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CALL FOR PAPERS

FQS 8(2): Von Michel Foucaults Diskurstheorie zur empirischen Diskursforschung

Aktuelle methodologische Entwicklungen und
methodische Anwendungen in den Sozialwissenschaften

Herausgeberinnen und Herausgeber:

Andrea D. Bührmann (Universität Dortmund)
Rainer Diaz-Bone (Freie Universität Berlin)
Encarnación Gutiérrez Rodriguez (University of Manchester)
Gavin Kendall (Queensland University of Technology)
Werner Schneider (Universität Augsburg)
Francisco J. Tirado (Universidad Autónoma de Barcelona)

Die sozialwissenschaftliche Diskursforschung hat sich seit den 1990er Jahren in Deutschland primär als ein Feld der qualitativen Sozialforschung entwickelt und etabliert. Im Anschluss und in Weiterführung an die bereits in den 1970er Jahren im deutschsprachigen Raum begonnene Rezeption der foucaultschen Diskurstheorie finden sich für diesen Zeitraum eine Reihe von empirischen Anwendungen, die als Diskursanalysen auf verschiedenen methodologischen Grundlagen beruhen und mit zum Teil recht unterschiedlichen methodisch-praktischen Umsetzungen operieren.

Vor diesem Hintergrund soll die für Mitte 2007 geplante themenbezogene FQS-Ausgabe zur empirischen Diskursforschung vor allem einen über den deutschsprachigen Raum hinausreichenden Einblick in den aktuellen methodologischen Reflexionsstand und in die derzeit diskutierten methodischen Ansätze dieses Feldes bieten. Der Anspruch einer internationalen Ausrichtung mit Schwerpunktsetzung auf empirische Anwendungen eröffnet die Möglichkeit, die in verschiedenen Sprachräumen im Anschluss an Michel Foucault vorfindbaren diskurstheoretischen und -analytischen Debatten mit ihren jeweiligen Rezeptionstraditionen aufzugreifen und miteinander zu konfrontieren. Neben einer weiteren Ausleuchtung der Genealogie der foucaultschen Diskursforschung und ihrer aktuellen theoretischen Fundamente können so auch zukünftige methodologisch-methodische Entwicklungsperspektiven mit ihren jeweiligen Theoriebezügen identifiziert werden.

Die einzusendenden Beiträge sollen deshalb entweder auf eigenen empirischen Diskursanalysen im Kontext einer sozialwissenschaftlichen Diskursforschung basieren oder direkt methodologisch-methodische Aspekte im Rahmen einer Auseinandersetzung mit der sozialwissenschaftlichen Diskursforschung adressieren. Bei Beiträgen, die eine empirische Anwendung vorstellen, soll vor allem auch die methodologische Reflexion des eigenen Vorgehens sowie die methodische Qualität ausgewiesen und diskutiert werden.

Mögliche, von den Beiträgen zu adressierende Themenfelder können dabei sein:

  • Methodologisierung und Methodik von Diskursanalyse: Aktuelle Reflexionen zu methodologischen Grundlagen und zur methodischen Praxis, zu möglichen Qualitätskriterien sowie zu empirischen Erkenntniserträgen und Defiziten diskursanalytischer Perspektiven.

  • Methodisch-methodologischer Erweiterungen: Bild, Film, Ton ... – Zur Analyse von "nicht-textlichen" Daten. Was versprechen Dispositivanalysen?

  • Diskursanalyse im interdisziplinären Kontext:

    • Zum Verhältnis von Sprachphilosophie, Linguistik und foucaultscher Diskursanalyse: Eine Bestimmung des aktuellen Diskussionsstandes. Hier denken wir z.B. an die Arbeiten von Michel Pêcheux und seinen Mitarbeiter/innen;

    • Diskursanalyse in der Sozialpsychologie – aktueller Stand;

    • weitere (inter-)disziplinäre Verortungen könnten sein: Geschichte, Ethnologie ...

  • Anwendungsfelder diskursanalytischer Sozialforschung: Modebegriffe oder substantielle Neuorientierungen? – Was leisten neuere Analyserichtungen in der Diskursforschung und neuere Felder angewandter Diskursanalysen wie z.B. Gouvernmentality-Studies, Cultural Studies, Gender Studies, Postcolonial Studies, Analysen zu Welfare/Workfare oder auch im Feld von Management Diversity. Hier sind insbesondere die damit verbundenen methodologischen Fragen aufzugreifen.

Deutschsprachige Abstracts mit einem Umfang von 500 bis max. 1000 Wörter können bis zum 15. April 2006 per E-Mail an eine der folgenden Adressen gesendet werden:

abuehrmann@fb12.uni-dortmund.de (Andrea D. Bührmann)
werner.schneider@phil.uni-augsburg.de (Werner Schneider)

Weitere Informationen zur Beitragseinreichung finden sich unter: http://www.qualitative-research.net/fqs/fqs-d/submission-d.htm.

Zeitplan

  • Abstracts können bis zum 15. April 2006 eingesendet werden.

  • April/Mai 2006 erfolgt die Auswahl durch die Herausgeber.

  • Bis Ende Mai erfolgt die Benachrichtigung über die Auswahl.

  • Bis zum 30. September müssen die vollständigen Beiträge bei den Herausgebern eingegangen sein.

  • Von Oktober bis Dezember erfolgt das Reviewing und die Kommentierung durch die Herausgeber.

  • Bis Ende Januar 2007 sollen die Beiträge vollständig fertig gestellt werden.

  • Mai 2007erfolgt die Veröffentlichung von FQS 8(2).


Letzte Änderung: 16.03.2006

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© 1999-2008 Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research
(ISSN 1438-5627)

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Center für Digitale Systeme, Freie Universität Berlin