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Konzept und aktueller StandFQS ist ein mehrsprachiges Online-Journal für qualitative Sozialforscher(innen). Ziel von FQS ist es, die Diskussion und den Austausch zwischen Forschenden unterschiedlicher Nationalität und Disziplinen (u.a. Anthropologie, Erziehungswissenschaften, Ethnologie, Geschichte, Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Informations- und Managementwissenschaften, Kommunikationswissenschaften, Kriminologie, Kulturwissenschaften, Medizin, Pädagogik, Linguistik, Philosophie, Politik, Psychologie, Sozialarbeit, Soziologie und Volkskunde) zu fördern. Hierbei sollen die besonderen Eigenschaften des Internet Geschwindigkeit, Flexibilität, Interaktivität so eingesetzt werden, dass verglichen mit traditionellen Print-Medien neue Diskursformen und Qualitätsstandards erreicht werden. Der "experimentelle" Charakter von FQS beinhaltet, dass es sich um ein offenes Projekt handelt, dessen inhaltliche und formale Gestaltung gemeinsam mit allen an FQS Beteiligten Leser(inne)n, Autor(inn)en, Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirates und der Online-Redaktion weiterentwickelt werden soll. Warum FQS? Qualitative Sozialforschung und InternetEine Besonderheit qualitativer Sozialforscher(innen) ist in der Regel deren "doppelte Sozialisation": Beheimatet in einer Einzeldisziplin, bedeutet die Entscheidung für qualitative Forschungsmethoden in vielen Disziplinen, an deren Rändern angesiedelt zu sein. Wohl auch aus dieser Randständigkeit folgt eine Identität zugleich z.B. als Psychologin/Psychologe und als qualitative Forscherin/als qualitativer Forscher. Die Beheimatung in der qualitativen Sozialforschung findet ihren Ausdruck in der Anerkennung einiger gemeinsamer Grundprämissen (z.B. der Favorisierung eines sinnverstehenden Zugangs zu sozialen und psychischen Wirklichkeiten), in dem Rückgriff auf einige einende Traditionslinien (z.B. Hermeneutik, Phänomenologie) und (bereits seltener) in der Rezeption einiger Standardwerke. Als wir 1999 mit der Arbeit an FQS begannen, gab es jenseits dieses kleinsten gemeinsamen Nenners kaum geteilte Diskussionsforen; die verschiedenen (sub-) disziplinären "Szenen" existierten mehr oder weniger unabhängig voneinander. Auch waren neben disziplinären Grenzen nationale sehr weitreichend: So fand schon im deutschsprachigen Raum ein Austausch zwischen den Disziplinen nur begrenzt statt; die Kluft zwischen den verschiedenen Forschungslandschaften war jedoch noch schwerwiegender unter einer internationalen Perspektive. Die Rezeption deutschsprachiger Ansätze in amerikanischen Beiträgen endete meist mit frühen phänomenologischen Autoren (das Narrative oder das Problemzentrierte Interview, die Objektive Hermeneutik etc. waren in nicht-deutschsprachigen Kontexten so gut wie unbekannt); umgekehrt drangen nur einige wenige qualitativ-methodische Entwicklungen in den deutschsprachigen Raum ein. Auch hatte die deutschsprachige qualitative Sozialforschung eine eher geringe Präsenz im WWW. Während im englischsprachigen Raum Online-Zeitschriften existierten und sich daneben auch seit Jahren Diskussionsforen wie z.B. die Mailingliste QUALRS-L oder Vernetzungen qualitativ Forschender u.a. in dem "Qualitative Research Webring" fanden, waren entsprechende Bemühungen im deutschsprachigen Raum noch selten. Zwar war bereits damals ein wachsendes Interesse erkennbar, aber es fehlten Routinen für eine kreative Nutzung der besonderen Ressourcen des Internet, und auch im amerikanischen Raum überwog was die Konzeption von Online-Zeitschriften angeht eher das bloße Übertragen traditioneller Medien und ihrer Funktionsweise "ins Netz". Das Internet: neue Potentiale für den wissenschaftlichen AustauschDass diese Ausgangssituation auch mit Hilfe von FQS deutlich verbessert werden konnte, zeigen die bisher publizierten Schwerpunktausgaben ebenso wie die ständig wachsenden Zugriffszahlen auf unseren Server. Auch in Zukunft wird FQS durch das Verknüpfen von interdisziplinären und internationalen Diskursen und durch die Nutzung verschiedener mit dem Internet verfügbarer Instrumente zu einer weiteren Entwicklung qualitativer Sozialforschung beitragen. Dabei schließt FQS an die Standards und Potentiale traditioneller Print-Medien an und versucht zusätzlich, die Besonderheiten des Internet systematisch einzubeziehen:
Zum Stand von FQSFQS ist ursprünglich aus mehr oder weniger privaten Initiativen und losen Kooperationen heraus entwickelt worden. Um FQS dauerhaft vorhalten zu können, war dies nicht ausreichend. Wir beantragten deshalb bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Mittel für die Realisierung eines Pilotprojektes, die Mitte 2001 auch bewilligt wurden. Infolge der Finanzierung durch die DFG sind alle Volltexte in FQS weiter kostenlos zugänglich (Informationen zu einem Newsletter, der Interessierte einmal monatlich über neue Veröffentlichungen usw. informiert, entnehmen Sie bitte unserer Subskriptionsseite): Ein kostenpflichtiger Zugang wäre u.E. ein Anachronismus angesichts der ganz besonderen Qualität, die mit dem Internet verbunden sein kann, nämlich wechselseitige Information und Kooperation über unterschiedlichste disziplinäre und nationale (Sub-) Kulturen hinweg. Neben diesen Veränderungen, die die Organisation von FQS betreffen, sind mit dem Pilotprojekt "Ausbau der wissenschaftlichen Online-Zeitschrift FQS zum Informations-, Kommunikations- und Vernetzungsportal qualitative-research.net" auch einige Veränderungen des Angebots verbunden. Unser Hauptanliegen ist es, FQS in ein internationales und interdisziplinäres Netzwerk für qualitative Sozialforschung einzubinden bzw. ein solches Netzwerk gemeinsam mit unterschiedlichsten Partner(inne)n zu initiieren. U.a. beschäftigen wir uns mit den folgenden Projekten:
Alle an FQS und seiner Entwicklung interessierten Personen sind herzlich eingeladen, an der konkreten Gestaltung und Realisierung unseres Angebots mitzuarbeiten. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge, auf Ihre Unterstützung und auf Ihre Kooperationswünsche! Letzte Änderung: 02.10.2003
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