, verbunden. Auch explizit anti-rassistisch engagierte Menschen können auf diese Weise, indem ihr spezifischer Anti-Rassismus Teil ihrer gesamten sozialen Reproduktionsstrategie2) ist, die (unter anderem auch rassistisch fundierte) Struktur der Gesellschaft stabilisieren. Nach BOURDIEU verfügen sie über spezifisches symbolisches Kapital, dass sie, wie WEISS dann zeigt, im Diskurs über Rassismus einbringen, in die "besondere Logik symbolischer Ökonomien" (S.60). Auch die Definition dessen, was Rassismus ist und was nicht, ist Teil dieses symbolischen Kampfes. Die ungleiche Verteilung von "rassistischem symbolischen Kapital" (WEISS) führt dazu, dass es "rassistisch Dominante" und "rassistisch Dominierte" gibt. [7]

Verbunden ist dies im Konzept des Habitus. Dessen Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata beinhalten verinnerlichte Klassifikationen, nicht (mehr) bewusste Bewertungen der sozialen Welt, die im Handeln der Akteure ihre Spuren hinterlassen. Es ist deshalb, wie WEISS überzeugend darlegt, davon auszugehen, dass "im Habitus von rassistisch Dominanten Klassifikationsprinzipien und Praktiken enthalten sind, die ihr rassistisches symbolisches Kapital stabilisieren – und zwar unabhängig davon, ob sie sich als Individuen oder als Gruppe für oder gegen Rassismus aussprechen" (S.66f). Da sich im Habitus Individuum und Gesellschaft – mikro- und makrosoziale Welt – gewissermaßen treffen (und somit die "falsche Dichotomie" beider Perspektiven aufgehoben wird, S.83f), können interaktive Ausdrucks- und Reproduktionsmuster auch sehr gut über die Analyse des Habitus aufgedeckt werden. Zudem zeigen sich im Habitus nicht nur die inhaltlich-reflexiven, stärker kontrollierten, sondern auch die wenig kognitiv gesteuerten Handlungen, Praktiken und Klassifikationen. [8]

Der Ansatz, den WEISS hier entfaltet, ist ebenso komplex und – wie Klaus EDER im Vorwort betont – originell, gelingt es doch, konventionelle Rassismusansätze konstruktiv zu erweitern und deren Defizite auszugleichen (zusammenfassend S.132). WEISS geht es weniger um die Klärung dessen, was inhaltlich rassistisch ist, sondern sie untersucht "symbolische Kämpfe gegen Rassismus" (S.132). Teilweise geht bei der sehr gründlichen Auseinandersetzung mit den Rassismuskonzepten und der Entwicklung des eigenen Ansatzes mitunter die argumentative Klarheit verloren, nicht zuletzt, weil die Begriffe z.T. etwas "sperrig" sind.3) Auch die Abbildung 1 und 2 (S.58/59) bedürften einer etwas stärkeren Erläuterung. Aber dennoch ist dieser "Gang" durch die verschiedenen Konzepte wohl nötig, um dem Ziel näher zu kommen, einen anderen analytischen Blick auf das Phänomen zu bekommen. Hilfreich ist dabei die inhaltliche Strukturierung durch Kurzkommentare am Seitenrand sowie die regelmäßigen kurzen Zusammenfassungen am Ende der Kapitel und Unterkapitel. [9]

3. Methodische Überlegungen

Die Orientierung an diesem sehr differenzierten Theorierahmen findet sein Pendant in dem sehr anspruchsvollen methodischen Design, das in Abschnitt 2.2 vorgestellt wird. Da es WEISS um die sehr dicht mit der Person verbundenen und deshalb sehr "authentischen" Ausdrucksformen geht, arbeitet sie zum einen mit dem Gruppendiskussionsverfahren, das sich ja bekanntlich (zusammenfassend LAMNEK 1998, vgl. auch LOOS & SCHÄFFER 2001) sehr gut für das Aufdecken der interaktiven "alltagsnahen Meinungsproduktion" (S.88) eignet. Hierbei greift sie auf die von BOHNSACK im Anschluss an MANNHEIM entwickelte "dokumentarische Methode" zurück (BOHNSACK 1999), die auf die Rekonstruktion "milieuspezifischer Erfahrungsräume" zielt (S.91).4) Sie kombiniert dieses Verfahren dann zum anderen mit dem "Improvisierenden Rollenspiel". Dabei geht es ihr darum, mit dieser Technik neue Themen der Analyse zugänglich zu machen. Da die Gruppen "die Reproduktion von Rassismus nur in begrenztem Maße sprachlich explizieren können", können auf diese Weise "handlungspraktische Probleme" (S.93) zum Gegenstand gemacht werden. [10]

Man könnte sagen, dass sich hier andere Ausdrucksformen des Habitus zeigen. Dieser ist bekanntlich keineswegs auf die Ebene des Reflexiven beschränkt, die mit der Erhebung verbaler Daten durch Interviews oder Gruppendiskussionen vor allem angesprochen wird. BOURDIEU legt darauf besonderen Wert, wenn er häufig die Wirksamkeit der praktischen Logik betont, die "jenseits von Bewußtsein und diskursiven Denken" (BOURDIEU 1982, S.730) arbeitet und wenn er Habitusschemata als "Prinzipien von praktischer Schlüssigkeit" (BOURDIEU 1987, S.137) bezeichnet, die erworben werden, "ohne die Stufe des Diskurses zu erreichen" (ebd., S.136). Eine umfassendere Habitusanalyse macht deshalb das kontrollierte Einbeziehen erweiterter Methoden geradezu erforderlich. Insofern eröffnet WEISS mit dieser neuartigen Methodenkombination neue Perspektiven für die Habitusanalyse. Gerade weil die Teilnehmenden dabei spontan reagieren müssen, reflektieren sie ihr Handeln weniger und greifen "notgedrungen", wie WEISS hervorhebt, "auf habitualisierte Handlungspraktiken zurück", so dass durch die "geringere innere Zensur Distinktionspraktiken im Improvisierenden Rollenspiel" besonders gut deutlich werden; sie zeigen sich im Rollenspiel wie "unter der Lupe" (S.100f). [11]

Es werden also auf diese Weise verstärkt verborgene Muster der "habituellen Alltagspraxis" offen gelegt, die sich "dem kognitiven Umlernen hartnäckig entzieht" (S.103). Zugleich erfordert dies das reflektierte Beachten möglicher methodischer Probleme (z.B. das Verhältnis von Real- und Spielebene, das Übernehmen von "ich-nahen" oder "ich-fernen" Rollen durch die Teilnehmenden, die Art der Beobachtung und des Auswertens usw.), mit denen sich WEISS ausführlich auseinandersetzt.5) [12]

Zur Auswertung des Rollenspiels gehörte eine weitere Gruppendiskussion, in der die Gruppe ihr Spiel selbst interpretierte. Diese Selbstinterpretation ist wiederum Gegenstand der wissenschaftlichen Analyse. [13]

Kritisch anzumerken wäre, dass eine Videoprotokollierung neben der Audioaufnahme die Analysemöglichkeiten noch erweitern würde. Insbesondere beim Rollenspiel könnte so auch die körperliche Ebene des Habitus, die "körperliche Hexis" (BOURDIEU 1982, 1987) mit einbezogen werden. [14]

Die methodische Anlage und Durchführung zeugt insgesamt von hoher Methodenkompetenz sowie von guter theoriegeleiteter Interpretation, ohne die das sehr umfangreiche und komplexe Datenmaterial kaum strukturiert und durchdrungen werden könnte (dies bestätigt sich dann in den folgenden Abschnitten, in denen die empirischen Befunde dargestellt werden). Zur Komplexität gehört auch, sich die jeweiligen Perspektiven der Akteure, Dominante und Dominierte im sozialen Raum und im Feld des rassistischen Diskurses, interpretativ zu erarbeiten und zu verstehen. Es geht ja bei der eng am Habitus orientierten Analyse nicht um das "Entlarven geheimer Muster", sondern um das Sichtbarmachen dessen, was sich der Wahrnehmung des "sozialen Spiels" (BOURDIEU) – in diesem Fall die "praktische Reproduktion symbolischer Gewalt" (WEISS, S.102) – leicht entzieht, und was dennoch (oder besser gerade deshalb) besonders wirksam ist. [15]

Das ist besonders zu erwähnen, wenn man berücksichtigt, dass das Sample der Untersuchung aus solchen antirassistischen Gruppen besteht, die von WEISS als den "rassistisch Dominanten" Akteuren zugehörig typisiert werden (Überblick S.118, ausführlich S.123ff). Es werden also nicht die Perspektiven von "Dominierten" analysiert (die es auch in der Anti-Rassismus-Bewegung gibt), sondern das Interesse gilt den dominanten Gruppen; es sollen die Reproduktionsmuster von Rassismus innerhalb der "dominanten Kultur" (S.121) untersucht werden.6) Sozialstrukturell ordnet sie die Gruppen einem Milieu der "gebildeten Mittelschicht" zu. Hier kann kritisch gefragt werden, ob sich in Bezug auf die Habitusformen nicht noch weiter differenzieren ließe, etwa nach dem Grad der Distinktion.7) Dies könnte in der Darstellung der empirischen Befunde weiteren Aufschluss über unterschiedliche Umgangsformen und -praktiken der untersuchten Gruppen mit Rassismus und mit rassistisch dominierten Gruppen geben. [16]

4. Ergebnisse und Interpretationen

Ausgehend von diesem komplexen Ansatz stellt Anja WEISS in den Abschnitten 3-6 Ergebnisse ihrer Untersuchung ausführlich vor, wobei der "rote Faden" dieser Struktur beim Lesen manchmal etwas verloren geht. Dabei arbeitet sie mit vielen Beispielen aus den sehr reichhaltigen Erhebungen und mit exemplarischen Interpretationen ausgewählter Diskurse, so dass die Darstellungen selbst sehr anschaulich und gut nachvollziehbar sind. Auf die Fülle der Ergebnisse kann hier nur ausschnitthaft eingegangen werden. [17]

In Abschnitt 3. wird die Schwierigkeit deutlich, dass Rassismus bzw. Anti-Rassismus in Interaktionen in komplexer Weise überlagert und verflochten ist mit anderen Kategorien und Klassifikationen sozialer Ungleichheit und von diesen kaum zu isolieren ist. Diese "Zweideutigkeit symbolischer Kämpfe" (S.198) führt dazu, dass sich in den von WEISS untersuchten interaktiven Prozessen von anti-rassistisch Engagierten verschiedene Strategien zeigen (eher auf die inhaltliche Ebene und eher auf die Ebene der persönlichen Beziehungen bezogene), mit diesem Problem situativ umzugehen. Klar wird, dass es in den Auseinandersetzungen und Argumentationen immer auch um die Frage der Deutungsmacht geht, wobei zunächst offen bleibt, welche längerfristigen Effekte jeweils erreicht werden können. [18]

In Abschnitt 4. wird deutlich, dass es den Menschen in den Anti-Rassismus-Gruppen nicht zuletzt aufgrund ihres kulturellen Kapitals gelingt, offenen und "leicht identifizierbaren" Rassismus "durch Prozesse sozialer (Selbst-) Kontrolle" (S.265) zu vermeiden. Insbesondere in den Rollenspielen wird dies deutlich. Die "privilegierte Lage" (S.264) der "rassistisch Dominanten" beruht dabei darauf, dass sie als weiße Deutsche selbst entscheiden können, ob und inwieweit sie sich mit dem Thema Rassismus befassen wollen (im Unterschied z.B. zu Schwarzen). Zwar ist Rassismus in der gebildeten Mittelschicht insgesamt weitgehend normativ "geächtet". Jedoch unterscheiden sich die anti-rassistisch Engagierten offenbar von den nicht in solchen Gruppen Aktiven aus dem gleichen Milieu dadurch, dass sie über feinere Strategien der Vermeidung verfügen. [19]

Im Anschluss werden Konflikte und Konfliktpotenziale innerhalb der untersuchten Gruppen analysiert. Es zeigt sich, dass die Interaktion innerhalb solcher Gruppen von ungleichen Machtressourcen überlagert ist, durch die sich dominante und dominierte Positionen herausbilden. Dominante sind dabei in der Lage, Rassismusvorwürfe der Dominierten in einem Diskurs zu verarbeiten, durch den sie das Problem den Dominierten zurückgeben. Dadurch stabilisieren und reproduzieren sich "rassistische Dominanzverhältnisse" (S.296). Hier zeigt sich besonders deutlich, wie auf den ersten Blick "eindeutige" inhaltlich-ideologische Diskurse tatsächlich durch geradezu einverleibte habituelle Distinktionsmuster überlagert sind. [20]

Im sechsten Teil dann fokussiert WEISS auf die Diskrepanz zwischen intentionalen subjektiven Anti-Rassismus und dem objektiven Sinn, den dieses (wie anderes) Engagement auch haben kann und der sich nur erschließt, wenn die Handlungen in einen erweiterten sozialen Kontext und eine Feldlogik eingeordnet werden. Die Intentionen der "gebildeten Mittelschicht" sind nicht zu trennen von ihrer Position im gesamten sozialen Raum. Als "Beherrschte der herrschenden Klassen" (BOURDIEU 1982) neigen sie dazu, sich aufgrund ihrer strukturhomologen Position mit den beherrschten Klassen gegen die "wirklich" Herrschenden zu verbinden und als "Sprecher" der Beherrschten zu agieren. Dieser Kampf wird im politisch-kulturellen Feld ausgetragen, das von der "gebildeten Mittelschicht" (mit) dominiert wird. Dabei ist nicht immer auszumachen, inwiefern die Intellektuellen dieses Milieus für die Beherrschten der unteren Klassen sprechen oder inwiefern sie für sich selbst als Beherrschte der oberen Klassen agieren – und dabei eben auch gegen die beherrschten Klassen, für deren Interessen sie eigentlich eintreten wollen. Diese Überlagerung von Motiven kann sich als wahres Dilemma für diese Fraktion zeigen. Übertragen auf den Rassismus heißt das, dass sie einerseits den Rassismus "aus voller Überzeugung" bekämpft, andererseits "wählt sie Methoden, die die Bedingungen des Spiels unangetastet lassen, aus welchen sie selbst ihren Vorteil zieht" (S.301). Die "aufgeklärten" antirassistischen Diskurse, die auf spezifischem Kapitalvermögen beruhen, werden von den beherrschten unteren Klassen vermutlich nicht selten als "autoritäre Belehrungen" aufgefasst. Zugleich werden diese im sozialen Raum weiter unten stehenden Milieus von der "gebildeten Mittelschicht" oft als "defizitär" und "ungebildet" wahrgenommen. [21]

Diesem Problem geht WEISS in Abschnitt 6 differenziert nach. Sie stellt fest, dass die anti-rassistisch Engagierten bei sich durchaus Haltungen wahrnehmen, die sie rassistisch nennen. Auch ist ihnen oft die Distanz zu den Dominierten bewusst, für die sie sich intentional einsetzen, zumal, wenn sie in ihrer politischen Arbeit kaum rassistisch Dominierte einzubeziehen vermögen. Doch sie neigen dazu, dieses Dilemma als individuelles Problem auszutragen, also als "persönliche Unvollkommenheit", anstatt ihre Eingebundenheit in rassistische Strukturen zu erkennen, die mit ihrer sozialen Position im Ungleichheitsgefüge zusammenhängt. Die Individualisierung dieser Frage führt dann häufig zu Überforderungsgefühlen, so dass sie nicht selten resigniert darüber sind, mit ihrem normativen Engagement nicht mehr bewirken zu können. [22]

5. Fazit

Die Arbeit von WEISS beeindruckt durch die Verknüpfung von theoretischem und methodischem Ansatz. Sie leistet sowohl einen Beitrag für den Diskurs zum Rassismus und allgemeiner zum Umgang mit Interkulturalität als auch zu Methoden der Habitusanalyse. [23]

Mit der BOURDIEUschen Theorie gelingt es, Rassismus nicht nur als isolierten und machtfreien inhaltlich-ideologischen Diskurs zu betrachten, sondern in seinem Zusammenhang mit dem gesamten Ungleichheitsgefüge und dem Kampf um die symbolische Ordnung. Dieses reproduziert sich nicht nur diskursiv, sondern über die mit dem Habitus verbundenen Handlungsroutinen und Alltagspraktiken. Rassismus ist dann nicht nur, wie häufig bei Rassismuskonzepten, als Bildungs- oder Moraldefizit der ungebildeten Klassen zu sehen, sondern ist in spezifischer Form auch bei den gebildeten Milieus zu finden. Das, was Rassismus ist, lässt sich also nicht universell gültig bestimmen, sondern ist selbst umkämpft. Das "Dilemma", in dem sich die von WEISS untersuchten anti-rassistisch Engagierten subjektiv sehen – sich gegen Rassismus einzusetzen, gleichzeitig selbst nicht frei zu sein von rassistischen Haltungen und oft isoliert von denjenigen, für die man sich explizit einsetzt – hat somit einen objektiven strukturellen Hintergrund, der im Verborgenen wirksam ist. [24]

Hier ließe sich an das Beispiel des sprachlichen Tauschs erinnern, an dem BOURDIEU die Vorstrukturiertheit von interaktiven Prozessen deutlich macht und der erst vollständig zu verstehen ist, wenn die Bedingungen der Interaktion mit rekonstruiert werden:

"Wenn also ein Franzose mit einem Algerier spricht, so sind das letzten Endes nicht zwei Leute, die miteinander reden, sondern es ist Frankreich, das mit Algerien spricht, es sind zwei Geschichten, die miteinander sprechen, es ist die ganze Kolonisation, die ganze Geschichte eines zugleich ökonomischen, kulturellen ... Herrschaftsverhältnisses" (BOURDIEU 1989, S. 13).8) [25]

Auch wenn die "gebildete Mittelschicht" sich antirassistisch engagiert, also im politisch-kulturellen Feld aktiv wird, bleibt ihre Beziehung zu denjenigen, für die sie explizit Partei ergreifen, geprägt von der sozialen Distanz, die auch sonst zwischen ihnen besteht – angefangen von der Tatsache, dass sie sich engagieren (was voraussetzt, über ein spezifisches Kapital und Kompetenzen zu verfügen sowie über die Haltung, es sich überhaupt zuzutrauen, in diesem Feld zu agieren) bis hin zu der Form, wie sie sich engagieren (auf welche kulturellen Formen man also dabei zurückgreift). Dieses "Dilemma", wenn man es so nennen will, ist nicht auszuschalten, man kann "nur" damit umgehen. [26]

Anja WEISS sensibilisiert mit ihrer Studie für solche Zusammenhänge. Dabei geht es ihr nicht um das "Entlarven", sondern um das analytische Sichtbarmachen von Verborgenem, durch das ein anderes Verstehen erst möglich wird. So zeigt ihre Arbeit auch die hohe Erklärungskraft des Ansatzes von BOURDIEU. Ihr sensibles Vorgehen hängt sicherlich auch damit zusammen, dass sie selbst, wie sie eingangs erläutert, sich der von ihr untersuchten Zielgruppe zurechnet (insofern handelt es sich vielleicht auch um ein Stück von dem, was BOURDIEU als "Sozioanalyse" bezeichnet; siehe dazu etwa BOURDIEU & WACQUANT 1996). Ihre im Schlussteil angeführten Vorschläge für die Praxis von Anti-Rassismusgruppen bleiben etwas kurz, hätten vielleicht auch die ohnehin ausführliche Arbeit überfordert. Es wäre aber sinnvoll, die Ergebnisse der Studie in dieser Richtung weiterzudenken. Wenn es um den Umgang mit sozialer Distanz geht, so kann ein Teil des Problems darin liegen, dass intellektuelle Milieus oft nur über einen abstrakten Zugang zu den Problemen verfügen, also z.B. nicht selten wenig Kontakt mit Migrantinnen und Migranten haben und nur wenig über deren Alltagskultur wissen. Über direkte praktische Erfahrungen können Reflexionsprozesse eingeleitet werden, durch die auch neue Einsichten in eigenes Handeln möglich werden (dies könnte vermutlich schon ansatzweise gezeigt werden, wenn man die von WEISS untersuchten Gruppen in dieser Hinsicht näher differenziert). Solche praktischen Erfahrungen können bewusst herbeigeführt werden – wenn die betreffenden Gruppen sich in diese Richtung entwickeln wollen. [27]

Abschließend sei noch etwas zur methodologischen Seite bemerkt. Wenn Rassismus so eng mit dem Habitus der Person verbunden ist, dann erfordert dies auch eine Methodologie, mit der solche Handlungen offen gelegt werden können. Dies gelingt WEISS mit der Verbindung des "Improvisierenden Rollenspiels" und dem Gruppendiskussionsverfahren. Durch diese Technik kommen, wie sie zeigt, nicht nur die reflexiv kontrollierten und verbalisierbaren Aspekte zum Vorschein, sondern auch weniger kontrollierte, selbstverständlich-natürliche habituelle Schemata. Sie können auf diese Weise zum Ausdruck gebracht werden. Hier eröffnet die Arbeit von WEISS neue Perspektiven für die Habitusanalyse, indem gezeigt wird, wie man "die vergrabenen Dinge" ans Tageslicht befördern kann (BOURDIEU 1997, S.796). [28]

Anmerkungen

1) WEISS nennt schließlich drei "bestimmende Kategorien": (a) Kategorisierung, also die Bestimmung einer sozialen Gruppe als "Rasse"; (b) Hierarchie, also der diskriminierende Charakter; (c) Definitionsmacht, also die Frage danach, wer über die Mittel zur Durchsetzung "legitimer" Rassismusbegriffe verfügt. <zurück>

2) Hierbei ist zu beachten, wie WEISS auch anmerkt, dass BOURDIEU die Begriffe Strategie oder auch Interesse nicht in einem kalkulierenden, zweckrationalistischen Sinne versteht, sondern als implizite Praktiken oder "praktischen Sinn" (BOURDIEU 1987, vgl. auch BOURDIEU & WACQUANT 1996, S.147ff). <zurück>

3) So erweist sich insbesondere der Begriff des "rassistischen symbolischen Kapitals" noch als schwierig. Zwar ist durchaus nachzuvollziehen, dass aus analytischen Gründen diese Bezeichnung sinnvoll ist. Zugleich allerdings kann dadurch der Eindruck entstehen, dass Rassismus aus dem Ungleichheitsgefüge wieder "herausgefiltert" werden kann, während ja gerade eine solche isolierte Betrachtung vermieden werden soll. Symbolisches Kapital ist bei BOURDIEU nicht auf ein spezifisches Vermögen bezogen, sondern drückt den "Grad" der Legitimität aus, folgt also "der Logik des Kennens und Anerkennens" (BOURDIEU 1983, S.195). Der Besitz von Kapital bzw. von spezifischen Kompetenzen wird also unterschieden von dem Verwerten-Können desselben im "sozialen Spiel", so dass nahe gelegt wäre, von einem spezifischen symbolischen Kapital für die rassistische (De-) Legitimierung zu sprechen. WEISS deutet mit der Betonung der Eigenständigkeit eines "rassistischen symbolischen Kapitals" an, dass sie BOURDIEU an dieser Stelle nicht folgt. Allerdings müsste diese Argumentation klarer herausgearbeitet und überzeugender begründet werden. <zurück>

4) Positiv fällt auf, dass die Autorin beim Einsatz der "dokumentarischen Methode" die sozialstrukturelle Dimension stets im Blick behält, was nicht für alle, sich auf diese Methode stützende Arbeiten gilt. <zurück>

5) Für einen anderen methodologischen Zugang zum Rollenspiel als Forschungsmethode vgl. BRETSCHNEIDER 2002. <zurück>

6) WEISS setzt sich mit dem berechtigten Einwand gegen die weitgehende Beschränkung ihres Samples auf "rassistisch dominante Akteure" zwar auseinander (vgl. S.120f), dennoch würde eine Berücksichtigung von Perspektiven "dominierter Gruppen" sicher aufschlussreiche Kontraste erbringen. <zurück>

7) WEISS selbst sieht bei der sozialstrukturellen Einordnung ihres Samples einerseits offenbar Parallelen zum "neuen Kleinbürgertum" bei BOURDIEU, andererseits zum "Alternativen" bzw. jetzt "Liberal-Intellektuellen Milieu" der sozialstrukturell orientierten Milieuforschung. Dieses entspricht allerdings eher der dominierten Fraktion der herrschenden Klasse (und somit nicht den mittleren Klassen), die durch einen relativ ausgeprägten Distinktionshabitus gekennzeichnet ist. Nach der von VESTER, v. OERTZEN, GEILING, HERMANN und MÜLLER (2001) herausgearbeiteten und auf BOURDIEU aufbauenden Milieudifferenzierung lässt sich vermuten, dass im Sample von WEISS sowohl Milieufraktionen der oberen wie der mittleren Klassen vertreten sind, für die unter Umständen auch unterschiedliche Handlungsstrategien und Distinktionsmuster im Umgang mit Rassismus typisch wären. <zurück>

8) Ich danke Steffani ENGLER und Uwe H. BITTLINGMAYER für den Hinweis auf diese Textstelle. <zurück>

Literatur

Bohnsack, Rolf (1999). Rekonstruktive Sozialforschung. Opladen: Leske + Budrich.

Bourdieu, Pierre (1982). Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Frankfurt/M: Suhrkamp.

Bourdieu, Pierre (1983). Ökonomisches Kapital – Kulturelles Kapital – Soziales Kapital. In Reinhard Kreckel (Hrsg.), Soziale Ungleichheiten (Soziale Welt, Sonderband 2; S.183-198). Göttingen: Schwartz.

Bourdieu, Pierre (1987). Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft. Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Bourdieu, Pierre (1989). Satz und Gegensatz. Über die Verantwortung des Intellektuellen. Berlin: Wagenbach.

Bourdieu, Pierre & Wacquant, Loïc J.D. (1996). Reflexive Anthropologie. Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Bourdieu, Pierre (Hrsg.) (1997). Das Elend der Welt. Zeugnisse und Diagnosen alltäglichen Leidens an der Gesellschaft. Konstanz: Universitäts-Verlag Konstanz.

Bretschneider, Stephanie (2002, August). Rezension zu: Iris Stahlke (2001). Das Rollenspiel als Methode der qualitativen Sozialforschung. Möglichkeiten und Grenzen [18 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 3(3), Art. 4. Verfügbar über: http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/3-02/3-02review-bretschneider-d.htm.

Lamnek, Siegfried (1998). Gruppendiskussion. Theorie und Praxis. Weinheim: Beltz.

Loos, Peter & Schäffer, Burkhard (2001). Das Gruppendiskussionsverfahren. Theoretische Grundlagen und empirische Anwendung. Opladen: Leske + Budrich.

Vester, Michael; v. Oertzen, Peter; Geiling, Heiko; Hermann, Thomas & Müller, Dagmar (2001). Soziale Milieus im gesellschaftlichen Strukturwandel. Zwischen Integration und Ausgrenzung. Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Zum Autor

Helmut BREMER (Dr. phil., Diplom-Sozialwissenschaftler) war von 1995 – 2001 Mitarbeiter bei der Arbeitsgruppe Interdisziplinäre Sozialstrukturforschung (agis) und am Institut für Politische Wissenschaft an der Universität Hannover. Er war dort an mehreren Forschungsprojekten beteiligt, u.a. zum Milieuwandel in der gewerkschaftlichen Erwachsenenbildung und zum Bindungsverlust der Kirche zu den sozialen Milieus. Zur Zeit ist er an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster beschäftigt, wo er an einer Untersuchung zur Erwachsenenbildung mitwirkt. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Soziale Milieus und Sozialstruktur, qualitative Verfahren der Milieu-, Mentalitäts- und Habitusanalyse (bes.: Gruppendiskussion/Gruppenwerkstatt), Erwachsenenbildungsforschung.

Kontakt:

Dr. Helmut Bremer

Westfälische Wilhelms-Universität
FB 06 - Abt. Erwachsenenbildung
Projekt "Entwicklung regionaler Lernkulturen"
Georgskommende 33
D-48143 Münster

E-Mail: hbremer@uni-muenster.de

Zitation

Bremer, Helmut (2002). Rezension zu: Anja Weiß (2001). Rassismus wider Willen. Ein anderer Blick auf eine Struktur sozialer Ungleichheit [28 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 3(4), Art. 40, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0204400.



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