Volume 9, No. 3, Art. 20 – September 2008

Rezension:

Gerhard Jost

Doris Lemmermöhle, Stefanie Große, Antje Schellack & Renate Putschbach (2006). Passagen und Passantinnen. Biographisches Lernen junger Frauen. Eine Längsschnittstudie. Münster: Waxmann, 326 Seiten, ISBN 3-8309-1495-4, 29,90 Euro

Zusammenfassung: In dieser Studie werden Statuspassagen von jungen Frauen thematisiert. Jede Passage hat ein eigenes Muster und erfordert spezifische Ressourcen. Gleichzeitig ist ihre Gestalt individualisiert, d.h. sie stehen stärker unter dem Vorzeichen der individuellen Wahl und Bewältigung. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie über das Merkmal Geschlecht strukturiert sind. Junge Frauen sind mit dem Phänomen einer "doppelten Lebensführung", also der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie, konfrontiert. Insofern ist die Studie sowohl innerhalb der Biografie-, Lebenslauf- und Frauenforschung positioniert und beschäftigt sich als Längsschnittstudie mit Berufsfindungsprozessen sowie Partnerschaft und Familie. Die Erhebungszeitpunkte strecken sich über mehr als ein Jahrzehnt, wodurch die biografischen Entwicklungen und Lernprozessen sehr gut fokussiert werden können.

Keywords: Statuspassagen; Biografien; interpretative Sozialforschung; "Gender"-Studien

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Theoretische Konzepte als Ausgangspunkt der Studie

3. Methodische Vorgangsweise und Forschungsfragen

4. Ergebnisse der Studie

4.1 Einzelfalldarstellungen

4.2 Verallgemeinerte Erkenntnisse

5. Fazit

Anmerkung

Literatur

Zum Autor

Zitation

 

1. Einführung

Der Titel des Buches "Passagen und Passantinnen" erweckt den Eindruck einer Studie, die auf postmoderne Theorien verweist, wird mit diesen Begriffen doch meist das Veränderbare und Vorbeigehende betont. Schon das Inhaltsverzeichnis zeigt allerdings, dass institutionalisierte Statuspassagen im Mittelpunkt stehen und an theoretische Ausführungen und reflexiv moderne Zeitdiagnosen von GIDDENS (1984, 1991) angeknüpft wird. Aus dieser Perspektive haben biografische Sinnbestände trotz ihrer reflexiven Bearbeitung eine überdauernde, kontinuierliche Struktur. Deren Funktion wird bereits in Ausführungen der Moderne festgehalten: sie werden benötigt, um sich angesichts der Pluralität von Lebenswelten in differente Subwelten partiell bzw. temporär zu integrieren. An biografischen "Verzweigungen", bei denen Wahlen getroffen werden oder Zuweisungen zu neuen Kontexten entstehen, sind Statuspassagen angesiedelt. Statuspassagen sind seit den Ausführungen von GLASER und STRAUSS (1971) ein gewichtiges Thema der Soziologie. Mit ihnen werden Übergänge und Entwicklungen angesprochen, die soziale Räume begrenzen bzw. öffnen (vgl. dazu auch den Begriff der Transitionen: WELZER 1993). [1]

Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit Statuspassagen junger Frauen, die erstmals als 13- bzw. 14-jährige Haupt-, Real- und Gesamtschülerinnen zu Berufsfindungsprozessen interviewt wurden. Diese Erststudie mündete in eine Panelstudie mit mehreren Erhebungswellen. Auch thematisch erfolgte eine Ausweitung. Es werden neben der Berufsfindung, -ausbildung und -einmündung auch die Passagen der Partnerwahl und Familiengründung thematisiert. Die Frage nach der Gestalt(ung) von Statuspassagen von jungen Frauen steht im Kontext, dass sich im Zuge ihrer zunehmender Erwerbsbeteiligung neue Handlungsoptionen eröffnet haben, gleichzeitig nach wie vor geschlechterspezifische Ungleichheiten in der Chancenverteilung wirken. [2]

2. Theoretische Konzepte als Ausgangspunkt der Studie

Um den Diskurs über Berufseinmündungen nicht einseitig von der Handlungs- oder Strukturebene zu betrachten, gehen die Autorinnen von theoretischen Überlegungen GIDDENS (1984) aus. Ein wesentliches Anliegen von GIDDENS ist es, das Verhältnis zwischen Handeln und Struktur theoretisch so zu fassen, dass der Zwiespalt von handlungs- und strukturzentrierten Ansätzen überbrückt wird. Er stellt einerseits Funktionalismus und Strukturalismus in Frage, die Subjektivität als Derivat von Strukturen betrachten und den Zwangscharakter sozialen Handelns unterstreichen. Auf der anderen Seite distanziert er sich von Theorieentwürfen, die Handeln und Sinn als zentrale Bezugsgrößen soziologischer Erklärungen benutzen, ohne den Strukturaspekt zu berücksichtigen. Auf diese Weise vernachlässigt GIDDENS soziale Ungleichheit nicht (vgl. GIDDENS 2001), ist aber trotz seines Strukturinteresses handlungs- und wissenstheoretisch fundiert. [3]

Ein wesentlicher Gedanke der Strukturierungstheorie ist, dass soziale Handlungen rekursiv sind, d.h. die Akteure die Bedingungen des Handelns reproduzieren, die ihr Handeln ermöglichen. Strukturierung erfolgt demnach über Regeln und Ressourcen, die die soziale Reproduktion bewirken. Unter Regeln werden verallgemeinerbare Verfahrensweisen des Handelns verstanden, die im praktischen Bewusstsein zum Ausdruck kommen und im Konnex zu Routinen stehen. Strukturen können unterschiedlichen Allgemeinheitsgrad haben, stehen jedoch dafür, dass sie Akteuren bestimmte Wege und Möglichkeiten er- bzw. verschließen. Sie kanalisieren das Handeln und Wissen der Akteure, determinieren es aber nicht. Der unumgängliche Bezug auf diese Strukturen gewährleistet, dass sie sich den Akteuren als spezifische Bedingungen zeigen, die sie für ihr Handeln vorfinden. [4]

Als zweiten theoretischen Bezugspunkt dienen den Autorinnen Ausführungen zur Institutionalisierung bzw. Individualisierung des Lebenslaufs. Dabei kann an Ausführungen zur reflexiven "Self Identity" (GIDDENS 1991) angeknüpft werden, auch wenn diese kaum im Kontext der Strukturationstheorie zu sehen sind. Grundsätzlich wird mit der "Institutionalisierung des Lebenslaufs" (KOHLI 1985) die zeitliche Phasierung der Biografie angesprochen, die für das Individuum angesichts multipler Sinnwelten eine Entlastungs- und Orientierungsfunktion hat. Aufgrund reflexiver oder postmoderner Lebenslagen wird jedoch davon ausgegangen, dass sich die Institutionalisierung zurückgebildet bzw. aufgelöst hat (vgl. zu einer solchen Argumentation u.a. BECK 1986; SENNETT 1998). Stichwörter dafür sind Enttraditionalisierung, Pluralisierung von Lebensstilen, Partnerschafts- und Familienformen, Rückgang des Normalarbeitsverhältnisses oder permanenter sozialer Wandel. Diese Prozesse schlagen sich auf die Gestaltung des Lebenslaufs nieder und tangieren die Geschlechterverhältnisse. [5]

Drittens werden biografietheoretische Überlegungen hinzugezogen, die ebenfalls auf den Doppelcharakter von Gesellschaft und Individuum zielen. So bilden sich − wieder an GIDDENS' Sozialtheorie anschließend – biografische Lernprozesse nicht ausschließlich intentional und aufgrund geplanter Handlungsbedingungen heraus. Doch lässt sich empirisch erheben, wie sich junge Frauen reflexiv zu sich selbst, ihren Kontexten verhalten und wie sich die Selbst- und Wirklichkeitskonstruktionen über Statuspassagen hinweg reproduzieren oder transformieren. Dabei wird noch konkreter auf erziehungswissenschaftliche Modelle biografischen Lernens (ALHEIT 1995; ECARIUS 1998; SCHULZE 1993) eingegangen. [6]

Diese theoretischen Zugänge werden zusammengefügt und Wissens- bzw. Handlungsorientierungen zwischen gesellschaftlichen und biografischen Ressourcen angesiedelt (S.87). Unter gesellschaftlichen Ressourcen werden strukturelle Bedingungen, konjunkturelle Entwicklungen und normierende Muster (Männlichkeits- und Weiblichkeitskonstruktionen, Lebenslaufmuster) gefasst. Unter biografischen Ressourcen werden einerseits lebensgeschichtliche Erfahrungen (Interpretationen, Wissensbestände) und andererseits zugeschriebene bzw. erworbene Ressourcen subsumiert (soziale Herkunft, Geschlecht, soziale Bezugssysteme). Insofern werden die Besonderheiten der einzelnen Statuspassagen und deren Anforderungen, die biografischen Ressourcen und Lernprozesse sowie die Zukunftsperspektiven bei den einzelnen Interviewterminen fokussiert. [7]

3. Methodische Vorgangsweise und Forschungsfragen

Die Studie basiert auf problemzentrierten und biografisch-narrativen Interviews, die zwischen 1988 und 1995 in vier Erhebungswellen bzw. letztere in einer fünften Erhebung im Jahr 2001 durchgeführt wurden. In den ersten drei Erhebungswellen wurde eine größere Anzahl von Interviews durchgeführt (zwischen 52 und 72 Interviews), in den letzten zwei dagegen weniger aus demselben "Sample" (jeweils 12 bzw. 17 Interviews). In der vierten Erhebungswelle wurde zusätzlich eine schriftliche Befragung mit einem Rücklauf von 44 Fragebögen durchgeführt. [8]

Zum Zeitpunkt der ersten Interviews waren die Frauen noch 14-15-jährige Schülerinnen, die ihren beruflichen Werdegang planten. In der zweiten Erhebungsphase hatten die jungen Frauen bereits Betriebspraktika absolviert und Bewerbungen abgesandt. Sie thematisierten ihre ersten Erfahrungen mit der Arbeitswelt. Die dritte Erhebungsphase fand ein halbes Jahr nach Ende der Schule/Ausbildung als 18- oder 19-jährige statt. Die vierte Erhebung beschäftigte sich bereits stärker mit dem Übergang in die Erwerbsarbeit bzw. der Übernahme in ein Normalarbeitsverhältnis, da die Frauen bereits 21 oder 22 Jahren waren. Bei der fünften und letzten Erhebung, welche erst sechs Jahre später stattfand, wurde eine biografisch-bilanzierende Perspektive eingenommen, in der Erfahrungen mit der Partnerschaft bzw. Familiengründung erhoben wurden. [9]

Mit verschiedenen Methoden, die auch unter dem Begriff der Triangulation gefasst werden können, wurde eine "Strategie der Mehrperspektivität" (S.69) eingeschlagen. Statuspassagen sollte von differenten Zeitpunkten und Blickwinkeln, sowohl problembezogen als auch lebensgeschichtlich bilanzierend, betrachtet werden. Triangulation und Mehrperspektivität bilden sich aber auch in der Auswertung ab. Als globaler Rahmen wurde die Grounded-Theory- Methodologie (GTM) sensu GLASER und STRAUSS (1967) gewählt. Konkrete Auswertungsschritte beschränkten sich nicht auf GTM-(Kodier-)Verfahren, sondern es wurden auch Elemente der biografischen Fallrekonstruktion nach FISCHER-ROSENTHAL und ROSENTHAL (1997), der strukturellen Beschreibung (SCHÜTZE 1984) und des Modells der "Aspiration-Realisation-Bilanzierung" (vgl. WITZEL & KÜHN 1999) einbezogen. [10]

Mit diesen Methoden sollten folgende Forschungsfragen beantwortet werden (S.88):

  • "Auf welche soziostrukturellen und normativen Vorgaben greifen die Akteurinnen zurück und an welchen Handlungskontexten orientieren sie sich in ihren Handlungen im Verlauf der Statuspassagen?"

  • "Wie, in welcher Art und Weise findet der Aushandlungsprozess zwischen Struktur und Handeln statt?"

  • "In welcher Weise werden in diesem Aushandlungsprozess die soziostrukturellen Bedingungen, institutionellen Muster und normativen Vorgaben reproduziert oder modifiziert und welche Bedeutung kommt dabei der Kategorie Geschlecht (noch) zu?"

  • "In welcher Richtung verlaufen die biographischen Lernprozesse der Akteurinnen?" [11]

4. Ergebnisse der Studie

Zunächst werden Erkenntnisse aus Einzelfällen − die Selbstdarstellungen von sechs jungen Frauen – ausführlich präsentiert. Sieht man von einem Einzelfall ab, münden sie in weiblich dominierte Berufsfelder ein. Zum Zeitpunkt des letzten Interviews (2001) weisen sie folgende Merkmale auf:

  • Hauptschulabschluss, Malerin/Lackiererin, seit drei Jahren verheiratet;

  • Realschulabschluss, Drogistin, lebt in fester Partnerschaft;

  • Abitur, Industriekauffrau, verheiratet, Kind sechs Monate alt, wieder halbtags berufstätig;

  • Hauptschulabschluss, kein Ausbildungsabschluss, Zeitarbeit, ein Kind, zweimal verheiratet;

  • Realschulabschluss, Groß- und Außenhandelskauffrau (als Bürokraft tätig), zum Zeitpunkt des Interviews keine feste Partnerbeziehung;

  • Hauptschulabschluss, Erzieherin, zwei Kinder, Hausfrau, verheiratet. [12]

4.1 Einzelfalldarstellungen

Die Einzelfallanalysen sind im Buch jeweils in der Form strukturiert, dass zunächst ein Kurzporträt vorangestellt wird, dann die Statuspassagen zu den jeweiligen Interviewzeitpunkten (Berufsfindung, Schule, Ausbildung, Berufstätigkeit, Familie und Partnerschaft) behandelt werden, um schließlich die Analyse des bilanzierenden, narrativ-biografischen Interview darzustellen. Dabei lassen sich Richtungen der Veränderungen bzw. Kontinuitäten in den Handlungsorientierungen festmachen. Darauf basierend lassen sich Lernprozesstypen unterscheiden: in den einzelnen Fällen werden Aushandlungsmodi in Richtung reflexiver Anpassung (Linda), Aufbruch (Marie), reaktiver Flexibilisierung (Dagmar) oder Verfestigung (Susanne) verändert.1) [13]

4.1.1 Linda – reflexive Anpassung des Aushandlungsmodus

Bei Linda zeigt sich ein (biografisches) Muster, das von den Autorinnen mit dem Titel "Von der Hoffnung auf sozialen Wandel zur reflexiven Selbstverortung in geschlechtshierarchischen Strukturen" versehen wird. Damit wird deutlich gemacht, dass sich die Konstruktionen und Handlungsorientierungen nicht durchgängig in einem Passungsverhältnis mit institutionellen und normativen Regelungen befinden. Typisch ist für dieses Muster, dass selbst wenn z.T. kritische Einstellungen zu Regelungen vorhanden waren, die Aushandlung zwischen den Orientierungen und Kontexten des Individuums zunehmend in Richtung Anpassung verläuft (S.291). Die Lebensplanung ist bei diesem Muster stark auf den beruflichen Bereich ausgerichtet, der familiale bleibt nachgeordnet. Ein solches Muster finden die Autorinnen in ihrem "Sample" häufig. Exemplarisch steht dafür die Biografie von Linda. [14]

Linda wird im anfänglichen Kurzporträt als jüngste von fünf Geschwistern einer Familie, die dem unteren Angestelltenmilieu entstammt, vorgestellt. Ihr Vater ist gelernter Tischler, arbeitet jedoch bei den Stadtwerken einer mittelgroßen deutschen Stadt. Ihre Mutter ist halbtags als Raumpflegerin in einem Kindergarten angestellt. Alle Kinder schließen die Hauptschule ab und ergreifen einen Lehrberuf. Die weitere Falldarstellung ist nun nach Interviewzeitpunkten gegliedert. Dieser Gliederung der Autorinnen in den Falldarstellungen soll in dieser ersten Kurzskizze exemplarisch gefolgt werden. [15]

Das erste Interview mit Linda findet (als 14-Jährige) anlässlich der Statuspassage Berufsfindung statt. Als Berufswunsch äußert sie Polizistin. Mit der Wahl eines männerdominierten Berufs kann auf ihre selbstbewusste Einschätzung einer gleichen Befähigung verwiesen werden. In ihren Ausführungen nimmt sie auch kritisch-reflektierend auf geschlechtsspezifische Ungleichheiten Bezug, gleichzeitig antizipiert sie bei ihrer Berufswahl deren institutionelle Grenzen und Voraussetzungen. [16]

Zum zweiten Interview, bei der die Berufsentscheidung ansteht, hat sie sich nun als 16-Jährige für den Beruf Malerin/Lackiererin entschieden. Dabei reflektiert sie zwar die strukturellen Begrenzungen auch infolge der Geschlechterverhältnisse, geht aber von einem Wandel in Richtung "frauenfreundlicher" Strukturen aus. Während sie im ersten Interview noch keinen Familienwunsch äußert, wird ein solcher im zweiten Interview benannt. [17]

Das dritte Interview wird während der Statuspassage Berufsausbildung geführt, als Linda 18 Jahre ist und sich im ersten Ausbildungsjahr befindet. Die Wahl eines männerdominierten Berufs stellt sie nun noch stärker in den Kontext des Anspruchs auf Gleichbehandlung. Sie baut trotz Geschlechtsstereotypen durch Kollegen bzw. Kund/innen und Diskriminierungen durch den Chef auf ihre beruflichen Kompetenzen, die ihr Anerkennung schaffen sollen. Im Hinblick auf die Vereinbarkeit mit Familie greift sie nun in ihrem Orientierungsmuster auf tradierte Vorstellungen des Hintereinander von Familie bzw. Kinderbetreuung und Beruf zurück. [18]

Zum vierten Interview, etwa drei Jahre nach dem letzten, hat sie als 22-Jährige die Gesellinnenprüfung abgelegt. Ihre Erfahrungen in der Ausbildungssituation bilanziert sie nun aufgrund geschlechtsspezifischer Diskriminierungen negativ. Von den Autorinnen wird nachgezeichnet, dass sie in beruflicher Hinsicht weiterhin aktiv gestaltend ist, sie sich als leistungsorientiert in einem männerdominierten Feld versteht. Den Gedanken, dass sie durch ihr Handeln Strukturen verändert, hat sie jedoch aufgegeben. Zunehmend akzeptiert sie normative und strukturelle Bedingungen, auch wenn sie eine selbstbewusste Position ausbildet. Im Familienbereich wird festgestellt, dass sich Linda an einem biologistischen Modell der "natürlichen Arbeitsteilung" orientiert. [19]

Beim narrativen Interview (fünfeinhalb Jahre nach dem letzten Interview) lässt sich erkennen, dass sich die grundsätzlichen Aushandlungsmodi fortsetzen, wenngleich die biografischen Lernprozesse noch verstärkt in Richtung Anpassung verlaufen. Dies zeigt sich etwa in der Anerkennung differenter Rollen der Geschlechter in Beruf und Familie. Sie ist inzwischen verheiratet, zögert aber noch mit dem Kinderwunsch aufgrund der hohen beruflichen Identifikation. Auf dieses Interview bezogen lassen sich nun von den Autorinnen die bedeutenden biografischen Handlungs- und Orientierungsstrukturen aufzeigen. Ein kritisches Lebensereignis hat ihren Lebenslauf in bedeutender Weise strukturiert: als 6-jähriges Mädchen ist sie mit dem tödlichen Unfall ihres Bruders konfrontiert. Es zeigen sich negative Folgen auf den Bildungsverlauf, sodass sie im Umgang mit Peers ein Schema des "Andersseins" und des "Sorgenkinds" entwickelt. Eine Therapie erstreckt sich bis zum 12. Lebensjahr. Im lebensgeschichtlichen Kontext des traumatisierenden Ereignisses wird nun nachgezeichnet, dass sie ihren Hauptschulabschluss als hohes Ausbildungsziel einstuft und sich eine aktiv gestaltende Vermittlung von Struktur und Handeln herausbildet, die zur Diagnose einer "reflexiven Selbstverortung in geschlechternormierenden und geschlechterhierarchisierenden gesellschaftlichen Verhältnissen" (S.294) führt. [20]

4.1.2 Marie – Veränderung der Aushandlungsmodi in Richtung Aufbruch

Bei dieser Biografie, die dem Typus "Aufbruch" entspricht, verläuft die Erfahrungsverarbeitung – wie die Autorinnen deutlich machen – nicht konfliktlos, sodass die Vermittlung zwischen Strukturen und Handlungsorientierungen, Selbst- sowie Wirklichkeitskonstruktionen nicht immer in einem viablen Verhältnis stehen. Im Unterschied zum vorangegangen Muster erfolgt jedoch ein Aufbruch, sei es aus dem Herkunftsmilieu, den normativen Zwängen oder im Hinblick auf eigene Orientierungs- und Handlungsmuster. Dieser Aufbruch ist mit biografischen Wendepunkten verbunden. [21]

Maries Biografie, im Arbeitermilieu mit vier Geschwistern aufgewachsen, verweist schon mit dem Berufswunsch Journalistin auf einen solchen (Auf-) Bruch, wie die Autorinnen aufzeigen. Sie diagnostizieren, dass Marie die potenziellen Realisierungschancen kaum ins Kalkül zieht. Der Berufswunsch passt nicht zu den Vorstellungen dieses Milieus und entspricht nicht den finanziellen Möglichkeiten der Familie. Marie hält aber noch zum zweiten Interviewzeitpunkt daran fest, möchte als Brückenfunktion eine Stelle im Bereich von Redaktions- bzw. Verlagstätigkeiten erlangen. Doch diese Option wie auch der Besuch einer weitergehenden höheren Schule werden nicht realisiert. Nur mit großem Aufwand kann Marie, wie die Autorinnen konstatieren, die eher zufällige Wahl der Ausbildung zur Großhandels- und Außenhandelskauffrau in ihre Konstruktionen integrieren. Ihre Eltern präferieren diese Wahl, gaben sie ihrer Tochter doch keine Unterstützung für den ursprünglichen Berufswunsch. Mit dieser "Wahl" ändert sich auch das Orientierungsmuster, da nun die Werte Sicherheit und instrumentelle Interessen dominieren. Gleichzeitig beginnt Marie verstärkt eine Familienorientierung auszubilden, die nach der abgeschlossenen Lehrausbildung noch zunimmt, als sie nach zweimaliger Kündigung des Arbeitsplatzes erheblich unter ihrem Qualifikationsniveau in einer Fabrik arbeitet. Das "Versprechen" des Herkunftsmilieus, einen gesicherten und kontinuierlichen Lebenslauf zu erhalten, löst sich nicht ein. Zentraler Wendepunkt ihrer Biografie ist jedoch, folgt man den Interpretationen der Autorinnen, die Trennung von ihrem Lebensgefährten kurz vor der Hochzeit. Dies verändert ihre Lernprozesse fundamental, stellt ihre (familiale) Sozialisation in Frage. Diese grundlegende Enttäuschung in den Lebensentwürfen führt zu einem Neuanfang und der Notwendigkeit der Herausbildung neuer Orientierungsmuster abseits von den Werten des Herkunftsmilieus. Insofern wird eine erhöhte Anforderung an individualisierte, reflexive Planungskompetenz in diesem Fall ersichtlich. [22]

4.1.3 Dagmar – reaktive Flexibilisierung als Aushandlungsmodus

In den Statuspassagen dieser Biografie sind gleichfalls Enttäuschungen vorzufinden, allerdings verläuft die Verarbeitung dieser Erfahrungen anders. Dagmar ist Kind einer "Patchwork"-Familie, in der beide Elternteile jeweils vier Kinder in die neue Ehe mitbringen. Der Vater ist Tischler, hat sich vom Arbeiter zum Angestellten "hochgearbeitet". Die Mutter ist als Arbeiterin teilzeitbeschäftigt in einer nahen Gärtnerei von Verwandten. Die ökonomische Situation ist prekär; ältere Kinder sind zum Teil bereits berufstätig. Der Weg durch die Passagen verläuft konfliktreich, da Dagmar sich selbst in einer passiven "Opferrolle" externer Umstände sieht, wodurch soziale Vorgänge hauptsächlich als unbeeinflussbar erachtet werden. Ihre Berufswünsche sind im familiären Kontext verankert; sie möchte wie ihr Vater bzw. ihre Mutter Tischlerin oder Gärtnerin/Floristin werden. Dabei bildet sie eine hohe Bereitschaft aus, sich an Gelegenheitsstrukturen zu orientieren, sodass sie bereits zum zweiten Interviewtermin aufgrund ihrer Erfahrungen in einem Betriebspraktikum und struktureller Problemlagen auf den Berufswunsch der Druckvorlagenherstellerin umsteigt. Der Mangel an Lehrstellen in diesem Bereich führt zu einer grundlegenden Veränderung ihrer Handlungsorientierung und des Aushandlungsmodus. Nun dominiert das Bestreben, überhaupt einen Ausbildungsplatz zu erhalten, und sie beginnt eine Ausbildung als Rechtsanwalts- und Notariatsgehilfin. Die Begründungen für die ergriffene Ausbildung werden – wie die Autorinnen aufzeigen – in den Kontext globaler Schuldzuweisungen gestellt: Alle Alternativen wären durch Altersbeschränkung oder andere Hindernisse von außen versperrt. Zum Zeitpunkt des vierten Interviews ist Dagmar als 20-Jährige verheiratet und hochschwanger. Ihre Ausbildung hat sie nach zwei Jahren abgebrochen. Für wenige Monate übernahm sie eine Aushilfstätigkeit an einer Tankstelle, begann danach mit der Ausbildung zur Sanitäterin in der Bundeswehr. Mit der Geburt des Kindes bzw. der Schwangerschaft kündigt sie auch diese Arbeit. Sie lebt wieder in der Wohnung der Eltern, wodurch die Gründung dieser Kleinfamilie überhaupt erst ökonomisch möglich wird. Wie die Autorinnen nachzeichnen, inszeniert sie sich als "besondere" Person, die sich im männerdominierten Feld behauptet sowie männliche und weibliche Attribute kombiniert. Es gelingt ihr jedoch kaum, konfliktfrei eigene Orientierungen mit den institutionellen Bedingungen in Einklang zu bringen. So ist es nicht überraschend, wenn die Autorinnen aufgrund des biografisch-narrativen Interviews rekonstruieren, dass Dagmar sich als eine Person darstellt, die immer wieder durch externe Umstände in die Außenseiterrolle gedrängt worden ist. Dies gilt nicht nur für den beruflichen, sondern auch für den privaten Bereich, in dem sie ebenfalls "gescheitert" ist: Sie lebt seit einem Jahr in einer neuen Partnerschaft, ist seit drei Jahren geschieden, und die gemeinsame Tochter lebt bei ihrem geschiedenen Mann und seinen Eltern. Ihre Selbstpräsentation beinhaltet zwar, dass sie Abschlussdefizite durch Flexibilität, Lernen und Anpassung an Gelegenheitsstrukturen zu kompensieren versucht. Doch wird auf der Basis der Rekonstruktionen von den Autorinnen zusammenfassend festgestellt, dass die konfliktösen Passungsverhältnisse zwischen strukturellen Bedingungen und eigenen Orientierungen nicht zu Korrekturen führen, sondern dass Dagmar Misserfolge externalisiert. Eigene Handlungsoptionen und Kontinuitäten über Interessen können dadurch nicht mehr wahrgenommen werden. [23]

4.1.4 Susanne – Verfestigung des Aushandlungsmodus

Bei diesem Aushandlungsmodus sind die bereits zu Beginn der Erhebung von den Autorinnen erfassten Orientierungen und Konstruktionen – entsprechend (vor-) moderner Stabilitätsvorstellungen – konstant und werden angesichts einer relativ konfliktlosen Bewältigung von Statuspassagen nicht modifiziert. Ein solches Muster zeigt sich bei Susanne. Es treten keine Enttäuschungen und Konflikte im Verlauf auf, wodurch auch die Modifikation von Wissensbeständen nicht naheliegt. Einstellungen zum Beruf und zur Familie werden von Susanne, die adoptiert wurde, beständig tradiert. Der Vater ist Professor an einer Fachhochschule, die Mutter hat einen akademischen Abschluss, übernimmt jedoch die traditionelle Rolle als Mutter und (Haus-) Frau. Auch wenn sich zum Teil schulische Probleme zeigen, möchte Susanne durchgehend Erzieherin werden. Sie ist sehr familienorientiert und rekurriert nicht auf weitergehende Aufstiegsaspirationen. Sie verortet sich, wie die Autorinnen aufzeigen, wesentlich in traditionellen Geschlechterverhältnissen, bei denen Enttraditionalisierungs- und Individualisierungstendenzen keine Relevanz haben. Sie absolviert ihre Ausbildung zur Erzieherin, beginnt jedoch aufgrund ihrer Mutterschaft nicht mit der Berufstätigkeit und hat mit ihrem Partner zum letzten Interviewzeitpunkt bereits zwei Kinder. Die Autorinnen verstehen dies als einen Fall, bei dem die größtenteils problemlosen, routinisierten Aushandlungsmodi auf ein durchgehend konfliktloses Passungsverhältnis von Struktur und Handeln verweisen, von denen keine Anstöße zu biographischem Lernen ausgehen. [24]

4.2 Verallgemeinerte Erkenntnisse

Die Autorinnen rekonstruieren in den Einzelfällen bestimmte Aushandlungsmodi, die als Vermittlung zwischen subjektiven Konstruktionen auf der einen Seite und handlungsermöglichenden bzw. -begrenzenden Kontexten auf der anderen Seite zu verstehen sind. Ihre Formierung gibt Aufschluss darüber, wie sich Akteurinnen auf institutionelle Muster und normative Vorgaben beziehen. Insgesamt wurden sieben Aushandlungsmodi rekonstruiert (S.276ff):

  • Routinisiert und rekonstruierend: In der Regel werden institutionelle Muster und Geschlechterordnungen bestätigt. Die Handlungsorientierung beschränkt sich stärker auf Familiengründung. Es treten kaum Lernanstöße auf, sodass die Akteurinnen meist auf der Ebene des praktischen Bewusstseins verbleiben. Dieser Modus entspricht als einziger keinem reflexiv modernen.

  • Reflexiv, aktiv und gestaltend: Diese Interviewten konstruieren sich als sehr aktiv und eigengestaltend. Kontexte werden als veränderbar gesehen und Behinderungen biografisch verwurzelter Aspirationen erscheinen prinzipiell bewältigbar. Die erfahrenen Prozesse werden stark über ein diskursives Bewusstsein reflektiert, also Erfahrungen konstruktiv und gestaltend verarbeitet.

  • Reflexiv, anpassend und rekonstruierend: Dieser Modus ist eher reaktiv gestaltend und wenig verändernd, zeichnet sich durch die Anpassung an (Gelegenheits-) Strukturen aus. Die Akteurinnen sind unsicher im Hinblick auf ihre Kompetenzen und Wirkungen. Handlungskontexte werden als gegeben vorausgesetzt. Insofern werden Erfahrungen eher assimilierend und anpassend vorgenommen.

  • Reflexiv, sinngebend und rekonstruierend: Vorhandene Handlungskontexte und Ressourcen werden in ihren Begrenzungen und Optionen reflektiert. Es werden aber gleichzeitig Möglichkeiten gesehen, auch wenn sich die sinngebende Verarbeitung an (begrenzende) Normen anlehnt, diese durch eigene Anstrengungen zu verändern und zu erweitern.

  • Reflexiv, sinngebend und aufbrechend: Die Akteurinnen konstruieren sich als reflexiv und aktiv gestaltend, sodass bisherige Begrenzungen während der Statuspassagen aufgebrochen werden. Es gelingt zwar nicht, eigene Interessen und Handlungsbedingungen anzugleichen, aber die Enttäuschungen führen zu biografischen Lernprozessen und zu einem individuellen Weg des Umgangs.

  • Reflexiv, externalisierend und verkennend: Enttäuschungen werden externalisiert, weder in Strukturen noch im eigenen Handeln verortet, sondern als Schuldzuweisungen an Gruppen oder Personen thematisiert. Die Selbstkonstruktionen vereinen Opferanteile und ein gleichzeitig besonders hohes Aktivitätspotenzial. Handlungskontexte lassen das "Gewordensein" vermissen, und in verkennender Weise werden Erfahrungen vorurteilshaften Einstellungen zugeordnet.

  • Reflexiv, naturalisierend und rekonstruierend: Bei diesem nur auf den Bereich der Familiengründung und Elternschaft bezogenen Aushandlungsmodus wird die geschlechtsspezifische Segregation als natürlich und unveränderbar erlebt. Die Selbstkonstruktion findet daher stark über die Erfüllung von als natürlich geltenden Erwartungen statt, wodurch keine Lernprozesse ausgelöst werden. [25]

Verallgemeinernd und über die Einzelfallergebnisse hinaus lässt sich der Schluss ziehen (S.304ff.), dass sich die Prozesse der Bewältigung von Statuspassagen in der Regel nicht linear, sondern reflexiv-lernend vollziehen. Die Wahlfreiheiten der Moderne werden jedoch mit der Bewältigung weiterer Statuspassagen prekärer. Es zeigt sich ein konflikthaltiges Verhältnis zwischen institutionellen Mustern und individuell-biografischen Aspirationen. Auch verweisen die Rekonstruktionen der Autorinnen darauf, dass der Herkunftsfamilie ein bedeutendes Gewicht in den Steuerungsprozessen zukommt. Der Faktor Geschlecht ist auf verschiedenen Ebenen und Dimensionen weiter eine strukturierende Kraft: Auseinandersetzungen mit segregierten Arbeitsmärkten, ungleichen Einkommensverhältnissen sowie der geforderten Vereinbarung von Arbeit und Familie stellen ein erhebliches biografisches Unsicherheits- und Konfliktpotenzial dar. [26]

5. Fazit

Längsschnittuntersuchungen sind stärker in der Lebens(ver-)lauf(s)forschung angesiedelt. So sei etwa auf den Sonderforschungsbereich 186 "Statuspassagen und Risikolagen im Lebensverlauf" verwiesen. In diesem Kontext wurden unter anderem Längsschnittstudien über Statuspassagen junger Fachkräfte und Frauen, Schulabgänger/innen (Haupt- und Sonderschulen oder Gymnasien) oder Absolvent/innen einer beruflichen Lehre durchgeführt. An der vorliegender Studie zeigt sich, dass ein Längsschnittdesign bei Fragestellungen, die lebenslauf- und biografietheoretisch verankert sind, für gute Erkenntnischancen sorgen kann. Durch mehrere Erhebungswellen kann die Entwicklung der Biografien und die Gestalt der Statuspassagen sehr gut nachvollzogen und analysiert werden. Dadurch werden die Veränderungen bzw. Kontinuitäten in den Deutungs- und Handlungsmustern sichtbar. Als Leser stellte ich mir bei den Falldarstellungen auch immer wieder die Frage, wie es mit der Entwicklung der jungen Frauen – vermittelt durch das nächste Interview – weitergeht. Die Rekonstruktionen der Autorinnen erscheinen soweit plausibel und nachvollziehbar, beziehen sich vorrangig auf die Statuspassagen und sekundär auf die (übergreifenden) biografischen Handlungs- und Orientierungsmuster. Irritierend war für mich an manchen Stellen, dass bei der Darstellung der Rekonstruktionen Literaturzitate "eingebaut" werden, die wie Belege stützend für die Interpretationen wirken. [27]

Intention der Bezugnahme auf die Strukturierungstheorie ist es meist, eine Alternative für subjektivistisch eingestufte Tendenzen wissenssoziologischer Ansätze zu bieten (z.B. BROCK 1993; WITZEL & KÜHN 1999, S.15). Dabei kann man auch in die Argumentation verfallen, Strukturen von Handeln zu trennen. In der vorliegenden Arbeit schimmern immer wieder ähnliche Auffassungen durch, wenn etwa von institutionellen und gesellschaftlichen Vorgaben und Mustern geschrieben wird. Damit wird eigentlich der rekursive und duale Strukturbegriff von GIDDENS nicht ganz umgesetzt. Im Prinzip können Biografien als strukturierte Handlungssysteme aufgefasst werden, die nach Regeln funktionieren und an (allokative/autoritative) Ressourcen gebunden sind. Diese stehen in Verbindung mit praktischem und diskursivem Wissen sowie unintendierten Handlungsfolgen. Allerdings erscheinen der Begriff und seine Anwendung in manchen Passagen nicht mit gleichen Bedeutungskonnotationen versehen. [28]

Anmerkung

1) An dieser Stelle können nur Teile der Arbeit dargestellt werden. Zum Typus "angepasst" werden im Buch noch zwei weitere ausführliche Fallanalysen (Patricia, Nathalie) präsentiert. <zurück>

Literatur

Alheit, Peter (1995). "Biographizität" als Lernpotential. Konzeptionelle Überlegungen zum biographischen Ansatz in der Erwachsenenbildung. In Heinz-Hermann Krüger & Winfried Marotzki (Hrsg.), Erziehungswissenschaftliche Biographieforschung (S.276-307). Opladen: Leske + Budrich.

Beck, Ulrich (1986). Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt/Main: Suhrkamp.

Brock, Ditmar (1993). Biographie und Gesellschaft. Theoretische Möglichkeiten und praktische Ansatzpunkte einer strukturbezogenen Biographieforschung. Zeitschrift für Sozialisationsforschung und Erziehungssoziologie, 13(3), 208-231.

Ecarius, Jutta (1998). Biografie, Lernen und Gesellschaft. Erziehungswissenschaftliche Überlegungen zu biografischem Lernen in sozialen Kontexten. In Ralf Bohnsack & Winfried Marotzki (Hrsg.), Biografieforschung und Kulturanalyse. Transdisziplinäre Zugänge qualitativer Sozialforschung (S.129-151). Opladen: Leske + Budrich.

Fischer-Rosenthal, Wolfram & Rosenthal, Gabriele (1997). Narrationsanalysen biografischer Selbstpräsentationen. In Ronald Hitzler & Anne Honer (Hrsg.), Sozialwissenschaftliche Hermeneutik (S.133-164). Opladen: Leske + Budrich.

Giddens, Anthony (1984). Die Konstitution der Gesellschaft. Grundzüge einer Theorie der Strukturierung. Frankfurt/Main: Campus.

Giddens, Anthony (1991). Modernity and self-identity. Self and society in the late modern age. Stanford: Stanford University Press.

Giddens, Anthony (2001). Die Frage der sozialen Ungleichheit. Frankfurt/Main: Suhrkamp.

Glaser, Barney G. & Strauss, Anselm L. (1967). The discovery of grounded theory. Chicago: Aldine.

Glaser, Barney G. & Strauss, Anselm L. (1971). Status passage. Chicago: Aldine.

Kohli, Martin (1985), Die Institutionalisierung des Lebenslaufs. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 37(1), 1-29.

Schütze, Fritz (1984). Kognitive Figuren des autobiografischen Stegreiferzählens. In Martin Kohli & Günther Robert (Hrsg.), Biografie und soziale Wirklichkeit (S.78-117). Stuttgart: Metzler.

Schulze, Theodor (1993). Biographisch-orientierte Pädagogik. In Dieter Baacke & Theodor Schulze (Hrsg.), Aus Geschichten lernen (S.13-40). Weinheim: Juventa.

Sennett, Richard (1998). The corrosion of character. New York: W.W. Norton. [Dt.: Der flexible Mensch. Berlin: Berlin-Verlag]

Welzer, Harald (1993). Transitionen. Zur Sozialpsychologie von Wandlungsprozessen. Tübingen: Edition Diskord.

Witzel, Andreas & Kühn, Thomas (1999). Berufsbiographische Gestaltungsmodi. Eine Typologie der Orientierungen und Handlungen beim Übergang in das Erwerbsleben. Arbeitspapiere des Sonderforschungsbereichs 186 der Universität Bremen, Nr. 61, http://www.sfb186.uni-bremen.de/download/paper61.pdf (Zugriff: 10.7.2008).

Zum Autor

Gerhard JOST, Dr., ao. Univ.Prof., Studium der Soziologie an der Universität Wien. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie und empirische Sozialforschung an der Wirtschaftsuniversität Wien. Forschungs- und Lehrschwerpunkte: Biografieforschung und qualitative Sozialforschung; Durchführung verschiedener qualitativer Forschungsprojekte. Für FQS hat Gerhard JOST zudem besprochen: "Patchwork(er) on Tour. Berufsbiografien von Personalentwicklern" (Gerhard NIEDERMAIR, 2007), http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0703316.

Kontakt:

Gerhard Jost

Institut für Soziologie und empirische Sozialforschung
Department für Sozialwissenschaften
Wirtschaftsuniversität Wien
Augasse 2-6
A-1090 Wien

Tel.: +43/1/31336-4743 (od. 4737)

E-Mail: Gerhard.Jost@wu-wien.ac.at

Zitation

Jost, Gerhard (2008). Rezension zu: Doris Lemmermöhle, Stefanie Große, Antje Schellack & Renate Putschbach (2006). Passagen und Passantinnen. Biographisches Lernen junger Frauen. Eine Längsschnittstudie [28 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 9(3), Art. 20, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0803200.



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