Volume 21, No. 2, Art. 10 – Mai 2020

Tagungsbericht:

Franziska Müller & Mechthild Kiegelmann

18. Treffen des Zentrums für Qualitative Psychologie, PH Karlsruhe, 13.-15. April 2018, Organisation: Prof. Dr. Mechthild Kiegelmann, PH Karlsruhe

Zusammenfassung: Entspanntes Miteinander von qualitativen und Mixed-Methods-Forschungsansätzen in der qualitativen Psychologie zeichnete die 18. Tagung des internationalen Zentrums für Qualitative Psychologie aus. Anwesend waren rund 30 (Nachwuchs-) Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Großbritannien, Japan, Spanien und den USA. In 19 Vorträgen, einer Postersession, sechs Projektvorstellungen in einer Beratung für Doktorand*innen und einem Post-Konferenzworkshop wurde eine Bandbreite von qualitativen sowie Mixed-Methods-Forschungsansätzen in vielfältigen Themenbereichen vorgestellt und diskutiert. Im Unterschied zu den Anfängen des Zentrums seit 1999 erscheinen heute in der Sozialforschung bittere Konkurrenzkämpfe zwischen quantitativen und qualitativen Methodenvertreter*innen in der Psychologie abgemildert. Im Keynote-Vortrag von Joseph A. MAXWELL wurde die Entspannung deutlich, auch wenn bis zur gleichberechtigten Anerkennung qualitativer Forschungsmethodologien in der Psychologie noch weitere Schritte offenbleiben.

Keywords: Zentrum für Qualitative Psychologie; qualitative Forschung; psychologische Forschung; Mixed Methods

Inhaltsverzeichnis

1. Überblick

2. Qualitative Forschung in der Psychologie

3. MAXWELL: Generalisierbarkeit und Validität in Qualitativer Forschung

4. Workshops, Postersession und Forschungsberatung

5. Post-Konferenzworkshop: Voice-Ansatz

6. Fazit

Anmerkungen

Literatur

Zu den Autorinnen

Zitation

 

1. Überblick

Austausch und Vernetzung in Bezug auf die Kooperation von Wissenschaftler*innen, die mit qualitativen Forschungsmethoden an psychologischen Fragestellungen arbeiten, standen im Mittelpunkt des 18. internationalen Treffens des Zentrums für Qualitative Psychologie (CQP). Die sich alle zwei Jahre wiederholende Möglichkeit zur Vernetzung fand vom 13. bis 15. April 2018 an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe statt und wurde von rund 30 Wissenschaftler*innen besucht. Das Themenspektrum umfasste u.a. Fragen der pädagogischen Psychologie, der psychologischen Genderforschung, psychologische Fragen rund um Migration und Identitätsentwicklung, Fragen der Beratung im Kontext von Diversität, der Schulpsychologie und der psychologischen Methodologie.1) Organisatorin der englischsprachigen Tagung war Mechthild KIEGELMANN vom Institut für Psychologie an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, Gründungsmitglied und ehemalige Präsidentin des CQP. [1]

Begrüßt wurden die Teilnehmenden am Freitag von der Tagungsorganisatorin und der Präsidentin des Zentrums für Qualitative Psychologie, Karin SCHWEIZER, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Anschließend tauschten sich die Teilnehmenden über konkrete aktuelle Herausforderungen und Möglichkeiten hinsichtlich qualitativer Forschungsmethoden aus. Insgesamt herrschte eine entspannte Atmosphäre. Gleich zu Beginn im traditionellen Austausch über die Bedingungen von qualitativer Forschung an den unterschiedlichen Standorten der anwesenden Wissenschaftler*innen wurde deutlich, dass die Inhalte sowie Forschungsfragen als Maßstab für Methodenwahl häufiger im Vordergrund stehen als ein Schulenstreit zwischen quantitativen und qualitativen Methodologien. Neben den jeweiligen Arbeitsbedingungen konnten die Workshopbesuchenden auch ihre Forschungsthemen vorstellen. Dies trug maßgeblich zur Vernetzung untereinander bei. Ganz in der Tradition der Workshops des CQP wurden außerdem Zusammenarbeit und Weiterentwicklung von Methoden angestoßen. In der Eröffnungsveranstaltung wurde auch der Wunsch der Teilnehmenden nach Kooperation und Nutzung von Synergien aus qualitativen und Mixed-Methods-Ansätzen deutlich. Die Vision eines Zukunftsszenarios entstand, bei dem im Psychologiestudium neben quantitativen Methoden auch qualitative Ansätze gleichberechtigt vermittelt werden. Die Kolleg*innen berichteten von einem aktuellen Trend in der Hochschullehre in den Ländern der Teilnehmenden in Richtung Mixed Methods. Vorgeschlagen wurde, Mixed Methods insbesondere für Vertiefungsfragen einzusetzen und weniger für stark generalisierte breitere Verständnisfragen (MAXWELL 2011, S.28). [2]

Den Eröffnungsvortrag hielt Joseph A. MAXWELL (George Mason University, Virginia, USA) über die Gütekriterien Generalisierbarkeit und Validität und ihre Bedeutung auch für die qualitative Forschung (s. auch MAXWELL 2012, 2015). Es folgten vier Workshops, in denen jeweils drei bis vier Beiträge vorgestellt und anschließend kollegial und konstruktiv diskutiert wurden. Neu war beim 18. Treffen des CQP das Format "Posterbeitrag". In einer Postersession konnten einzelne Autor*innen ihre Themen während der gesamten Tagung präsentieren und zusätzlich zu einem festgelegten Zeitfenster persönlich vorstellen und diskutieren. Dieses Format hat sich aufgrund der Zugänglichkeit während der gesamten Tagung für die Teilnehmenden bewährt: Immer wieder wurden die Posterautor*innen angesprochen und konnten sich über ihre Projekte austauschen. Einige neue Kooperationen wurden hierbei begonnen und konnten beispielsweise durch einen Gegenbesuch von Mechthild KIEGELMANN von der PH Karlsruhe bei Masakuni TAGAKI an der Osaka Prefecture University in Japan im Folgejahr fortgesetzt werden. [3]

Nachmittags fand die für die Workshops des CQP fest etablierte Forschungsberatung für Nachwuchswissenschaftler*innen statt. Im sogenannten "Research Consultation" konnten sich Doktorand*innen über ihre Fragen in Bezug auf das methodische Vorgehen mit anderen Wissenschaftler*innen, darunter auch Joseph A. MAXWELL, austauschen und von deren oft langjährigen Erfahrungen profitieren. [4]

Die Tagung endete am 15. April 2018 mit einer Zusammenfassung der Diskussionen aus den einzelnen Workshops und der Planung des nächsten Treffens, das im April 2020 an der Universität Granada, Campus Melilla, Spanien, zum Thema Migration – Identities and Cross-Border Dialogues stattfinden wird. In einem anschließenden Post-Konferenzworkshop am 16. April 2018 gab es zudem die Möglichkeit, sich vertieft mit der Anwendung eines psychologischen Forschungsansatzes, dem Voice-Centered Listening (nach GILLIGAN 2015 und erweitert durch KIEGELMANN 2000), auseinanderzusetzen. [5]

Im Folgenden wird auf den aktuellen Stand zu qualitativer Forschung in der Psychologie eingegangen (Abschnitt 2). Anschließend folgt eine Zusammenfassung des Eröffnungsvortrags des CQP-Treffens von Joseph A. MAXWELL über die Gütekriterien Generalisierbarkeit und Validität (Abschnitt 3). In zwei weiteren Abschnitten wird ein Einblick in einige ausgewählte Beiträge des CQP-Treffens gegeben (Abschnitt 4) sowie in den Post-Konferenzworkshop (Abschnitt 5). Der Tagungsbericht schließt mit einem Fazit (Abschnitt 6). [6]

2. Qualitative Forschung in der Psychologie

Qualitative Forschung in der Psychologie eignet sich besonders, um die subjektiven Perspektiven von Individuen zu erforschen und psychologische Prozessanalysen durchzuführen. Quantitative Ansätze in der Psychologie werden so durch Feinanalysen und Forschungen über prozesshafte Phänomene bereichert (MAXWELL 2013, S.29f.; am Beispiel der Entwicklungspsychologie s. MEY 2000; weitere Diskussionen zu qualitativen Methoden in der Psychologie s. u.a. BREUER 2003; VON DER LIPPE, MEY & FROMMER 2011). Konkrete Anwendung finden qualitative Forschungsansätze beispielsweise in der Theoriebildung (BREUER 2010). In die Curricula der Psychologiestudiengänge und in gängige Lehrbücher werden qualitative Ansätze zwar langsam, aber immerhin aufgenommen. So informieren im deutschsprachigen Raum etwa Nicola DÖRING und Jürgen BORTZ (2016) auch über qualitative Methoden und beziehen beispielsweise Ethnografie, Grounded-Theory-Methodologie oder computerunterstützte Analyse qualitativer Daten mit ein. Einen wichtigen Anstoß für diese Entwicklung leistete das 2010 erschienene "Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie" (MEY & MRUCK 2010), das 2020 als zweite Auflage zweibändig erscheint (MEY & MRUCK 2020a, 2020b). [7]

Auch wenn in Bezug auf die Richtung der Entwicklung qualitativer Forschung in der Psychologie wenig Einigkeit besteht (MEY 2007; MEY & MRUCK 2020c), so kann doch festgehalten werden, dass sie nach wie vor Bestandteil aktueller Diskussionen innerhalb der Disziplin ist. Mit einem Special Issue "Mapping Qualitative Research in Psychology Across Europe: Contemporary Trends" beispielsweise verfolgen Maria DEL RIO CARRAL und Eleftheria TSELIOU (2019) auf europäischer Ebene das Ziel, die vielen unterschiedlichen Ansätze innerhalb der Psychologie stärker zu strukturieren und Vorteile, Bedarfe, Herausforderungen etc. darzustellen. Die 2019 gegründete Association of European Qualitative Researchers in Psychology (EQuiP), ein Zusammenschluss qualitativ arbeitender Psycholog*innen aus ganz Europa, entspringt dem Bedarf einer Verknüpfung verschiedener Forschungskulturen, Länder und Generationen.2) Im internationalen Kontext des Engagements für Vernetzungstreffen des Zentrums für Qualitative Psychologie begrüßten die Organisator*innen der Workshops des CQP diese europäische Vernetzungsmöglichkeit. [8]

Das Zentrum für Qualitative Psychologie verfolgt mit seinen regelmäßigen Treffen ähnliche Ziele, fokussiert hierbei insbesondere auf kleine Arbeits- und Vernetzungstreffen mit internationalen Teilnehmenden auch über Europa hinaus und das Engagement in der Nachwuchsförderung. Seit seiner Gründung 1999 widmet es sich nun schon seit zwanzig Jahren der Weiterentwicklung qualitativer Methoden in der wissenschaftlichen Psychologie, besonders im Bereich sozial engagierter, handlungsorientierter Forschung. Das Treffen des Zentrums für Qualitative Psychologie findet jährlich bzw. seit 2016 alle zwei Jahre an unterschiedlichen Orten weltweit statt. Alle Forschungsfragen aus dem Themenbereich der Psychologie sind in den Diskussionen der Treffen willkommen. An der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe wurde nach einem Treffen der deutschen Untergruppe im Jahr 2017 nun auch das internationale Großtreffen 2018 veranstaltet. Durch die internationale Ausrichtung lebt das Zentrum vom Einbringen unterschiedlicher Traditionen und Perspektiven der Teilnehmenden aus ihren jeweiligen Ländern und konkreten sozialen Kontexten sowie einer wertschätzenden und kooperativen Atmosphäre (KIEGELMANN et al. 2000). 2018 waren Vertreter*innen aus Deutschland, Großbritannien, Japan, Spanien und den USA anwesend. [9]

Der Workshop des CQP 2018 ist Bestandteil der internationalen Bemühungen, in der Psychologie qualitative Forschungsmethoden noch stärker zu etablieren. Die nun wahrgenommenen Fortschritte bei der Überwindung von Schulenstreitigkeiten und bei der zunehmenden Etablierung von qualitativen Ansätzen in der Psychologie spiegeln sich hier wider. So wurde in den Workshopdiskussionen in Karlsruhe deutlich, dass qualitative Forschung zumindest teilweise institutionellen Eingang gefunden hat. DEL RIO CARRAL und TSELIOU (2019) weisen in diesem Zusammenhang auch auf das Journal Qualitative Research in Psychology hin. Zusätzlich sind neben FQS selbst beispielhaft auch die Zeitschrift Qualitative Psychology und das Journal für Psychologie zu nennen. Der Aufruf von DEL RIO CARRAL und TSELIOU an qualitative Forscher*innen, sich noch stärker an Dialogen innerhalb der Psychologie zu beteiligen, um ein Gegengewicht zur Mainstream Psychologie zu bilden, bestätigt allerdings erneut, dass qualitative Forschung noch nicht im Zentrum der Psychologie angekommen ist. [10]

Auch das 18. Treffen des CQP sowie dieser Beitrag tragen dem Ziel Rechnung, auf Forschungsprojekte mit psychologischen Fragestellungen aufmerksam zu machen, in denen qualitativ gearbeitet wird, und die entsprechenden Wissenschaftler*innen miteinander ins Gespräch zu bringen. Die folgende Dokumentation der Zusammenfassungen der während des Treffens behandelten Inhalte bezeugt dies. [11]

3. MAXWELL: Generalisierbarkeit und Validität in Qualitativer Forschung

Qualitative Forschung muss sich in der Psychologie gegen eine nomothetisch-naturwissenschaftliche Grundausrichtung durchsetzen (BREUER 2010; SEEL 2000). Eng damit verbunden sind Erwartungen an die Umsetzung wissenschaftlicher Gütekriterien nach naturwissenschaftlichen Vorstellungen. Der Frage der Übertragbarkeit dieser Kriterien auf die qualitative Forschung widmete sich Joseph A. MAXWELL, Autor des vielbeachteten Buches "Qualitative Research Design. An Interactive Approach" (2013), in dem Eröffnungsvortrag der Tagung. [12]

Dabei beleuchtete er, wie qualitative und quantitative Forschungsansätze im Laufe der Zeit entwickelt und aufeinander bezogen wurden. Er rekonstruierte die Vorherrschaft quantitativer Traditionen und die damit verbundene Glaubwürdigkeit quantitativer Methoden sowie die Abwertung von qualitativer Forschung als anekdotisch. In Abgrenzung zu den zugrundeliegenden positivistischen Annahmen quantitativer Forschung hätten sich einige qualitative Forscher*innen oft nicht nur vom Positivismus, sondern gleichzeitig von den wissenschaftlichen Gütekriterien Generalisierbarkeit und Validität distanziert. MAXWELL zeigte auf, dass auch qualitative Forschungen diese Gütekriterien für sich beanspruchen können: Generalisierbarkeit könne sich auch auf Theorien beziehen, nicht nur auf die Hochrechnung auf bestimmte Populationen. Validität sei u.a. durch die systematische Anwendung der Methoden zu erreichen, durch das Ausschließen alternativer Erklärungsmöglichkeiten, durch die Reflexion des Einflusses der Forschenden sowie durch das Einholen von Sichtweisen Dritter (s. auch MAXWELL 2011). Er wies auch auf die Stärken qualitativer Forschung hin: Durch sie ließen sich soziale Prozesse und Kontexte psychologischer Phänomene besser verstehen, wohingegen es bei quantitativer Forschung um das Erkennen kausaler Zusammenhänge gehe. Gerade für psychologische Forschungen würden sich oft Fragen nach Prozessen anbieten. Abschließend plädierte MAXWELL für einen Dialog zwischen den Vertreter*innen quantitativer und qualitativer Forschungsansätze. Es gebe keine Standardlösungen, sondern komme auf das jeweilige Projekt an, insbesondere auf die konkreten Fragestellungen (MAXWELL 2013, 2018). [13]

4. Workshops, Postersession und Forschungsberatung

In vier Workshops konnten (Nachwuchs-) Wissenschaftler*innen ihre aktuellen Arbeiten vorstellen, sich mit Kolleg*innen konstruktiv austauschen und konkrete methodische Fragen diskutieren. Inhaltlich wurden Themen wie Gender und Essstörungen, Islamunterricht, Kompetenzentwicklung von Lehrer*innen oder die Entwicklung digitaler Kompetenzen von Studierenden besprochen. Einige der Beiträge finden sich in HUBER (2019). Diese werden im Folgenden kurz unter dem Gesichtspunkt der verwendeten Methoden vorgestellt. [14]

Adina REIBER et al. stellten in ihrem Beitrag das Unterrichtsforschungsprojekt "German-Chile-Kooperation" (GECKO) vor, bei dem in einem internationalen Vergleich zwischen Grundschüler*innen in Chile und Deutschland individuelle (Prä-)Konzepte von Schüler*innen zum Thema Bewegungsapparat rekonstruiert wurden. Mittels problemzentrierter, teilstandardisierter Interviews (BOGNER, LITTIG & MENZ 2014; PRZYBORSKI & WOHLRAB-SAHR 2014; TRAUTMANN 2010) wurde die Perspektive der Schüler*innen erfasst (REIBER et al. 2019). Durch zusätzliche visuelle Darstellungen des Körpers, in die die Schüler*innen Teile des Bewegungsapparates einzeichnen sollten, ließen sich auch nicht-linguistische Daten erheben. Die Kombination aus Interviews und Abbildungen sei besonders für Kinder eine geeignete Befragungsmethodik und habe zu einer Fülle an aussagekräftigen Daten geführt (a.a.O.). [15]

Franziska MÜLLER erforscht in ihrer Dissertation die Bedeutung von internationalem Engagement für ehemalige Freiwillige, die sich u.a. in Freiwilligendiensten oder Hilfsorganisationen im Ausland engagiert haben, aus entwicklungspsychologischer Perspektive. In ihrem Beitrag stellte sie einen prozessorientierten qualitativen Forschungsansatz vor. Durch eine Kombination von biografisch-narrativen Interviews (SCHÜTZE 2016) mit einer psychologischen Analysemethode, dem Voice-Centered Listening (GILLIGAN 2015; KIEGELMANN 2009) möchte sie zum einen die individuelle Entwicklung der Freiwilligen nachvollziehen und zum anderen einfließende gesellschaftliche Aspekte und mögliche daraus resultierende Konflikte berücksichtigen. Dadurch ergänzt sie quantitative Analyseansätze im Bereich der Identitätsentwicklung um eine qualitative Perspektive (MÜLLER 2019). [16]

Marie-Luise SPRINGMANN untersucht in ihrer Dissertation Veränderungen individueller Erfahrungen bei der Überwindung von Essstörungen und welche Rolle die Kategorie Gender dabei spielt. Zu diesem Zweck ergänzt sie die klinisch-psychologische Perspektive um eine feministische kulturwissenschaftliche. Zudem betrachtet sie nicht nur Frauen in ihrer Studie, sondern auch Personen anderer Genderidentitäten und sexueller Orientierungen (SPRINGMANN 2019). Sie plädierte für die Anwendung qualitativer Methoden, die individuelle Erfahrungen und Bedeutungen des Individuums in den Fokus nehmen, um neue Perspektiven auf Essstörungen und mögliche Behandlungsansätze zu entwickeln (a.a.O.). Bei der Datenerhebung und -auswertung orientiert sie sich an der Grounded-Theory-Methodologie (GLASER & STRAUSS 1998 [1967]) und verwendet eine narrative Interviewtechnik. Wie Franziska MÜLLER (2019) kombiniert sie ihre Analysemethode mit der Methode des Voice-Centered Listening, um ausgewählte Interviewstellen über die inhaltliche Ebene des Gesagten hinaus zusätzlich im Hinblick auf in Konflikt stehende "Stimmen" zu analysieren. [17]

Auch Jochen KRAMER, Olcay MIYANYEDI und Mechthild KIEGELMANN wendeten in ihrer Studie über Erfahrungen und subjektive Bedeutungen im Hinblick auf Diskriminierung, Ressourcen und Identitätsmanagement in unterschiedlichen sozialen Kontexten von LGBTQ+3)-Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus religiösen oder immigrierten Familien einen qualitativen Ansatz an. Diese Themen seien mittels quantitativer Ansätze und Generalisierungen nur schwer erfassbar. Ihr Ziel war es, die Diversität der Zielgruppe im Hinblick auf ihre Identitäten und Erfahrungen zu erkunden sowie aus den identifizierten Konzepten geeignete Interventionsmaßnahmen abzuleiten, die verschiedene Aspekte des Lebens der Zielgruppe betreffen, z.B. Gesundheit, Schule, LGBTQ+, ethnische oder religiöse Gruppen (KRAMER et al. 2019). In offenen leitfadengestützten Interviews (nach GILLIGAN 2015; KIEGELMANN 2007) konnten die Teilnehmenden ihre subjektive Perspektive und eigene Erfahrungen einbringen und auf Nachfragen hin weiter ausführen. In einer ersten Pilotphase wurden drei Interviews mit Voice-Centered Listening analysiert, um dezidiert den Blick auf verschiedene Aspekte von Identität und die Beziehung dieser Aspekte zueinander zu lenken. Die insgesamt 36 Interviews wurden anschließend mittels der thematischen Analyse nach BRAUN und CLARKE (2006) analysiert, eine Methode die laut KRAMER et al. leicht erlernbar und für viele Fragestellungen anpassbar sei. [18]

In dem Beitrag von Antonio MEDINA RIVILLA, María C. DOMÍNGUEZ GARRIDO und Maria MEDINA DOMÍNGUEZ stand die Fokusgruppe (KAMBARELIS & DIMITRIADIS 2011; STEWART & SHAMDASANI 2015) als Methode im Mittelpunkt, um mehr über die Anforderungen im Bereich der Lehrer*innenbildung bei der Vorbereitung von Schüler*innen im letzten Abschnitt weiterführender Schulen zu erforschen. Konkret geht es um die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen in Schulen in Castilla LaMancha und Andalusien (MEDINA RIVILLA et al. 2019). Die Fokusgruppe sei gewählt worden, um z.B. Fragen bezüglich der Gestaltung von Lehr-/Lern-Prozessen im Schlüsselqualifikationsbereich oder Methoden im Bereich der Lehrer*innenentwicklung zu diskutieren. Das Ziel der Forschung bestehe u.a. darin, Gemeinsamkeiten zwischen der Kompetenzvermittlung für Schüler*innen und den Kompetenzen, die für die Lehrer*innenbildung wichtig sind zu erkunden. Die Beitragenden wiesen unter Bezugnahme auf STEWART und SHAMDASANI (2015) darauf hin, dass die Fokusgruppe ihren Ursprung u.a. in der klinischen Psychologie habe. [19]

Masakuni TAGAKI beschrieb in seinem Vortrag einen über mehrere Jahre andauernden Prozess der Umsetzung und Weiterentwicklung politischer Richtlinien auf kommunaler Ebene für Menschen mit Behinderung, die er als Wissenschaftler eng begleitet und beforscht hat. Mittels Action Research (LEWIN 1948) hat er in diesem Zusammenhang die Treffen des Gemeinderats einer Gemeinde in einer ländlichen Region in Japan untersucht. Er diskutierte und reflektierte besonders die Rollen der Forschenden im Feld, denen durch die Begleitung von sozialpolitischen Prozessen auf Gemeindeebene sowie durch die Anforderungen eines Action-Research-Designs eine hohe Komplexität zukomme (TAGAKI 2019). Anhand der KJ-Methode4) analysierte er u.a. Dokumente wie Feldnotizen, Handouts und E-Mails. Zusätzlich hat er im Laufe des Prozesses auch Fragebögen erstellt, um Meinungen zur Umsetzung der Richtlinien aus Sicht von Anwohner*innen zu gewinnen. In diesem Zusammenhang übernahm er im Projekt auch die Aufgabe, über qualitative und quantitative Methoden der Sozialforschung zu informieren und zu beraten. TAGAKI ging in seinem Beitrag ausführlich auf seine Rolle als Wissenschaftler in diesem Projekt ein. Für seine Anerkennung in den Gremien seien besonders zwei Aspekte wichtig gewesen: dass er selbst eine körperliche Behinderung aufweist und damit nicht nur über theoretisches Wissen, sondern auch über eigene Erfahrungen verfüge, und dass er einige Zeit in der Stadt gelebt und somit auch lokale Kenntnisse habe. [20]

Reinhard GRASSL widmete sich in seinem Beitrag der Software INTERACT der Firma Mangold zur Auswertung videobasierter Studien, mit der empirische Beobachtungen dokumentiert und analysiert werden können. Vorteile der Software liegen laut GRASSL (2019) darin, das zu erfassen, was aufgrund der begrenzten Kapazitäten menschlicher Wahrnehmung kaum erfasst werden kann bzw. stark von der Erfahrung der beobachtenden Person abhängt (z.B. Verhalten in komplexen Situationen oder in großen Gruppen) sowie in der Möglichkeit, sich Daten nochmals anzuhören oder anzusehen. Auch gleichzeitig stattfindende Codes könnten so der Datenanalyse zugänglich gemacht werden. [21]

Sasmita ROSARI stellte in ihrem Beitrag das Forschungsdesign ihres Dissertationsprojekts zur Erforschung der Entwicklung des Selbstkonzepts geflüchteter Kinder vor. Im Mittelpunkt ihrer Studie stehen Sechs-Zwölfjährige, die mit mindestens einem Elternteil in Deutschland leben. ROSARI wendete einen Mixed-Methods-Ansatz an mit einem Schwerpunkt auf der qualitativen Komponente. Die Kombination aus qualitativen und quantitativen Datenerhebungs- und Auswertungsmethoden ermöglichte ihr einen multiperspektivischen Blick auf das Phänomen sowie dessen tieferes Verständnis (ROSARI 2019). Für die Datenerhebung nutzte sie Leitfadeninterviews (nach SHAVELSON, HUBNER & STANTON 1976) und Tagebucheinträge. Im quantitativen Teil kam eine weiterentwickelte, deutsche Version des Self-Description Questionnaire I, der SDQ-GS nach ARENS (2011) zum Einsatz. Auch bei der Datenanalyse kombinierte sie mehrere Methoden, die qualitative Inhaltsanalyse (MAYRING 2002) und das Voice-Centered Listening (KIEGELMANN 2000). Sie reflektierte in ihrem Beitrag auch die Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, Kinder zu traumatischen Ereignissen zu befragen. Eine mögliche Lösung sieht sie darin, zuerst mit den Eltern zu sprechen, wobei auch hier sensibel auf mögliche Reaktionen zu achten sei. [22]

Petra PANENKA ging in ihrem Beitrag auf die Entwicklung eines multi-temporalen ethnografischen Forschungsdesigns ein. In ihrem Dissertationsprojekt erforscht sie den sozialen Wandel innerhalb der Lakandon Maya anhand der Essenszubereitung. Als Grundlage diente ihr das interaktive Forschungsdesign nach MAXWELL (2013) sowie die Kombination aus einem ethnografischen Forschungsprogramm (ROSENTHAL 2015) und einer konstruktivistischen Grounded-Theorie-Methodologie (CHARMAZ 2006, 2014). Sie arbeitete die jeweiligen Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus und was das konkret für ihr Forschungsdesign bedeutet habe. Dabei zeichnete sie die kontinuierliche Reflexion und stetige Weiterentwicklung ihrer Forschungsfragen und damit zusammenhängend die jeweilige Auswahl der Forschungsmethoden im Laufe von drei Forschungsaufenthalten in Chiapas, Mexiko nach. In ihrem zweiten Forschungsaufenthalt orientierte sie sich beispielsweise an der Methode der dichten Teilnahme nach Gerd SPITTLER (2001), um explorativ vorgehen zu können. Im darauffolgenden dritten Aufenthalt ersetzte PANENKA die dichte Teilnahme mit der Methode der Lehre/Apprenticeship nach Paul STOLLER (1989), um bestimmte Kochpraktiken detaillierter zu erforschen, die sich aus der Analyse der Ergebnisse des zweiten Forschungsaufenthaltes ergeben hätten (PANENKA 2019). [23]

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass qualitative Methoden und Mixed-Methods-Ansätze in einer Vielzahl unterschiedlicher Bereiche wie z.B. der Unterrichtsforschung, der Entwicklungspsychologie, der klinischen Psychologie oder der Jugendarbeit einen Mehrwert für psychologische Fragestellungen bieten können. Dies trifft insbesondere zu, wenn es 1. um die Erfassung von Bedeutungen und individuellen Wahrnehmungen beispielsweise im Kontext von (Identitäts-)Entwicklungsprozessen geht oder um die Erforschung von spezifischen Erfahrungen und die Bearbeitung dieser. Auch wenn es 2. um komplexe Bereiche geht, in denen mehrere verschiedene soziale Kategorien interagieren und Einfluss nehmen wie z.B. Ethnizität, Gender, Religion und sexuelle Orientierung oder 3. um Gruppen, die bisher von der Forschung wenig berücksichtigt wurden, kann eine qualitative Herangehensweise zuträglich sein. Deutlich wurde 4. auch die Notwendigkeit der kontinuierlichen Reflexion der Forschenden, wenn es um diffizile Forschungsprozesse geht, in die die Forschenden stark eingebunden sind, die sich über einen längeren Zeitraum oder unterschiedliche Orte erstrecken und eine hohe Sensibilität in Bezug auf die Zielgruppe erfordern. [24]

Zusätzlich zur Dauerausstellung der wissenschaftlichen Poster fand am 14. April 2018 parallel zur Mittagspause eine Postersession zu den zuvor vorgestellten Arbeiten von TAGAKI, ROSARI und PANENKA statt. Bei der Forschungsberatung hatten Doktorand*innen Gelegenheit, ganz konkret an Fragen zu arbeiten, die sich momentan in ihren jeweiligen Projekten stellten. Beispiele waren das Vorgehen in Interviewsituationen, die Weiterentwicklung von bestehenden, aber noch nicht ganz passenden Theorien zu den jeweiligen untersuchten Problemen oder die Entwicklung eines Forschungsdesigns. [25]

5. Post-Konferenzworkshop: Voice-Ansatz

Am 16. April 2018 traf sich unter der Leitung von Mechthild KIEGELMANN eine Gruppe der Konferenzteilnehmenden zu einem Post-Konferenzworkshop, bei dem es um die Anwendung des qualitativ-psychologischen Ansatzes des Voice-Centered Listening ging (GILLIGAN 2015; KIEGELMANN 2000). Dieser Ansatz eignet sich zur Analyse psychologischer Fragestellungen nach sozialen Prozessen, beispielsweise dem Umgang mit Tabus oder psychischen Konflikten. Am Material teilnehmender Doktorand*innen wurden die einzelnen Schritte der Methode an Interviewauszügen angewandt und in einer Interpretationsgruppe ausgewertet. Neben der Erprobung des Voice-Centered Listening-Ansatzes diente die gemeinsame Arbeit an konkreten Daten auch der Verbesserung der Validität der Forschungsergebnisse. [26]

6. Fazit

Seit seiner Gründung im Jahr 1999 (GÜRTLER 2003; KIEGELMANN, HELD, HUBER & ERTEL 2000) hat sich das Zentrum für Qualitative Psychologie als Ort für ein internationales und diverses Netzwerk entwickelt, an dem sich erfahrene und neue Wissenschaftler*innen gleichermaßen beteiligen. Im Laufe der Jahre haben etliche ehemalige Nachwuchswissenschaftler*innen, die bei den Workshops teilnahmen, nicht nur qualifizierte Betreuung und Unterstützung erfahren, sondern konnten sich selbst später als Betreuer*innen von Promotionen einbringen und in der Nachwuchsförderung engagieren. [27]

Der 18. Workshop des Zentrums für Qualitative Psychologie ermöglichte einen erfolgreichen und konstruktiven Austausch über das methodische Vorgehen in den einzelnen Forschungsprojekten und die Vernetzung der beteiligten Wissenschaftler*innen. Das Treffen soll als Blaupause für zukünftige Veranstaltungen dienen, in denen quantitativ und qualitativ im Sinne der jeweiligen Forschungsfrage auf Augenhöhe zusammengearbeitet werden soll. Das Netzwerk möchte dadurch weiterhin die Stärkung qualitativer Ansätze in der Psychologie verfolgen, die in den letzten Jahren zunehmend an Relevanz gewonnen haben. [28]

Anmerkungen

1) Siehe http://www.qualitativepsychology.com/Program%20Workshop%202018.pdf für das Programm [Datum des Zugriffs: 5. Februar 2020]. <zurück>

2) 2020 veranstaltet EQuiP die erste Konferenz unter dem Titel Creating Bridges. <zurück>

3) LGBTQ+ steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer und andere (KRAMER et al. 2019, S.60). Die deutsche Entsprechung ist LSBTIQ*: Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Trans*, Inter*, Queer. <zurück>

4) Die KJ-Methode verdankt ihren Namen ihrem Entwickler, dem Anthropologen Jiro KAWAKITA. Bei dem Verfahren geht es darum, Bottom-up im Sinne der Abduktion nach Charles PEIRCE anhand der Daten Erkenntnisse zu gewinnen, die zu der Klärung eines Problems beitragen können. In einem nicht-linearen Verfahren werden aus den Daten schrittweise Konzepte entwickelt. Für eine Beschreibung der Methode siehe Raymond SCUPIN (1997). <zurück>

Literatur

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Zu den Autorinnen

Franziska MÜLLER ist Doktorandin an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Sie beschäftigt sich mit Identitätsentwicklung im Kontext von internationalem freiwilligen Engagement und arbeitet mit biografisch-narrativen Interviews. Angestellt ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Tübingen (Career Service/Arbeitsbereich Service Learning und gesellschaftliches Engagement).

Kontakt:

Franziska Müller M. A.

Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Institut für Psychologie
Bismarckstraße 10
76133 Karlsruhe

E-Mail: franziska.mueller@ph-karlsruhe.de

 

Prof. Dr. Mechthild KIEGELMANN ist Professorin für Sozialpsychologie und Sozialpädagogik am Institut für Psychologie, Pädagogische Hochschule Karlsruhe. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Sozial- und Entwicklungspsychologie (Baby Signing im sozialen Kontext), Beratung in sozialen Feldern (Geragogik, Beratung im Kontext von LSBTIQ* und Intersektionalität) und empirische Methodenlehre (Forschungsdesign, Forschungsethik, Voice-Centered Listening).

Kontakt:

Prof. Dr. Mechthild Kiegelmann

Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Institut für Psychologie
Bismarckstraße 10
76133 Karlsruhe

Tel.: +49 721 925 4928

E-Mail: kiegelmann@ph-karlsruhe.de
URL: https://www.ph-karlsruhe.de/personen/detail?tx_kwpeople_p1%5Bcontroller%5D=Address&tx_kwpeople_p1%5Buser%5D=169&cHash=02c10794e6eb908187b1daca9cb14b1c

Zitation

Müller, Franziska & Kiegelmann, Mechthild (2020). Tagungsbericht: 18. Treffen des Zentrums für Qualitative Psychologie [28 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 21(2), Art. 10, http://dx.doi.org/10.17169/fqs-21.2.3177.



Copyright (c) 2020 Franziska Müller, Mechthild Kiegelmann

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