Soziologische Wissenskulturen zwischen individualisierter Inspiration und prozeduraler Legitimation. Zur Entwicklung qualitativer und interpretativer Sozialforschung in der deutschen und französischen Soziologie seit den 1960er Jahren

Autor/innen

  • Reiner Keller Universität Augsburg
  • Angelika Poferl Hochschule Fulda

DOI:

https://doi.org/10.17169/fqs-17.1.2419

Schlagworte:

Wissenskultur, Soziologie, qualitative Methoden, interpretative Methoden, Deutschland, Frankreich, Ländervergleich, Forschung, Reflexivität

Abstract

Wie wissen Soziologinnen und Soziologen, was sie wissen? Trotz der Internationalisierung der Soziologie bestehen nach wie vor starke sprachräumliche Unterschiede in der soziologischen Wissensproduktion, in eingesetzten Theorien, Methoden und Fragestellungen. Der nachfolgende Beitrag erläutert die Entwicklung und Ausprägung der Unterschiedlichkeit soziologischer Wissenskulturen im Hinblick auf den Einsatz qualitativer bzw. interpretativer Ansätze seit den 1960er Jahren in Deutschland und Frankreich. Er stützt sich auf ein von uns 2012-2014 geleitetes Forschungsprojekt und dessen empirische Grundlagen: Dokumentenanalysen und Interviews. Wissenskulturen werden als die Arten und Weisen der Produktion und Legitimation von (hier: soziologischem) Wissen verstanden. Diesbezüglich lässt sich von der Erkenntnisproduktion als dem zentralen Handlungsproblem soziologischen Forschens sprechen. Während für die französischsprachige Soziologie diagnostisch von einer Lösung dieses Erkenntnisproblems durch die den Forschenden zugeschriebenen Kompetenzen und Inspirationen ausgegangen werden kann, schiebt sich im deutschsprachigen Raume eine prozedurale Legitimation durch Verfahren in den Vordergrund. Der Beitrag rekonstruiert exemplarisch die Ausgangssituation dieser Entwicklungen um die Wende zu den 1960er Jahren und bettet sie in die weitere Entfaltung der jeweiligen Soziologien ein. Er will damit zur gegenwärtigen Entwicklung einer reflexiven Soziologie beitragen.

URN: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1601145

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Autor/innen-Biografien

Reiner Keller, Universität Augsburg

Prof. Dr. Reiner KELLER ist Professor für Soziologie an der Universität Augsburg. Seine Arbeitsgebiete umfassen Wissens- und Kultursoziologie, Diskursforschung, Soziologie der Naturverhältnisse, soziologische Theorie, interpretative Methoden, französische Soziologie.

Angelika Poferl, Hochschule Fulda

Prof. Dr. Angelika POFERL ist Professorin für Soziologie mit Schwerpunkt Globalisierung an der Hochschule Fulda. Ihre Arbeitsgebiete umfassen Globalisierungstheorie und -forschung, Transformationen der Moderne, Wissens- und Kultursoziologie, interpretative Sozialforschung.

Veröffentlicht

2016-01-30

Zitationsvorschlag

Keller, R., & Poferl, A. (2016). Soziologische Wissenskulturen zwischen individualisierter Inspiration und prozeduraler Legitimation. Zur Entwicklung qualitativer und interpretativer Sozialforschung in der deutschen und französischen Soziologie seit den 1960er Jahren. Forum Qualitative Sozialforschung Forum: Qualitative Social Research, 17(1). https://doi.org/10.17169/fqs-17.1.2419

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Einzelbeiträge