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Volume 23, No. 2, Art. 6 – Mai 2022

Erste und letzte Städte – "Die unsichtbaren Städte" als reflexives Korrektiv qualitativer Sozialforschung

Andreas Thiesen

Review Essay:

Italo Calvino (2020 [1972]). Die unsichtbaren Städte (5. Aufl.); Frankfurt/M.: Fischer; 176 Seiten; ISBN 978-3-596-90527-0; Preis: 11€

Zusammenfassung: Mit der Veröffentlichung des Klassikers "Die unsichtbaren Städte" im Jahr 1972 hatte Italo CALVINO die Unterscheidung von Alltag und Fiktion im Grunde aufgehoben. In dem Buch eröffnete er eine reflexive Perspektive auf all die Facetten unserer Städte, die weder in Stadtplänen noch durch bloße Beobachtung des Stadtgeschehens zum Vorschein kommen. Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht die Auseinandersetzung mit dem Werk als Kompendium qualitativer Stadtforschung. CALVINO erinnert daran, die Decodierung der Stadt stets aufs Neue voranzutreiben und stellt Forschende zugleich vor methodologische Herausforderungen. Nicht nur scheint es, als hätte er sämtliche Konzepte von Urbanität vorweggenommen, "Die unsichtbaren Städte" müssen als Standardwerk der qualitativen Sozialforschung bezeichnet werden.

Keywords: Ethnografie; Methodologie; Nicht-Orte; Offenheit; Reflexion; Stadtforschung; Verstehen

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die unerreichte Stadt

3. Stadt als historisches Beziehungsgeflecht

4. Progressive Stadtplanung

5. CALVINO als früher Entdecker von Nicht-Orten

6. "Die unsichtbaren Städte" als Reallabore

Anmerkung

Literatur

Zum Autor

Zitation

 

1. Einführung

"Keiner weiß besser als du, weiser Kublai, daß man die Stadt niemals mit den Worten verwechseln darf, die sie beschreiben" (CALVINO, S.67).

In ihrem im Jahr 2018 erstmalig erschienenen Roman "Der Freund" ließ Sigrid NUNEZ die Ich-Erzählerin folgende Worte des verstorbenen zentralen Protagonisten wiederholen: "Statt über das zu schreiben, was ihr wisst, hast du zu uns gesagt, schreibt über das, was ihr seht. Geht davon aus, dass ihr sehr wenig wisst und nie viel wissen werdet, außer ihr lernt, zu sehen" (2021 [2018], S.63). Italo CALVINO hat diese Grundvoraussetzung sozialen Verstehens fast 50 Jahre zuvor um eine entscheidende Prämisse erweitert, indem er die Kühnheit besaß, die Unterschiede zwischen Alltag und Fiktion für obsolet zu erklären; wer heute von "Narrativen" spricht, meint nichts anderes. Sein Werk "Die unsichtbaren Städte" stellt die Vorstellung von Städten und bisherige methodologische Gewissheiten im Bereich der Stadtforschung radikal infrage (vgl. hierzu u.a. BECKER 2019 [2007], S.267ff.; HENCKEL et al. o.D.; zur Diskrepanz theoretischer und empirischer Zugänge zur Stadt zusätzlich ECKARDT 2004, S.5f.). [1]

Im Mittelpunkt des vorliegenden Beitrags soll weniger eine (weitere) literaturwissenschaftliche Rezeption des Klassikers stehen, vielmehr geht es mir darum, seine heuristischen Impulse für den Gegenstand der Stadtforschung sowie generell für die qualitative Sozialforschung herauszuarbeiten. Indem ich die wesentlichen Potenziale der "Unsichtbaren Städte" für eine forschungstheoretische Vertiefung bereits am Anfang meiner Ausführungen zusammenfasse, hoffe ich, auch jene zum Weiterlesen motivieren zu können, denen CALVINO bisher noch nicht bekannt ist. Nicht zuletzt aus diesem Grund will ich im Anschluss einen Überblick über Struktur und Inhalt des Buches geben (Abschnitt 2). Darauf aufbauend werde ich mithilfe von CALVINO und weiterer Autor*innen die Stadt als historisches Beziehungsgeflecht analysieren (Abschnitt 3). Im vierten Abschnitt setze ich mich mit unterschiedlichen Methoden der Stadterkundung auseinander mit dem Ziel, auf Grundlage CALVINOs Kriterien progressiver Stadtplanung zu skizzieren. Inwieweit sich CALVINO als früher Entdecker von Nicht-Orten entpuppt, stelle ich in Abschnitt 5 zur Diskussion, um abschließend deutlich zu machen, dass die Zukunftsfähigkeit der Stadt von ihrer Fähigkeit zur Transformation abhängen wird (Abschnitt 6). [2]

2. Die unerreichte Stadt

CALVINO hilft, die Konzeption methodologischer Designs auf mindestens drei Ebenen weiterzuentwickeln:

Diese und weitere Facetten qualitativer Forschung werden durch Hinzuziehung einer breiten Literaturgrundlage im Folgenden sukzessive konkretisiert. Zunächst zum Buch selbst: Bereits der Aufbau des Inhaltsverzeichnisses gleicht einem performativen Akt, da CALVINO durch einen stilistischen Trick seinem Reflexionsanspruch bildlich Ausdruck verleiht: Nicht nur scheinen die im Duktus einschlägigen Überschriften – "Die Städte und die Erinnerung", "Die Städte und der Wunsch" oder "Die fragilen Städte" – in beliebiger Reihenfolge angelegt, zahlreiche Kapitel tragen zudem einen identischen Titel. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass CALVINO die Gliederung seines Textes einem systematischen Ablauf unterordnet, vergleichbar mit einem strengen Reimschema: Ab dem dritten Kapitel "verschwindet" stets das erste Unterkapitel des vorherigen Abschnitts (während jeweils ein neues Unterkapitel hinzukommt). Der "Rhythmus" des Inhaltsverzeichnisses ist zudem spiegelverkehrt angelegt, sodass sich die beschriebene Logik auch vom letzten Kapitel ausgehend bis zum Anfang fortsetzen lässt. Es handelt sich bei dieser Information keineswegs um stilistische Makulatur, CALVINO unterstreicht mit dem Inhaltsverzeichnis symbolisch seinen Anspruch eines reflexiven Universalismus, der sich durch sämtliche Geschichten des Buches zieht. Zugleich muss jener Anspruch als subjektive Maxime interpretiert werden, da niemand dauerhaft und umfassend reflexiv durch das Leben schreitet. [4]

Dieser erste Eindruck des Buches kann Lesende überfordern, und diese Einschätzung mag durchaus auf das gesamte Werk zutreffen. Es ist deshalb wichtig, eine Art "Leseanleitung" vorwegzuschicken, da es – den "Transkripten" im "Elend der Welt" (BOURDIEU et al. 2002 [1993]) nicht unähnlich – weniger darauf ankommt, eine akribische Textinterpretation vorzunehmen, sondern den methodologischen Ansatz nachzuvollziehen (im Fall von BOURDIEU et al. heißt das vor allem, das abschließende Kapitel "Verstehen" wieder und wieder zu lesen).1) Kurz: Entscheidend für den vorliegenden Zusammenhang sind die forschungslogischen Konsequenzen, die CALVINO anbietet. [5]

Der eigentliche Plot der "unsichtbaren Städte" ist schnell erzählt: Der "Mongolenkaiser" Kublai KHAN und der Weltreisende Marco POLO führen einen entgrenzten Dialog über all die nicht bereisten und ungebauten Städte des kaiserlichen Imperiums – beflügelt durch den betäubenden Rausch einer mit "Bernsteinrohr" besetzten Pfeife (CALVINO, S.65). Grundlage jeder seiner Beschreibungen, so POLO, sei ohnehin Venedig: "Um die Eigenschaften der anderen zu unterscheiden, muß ich von einer ersten Stadt ausgehen, die implizit bleibt. Für mich ist das Venedig" (S.94). [6]

Wer hier lediglich auf den Stil achtet, wird möglicherweise nicht viel mehr entdecken als einen surrealistischen Text (vgl. durchaus begeistert Pier Paolo PASOLINI im Nachwort zur Ausgabe, S.175). Das bedeutet, die fantastischen Stadtassoziationen überraschen zu Beginn des Buches, nutzen sich jedoch durch eine wiederkehrende Dramaturgie ebenso schnell ab. Ich möchte aus diesem Grund deutlich und ganz konkret den Nutzen von CALVINOs Werk auf methodologischem Gebiet herausheben. Dabei muss zugleich ergänzt werden, dass sich die Rezeption (klassischer) literarischer Quellen im Kontext qualitativer Sozialforschung generell empfiehlt: Ein Teil der dort identifizierten analytischen Engführungen gründet unter anderem in der Reduktion des wissenschaftlichen Literaturbegriffs auf Fachliteratur. [7]

CALVINO entfaltet seine heuristische Kraft insbesondere auf stadtsoziologischem Gebiet: "Die unsichtbaren Städte" erinnern einerseits an forschungsethische Kernprinzipien, die im Strudel von Veröffentlichungsdruck und Forschungsinflation neu zu entdecken wären – dazu zählt vor allem das Wissen um die Subjektivität von Forschenden und die durch Offenheit hergestellte reflexive Kontextualisierung der von ihnen erhobenen Daten –, andererseits verweist CALVINO auf bis heute nicht beantwortete Problemstellungen auf dem Gebiet der Stadtentwicklung. Dramatischer noch: Er lässt unser Stadtverständnis verkürzt erscheinen, unabhängig davon, ob Städte nun als eigenlogisch (LÖW 2008), transformativ (THIESEN 2016) oder offen (SENNETT 2018) bezeichnet werden. Diese und weitere Begriffe setzen epistemologisch nicht früh genug an – zumindest nicht so rechtzeitig, wie es mit CALVINO möglich wäre. Selbst wer von "Sehnsuchtsstädten" (BOSSHARD et al. 2013) träumt (was POLO und KHAN zweifellos über weite Strecken tun), müsste zunächst hinter die vertraute Terminologie zurücktreten, um jede Vorstellung von Stadt mit der Praxis von Stadt in Bezug zu setzen. Wenn ich in diesem Zusammenhang von Forschungsethik spreche, so wird deutlich, dass mit dieser Kategorie mehr als eine Art Compliance der empirischen Sozialforschung gemeint ist: Mit CALVINO gelesen, umfasst forschungsethisches Verhalten nicht nur die Anerkennung der Subjektivität der "Anderen", des Feldes, des Netzwerks etc., sondern zuerst die Einsicht in die allenfalls mittlere Reichweite des subjektiven Erkenntnisgewinns (zu Forschungsethik unter Berücksichtigung auto-/ethnografischer Zugänge vgl. in diesem Zusammenhang besonders ROTH 2008, zu Subjektivität und Reflexivität vgl. den gleichnamigen FQS-Beitrag von BREUER, MRUCK & ROTH 2002). Damit setzt Forschungsethik als Voraussetzung qualitativer Sozialforschung nicht nur deutlich früher und unmittelbarer an, vielmehr entscheidet ihr Stellenwert im Forschungsprozess über die Qualität von Daten. [8]

Italo CALVINO geht es um die Konzeption der zukunftsfähigen Stadt, um die er sich literarisch bemüht. Auf diese Weise ermöglicht er, Forschungsaufträge im Sinne von Action Research politisch zu kontextualisieren und das ambivalente Primat der "Freiheit von Forschung" als gestalterische Freiheit im Forschungsfeld zu interpretieren. Deren Qualität hängt zum einen ab von der Fähigkeit der Forschenden, zivilgesellschaftliches Transferwissen zu generieren, zum anderen – und hier liegt sozusagen ein Argument für die professionelle Autonomie von Forschenden, selbst in partizipativen Forschungssettings – von der Kunst, rekonstruktive Schlüsse ins Feld zurückzuübersetzen. Qualitative Forschung als Forschung mit emanzipatorischem Gehalt zu verstehen, bedeutet allerdings, sich ihrer historischen Voraussetzungen bewusst zu werden. [9]

3. Stadt als historisches Beziehungsgeflecht

Italo CALVINO zu lesen heißt nicht, bisherige wissenschaftliche Konzepte von Stadt über Bord zu werfen. Vielleicht kamen LÖW und STURM mit ihrer Idee des "relationalen Raums" (2016, S.16) CALVINO sogar am nächsten, wenn dieser den "Pseudo-Marco" und "Pseudo-Polo" (PASOLINI, S.175) darüber reflektieren lässt, dass nicht die baulichen Details die Stadt bilden, sondern "die Beziehungen zwischen den Maßen ihres Raumes und den Ereignissen ihrer Vergangenheit" (CALVINO, S.18). Es lohnt in diesem Zusammenhang, das von Rebecca SOLNIT herausgegebene Buch "Nonstop Metropolis" (2019 [2010]) zur Hand zu nehmen. Darin dachte Lisa CONRAD in eine ähnliche Richtung, indem sie die historischen Spuren San Franciscos zum Vorschein bringt: die Stadt der nordamerikanischen Ureinwohner*innen:

"Wo immer wir Bewohner der Bay Area entlanggehen, sind vor uns andere gegangen. Viele unserer heutigen Ortschaften – Olema, Petaluma, Half Moon Bay, Nicasio – befinden sich an Stellen, wo einst Dörfer standen und prosperierende Gemeinschaften lebten. Unter dem Raster unserer Straßen liegen Geschichten, die vierzehntausend Jahre zurückreichen, in die Zeit vor Anstieg des Meeresspiegels, als die Küste noch bei den heutigen Farallon-Inseln begann und die große Bucht von San Francisco Wiesenland war" (2019 [2010], S.9). [10]

CONRAD könnte unmittelbar an CALVINO anknüpfen, denn dieser sagt über die fiktive Stadt "Zaira": "Mit dieser Welle, die aus den Erinnerungen zurückfließt, saugt die Stadt sich voll wie ein Schwamm und breitet sich aus. Eine Beschreibung von Zaira, wie es heute ist, müßte die ganze Vergangenheit von Zaira enthalten" (S.18). Methodologisch erwächst hieraus jedoch ein Problem, das jedes statistische Stadtforschungsprogramm Lügen straft, denn

"die Stadt erzählt ihre Vergangenheit nicht, sie enthält sie wie die Linien einer Hand, eingeschrieben in die Ränder der Straßen, die Gitter der Fenster, die Handläufe der Treppengeländer, die Antennen der Blitzableiter, die Masten der Fahnen, jedes Segment seinerseits schraffiert von Kratzern, Sägespuren, Kerben und Schlägen" (S.18f.). [11]

Erst wenn Stadt als historisch aufgefüllter "Schwamm" verstanden wird – und zwar in nennenswerter Ergänzung zur "offiziellen" Geschichte der Stadtentwicklung und ihrer Pläne – kann mit Richard SENNETT über "Membranen" nachgedacht werden, als die er metaphorisch die Quartiersgrenzen einer Stadt betrachtet (2018, S.275). Auch CONRAD reflektierte methodologische Herausforderungen, indem sie sich fragte:

"Stellt man sich alle historischen, zeitgenössischen und erdachten Karten von San Francisco als transparente Auflagen über der Landschaft vor, so wird man erkennen, dass die erste, durch die indigene Bevölkerung definierte Lage untrennbar mit der Physiogeographie verbunden ist. Aber wie stellt man das am besten dar? Wie kann man Gegenwart und Geschichte zugleich erfassen, und aus wessen Perspektive geschieht das?" (2019 [2010], S.12) [12]

Zugleich leistete sie einen methodischen Beitrag zu einer historisch begründeten, kritischen Stadtgeografie, indem sie in ihre "Überlegungen zu einer denkbaren Karte der Region [...] Muschelhaufen, Dörfer, archäologische Ausgrabungsstätten, indigene Ortsbezeichnungen, die Gebiete lokaler Stämme und die heutigen Indianer-Territorien als mögliche Darstellungsmodi" (S.13) einbezog. Darüber hinaus erwähnte sie die gleichermaßen empirisch wie auch als politische Taktik einsetzbare Methode der "Gegenkartographie" (S.20):

"Im Zuge des Countermapping entstehende Landkarten nutzen indigenes Wissen, oft mit dem Ziel, Landansprüche vor Gericht zu untermauern. Ein wirkungsvoller und kreativer Ansatz, doch betrachtet man diesen Schatz an Wissen und Geschichte allein durch die Linse von Eigentum und Besitz, bleibt die spezielle Perspektive, die hier zum Ausdruck kommen könnte, in unserem derzeit vorherrschenden kulturellen Wertesystem gefangen; künftige, andere Nutzungsarten versprechen die Vielfalt und den Reichtum dieses Schatzes erst richtig zu erschließen" (a.a.O.). [13]

Nichts Anderes steht im Grunde hinter Konzepten subjektiver und kollektiver Stadtteilkartierungen: der Anspruch, durch transkulturelle Partizipationsformen zu einem demokratisierenden Raumverständnis zu gelangen, mit dem der begrifflichen und zeitlichen Unzuverlässigkeit stadtplanerischer Grenzziehungen Rechnung getragen wird. Stadtforscher*innen müssen in diesem Sinne immer nach einer Decodierung der Stadt streben, auch wenn sich dieser Anspruch nur bis zu einem bestimmten Maß an Konkretion verwirklichen lassen mag: "Wie die Stadt wirklich ist unter dieser dichten Hülle von Zeichen, was sie enthält oder verbirgt – man verläßt Tamara, ohne es je erfahren zu haben" (CALVINO, S.22). Vielleicht liegt hier einer der bemerkenswerten Effekte der "unsichtbaren Städte": Obgleich CALVINO sich letzten Endes nicht auf die historische Zeit beruft (S.174 f.), hilft er, eigene Stadtbilder historisch zu kontextualisieren, indem er auf konzeptionelle "Leerstellen" in der Geschichte der Stadtentwicklung ebenso wie in der Geschichte der Stadtforschung hinweist (BECKER 2019 [2007], S.270f.; HENCKEL et al. o.D.). Das Verhältnis von objektiven und subjektiven Kriterien der Stadt lässt CALVINO dabei immer wieder offen, was den reflexiven Blickwinkel gleichermaßen herausfordert wie unabdingbar macht: "Die Stadt ist redundant: Sie wiederholt sich, damit etwas im Gedächtnis haftenbleibt" (S.27), aber ebenso liegt Redundantes in der "Erinnerung [...,] damit die Stadt zu existieren beginnt" (S.27). [14]

4. Progressive Stadtplanung

Wenn es stimmt, wie CALVINO behauptet, "daß jeder Mensch eine nur aus Unterschieden bestehende Stadt im Kopf hat, eine Stadt ohne Figuren und ohne Form, die von den individuellen Städten ausgefüllt wird" (S.41), so können Stadtplaner*innen sich ein Beispiel an der Fantasiestadt "Zoe" nehmen, deren Plan einen radikalen Gegenentwurf zum Funktionsglauben eines LE CORBUSIER (SENNETT 2018, S.91ff.) darstellt. Wenn nicht mehr erkennbar ist, welches Gebäude für welchen gesellschaftlichen Zweck steht, sind Reisende nicht länger in der Lage, "die Punkte der Stadt zu unterscheiden" (CALVINO, S.41). Dadurch fällt ihr inkorporiertes Bild der Stadt aus dem Rahmen. Und genau darum geht es bei CALVINO von der ersten bis zur letzten Seite: um die grundsätzliche Beschränktheit von Überzeugungen, Plänen und Visionen. [15]

Wie baut man eine Anti-LE CORBUSIER-Stadt? In einer sich als progressiv verstehenden Stadtplanung würde mit Richard SENNETT die Integration charismatischer physischer Marker in den öffentlichen Raum als "Interpunktionen" (2018, S.262) empfohlen werden. In der von CALVINO entworfenen Stadt "Esmeralda" gebietet beispielsweise ein "Zickzack" an Wegen der geistigen Monotonie und "Langeweile" Einhalt, wodurch "[s]elbst das gleichmäßigste und ruhigste Leben [...] ohne Wiederholungen" auskommt (CALVINO, S.95). Dabei sollte man die Bedeutung städtischer Kartierungen nicht unterschätzen oder aus Forschungszusammenhängen ausblenden, da sie durchaus Ruhe, Ordnung, Logik, sogar Sinn in das vermeintliche Chaos der gelebten Stadt bringen können. [16]

In "Eudoxia" etwa übernimmt die Funktion des Stadtplans ein Wandteppich:

"Auf den ersten Blick scheint nichts weniger an Eudoxia zu erinnern als die Zeichnung auf diesem Teppich, eine Abfolge von symmetrischen Motiven, die sich an Geraden und Kurven entlang wiederholen, durchwoben von Fäden in glänzenden Farben, deren wechselnde Bahnen du über das ganze Gewebe verfolgen kannst. Doch wenn du verweilst und ihn aufmerksam betrachtest, wird dir klar, daß jeder Punkt auf dem Teppich einem Punkt in der Stadt entspricht und daß alle Dinge, die in der Stadt existieren, in der Zeichnung enthalten sind, angeordnet nach ihren wahren Beziehungen, die deinen vom Hin und Her, vom Gewimmel und Gedrängel zerstreuten Augen entgehen" (S.103). [17]

"Wahre Beziehungen" meint hier das Rückbesinnen darauf, dass in einer komplexen Sozialraumbetrachtung der subjektiv wahrgenommenen Beziehungsgeflechte von Stadtbewohner*innen die hoheitlich vorgesehene Funktion der Institutionen und ihre jeweilige Position im (sozialen) Raum nicht ignoriert werden kann. Mehr noch: Stadtpläne fungieren zugleich als Bestätigung und Korrektiv eigener Vorurteile: "Jeder Bewohner von Eudoxia vergleicht die unbewegliche Ordnung des Teppichs mit einem eigenen Bild der Stadt, mit einer eigenen Angst, und jeder kann zwischen den Arabesken eine Antwort, die Erzählung seines Lebens, die Wendungen des Schicksals finden" (S.103f.). [18]

Ich übersetze hier "Eudoxia" exemplarisch in die Stadt Frankfurt am Main, wohl wissend, dass diese Übersetzung nicht ohne Brüche und Widersprüche funktionieren wird: Angsterfüllt mögen sich Besucher*innen an das hartnäckige Narrativ von Frankfurt als "gefährliche Stadt" erinnern. In diesem Bewusstsein machen sie sich vom Hauptbahnhof aus hektisch auf den Weg zum Mainufer, ständig auf der Suche nach konfliktreichen Orten und Situationen. Permanent checken sie den digitalen Stadtplan auf ihrem Smartphone, während ihnen Straßennamen durch den Kopf schwirren, die lokalen Hip-Hop-Künstler*innen als Referenz dienen. Was sehen sie dann noch? Und ist die Angst nicht begründet? Erleichtert bemerken sie beim dritten oder vierten Ortsbesuch, wie sich ihre Orientierung in der Stadt stabilisiert, wie sie selbstverständlich plötzlich stehenbleiben, um in Ruhe jemanden anzurufen und von der Schönheit der Wolkenkratzer zu schwärmen. Wie sie sich lokalisieren. [19]

Der Blick auf den Stadtplan kann auch als Rückblick erfolgen an vergangene Spaziergänge, an Gespräche, das Wetter, an Stimmungen und an Glück. Progressive Stadtplanung, so ist von CALVINO zu lernen, kann dieses Glück, in der Stadt zu sein, möglicherweise stimulieren. Nicht vergessen werden sollte beim Studium von Stadtplänen und anderer Karten allerdings deren herrschaftskritische Einbettung. Völlig zu Recht gab Lisa CONRAD zu bedenken:

"Landkarten sind oft ein Instrument der Mächtigen, zumindest aber sind sie eine Projektion derjenigen, die die Karte erstellt haben. Und sie sind auch ein Klassifikationssystem, das, einer Region von außen auferlegt, eher die Prioritäten der Kartographen widerspiegelt als die der dargestellten Kulturen" (2019 [2010], S.13). [20]

Auch in dieser Hinsicht ist Italo CALVINOs Stadtgeschichten Einiges zu verdanken, ermöglichen sie doch den Zugang zu einer narrativen Kartierung der Stadt, deren widersprüchliche Erzählungen sich eher überlappen statt sich gegenseitig auszuschließen. Oder mit CONRAD:

"Ich habe die imaginäre Karte lokaler Namen im Kopf, während ich in Oaklands Stadtteil Temescal (ein indigener Name) die Telegraph Road entlangradele, in Gedanken die Ränder der Bay nachfahre, vom Hafen in Oakland bis zum Embarcadero, ich lasse mir die Namen auf der Zunge zergehen, erlebe die Gleichzeitigkeit verschiedener Welten, Schicht für Schicht tun sie sich auf, und unter der neuen Welt beginnt die alte zu leuchten" (2019 [2010], S.20f.). [21]

5. CALVINO als früher Entdecker von Nicht-Orten

Für die Existenz einer "ersten Stadt" mögen Historiker*innen in Archiven Belege finden, die Stadt selbst existiert jedoch als Replik zahlreicher vergangener Repliken. Zitate längst dagewesener Städte vermischen sich mit neuen stadtplanerischen Ambitionen – oder gehen unter in Narrativen: "Die Abfolge der Epochen hatte sich verloren; daß es ein erstes Clarice gegeben hatte, war ein weitverbreiteter Glaube, aber Beweise gibt es dafür keine", heißt es bei CALVINO (S.113). Und er ergänzt einige Zeilen später folgende lakonische Passage: "Vielleicht ist Clarice immer bloß ein Durcheinander von zerbrochenem, schlecht sortiertem, unbrauchbar gewordenem Plunder gewesen" (S.114). [22]

Was bedeutet es wissenschaftstheoretisch, von einer Stadt als Ansammlung von "Plunder" auszugehen – oder, wie es der südafrikanische Schriftsteller Ivan VLADISLAVIĆ am Beispiel Johannesburg ausdrückte, von einer "Insel aus Zufall" (2008 [2006])? Die epistemologischen Konsequenzen, die ein solcher Blick nach sich ziehen würde, laufen im Grunde auf einen Triumph der Ethnologie über die Geschichtswissenschaften hinaus. Die Geschichtswissenschaft, die, wie Marc AUGÉ pointiert formuliert hat, gegenüber den im Augenblick des Moments "gefangenen" Ethnograf*innen den Vorteil besitzt, es "hinterher" besser zu wissen – während die Ethnologie einen "zeitlichen Vorsprung" (2014 [1992], S.24) für sich verbuchen kann und sogar "die Möglichkeit hat [...,] durch eigene Beobachtung zu ermitteln, ob das, was [sie] zunächst erkannt zu haben glaubt, auch im weiteren Rahmen noch Geltung besitzt" (S.24f.) – verliert in der "Zufallsstadt" dieses Privileg. [23]

An einer Stelle heißt es bei CALVINO: "Hätte ich bei der Landung in Trude nicht den Namen der Stadt in großen Buchstaben gelesen, ich hätte geglaubt, auf demselben Flugplatz angekommen zu sein, von dem ich abgeflogen war" (S.135). Ihm fehlt zwar als Schriftsteller das wissenschaftliche Repertoire, um wie AUGÉ eine Theorie der "Übermoderne" (2014 [1992], S.38) zu formulieren, aber zweifellos nimmt er mit dem Bild des Flughafens einen Teil der "Nicht-Orte" vorweg. [24]

6. "Die unsichtbaren Städte" als Reallabore

Italo CALVINOs Werk "visionär" zu nennen, wie es Pier Paolo PASOLINI im Nachwort (S.175) für dessen vermeintlichen Relativismus beansprucht, wird den "unsichtbaren Städten" nur zum Teil gerecht: Der Visionär richtet den Blick nach vorne, fährt gewissermaßen auf der Einbahnstraße in die Zukunft. CALVINO verortet sich allerdings jenseits aller in der Geschichte der Stadtplanung produzierten (und Stadt gewordenen) Visionen (SENNETT 2018). Entscheidend ist seine zeitlose Universalität, die in seinen Gedanken zur Stadt zum Ausdruck kommt. Er lässt mit Schrecken auf nie korrigierte Planungsfehler blicken, wirft im Gegensatz zum Visionär jedoch auch keine klare Utopie gegen den städtischen Horizont: CALVINOs "Gegensatz zwischen einer idealen und einer realen Stadt [, der lediglich] bewirkt [...,] daß die reale Stadt surrealistisch wird, [laufe] historisch [...] auf gar nichts hinaus", so PASOLINI (S.175). [25]

Stadtinteressierten Forschenden bietet CALVINO dennoch eine Art reflexives Basic Kit, das jeder weiteren methodologischen Überlegung vorangestellt werden sollte. Selbst für jene, die erst am Beginn ihrer Forschung stehen, hält er eine der zentralen Haltungsmaximen bereit: "Es ist die Stimmung ihres Betrachters, die der Stadt Zemrude ihre Form gibt", heißt es in "Die Städte und die Augen" (Teil 2; S.72). Was CALVINO in diesem Kapitel eher als Dystopie von Alltag in einer beliebigen chinesischen Trabantenstadt zeichnet, deren Bewohner*innen, vielleicht nach anfänglicher Zukunftseuphorie, irgendwann abstumpfen (PEHNT 2020), gilt eben auch für die Befindlichkeiten von Forschenden. [26]

Neben Venedig nennt CALVINO übrigens noch zwei weitere reale Städte, die in diesem Fall jedoch nicht für die Geburt der Stadt stehen, sondern für ihr Ende:

"Der Katalog der Formen ist endlos: Solange nicht jede Form ihre Stadt gefunden hat, werden fortwährend neue Städte entstehen. Wo die Formen ihre Variationen erschöpfen und sich auflösen, beginnt das Ende der Städte. Auf den letzten Karten in Kublais Atlas zerfließen Gitternetze ohne Anfang und Ende, Städte in Form von Los Angeles, in Form von Kyoto-Osaka, ohne Form" (S.146). [27]

Und es muss sich nicht einmal konkret um Los Angeles handeln, wenn Chris ABANI sich ganz im Sinne CALVINOs anekdotisch auf diese Stadt bezieht. Der folgende Versuch, so hätte CALVINO sicher zugestimmt, würde ebenso gut in jeder weiteren Facette der "unsichtbaren Stadt" zu einem ähnlichen Ergebnis führen:

"Sie haben mal eine Untersuchung gemacht: Leute, die hier lebten, wurden gebeten, die Stadt zu zeichnen, in der sie zu Hause sind. Die korrektesten Zeichnungen stammten von jenen, die am kürzesten da waren, ungefähr fünf Jahre. Nach zehn Jahren zeichneten die Leute ihre täglichen Wege und Abkürzungen, die nichts mehr mit einem maßstabsgetreuen Stadtplan zu tun hatten. Nach 20 Jahren hatte ihr Stadtbild nichts mehr zu tun mit irgendetwas außerhalb ihrer eigenen Vorstellung" (ABANI 2008, S.160). [28]

Ein Kollege fragte mich im Nachgang zu seiner Teilnahme an einer Stadttagung mit qualitativem Forschungszugang einmal, ob ich über nennenswerte Studien Bescheid wisse, in denen vom quartiersbezogenen "Einzelfall" abstrahiert werde. Ihm fehle im Rückblick auf die Tagung etwas "Handfestes", für künftige Forschungsdesigns referenziell Verwertbares. Man möchte ihm aus dem Kapitel "Die Städte und der Wunsch" (Teil 1) vorlesen, in dem Marco POLO am Beispiel (!) der "Stadt Dorothea" zu Bedenken gibt, diese lasse sich "auf zweierlei Weise" beschreiben (S.17): einerseits durch die akribische Einholung sämtlicher Daten. Sei man damit fertig, ließen sich "Berechnungen auf der Grundlage dieser Daten anstellen, bis man von der Stadt alles weiß, was man von ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wissen will" (a.a.O.) Die Relativität all dieser Daten konterkariert bei CALVINO jedoch den vermeintlichen Ausnahmewert jeder qualitativen Studie. Denn um wie viel höher ist der Erkenntnisgewinn aus den Worten des Mannes, der Marco POLO in die Stadt geführt und ihm gestanden hat, wie sich der erste Kontakt mit der Stadt für ihn als Jugendlicher anfühlte:

" 'Vorher hatte ich nichts als die Wüste und die Karawanenpisten gekannt. An jenem Morgen in Dorothea spürte ich, daß es im Leben nichts Schönes gab, was ich mir nicht erwarten durfte. In späteren Jahren haben meine Augen dann wieder die Weiten der Wüste und die Pisten der Karawanen betrachtet; aber nun weiß ich, daß dies nur einer der vielen Wege ist, die sich mir an jenem Morgen in Dorothea auftaten' " (a.a.O.). [29]

Italo CALVINOs Werk "Die unsichtbaren Städte" ist ein Lob der Ethnografie und sollte heute mehr denn je zum Standardwerk der qualitativen Sozialforschung in Städten zählen. [30]

Anmerkung

1) Diese Einsicht habe ich Heiko GEILING zu verdanken. <zurück>

Literatur

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Zum Autor

Andreas THIESEN, geb. 1979, ist Professor für Theorien und Methoden Sozialer Arbeit am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Seine Forschungsschwerpunkte liegen u.a. in der Stadt- und Transformationsforschung.

Kontakt:

Prof. Dr. Andreas Thiesen

Hochschule RheinMain
Fachbereich Sozialwesen
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Zitation

Thiesen, Andreas (2022). Review Essay: Erste und letzte Städte – "Die unsichtbaren Städte" als reflexives Korrektiv qualitativer Sozialforschung [30 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 23(2), Art. 6, https://doi.org/10.17169/fqs-22.2.3895.

Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research (FQS)

ISSN 1438-5627

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