Volume 10, No. 1, Art. 42 – Januar 2009

Wollen wir uns irritieren lassen? Für eine Sensibilisierung der Methoden qualitativer Forschung zur interkulturellen Kommunikation durch postkoloniale Theorie

Andrea Ploder

Zusammenfassung: In der Forschung zur interkulturellen Kommunikation werden Phänomene unzulänglicher Übersetzung kulturell geprägter Artikulation – im Alltag, aber auch in Forschungssituationen – meist als Problem konzipiert. Das Gelingen interkultureller Kommunikation wird dabei zum erstrebenswerten Ziel. Vor dem Hintergrund postkolonialer Theorie geht der vorliegende Beitrag davon aus, dass kommunikative Irritationen im Rahmen qualitativer Forschung Ausdruck eines widerständigen Potenzials von Beforschten sein können, ihre Identität jenseits diskursiver Zuschreibungen zu verhandeln. Dieses Potenzial, so die These, kann in eine produktive Irritation des wissenschaftlichen Diskurses umgesetzt werden.

Vor diesem Hintergrund wird die Frage nach den Ressourcen qualitativer Forschung gestellt, dem widerständigen Potenzial von Beforschten in den verschiedenen Phasen des Forschungsprozesses Rechnung zu tragen. Anhand ausgewählter Arbeiten aus dem Bereich der qualitativen Forschung werden einige Strategien einer sinnvollen Übersetzung postkolonialer Einsichten in den Forschungsprozess vorgestellt.

Keywords: kreative Intervention; Identität; Repräsentation; postkoloniale Theorie

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur postkolonialen Herausforderung der Methoden qualitativer Sozialforschung

2.1 Edward SAID

2.2 Gayatri Ch. SPIVAK

2.3 Homi K. BHABHA

3. Zur Frage der Übersetzung

3.1 Die Forschungssituation als Ort der Konstruktion von Identität

3.2 Warum sollten wir uns irritieren lassen?

4. Strategien gelungener Übersetzung

4.1 Im Feld

4.2 In der Analyse des Materials

4.3 In der Darstellung der Forschungsergebnisse

5. Zusammenfassung und Ausblick

Danksagung

Anmerkungen

Literatur

Zur Autorin

Zitation

 

1. Einleitung

Im Kontext qualitativer Forschung ist der Begriff der interkulturellen Kommunikation in zumindest dreierlei Hinsicht von Bedeutung. Zu allen finden sich in dieser Schwerpunktausgabe einschlägige Beiträge: Als Gegenstand qualitativer Forschung beschreibt er (1) kommunikative Interaktion zwischen Angehörigen unterschiedlicher kultureller Selbst- und Fremdverortungen, die zum Objekt wissenschaftlichen Interesses werden. Diese "klassische" Perspektive wird in diesem FQS-Schwerpunkt beispielsweise von SCHWEGLER (2009) vorgestellt. Das Prinzip der Reflexivität qualitativer Forschung lenkt (2) das Augenmerk auf interkulturelle Kommunikation zwischen Forschenden und Beforschten in der Forschungssituation (siehe dazu auch die Beiträge von KRUSE 2009; SHERIDAN & STORCH 2009; TEMPLE & KOTERBA 2009 sowie TRAHAR 2009 in dieser Schwerpunktausgabe; ferner auch zahlreiche Artikel in der FQS-Schwerpunktausgabe 7[3] Qualitative Migrationsforschung in Europa, BORKERT, PÈREZ, SCOTT & De TONA 2006). Vor dem Hintergrund eines postkolonialen Kulturbegriffs1) wird schließlich (3) "kulturelle Identität" zum Gegenstand fortwährender Verhandlung mit und gegen den dominanten Diskurs (vgl. u.a. auch den Beitrag von THIELEN 2009 in dieser Schwerpunktausgabe). Kulturelle Identifikationen sind dabei Schauplatz interkultureller Kommunikation im Sinn einer diskursiven Verhandlung von Subjektpositionen der Beforschten. [1]

Der vorliegende Text widmet sich vor allem Phänomenen auf der zweiten und dritten der genannten Begriffsebenen und dem Versuch einer Anknüpfung qualitativer Forschung an die Perspektiven postkolonialer Theorie. [2]

Die "theoretische Irritation" (REUTER & WIESER 2006, S.188) der Sozialwissenschaften durch die Postcolonial Studies wird in den letzten Jahren auch im deutschsprachigen Raum verstärkt diskutiert2). Die Forderung, die von dieser Seite an die empirische Sozialforschung ergeht, erfährt aber bisher zu wenig Beachtung. Der vorliegende Beitrag fragt deshalb nach Potenzial und Perspektiven postkolonial inspirierter qualitativer Forschung zur interkulturellen Kommunikation und versucht damit auch dem "Wunsch nach empirischen Konsequenzen" (ebd.) der entsprechenden Ansätze zu begegnen. [3]

Im Folgenden wird zunächst die Herausforderung formuliert, vor der eine postkolonial informierte empirische Forschung steht. Postkoloniale Theorien, so wird argumentiert, schärfen nicht nur den Blick für Prozesse diskursiven Otherings und die strukturelle epistemische Gewalt, die mit dem (Miss-) Verständnis einer "Produktion von Wissen" als "Finden von Wahrheit" über die Anderen des hegemonialen Diskurses einhergeht (vgl. SPIVAK 1994), sie sensibilisiert auch für das Potenzial der Betroffenen, sich diesen Festschreibungsprozessen zu widersetzen bzw. sich in ihnen widerständig zu positionieren (vgl. BHABHA 2000). An diesen Befund knüpft sich die Frage nach der Übersetzbarkeit postkolonialer Theorie in Strategien der empirischen Forschung. Wie steht es um die Ressourcen qualitativer Methoden, dem widerständigen Potenzial von Beforschten in den verschiedenen Phasen des Forschungsprozesses Rechnung zu tragen? Neben der Notwendigkeit, die Forschungssituation sowie die Analyse empirischen Materials für identitäre Aushandlungsprozesse und Momente kreativer Intervention sensibel zu gestalten, geht es dabei auch um die Frage, wie die Forschungsergebnisse so präsentiert werden können, dass widerständige Artikulation vonseiten der Beforschten ihren Weg in den wissenschaftlichen Diskurs finden kann. Anhand ausgewählter Arbeiten von Waltraud KANNONIER-FINSTER und Meinrad ZIEGLER (2005), Maria do Mar CASTRO-VARELA und Nikita DHAWAN (2003), Shirley TATE (2000, 2003, 2005, 2007) und Clemens DANNENBECK (2002) werden einige Strategien einer sinnvollen Übersetzung postkolonialer Einsichten in die qualitative Forschung diskutiert. [4]

Hinsichtlich der Frage nach dem Geltungsbereich der vorgebrachten Überlegungen wird die Auffassung vertreten, dass eine Sensibilisierung für das Irritations-Potenzial der Beforschten im Postkolonialismus eine gute theoretische Basis findet, in der Praxis aber weder auf Migrationsforschung noch auf Forschungsdesigns beschränkt ist, die unmittelbar auf postkoloniale Theorie referieren. [5]

2. Zur postkolonialen Herausforderung der Methoden qualitativer Sozialforschung

Die theoretische Herausforderung der Sozialwissenschaften durch postkoloniale AutorInnen wird in der Folge an den Positionen von drei zentralen Figuren der sogenannten "zweiten Generation des postcolonial turn" (vgl. BACHMANN-MEDICK 2006, S.186f.) festgemacht. In knapper Skizzierung werden die für den vorliegenden Kontext relevanten Positionen von Edward SAID und Gayatri Ch. SPIVAK dargestellt, bevor das Hybriditätskonzept Homi K. BHABHA's eingehender diskutiert wird. Letzteres wird für die weiterführende Argumentation des Textes von besonderer Bedeutung sein. [6]

2.1 Edward SAID

In seinem 1978 erschienen Buch Orientalism entwickelt Edward SAID (1994) eine postkoloniale Interpretation von Michel FOUCAULTs Theorie der Macht (1969, 1975). Die Produktion von Wissen über den Orient durch europäische EthnologInnen, PhilologInnen und HistorikerInnen liest SAID als hegemoniale Repräsentation, die eine europäische, überlegene Kultur in Abgrenzung zu ihrem orientalischen Anderen erzeugt. Der dadurch begründete koloniale Diskurs einer geistigen, technischen und moralischen Überlegenheit des Okzidents dient der Rechtfertigung imperialer Gewaltherrschaft und hat nach der Auffassung von SAID die Diskussionen über das Verhältnis des "Westens" zu seinem Anderen nachhaltig geprägt. Als herrschaftsstabilisierende Repräsentation formt der koloniale Diskurs auch das Selbstbild der (ehemals) Kolonisierten, die sich als defizitäre Andere des kolonialen Ideals wahrnehmen. [7]

2.2 Gayatri Ch. SPIVAK

Die feministisch-marxistische Denkerin Gayatri Ch. SPIVAK bringt den Begriff der Dekonstruktion in die postkoloniale Diskussion ein. Im Anschluss an Jacques DERRIDA (1981) begreift sie hegemoniale Konstruktionen kultureller Zugehörigkeit als Differenzkonstruktionen und entwickelt ein umfassendes Konzept postkolonialer Subalternität: Unter Rückgriff auf den MARXschen Klassenbegriff, das Subalternitätskonzept Antonio GRAMSCIs (1978) und den feministischen Ansatz des Doing Gender erweitert sie SAIDs Ansatz um die Dimensionen der Klasse und des Geschlechts.3) In Anlehnung an DERRIDAs Verständnis des "Sozialen als Text" begreift SPIVAK (vgl. 1994, S.82) die Festschreibung von Subalternität in westlichen Diskursen als Worlding of the World. Durch dieses Worlding, so SPIVAK, werden die Stimmen der Subalternen zum Schweigen gebracht, indem ihnen das Gehör verweigert wird. Auf diese Strategie des Silencing bezieht sie sich auch in ihrem viel zitierten Statement "the subaltern […] cannot speak" (ebd., S.83).4) Ein Aufspüren von subversiven Stimmen der Subalternen ist ihrer Ansicht nach erst dann möglich, wenn die Angehörigen des westlichen Diskurses gelernt haben, ihr Privileg zur Festschreibung der Anderen als Verlust von Perspektiven zu begreifen (im Sinn eines "unlearning our privilege as our loss", SPIVAK 1990, S.9).5) [8]

2.3 Homi K. BHABHA

Homi K. BHABHA versucht, "die Frage der kulturellen Differenz als produktive Desorientierung und nicht als Festschreibung einer vereinnehmbaren Andersartigkeit zu verhandeln" (BRONFEN 2000, S.ix). Er spricht (im Gegensatz zu SPIVAK) die Situation postkolonialer MigrantInnen explizit an und lenkt die Aufmerksamkeit auf ihr besonderes Potenzial zur Dekonstruktion herrschaftlicher Diskurse. Zunächst begreift BHABHA (2000, S.2) Identität als Produkt sozialer Verhandlung im Raum der Differenzen und betont damit den prozesshaften Charakter von Identifikation. Den Ort der Ausarbeitung des kulturellen Selbst ("The Location of Culture", BHABHA 2004, S.2) versteht er als Zwischenraum (third space), der bei der Artikulation kultureller Differenzen produziert wird. Die den third space charakterisierenden Differenzen beschränken sich aber nicht auf Fragen der kulturellen Zugehörigkeit. Auch andere Parameter – wie Geschlecht, Alter oder sexuelle Orientierung – sind prominente Ansatzpunkte für diskursiv akzentuierte Dichotomien, die den Prozess der Verhandlung kultureller Identität mitprägen.6) [9]

Die Position von MigrantInnen ist nach BHABHA vom Phänomen einer (notwendigerweise) unzulänglichen Übersetzung kultureller Identität gekennzeichnet7). Nicht gelungene Übersetzung erzeugt nach diesem Modell eine hybride Lage, eine "double consciousness, a double vision that ensures that people are in two places at once and maintain a double perspective on reality" (TATE 2005, S.67). Wenn es ihnen gelingt, ihre Identität sichtbar zu verhandeln, können MigrantInnen, so BHABHA, dem herrschenden Diskurs die generelle Nichtübersetzbarkeit von Kultur zu Bewusstsein bringen: "Die Migrantenkultur der 'Zwischenzone', die Position der Minorität, setzt das Wirken der Nichtübersetzbarkeit der Kultur dramatisch in Szene" (BHABHA 2000, S.335). Diese "Migrantenkultur der 'Zwischenzone' " konfrontiert den Diskurs mit seinen eigenen Leerstellen und der Kontingenz eines Kulturbegriffs, den er zur Grundlage seiner Herrschaft gemacht hat (vgl. ebd., S.243). Im Gegensatz zu SPIVAK konzipiert BHABHA den third space demnach nicht ausschließlich als Ort, an dem kulturelle Identität festgeschrieben wird. Er sieht in ihm auch einen potenziellen Schauplatz kreativer Intervention, die den hegemonialen Diskurs irritieren und ihm seine Kontingenz sowie die Unmöglichkeit eines neutralen Standpunkts vor Augen führen kann:

"Das hybride Objekt wahrt [...] Ähnlichkeit mit dem autoritativen Symbol, wertet aber seine Präsenz um, indem es sich ihm als Signifikant der Entstellung entgegenstellt. [...] Die Entfaltung von Hybridität, ihre besondere Art der 'Replikation' versetzt die Autorität mit der Tücke der Anerkennung, ihrer Mimikry, ihrem Hohn in Schrecken." (ebd., S.170f.; Hervorhebung im Original). [10]

Sergio COSTA (2005, S.288) beschreibt kreative Intervention als Akt, der "das Zeichen von einem diskursiven Ort aus neu definiert, welcher außerhalb geschlossener Repräsentationssysteme liegt". Die Tatsache, dass hier nicht von einem Ort innerhalb des Repräsentationssystems aus gesprochen wird, verhindert eine Integration des Geäußerten in die Ordnung des Diskurses. Wird die intervenierende Äußerung dennoch als solche gehört, hat sie die Grenzen des Diskurses bereits aufgebrochen. [11]

Der Erfolg einer solchen Intervention ist freilich der Kontrolle der Einzelnen weitgehend entzogen, und ihre Effizienz bleibt "immer ungewiss, offen und unbestimmt" (COSTA 2005, S.288). Das bedeutet, dass die Intention zur Intervention weder Garant noch notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Irritation des herrschaftlichen Diskurses ist. [12]

Einer der Hauptkritikpunkte an BHABHAs Konzept produktiver Hybridität betrifft den Vorwurf eines versteckten Elitarismus. Als Literaturtheoretiker unterlegt BHABHA seine theoretischen Ausführungen zu Hybridität und kreativer Intervention häufig mit Beispielen aus dem Werk postkolonialer SchriftstellerInnen. Jonathan FRIEDMAN (2000) hat daraus den Schluss gezogen, die produktive Seite der Hybridität sei ein Privileg der Intellektuellen, KünstlerInnen und DichterInnen, deren Lage ohnehin begünstigt sei:

"But for whom, one might ask, is such a cultural transmigration reality? In the works of the post-colonial border-crossers, it is always the poet, the artist, the intellectual, who sustains this displacement and objectifies it in the printed world. But who reads the poetry, and what are the other kinds of identification occurring in the lower reaches of social reality?" (ebd., S.79) [13]

Auf der Suche nach einer Übersetzung des Hybriditätskonzepts in empirische Forschung, die sich nicht als Elitenforschung versteht, ist dieser Vorwurf ernst zu nehmen. In der Auswahl der vorgestellten Ansätze wurde deshalb darauf geachtet, dass sie das Konzept einer Hybridität des Alltags (vgl. TATE 2005, S.8) unterstützen. [14]

3. Zur Frage der Übersetzung

3.1 Die Forschungssituation als Ort der Konstruktion von Identität

Um das Konzept der Hybridität nach BHABHA für die empirische Forschung fruchtbar zu machen, muss zunächst ein Schauplatz der Verhandlung hybrider Identität gefunden werden, der ihre Beforschung überhaupt zulässt. Shirley TATE und Clemens DANNENBECK schlagen vor, die Forschungssituation selbst als Ort der Verhandlung von Identität zu begreifen: [15]

Auf der Suche nach Hybridität in den Daten entwickelt TATE (2003) das Konzept einer "Hybridität des Alltags im Gespräch-in-der-Interaktion"8). Ein Gespräch, das eine Positionierung und Re-Positionierung der Sprechenden als Subjekte ermöglicht, schafft demzufolge einen Raum zur "Artikulation von Hybridität, [der] die Starre der Diskurse durchbricht" oder zumindest das Potenzial dazu hat (ebd., S.170)9). Für die empirische Forschung zieht TATE daraus die Konsequenz, dass die Forschungssituation als "Gespräch-in-der-Interaktion" anzulegen ist.10) [16]

Ähnlich wie TATE geht auch Clemens DANNENBECK (2002, S.73) von einer konstruktiven Grundsituation von Gesprächen zwischen Forschenden und Beforschten aus. Er versteht das qualitative Interview als "Ort der gemeinschaftlichen (Re) Produktion der Bedeutung von Ethnizität und Kultur". Weder TATE noch DANNENBECK widmen sich allerdings der näheren Bestimmung einer idealen Gesprächssituation zur Beforschung von Hybridität. Sie gehen davon aus, dass jedes Gespräch potenziell zum Ort der Verhandlung hybrider Identität werden kann. [17]

Im Anschluss an TATE (2005) und DANNENBECK (2002) werde ich im Folgenden die Forschungssituation als Ort der Verhandlung von Identität in der Interaktion konzipieren und versuchen, eine method(olog)ische Sensibilität für Aushandlungsprozesse und Irritationen zu schaffen. Das Konzept sieht vor, postkolonialen Herausforderungen produktiv zu begegnen, indem eine Irritation auf der Seite der Forschenden methodisch forciert wird. Das Schaffen von Raum für kreative Intervention in der Forschungssituation, die Bereitschaft der Forschenden, sich darauf einzulassen und eine diesbezügliche Sensibilität in der Analyse der Daten ermöglicht, so die These, eine Performanz hybrider Identität im Forschungsprozess und schafft die Voraussetzungen dafür, dass die darin agierende dekonstruktive Kraft (produktiv) auf den wissenschaftlichen Diskurs zurückwirken kann. [18]

Die Übersetzung postkolonialer Ansätze in die empirische Forschung wird unter anderem durch deren hohen sprachlichen Abstraktionsgrad erschwert.11) Eine der Aufgaben, denen sich postkolonial informierte SozialforscherInnen deshalb stellen müssen, ist das Wiederfinden theoretischer Konzepte in der von ihnen beforschten Realität. Im Fall hybrider Identität und kreativer Intervention geht diese Aufgabe weit über die Operationalisierung der damit verbundenen Begriffe hinaus. Es spricht vieles dafür, dass sich Phänomene wie Hybridität und kreative Intervention nicht empirisch fassen lassen, solange eine (wenngleich reflektierte) analytische Distanz der Forschenden gegenüber den Beforschten besteht. Vor dem Hintergrund eines dezentrierten Subjektbegriffs (vgl. etwa COSTA 2005, S.289ff; STÄHELI 2000, S.47ff.) und einem Verständnis von Identität als in der Interaktion verhandeltem, performativem Prozess gibt es keinen Anker für eine distanzierte Analyse der genannten Phänomene. Forschende können sich weder auf ein Subjekt beziehen, das seine (hybride) Identität verhandelt, noch auf eine spezifische intervenierende Handlung der Beforschten, die ihr Gegenüber in ihren diskursiv geprägten Überzeugungen herausfordert. Dieses Problem lenkt die Aufmerksamkeit auf die eigentliche Pointe von Hybridität und kreativer Intervention: ihre irritierende Wirkung. Hybridität wird erst in dem Moment sichtbar (und damit beforschbar), in dem sie (irritierend) in den wissenschaftlichen Diskurs eingreift. Der einzige Zugang zu Phänomenen kreativer Intervention ist deshalb das eigene Erleben der Forschenden. Solange nämlich die diskursiv-distanzierte Wahrnehmung der Beforschten durch die Forschenden intakt ist, hat kreative Intervention nicht stattgefunden. Erst in ihrer Wirkung werden die Spuren eines intervenierenden "Subjekts" sichtbar. [19]

Die Möglichkeit, kreative Intervention ex post zu beforschen, etwa indem die Aufzeichnungen entsprechender Gespräche sorgfältig analysiert werden, hängt von derselben Voraussetzung ab: Die bzw. der Analysierende muss durch die Performanz hybrider Identität in der Analyse des Materials irritiert werden, damit diese sichtbar und damit beforschbar wird. In dem Moment freilich, wo die Irritation vollzogen ist, hat sich auch die diskursive Perspektive der Forschenden verändert. Dieser Perspektivenwechsel kann mithin als das eigentliche Produkt der Beforschung hybrider Identität verstanden werden. [20]

Tatsächlich ist die Idee von Erkenntnis als Veränderung der Perspektive keineswegs neu und nicht auf den Kontext postkolonialer Theorie beschränkt. Das Herstellen einer Beziehung zu den Beforschten und die Bereitschaft zur Reflexion des eigenen Forschungserlebens sind seit Langem ein Anliegen qualitativer Forschung. Meinrad ZIEGLER (2003, S.191) etwa erinnert an die Selbstverständlichkeit einer intensiven persönlichen Erfahrung auf der Seite der Forschenden im Rahmen ethnografischer Feldarbeit sowie die Verschränkung von Verstehen und produktiver Irritation:

"Nicht nur das untersuchte Objekt ist der entscheidende Ort, an dem relevante Wahrnehmungen gemacht und Informationen gesammelt werden können. Auch an den Forschenden zeigen sich Regungen und Erfahrungen, deren Wahrnehmung für die Forschungssituation von Bedeutung sind [sic]. In der Regel gehen diese Erfahrungen nicht als relevante Daten in die Untersuchung ein. Gerade in der Situation einer ethnographischen Feldforschung stellt sich die Selbsterfahrung der Forschenden allerdings als nahezu unabweisbarer Teil des Erkenntnisprozesses dar. Insofern ist der Blick auf dieses Forschungsparadigma wichtig, um ihre erkenntnisrelevante Bedeutung für alle kommunikativen Forschungsprozesse sichtbar zu machen. Durch die Konfrontation mit dem Fremden werden Rollenbilder und kulturelle Gewissheiten, die die Identität der Forschenden stützen und ihre Wahrnehmung lenken, erschüttert. Mit der Beherrschung von abstrakten Begriffen und theoretischen Modellen, wie sie die Wissenschaft anbietet, ist immer auch die Vorstellung von Macht verbunden, weil man glaubt, die Welt für sich geordnet zu haben. Diese Ordnung kann bei der Begegnung mit konkreter fremder Erfahrung brüchig werden. Der Prozeß des Verstehens kann in dieser Situation nur vorankommen, wenn die Konfrontation mit dem irritierenden Fremden als produktive Störung in die Analyse des Geschehens einfließt." [21]

Sozialwissenschaftliches Verstehen wird hier von ZIEGLER direkt an eine Irritation der diskursiven Ordnung der Forschung bzw. der Forschenden gebunden. Er plädiert deshalb für eine "intellektuelle Auslieferung" (vgl. KANNONIER-FINSTER & ZIEGLER 2005, S.64) der Forschenden an das "irritierende Fremde", für ein Verstehen als "empathische [...] Anteilnahme an gemeinsamen kommunikativen Prozessen" (ZIEGLER 2003, S.189) von Forschenden und Beforschten. [22]

3.2 Warum sollten wir uns irritieren lassen?

Worin besteht aber die Motivation für eine postkolonial informierte Sozialforschung, sich in der oben beschriebenen Weise einer Irritation durch die Beforschten auszusetzen? Bisher hat die empirische Forschung postkoloniale Theorie vor allem im Hinblick auf ein bestimmtes Problem rezipiert: die Festschreibung postkolonialer Anderer und die Reproduktion von Herrschaftswissen über die Beforschten. Diese Sensibilisierung stellt vor allem auf die Machtlosigkeit beforschter MigrantInnen gegenüber einem sich selbst ständig reproduzierenden Diskurs ab. Der Wunsch nach "empirischen Konsequenzen" (REUTER & WIESER 2006, S.188) postkolonialer Theorie richtet sich daher hauptsächlich auf ein Empowerment postkolonialer MigrantInnen, auf den Wunsch, sie sprechen zu lassen. [23]

Es ist allerdings fraglich, ob ein solches Empowerment im Rahmen eines Forschungsprozesses überhaupt realisiert werden kann. Mit SPIVAK (1994) ist deutlich geworden, dass die Antwort auf postkoloniales Silencing nicht in einem Sprechen für die Beforschten bestehen kann. Ihrer Auffassung zufolge ist jedes Sprechen für immer auch ein Sprechen über und leistet deshalb nicht mehr als eine Reproduktion subalternen Schweigens. Die Aufgabe einer postkolonial informierten Sozialforschung kann deshalb nicht darin bestehen, sich die Stimmen der Beforschten im Namen eines missverstandenen Dienstes am postkolonialen "Subjekt" erneut anzueignen. Stattdessen muss es ihr darum gehen, "die koloniale Herrschaft als eine Sinnbeschneidung zu verstehen" (COSTA 2005, S.286) – als Defizit auf der Seite der Wissenschaft, nicht auf der Seite der Beforschten. Sie muss es sich zur Aufgabe machen, diese Defizite (methodisch) wieder einzuholen.12) [24]

Worin besteht die von COSTA angesprochene Sinnbeschneidung? Ganz offensichtlich steckt der koloniale Differenzdiskurs einen Rahmen des Artikulierbaren und damit ein Terrain des Verstehbaren ab, innerhalb dessen die Beforschten sich äußern bzw. gehört werden können. Dieser Rahmen markiert zugleich die Grenzen der Kommunikation innerhalb des Diskurses. Mit BHABHA (vgl. 2000, S.6)13) ist davon auszugehen, dass die epistemologischen Grenzen des Differenzdiskurses mit den artikulatorischen Grenzen derer zusammenfallen, die er ausschließt. Das Andere des Diskurses ist damit zugleich das Andere der Erkenntnis, es legt die Grenzen dessen fest, worüber innerhalb des Diskurses überhaupt Wissen produziert werden kann. [25]

Eine Irritation des Diskurses durch sein Anderes beruht in erster Linie darauf, dass Elemente des Diskurses wiederholt, dabei aber entstellt werden. Greift die Irritation, so zwingt sie den Diskurs zu einer Reflexion seines restringierten epistemologischen Vokabulars und sprengt verhärtete Erkenntnis- und Begriffsschemata auf, denen die fundamentale Differenz von Eigenem und Fremdem im Herrschaftsdiskurs zugrunde liegt:

"Hybridität als jene unheimliche Ähnlichkeit, die im kolonialen Diskurs als Überlagerungsphänomen kultureller Differenzen entsteht, konfrontiert den dominanten Diskurs mit seiner Gegenstimme, die nicht mit eindeutiger Sicherheit als die authentische Stimme des fremden, unterlegenen Anderen identifiziert werden kann. Diese Uneindeutigkeit verweist auf die grundlegende Arbeitsweise von Kultur, die jede Vorstellung von Homogenität, Authentizität und Essenzialismus [sic] als unmöglich zurückweist" (HA 2004, S.225). [26]

Diese Konfrontation ist für eine reflexive Sozialforschung von entscheidender Bedeutung, weil sie ihr nicht nur die Grenzen einer vereindeutigenden Epistemologie vor Augen hält, sondern ihr auch den Weg ins Darüber-Hinaus der eigenen diskursiven Verfasstheit weist. [27]

4. Strategien gelungener Übersetzung

Auch auf der Basis einer grundsätzlichen Bereitschaft zur Irritation durch die Beforschten ist die Umsetzung dessen, was hier als "Auslieferung" konzipiert wird, methodisch anspruchsvoll. In diesem Zusammenhang ist die Frage berechtigt, ob es überhaupt möglich ist, sich zu einer Irritation bereitzuerklären bzw. sich dafür "bereit zu machen". Hängt nicht schon der Begriff der Irritation an der Voraussetzung, dass sie die Irritierten gewissermaßen unvorbereitet trifft? Ohne die Frage an dieser Stelle abschließend beantworten zu können, soll zumindest so viel klargestellt werden: es muss sich hier um eine Art von dispositiver Bereitschaft handeln, um die Bereitschaft, Perspektiven auf sich wirken zu lassen, die das Potenzial haben, eine Irritation auszulösen. Die Bereitschaft bezieht sich somit nicht auf die Irritation selbst sondern auf eine Auseinandersetzung, eine Konfrontation mit potenziell Irritierendem. [28]

Im Folgenden werden einige Ansätze präsentiert, mit denen dieser Aufgabe auf den verschiedenen Ebenen des Forschungsprozesses sinnvoll begegnet werden kann. [29]

4.1 Im Feld

Eine Irritation der Forschenden im Kontakt mit dem Feld setzt zunächst eine Forschungssituation voraus, die die Verhandlung von Identität in der Interaktion zwischen Beforschten und Forschenden ermöglicht. Die Begegnung muss so gestaltet werden, dass "unerwartete Aspekte die Chance haben, geäußert zu werden" (BERESWILL & RIEKER 2008, S.425). Mit dem Konzept soziologischer Empathie von Waltraud KANNONIER-FINSTER und Meinrad ZIEGLER (2005) und dem des subversiven Zuhörens bei Maria do Mar CASTRO-VARELA und Nikita DHAWAN (2003) werden hier zwei Strategien der Gesprächsführung vorgestellt, die in dieser Hinsicht vielversprechend sind. [30]

4.1.1 Soziologische Empathie

Einen möglichen Anknüpfungspunkt für eine Methodologie, die den hier formulierten Zielen auf der Ebene der Datenproduktion entgegenkommt, bietet das Konzept der soziologischen Empathie von Waltraud KANNONIER-FINSTER und Meinrad ZIEGLER (2005). In Anlehnung an das Konzept der intellektuellen Liebe Pierre BOURDIEUs (1997) ist ihr Ansatz von dem Wunsch nach dem aktiven Herstellen einer erkenntnisfördernden Beziehung zwischen Forschenden und Beforschten getragen. Sie gehen davon aus, dass die für sozialwissenschaftliches Verstehen notwendige Nähe zu den Beforschten nicht "von selbst" durch einen "affirmativen Kommunikationsstil [...] und Geduld beim Zuhören" (KANNONIER-FINSTER & ZIEGLER 2005, S.55) entsteht, sondern unter Bedachtnahme auf soziale Differenzen zwischen den GesprächspartnerInnen bewusst hergestellt werden muss. Sie plädieren für die Aufgabe einer naiven Haltung gegenüber den Beforschten und für den bewussten Einsatz der wissenschaftlichen Persönlichkeit im Gespräch:

"[D]as Konzept einer soziologischen Empathie [legt] es den Forschenden nahe, sich im Prozess des Interviews nicht nur 'lebenspraktisch', sondern auch 'wissenschaftlich' zu verhalten. Das bedeutet, dass in Forschungsgesprächen bewusst ein sozialwissenschaftlich-reflexiver Modus des Fragens und Nachfragens gewählt wird und die traditionell übliche Haltung der naiven und scheinbar unwissenden Neutralität aufgegeben wird. Die Interviewenden bringen ihr soziologisches Denken in das Forschungsgespräch ein. Sie bieten den Befragten einen Rahmen, in dem sie ihre eigenen Erfahrungen in einer Weise artikulieren können, wie sie das vielleicht im Kontext ihrer eigenen Alltäglichkeit nicht tun. [...] Im Rahmen dieser methodischen Konstruktion geht es auch darum, Unstimmigkeiten, Widersprüche und Brüche zur Sprache zu bringen, die dem individuellen Bestreben nach Herstellung von Kohärenz und Harmonie zuwider laufen können" (ebd., S.64). [31]

Die von KANNONIER-FINSTER und ZIEGLER entwickelte Forschungsmethode ist für postkolonial informierte Sozialforschung in mehrerlei Hinsicht von Bedeutung. Durch die Betonung und den bewussten Einsatz der Differenz zwischen Subjekt und Objekt der Forschung sowie die Mobilisierung von "Wissen um die soziale Logik der subjektiven Bedingtheit" (ebd. S.65) der Beforschten können Bedingungen geschaffen werden, die einer widerständigen Artikulation der Beforschten im Gespräch förderlich sind. Widersprüche und Unstimmigkeiten, die über das Potenzial zur Erschütterung des Diskurses verfügen, haben die Chance, geäußert zu werden und finden im Moment ihrer Artikulation den zu unterminierenden Diskurs auch vor: Durch die Anwesenheit von Forschenden als WissenschaftlerInnen wird der Diskurs in die Forschungssituation hineingetragen, wo er mit seinem Anderen (seiner Gegenstimme) konfrontiert werden kann. Die Bereitschaft der Forschenden schließlich, "sich dem Gegenstand der Forschung mit aller Aufmerksamkeit [zu] öffnen und intellektuell aus[zu]liefern" (ebd., S.64), verschafft der subversiven Kraft der Gegenstimmen einen echten Spielraum zur wirksamen Irritation des Diskurses. [32]

4.1.2 Subversives Zuhören

Auch Maria do Mar CASTRO-VARELA und Nikita DHAWAN (2003) haben sich mit den Bedingungen der Möglichkeit einer Forschung jenseits gewaltvoller Repräsentationen befasst. Mit SPIVAK (1994) gehen sie davon aus, dass das Schweigen der Subalternen eine Folge der mangelnden Bereitschaft zum Zuhören auf der Seite ihrer AdressatInnen ist. Dabei geht es nicht um die postkolonialen Intellektuellen, die dem dominanten Diskurs ohnehin kritisch gegenüberstehen, sondern um jene RepräsentantInnen des Diskurses, die das Andere "der Wahrheit, Normalität, Normativität, Universalität und Wissenschaftlichkeit" zum Schweigen bringen, indem sie sich weigern, es zu hören (CASTRO-VARELA & DHAWAN 2003, S.279). Kritischen Intellektuellen kommt deshalb nach der Auffassung der Autorinnen die Aufgabe zu, "Räume zu schaffen, in denen die Anderen gehört werden, und andere, bisher unbeachtet gebliebene Perspektiven freizulegen, die bisher nicht als wertvoll qualifiziert waren" (ebd.). [33]

Im Anschluss an die Aufforderung SPIVAKs "to work together in silence" (mündl. Vortrag, zit. bei CASTRO-VARELA & DHAWAN 2003, S.279) schlagen sie eine Strategie des subversiven Zuhörens vor: "Subversives Zuhören bedarf eines selbstbewussten Subjekts, das in der Lage ist, dann zu schweigen, wenn andere Perspektiven zum Vorschein kommen, genau in den Momenten, die die Gefahr des Verlustes des eigenen Privilegs in sich bergen" (ebd., S.279f.). [34]

Dieser Vorschlag steht nur scheinbar im Gegensatz zum Ansatz von KANNONIER-FINSTER und ZIEGLER (2005), der eine aktive ForscherInnenrolle unterstützt. Es ist davon auszugehen, dass subversive Artikulation der Beforschten nur stattfinden kann, wenn entsprechende Impulse in der Forschungssituation präsent sind. Solche Impulse können in der oben beschriebenen Weise von den Forschenden ausgehen. Ein Schweigen in dem Moment, wo die Perspektiven des oder der Anderen zum Vorschein kommen, kann eine sinnvolle Ergänzung dieser Herangehensweise sein. [35]

Ein wichtiges Element, das bei CASTRO-VARELA und DHAWAN (2003) angesprochen wird, ist das des Verlusts eigener Privilegien. Es kann dabei an Situationen gedacht werden, in denen Forschende die Kontrolle über die Gesprächssituation verlieren, ihre privilegierte Rolle als FragestellerInnen einbüßen, von den Beforschten direkt (persönlich oder als RepräsentantInnen eines Diskurses) herausgefordert werden. Sich Verlusten dieser Art zu beugen, kann – zugunsten der Beforschten – zu einer Verlagerung der Definitions- und Deutungsmacht forschungsrelevanter Themen führen. [36]

4.2 In der Analyse des Materials

Um die Transparenz des Forschungsprozesses für das subversive Potenzial der Beforschten zu gewährleisten, ist Sensibilität in der Datenproduktion freilich nicht ausreichend. Auf der Ebene der Interpretation des produzierten Textes kommt hier eine Forderung zum Tragen, die von der Kulturwissenschaftlerin Mieke BAL eindrücklich formuliert worden ist:

"Die Regel, [...] die sich als die spannendste und fruchtbarste Einschränkung erwiesen hat, die mir je vorgekommen ist, besagt, daß man niemals bloß 'theoretisieren', sondern dem Objekt stets die Möglichkeit geben soll, 'Widerworte zu geben'. [...] Es liegt auf der Hand, daß Objekte nicht sprechen können, doch sie können im Hinblick auf ihre Komplexität und ihre nicht zu lüftenden Geheimnisse mit genügend Respekt behandelt werden, damit sie die Möglichkeit erhalten, die Stoßkraft einer Interpretation zu bremsen, abzulenken und zu komplizieren" (BAL 2006, S.18). [37]

In der Folge werden zwei Herangehensweisen an die Analyse empirischen Materials vorgestellt, die auf der Suche nach "Hybridität in den Daten" (vgl. TATE 2000, S.432) erfolgreich zu sein scheinen: Clemens DANNENBECK und Shirley TATE gelingt es, widerständige Artikulationen der von ihnen Beforschten in der Analyse des Materials sichtbar zu machen. [38]

4.2.1 Das Gespräch-in-der-Interaktion als Instanz einer Hybridität des Alltags

In ihrer Studie Black Skins, Black Masks hat sich Shirley TATE (vgl. 2005, S.17) auf die Suche nach hybriden14) Identifikationen Schwarzer15) Frauen begeben. Sie stützt sich dabei auf Gesprächsmaterial aus Gruppendiskussionen, in denen Frauen Geschichten aus ihrem Leben erzählen. Dort, wo Forscherinnen an den Gesprächen beteiligt waren, kann ihre Rolle als die von subversiven Zuhörerinnen (im Sinne von CASTRO-VARELA & DHAWAN 2003) beschrieben werden:

"[I]nteractants [...] should have the opportunity to begin from where they chose, to speak their life as it made sense to them, to stop wherever they wanted, to build their own 'gestalt'. That is, as they 'speak their life' the researcher should not interrupt what is being constructed through introducing her concerns, but should listen attentively and, if she wanted to follow-up anything or encourage more talk, to use participants' talk as a resource for doing that" (TATE 2005, S.16). [39]

Die offene Methode der Datenproduktion verfolgt das Ziel, maximalen Spielraum für die Relevanzsetzungen der Sprecherinnen und eine möglichst große Bandbreite an Themen und narrativen Settings zu gewährleisten (ebd., S.17). [40]

In der Interpretation des so gewonnenen Materials hat TATE (2005) eine Methode der Gesprächsanalyse entwickelt, die sie ethnomethodologically inclined discourse analysis nennt.16) Mit BHABHA (2000) geht sie davon aus, dass sich das hybride Subjekt in der Verhandlung von Identitätspositionen konstituiert: [41]

Die Sprecherinnen reproduzieren zunächst Elemente eines für ihre Identifikation bedeutsamen Diskurses (etwa des Diskurses über "Blackness") und die diskursive Festlegung ihrer Identität, mit der sie im Alltag konfrontiert werden (discursive positioning, vgl. ebd., S.14). In der Folge produzieren sie Gegen-Narrative (vgl. ebd., S.32), in denen sie die diskursive Festlegung von außen in eine hybride Identifikation übersetzen (translation as reflexivity, vgl. ebd., S.14). Sie nehmen dabei die Terminologie des dominanten Diskurses auf, verweigern sich aber den in ihm festgelegten Kategorisierungen (bezeichnen sich selbst etwa als "not quite white")17). Im Zuge eines identity-repositioning nehmen sie schließlich wieder eine Position im diskursiv verfassten Rahmen ein, der allerdings nicht mehr derselbe ist.18) [42]

4.2.2 Die Interviewsituation als Ort des Kampfes um Bedeutungen

Clemens DANNENBECK (2002) analysiert Interviewmaterial aus einem Projekt zur Lebenssituation von Jugendlichen eines ethnisch heterogenen Milieus, dem Münchner Westend. Er begreift die Interviewsituation als "einen Ort des Kampfes um Bedeutungen" (ebd., S.273) und konzentriert sich im Zuge eines "Re-Readings" der Gespräche auf Phänomene der "Selbst- und Fremdzuschreibungen als Aspekte kultureller Identitätsarbeit"19). [43]

Im Anschluss an das "Encoding-Decoding"-Schema von Stuart HALL (1999) hält DANNENBECK zunächst fest, dass sowohl die Kodierung als auch die Dekodierung der im Gespräch vorgebrachten Äußerungen erst vor dem Hintergrund bestimmter diskursiver Prägungen verständlich werden. Wenn die Interviewenden nach Herkunft und sozialem Umfeld der Jugendlichen fragen, dann erwarten sie, dass sich die Befragten innerhalb eines bestimmten Rahmens und entlang bestimmter Differenzlinien selbst verorten. Sie dekodieren die Äußerungen der Jugendlichen in Bestätigung dieser Erwartung. Die Befragten allerdings verstehen die an sie gerichteten Fragen häufig quer zur Kodierung der Interviewenden und formulieren ihre Antworten ihrer eigenen diskursiven Prägung entsprechend. So kann es zu einer Bedeutungsverschiebung durch die Befragten kommen, etwa "wenn ein von den Interviewern hergestellter Zusammenhang zwischen einer unterstellten Migrationsgeschichte und kultureller Identifikation von Seiten der Befragten mit ganz anderen Bedeutungen versehen wird" (DANNENBECK 2002, S.274). Bedeutungsverschiebungen haben laut DANNENBECK das Potenzial, die ursprüngliche Lesart der Interviewenden zu irritieren, werden aber von denselben häufig nicht erkannt oder ignoriert. Einige der Jugendlichen aus dem Westend beweisen in dieser Hinsicht großes subversives Potenzial: Während die Forschenden versuchen, kohärente Identitäten für die Beforschten zu entwickeln, entwerfen diese immer neue Selbstbilder vor dem Hintergrund wechselnder Kontexte. Sie erscheinen dadurch "widersprüchlich [...], inkonsequent in ihrem Verhalten, diffus in ihren Einstellungen" (ebd., S.282). Diese Brüche in der gemeinsamen Verhandlung von Identität im Interview verweisen laut DANNENBECK (2002, S.280) auf "ambivalente Bedeutungen, auf Unentschiedenes und Unentscheidbares" – auf hybride Identifikationen. In der Analyse der Gespräche werden solche Ambivalenzen häufig als "widersprüchlich und miteinander unvereinbar festgeschrieben" (ebd.), dabei aber "auf eine gemeinsame Bedürfnislage, auf einheitliche (etwa kulturell bedingte) Ursachen zurückgeführt" (ebd.). Dadurch wird es den InterpretInnen möglich, das Verhalten der Beforschten in den Rahmen eines kohärenten und geschlossenen Modells zu stellen. Was dabei verloren geht, ist der Moment der Irritation, die Praxis der Bedeutungsverschiebung durch die Befragten, ihre widerständige Reaktion auf die diskursiven Zumutungen durch die Forschenden. [44]

DANNENBECK (2002) plädiert für eine Abkehr vom Ideal der letztgültigen Interpretation sozialer Texte und schlägt stattdessen vor, "plausible, aber unabgeschlossene Lesarten dar[zu]stellen und den Finger auf die Wunde des Unaufhebbaren der Ambivalenzen zu legen, dort, wo die Verhandlung um die Bedeutung von Kultur mit offenem Ausgang stattfindet" (ebd., S.290). [45]

4.2.3 Zusammenschau

Die Herangehensweisen von TATE und DANNENBECK weisen einige interessante Unterschiede auf: TATE untersucht Identifikationen in Auseinandersetzung mit einem Diskurs, der von den Beforschten selbst in das Gespräch getragen wird (in Form eines " 'talking into being' of discourses of positioning", TATE 2005, S.13). In alltagsnahen Gesprächen ohne Interviewcharakter haben die Beforschten die Möglichkeit, ihre Identifikation an Elemente eines Diskurses zu koppeln, der für ihre Selbst- bzw. Fremdverortung im Alltag Relevanz hat. DANNENBECK hingegen analysiert Interviews, die von Identifikationsangeboten durch die Forschenden geprägt sind. Die diskursive Grundlage der Identifikation wird hier von außen an die Beforschten herangetragen. DANNENBECKs Analyse zeigt zunächst die Gefahr einer unreflektierten Reproduktion dominanter (wissenschaftlicher) Diskurse in der Forschungssituation: "Nicht-deutsche Jugendliche sind – ungeachtet der Tatsache, wo sie geboren und aufgewachsen sind und auch unabhängig von der Selbstverortung, die sie präsentieren – im Interview (aufgrund des Erkenntnisinteresses und der Beobachtungserfahrungen der Interviewer) in der Regel immer bereits als Nicht-deutsche erkannt" (DANNENBECK 2002, S.274; Hervorhebungen im Original). Gleichzeitig verdeutlicht er das Potenzial der Beforschten, die an sie herangetragenen diskursiven Festlegungen zu unterlaufen und die Macht der Forschenden, produktive Irritation zu vereiteln. [46]

Die Ansätze von TATE und DANNENBECK zeigen, wie das widerständige Potenzial von Beforschten im Zuge eines analytischen Prozesses herausgearbeitet werden kann. In DANNENBECKs Studie zeigt sich, dass – zumindest im Fall von Interviews – auch eine aktive Haltung der Forschenden (etwa im Sinne der von KANNONIER-FINSTER und ZIEGLER [2005] vorgeschlagenen soziologischen Empathie) von Vorteil sein kann. Indem sie ihre eigene diskursive Prägung in die Forschungssituation hineintragen, bieten InterviewerInnen den Beforschten eine Angriffsfläche und die Gelegenheit zum Widerstand. Im Zuge der Analyse können diese Gespräche unter dem Aspekt einer "Logik der Verhandlung von ethnischer bzw. kultureller Differenz" (DANNENBECK 2002, S.73) betrachtet werden. Das bedeutet, einen analytischen Sprung zu vollziehen und die Verhandlungssituation als Ganze in den Blick zu nehmen (Feldforschung aus der Meta-Perspektive zu betreiben). Darüber hinaus kann die Tendenz von Interviewenden, die Bedeutungsverschiebungen der Befragten zu ignorieren und sie auf bestimmte Bedeutungsebenen ihrer kulturellen Verortung festzulegen, auch zum Entstehen produktiver "Spannungsfelder [beitragen], die unentwegt neue Facetten des Verhältnisses von Fremd- und Selbstzuschreibungsprozessen im Interview entstehen lassen" (DANNENBECK 2002, S.278). [47]

4.3 In der Darstellung der Forschungsergebnisse

Was die Problematik der Darstellung qualitativ generierter und interpretierter Daten betrifft, hat im Zusammenhang mit der Krise der ethnographischen Repräsentation (vgl. etwa BERG & FUCHS 1993 sowie GOTTOWIK 1997) bereits eine Sensibilisierung für Probleme der Konstruktion, Repräsentation und Aneignung von beforschten Stimmen stattgefunden. Das vorliegende Konzept liest diese Krise vor einem neuen Hintergrund: Über die Abwesenheit gewaltvoller Repräsentation hinaus wird eine Transparenz wissenschaftlicher Texte für das subversive Potenzial der Beforschten gefordert. Diese Aufgabe kann nur in Form einer aktiven Provokation durch den Text erfüllt werden. Die Repräsentationskrise hat gezeigt, dass eine Übertragung des im Rahmen der Feldforschung gemeinsam mit den Beforschten produzierten "Textes" in eine wissenschaftliche Publikation nicht ohne verzerrende Eingriffe durch die Forschenden gelingen kann. Im Bereich der Ethnologie, wo die diesbezügliche Debatte am intensivsten geführt wurde (und noch immer geführt wird), wurden Fragen nach Autorschaft und Machtungleichgewicht, alternativen Darstellungsformen und der Reliabilität von perspektivisch verbrämten Forschungsergebnissen genauso diskutiert wie die Frage, ob der offene Umgang mit Perspektivität und das Aufgeben eines repressiven Realismus (vgl. FABIAN 1993, S.346f.) mit dem klassischen wissenschaftlichen Objektivitätsideal in Einklang gebracht werden kann (vgl. BERG & FUCHS 1993, CLIFFORD & MARCUS 1986, FLICK 2007, S.34f.). Eine der Hauptfragen bezog sich auf die (Un-) Möglichkeit, im und durch den Forschungsbericht eine authentische Beforschten-Stimme zu transportieren. In Auseinandersetzung mit dieser Frage hat die Ethnologie den klassischen Wissenschaftsbegriff wiederholt in Bedrängnis gebracht. [48]

Heute werden die Grenzen des wissenschaftlichen Textes erneut herausgefordert, wenngleich nicht mehr auf der Suche nach dem "authentischen Subjekt". Ein eindrucksvolles Zeugnis dafür ist die FQS-Schwerpunktausgabe Performative Sozialwissenschaft (JONES et al. 2008). Indem eine zweite subversive Ebene in den Forschungsprozess eingezogen wird, entwickeln alternative Darstellungsmodi wie Film, Lyrik oder Drama das Potenzial, ihrem Publikum die Grenzen des wissenschaftlichen Textformats vor Augen zu führen und eröffnen neue Blickwinkel auf die beforschten Phänomene, die in klassischen Formaten nicht transportiert werden können. Im Idealfall bleiben sie für unterschiedliche Lesarten durch die Rezipierenden offen und weisen damit auf die notwendige Unabgeschlossenheit des Forschungsprozesses und die zentrale Rolle hin, die den LeserInnen in diesem Prozess zukommt. Indem der Mythos vom objektiv(ierend)en wissenschaftlichen Text zerstört wird, wird der Blick auf die beforschten Phänomene, die Institution des wissenschaftlichen Forschungsprozesses und die Rolle der an diesem Prozess Beteiligten breiter und facettenreicher. [49]

Aber auch das klassische wissenschaftliche Textformat bietet Möglichkeiten zum Transport widerständiger Artikulation. Die Arbeiten von Shirley TATE und Clemens DANNENBECK sind in dieser Hinsicht beispielhaft. Soll die subversive Kraft des Feldes so in den wissenschaftlichen Text übertragen werden, dass eine Irritation der LeserInnenschaft (als Repräsentantin des Diskurses) möglich ist, kommt allerdings der Frage nach dem Wie wissenschaftlichen Schreibens verstärkte Bedeutung zu. Das Konzept der impressionistischen Geschichte nach VAN MAANEN (1988) verspricht "ein Publikum in eine ungewöhnliche Welt und Geschichte hineinzuziehen und ihm zu gestatten, soweit als möglich zu sehen, zu hören und zu fühlen, wie der Feldforscher gesehen, gehört und gefühlt hat" (ebd., S.103). Gelingt es auf diesem Weg, die Irritation des oder der Forschenden an die LeserInnen weiterzugeben, kann ebenfalls von einer Transparenz des wissenschaftlichen Textes für Widerstände aus dem Feld gesprochen werden. Diese Art der Darstellung erfordert gleichwohl eine intensive Auseinandersetzung von Forschenden mit ihrem Schreiben (vgl. dazu eingehend FLICK 2007, S.531ff.). [50]

Von der Seite der Rezipierenden muss in jedem Fall eine Offenheit an die Texte herangetragen werden, die nicht bei der Suche nach handfesten Forschungsergebnissen stehen bleibt. Das bedeutet zum einen die Bereitschaft, sich auf nicht-klassische wissenschaftliche Textformate tatsächlich einzulassen, Elemente von Lyrik, Drama oder Film also weder zu überblättern noch als bloße Illustrationen des eigentlichen wissenschaftlichen Textes zu missdeuten. Zum anderen bedeutet es aber auch, in der Lektüre die eigene Rolle als ProduzentIn von Text-Bedeutung ernst zu nehmen. Clemens DANNENBECK (2002) entlässt seine LeserInnen mit der Bitte, ihm das Fehlen geschlossener Modelle und Typologien nachzusehen: "Die praktische Nutzanwendung und der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn liegt also möglicherweise im praktischen Umgang mit dem vorliegenden Text, in seiner Dekodierung [...] durch die Leser/innen und nicht im Festgeschriebenen, das man mehr oder weniger getrost nach Hause tragen kann" (ebd., S.287). Wenn qualitative Forschung ihr Erkenntnisziel in dieser Weise reformuliert, entfernt sie sich weiter als bisher von den Ansprüchen eines traditionellen Wissenschaftsideals. Sie öffnet sich aber gleichzeitig dem, was "die erklärte Stärke der qualitativen Sozialforschung [ist]: Phänomene in der Schwebe zu halten, offenzubleiben für irritierende Strukturelemente des Felds, diese in ihrem Kontext zu verstehen und mit verschiedenen Theoriebezügen zu verknüpfen" (BERESWILL & RIEKER 2008, S.407). [51]

5. Zusammenfassung und Ausblick

Im vorliegenden Beitrag wird dafür eingetreten, eine Sensibilität für hybride Identität und kreative Intervention von Beforschten in qualitative Forschungsprojekte zur interkulturellen Kommunikation hineinzutragen. Das gilt auch für solche Projekte, die vorderhand nicht mit einem postkolonialen Theorien-Hintergrund arbeiten. Freilich wird der hier vorgeschlagen Ansatz nicht mit jeder beliebigen theoretischen Perspektive kompatibel sein. Dadurch, dass er eine method(olog)ische Inspiration durch postkoloniale Theorie vorschlägt, gibt er alternativen Theoriebezügen aber nicht weniger Spielraum, als anderen Kombinationen von Theorie und Methode zur Verfügung steht. Das Konzept von KANNONIER-FINSTER und ZIEGLER (2005) zeigt außerdem, dass unter dem Eindruck postkolonialer Theorie formulierten methodologischen Forderungen auch mit Ansätzen begegnet werden kann, die sich selbst nicht in einer postkolonialen Denktradition sehen. [52]

Eine Berücksichtigung postkolonialer Perspektiven, so wurde behauptet, fordert eine Öffnung der qualitativen Forschung für Irritationen vonseiten der Beforschten, eine Sensibilität für ihre den Differenzdiskurs unterminierenden Äußerungen, die Bereitschaft, die Kategorien des eigenen Denkens durch die individuelle Lebensrealität der Beforschten herausfordern und verändern zu lassen. Wenn es im Forschungsprozess gelingt, die überkommenen Kategorien des sozialwissenschaftlichen Diskurses infrage zu stellen, ihn zu irritieren, dann bedeutet das eine Bereicherung (im Sinn einer produktiven Dekonstruktion) des genannten Diskurses. [53]

Das Potenzial zur kreativen Intervention auf der Basis hybrider Identität ist nicht auf MigrantInnen beschränkt. Mit COSTA (2005) ist vielmehr davon auszugehen, dass "die Veranlagung zur Hybridität [allen] zeitgenössischen Biographien in gewisser Weise inhärent [ist], doch in der Figur des 'postkolonialen Migranten' [...] ihre emblematische Verkörperung [findet]" (ebd., S.288). Hybride Lagen entstehen nicht nur auf der Basis hegemonial konstruierter kultureller Differenz, sondern erstrecken sich auf alle Bereiche, in denen Differenzsetzungen des Dominanzdiskurses durch die Lebensrealität von Individuen herausgefordert werden (vgl. REUTER & WIESER 2006). In diesem Sinn gibt es für eine postkolonial inspirierte Sozialforschung noch viel zu tun: Dem "Wunsch nach empirischen Konsequenzen, damit die [postcolonial] studies nicht nur als punktuelle Ironie und Parodie der Soziologie wahrgenommen werden, sondern ihre analytischen Konzepte [...] einen nachhaltigen Eingang in die Soziologie finden" (ebd., S.188), kann aber entsprochen werden. [54]

Danksagung

An dieser Stelle möchte ich Elisabeth KATSCHNIG-FASCH für ihre unermüdliche Sensibilisierungsarbeit und ihre inspirierenden Worte danken. Ihre Bedeutung für den vorliegenden Beitrag kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Für zahlreiche Anregungen und kritische Kommentare zu früheren Fassungen dieses Textes und ihre umfassende Unterstützung in fachlicher wie persönlicher Hinsicht gilt mein Dank Katharina SCHERKE und Christian HIEBAUM.

Anmerkungen

1) Der Kulturbegriff der Postcolonial Studies kann treffend als flüssig (vgl. COSTA 2008) beschrieben werden. Häufig aufgrund seiner Unschärfe kritisiert, bezieht er seine analytische Kraft gerade aus der Weigerung, die Zuschreibung eindeutiger kultureller Zugehörigkeiten zu unterstützen. Die unreflektierte Rede von interkultureller Kommunikation leistet diese Weigerung nicht. Im vorliegenden Beitrag wird interkulturelle Kommunikation deshalb als Interaktion konzipiert, in der Positionen innerhalb eines Spektrums kultureller Differenzierungen verhandelt werden. <zurück>

2) Vgl. etwa STÄHELI (2000), COSTA (2005), REUTER und WIESER (2006), HA, AL-SAMARAI und MYSOREKAR (2007), REUTER und VILLA (2008). <zurück>

3) SPIVAK unterstreicht die Relevanz des Klassenbegriffs und der Theorie der Ausbeutung der Arbeiterklasse für eine Analyse postkolonialer Repräsentation in einer Zeit des globalisierten Kapitalismus und forciert eine Sensibilisierung für die doppelt marginalisierte Lage subalterner Frauen. Im Rahmen ihres umfassenden theoretischen Engagements im postkolonialen, marxistischen und feministischen Diskurs ist es ihr gelungen, alle drei Denktraditionen um die Perspektive der jeweils anderen zu bereichern. So betont sie etwa den Beitrag, den der westlich geprägte (frühe) Feminismus zur Subordination postkolonialer weiblicher Lebenswelten geleistet hat, indem er ein westlich geprägtes Frauenbild unter dem Deckmantel einer Befreiung der Frau aus der männlichen Gewaltherrschaft reproduziert hat. Vor diesem Hintergrund fordert sie eine Sensibilisierung für die Vielfalt weiblicher Lebenswelten auch im Rahmen feministischer Diskurse. <zurück>

4) SPIVAK hat häufig betont, dass das "Nicht-Sprechen-Können" der Subalternen ausschließlich auf der mangelnden Bereitschaft der AdressatInnen beruhe, sie anzuhören – nicht etwa darauf, dass sie nichts zu sagen hätten. Sie spricht damit die notwendige Zweiseitigkeit von Gesprächen an, die nur funktionieren, wenn SenderIn und EmpfängerIn sich daran beteiligen. Eine Kritik wie die von Daphne PATAI (2008) geht insofern fehl, als sie SPIVAK die lebhafte Artikulation der von ihr beforschten brasilianischen Frauen entgegenhält (vgl. ebd., S.74). Der darauf gestützte Vorwurf PATAIs, mit der Rede von Subalternität sei bereits die Frage nach Definitionsmacht verbunden, greift aber aus einem anderen Grund: Wenn Subalternität an einem anderen Kriterium festgemacht wird als dem des "Nicht-Sprechen-Könnens", dann wird hier tatsächlich aus einer akademischen Machtposition heraus Festschreibung betrieben. Zurecht fragt PATAI deshalb: "But, after all, I must ask: Why would a leftist intellectual seek to prove that any group of people – especially the historically silenced: women – cannot speak? In the name of what sort of knowledge? What program? And what are we to make of the garrulousness of these intellectuals as they go about arguing the impossibility of other people's speech?" (ebd., S.74). <zurück>

5) SPIVAK wird im Zusammenhang mit postkolonialer Theorie zur Migration stark rezipiert, obwohl sie den Begriff der Subalternität gegen eine Ausdehnung auf Migrationskontexte zu schützen versucht hat: "Simply by being postcolonial or the member of an ethnic minority, we are not 'subaltern' " (SPIVAK 1999, S.310). <zurück>

6) Das erklärt auch die konzeptuelle Nähe der Postcolonial Studies zur feministischen Theorie des Doing Gender und den Queer Studies. <zurück>

7) Vgl. BHABHA (2000, S.335; Walter BENJAMIN zitierend): "Das Subjekt kultureller Differenz [...] wird so zu einem Problem [der] Nichtlösung der Aufgabe – oder die Liminalität – der 'Übersetzung' [...], das Element des Widerstandes im Prozeß der Verwandlung, 'dasjenige [...], was an [einer Übersetzung] selbst nicht wiederum übersetzbar ist' " (Hervorhebung im Original, Zitattilgungen und -ergänzungen im BENJAMIN-Zitat: BHABHA 2000). <zurück>

8) Sie greift dabei auf einen Terminus von Emanuel A. SCHEGLOFF ("talk in interaction") zurück: vgl. TATE (2005, S.15). <zurück>

9) Vgl. auch TATE( 2007, Par. 6): "The 'third space' of hybridity does not occur in some nebulous zone but within talk itself". <zurück>

10) TATE beschränkt diese Konzeption nicht auf Interviews. Ein großer Teil des von ihr verarbeiteten empirischen Materials stammt aus Gruppendiskussionen und sonstigen Gesprächsmitschnitten, die ohne ihr Zutun entstanden sind: "Leaving the tape recorder and thereby the responsibility for making the recording with individuals was a useful approach. Through this, speakers felt very much more part of the research process and felt empowered to 'lead' the development of the research" (TATE 2005, S.18). <zurück>

11) Zum Stil BHABHAs vgl. etwa HUDDART (2007, S.14): "[T]he meanings of Bhabha's own texts can be elusive. They seem to be constantly undermining or frustrating meaning, never quite susceptible to being pinned down: just when you think you have got him fixed, the meaning seems to change. As he says himself, however, this sense of frustration involves the reader in his work [...]". <zurück>

12) Vgl. zur Gefahr einer Stabilisierung hegemonialer Strukturen durch eine "Monopolisierung des 'Opferstatus' [...] sogenannter politisierter minorisierter Menschen" und eine damit einhergehende Simplifizierung des Täter-Opfer-Modells CASTRO-VARELA und DHAWAN (2003, S.271). Kien Nghi HA warnt dagegen vor einer Verharmlosung der Lage postkolonialer MigrantInnen im Rahmen eines "Hypes um Hybridität" (HA 2005 bzw. 2004) und ihrer Vereinnahmung durch einen Diskurs, der sich nur scheinbar durch sie irritieren lässt. Tatsächlich, so HA, stelle die Mehrheitskultur "ihren Hybriden" Spielräume zur Artikulation hybrider "Pop-Identitäten" zur Verfügung, innerhalb derer "die Perspektiven der Betroffenen ignoriert und sie zu unterhaltsamen Exoten reduziert werden" (HA 2004, S.231). <zurück>

13) BHABHA (2000, S.6): "Die umfassendere Bedeutung der postmodernen Lage liegt in der Erkenntnis begründet, daß die epistemologischen 'Grenzen' dieser ethnozentrischen Ideen auch die artikulatorischen Grenzen einer Reihe anderer dissonanter, ja sogar dissidenter Geschichten und Stimmen sind – Frauen, Kolonisierte, Minderheitengruppen, diejenigen, deren Sexualpraktiken polizeilich registriert sind." <zurück>

14) TATEs Hybriditätsbegriff setzt sich zusammen aus dem oben erläuterten BHABHAschen Begriffsverständnis und GILROYs Konzept des "changing same" (vgl. TATE 2000, S.443). In Looking for Identity (2000) entwickelt TATE ihr Konzept von Hybridität in Auseinandersetzung mit der Terminologie von BHABHA, GILROY, YOUNG und HALL. <zurück>

15) TATE verwendet den Terminus bewusst und schreibt ihn groß, um ihn als politische Benennungskategorie auszuweisen (TATE 2003, S.183, Fußnote 1). <zurück>

16) Die Genealogie dieses Ansatzes wird in TATE (2005, S.13ff.) ausführlich geschildert (vgl. zu früheren Phasen in der Entwicklung des Konzepts auch TATE 2000 und 2003). <zurück>

17) Vgl. als Beispiel für translation-as-reflexivity-Sequenzen etwa: "What a life punk AND DUB music AND soul music all mixed up together" (TATE 2005, S.55); "I see myself as a Black person and a woman" (ebd., S.78; Transkriptzitate, zur Notation vgl. TATE 2005, S.11-12). <zurück>

18) Was TATE hier als translation as reflexivity bezeichnet, gleicht dem BHABHAschen Konzept von Mimikry: "der subversiven Wendung eines vertrauten Ausdrucks, in der Stille eines plötzlichen Bruchs" (BHABHA 2000, S.59). <zurück>

19) Vgl. den Titel von DANNENBECK (2002): "Selbst- und Fremdzuschreibungen als Aspekte kultureller Identitätsarbeit. Ein Beitrag zur Dekonstruktion kultureller Identität". <zurück>

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Zur Autorin

Andrea PLODER ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie und Rechtsinformatik an der Karl-Franzens-Universität Graz.

Kontakt:

Andrea Ploder

Karl-Franzens-Universität Graz
Institut für Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie und Rechtsinformatik
Universitätsstraße 15/C2, 8010 Graz
Österreich

Tel.: +43 (0) 316 / 380 - 33-95
Fax: +43 (0) 316 / 380 - 69-340

E-Mail: andrea.ploder@uni-graz.at
URL: http://www.uni-graz.at/rphwww/rphwww_mitarbeiterinnnen/rphwww_wiss_personal/ploder.htm

Zitation

Ploder, Andrea (2009). Wollen wir uns irritieren lassen? Für eine Sensibilisierung der Methoden qualitativer Forschung zur interkulturellen Kommunikation durch postkoloniale Theorie [54 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 10(1), Art. 42, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0901426.

Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research (FQS)

ISSN 1438-5627

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