Volume 10, No. 1, Art. 29 – Januar 2009

Rezension:

Angela Schwarz

Sabine Kittel (2006). "Places for the Displaced". Biographische Bewältigungsmuster von weiblichen jüdischen Konzentrationslager-Überlebenden in den USA. Hildesheim, Zürich, New York: Georg Olms Verlag, 356 Seiten, 4 farb. Karten, ISBN 3-487-12992-2, 58,00 €

Zusammenfassung: Die hier besprochene Untersuchung bietet eine sozialwissenschaftliche bzw. sozialpsychologische Annäherung an Strategien des Überlebens in nationalsozialistischen Konzentrationslagern und des Weiterlebens nach der Befreiung. Sie stützt sich auf die Auswertung von zehn narrativen Interviews, die für den Kontext eigens geführt wurden. In den Abschnitten über die Lagerzeit und die Erinnerung daran findet sich im Hinblick auf den aktuellen Forschungsstand verhältnismäßig wenig Neues. Die Kapitel über die Zeit des Weiterlebens und die Erinnerung an sie aus der heutigen Perspektive verweisen enthalten jedoch auf ein wichtiges Resultat, die der Studie ihre Bedeutung verleihen: Sie verweisen auf Parallelen in der Weise, in der die Befragten die Zeit im Lager und die Zeit danach heute darstellen, und zwar geleitet von dem Bestreben, diesen so unterschiedlichen Phasen ihres Lebens einen Sinn zuzuschreiben. Bevor ein solches Resultat verallgemeinert werden kann, um eine "Generation" zu beschreiben, so wie es die Autorin tut, bedarf es jedoch noch einer weit größeren Zahl von Interviews und Auswertungen.

Keywords: Holocaust; Shoah; Konzentrationslager; Überlebende; Gender

Inhaltsverzeichnis

1. Erzählungen über das Unsagbare – Wege der Annäherung

2. Erzählungen vom Über- und Weiterleben und die Konstruktion von Sinn

3. Zehn Einzelschicksale – eine Kategorie? Eine kurze Kritik

Anmerkungen

Literatur

Zur Autorin

Zitation

 

1. Erzählungen über das Unsagbare – Wege der Annäherung

Obschon noch in großer zeitlicher Nähe zu den Ereignissen Berichte von ehemaligen Häftlingen der nationalsozialistischen Konzentrationslager an die Öffentlichkeit kamen, scheinen doch erst seit einigen Jahren, besonders nach Beginn des Dokumentationsprojekts der von Steven SPIELBERG gegründeten Shoah Foundation, die Bewahrung der individuell-subjektiven Lagererfahrung und damit einhergehend das öffentliche Erinnern gegen das Vergessen in großem Umfang zu erfolgen.1) Angesichts der Tatsache, dass es immer weniger Überlebende gibt, die ihre Erlebnisse in Interviews, Vorträgen oder Publikationen schildern und für die Nachwelt festhalten können, verdient jedes Vorhaben, das zu dieser Bewahrung beiträgt, Anerkennung. Das gilt umso mehr, wenn auch Menschen dazu bewegt werden können, über ihren Leidensweg und das Überleben zu berichten, die bislang geschwiegen haben. Es gibt viele Gründe dafür, dass ein Großteil der Überlebenden die eigenen Erlebnisse nicht in einem Buch dokumentiert und die inzwischen umfangreichen gedruckten autobiografischen Zeugnisse um weitere individuelle Sichtweisen erweitert hat.2) Das vorliegende Buch gehört in diese übergeordnete Kategorie des Erhalts von individuellen Erfahrungen für nachfolgende Generationen. Es gibt jenen jüdischen Frauen ein Sprachrohr, die in die Konzentrations- und Vernichtungslager des Dritten Reiches verschleppt wurden und nach ihrer Befreiung schließlich in den Vereinigten Staaten einen Neuanfang versuchten. Sie treten als "Erzählerinnen", als Subjekte auf. Das verleiht dieser soziologischen Dissertation ihre Bedeutung. [1]

Über ein Projekt, das die Erfahrungen von Häftlingen des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück festzuhalten suchte, gelangte die Verfasserin, Sabine KITTEL, zu einer der zentralen Fragen, die sich jenen aufdrängen, die sich detaillierter mit den nationalsozialistischen Konzentrationslagern aus Sicht der Inhaftierten befassen: Wie kann nach einer Zeit unter den Bedingungen, unter denen ein Mensch in einem solchen Lager eingesperrt war, "Normalität" zurückgewonnen werden? Wie kann nach der Auslieferung an die Verfolgungs- und Vernichtungsmaschinerie des NS-Regimes in den Kriegsjahren ein Weiterleben überhaupt aussehen? Die Forschung hat dieses Themenfeld des "Lebens danach" lange Zeit kaum beachtet. Erst seit einigen Jahren rückt es mehr und mehr in den Blickwinkel geschichtswissenschaftlicher, psychologischer und sozialwissenschaftlicher Studien (etwa POLLAK 1988; LANGER 1991; BERGER 2001; LEVINE 2006). Das Buch von Sabine KITTEL schließt hier an. Es zielt darauf, über narrative Interviews, die den Gesprächspartnerinnen jede Freiheit ließen, ihre Geschichte und ihre Interpretation des Erlebten zu beschreiben, die Frage nach Strategien des Überlebens und Weiterlebens exemplarisch zu beantworten. Die Interviews mit den über das Projekt oder Aufrufe in Zeitungen ermittelten jüdischen Überlebenden wurden daher auch alle am Heimatort der Befragten in den USA geführt, falls erwünscht im Beisein von Angehörigen, mit einer zeitlichen Dauer, die die "Erzählerinnen" selbst festlegten. Insgesamt führte die Verfasserin fünfundzwanzig solcher Interviews, zehn davon wählte sie für die nähere Betrachtung und Analyse aus. Die zehn eingehender vorgestellten Frauen wurden zwischen 1912 und 1929 geboren, stammen ursprünglich aus Deutschland, Polen, Ungarn und der Slowakei, aus unterschiedlichen sozialen Schichten und kamen 1944 (mit einer Ausnahme) nach Ravensbrück, vier von ihnen aus Auschwitz-Birkenau. Einem soziologischen bzw. sozialpsychologischen Ansatz folgend (DES PRES 1976; ENGELKING 2001) liefern die lebensgeschichtlichen Erzählungen dieser Frauen die Basis dafür, die Verhaltensänderungen zu rekonstruieren, die die Überlebenden nach den einschneidendsten Erfahrungen vollzogen, also der Zeit im Konzentrationslager und der Migration nach der Befreiung, die beide von Sabine KITTEL als "Statuspassagen" verstanden werden. So wird individuelles Handeln rekonstruiert, was wiederum bestimmte Bewältigungsmuster zum Vorschein bringen soll. Bewältigung wird dabei in Anlehnung an Joel DIMSDALE (1980) im Sinne von inneren und äußeren Veränderungen gefasst, die im Gefolge lebensgeschichtlicher Ereignisse zum Erhalt des Selbstwertgefühls vollzogen werden. [2]

2. Erzählungen vom Über- und Weiterleben und die Konstruktion von Sinn

Die Arbeit gliedert sich in ihrem Hauptteil in sechs Abschnitte. Die ersten beiden nehmen eine Klärung des methodischen Ansatzes und eine historische Kontextualisierung vor, der dritte und der vierte Abschnitt, der größte Teil des Buches, behandeln die Erlebnisse vom "Weg[]in die Katastrophe" bis in die Übergangszeit unmittelbar nach der Befreiung. In den Kapiteln fünf und sechs geht es schließlich um den Neuanfang in den USA und seine Besonderheiten. [3]

Die "biographische Methode", der die Autorin folgt, stützt sich auf narrative Interviews. Zwar wollte auch die Interviewerin ihr wesentliche Fragen und Aspekte ansprechen, die Befragten erhielten aber hinreichend Raum und Zeit, ihnen bedeutsam erscheinende Themen zur Sprache zu bringen. So wurde keine lückenlose Abfolge von Ereignissen rekonstruiert, sondern es wurden zum einen subjektives Erleben und Wahrnehmen und zum anderen Veränderungen und Neuinterpretationen im Prozess des Erzählens festgehalten. Konkret ging es bei den Gesprächen um die individuellen Schicksale und die damit verknüpften Bewältigungsleistungen ebenso wie um die Interpretation des eigenen Verhaltens und die Sinnstiftung, die mit ihm verbunden ist (S.77f.). [4]

Das Auswertungsvorgehen beschreibt KITTEL eher etwas vage: So lehnte sie sich an die Methodologie der "Grounded Theory" an, die u.a. eine Begleitung des Forschungsprozesses mit Memos zur Kontrolle der eigenen Vorgehensweise und zur Herausarbeitung des theoretischen Gehalts, bezogen auf die jeweilige Forschungsfrage, vorsieht. Die Auswertung der Gespräche selbst führte mittels des "theoretischen Kodierens" der Interviewtexte zur inhaltlichen Ausarbeitung und Festlegung von Statuspassagen, die den Lebenslauf der Interviewten charakterisierten und Leitlinien für die Kategorisierung und Interpretation der Gesprächsinhalte lieferten (S.83f.). Zusätzlich wurde, so KITTEL, die "qualitative Inhaltsanalyse" herangezogen, um die Erlebnisse der einzelnen Frauen und mehr noch deren Deutungen im Rahmen der eigenen Lebensgeschichte herauszuarbeiten. [5]

Durch die biografischen Erzählungen und deren Analyse sollte nicht der tatsächliche Alltag im Konzentrationslager, sondern die Erinnerung und nachträgliche Interpretation zum Vorschein kommen. Letztlich bestand die Hauptproblematik der gewählten Thematik und Verfahrensweise darin, die zeitgenössische Erfahrung und die spätere Erinnerung an sie voneinander abzugrenzen. In Hauptteil sollte dies die chronologische Darstellung von der Deportation ins Lager und der Lagerhaft über die Befreiung bis zum Neuanfang in den Vereinigten Staaten mit der Orientierungsphase, der beruflichen Integration und familiären und sozialen Entwicklung in der Neuen Welt möglich machen. [6]

Wer aus dem Haupttitel des Buches schließt, es gehe in erster Linie oder schwerpunktmäßig darum, wie sich die Frauen als Konzentrationslager-Überlebende und als Migrantinnen in den Vereinigten Staaten mit ihrer zahlenmäßig starken jüdischen Bevölkerungsgruppe ein neues Leben aufbauten, eventuell noch wie das Aufnahmeland auf sie reagierte, sieht sich getäuscht. Das ist zwar Teil des Buches, eben in den zwei Abschnitten fünf und sechs, steht aber nicht im Vordergrund. Bis zu einem gewissen Grad ist das einer Besonderheit der Interviews geschuldet, auf die sich das Buch stützt. In den narrativen Interviews legten die "Erzählerinnen" Gegenstand und Dauer der Ausführungen fest. So kam es dazu, dass sich die Frauen, die ihre Bereitschaft zum Gespräch erklärt hatten, entgegen der ursprünglichen Erwartung bzw. Zielsetzung der Autorin eher auf die Lagerzeit und das Leben vor der Verfolgung und der Deportation konzentrierten als auf das "Weiterleben nach dem Überleben". Zu einem anderen Teil liegt es aber an der Änderung in der Intention der Autorin, die sich schließlich dazu entschloss, das Gewicht primär auf andere Aspekte zu legen: den Zusammenbruch des Alltags, der Familie, der vertrauten Lebenswelt, die Deportation, die Lagerhaft und die Formen der Solidarität als "Strategien" des alltäglichen Überlebenskampfes im Lager. Was hier geschildert wird, trägt zwar zu der wichtigen Aufgabe bei, die subjektive Erfahrung der befragten Frauen festzuhalten, bietet aber in analytischer Hinsicht wenig Neues. Selbst die Frage nach dem Gender-Aspekt erreicht, obwohl gestellt, in der Analyse verhältnismäßig wenig Tiefe.3) Zu den Resultaten zählen dann die Feststellung, das Leben der Befragten/Überlebenden sei maßgeblich von der Shoah geprägt, und der Hinweis, die Bewältigungsmuster seien vielfältig gewesen, schwer unter einen Nenner zu bringen. [7]

Anders sieht es hingegen mit den "Wegen in die Neue Welt" und dem "Leben in den USA heute" aus. Hier wird erkennbar, welche Leistung damit verbunden war, nach dem Holocaust in einer neuen Welt wieder anzufangen und verschiedene Welten miteinander in Einklang zu bringen. Den Antrieb dazu lieferte das Bestreben, nach der Zeit der Demütigung und Entmenschlichung den Status des Subjekts zurückzuerlangen und die Kontinuität zu wahren – religiöse, familiäre oder soziale Kontinuität mit der Zeit vor der Ausgrenzung und Verschleppung. In diesen Abschnitten tritt klar hervor, dass das Bemerkenswerte der Interviews, das eigentlich Innovative im Hinblick auf die Forschung nicht primär in der Rekonstruktion der Kriegserfahrung, Deportation und Haft liegt, sondern in der Interpretation, die die Befragten Jahrzehnte nach dem Erlebten und nach einem meist erfüllten Leben vornehmen. Es geht also nicht um die unmittelbare, d.h. den Erfahrungen zeitlich nahe Deutung des Holocaust. Die findet sich eher in zeitgenössischen Zeugnissen, etwa in Tagebüchern, Briefen und anderen persönlichen Dokumenten.4) Wenn sich, bei aller Vorsicht angesichts der Erhaltungsproblematik der in der Zeit der Verfolgung entstandenen Selbstzeugnisse, sagen lässt, die Tagebücher, Briefe usw. spiegelten das Bemühen oder den Versuch, in dem Erlebten irgendeinen Sinn zu erkennen, so kennzeichnet die zehn vorgestellten weiblichen Überlebenden der in unterschiedlicher Weise umgesetzte Versuch, dem Weiterleben einen Sinn zu geben. Das ist ein wichtiges Ergebnis, eines, das künftig noch eingehender untersucht werden sollte. [8]

3. Zehn Einzelschicksale – eine Kategorie? Eine kurze Kritik

Die vorliegende Untersuchung weist eine Reihe von Punkten auf, die – bei aller Anerkennung für die Bewahrungsleistung – Dissens und Kritik hervorrufen. Das gilt etwa für die genannte Schwerpunktsetzung, die zulasten des wirklich innovativen Teils der Arbeit gegangen ist. Der Versuch im Schlusskapitel, die zehn interviewten Frauen als "Generation" und somit als eine Kategorie zu fassen, provoziert Widerspruch. Zugespitzt formuliert ist zunächst davon auszugehen, dass die Frauen kaum mehr gemein hatten als die NS-Klassifizierung als Jüdinnen und eine Haftzeit in Ravensbrück – zusammen mit ca. 17.700 anderen jüdischen Frauen. Selbst wenn der Begriff der Generation hier nicht im Sinne der etablierten Generationsforschung verwendet wird (REULECKE 2003; WEIGEL 2002), sondern weiter gefasst ist, selbst wenn sich Ähnlichkeiten in der Verfolgungsgeschichte und den (Lager-) Erfahrungen nicht übersehen lassen, drängen sich Zweifel an dieser allzu raschen Verallgemeinerung auf. Wie repräsentativ kann eine Gruppe von zehn Personen sein? Wie lassen sich Personen, zwischen denen ein Altersunterschied von bis zu siebzehn Jahren besteht, die als Individuen mehr ausmacht als die nationalsozialistische Verfolgung und das Weiterleben in den Vereinigten Staaten, als "Generation" beschreiben? Dass sich nicht für alle zehn untersuchten Frauen die gleichen Bewältigungsmuster ergeben (S.297f.) – was eigentlich nicht verwundern kann –, sollte zumindest dafür sensibilisieren, wie schwierig eine Kategorisierung ist. So muss einiges von dem, was hier als Ergebnis – für zehn Personen – mit dem Anspruch auf Allgemeingültigkeit formuliert wird, kritisch überprüft werden. Beispielhaft lassen sich hier die Betonung von Familie und kulturellen Werten gegenüber Karriere und Wohlstand sowie die These nennen, die Nachkommen der Überlebenden hätten die ihnen von ihren Eltern übertragene Aufgabe, die Erinnerung zu bewahren, freiwillig übernommen (S.301f.). Reaktionen der Abwehr oder doch des Versuchs, Eigenständigkeit zu wahren oder eine andere Richtung als die des Erinnerns für die Nachkommen einzuschlagen, sind denkbar und auch dokumentiert (BERGER & BERGER 2001; GREENBLAT 2002; KIRSTEIN 2006; McGOTHLIN 2006). [9]

Über all diese inhaltlichen Punkte mag man streiten, vielleicht sogar in einer Diskussion eine gewisse Annäherung erreichen. Über die Kritik an den Formalfehlern dieses Buches gibt es jedoch keine Debatte. Das Buch wimmelt von Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Grammatikfehlern, wiederholt fehlen ganze Wörter oder auch Angaben in den Fußnoten (etwa Seitenangaben von Zitaten). Kaum eine Seite ohne Fehler, Seiten mit sieben Fehlern und mehr sind keine Seltenheit der rund dreihundertseitigen Darstellung: Das verleidet einem bald die Lektüre, die sich dann immer weniger auf den Gegenstand konzentrieren kann. Von jedem Buch, jeder Veröffentlichung darf und muss eine sorgfältige Redaktion erwartet werden, von einer Dissertation und einer Publikation eines angesehenen Verlages sogar noch mehr als durchschnittliche Sorgfalt. Leider ist sie bei der Drucklegung dieser Arbeit offensichtlich unterblieben – zum Ärger sicherlich nicht nur der Rezensentin. [10]

Anmerkungen

1) Das an der University of Southern California angesiedelte Shoah Foundation Institute for Visual History and Education verfügt über rund 52.000 aufgezeichnete Interviews mit Überlebenden. Sie sind digitalisiert und verschlagwortet; ein kleiner Teil von ihnen ist online abrufbar (http://college.usc.edu/vhi/). Die Freie Universität Berlin bietet hochschulintern einen Zugang zum kompletten Bestand des Visual History Archive (http://www.vha.fu-berlin.de/archiv/). <zurück>

2) Zu den bekanntesten Zeugnissen dieser Art aus der jüngeren Vergangenheit gehören die Veröffentlichungen von Primo LEVI (1961), Ruth KLÜGER (1992) und Imre KERTESZ (1996). <zurück>

3) Geschlechterspezifische Wahrnehmungs- und Deutungsmuster der Verfolgungsgeschichte und die Rolle, die die Beziehungsformen von Frauen spielen, werden differenzierter in bereits vorliegenden Studien untersucht, z.B. in denen von Dalia OFER und Lenore J. WEITZMAN (1998) oder Judith Tydor BAUMEL (1998). <zurück>

4) Bislang unveröffentlichte Tagebücher wurden vor kurzem noch einmal sorgfältig etwa von Alexandra GARBARINI (2006) untersucht. Sie streicht die Suche nach einem Sinn als Gemeinsamkeit der Texte ganz unterschiedlicher Persönlichkeiten heraus. Zu grundsätzlichen Fragen im Umgang mit Zeugnissen über den Holocaust vgl. etwa die neueren Publikationen von SCHMITZ (2003) und WAXMAN (2008). <zurück>

Literatur

Baumel, Judith Tydor (1998). Double jeopardy. Gender and the Holocaust. London: Vallentine Mitchell.

Berger, Alan & Berger, Naomi (Hrsg.) (2001). Second generation voices. Reflections by children of Holocaust survivors and perpetrator. Syracuse NY: Syracuse University Press.

Berger, Joseph (2001). Displaced persons. Growing up American after the Holocaust. New York: Scribner.

Des Pres, Terrence (1976). The survivor. An anatomy of life in the death camps. New York: Oxford University Press.

Dimsdale, Joel E. (1980). The coping behavior of Nazi concentration camp survivors. In Joel E. Dimsdale (Hrsg.), Survivors, victims and perpetrators: Essays on the Nazi Holocaust (S.163-174). Washington D.C.: Hemisphere Publ.

Engelking, Barbara (2001). Holocaust and memory. The experience of the Holocaust and its consequence: An investigation based on personal narratives. London: Leicester University Press

Garbarini, Alexandra (2006). Numbered days. Diaries and the Holocaust. New Haven: Yale University Press.

Greenblat, Kathy (Hrsg.) (2002). Children of the shadows. Voices of the second generation. Crawley: University of Western Australia.

Kertész, Imre (1996). Roman eines Schicksalslosen. Berlin: Rowohlt.

Kirstein, Lea (2006). Die zweite Generation. Autobiographische Reflexionen. Paderborn: Fink.

Klüger, Ruth (1992). Weiter leben. Eine Jugend, Göttingen: Wallstein.

Langer, Lawrence (1991). Holocaust testimonies: The ruins of memory. New Haven: Yale University Press.

Levi, Primo (1961). Ist das ein Mensch? Frankfurt/M.: Fischer.

Levine, Michael G. (2006). The belated witness. Literature, testimony, and the question of Holocaust survival. Stanford: Stanford University Press.

McGothlin, Erin (2006). Second-generation Holocaust literature. Legacies of survival and perpetration, Rochester NY: Camden House.

Ofer, Dalia & Weitzman, Lenore J. (Hrsg.) (1998). Women in the Holocaust. New Haven: Yale University Press.

Pollak, Michael (1988). Die Grenzen des Sagbaren. Lebensgeschichten von KZ-Überlebenden als Augenzeugenberichte und als Identitätsarbeit. Frankfurt/M.: Campus.

Reulecke, Jürgen (Hrsg.) (2003). Generationalität und Lebensgeschichte im 20. Jahrhundert. München: Oldenbourg.

Schmitz, Walter (2003). Erinnerte Shoah: Die Literatur der Überlebenden. Dresden: Thelem.

Waxman, Zoë Vania (2008). Writing the Holocaust: Identity, testimony, representation. Oxford: Oxford University Press.

Weigel, Sigrid (2002). Generation, Genealogie, Geschlecht. Zur Geschichte des Generationskonzepts und seiner wissenschaftlichen Konzeptualisierung seit Ende des 18. Jahrhunderts. In Lutz Musner & Gotthard Wunberg (Hrsg.), Kulturwissenschaften. Forschung – Praxis – Positionen (S.161-190). Wien: WUV-Universitätsverlag.

Zur Autorin

Angela SCHWARZ, Jahrgang 1962, Universitätsprofessorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Siegen. Promotion 1991 (Die Reise ins Dritte Reich. Britische Augenzeugen im nationalsozialistischen Deutschland 1933-1939, Göttingen 1993), Habilitation 1998 (Der Schlüssel zur modernen Welt. Wissenschaftspopularisierung in Großbritannien und Deutschland im Übergang zur Moderne ca. 1870-1914, Stuttgart 1999). Forschungsschwerpunkte u.a. nationalsozialistisches Deutschland, Wissenschaftspopularisierung, Weltausstellungen und transnationaler Transfer, Tourismusgeschichte, Mediengeschichte, Geschichte in der Öffentlichkeit, Strukturwandel industrieller Regionen und seine Wahrnehmung.

Kontakt:

Univ.-Prof. Dr. Angela Schwarz

FB 1 - Neuere und Neueste Geschichte
Universität Siegen
Adolf-Reichwein-Str. 2
D-57068 Siegen

E-Mail: schwarz@geschichte.uni-siegen.de

Zitation

Schwarz, Angela (2008). Review: Sabine Kittel (2006). "Places for the Displaced". Biographische Bewältigungsmuster von weiblichen jüdischen Konzentrationslager-Überlebenden in den USA [10 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 10(1), Art. 29, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0901293.



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