ich komme wegen vielfältiger Arbeiten nur dazu, einige Punkte zu diskutieren bzw. mich zu positionieren. Ihre weiter reichenden Vorschläge werden davon nicht berührt.
"denn wir brauchen außer mehr lege artis Studien beim Thema sozio-kulturelles leiblich basiertes Wissens mehr als Metaphernforschung alleine"
Damit stimme ich völlig überein. Für eine reflektierte Triangulation unterschiedlicher Methoden (siehe die wiederholten Hinweise von Uwe Flick) habe ich mich seit der ersten Skizze einer systematischen Metaphernanalyse ausgesprochen.
Sie spielen mehrfach auf meine Zurückhaltung an, jene Schemata, wie sie von Lakoff und vor allem Johnson beschrieben werden, als Universalien zu akzeptieren, und schreiben: "Daher sehe ich eine Notwendigkeit einer "stereoskopischen Sicht" auf Schemata, die Kulturspezifika und Universalien Rechnung trägt (Kimmel 2005, 2008)."
Auch hier: kein Widerspruch. Ich will nur die Möglichkeit offenlassen, dass Menschen unter besonderen Bedingungen eben auch Abwandlungen von kinaesthetic image schemas entwickeln - so auch Gibbs (2006) in seiner Übersicht über die entwicklungspsychologischen Forschungen zur kognitiven Linguistik (S. 208-238)
Gibbs, Raymond W. Jr. (2006). Embodiment and Cognitive Sciences. Cambridge: Cambridge University Press.
"Wie Metaphern oder andere imaginative Praktiken soziokulturell auf ein Kind einwirken, wurde meines Wissens selten in Fallstudien oder Surveys erforscht. (Ich zweifle aber an Bourdieus Behauptung, das dies rein osmotisch aus der Praxis übernommen wird, ohne sprachliche oder sogar explizite Instruktion.)"
Gottfried und Jow (2003) haben in zwei- bis fünfjährigen Langzeituntersuchungen der Spontansprache von vier Kindern mit vergleichender Untersuchung der Vorlese- und Bilderbücher beschrieben, wie darin das >Herz< als konventionelle Metapher für sozialpositive wie -negative Emotionen dominiert und ebenso >erfolgreich< vermittelt wird - andere Körperteile (z. B. >BauchI just talk with my heart
Antwort auf Michael Kimmels Kommentar
by Prof. Dr. Rudolf Schmitt (2009-05-12)
Lieber Herr Kimmel,ich komme wegen vielfältiger Arbeiten nur dazu, einige Punkte zu diskutieren bzw. mich zu positionieren. Ihre weiter reichenden Vorschläge werden davon nicht berührt.
"denn wir brauchen außer mehr lege artis Studien beim Thema sozio-kulturelles leiblich basiertes Wissens mehr als Metaphernforschung alleine"
Damit stimme ich völlig überein. Für eine reflektierte Triangulation unterschiedlicher Methoden (siehe die wiederholten Hinweise von Uwe Flick) habe ich mich seit der ersten Skizze einer systematischen Metaphernanalyse ausgesprochen.
Sie spielen mehrfach auf meine Zurückhaltung an, jene Schemata, wie sie von Lakoff und vor allem Johnson beschrieben werden, als Universalien zu akzeptieren, und schreiben: "Daher sehe ich eine Notwendigkeit einer "stereoskopischen Sicht" auf Schemata, die Kulturspezifika und Universalien Rechnung trägt (Kimmel 2005, 2008)."
Auch hier: kein Widerspruch. Ich will nur die Möglichkeit offenlassen, dass Menschen unter besonderen Bedingungen eben auch Abwandlungen von kinaesthetic image schemas entwickeln - so auch Gibbs (2006) in seiner Übersicht über die entwicklungspsychologischen Forschungen zur kognitiven Linguistik (S. 208-238)
Gibbs, Raymond W. Jr. (2006). Embodiment and Cognitive Sciences. Cambridge: Cambridge University Press.
"Wie Metaphern oder andere imaginative Praktiken soziokulturell auf ein Kind einwirken, wurde meines Wissens selten in Fallstudien oder Surveys erforscht. (Ich zweifle aber an Bourdieus Behauptung, das dies rein osmotisch aus der Praxis übernommen wird, ohne sprachliche oder sogar explizite Instruktion.)"
Gottfried und Jow (2003) haben in zwei- bis fünfjährigen Langzeituntersuchungen der Spontansprache von vier Kindern mit vergleichender Untersuchung der Vorlese- und Bilderbücher beschrieben, wie darin das >Herz< als konventionelle Metapher für sozialpositive wie -negative Emotionen dominiert und ebenso >erfolgreich< vermittelt wird - andere Körperteile (z. B. >BauchI just talk with my heart