Volume 1, No. 2, Art. 8 – Juni 2000

Alltagsfigurationen – ein kulturpsychologisches Forschungsprogramm

Herbert Fitzek

Zusammenfassung: Mit dem psychologischen Konzept der Alltagsfigurationen wird die Auffassung vertreten, daß Zusammenhänge des Erlebens und Verhaltens weniger von individuellen Eigenheiten als von kulturgeschichtlich gewordenen Mustern bestimmt werden. Mit Hilfe weiterentwickelter gestalt- und tiefenpsychologischer Methoden wird es möglich, die Sehgewohnheiten und Selbstverständlichkeiten von Handlungsroutinen aufzubrechen und in den gelebten Alltagskulturen spezifische Muster oder Verhältnisse transparent zu machen. In einem Forschungsprojekt der Universität Köln wurden auf der Grundlage von Tiefeninterviews und ihrer psychologischen Beschreibung und Rekonstruktion verschiedene Trends und Zeiterscheinungen des modernen Lebensalltags untersucht: z.B. die "Girlie"-Kultur, "Seifenopern", der "Fitneß"-Kult, die "Sonntagsneurose" sowie moderne Unterrichtskulturen. Dabei zeigten sich nicht nur vielfältige Lebensbilder, sondern darüber hinaus charakteristische Konturen der Gegenwartskultur im Ganzen.

Keywords: Figuration, Alltag, Kulturpsychologie, Gestaltpsychologie, Tiefeninterview, qualitative Methoden, Gegenwartskultur

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Überwindung des Gegensatzes von Theorie und Praxis

3. Revision wissenschaftlicher Selbstverständlichkeiten

4. Auseinandersetzung mit der historischen und mit der modernen Kultur

5. Psychologie beginnt mit der Beschreibung konkreter Alltagskulturen ...

6. ... und dringt zu einer Rekonstruktion der seelischen Wirklichkeit vor

7. Kulturwissenschaften bedürfen eines fächerübergreifenden Austauschs – von der Sache her

Literatur

Zum Autor

Zitation

 

1. Einführung

Die folgende kurze Übersicht über die Psychologie der Alltagsfigurationen soll zum einen das Konzept in seinem Herkommen, seinen Grundzügen und der konkreten Untersuchungspraxis vorstellen. Es ist zugleich nach Punkten gegliedert, die zur Diskussion qualitativer Forschung im Ganzen beitragen sollen. [1]

2. Überwindung des Gegensatzes von Theorie und Praxis

Die Alltagsfigurationen sind ein praktisches Konzept. Sie gehen vom Alltag aus. Sie stehen für eine phänomenologische Orientierung und wenden sich gegen den Methoden-Monismus. Sie leiten sich von der Forderung nach gegenstandsangemessenem Vorgehen ab und gehen von der Notwendigkeit einer Passung von theoretischer Modellierung und methodischer Erschließung aus. [2]

Die Alltagsfigurationen basieren auf einem theoretischen Bezugssystem. Sie gehen aus tiefen- und gestaltpsychologischen Seherfahrungen hervor. Sie sehen die seelische Wirklichkeit als vielschichtig und überdeterminiert an und ordnen Erleben und Verhalten danach, was darin als zusammengehörig oder dissonant erfahren wird. Einer Figurationspsychologie erschließen sich die Alltagsphänomene dadurch, daß sich in ihnen spezifische Kultivierungsmuster herausstellen lassen. [3]

3. Revision wissenschaftlicher Selbstverständlichkeiten

Die Zwänge der szientifischen Wissenschaftstheorie haben uns beinahe vergessen lassen, was die Generation von Kurt LEWIN noch zusammenbringen konnte: "Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie!" Entsprechend beansprucht die Psychologie der Alltagsfigurationen Praxisnähe und Theoriebezug für sich. Demgegenüber ist das wissenschaftliche Selbstverständnis heute vielfach von unversöhnlichen Gegensätzen umzingelt: Alltagsnähe steht gegen Systematik, quantitative gegen qualitative Forschung, harte gegen weiche Methoden. Es wird dabei häufig übersehen, daß solche Einteilungen auf geschichtlich gewordenen Konventionen beruhen. Um ihnen nicht aufzusitzen, bedarf es der Revision der Wissenschaftsgeschichte und der Auseinandersetzung mit unbequemen und daher verdrängten Aspekten – Aspekten wie der Hergestelltheit wissenschaftlicher Gegenstände (vgl. HOLZKAMP 1968), der Begründung von Forschung in menschlichen Problemlöseprozessen (vgl. HERMANN 1979) und der Verschränkung von Forschungssubjekt und Forschungsobjekt (vgl. DEVEREUX 1984). [4]

Die historische Perspektive gilt aber nicht nur für die Konzeptualisierung von Wissenschaft, sondern auch für ihre Inhalte. Da die Gegenstände der Kulturwissenschaften selbst historisch entwickelt sind, müssen Soziologie und Psychologie um die Wandlungen ihres Gegenstandes in der Geschichte wissen. Die Figurationspsychologie ist immer historische Psychologie gewesen, zentriert auf die Gestaltungen und Wandlungen der Kultur: NIETZSCHE sah die höchsten und die niedrigsten menschlichen Kultivierungsformen der Griechen und aller nachfolgender Generationen als Ausdruck eines vorwärts treibenden formenschaffenden Gestaltungs-"Willens" (NIETZSCHE 1969). FREUD brachte die Chancen und Begrenzungen der Kultivierung mit dem Rückgriff auf geschichtlich frühe kollektive Kultivierungsmuster und ihrem Entwicklungspotential in Zusammenhang (FREUD 1930). [5]

4. Auseinandersetzung mit der historischen und mit der modernen Kultur

Von der Diskussion um Gestalt- und Tiefenpsychologie beeinflußt, ging Norbert ELIAS in den dreißiger Jahren der Manifestation von Kulturen in den scheinbar banalen Alltagshandlungen des Essens und Trinkens, in Benimmregeln und Umgangsformen nach. Nach ELIAS sind es immer komplette Bilder oder "Figurationen", die eine Kultur kennzeichnen. Von ihren Figurationen erhalten alle lebensweltlichen, institutionellen und individuellen Manifestationen ihren Sinn. Der Gebrauch von Messer und Gabel hat demnach weniger mit psychomotorischen Möglichkeiten oder soziohygienischen Notwendigkeiten zu tun als mit der Entwicklung von kulturtragenden Peinlichkeitsstandards im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit (ELIAS 1969). [6]

Von grundlegenden Gestaltverhältnissen oder Figurationen her rekonstruiert auch Wilhelm SALBER die Geschichte des Psychischen und der Psychologie. Es sind immer Entwürfe von Wirklichkeit im Ganzen, von denen das Nacheinander der menschlichen Kulturgeschichte – in frühen Phasen der Menschheitsgeschichte ebenso wie in Zeiten der "Hochkultur" – zusammengehalten und vorangetragen wird (SALBER 1993). Das Entstehen der von ELIAS beschriebenen Peinlichkeitsstandards würde demnach mit dem Wandel der mittelalterlichen "Vereins"-Figurationen in neuzeitliche Figurationsvarianten zusammenhängen, in denen die Modellierung von Individualität mit der Herstellung von Übergriffs- und Schamgrenzen einhergeht. [7]

Das Konzept der Alltagsfigurationen schreibt die psychologische Charakterisierung von Kulturen in die moderne Lebenswelt fort. In den Kultivierungsformen von heute leben die gelernten Muster der Kulturgeschichte weiter. Zugleich hat die Gegenwartskultur – quer durch die Vielfalt der Kultivierungsmuster – ihre eigene zeitgenössische Figurationsvariante entwickelt. Die Psychologie der Alltagsfigurationen ist somit eine historische und moderne Kulturpsychologie (FITZEK & LEY 1999). [8]

5. Psychologie beginnt mit der Beschreibung konkreter Alltagskulturen ...

Die psychologische Analyse des Alltags beginnt immer bei den konkreten Lebensverhältnissen der Menschen. Wer wir sind, erfahren wir nicht nur an unseren eigenen Leistungen und Fehlleistungen, sondern auch über die Gegenstände, mit denen wir uns umgeben, über wohnliche Verhältnisse, über Medien, Kleidung, Kunst. In den Requisiten der Lebenswelt ist das System des Alltags zu entdecken. Doch wird dies überlagert von Klischees und Konventionen. [9]

Um ein Profil der Gegenwartskultur zu entwickeln, interessierten wir uns in einem Forschungsprojekt besonders für neue und auffällige Phänomene der modernen Lebenswelt. In einer Reihe von psychologischen Diplomarbeiten wurden psychologische Untersuchungen von Trends, Moden und Zeiterscheinungen durchgeführt. In einer aus diesem Projekt hervorgegangenen Veröffentlichung konnten schließlich Untersuchungen vorgestellt werden zum "Girlie"-Look, zu "Internet"-Sitzungen, zum "Fitneß-Kult", zu "Jeans" als Kleidungsdauerbrenner, zu "Mitarbeitergesprächen" als belebendem Element in modernen Unternehmen und zu Störungen des modernen Kultivierungsbetriebes wie der "Sonntagsneurose" und der "Migräne" (vgl. FITZEK 1999a). [10]

Es ist erstaunlich, wie vielschichtig die Alltagskulturen erscheinen, wenn sie aus dem Selbstverständnis der Handlungsroutinen herausgehoben werden. Allerdings bedarf es, um herauszuarbeiten, was die einzelnen Kultivierungsform motiviert, was sie zusammenhält und was sie gefährdet, einer gründlichen methodischen Schulung (vgl. FITZEK 1999b). Das gilt bereits für den ersten methodischen Schritt, der in aufwendigen ein- bis zweistündigen Tiefeninterviews besteht. Schon die beim Interviewen erfahrenen Eindrücke und Qualitäten führen zu grundlegenden, durchgehenden, markanten Zügen des befragten Phänomens hin. Entsprechend der von der Gestaltpsychologie ermittelten Bedeutung des Vorgestaltlichen und seiner (Gestalt-) Qualitäten folgen die Interviews keinem vorgegebenen Leitfaden, sondern dem sich im Entwicklungsprozeß konturierenden Bild der befragten Alltagsform. [11]

Bei einer Untersuchung zum "Girlie"-Phänomen erwies sich dieses Einlassen auf Gestaltqualitäten zunächst als Problem. Der Gesamteindruck des "Flüchtigen" machte sich schon in der Ansprache der Interviewpartnerinnen störend bemerkbar. Indem solche Qualitäten aber als zur Sache gehörend wahrgenommen wurden, war es möglich zu zeigen, wie sich die "Girlie"-Kultur gerade im "Flüchtigen" auf ein Bild hin verdichtet, das später als "Blickfang" charakterisiert werden konnte (vgl. FITZEK 1999a). Ähnliche Qualitäten zeigten sich im Fall der Sendereihe "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", die als Beispiel von "Soap Operas" untersucht wurde. "Glattes" und "Unverfängliches" wurde in diesem Fall zum Anhaltspunkt dafür, welche Funktion Unterhaltungssendungen im Tageslauf zukommt (DOMKE 1999). [12]

Gestalt heißt zunächst, über die am Material erfahrenen Qualitäten zu einem Bild der Sache zu kommen. Bilder sind vieldeutig, ambivalent, zerlegbar in Haupt- und Nebenbild (Ambivalenz des "Blickfangs"; das Rein und Raus von "Soap Operas"). Die Logik von Gestalten bringt daher verschiedene aktive und produktive Tendenzen in einem jeweils spezifischen Wirkungsraum zusammen – mit jeweils spezifischen Seiten, Momenten, Markierungen, Stützpunkten. In einem zweiten methodischen Schritt wird dieses Spannungsfeld für die jeweilige Alltagsform, Interview für Interview, beschrieben: Was paßt zusammen? Was stützt sich? Was fordert sich heraus? Was steht sich polar gegenüber? Es bedarf der Beschreibung einer ganzen Reihe von Tiefeninterviews, ehe die verschiedenen Perspektiven als Varianten eines Wirkungsspektrums deutlich werden und im Ganzen einer vereinheitlichenden Beschreibung darzustellen sind. [13]

Im Fall von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" setzte sich das "Seifige" in Gliederungszügen fort wie: "Halten im Unverbindlichen", "Rein- und Raus-Können", "lockeres Weiterdrehen", "Endlos-Kreisen" (DOMKE 1999). Bei einer Untersuchung zum "Fitneß"-Kult wurde die Gesamtqualität "Formstrenge" (Fitneß = Paßend-Machen, In-Form-Bringen, "gute Gestalt") in Beschreibungszüge aufgegliedert wie "Halt-Finden", "Bewirken-Können", "lustvolle Steigerungen", aber auch den "Zwang" einer vorgegebenen Richtschnur (MILLER 1999). [14]

6. ... und dringt zu einer Rekonstruktion der seelischen Wirklichkeit vor

Die Schritte der Datenerhebung – Interview und Beschreibung – werden in der weiteren Auswertung nun auf grundlegende Züge der seelischen Konstruktion bezogen. Das Konzept der Figurationen geht davon aus, daß sich Seelisches in den konkreten Kultivierungsformen gleichsam selbst behandelt und dabei jeweils spezifische Konstruktionsprobleme aushandelt. Schon FREUD hatte das "Unbehagen in der Kultur" daran festgemacht, daß die Ansprüche und Möglichkeiten von Kultivierung nur in spezifischen unvollkommenen Formen gelebt werden können. In der Rekonstruktion werden demnach, von Fall zu Fall, dominante Behandlungsmuster oder Grundverhältnisse herausgehoben. Bei der Konstruktionsanalyse folgt das Konzept der Alltagsfigurationen den konstruktiven Zügen von Gestalten. Es sind unterschiedliche gestalthafte Muster oder Verhältnisse, die sich in einem dritten methodischen Schritt aus den Beschreibungen herausrücken lassen: Eigenes/Fremdes, Ganzheit/Gliederung, Teilhabe/Distanzierung, Fortsetzen/Kippen. [15]

Der "Fitneß"-Kult dreht sich um die Suche nach einem Maß für das Ganze und die Toleranz gegenüber Ungeformtem. Dabei kann man den Kampf um die Form wörtlich nehmen oder auch im übertragenen Sinne als Ringen um eine Richtschnur im unüberschaubar gewordenen Alltag (MILLER 1999). Bei Untersuchungen zur sogenannten "Sonntagsneurose" fanden wir Tendenzen, alles Alltägliche auf den Kopf zu stellen und dabei gleichsam immer am guten Ende der Sache auskommen zu wollen (Muster von Wechsel und Eingriff; vgl. FITZEK 1999a). [16]

Vom einmal gefundenen Grundmuster her wird es schließlich möglich, die Alltagskulturen mit grundlegenden historischen Vorbildern zu konfrontieren. Mit ELIAS, FREUD und SALBER gehen wir von der Annahme aus, daß die zeitgenössischen Kultivierungsformen historische Vorbilder aufgreifen (vgl. besonders SALBER 1993). Diese historischen Vorbild-Kulturen können in einem vierten methodischen Schritt dabei helfen, das gefundene Verhältnis mit der Vielfalt anschaulicher Lebensformen zusammenzubringen. In einer Typisierung werden, quer durch die befragten Personen hindurch, bestimmte Bewältigungstypen der jeweiligen Konstruktion aufgezeigt, die mit dem jeweiligen historischen Kultivierungsmuster – vielfach im Sinne von "komischen Analogien" – korrespondieren. [17]

So weisen die verschiedenen Umgangsformen mit "Fitneß" Ähnlichkeiten zu spätmittelalterlichen Praktiken auf, in denen es gleichfalls um den Umgang mit einem alles beherrschenden Maß (der Glaubenspraxis) ging. In den Übungen der Fitneß-Treibenden blühen Sünd- und Bußpraktiken ebenso auf wie Ablaßhandel und geheime Verrechnungen (MILLER 1999). Dagegen zeigen Typisierungen von aktuellen Unterrichtsformen gleichsam nebeneinander in ein und derselben Institution "idealistische", "revolutionäre" und "restaurative" Bewegungen (FITZEK 1996; LEY 1999). [18]

Eine Methode, wie sie hier beschrieben wurde, ist nicht mechanisch erlernbar. Sie bedarf vielmehr einer gründlichen Einübung. Bei der geschilderten schrittweisen Modellierung von Alltagsfigurationen ist zudem darauf zu achten, daß sich Erfahrungen nie in einem einfachen Nacheinander ergeben, sondern immer als Entwicklungswerk im Vor und Zurück verdichten. Dabei ergibt sich eine Kontrolle durch die Abstimmung der rekonstruierten Figuration mit Märchenerzählungen. In Mythen und Märchen erzählt sich die Kultur immer wieder ihre Konstruktionsprobleme. Daher läßt sich in Märchenfigurationen gegenlesen, was in den verschiedenen Kultivierungsformen gelebt, gesucht und gemieden wird (vgl. SALBER 1999). [19]

Überblickt man die Vielzahl der am Psychologischen Institut der Universität Köln geleisteten Alltagsuntersuchungen, so zeigen sich in den gelebten Kulturen des modernen Alltags nicht nur historische Vorbilder. Darüber hinaus werden Konturen der Gegenwartskultur im Ganzen deutlich. Der moderne Lebensalltag experimentiert mit einer ungeheuren Vielfalt gleichzeitig und nebeneinander gelebter Kultivierungsmuster. In ihnen zeigt sich aber auch die Kehrseite der Vielfalt: als Zwang eines unentschiedenen Lavierens und Manövrierens und als Sucht nach Einheit und Einfachheit (vgl. SALBER 1993; FITZEK 1999a). [20]

7. Kulturwissenschaften bedürfen eines fächerübergreifenden Austauschs – von der Sache her

Man sollte sich klarmachen, daß die Forderung nach Zusammenarbeit und Integration um jeden Preis selbst eine Mode der modernen Wissenschaften ist. Auch hier geht es um ein beschleunigtes Zirkulieren von allem in allem – vielfach ohne ein überzeugendes Integrationskonzept. Darüber vergißt man häufig die Vorzüge eines dezidierten methodologischen Standpunktes. Das Konzept der Alltagsfigurationen stellt dem eine entschieden psychologische Standortbestimmung entgegen. [21]

Genauso schädlich wie ein Verschwimmen von Fragestellungen wäre nun aber ein Rückzug in die tradierten Monopole und Reservate der Einzelwissenschaften. Es kommt einer enormen Verschwendung von Ressourcen gleich, daß sich die Kulturwissenschaften gegenseitig so wenig zur Kenntnis nehmen. Auch hier handelt es sich nur scheinbar um Alternativen: Denn Zusammenarbeit ist in der Wissenschaft von größtem Vorteil. Sie sollte allerdings nicht von geheimen Einheitsutopien, sondern in jedem Fall von der Sache getragen sein. FREUD kann dabei wiederum als Vorbild dienen: Sein psychologisches Konzept hat mehr Gemeinsamkeiten zu anderen Kulturwissenschaften entwickelt als die um Integration in die zeitgenössische Wissenschaftslandschaft bemühten Konzepte der akademischen Psychologen. [22]

Literatur

Devereux, Georges (1984). Angst und Methode in der Verhaltenswissenschaft. Frankfurt: Suhrkamp.

Domke, Andrea (1999). Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Eine Daily Soap als Sammlungsritual. In Herbert Fitzek & Michael Ley (Hrsg.), Alltags-Figurationen. Grundlinien einer psychologischen Kulturtheorie (S.122-135). Bonn: Bouvier.

Elias, Norbert (1969). Über den Prozeß der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen. Frankfurt: Suhrkamp.

Fitzek, Herbert (1996). Education = Information ? Plädoyer für die Impertinenz des Lehrens und Unterrichtens. In Gerhard Theewen (Hrsg.), Education – Information (S.7-22). Köln: Odeon.

Fitzek, Herbert (1999a). Trends, Moden, Zeiterscheinungen. Kulturpsychologie als Psychologie der Gegenwartskultur. In Herbert Fitzek & Michael Ley (Hrsg.), Alltags-Figurationen. Grundlinien einer psychologischen Kulturtheorie (S.24-53). Bonn: Bouvier.

Fitzek, Herbert (1999b). Beschreibung und Interview. Entwicklungen von Selbstbeobachtung in der morphologischen Psychologie. Journal für Psychologie 7 (2), 19-26.

Fitzek, Herbert & Ley, Michael (Hrsg.)(1999). Alltags-Figurationen. Grundlinien einer psychologischen Kulturtheorie. Bonn: Bouvier.

Freud, Sigmund (1930). Das Unbehagen in der Kultur. Wien: Psychoanalytischer Verlag.

Herrmann, Theo (1979). Psychologie als Problem. Stuttgart: Klett-Cotta.

Holzkamp, Klaus (1968). Wissenschaft als Handlung. Berlin: Springer.

Ley, Michael (1999): Schule als Kultur-Fall. Probleme der Schule und des Unterrichtens am Ende des 20. Jahrhunderts. In Herbert Fitzek & Michael Ley (Hrsg.), Alltags-Figurationen. Grundlinien einer psychologischen Kulturtheorie (S.55-71). Bonn: Bouvier.

Miller, Birgit (1999). "Dann ist der Moment die ganze Welt". Kulturpsychologische Untersuchung über das Bild und Erleben von Fitneß. In Herbert Fitzek & Michael Ley (Hrsg.), Alltags-Figurationen. Grundlinien einer psychologischen Kulturtheorie (S.70-83). Bonn: Bouvier.

Nietzsche, Friedrich (1969). Umwertung aller Werte. Aus dem Nachlaß zusammengestellt und herausgegeben von Friedrich Würzbach. München: dtv.

Salber, Wilhelm (1993). Seelenrevolution. Komische Geschichte des Seelischen und der Psychologie. Bonn: Bouvier.

Salber, Wilhelm (19992). Märchenanalyse. Bonn: Bouvier.

Zum Autor

Herbert FITZEK

Disziplin: Psychologie

Arbeitsschwerpunkte: Kulturpsychologie, Gestaltpsychologie, Qualitative Methoden, Geschichte der Psychologie

Kontakt:

Dr. Herbert Fitzek

Psychologisches Institut der Universität Köln
Lehrstuhl: Allgemeine und Kulturpsychologie
Herbert-Lewin-Straße 2
D - 50931 Köln

Tel.: +49 / 0221 / 470 2732
Fax: +49 / 0221 / 470 5002

E-Mail: h.fitzek@uni-koeln.de

Zitation

Fitzek, Herbert (2000). Alltagsfigurationen – ein kulturpsychologisches Forschungsprogramm [22 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 1(2), Art. 8, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs000289.

Revised 7/2008



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