Volume 12, No. 2, Art. 8 – Mai 2011

Politik, Bildung und Biografie. Zum Zusammenhang von politischer Gelegenheitsstruktur und individuellem Bildungsaufstieg

Ingrid Miethe

Zusammenfassung: Im Beitrag wird am Beispiel der Untersuchung von Bildungsaufsteiger(inne)n dem Zusammenhang von politischer Gelegenheitsstruktur und habituellen Praxen nachgegangen. Die theoretische Konzeption der Biografie ermöglicht es hier, die Makroebene gesellschaftlicher Rahmenbedingungen mit der Mesoebene administrativer Entscheidungen und der Mikroebene individueller Handlungspraxen zu verbinden. Um in der biografischen Analyse möglichst nah an der auf eine Makroebene fokussierenden theoretischen Konzeption der politischen Gelegenheitsstruktur zu verbleiben, wird ein methodisches Verfahren vorgestellt, das als theorieorientierte Fallrekonstruktion bezeichnet werden kann. Dieses ermöglicht es, die Grundlogik fallrekonstruktiven Arbeitens weitestgehend aufrechtzuerhalten und trotzdem ein größeres Sampling in die Analyse einzubeziehen.

Keywords: Biografie; Bildung; Politik; Fallrekonstruktion; soziale Ungleichheit

Inhaltsverzeichnis

1. Theoretische Konzeption der Untersuchung

2. Der Ansatz der theorieorientierten Einzelfallrekonstruktion

3. Der Zusammenhang von politischer Gelegenheitsstruktur und Bildungsaufstieg: Ein empirisches Beispiel

4. Fazit

Anmerkungen

Literatur

Zur Autorin

Zitation

 

Das Thema Politik, Bildung und Biografie bewegt sich in einem zutiefst interdisziplinären Spannungsfeld, zwischen Politikwissenschaft, Soziologie und Erziehungswissenschaft. Jede dieser Fachdisziplinen hat jeweils ganz eigene Vorstellungen davon, welchen Stellenwert Biografie hat und wie diese zur wissenschaftlichen Erkenntnis genutzt werden kann. Während in der Soziologie und der Erziehungswissenschaft sehr lange und elaborierte Traditionen der Biografieforschung existieren, nimmt diese innerhalb der Politikwissenschaft eher eine randständige Rolle ein. Diese Zurückhaltung wird darauf zurückgeführt, dass es der Politikwissenschaft darum gehe, Politik zu entpersonalisieren, die Beschäftigung mit Biografie, so MOHR (1990, S.225), aber den Beigeschmack habe, dass "Männer wieder Geschichte machen". Zwar sind in den letzten Jahren vereinzelte biografische Studien auch in der Politikwissenschaft erschienen (z.B. MIETHE 1999; GEIßEL 1999; DEGEN 2000; MIETHE & ROTH 2000), diese stellen aber nach wie vor nicht den Mainstream der Forschung dar. So ist die Beschäftigung mit der Verbindung von Biografie und Politik weiter eher in anderen Disziplinen beheimatet. Wenn diese Disziplinen sich aber mit politischen Fragen beschäftigten, tendieren diese ebenfalls dazu, die Perspektive stärker auf eine Makro- und Mesoebene zu richten, das Handeln der konkreten Akteure auszublenden. Je mehr wir uns also "dem Politischen" nähern, desto mehr scheint eine Mikroebene als "weniger relevant" zu verschwinden. [1]

Dieser Zurückhaltung hinsichtlich des Einbezugs von Biografie liegt ein sehr zählebiges Missverständnis gegenüber der Funktion und den Möglichkeiten von Biografieforschung zugrunde. Auch wenn Biografie von individuellen Lebensverläufen ausgeht, wird mit deren Analyse keinesfalls nur Individuelles erfasst. Vielmehr handelt es sich bei "Biografie" um ein "soziales Konstrukt" (FISCHER & KOHLI 1987), d.h. Biografie gibt immer Hinweise sowohl auf individuelles Handeln und Erleben als aber auch auf gesamtgesellschaftliche und strukturelle Dimensionen (vgl. FISCHER-ROSENTHAL 2000). Anders ausgedrückt: Mithilfe eines biografieanalytischen Zuganges lassen sich "Muster der individuellen Strukturierung und Verarbeitung von Erlebnissen in sozialen Kontexten" rekonstruieren, die "dabei immer auf gesellschaftliche Regeln, Diskurse und soziale Bedingungen" verweisen (DAUSIEN, LUTZ, ROSENTHAL & VÖLTER 2005, S.7). Über die Rekonstruktion von Biografie kann somit erfasst werden, welche gesellschaftlichen, politischen, juristischen, kulturellen oder regionalen Dimensionen an welcher Stelle, mit welcher Funktion und aus welchen Gründen handlungsrelevant waren oder auch nicht. Dieser Ansatz stellt somit eine empirische Möglichkeit dar, die Makro-, Meso- und Mikroebene der Gesellschaft nicht isoliert voneinander in den Blick zu nehmen, sondern in ihren wechselseitigen Verschränkungen. [2]

Dieses in Biografien liegende Potenzial kommt aber nur dann wirklich zum Tragen, wenn Biografien nicht, wie dies nicht selten geschieht, lediglich nacherzählt bzw. illustrativ benutzt werden. Vielmehr müssen diese einem methodisch und methodologisch fundierten Auswertungs- und Abstraktionsprozess unterzogen werden. Dies bedeutet auch, die Besonderheiten des ganz eigenen unverwechselbaren und individuellen Lebens notwendigerweise zugunsten genereller Aussagen vernachlässigen zu müssen. [3]

Im Folgenden soll am Beispiel einer noch laufenden Studie zu Bildungsaufsteiger(inne)n nachgezeichnet werden, wie Biografie und Politik in Bildungsprozessen zusammenhängen und wie dies mithilfe von biografischen Analysen erfasst werden kann.1) Die Fragestellung der Studie ist von daher darauf gerichtet zu analysieren, wie politische Gelegenheitsstrukturen einen Bildungsaufstieg beeinflussen. Das heißt, Bildungsentscheidungen kommen nicht nur als individuelle oder familiäre Entscheidungen in den Blick, sondern der Einfluss der politischen Rahmenbedingungen auf diese Entscheidungen wird stärker fokussiert. [4]

Dafür wird in vier Schritten vorgegangen. Zunächst soll die theoretische Konzeption der Studie kurz beschrieben werden. Danach wird der Ansatz der theorieorientierten Fallrekonstruktion dargestellt, der es ermöglicht, fallrekonstruktiv zu arbeiten und trotzdem ein stärker theoretisches Erkenntnisinteresse zu verfolgen. Im Anschluss daran wird anhand der Darstellung eines in der Studie rekonstruierten Typus gezeigt, wie dieser Ansatz empirisch umgesetzt werden kann und welche Ergebnisse sich für den Zusammenhang von Bildungsaufstieg und politischer Gelegenheitsstruktur beschreiben lassen. Abschließend folgen allgemeine Aussagen über den Zusammenhang von Biografie, Bildung und Politik. [5]

1. Theoretische Konzeption der Untersuchung

Forschungen, die auf den Zusammenhang von Bildung und sozialer Ungleichheit fokussieren, nehmen hinsichtlich ihrer theoretischen Konzeptionen im Wesentlichen Anleihen aus zwei Richtungen: zum einen bei entscheidungstheoretischen Ansätzen in der Fortsetzung der Konzeption von BOUDON (1974) und zum anderen bei reproduktionstheoretischen Ansätzen in der Tradition von BOURDIEU (1983). Während entscheidungstheoretische Ansätze vor allem die Mikroebene individueller Entscheidungen in den Blick nehmen, fokussiert BOURDIEU stärker auf die Verbindung von Mikro- und Mesoebene. Die Makroebene der Gesellschaft, d.h. allgemeine politische Rahmenbedingungen, kommen bei BOUDON gar nicht, bei BOURDIEU nur sehr indirekt in den Blick. Wie inzwischen aber empirisch aufgezeigt werden konnte, haben diese einen ganz zentralen Einfluss auf Bildungsentscheidungen und vor allem auch auf die Chancen für einen Bildungsaufstieg, indem diese spezifische politische Gelegenheitsstrukturen konstituieren (vgl. MIETHE 2007, 2010). [6]

Der theoretische Ansatz der Studie basiert von daher auf der Verbindung zweier Konzepte: zum einen der Konzeption BOURDIEUs (1983) und zum anderen auf dem auf eine Makroebene fokussierenden Political-Process-Ansatz. Das Interesse des Political-Process-Ansatzes (TARROW 1991), auch bezeichnet als Ansatz politischer Chancen- oder Gelegenheitsstrukturen (political opportunity structure), ist auf den historischen und politischen Kontext gerichtet, in dem Handeln stattfindet. Ursprünglich für die Forschung zu sozialen Bewegungen entwickelt, wurde der Ansatz inzwischen auch explizit auf den Zusammenhang von Bildung und sozialer Ungleichheit übertragen (ausführlich MIETHE 2007, S.70ff.). Unter politischen Gelegenheitsstrukturen werden ganz allgemein die zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedlich guten Chancen von Akteuren zur Umsetzung ihrer eigenen (politischen) Vorstellungen beschrieben. Ein und dieselbe Handlung, so die Aussage dieses Ansatzes, hat aufgrund verschiedener gesellschaftlicher Rahmenbedingungen unterschiedliche Aussicht auf Erfolg. [7]

Nach TARROW (1991, S.651) sind politische Gelegenheitsstrukturen "konsistente – jedoch nicht notwendig formale oder dauerhafte – Parameter für soziale oder politische Akteure, die ihre Aktionen entweder ermutigen oder entmutigen". Zentrale Variablen sind: "der Grad der Offenheit oder Geschlossenheit der politischen Institutionen; die Stabilität oder Instabilität politischer Bindungen; das Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein von Verbündeten und Unterstützergruppen; und Spaltung innerhalb der Eliten bzw. deren Toleranz oder Intoleranz" (S.652). [8]

Hier kommen also nicht individuelle Sozialisationsprozesse in den Blick, sondern nationale und internationale politische und ökonomische Entwicklungen, die das Bildungssystem und den Arbeitsmarkt bestimmen. Dazu zählen beispielsweise historische Ereignisse wie der Zweite Weltkrieg und dessen Folgen oder der aus dem Kalten Krieges hervorgegangene "Bildungswettlauf zwischen Ost und West" (FROESE 1961), aber auch die jeweilige Arbeitsmarktsituation und die damit verbundenen Chancen auf ausbildungsadäquate Beschäftigung, genauso wie Generationen- und Elitenwechsel, parteipolitische Interessen oder wissenschaftlich-technische Entwicklungen. Die Rekonstruktion dieser Gelegenheitsstrukturen erfordert also zunächst eine sorgfältige historische Rekonstruktion. [9]

Die Konzeption der politischen Gelegenheitsstruktur ermöglicht allerdings keinerlei Aussage darüber, wie derartige Makro-Mesostrukturen auf der Ebene der jeweiligen Akteure wahrgenommen und rezipiert werden. Ein und dasselbe Ereignis kann bekanntlich ganz unterschiedliche Bedeutungen haben, d.h. ob z.B. die Öffnung von Gelegenheitsstrukturen für Bildungsaufstieg tatsächlich ergriffen werden oder nicht, hängt ab von den jeweiligen biografischen Prägungen und der aktuellen Lebenssituation der Akteure. An dieser Stelle setzt die Konzeption BOURDIEUs ein, der ein theoretisches Instrumentarium dafür entwickelt hat zu erfassen, wie gesellschaftliche Rahmenbedingungen und habituelle Praxen zusammenwirken. Da die Konzeption BOURDIEUs inzwischen so breit rezipiert wird (vgl. z.B. FRIEBERTSHÄUSER, RIEGER-LADICH & WIGGER 2006), dass diese weitestgehend als bekannt vorausgesetzt werden kann, sollen hier nur kurz wesentliche Aspekte zusammengefasst werden. [10]

Im Unterschied zu Ansätzen, die stärker auf die Motive und das Entscheidungsverhalten vor Aufnahme einer weiterführenden Bildung fokussieren (vgl. zusammenfassend KRISTEN 1999), ist für BOURDIEU der Blick weniger auf (rationale) Entscheidungen und Statusübergänge gerichtet, als vielmehr darauf, wie diese Entscheidungen überhaupt zustande kommen bzw. was geschieht, wenn die Entscheidung für eine weiterführende Bildung von Kindern bildungsbenachteiligter Schichten gefallen ist. Zur Erklärung des Phänomens der Reproduktion sozialer Ungleichheit – trotz gesellschaftlichen Gleichheitsversprechens – führt BOURDIEU (1983) die Begriffe des ökonomischen, sozialen und kulturellen Kapitals ein. Die Position einer Person im sozialen Raum – und somit auch deren Chancen und Barrieren für einen erfolgreichen Bildungsaufstieg – werden nach BOURDIEU nicht eindimensional durch ökonomisches Kapital bestimmt, sondern auch durch kulturelles und soziales Kapital. Das Volumen aller Kapitalsorten, über die soziale Akteure verfügen, bestimmt deren Platz in der sozialen Rangordnung, legt also fest, ob diese sozial eher "oben" oder "unten" stehen, und bestimmt auch die Chancen für den weiteren Bildungsweg. [11]

Der Einbezug dieser Konzeption erfordert somit zu untersuchen, welche sozialisatorischen Prozesse innerhalb der Familie stattfinden und welche Bedeutung diese innerhalb des institutionalisierten Bildungssystems haben. Das heißt hier kommt vor allem die Verbindung zwischen einer Mikro- und einer Mesoebene in den Blick. Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass diese Interaktionen nicht neutral sind, sondern immer auch geprägt von politischen Interessen der jeweils dominanten Gruppen der Gesellschaft, womit eine sehr gute Anschlussfähigkeit an die oben beschriebene Konzeption der politischen Gelegenheitsstruktur besteht. [12]

Es ist nun die Frage, wie diese theoretische Konzeption der Verbindung von Mikro-, Meso- und Makroebene empirisch gefasst werden kann. Dafür stellt das theoretische Konzept der Biografie sowohl eine theoretische als auch empirische Möglichkeit dar. Wie eingangs bereits erwähnt, gibt Biografie immer Hinweise sowohl auf individuelles Handeln und Erleben als aber auch auf gesamtgesellschaftliche und strukturelle Dimensionen (vgl. FISCHER-ROSENTHAL 2000). Das heißt, über die Rekonstruktion von Biografien werden immer auch Dimensionen der Meso- und der Makroebenen mit rekonstruiert (vgl. z.B. die Beiträge in HOERNING & CORSTEN 1998; MIETHE & SCHIEBEL 2008); dies allerdings – und hier liegt der große Nutzen bedeutungsstrukturierter Ansätze – nicht abstrakt, sondern in der "Konkretheit der Erfahrung" (FISCHER-ROSENTHAL 2000), also in den Bedeutungen, die diese für die jeweiligen Personen haben. Über die Rekonstruktion von Biografie kann somit erfasst werden, welche Konstellationen der politischen Gelegenheitsstruktur an welcher Stelle und mit welcher Funktion handlungsrelevant waren oder auch nicht. Das Konzept stellt somit auch eine empirische Möglichkeit für die Untersuchung der Chancen eines erfolgreichen Bildungsaufstieges dar (vgl. den Überblick in Abbildung 1).



Abb. 1: Darstellung der theoretischen Konzeption der Studie [13]

Allerdings muss an dieser Stelle forschungspraktisch vor einer Überstrapazierung des Konzeptes der Biografie gewarnt werden. Denn: Es ist zwar durchaus theoretisch möglich, Biografie als verbindendes Konzept zwischen Mikro-, Meso- und Makroebene zu konzipieren. Forschungspraktisch kann diesem theoretischen Anspruch aber nur ansatzweise entsprochen werden, denn die Umsetzung würde erfordern, dass de facto jeder Person die für die jeweilige Zeit relevanten Dimensionen auf der Meso- und Makroebene zugänglich sind, damit diese – und sei es als latente Sinnstruktur – in der Biografie rekonstruiert werden können. Dies ist aber kaum der Fall, sondern es werden durchaus auch bildungspolitische Entscheidungen getroffen, die den betroffenen Personen kaum bekannt sind, aber trotzdem von Relevanz für ihren Bildungsweg sind. Das heißt konkret, dass sich ein biografischer Ansatz in der forschungspraktischen Umsetzung doch eher – wie auch sozialisationstheoretische und reproduktionstheoretische Ansätze – an der Nahtstelle zwischen Mikro- und Mesoebene befindet. Soll auch eine Makroebene nicht nur punktuell, sondern konzeptionell mit in die Analyse einbezogen werden, ist es von daher auch erforderlich, zum einen die jeweilige politische Gelegenheitsstruktur auf Basis von Sekundärliteratur zu rekonstruieren und zum anderen ein Auswertungsverfahren zu nutzen, das diese Ebene explizit mit in die Analyse einbezieht. Dies soll im Folgenden an einem empirischen Beispiel verdeutlicht werden. [14]

2. Der Ansatz der theorieorientierten Einzelfallrekonstruktion

Empirische Basis der Studie sind biografisch-narrative Interviews mit Bildungsaufsteiger(inne)n2) aus Ost- und Westdeutschland. Untersucht werden dabei drei verschiedene Bildungsgenerationen, die jeweils durch andere politische Gelegenheitsstrukturen für Bildungsaufstieg gekennzeichnet sind.

Bei einem Blick auf dieses Gesamtsample wird relativ schnell deutlich, dass dieses leicht zu groß für ein qualitatives Untersuchungssetting werden kann. Neben diesen mit der politischen Gelegenheitsstruktur beschriebenen Aspekten müssen auch noch andere Dimensionen mit in die Untersuchung einbezogen werden, von denen aus der Bildungssoziologie bekannt ist, dass sie von Relevanz für Bildungserfolg sind, wie Geschlecht, Fachspezifik, Stadt-Land-Gefälle, regionale Besonderheiten, spezielle Schul- und Hochschulformen oder Migrationshintergrund. Allein zur Erfassung der verschiedenen Bildungsgenerationen in Ost und West wären sechs Einzelfallrekonstruktionen erforderlich, sollen diese auch noch geschlechtsspezifisch analysiert werden, würde sich diese Anzahl verdoppeln und die anderen oben benannten Dimensionen sind dabei noch nicht systematisch erfasst. [16]

Studien, die auf der Basis hermeneutischer Einzelfallrekonstruktionen arbeiten, analysieren jedoch zumeist nur wenige exemplarisch ausgewählte Fälle. Mit der Analyse solcher exemplarischer Fälle können durchaus relevante theoretische Erkenntnisse gewonnen werden, die Vielfalt der oben benannten Dimensionen lässt sich damit aber nur schwer abbilden. [17]

Aus diesem Grunde wurde ein etwas modifiziertes Auswertungsverfahren entwickelt, das einerseits den Vorteilen fallrekonstruktiver Auswertungen Rechnung tragen soll, andererseits aber auch die Auswertung einer größeren Anzahl an Interviews ermöglicht und relativ schnell zu generalisierbaren Aussagen kommt. Durch den frühzeitigen Einbezug theoretischer Konzepte in den Auswertungsprozess sollte eine theoretische Anschlussfähigkeit erreicht werden. [18]

Qualitative Studien gehen zumeist von einer Nachrangigkeit von Theorie aus (GLASER & STRAUSS 1967). Häufig wird Theorie erst dann (explizit) einbezogen, wenn sich die Notwendigkeit des Einbezugs aus dem empirischen Material ergibt. In diesem Sinne geht qualitative Forschung nie theoriegeleitet vor, wenn hinsichtlich des Stellenwertes von Theorie im Forschungsprozess in den letzten Jahren auch einiges in Bewegung gekommen ist (vgl. z.B. BRYANT & CHARMAZ 2007; STRÜBING 2008; MEY & MRUCK 2007; MIETHE im Druck). Damit bleibt zu Beginn einer qualitativen Studie auch offen, mit welchen Theorien letztlich gearbeitet wird – nämlich in der Regel mit der, die sich aus dem Material heraus am brauchbarsten erweist. Nicht unbekannt ist dabei unter qualitativ Forschenden das Phänomen, dass man am Ende der Arbeit auf ganz andere Theoriekontexte zurückgreift, als zu Beginn geplant. [19]

Wenn die Fragestellung, wie in der hier dargestellten Studie, aber explizit auf eine spezifische theoretische Konzeption bezogen ist, birgt dieses methodologische Grundverständnis das Problem, dass sich biografische Fallrekonstruktionen zunehmend von dieser – noch dazu primär auf eine Makroebene bezogenen – Theorie entfernen. Konkret am Beispiel: Wenn ich eine hermeneutische Fallrekonstruktion einer Biografie vornehme, wird aller Wahrscheinlichkeit nach die politische Gelegenheitsstruktur eher eine randständige Dimension (unter anderen) sein. Biografisch sehr viel prägender sind dagegen familiale Dispositionen und Erfahrungen der primären Sozialisation. Das heißt, ein Großteil der Analyse ist zwar biografisch relevant, aber nur sehr indirekt für die eigentliche Fragestellung zu nutzen. In Anbetracht des immensen Zeitaufwandes, den die Rekonstruktion von Einzelfällen erfordert, erscheint es fraglich, inwieweit dieser Aufwand gerechtfertigt ist, noch dazu, wenn der Preis dafür ist, nur relativ wenige Fälle in die Auswertung einbeziehen zu können. [20]

Der methodische Gegenentwurf, der durchaus auch im Bereich der Biografieforschung zur Anwendung kommt, wäre der Rückgriff auf inhaltsanalytische Verfahren (MAYRING 1996, 2000). Durch die Möglichkeit, auch deduktive Kategorien bilden zu können, ermöglicht dieser Ansatz von vornherein eine stärkere Orientierung der Empirie am theoretischen Erkenntnisinteresse. Die Auswertung kann also von Anfang an sehr viel fokussierter stattfinden. Der Nachteil dieses Ansatzes ist jedoch die Dekontextualisierung der Aussagen: Die jeweiligen Kategorien werden nicht im biografischen Gesamtzusammenhang gesehen, sondern losgelöst von diesem. Ein Fakt hat aber nie eine Bedeutung an sich, sondern bekommt diese erst durch den Kontext, in dem er steht. Genauso gehen durch die fehlende Rekonstruktion der biografischen Gesamtsicht und des Präsentationsinteresses im Interview zentrale textkritische Analysemöglichkeiten verloren, sodass die Gefahr besteht, lediglich Meinungen und Einstellungen "nachzuerzählen", aber nicht deren subjektive Konstruiertheit und die biografische Bedeutung dieser Konstruktionen aufzuzeigen. Angesichts dieser Nachteile stellen inhaltsanalytische Verfahren keine Alternative dar. [21]

Um somit nicht auf fallrekonstruktive Auswertungsverfahren und die damit verbundenen Vorteile verzichten zu müssen, trotzdem aber der Fragestellung gerecht zu werden, wurde für die hier vorgestellte Studie ein modifiziertes Auswertungsverfahren entwickelt. Dieses soll als theorieorientierte (nicht theoriegeleitete!) Fallrekonstruktion bezeichnet werden. Theorieorientierte Fallrekonstruktion meint, dass der Stellenwert theoretischer Konzepte während des Auswertungsprozesses einen sehr viel höheren Stellenwert einnimmt, als dies sonst bei qualitativen Studien der Fall ist, und dass die Rekonstruktion von vornherein auf dieses theoretische Erkenntnisinteresse gerichtet ist. Die Theorie ist allerdings nicht der Ausgangspunkt der Analyse, sondern lediglich ein zu nutzendes heuristisches Raster. Mit diesem Verfahren soll erreicht werden, dass

Das Verfahren der theorieorientierten Fallrekonstruktion basiert auf der Verbindung hermeneutischer Fallrekonstruktionen mit dem von Ralf BOHNSACK (1993) im Rahmen der dokumentarischen Methode beschriebenen Analyseschritt der komparativen Analyse. Konkret: Wie für fallrekonstruktive Verfahren üblich, wird zunächst ein Eckfall für die Auswertung ausgewählt. Welcher Fall dabei als Eckfall ausgewählt wird, ist relativ nebensächlich – zumeist wird ein Fall ausgewählt, der im Hinblick auf die Fragestellung besonders interessante Ergebnisse verspricht. Dieser wird dann nach einem fallrekonstruktiven Verfahren ausgewertet.3) Nach Abschluss der Analyse werden davon ausgehend so viele Hypothesen wie möglich zur Beantwortung der Fragestellung aufgestellt. Es werden hier aber nur solche Hypothesen generiert, die im Hinblick auf das theoretische Erkenntnisinteresse relevant erscheinen (Theorieorientierung). Bei der hier vorgestellten Studie waren dies die Kriterien für einen erfolgreichen Bildungsaufstieg, die in irgendeinem Bezug zur politischen Gelegenheitsstruktur stehen.4) Diese Hypothesen werden dann auf Basis der komparativen Analyse weiterverfolgt. Wenn sich eine Hypothese verdichtet, dann wird zunächst diese Hypothese weiterverfolgt. Dafür werden gezielt weitere Interviews ausgewählt. Diese werden jedoch nicht vollständig als hermeneutische Fallrekonstruktionen ausgewertet, sondern lediglich einer Globalanalyse (ROSENTHAL 2005, S.92ff.; MIETHE 2007, S.261f.) mit Fokus auf die jeweils interessierende Hypothese unterzogen. Solche Globalanalysen werden so lange angefertigt, bis die Hypothese ausreichend gesättigt erscheint und in ihrer jeweiligen Komplexität und Spezifik dargestellt werden kann. Ergebnis ist dann die Darstellung eines ersten Typus. Dabei handelt es sich jedoch nicht um biografische Typen, sondern bezogen auf die Fragestellung um "Chancentypen" des Bildungsaufstieges. Die jeweilige Biografie dient lediglich als Hilfsmittel, um typische Gelegenheitsstrukturen herauszuarbeiten. Das heißt auch, dass ein und dieselbe Biografie auf der Ebene von Globalanalysen für die Herausarbeitung ganz unterschiedlicher Hypothesen und Typologien genutzt werden kann. [23]

Von dem ersten rekonstruierten Typus ausgehend wird dann entweder eine zweite Hypothese aus dem ersten rekonstruierten Einzelfall weiterverfolgt oder es werden Hypothesen weiterverfolgt, die sich neu aus den Globalanalysen ergeben haben. Ein zweiter Einzelfall muss nur dann noch einmal en détail rekonstruiert werden, wenn die verfolgten Hypothesen auf Ebene von Globalanalysen nicht mehr ausreichend erklärt werden können. An dieser Stelle müsste das Prozedere von vorn beginnen (vgl. auch MIETHE 2010). Das Ende dieses Auswertungsprozesses wird dadurch beschrieben, dass die Hypothesen relativ gesättigt erscheinen.5)



Abb. 2: Darstellung des Auswertungsverfahrens [24]

Um eine Subsumptionslogik zu vermeiden, ist es wichtig, auch die Globalanalysen systematisch nach Hypothesen zu durchsuchen, die ganz anders gelagert sind als die bis dahin gefundenen. Sollten sich auf der Ebene von Globalanalysen solche Hypothesen finden lassen und diese als relevant für die Fragestellung erscheinen, kann dies der Anlass sein, dass dieser Fall als hermeneutische Fallrekonstruktion ausgewertet wird. [25]

Im Unterschied zum Verfahren von BOHNSACK (1993) wird der Analyseschritt der komparativen Analyse hier erst nach erfolgter Einzelfallrekonstruktion und nicht als Teil dessen eingesetzt. Auf diese Art und Weise können die für Biografieforschung sehr relevanten biografischen Zusammenhänge länger verbunden bleiben. Dies wird auch noch dadurch unterstützt, dass die relevanten Passagen nicht isoliert für die komparative Analyse herangezogen werden, sondern im Gesamtkontext (Globalanalyse) des jeweiligen Interviews verbleiben. [26]

Das Verfahren der theorieorientierten Fallrekonstruktion ermöglicht es, relativ viele Interviews in die Auswertung einzubeziehen, nah an der theoretischen Konzeption der Studie zu bleiben und trotzdem die Logik fallrekonstruktiven Arbeitens nicht aufzugeben. Der Preis dieses Verfahrens ist jedoch, dass die Komplexität von Fallrekonstruktionen bis zur Mikroanalyse spezieller Familien- oder Lernmilieus eingeschränkt wird. Dieser Nachteil wird aber im Hinblick auf das Erkenntnisinteresse der Studie gezielt in Kauf genommen. [27]

3. Der Zusammenhang von politischer Gelegenheitsstruktur und Bildungsaufstieg: Ein empirisches Beispiel

Im Folgenden soll ein Typus dargestellt werden, bei dem deutlich wird, dass der erfolgreiche Bildungsaufstieg zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil an die günstige politische Gelegenheitsstruktur gebunden ist. Dafür sollen exemplarisch die Biografie eines in Ostpreußen geborenen Mannes (Gruppe 1950er Jahre, Ost) und einer in Westdeutschland (Gruppe 1970er Jahre, West) geborenen Frau einer Analyse unterzogen werden. Obwohl es auf den ersten Blick kaum Ähnlichkeiten zwischen diesen beiden so verschiedenen Biografien zu geben scheint, zeigte die biografische Analyse doch auf, dass diese demselben Typus zuzurechnen sind. Dieser Typus soll als "Nutzung der Gelegenheitsstruktur" bezeichnet werden. [28]

Betrachten wir zunächst in Kürze den Bildungsweg von Herrn B.: Herr B. wurde 1932 als Sohn einer Kleinbauernfamilie geboren. 1939 wird er in die Volksschule des Dorfes in Ostpreußen eingeschult. Aufgrund der Kriegsereignisse kann er nach 1944 die Schule nur noch sporadisch besuchen. Nach der Flucht aus Ostpreußen erhalten die Eltern in der Sowjetischen Besatzungszone eine Neubauernstelle6). Nach Ende der achtjährigen Schulzeit beginnt er eine Tätigkeit als Landarbeiter. In seiner Freizeit besucht er Veranstaltungen der Freien Deutschen Jugend und wird dort durch den Jugendleiter auf die Möglichkeit eines Studiums an den 1949 auf dem Gebiet der DDR gegründeten Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten (ABF) hingewiesen.7) Er ergreift diese Möglichkeit – nicht zuletzt, weil ihm dies den Abschied von der ungeliebten Landarbeit und den Erwartungen der Eltern ermöglicht – und beginnt 1951 ein ABF-Studium. Eine Vorstellung, was und warum er eigentlich studieren möchte, hat er zu diesem Zeitpunkt nicht. Als er 1954 das Abitur ablegt, hat er immer noch keine konkrete Studiumsvorstellung. An dieser Stelle tritt die Studienlenkung8) an ihn heran und legt ihm ein Jura-Studium nahe, da "Arbeiterkinder" dort dringend gebraucht würden. Ohne rechte Lust, aber mangels eigener alternativer Entwürfe nimmt er dieses Studium auch auf, absolviert es erfolgreich und macht in der DDR eine schnelle und steile juristische Karriere als Richter. [29]

Die Biografie von Herrn B. wurde als Eckfall für die Auswertung gewählt, d.h. diese wurde als vollständige hermeneutische Fallrekonstruktion ausgewertet. Auf Basis dieser Analyse lassen sich mehrere Hypothesen formulieren, die in einem direkten Bezug zur politischen Gelegenheitsstruktur stehen:

Die in diesem Eckfall gefundenen Hypothesen wurden nun dazu genutzt, Vergleiche zur Biografie von Frau A. zu ziehen. Frau A. wurde für diesen Vergleich ausgewählt, da ihr Bildungsweg ebenfalls unter günstigen politischen Gelegenheitsstrukturen (Westdeutschland 1970er Jahre) erfolgte und sie sich selbst im Interview als "Kind der Bildungsreform" bezeichnete. [31]

Betrachten wir zunächst kurz den Bildungsweg von Frau A.: Die 1962 in einem kleinen Vorort einer Kleinstadt in Bayern geborene Frau A. stammt aus einfachen Verhältnissen. Ihr Vater ist als ungelernter Arbeiter tätig, die Mutter versorgt den Haushalt. Frau A. besucht die Grundschule in der Kleinstadt, wo sie sehr gute Leistungen zeigt. Da Frau A. in die Bildungsreform in Westdeutschland hineingeboren wird, ist eine Lehrerin für das "katholische Arbeitermädchen vom Lande" sensibilisiert. Sie empfiehlt den Eltern, das Kind auf eine weiterführende Schule zu schicken. So kann Frau A. als erste und einzige Frau ihrer Familie das Gymnasium besuchen und nimmt danach ein Studium der Volkswirtschaft in Hamburg auf. Bereits in ihrer Gymnasialzeit engagiert sie sich in sozialen Bewegungen, vor allem in der Frauenbewegung. Letztere bleibt auch während des gesamten Studiums ein zentraler Bezugspunkt. Nach Ende des Studiums entscheidet sie, weiter wissenschaftlich tätig sein zu wollen und nimmt eine erste Projektstelle an. In den folgenden Jahren "hangelt" sie sich immer wieder, auch unterbrochen durch Phasen der Arbeitslosigkeit, durch die verschiedenen befristeten Mittelbau- und Forschungsstellen, bis sie im Jahre 2006 auf eine Professur für Volkswirtschaft an einer renommierten Universität in Nordrhein-Westfalen berufen wird.10) Wie im Interview sehr deutlich wird, sind für ihren letztlich erfolgreichen Einstieg in das Wissenschaftsfeld die Kontakte aus den sozialen Bewegungen zentral, ergeben sich über diese doch mehrmals Beschäftigungsmöglichkeiten und sie erwirbt dort unverzichtbares kulturelles Kapital. [32]

Nehmen wir Hypothese 1 als Orientierungspunkt für die Analyse der Biografie von Frau A., so ist unschwer zu übersehen, dass auch diese Biografie (aller Wahrscheinlichkeit nach) nur schwer in dieser Form verlaufen wäre, wenn nicht die Gymnasialzeit in die Zeit der Bildungsreformen in Westdeutschland gefallen wäre. Eine weiterführende Bildungsorientierung war im Elternhaus nicht angelegt, und ohne Unterstützung der Lehrerin wäre Frau A. kaum auf ein Gymnasium gegangen. In diesem Sinne ist auch die wichtigste bildungsbiografische Passage ganz direkt mit der politisch forcierten Bildungsreform verbunden. [33]

Die bei Herrn B. beschriebene Bedeutung der Auflösung tradierter Milieus für den Bildungsweg (Hypothese 2) lässt sich in der Biografie von Frau A. ebenfalls beschreiben. Und zwar stellt hier die Veränderung der westdeutschen Gesellschaft ein förderndes Element dar. Durch die Wohnungsbauförderungen kommt eine Entwicklung in Gang, bei der viele besser situierte und bildungsambitionierte Familien in ländliche Regionen siedeln. Auf diese Art kommt es zu einer Durchmischung der Wohnbevölkerung des Dorfes von Frau A., die diese selbst als förderlich für ihren Bildungsweg begreift, indem sie Freundinnen hat, die aus einem anderen Milieu kommen. Der Wechsel zum Gymnasium kann somit gemeinsam mit diesen Freundinnen stattfinden, wodurch dieser auch sehr viel mehr Selbstverständlichkeit gewinnt. Außerdem zeigt sich, dass die Auflösung tradierter Geschlechterstereotype im Zuge der neuen Frauenbewegung in Westdeutschland ebenfalls dazu beigetragen hat, einen solchen Weg einzuschlagen – sowohl hinsichtlich des eigenen Selbstverständnisses als auch hinsichtlich der Förderbereitschaft anderer Frauen. [34]

Hypothese 3 der Bedeutung des positiven ideologischen Framings nimmt in der Biografie von Frau A. einen vergleichsweise hohen – wenn auch inhaltlich anders gelagerten – Stellenwert ein. Während dies für Herrn B. so internalisiert und selbstverständlich ist, dass es kaum selbst expliziert wird, sondern sich lediglich in der Analyse erschließt, stellt es bei Frau A. eher den zentralen Bezugspunkt dar, der explizit formuliert wird. Allerdings handelt es sich hier um einen anderen Inhalt des ideologischen Framings, nämlich den des Feminismus. Dieser bietet aber, ganz ähnlich wie bei Herrn B., die Basis für eine eigene positive Selbstdefinition und Legitimation des eigenen Bildungsweges. So besteht – trotz der inhaltlichen Unterschiede – doch eine strukturelle Parallele zwischen diesen beiden Fällen. [35]

Da die Bedeutung sozialer Bewegungen, insbesondere der Frauenbewegung, im Interview von Frau A. eine so zentrale Rolle einnimmt, wird deren Funktion auch sehr differenziert beschrieben. So zeigt sich hier, dass sich innerhalb der sozialen Bewegungen durch Vermischung der verschiedenen Sozialmilieus, ganz spezifische kulturelle Codes etablieren, die weder identisch mit den eigenen in der Familie erlernten proletarischen noch mit bildungsbürgerlichen Codes sind, im akademischen Raum aber sehr wertgeschätzt werden. Die eigene Unkenntnis der bildungsbürgerlichen Codes führt hier nicht zu Irritation, sondern wird als "Bruch" mit diesen erlebt und positiv honoriert. Dieses in sozialen Bewegungen erworbene spezifische kulturelle Kapital spielt eine große Rolle für ihren erfolgreichen Bildungs- und Berufsweg. [36]

So kann ausgehend von diesem Befund eine neue Hypothese formuliert werden, nämlich dass die Auflösung tradierter kultureller Codes ebenfalls ein förderliches Element für einen Bildungsaufstieg sein kann. Damit ergeben sich an dieser Stelle zwei weitere Analysemöglichkeiten: Erstens kann nunmehr im Sinne einer komparativen Analyse auch der Fall von Herrn B. nochmals hinsichtlich dieser in der Biografie von Frau A. formulierten Hypothese untersucht werden. Zweitens kann dieser Befund auch als Anlass genommen werden, die Biografie von Frau A. (oder eine andere Biografie, in der soziale Bewegungen eine große Rolle spielen) einer differenzierteren Analyse zu unterziehen. [37]

Hier soll nur Ersteres vorgenommen und der Blick wieder zurück auf Herrn B. gerichtet werden. Dort war dieser Aspekt im Interview nicht relevant, sodass dieser auch nicht rekonstruiert wurde. Ziehen wir aber hier Kontextwissen heran, so wird deutlich, dass es in der DDR der 1950er Jahre durchaus zu einer Aufwertung proletarischer Codes kam (ERNST 1993). Gerade auch vor dem Hintergrund der Selbstverständlichkeit, mit dem Herr B. seinen Weg innerhalb der Universität beschreibt, ist nicht davon auszugehen, dass ihm dort massivere "Habitus-Struktur-Konflikte" (SCHMITT 2010) begegneten. Dies insbesondere, da er an einer staatswissenschaftlichen Fakultät studierte, die nach 1945, aufgrund der hohen ideologischen Bedeutung, durch besonders radikale Umstrukturierungen gekennzeichnet war. So kann angenommen werden, dass die Auflösung tradierter kultureller Codes auch für Herrn B. von Relevanz gewesen ist – gerade die Tatsache, dass er diese nicht erwähnt, spricht für deren Auflösung.11) [38]

Gehen wir nun wieder zur eingangs am Beispiel von Herrn B. formulierten Hypothese 4 der heteronomen Produktion zurück. Diese Hypothese findet im Fall von Frau A. keine Entsprechung. Zwar wird auch ihr Bildungsweg durch äußere Faktoren (Lehrerin, Freundinnen, Kolleginnen) unterstützt, dies ist aber keinesfalls das strukturbildende Muster in der Gesamtbiografie. Vielmehr ist ihre Biografie durch eine Vielzahl sehr autonomer Entscheidungen geprägt, die sie auch in Phasen des Scheiterns (Arbeitslosigkeit) unbeirrt aufrechterhält. An dieser Stelle gibt es also deutliche Fallspezifika, sodass diese Hypothese nicht als Teil des hier beschriebenen Typus betrachtet werden kann. Eine mögliche Lesart wäre, dass es sich beim Typus des "heteronom Produzierten" um eine DDR-Spezifik handelt. Wie der Vergleich mit einem anderen Fall aufzeigt, ist dies aber nicht so, sondern auch in Westdeutschland lassen sich Personen finden, die dem Typus der heteronom Produzierten zuzurechnen sind (vgl. MIETHE 2010). [39]

Trotz generativer, geschlechtsspezifischer, regionaler und politischer Unterschiede zwischen beiden Fällen lassen sich aber genügend strukturell vergleichbare Merkmale beschreiben, die es gerechtfertigt erscheinen lassen, hier von einem Typus "Nutzung der politischen Gelegenheitsstruktur" zu sprechen. Die biografische Analyse ermöglicht es, nicht nur die relvanten Fakten zu nennen, sondern diese spezifisch auszubuchstabieren. Durch die komparative Analyse kann auch die Aussage getroffen werden, dass dieser Typus nicht spezifisch für Ost- oder Westdeutschland ist, sondern sich, allgemeiner gesagt, in Zeiten günstiger Gelegenheitsstrukturen konstituiert. Obwohl bei Frau A. der Feminismus eine große Rolle spielt, ist dieser Typus doch nicht primär geschlechtsspezifisch, da der Vergleich mit anderen Interviews (Gruppe 1970er West) zeigt, dass die hier beschriebene Funktion auch von anderen sozialen Bewegungen übernommen werden kann (Gewerkschaftsbewegung, Ökologiebewegung). [40]

Zum besseren Nachvollzug der Darstellung sind in der folgenden Abbildung 3 die zentralen Analyseergebnisse überblickartig dargestellt.



Abb. 3: Grafische Darstellung der Analyseergebnisse [41]

Diese in Hypothesen formulierten Dimensionen beschreiben eher allgemeine Rahmenbedingungen struktureller Gegebenheiten, wie sie sich aufgrund der jeweiligen politischen Gelegenheitsstruktur bilden. Diese führen auf der Erlebensebene zu einer typischen Form der Wahrnehmung des Bildungsaufstiegs als kollektiv geteilt, wobei dies auf der Ostseite ungleich stärker ausgeprägt ist als auf der Westseite.12) Aber auch auf der Westseite wird der Bildungsaufstieg – im Unterschied zu vielen Bildungsaufsteiger(inne)n der 1950er Jahre – als "nichts Besonderes" wahrgenommen, d.h. als Teil eines zu diesem Zeitpunkt allgemein üblichen Bildungsweges. Die Tatsache, dass Bildungsaufstieg als eine kollektiv geteilte Erfahrung wahrgenommen wird, unterscheidet Repräsentant(inn)en dieses Typus, so verschieden die individuellen Biografien auch sein mögen, deutlich von Bildungsaufsteiger(inne)n, die ihren Bildungsweg in Zeiten ungünstiger politischer Gelegenheitsstrukturen als "Einzelkämpfer(in)" verfolgen müssen und beschreibt damit das zentrale Moment dieses Typus. [42]

Beim Verfahren der theorieorientierten Fallrekonstruktion muss immer auch darauf geachtet werden, dass nicht einfach subsumptionslogisch die im Eckfall gefundenen Elemente in der jeweiligen Vergleichsbiografie gefunden werden. Wie oben aufgezeigt wurde, können auch aus Globalanalysen neue Hypothesen emergieren, die je nach theoretischem Erkenntnisinteresse weiter verfolgt werden können oder nicht. Auch ist der hier dargestellte Typus keinesfalls der einzige zu rekonstruierende Typus, er zeigt aber ein wichtiges Bedingungsgefüge auf. Dass in diesem "die Politik" einen ausgesprochen hohen Stellenwert hat, ist "typisch" für dieses hier beschriebene Bedingungsgefüge des Bildungsaufstieges unter politisch günstigen Gelegenheitsstrukturen. [43]

4. Fazit

Ob ein Bildungsaufstieg stattfindet oder nicht und wie erfolgreich er ist, hängt nicht nur von individuellen Entscheidungen und Dispositionen oder institutionellen Strukturen ab, sondern zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auch von den jeweiligen politischen Gelegenheitsstrukturen. Diese Konzeption sollte von daher sehr viel stärker als bisher Eingang in die Forschung zum Zusammenhang von Bildung und sozialer Ungleichheit finden. [44]

Auch wen das Erkenntnisinteresse stärker auf eine Makroebene politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen gerichtet ist, vermag eine biografische Analyse sehr wohl weiterführende Aussagen zu bringen. Der Einbezug des theoretischen und methodischen Konzeptes der Biografie ermöglicht es damit, den Zusammenhang zwischen biografischen Dispositionen und der politischen Gelegenheitsstruktur in den Blick zu nehmen. Dabei können nicht nur relevante Fakten benannt werden, sondern diese können auch spezifisch ausbuchstabiert werden, auch wenn Letzteres hier nur ansatzweise aufgezeigt werden konnte. [45]

Anmerkungen

1) DFG-Projekt "Drei Generationen Bildungsaufsteiger. Zum Zusammenhang von Herkunftsmilieu und politischer Gelegenheitsstruktur" (Laufzeit 2010-2013). Weitere Informationen siehe: http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb03/institute/ifezw/prof/sve/forschung. <zurück>

2) Als Bildungsaufsteiger(innen) werden dabei Personen gefasst, bei denen kein Elternteil über einen akademischen Abschluss verfügt. <zurück>

3) In der hier vorgestellten Studie wurde dafür das Verfahren der hermeneutischen Fallrekonstruktion genutzt (ROSENTHAL 1995, 2005). Für das Verfahren der theoriegeleiteten Fallrekonstruktion können aber prinzipiell genauso gut andere fallrekonstruktive Verfahren, wie z.B. auch die objektive Hermeneutik, genutzt werden. <zurück>

4) Um dafür nur ein Beispiel zu bringen: Hypothesen wie z.B. die, dass der Bildungsweg Ausdruck eines familalen Delegationsprozesses (STIERLIN 1978) ist, können zwar biografisch hoch relevant sein und sogar die Fallstruktur bilden, würden aber in diesem Beispiel nicht weiter verfolgt, da damit die Makroebene der politischen Gelegenheitsstruktur nicht ausreichend Berücksichtigung findet. <zurück>

5) Ein relativ sicheres Zeichen für die Sättigung des Prozesses ist die Tatsache, dass es zunehmend schwieriger wird, innerhalb des Samples noch Fälle zu finden, die nicht bereits einem der gebildeten Typen zugeordnet wurden. <zurück>

6) Neubauernstellen sind kleine Bauernhöfe, die im Zuge der Bodenreform in der DDR entstanden. <zurück>

7) ABF waren Einrichtungen des Zweiten Bildungsweges, die das Ablegen des Abiturs ermöglichten. Sie waren jedoch Teil der Universitäten und damit Teil des Hochschulsystems der DDR (vgl. MIETHE 2007). <zurück>

8) In der DDR gab es eine gezielte Studienlenkung. Diese sorgte dafür, dass die Abiturient(inn)en als auch Absolvent(inn)en der Hochschulen vor allem in die Studienrichtungen und Berufe gingen, die volkswirtschaftlich als notwendig erachtet wurden. <zurück>

9) Aufgrund dieser Struktur wurde diese Biografie in einem anderen Zusammenhang dem Typus der "heteronom Produzierten" zugerechnet. Heteronom produziert meint, dass die Entscheidungen für den weiterführenden Bildungsweg nur mithilfe externer Unterstützung getroffen wird (vgl. MIETHE & SCHIEBEL 2008). Für die Darstellung einer ähnlich gelagerten hermeneutische Fallrekonstruktion siehe auch SCHIEBEL (2008, dort "Der Fall Hans C."). <zurück>

10) Die Angaben wurden hier und im Weiteren anonymisiert, um eine Identifikation der Gesprächspartnerin zu vermeiden. <zurück>

11) An dieser Stelle kann auf den Vergleich mit anderen Interviews zurückgegriffen werden, in denen auch für die DDR durchaus so etwas wie "Habitus-Struktur-Konflikte", vor allem an den "bürgerlich" geprägten medizinischen Fakultäten, beschrieben werden. <zurück>

12) Dies resultiert auch aus der spezifischen DDR-Ideologie, in der immer Kollektives stärker wertgeschätzt wurde als Individuelles. <zurück>

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Zur Autorin

Ingrid MIETHE, ist Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Promotion in Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin (1999), Habilitation an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (2007), derzeitig Leitung des DFG-Projekts "Drei Generationen Bildungsaufsteiger. Zum Zusammenhang von Herkunftsmilieu und politischer Gelegenheitsstruktur". Arbeitsschwerpunkte: Biografieforschung, qualitative Bildungsforschung, Bildung und soziale Ungleichheit, soziale Bewegungen.

Kontakt:

Prof. Dr. Ingrid Thea Miethe

Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft
Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut für Erziehungswissenschaft
Karl-Glöckner-Straße 21B
D-35394 Gießen

Tel.: +49 / (0)641-99 24140, Sekretariat: +49 / (0)641-99 24141

E-Mail: ingrid.miethe@erziehung.uni-giessen.de
URL: http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb03/institute/ifezw/prof/sve/mitarbeitende/ingridmiethe

Zitation

Miethe, Ingrid (2011). Politik, Bildung und Biografie. Zum Zusammenhang von politischer Gelegenheitsstruktur und individuellem Bildungsaufstieg [45 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 12(2), Art. 8, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs110287.

Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research (FQS)

ISSN 1438-5627

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